19. August 2019

Francis Fukuyama: Identität

Martin Lichtmesz / 20 Kommentare

Der Autor verspricht den großen Überblick. Der Untertitel ist bescheidener: "Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet".

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Identität des einst neokonservativen, inzwischen zur linken Mitte neigenden Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama bestätigt die wesentlichen Analysen und Prämissen identitärer und neurechter Vordenker, vor allem was die Bedeutung der nationalen Identität für das Gemeinwesen und die Problematik der Multikulturalisierung ehemals relativ homogener Nationen betrifft.

Fukuyamas Buch ist eine Antwort auf den Trump- und Brexit-Schock. Das Establishment der westlichen Welt werde Konzessionen an seine »populistischen« Herausforderer machen müssen, will es an der Macht bleiben. Anknüpfend an seine berühmte These vom »Ende der Geschichte« untersucht er erneut den unausrottbaren Störenfried auf dem Weg ins Nirvana  der »letzten Menschen« – den nach Platon »dritten Teil der Seele«, den Thymos, der den Drang nach Anerkennung, Ehre und Genugtuung befeuert. Diesen sieht er in problematischer Weise in den Exzessen der linken »Identitätspolitik« ebenso am Werk wie im Aufstieg des »Rechtspopulismus«, den er allerdings moralisch geringer wertet als das Engagement für »Black Lives Matter« oder »#MeToo«.

Fukuyama kritisiert den linken Verrat an der weißen Arbeiterklasse, nicht nur der amerikanischen Linken, die immer neuen Minderheitenstämmen Geltung und Aufwertung zu verschaffen sucht, in der Regel verbunden mit einer sich aggressiv gebärdenden Abwertung der weißen, »angloprotestantischen« Noch-Mehrheit, des Christentums, der Landbevölkerung oder traditioneller Familienwerte.

Fukuyamas eigentliche Sorge scheint aber der daraus resultierende Backlash des »weißen Nationalismus« zu sein: Das »bedeutsamste Problem der heutzutage von der Linken praktizierten« und von den Eliten geförderten Identitätspolitik bestehe darin, »daß sie eine entsprechende Politik der Rechten ausgelöst hat. Die linke Identitätspolitik zieht eine politische Korrektheit nach sich, deren Ablehnung zu einer wichtigen Mobilisierungsquelle für die Rechte geworden ist.«

Fukuyama sieht hier nicht nur den Zerfall der Vereinigten Staaten als Nation durch eine Überdosis an »Diversität«, sondern die Krise des liberalen Systems schlechthin, dessen Pluralismus nicht als Pluralismus von Kollektiven, sondern von Individuen konzipiert ist. Der Konstruktionsfehler im Bauplan dieses Systems ist der moderne, auf den Protestantismus zurückgehende Glaube an ein »Individuum«, das ein von allen sozialen und kollektiven Bindungen und Bedingungen gelöstes, zur Entfaltung drängendes »wahres, inneres Selbst« beherberge. Nun richtet sich die Forderung nach Anerkennung und Gleichstellung gerade in einer »diversen« Gesellschaft zunehmend auf Gruppenidentitäten, die einen sozialen Sinn stiften können, der umfassender ist als »Selbstverwirklichung«.

Fukuyama hat also wenig Gutes über die Folgen der »Diversität« zu sagen. Andererseits sei der Weg zurück zu den homogeneren Gesellschaften der Vergangenheit weder möglich noch wünschenswert. Was also tun?

Die Herausforderung für zeitgenössische liberale Demokratien angesichts der Zuwanderung und der wachsenden Vielfalt« bestünde im Zusammenspiels aus Integration, Assimilation und formender Anpassung, »um eine inklusive nationale Identität zu erschaffen, die der vielförmigen gesellschaftlichen Realität gerecht wird und Neuankömmlinge assimiliert.

Fukuyamas Vorschläge, wie dieses Kunststück gelingen soll, sind der schwächste Teil des Buches: Das Modell des Staatsbürger- und Bekenntnisnationalismus setzt mindestens einen fundierten historischen und symbolpolitischen Konsens voraus, der in den USA gerade rapide zerbröselt. Diejenigen, die das »Experiment« der Multikulturalisierung auch in Europa durchziehen wollen, haben ebensowenig wie ihre amerikanischen Pendants eine Ahnung davon, wie es gelingen soll.

Francis Fukuyama: Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet, Hamburg: Hoffmann und Campe 2019. 240 S., 22 € - hier bestellen


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (20)

Niekisch
19. August 2019 16:48

"Diejenigen, die das »Experiment« der Multikulturalisierung auch in Europa durchziehen wollen, haben ebensowenig wie ihre amerikanischen Pendants eine Ahnung davon, wie es gelingen soll."

Das haben Experimente bisweilen so an sich: sie sind ergebnisoffen, aber alle möglichen Ergebnisse stellen die Experimenteure zufrieden. Hauptsache, es kommt nicht der Zustand heraus, der zuvor bestand.

Der_Juergen
19. August 2019 19:52

Fukuyamas "Ende der Geschichte" gehört zu den dümmsten Büchern, die ich Zeit meines Lebens gelesen habe. Ich werde mir sein neustes Opus ganz bestimmt nicht antun, davon hält mich schon der Titel ab. Da ist Huntington trotz der seinem Buch innewohnenden Schwächen schon von anderem Kaliber.

Den Rückkehr zu einer homogeneren Gesellschaft hält Fukuyama, wie Lichtmesz festhält, für weder möglich noch wünschenswert. Oh doch, er ist in höchstem Grade wünschenswert und, solange der demographische Zug nicht endgültig abgefahren ist, auch durchaus möglich. Es bedarf hierzu lediglich der Macht und des Willens, diese Macht auch nachdrücklich einzusetzen. Eine Regierung, die Armee, Polizei, Medien und Finanzen kontrolliert, kann (fast) alles erreichen, immer vorausgesetzt, sie wird nicht von einer überlegenen fremden Macht oder Mächtekoalition gestürzt. Das "Es ist alles verloren"-Geplärre ist kennzeichnend für koscher-konservative Memmen und Defätisten.

Ratwolf
19. August 2019 20:06

Der Verlust einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten vor der Haustür ist für die Leistungsfähigkeit eines Landes fatal.

Das ist einer der wesentlichen Gründe für den Niedergang westlicher Geselllschaften.

Und das ist einer der Gründe, warum Staaten im europäischen Osten sich eine solche Gemeinschaft noch leisten dürfen.

Nähmlich um stark sein zu können, im Söldnerdienst gegen die derzeitige Führung Russlands.

Laurenz
19. August 2019 20:56

Zitat, Herr Lichtmesz .... Das »bedeutsamste Problem der heutzutage von der Linken praktizierten« und von den Eliten geförderten Identitätspolitik bestehe darin, »daß sie eine entsprechende Politik der Rechten ausgelöst hat.-Zitatende

Kennt Herr Fukuyama denn keinen Historiker-Kollegen, den er hätte fragen können? Mit Verlaub, das war, zumindest in der Neuzeit, doch noch nie anders.

Zitat, Herr Lichtmesz ... Diesen sieht er in problematischer Weise in den Exzessen der linken »Identitätspolitik« ebenso am Werk wie im Aufstieg des »Rechtspopulismus«, den er allerdings moralisch geringer wertet als das Engagement für »Black Lives Matter« oder »#MeToo«. -Zitatende

Trifft das etwa nicht für "Pakistani" oder "Bangladeshi Lives Matter" in Saudi-Arabien zu? Was ist mit "White Lives Matter" in Süd-Afrika? Von was faselt der Mann? Wie viel % der Männer können sich schon nach oben vögeln? #Metoo ganz sicher nicht. Hätten Frauen darauf verzichtet, gäbe es weniger solcher Probleme.

Zitat-Zitat, Herr Lichtmesz .... Die Herausforderung für zeitgenössische liberale Demokratien angesichts der Zuwanderung und der wachsenden Vielfalt« bestünde im Zusammenspiels aus Integration, Assimilation und formender Anpassung, »um eine inklusive nationale Identität zu erschaffen, die der vielförmigen gesellschaftlichen Realität gerecht wird und Neuankömmlinge assimiliert. Zitat-Zitatende

Das ist doch ein Märchen und er bietet nur denselben Bullenmisthaufen an, den die Linke weltweit, bis auf Dänemark, anbietet. Nicht mal ein schlechter Witz, oder?

Zitat, Herr Lichtmesz .... Das Modell des Staatsbürger- und Bekenntnisnationalismus setzt mindestens einen fundierten historischen und symbolpolitischen Konsens voraus, der in den USA gerade rapide zerbröselt. -Zitatende

Mit Verlaub, diesen Konsens hatte es in den USA seit dem Unabhängigkeitstag noch nie gegeben. Verfassung und Bibel sind eben kein adäquates Mittel um Identität zu erschaffen. Wo soll da noch etwas zerbröseln? Die USA halten Ihr Staatsgebilde mit fast täglich neu produzierten Dokus über Ihre militärische Macht aufrecht. Und in den asymmetrischen Konflikten zwischen Schwarzen und Latinos hilft diese auch keinen Zentimeter weiter.

LotNemez
20. August 2019 01:26

"Nun richtet sich die Forderung nach Anerkennung und Gleichstellung gerade in einer »diversen« Gesellschaft zunehmend auf Gruppenidentitäten, die einen sozialen Sinn stiften können, der umfassender ist als »Selbstverwirklichung«."

Aus dem Zusammenhang wurde mir nicht ganz deutlich, ob dies ein fukuyamaischer oder lichtmeszianischer Gedanke ist. Jedenfalls verleitet er mich zu einer bescheidenen soziofiktionalen Betrachtung á la "Wie werden wir leben?":

Was entwickelt sich daraus, wenn, wie im heutigen Europa, multikulturelle Gesellschaft und Risikogesellschaft aufeinander treffen? Geht dann der bisherige Trend zu Individualität, Selbstverwirklichung, Vereinzelung dem Ende entgegen? Graut die Renaissance der Unterordnung unter das Kollektiv? Gehört die Zukunft gilden- oder clanartig organisierten Identitätsgruppen? Den LGBTs, Muslimbrothers, Whiteprides, Gaias, Gypsies, Rurals, Rockers, Dealers, Hackers, Transporters...? Werden wie bisher Mosaikidentitäten möglich sein, oder werden diese Gruppen von ihren Mitgliedern fordern, dass sie sich voll und ganz ihren Regeln, ihrem Gedeihen verschreiben? Wird nicht das Überleben einer Gilde davon abhängen, wie hart Abweichler beim Verstoß gegen den Ethos bestraft werden? Wird das Lebensgefühl dieser Zukunft "Du bist nichts, dein Clan ist alles." lauten? Ein Staatsanwalt meinte in einem Interview: Mitglieder von Großfamilien reden nicht. Egal, ob sie selbst Teil der mafiösen Strukturen sind oder nicht. Das Erfolgsrezept der Zukunft? Aber ist das abseits von Blutsverwandtschaft überhaupt möglich? LGBTs, die sich lieber im Knast aufhängen, als die Gruppe zu verraten?

Eins ist sicher: kein Staatswesen wäre unter Umständen überlebensfähig, in denen Gruppen gesamtgesellschaftliche Prinzipien umgehen und mit eigenen Begriffen von Ehre und Stolz ersetzen. Aber genau darauf steuern wir zu, nicht wahr? Auf ein Nebeneinander verschiedenster Kollektive, deren Individuen sich notgedrungen zusammenschließen um zu überleben. Wie in einem US-Knast.

LotNemez
20. August 2019 01:47

"Nun richtet sich die Forderung nach Anerkennung und Gleichstellung gerade in einer »diversen« Gesellschaft zunehmend auf Gruppenidentitäten, die einen sozialen Sinn stiften können, der umfassender ist als »Selbstverwirklichung«."

Aus dem Zusammenhang wurde mir nicht ganz deutlich, ob dies ein fukuyamaischer oder lichtmeszianischer Gedanke ist. Jedenfalls verleitet er mich zu einer bescheidenen soziofiktionalen Betrachtung á la "Wie werden wir leben?":

Was entwickelt sich daraus, wenn, wie im heutigen Europa, multikulturelle Gesellschaft und Risikogesellschaft aufeinander treffen? Geht dann der bisherige Trend zu Individualität, Selbstverwirklichung, Vereinzelung dem Ende entgegen? Graut die Renaissance der Unterordnung unter das Kollektiv? Gehört die Zukunft gilden- oder clanartig organisierten Identitätsgruppen? Den LGBTs, Muslimbrothers, Whiteprides, Gaias, Gypsies, Rurals, Rockers, Dealers, Hackers, Transporters...? Werden wie bisher Mosaikidentitäten möglich sein, oder werden diese Gruppen von ihren Mitgliedern fordern, dass sie sich voll und ganz ihren Regeln, ihrem Gedeihen verschreiben? Wird nicht das Überleben einer Gilde davon abhängen, wie hart Abweichler beim Verstoß gegen das Ethos bestraft werden? Wird das Lebensgefühl dieser Zukunft "Du bist nichts, dein Clan ist alles." lauten? Ein Kriminologe sagte kürzlich in einem Radiointerview sinngemäß: 'Mitglieder von Großfamilien reden nicht. Egal, ob sie selbst Teil der mafiösen Strukturen sind oder nicht.' Das Erfolgsrezept der Zukunft? Aber wäre so viel Selbstaufgabe abseits von Blutsverwandtschaft überhaupt möglich? Ein Mitglied der LGBTs, das sich lieber aus dem Fenster stürzt, als die Gruppe zu verraten oder sonstwie den Thymos der Gruppe zu schwächen?

Eins ist sicher: kein Staatswesen wäre unter Umständen überlebensfähig, in denen Gruppen gesamtgesellschaftliche Prinzipien umgehen und mit eigenen Begriffen von Ehre und Würde ersetzen. Aber genau darauf steuern wir zu, nicht wahr? Auf ein Nebeneinander verschiedenster Kollektive, deren Individuen sich notgedrungen zusammenschließen um zu (über)leben. Wie in einem US-Knast.

Fritz
20. August 2019 06:44

Man kann das ja alles auch bei Paul Collier nachlesen. Migration in einem geringen Maße wirkt sich positiv aus, bringt neue Ideen und Perpsektiven für eine Gesellschaft. Sobald die Zahl der Migraten so groß wird, dass sich eine "Diaspora" bildet, in der nicht die Werte der Aufnahmegesellschaft gelten, sondern die der Herkunftkulturen der Migranten, wirkt sie destruktiv und zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Frage, was man dagegen tun kann muss gestellt werden vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, dass es in allen westlichen Gesellschaften bereits eine Vielzahl von Diasporas gibt, die nicht nur die Integration verweigern, sondern inzwischen sogar versuchen, die Gesellschaft zu übernehmen und ihre Werte den Einheimischen aufzuzwingen (ich denke dabei natürlich in erster Linie an den Islam).

Mit Muslimen wird man keine "inklusive nationale Identität" schaffen können.

Atz
20. August 2019 07:50

Mir ist gestern abend noch mal in den Sinn gekommen, dass das Absurde an der Identitätspolitik mit ihren Rücksichtnahmen und sensitiven Selbstzensurmechanismen ist, dass sich diese betroffenen Gruppen nie selbst beschweren.

Hingegen sind die Gruppen, die sich immerzu lautstark beschweren, sagen wir Eltern, die keine Frühsexualisierung wollen, AfD Mitglieder, die durch die Berichterstattung herabgesetzt werden, Facebookkommentatoren usw. usf. immerzu zu iognorieren, weil ihre Empfindlichkeiten nichts gelten. Und das war für mich irgendwie so eine ganz wichtige Erkenntnis.

Der positivistische Opferbegriff ist hierbei zentral.

Wieso braucht Liberalismus Opfer? Er braucht sie nicht. der Opferkult ist eine Zersetzungsstrategie gegen den Liberalismus. Lieber Liberalismus nach Fukuyama als linksidentitäre Sockenpuppenspiele.

Laurenz
20. August 2019 10:05

@LotNemez .... wir befinden uns bereits im virtuellen Bürgerkrieg. Der Rechte bekommt statt einem Judenstern ein Hakenkreuz angeheftet, was im Prinzip, als Ausgrenzungsmittel, auf dasselbe herauskommt. Der virtuelle Bürgerkrieg mündet bei genügend persönlicher Betroffenheit, gerade die von Frauen, in einen tatsächlichen. Und genau das ist beabsichtigt. Denn wie endete der russische Bürgerkrieg?

@Fritz ... dieses Argument wird von der Linken permanent benutzt, indem alle Kulturen und Ethnien gleichgeschaltet werden, was aber nicht der Realität entspricht. Als die Preußen Hugenotten aufnahmen, stammten letztere aus einem ähnlichen Kulturkreis und einer ähnlichen Ethnie, brachten auch einen bildungstechnischen Mehrwert mit. Wenn wir eine Millionen Vietnamesen aufgenommen hätten, würde ein ähnlicher Effekt bestehen, allerdings ticken Asiaten anders, und mehr würde unsere Lebensart verfälschen. Bei Orientalen sieht das anders aus. Die kosten nur, und machen Ärger.

Gustav Grambauer
20. August 2019 10:20

Der Knüller an dem Buch, mehr noch als der Titel, ist das Cover, nicht nur der deutschen, auch der englischen Ausgabe: Schwarz-Weiß-Rot mit einer dicken roten Totschka in der Mitte. Wo ist das Blau?!

Fukuyama versteht man am besten, wenn man weiß, daß er einer der Chefideologen des transatlantischen Flügels der Globalhegemonie ist. Dieser Flügel in seiner bodenlosen Dummheit hatte 1991, das Prinzip der Tandemsteuerung seit den Zeiten der Pharaonen vergessend, geglaubt, ihm wäre von da ab für alle Zeiten allein die Steuerung der Welt gestattet;

https://www.youtube.com/watch?v=0y7vs9cV3iA

jetzt, wo der Globale Satan das Tandem Eurasier-Transatlantiker wieder in eine manövrierfähige Balance bringt, muß dieser Flügel seine Truppen auf Frontbegradigung ("Konzessionen") einschwören.

Deutschland hat mit einer Trikolore ("Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit") als Nationalflagge ein Symbol dafür, daß es der Hegemonie des transatlantischen / illuminatorischen Flügels unterworfen ist. Aber in dieser Trikolore ist, wenn auch ganz unten, die Farbe Gelb als Duftmarke des eurasischen Flügels enthalten, sogar im Sinne der Bedeutung für die Globale Steuerung aufgewertet in ihrer Steigerung zu Gold. Rußland hat seine "holländische"

https://www.welt.de/reise/article136717901/Was-Sie-bisher-noch-nicht-ueber-Russland-wussten.html

Trikolore 1991 - wie mehrmals zuvor in seiner Geschichte in Varianten - vom transatlantischen Flügel aufgezwungen bekommmen, es ist abzusehen, daß es demnächst wieder die rote Flagge, unter der dessen Stämme vor der Smuta traditionell regiert worden waren, wiederbekommt, oder - die weitaus schlechtere Möglichkeit - die Farben Schwarz-Gelb-Weiß der Romanows, womöglich zwar auch wieder als Trikolore, dafür aber immehin ohne Blau, welches für den Atlantik -> Wasser -> Admirality Law und (lange vor Mackinder) die Mackinder-Doktrin steht, ebenso für den Zionismus ("Nil und Euphrat" - die beiden Streifen in der Flagge Israels, rien ne va plus).

Der Freitag in seier Realitätsallergie mußte bei seiner Werbung für das Buch unbedingt noch das Bild von sattem Blau umrahmen, wie das trotzige Kind, es muß ihnen sehr, sehr weh tun:

https://www.freitag.de/produkt-der-woche/buch/identitaet/@@images/social_image

- G. G.

Andreas Walter
20. August 2019 11:39

Der Protestantismus war doch auch nur ein weiteres Werkzeug, ebenso wie der Marxismus, um einen Umsturz, Umverteilung von Macht, Land, Kapital und Rohstoffe zu legitimieren und dann durchzuziehen. Doch auch der Islam hat andernorts schon als Proxy gedient. Proxys gibt es daher viele. Die Grünen sind auch Einer.

“Andererseits sei der Weg zurück zu den homogeneren Gesellschaften der Vergangenheit weder möglich noch wünschenswert.“

Wie kommt er denn darauf? Das passiert doch ständig, immer wieder. Die SU war das letzte grosse Beispiel dafür, der Sudan ein Kleineres und der Brexit ist noch ein Kleines. Jugoslawien gibt es auch nicht mehr, ist auch noch nicht so lange her. Wollte nicht auch Schottland sich vor kurzem bereits von den Engländern trennen?

David Cole beschreibt, wie die Latinos langsam die Schwarzen aus L.A. vertreiben, deren ehemalige Viertel mehr und mehr übernehmen:

https://www.takimag.com/article/the-final-solution-to-the-baltimore-question/

La Raza wirkt halt, weiß, was sie will, und vor allem, was ihr fehlt. Hungrige Proxys nach was auch immer gibt es aber überall, wird es immer geben - und muss es darum auch immer geben. So läuft das Spiel, The Hunger Games, und zwar ohne zu übertreiben wirklich seit Jahrtausenden.

https://youtu.be/W2bgeq6hAlU

Dinosaurier schmeckt übrigens wie Hühnchen, habe ich mir sagen lassen. Der Film ist von 1966, aber immerhin schon in Farbe und mit Jo Raquel Tejada (Halbbolivianische "Sexbombe" Raquel Welch). Drei Fortsetzungen wurden auch von diesem erfolgreichen Schwachsinn gedreht.

Wie aber Laurenz neulich bereits schrieb, die Deutschen gehen den Weg gerne immer bis zum bitteren Ende. Damit meine ich nicht mal die AfD, sondern die CDU, denn auch die könnte die Zeichen der Zeit schon längst erkennen, wissen, was darum als nächstes getan werden muss. Dass die EU bereits gescheitert ist, der Euro Deutschland auch nur schadet und die Grünen von Natur aus nur Unsinn im Kopf haben, und wir auch von den VSA nichts gutes zu erwarten haben wenn es denen auch schlechter geht. Denn woher kamen all die Angriffe in letzter Zeit auch auf unsere Wirtschaft, oder wer hat auch Nordafrika destabilisiert? Wer ist jetzt in der Ukraine an der Macht? Es lebe das Intermarium.

heinrichbrueck
20. August 2019 13:10

„Diejenigen, die das »Experiment« der Multikulturalisierung auch in Europa durchziehen wollen, haben ebensowenig wie ihre amerikanischen Pendants eine Ahnung davon, wie es gelingen soll.“

@ Niekisch
Kommt auf die Perspektive an. Wird das „Experiment“ als Kriegsakt begriffen, soll es nicht gelingen. War mit dem Kommunismus nicht anders. (Was nicht gelingen kann, soll auch nicht gelingen.) Die höheren Stellen wissen schon Bescheid, die sind schließlich nicht blöd. Die Weißen sollen draufgehen, mehr ist es nicht. Die wissen also hundertprozentig, wie es gelingen soll, sonst gäbe es kein Experiment. Inzwischen ist die Lüge dermaßen umfassend in die Köpfe eingedrungen, daß die Migration als Bereicherung angesehen werden kann. Deutschland braucht Entwicklungshelfer; und natürlich den Euro. Eine Verhöhnungsherrschaft wird als Demokratie ausgegeben. Je dreister die Lügen ins Gesicht gespuckt werden, desto sichtbarer die fehlende Achtung vor den Bespuckten.

Niekisch
20. August 2019 18:43

@ heinrichbrueck 20.8. 13:10: Auch bei einem Kriegsakt ist das Ergebnis nicht immer sicher vorherzusehen. Mal ganz schlicht gesagt: Die "Verdünnung" der Deutschen war schon 1943 unter den Alliierten ein Thema und soll jetzt den Schlußpunkt unter den offiziellen, heute inoffiziellen Krieg gegen Deutschland setzen. Welches Ergebnis der Import Millionen Fremder auch immer hat, jedenfalls ist eine gemeinsame Willensbildung unter den Einheimischen schon jetzt kaum noch möglich. Wenn auch das physische Ende des deutschen Volkes aufgrund des Experiments "Multikulturalismus" zu verzeichnen ist, dann wird es die Verursacher erfreuen und befriedigen.

Thomas Martini
20. August 2019 20:58

"Die "Verdünnung" der Deutschen war schon 1943 unter den Alliierten ein Thema und soll jetzt den Schlußpunkt unter den offiziellen, heute inoffiziellen Krieg gegen Deutschland setzen."

Wie immer sind die verfluchten Anglos dabei nach der Haltet-den-Dieb-Methode vorgegangen. Die Angelsachsen sind wahre Meister darin, dem Gegner den eigenen Schmutz anzuhängen.

Die einseitige Rechtsprechung und Urteile beim IMT, waren und sind die Grundlage dafür, daß Deutsche die Taten ihrer eigenen Vorfahren als verbrecherisch wahrnehmen, die der Alliierten aber nicht. Selbst deren Ausrottungspläne werden entschuldigt.

Man muß somit leider feststellen, und das betraf auch mich vor meiner revisionistischen Recherche, daß jedem Deutschen ein gestörtes Rechtsempfinden eingeimpft wird. Von der Gerechtigkeit ganz zu schweigen.

Sich daraus zu befreien, ist eine individuelle Aufgabe, die wenig Kraftaufwand erfordert, und den schönen Vorteil hat, daß man dafür nicht von der Staatsmacht belangt werden kann.

Man muß das nicht machen, und kann auch weiterhin die Lügengeschichten der Siegermächte nachbeten. Cui bono?

Das Vorhaben, oder vielmehr der Wunsch, die Deutschen auszudünnen, ist übrigens nicht erst im Zweiten Weltkrieg aufgekommen, sondern 1918. Es war der Franzose Clemenceau, ein Rothschild-Günstling wie heute Macron, der nach dem Ersten Weltkrieg die Meinung vertrat, daß es 20 Millionen Deutsche zuviel gibt. Das war, Historiker mögen mich korrigieren, ein Argument, um das deutsche Volk noch schamloser schröpfen zu können. Der Ansicht, daß es 20 Millionen zuviel Deutsche gibt, schlossen sich vor dem Zweiten Weltkrieg einige demokratische Staatsmänner in England an. Man vergleiche das Bemühen der deutschen Seite um Ausgleich und Verständigung in jener Zeit.

Jetzt sagt der/die typische DeutschIn: "Ja, aber was hat Hitler mit den armen Juden gemacht?"

Ja, was hat er gemacht? Gute Frage. Die Antwort wird man aber nicht dort finden, wo einem bloß die offizielle Siegergeschichtsschreibung in unzähligen Varianten aufgetischt wird.

Seneca
21. August 2019 05:00

Fukuyama ist gestern, Bronze Age Pervert ist heute. Lesen und bewerten Sie auf Sezession den heimlichen Amazon–Bestseller BRONZE AGE MINDSET aus den USA. Auf Claremont findet sich eine interessante Rezeption „Are the kids al(t)right?“

Der_Juergen
21. August 2019 08:32

@Thomas Martini

Ich bin ja im Grunde völlig mit Ihnen einverstanden, aber können Sie ihren obsessiven Hass auf die "verfluchten Anglos" nicht ein wenig zähmen oder zumindest für sich behalten? Zumal Sie vermutlich ganz andere Leute im Visier haben, diese aber nicht zu nennen wagen.

Laurenz
21. August 2019 09:31

@Der_Juergen ... Sie nennen ja auch nicht die anderen Leute. Und in diesem Fall, sind Insel-Normannen, -Kelten, - Angelsachsen selbst schuld. Die sind ja nicht mal in der Lage die Gründungsmitglieder der Bank von England in 1694 zu entklassifizieren. Aber uns hier etwas von Freiheit erzählen wollen.

Thomas Martini
21. August 2019 11:13

"Ich bin ja im Grunde völlig mit Ihnen einverstanden, aber können Sie ihren obsessiven Hass auf die "verfluchten Anglos" nicht ein wenig zähmen oder zumindest für sich behalten?" - Der_Juergen

Ich hasse die englischsprachige Welt nicht, und schon gar nicht "obsessiv". Was ich durchaus hasse, ist die Feindseligkeit, mit der diese andere Welt Deutschland seit Jahrhunderten behandelt. Jahrhunderte, in denen die Deutschen nichts unversucht ließen, um mit den Engländern in Freundschaft zu leben. Sie dürften wissen, wie die englischsprachige Welt uns diese Konzilianz dankt.

"Zumal Sie vermutlich ganz andere Leute im Visier haben, diese aber nicht zu nennen wagen." - Der_Juergen

Im Visier steht des lieben Briten gute Sitte und Tradition , eigene Missetaten dem Feind in die Schuhe zu schieben. Nicht mehr, nicht weniger.

links ist wo der daumen rechts ist
21. August 2019 22:59

Nationalmasochismus zum Zwoten/ Churchills Enkel

@ Thomas Martini

Klar wurde von den Angelsachsen seit mehr als hundert Jahren eine deutsche Hegemonie aufgrund ihres Bevölkerungsüberhangs als zu bekämpfendes Übel angesehen.
Churchills Worte während der Städtebombardierungen, man müßte ein paar Millionen mehr Deutsche „rösten“, waren ja deutlich genug.

Und ebenso klar ist, daß es seit mehr als hundert Jahren eine Art deutscher/kontinentaleuropäischer Erbfeindschaft zum angelsächsischen Kapitalismus gab.

Aber warum dann heute – wie als Paradebeispiel in diesem Artikel
https://sezession.de/61497/spannungen
und den meisten seiner Kommentare – einen vollkommen überflüssigen Kniefall gerade vor diesem Brachialkapitalismus, während doch Deutschland seit Bismarck-Moltkes Zeiten in vier Anläufen diese Vorherrschaft/Bevormundung brechen wollte (oder hätte können)?

Anlauf Nr. 3, dem miesesten und am gründlichsten mißlungenen Versuch, gilt unverständlicherweise vielen hier als unermüdliches Steckenpferd.

Aber sich vielleicht einmal der Mühe zu unterziehen, die Überlegungen des älteren Moltke nach dem Sieg von 1870/71 zu studieren, die „Ideen von 1914“ (Sieferle!) auf ihre Aktualität hin zu prüfen oder zu überlegen, was – dank Helmut Kohl – 1990 geopolitisch in Europa zuungunsten Deutschlands schieflief.
Nö, dann mal lieber die ewige Schallplatte von Siegerjustiz, Umerziehung und Nationalmasochismus. Typische Meckerdeutsche halt.
Germaniam esse delendam.
Zum Verlieren(wollen) gehören immer zwei.

Denn diesen Raubtier-Kapitalismus als Ausdruck des Globalismus gegen irgendeinen nebulosen „Umverteilungssozialismus“ („Waren die Bojschewiken chaudeau?“ - Anton Kuh) zu verteidigen, ist – höflich formuliert – nicht nur dämlich, sondern gerade auch Ausdruck von Nationalmasochismus reinsten Geblüts; neben der nachträglich symbolischen Preisgabe der Ostgebiete, wenn es einmal in einem Kommentarstrang hieß: lieber Schlesien, Pommern und Teile Ostpreußens den Polen als den Merkel-Deutschen.
Empfehle dazu als Gegengift dringend Hellmut Diwald, Ein Querkopf braucht kein Alibi. Ullstein 1991.

Jaja, der deutsche Selbsthaß treibt schon seltsame Blüten.
Oder hat gar die „Umerziehung“ (heule mit den Wölfen) gerade bei seinen schärfsten Gegnern am besten gewirkt? Churchills Enkel?

Gustav Grambauer
23. August 2019 07:26

Nachtrag zu meinen obigen Ausführungen:

Warum Trumps Vorstoß, Grönland zu kaufen? Weil er der Elefant im Porzellanladen ist, der aufgrund seiner vergröberten psychischen Struktur immer unter Provokationszwang steht wie die BRD-Lügenpresse sagt? Oder ging es darum, China in Grönland zuvorzukommen? (Auch hier viele neue, aber ganz andere Nebelkerzen:)

https://www.nzz.ch/international/groenland-ist-fuer-die-usa-auch-wichtig-wenn-trump-es-nicht-kaufen-kann-ld.1503051

Hat ihn die dortige MP so sehr brüskiert weil sie eine so tolle emanzipierte Powerfrau mit so toller bunter Zivilcourgage ist? Oder doch nur, weil sie längst heimlich mit Xi im Bett liegt?

Jetzt wird es wahr: Europa wird von den USA abgetrennt und bekommt China als neue Schutzmacht. Siehe:

http://german.xinhuanet.com/2016-03/30/c_135235002.htm

https://anjamueller.livejournal.com/125374.html

Das ganze transatlantische Establishment wird demnächst aufgemischt werden, ebenso die Antitransatlantiker (Friedensbewegung / Ramstein!), die oft immer noch an das Märchen der "Multipolarität" glauben und deren Spaltung mit der ersten wehenden chinesischen Flagge abzusehen ist. Auch die Rechte sollte ihre diesbezüglichen Klärungsprozesse mit den China-Schwärmern abschließen bevor es los geht! Der mehrmals im Jahr nach Peking fliegende Egon Krenz, den der SPEIGEL zu seinem neuen Liebling erkoren hat, wird in GRH-ISOR-GBM-Rotfuchs-Kreisen schon lange als der heimliche Botschafter Deutschlands in China apostrophiert ...

- G. G.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.