16. August 2019

Fußball (1) – Volkssport und gesellschaftlicher Gradmesser

Jonas Schick / 36 Kommentare

22 Spieler, 2 Tore, 1 Ball – 90 Minuten Wettkampf, wir gegen die anderen.

Wochenende für Wochenende entfaltet sich auf den Rängen rund um den Globus ein archaisches Schauspiel – Schlachtgesänge schallen durch das ovale Rund, Schmähungen werden dem Feind auf der Gegenseite um die Ohren geschmettert. Wird die Spitze der Fieberkurve erreicht, bleibt es nicht nur bei verbalen Nettigkeiten – Fäuste fliegen. Man verteidigt die Ehre seines Clubs, der Stadt, der Region – in anderen Teilen der Welt auch mit Waffengewalt bis zum Tod. »König Fußball« übt eine ungebrochene Faszination aus. Er vermag das Unklare, die Wirrungen der arbeitsteiligen, modernen Gesellschaften wegzuwischen – hier ist der Frontverlauf geklärt, hier herrscht Gewißheit, ist der Sinn wiederhergestellt.

So nimmt es zumindest der Fanatiker wahr, der »Fan« im eigentlichen Sinne. Derjenige, der mit den Spielern und mit seinem Verein zu einer emotionalen Einheit verschmilzt. Bei den radikalsten Anhängern unterliegt diese keiner zeitlichen Begrenzung auf das Wochenende, sondern besteht 24 Stunden jeden Tag die Woche. Diese Gemengelage sozialer Mechanismen übt schlußendlich die Anziehungskraft auf die breite Masse aus, die den Fußball zum Volkssport transformierte. Durch seine seit den 1980ern immer weiter gesteigerte Breitenwirkung spiegelt sich in den Stadien heute die deutsche Gesellschaft bzw. ihre regionalen Fragmente wider – allgemeine soziale Entwicklungen werden hier evident oder sogar schon sichtbar bevor sie sich in der gesamten Gesellschaft als dominante Entwicklungsrichtung herausschälen.

Eine dieser ablesbaren Tendenzen ist die vollständige Kommodifizierung aller Lebensbereiche, Fußball im 21. Jahrhundert ist zuallererst eines: ein globalisiertes Milliardengeschäft. Ein Produkt, das über die oben beschriebenen Emotionen und die Kollektivgenese – die Verbindung zwischen Zuschauern, Verein und Region – vermarktet wird. »Arbeiterverein«, »Traditionsverein« oder »Traditionsderby« sind Etikette, die dem Konsumenten ein besonders uriges quasi schon identitäres und damit wertvolles Produkt signalisieren sollen. Doch je höher die Spielklasse, desto weniger steckt in den unter diesen Begriffen gehandelten Vereinen noch die reale Substanz, die sie einst zu Trägern ihrer spezifischen Regionalkultur werden ließ.

Die Mannschaften sind in den oberen Ligen ein Sammelsurium an Söldnern, die aus allen Ecken der Welt rekrutiert bzw. zusammengekauft werden – nur in einzelnen Fällen schafft es noch ein Eigengewächs aus der vereinseigenen Jugendarbeit in die A-Kader. Im Fußball konnte man schon lange bevor die deutsche Industrie unisono nach ausländischen »Fachkräften« rief, eine losgelöste »No border«-Mentalität registrieren, deren primärer Antriebsfaktor in der Kapitalmehrung und weniger in der Fortführung der Traditionslinien und damit der regionalen Verankerung des Vereinswesens liegt.

Die entsprechenden Indikatoren lassen sich empirisch ohne Weiteres feststellen: Neben der angesprochenen Multikulturalisierung der Kader stehen die Auslagerungen etlicher erster Mannschaften aus ihren Vereinen in Spielbetriebsgesellschaften (meist GmbH), die Schaffung von Kapitalgesellschaften (Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA), der Verkauf traditionsreicher Stadiennamen als Marketingträger an Firmen (Allianz Arena, Commerzbank-Arena etc.) und eine zunehmende Zahl seelenloser Kunstprodukte wie Red Bull »Rasenball« Leipzig oder die vom SAP-Gründer Dietmar Hopp forcierte TSG 1899 Hoffenheim (das »1899« wurde nachträglich in den Vereinsnamen integriert, um Tradition zu heucheln) exemplarisch für die absolute Ökonomisierung des Sports. Insbesondere die englische Premier League treibt diesbezüglich die wildesten Blüten, was beim Mutterland des Liberalismus kaum wundert.

Die vorläufige Globalisierungsspitze ist damit erreicht, daß der Wert einer ganzen Fußballiga sich nicht mehr nur daran mißt, wie hoch die Einschaltquoten im eigenen Land liegen, sondern wie gut sie international mit den anderen Ligen um Marktanteile konkurrieren kann. Real Madrids dominante Machtposition konstituiert sich zum Beispiel hauptsächlich aus ihrer global propagierten Legende der »Königlichen«, der sie in einer übermenschlichen Aura erstrahlen läßt (Zidane, Beckham, Figo, beide Ronaldos – Real lebt von den Namen, den teuren Transfers). Spitzenmannschaften veranstalten Ländertouren, die minutiös darauf kalkuliert sind, Wachstum in bestehenden Märkten zu generieren und neue Märkte für die eigene Marke zu erschließen.

In Anbetracht dieser gigantomanischen Größenordnungen und surrealen Höhenflüge wirken vergangene Heroengeschichten wie Erzählungen aus einer Parallelwelt. So etwa das »Wunder Waldhof«: 1983, vor fast 40 Jahren, stieg der Kurpfälzer Fußballverein SV Waldhof Mannheim 07 quasi mit seiner A-Jugend in die 1. Bundesliga auf und begründete den regionalen Mythos der »Waldhof-Buwe«. Heute undenkbar, hatte es der Verein qua einer überzeugenden Jugendarbeit vollbracht, sich den Weg ins Oberhaus zu ebnen. Die Spieler entstammten alle der unmittelbaren Umgebung, sprachen die lokale Mundart – selbst die regionale Gastarbeiterstruktur schlug sich in Form der griechischen Tsionanis-Brüder nieder.

Neben den gleißenden Sphären der Champions League schrumpfen solche Erfolge auf den ersten Blick zu Randnotizen, jedoch verkörpern sie eine verortete Welt, in der Bodenhaftung und Stetigkeit noch nicht vom Löslichen, Fluktuierenden abgelöst wurden. Zwar blitzte die aufziehende, allumfassende Kommodifizierung bereits in den 1980ern an etlichen Stellen auf, die endgültige Durchdringung war dennoch erst per flächendeckender Live-Übertragungen im Bezahlfernsehen möglich, was die Öffnung sprudelnder Geldtöpfe bedeutete. Für den Reigen in seiner derzeitigen durchprofessionalisierten Ausgestaltung gießt das Kapital das Fundament und versucht dabei, um das Treiben einen linksliberalen und kosmopolitischen Rahmen zu ziehen, der dem eigenen Geschäftsmodell dienlich ist.

Die Intention dahinter: Möglichst »schöne«, glattgebügelte Bilder von befriedeten Spielen um das Weltenrund senden, bei denen sich die Zuschauer bzw. Konsumenten in universalistischer Glückseligkeit gleich welcher Vereinszugehörigkeit, welcher sexuellen Orientierung, welchen Geschlechts oder welcher Ethnie gegenseitig zuprosten. Mit den Kampagnen »Living Football« der FIFA, #EqualGame der UEFA und noch kleinteiliger dem »Kampf gegen Rechts« seitens des DFB (Derivate sind zum Beispiel der »DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis« oder der »DFB-Botschafter für Vielfalt«) verfolgen die  Protagonisten der Verbände im Einklang mit den Großsponsoren das Ziel, die Legitimation für den eigenen »progressiven Neoliberalismus« flächendeckend zu etablieren und ernstzunehmende oppositionelle Regungen im Keim zu ersticken und aus den Stadien zu verbannen.

Denn bisweilen gerät das universalistische Projekt mit den gemeinen Fußballanhängern auf Konfrontationskurs, da die dem Spiel immanente soziale Grunddynamik der gewünschten Außendarstellung fundamental zuwiderläuft. Während das aus seinen Grenzen enthobene Wirtschaftliche darum bemüht ist, die Bindungsstrukturen auf konsumfreundliche, eunuchisierte Pfade zu lenken, haben sich die den Fußball umgebenden gesellschaftlichen Geflechte ihre tribalistische Grundierung weitestgehend bewahrt. Aus diesem Grund bricht sich entgegen der egalitären Einebnungsversuche immer wieder das differenzierende Element Bahn und holt über Herabwürdigungen des Gegners bis zur Gewalteruption die anthropologische Realität zurück aufs Feld. Anders ausgedrückt: Der kapitalistische Unterbau steht im ständigen Antagonismus zum archaischen geradezu patriarchalen gesellschaftlichen Überbau, ohne dessen Kulturleistung er aber nicht auskommt, insofern als daß bestimmte Aspekte dieser Kultur essentieller Teil der Vermarktungsstrategie sind.

Dieses Abhängigkeitsverhältnis beruht jedoch auf Gegenseitigkeit, mit einer erheblichen Machtasymmetrie zugunsten des Unterbaus, der grundsätzlich die Zügel darüber in der Hand hält, ob das Spiel überhaupt stattfindet, aus dessen Existenz sich die Fankultur respektive der Überbau erst konstituiert. Diese zutiefst differente Interdependenz ist vergleichbar mit der Beziehung zwischen einem Drogendealer und Junkie, bei welcher der Dealer darauf achten muß, sein Produkt nicht so weit zu strecken bzw. zu entfremden, daß ihm seine Kundschaft abhanden kommt, ihm generell aber qua der Sucht seiner Konsumenten ein weites Handlungsspektrum offensteht. Diese Analogie im Kopf festhaltend wird offensichtlicher, warum die organisierte Fanszene meist über zahnlose Stimmungsboykotts nicht hinauskommt und in ihren auf die Beeinflussung der Verbandsebene und damit nachgeordnet auf die wirtschaftliche Ebene gezielten Aktionen vergleichsweise wirkungslos bleibt. In Italien hatte der völlige Boykott seitens der Ultra-Szenen ab 2007 schlußendlich zu ihrem zwischenzeitlichen Niedergang geführt, während in den Stadien der Serie-A munter weitergespielt wurde.

Gleichwohl ist nun seit geraumer Zeit zu beobachten, daß speziell über einen zentralen Baustein der »modernen« deutschen Fanszenen – den Ultragruppierungen – in vielen Stadien die »konformistische Rebellion« Einzug gehalten hat. Antifaschistische Strukturen machen sich breit und propfen ihren Kurven die von der Kapitalseite aus betriebenen universalistischen Projekte auf – #SayNoToRacism und der »Kampf gegen Rechts« ist nicht mehr nur das Anliegen der Verbände und Sponsoren, das in den Fanszenen weitgehend ungehört verhallte, sondern hat seinen organisierten Multiplikator auf den Tribünen gefunden.



Kommentare (36)

Venator
16. August 2019 17:06

Die antifa hat eigentlich direkt seit Beginn, mit der Infiltration der Ultra Szene begonnen. Die meisten Hooligan Gruppen der 80ér Jahre waren latent "rechts" eingestellt, auch wenn das politisch nichts bedeutete. Doch Linke waren dort nicht willkommen. Linke denken aber strategisch und haben schon immer versucht, jede Jugend Subkultur für sich zu vereinnahmen. Der kümmerliche Rest der Skinhead-Szene ist, in Deutschland, ja inzwischen größtenteils politisch korrekt eingehegt.

Man muß Ihnen also lassen, daß sie dabei ziemlich erfolgreich waren. Die hysterische Politisierung, wie man sie heute schon bei Kindern findet, hat vor allem mit ihrem Engagement zu tun. Überall wird gegen "Nazis" gekämpft, obwohl es diese Szene, nach dem großflächigen Rückzug des VS infolge des NSU Fakes, kaum noch gibt. ( auch die M. Sellner genannte Gruppe c18 war ja nur ein Projekt vom MI5 aus den 90érn, daß wird bei ihrem deutschen Ableger auch nicht anders gewesen sein).

Die Ultras waren Ende der 90ér, das perfekte Einfalltor für die antifas, sich im gesellschaftspolitisch immer größer werdenden Fußball breit zu machen. Mit den finanziellen Möglichkeiten und der richtigen Unterstützung war das fast ein Selbstläufer. Meine Stadt ist ein Paradebeispiel dafür. Die Ultras sind lächerliche Hampelmänner, die einen auf wilden Stadtrebell machen, und gleichzeitig in großen Teilen deckungsgleich mit der örtlichen antifa sind. Sie müllen alles zu, sprayen jede Mauer voll und fühlen sich dabei total "widerständig". Die Wahrheit ist aber, der Verein und die Stadtverwaltung hält ihre schützende Hand über sie, weil es eben "ihre politisch korrekten Jungs" sind. Wie man sich bei so mächtiger Unterstützung im Hintergrund, dann immer noch als "nonkonformist" fühlen und inszenieren kann, ist wohl dem aktuellen Bildungsniveau geschuldet.

Gustav Grambauer
16. August 2019 18:39

Kann meinen Ekel gegenüber der Sport- und insbesondere Fußballseuche gar nicht in Worte fassen, er ist abgrundtief. Gerade Fußball ist gesteigerter Ausdruck endemischer Psychose, die leider immer noch in der Öffentlichkeit und nicht, wie es sich geziemte, in geschlossenen Abteilungen ausgelebt werden darf.

"Die musikliebenden Engel der christlichen Mythologie werden im Paradies des Progressiven durch Sportlehrer ersetzt." - Dávila, Aphorismen

Die meisten sind leider viel zu abgestumpft, um überhaupt die Selbsterniedrigung zu erfassen, sich von einem dahergelaufenen Trillerpfeifenhansel wie ein Zirkusaffe per Trillerpfeife herumpfeifen zu lassen, oder das Urbild der Scheußlichleit: ein Mitteleuropäer, in ein "Trikot" gekleidet, winkelt wie ein Ork die Arme zum "Endurance Run" (früher: Dauerlauf) an.

Ein Fußball, klassisches Modell, zeigt immer eine Fratze. Bei der Draufsicht sind immer genau drei der schwarzen Sexogone zu sehen, womit sich immer eine neue kleine häßliche, oft subtil-mitleiderregende Dämonenvisage offenbart, heute vergleichbar mit den sogenannten Smileys, genealogisch aber sich beziehend auf Totenschädel, Fußball ist auch tatsächlich ein Todeskult, und dies gleich in mehrfacher Hinsicht!:

www.pelagius.de/index.php?id=155

Man kann schon deshalb nicht glaubwürdig, nicht konsistent in die Kirche gehen, über christlichen Glauben dozieren, in "Identität" schwelgen, die Züchtung des "Neuen Menschen" ablehnen, wenn man anschließend mir nichts dir nichts im Fernsehen bei einem "Fußballspiel" mitfiebert.

Die Auslese im Profisport erfolgt mehr als nach sportlichen Kriterien nach Kriterien der Gehirnwäsche, nicht zufällig untersteht der "Sport" in der BRD (so wie wohl überall auf der Welt) dem Innenministerium ergo einer Polizei- und Geheimdienststruktur, und dabei reden wir noch nicht einmal von der Selektion nach werbewirtschftlichen Gesichtspunkten. Wie absurd: beides wird von den Apologeten des "freien Wettbewerbs der Athleten" sowie der "freiheitlichen Demokratie" und der "freien Entfaltung der Persönlichkeit" achselzuckend als völlig normal hingenommen. Die Masse glaubt ja wirklich, auf dem Podest würde dasjenige stehen, was sich aus den Kreisen, Ländern, Nationen, Kontinenten und der Welt als die athletische Auslese nach rein sportlichen Kriterien erwiesen hätte! Dieser Glaube ist für mich eine der größten Kuriositäten der Moderne.

Sport bedeutet, sich unter Beweis zu stellen, sich mit anderen zu vergleichen, seine Kräfte mit anderen zu messen - schon der Gedanke ist für einen geistigen Absolutisten in seiner Obszönität nicht zu ertragen. Und was (nationale) Identität betrifft: wer weiß, wer er ist, weiß dies auch ohne Fußball - und wer es nicht weiß, der wird es auch durch tausend Siege eines Fußballhanselvereins niemals erfahren.

- G. G.

Fredy
16. August 2019 21:09

Fußball ist Unterhaltung für Idioten.

Franz Bettinger
16. August 2019 21:09

@Grambauer: ekelt es vor dem Sport. Er hält ihn - wie jeden Wettbewerb (körperlichen wie geistigen?) - sogar für obszön. Ich musste das zweimal lesen. Heißt das, er hat nie Sport getrieben, ist kein Sportler und versucht zu verhider, dass seine Kinder Sport treiben??? - Ich kann ja seinen Ekel gegen die Auswüchse des Sports verstehen, aber dann so apodiktisch? Kann es nicht sein, dass Sport und sich Messen Spaß machen? Fragen über Fragen!

Thomas Martini
16. August 2019 21:13

Was den Fußball für die Massen so anziehend macht, ist das Ausleben von Emotionen. Das Fußballstadion ist nicht Hörsaal oder Theater, sondern im Idealfall ein Hexenkessel. "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen...", was danach kam ist Geschichte. Jonas Schicks glänzende Steilvorlage, möchte ich aufgreifen, um auf eine Bedeutungsschicht zu verweisen, die in seinem glänzenden Beitrag leider etwas zu kurz kam.

Für die Deutschen ist der Fußball auch deshalb so eminent wichtig geworden, weil sie sich ohne Fesseln als Volk in diesem Sport international behaupten konnten. Mit durchschlagendem Erfolg, wie es ihnen auf politischen Parkett nie vergönnt gewesen wäre. Sowie die Europameisterschaft 1996 in England für die um 1990 geborenen Deutschen vielleicht das erste Fußballturnier ist, an das eine bewusste Erinnerung besteht, ist es für mich die Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko und dann das großartige Turnier 1990 in Italien.

Un Estate Italiana, und wir Deutschen? Weltmeister! „Notti magiche“ im altehrwürdigen Rom, unvergessen das ganze Turnier. Die Schlacht gegen die Hölländer im Achtelfinale, das Spucken von Frank Rijkaard, zum allem Überfluss darauf noch die Rote Karte für Rudi Völler, so sieht sie aus: Legendenbildung.

Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren eine Zeit, in der Bayern München noch nicht vor der Saison als Deutscher Meister feststand, und es auch auf nationaler Ebene mehr „Vielfalt“ gab. Damals war es noch aufregend, ein Anhänger des FC Bayern zu sein, selbst wenn es gegen Mannheim, Uerdingen oder Wattenscheid ging, konnte es eng werden.

Was für eine Tristesse, wenn man sich dagegen die heutige Bundesliga – gespickt mit Vereinen aus der Retorte - ansieht, zu der Jonas Schick das Wichtigste herausgearbeitet hat, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Diese Gefahr besteht indes beim Fußball, da er eine Welt für sich ist. Eine Welt übrigens, und auch das hat Schick gut umrissen, die einem nicht zu unterschätzenden Teil des Volkes ein Surrogat des Eigenen offeriert.

Was mit dem Wappen eines jeden Clubs beginnt, endet nicht mit dem Vereinstrikot auf der Tribüne. Mehr gruppenbezogenes Denken als im Fußball ist schlichtweg kaum vorstellbar. Die Sichtweise des „geistigen Absolutisten“ gehört hierbei bedacht.

Eine Sache, die ich nicht begreifen kann, ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Vorherrschaft des FC Bayern im deutschen Fußball hingenommen wird. So etwas wäre in anderen großen Ligen oder Sportarten nicht denkbar, daß immer der gleiche Verein die Meisterschaft gewinnt. Wir haben, das muß man sich mal bewusst machen, mittlerweile Kinder im Grundschulalter, die nie einen anderen deutschen Meister im Fußball gesehen haben, als den FC Bayern München.

Das Gute daran: Bei der Münchner Vorherrschaft im deutschen Fußball, die neoliberale Manager wie Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer realisierten, liegt ein geradezu plakatives Beispiel dafür vor, was sich hinter dem von mir oft verwendeten Begriff der „Geldherrschaft“ verbirgt.

Der Gehenkte
16. August 2019 23:20

Es ist mit dem Fußball wie mit aller Kunst. Je besser man sich damit auskennt, je feiner man differenzieren kann, umso intensiver kann man ihn genießen. Man sollte Debatten darüber denjenigen überlassen, die etwas davon verstehen.

Man sollte auch strikt zwischen dem eigentlichen Spiel und der öffentlichen Verarbeitung unterscheiden.

Mir scheint, der Fußball übernimmt heute wesentliche Funktionen des einstigen Karnevals, von dem jeder, der Huizinga, Plessner, Caillois und andere maßgebliche Denker des Spiels und der Maske kennt, weiß, wie notwendig er für den Erhalt und den inneren Frieden jeder Gesellschaft ist.

Thomas Martini
17. August 2019 01:31

"@Grambauer: ekelt es vor dem Sport. Er hält ihn - wie jeden Wettbewerb (körperlichen wie geistigen?) - sogar für obszön. Ich musste das zweimal lesen. Heißt das, er hat nie Sport getrieben, ist kein Sportler und versucht zu verhider, dass seine Kinder Sport treiben??? - Ich kann ja seinen Ekel gegen die Auswüchse des Sports verstehen, aber dann so apodiktisch? Kann es nicht sein, dass Sport und sich Messen Spaß machen? Fragen über Fragen!" - Franz Bettinger

Beim Boxen und im Radsport hatte man in den vergangenen Wochen Todesopfer zu beklagen, da hört der "Spaß" dann auf, oder? Trotzdem läuft das Geschäft weiter wie zuvor, wie im tragischen Fall von Robert Enke. Bei der BinckBank Tour beklagte der altgediente Radprofi Paul Martens aktuell die Streckenauswahl: "Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer." Da gewinnt die Redewendung "Sport ist Mord" eine ganz andere Bedeutung, oder nicht?

Die offene Feindseligkeit gegen das Altmodische gehört zu den Seuchen unserer Zeit.

Selbstverständlich handelt es sich beim Fußball, und dem Profisport mit all seinen Begleiterscheinungen von der Warte des Alten Europas aus betrachtet, um etwas Abscheuliches. Darüber kann wohl kein Zweifel bestehen. Das hat Gustav Grambauer, dessen Sicht mich stark an Stefan Zweigs "Erinnerungen eines Europäers" erinnerte, mit seinem Beitrag bestens zum Ausdruck gebracht.

Franz Bettinger
17. August 2019 02:34

@Martini: schöner Kommentar! Geld-Herrschaft und Vereine aus der Retorte, ha, wie wahr! Für mich war die Fußball-Begeisterung mit einem Schlag am Ende nach jenem Pseudo-Spiel Deutschland gegen Österreich (0:0) bei der Spanien-WM. Der Schiri hätte beide Mannschaften wegen Unsportlichkeit bzw. Unfairness disqualifizieren sollen, und Kamerun (oder wer war es?) wäre weiter gekommen. Aber so etwas gibt's nur im Traum. Damals begann es sichtbar zu werden: die fake matches haben den Fußball kaputt gemacht.

Suedburgunder
17. August 2019 05:47

@Franz Bettinger; Grambauer
Danke, daß Sie es angesprochen haben. Mir ging es wie Ihnen beim Lesen von Grambauers Rundumschlag gegen den Sport im allgemeinen. Man fühlt sich unweigerlich an Churchills "No Sports!" erinnert. Auch Thomas Bernhardt glaubte mal mit einer Philippika ähnlichen Stils seine intellektuelle Überlegenheit unterstreichen zu müssen. Nun ist dem guten Grambauer zu wünschen, daß er seinen beiden prominenten Mitstreitern nicht allzu ähnlich sieht, was ja mit Hinblick auf die Ausstrahlung in Richtung der Damenwelt nicht ganz unwichtig ist. Bei dieser ist nämlich der sportliche Typus Mann in aller Regel gefragter als das Weichei. Und daß man als Sportler nicht unbedingt geistig unterbelichtet sein muß, weiß man doch seit der Antike.
Schrieb's und stieg in seine Laufschuhe (Vorbereitung auf den Berlin-Marathon);-)
Einen schönen Sonntag miteinand!

t.gygax
17. August 2019 08:36

Für Gustav Grambauer als Anregung:
schauen Sie sich mal die Olympia Filme von Leni Riefenstahl an. Da kann man an Sport und Wettbewerb wieder Freude finden.
Nebenbei: die Kameratechnik ist genial, die war ihrer Zeit 30 Jahre voraus.
Und: Fussball spielen kann auch Spaß machen-ich habe immer gerne selbst gespielt.....

Franz Bettinger
17. August 2019 09:34

Nicht konkurrenz-, sondern kompetenz-orientiert sollte man alles im Leben angehen. Nicht besser sein wollen als andere, aber so gut sein wollen, wie es geht! Der Maßstab? Ist man selbst! Die eigene Bequemlichkeit und Faulheit gilt es (in erster Linie) zu überwinden, nicht den Gegner. Sich selbst gerecht werden! Daran schon scheitern die meisten.

LotNemez
17. August 2019 09:51

Spaß muss sein. Nur bitte, wenn es irgendwie geht, machen sie kein Themenheft "Fußball".

Franz Bettinger
17. August 2019 11:17

@Churchill's "No sports!" Ist es denn zwangsläufig, dass ein Dicker die Dünnen hasst, ein Unsportlicher die Fitten, die Trottel den Erfolgreichen, ein Armer den Millionär, der Religiöse den Ungläubigen, und vielleicht auch umgekehrt? Ist das alles zwangsläufig und menschlich? Lese gerade Kästners Zeltbuch von Tumilat, S. 170 ff. über das Menschliche.

Der_Juergen
17. August 2019 12:29

Ein Grund für die Popularität des Fussballs ist, dass man da noch offen stolz auf sein Land sein darf. Wenn Bayern München gegen Liverpool in der Champions League siegt oder Borussia Dortmund sich gegen Barcelona durchsetzt, fragt der Fan nicht lange, wie viele Spieler bei den siegreichen Clubs noch Deutsche sind; er freut sich, dass ein deutsches Team gesiegt und somit die Stärke der Bundesliga bewiesen hat. Auch wenn die "Nationalmannschaft" seit kurzem nur noch die "Mannschaft" heisst, tut sogar eine Merkel noch so, als freue sie sich über einen Sieg des deutschen Teams. Was ansonsten verpönt und verketzert ist - der Patriotismus -, ist hier noch erlaubt.

H. M. Richter
17. August 2019 16:01

Mußte beim Lesen an die einzigartige Fernsehwerbung aus den 90er Jahren denken, - "Also Fußball ist auch nicht mehr das, was es einmal war."
https://www.youtube.com/watch?v=Q_IRAkHH8TY

Wenn Kommentator Thomas Martini anmerkt, daß er "die Selbstverständlichkeit" nicht begreifen könne, mit der "die Vorherrschaft des FC Bayern München im deutschen Fußball hingenommen" werde, so sei hier an die Untergangsjahre der DDR erinnert, in denen der BFC Dynamo zehn mal hintereinander Meister geworden ist. Dies war ein nicht unwesentlicher Sargnagel zum Untergang des Staates DDR. Katalysator der Unzufriedenheit. Tausendfacher Schrei: "Stasi-Meister BFC! Wir haben Euch was mitgebracht - Haß, Haß, Haß!"

Systeme der Starre, Ausdruck der Macht, damals wie heute.
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Kommentator Venator hat - wie Schick - vieles auf den Punkt gebracht, manches wäre noch an andere Stelle zu ergänzen, doch alles würde schlußendlich notwendigerweise auf die Feststellung "Fußball ist auch nicht mehr das, was es einmal war" hinauslaufen.
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Nun weiß ich auch, daß der verehrte Grambauer als alter Ostberliner Junge kein noch so kleines Union-Berlin-Wimpelchen sein Eigen nennt und somit auch am morgigen Sonntag in der fernen Schweiz nicht gebannt am Rundfunkgerät sitzen wird, um zu hören, wie sich das Ostberliner BFC-Gegenprojekt Union gegen das aus Salzburg nach Mitteldeutschland verpflanzte Geld-Konstrukt ("Bei und steht die Dose im Mittelpunkt!") schlagen wird.

Bei Lotta Vorbeck bin ich mir da allerdings nicht so sicher ...

Ratwolf
17. August 2019 16:56

Das Veranstaltungsformat "Fußball" zeigt eine ähnlich schablonenhafte Rollenzuweisung, wie es sie die politische Berichterstattung der Hauptmedien in Deutschland zeigt.

Gleich einem Kasperletheater gibt es einen Kasper, einen Bösen, einen Wachtmeister u.s.w

Beim Fußball ist der FC Bayern der Böse (der immer Gewinnt), St Pauli der Lüschi in der Art vom Seppel und irgendwelche Aufsteiger sind die Prinzessinnen.

Bei der politischen Berichterstattung von ARD über faz/taz bis Zeit und ZDF wird der AfD die Rolle des Bösen zugewiesen. Merkel ist der Kasper und AKK die Gretel. Die Grünen sind Wachtmeister und die Linken der Seppel.

Die einzelnen Figuren haben hier selber nicht das Recht, die Zuordnung in Frage zu stellen oder zu ändern. Eine andere Zuordnung ist nur im Rahmen eines dramaturgischen Kunstgriffes zulässig. Aber nur, wenn zum Schluß alles wieder in die üblichen Rollen zurückfällt.

Interessant ist die Mischung von Nachrichten und Berichte über diese Fußballsportereignisse in Deutschland. Alle Nachrichten (in denen nach-gerichtet wird) beinhalten immer auch die Sportergebnisse und das Wetter. Das wird durchgezogen wie ein Ritual und gibt dem ganzen den Anschein von Normalität. In einen solchen Schema lassen sich die schlimmsten Zumutungen für den Bürger transportieren. Wenn erst einmal die Fußballergebnisse und das Wetter verkündet worden sind, ist alles wieder gut. Zumindest in den Köpfen der Zuhörer, welche sich dieser Gehirnwäsche unterziehen lassen haben.

Ratwolf
17. August 2019 17:01

Gab es eigentlich schon einmal eine Fußball-Revolution?
Ich wüßte nicht.

Fußballveranstaltungen und Fan-Gruppierungen sind normalerweise nichts Ausgangspunkt von politischen Umwälzungen.

Der Fußballfan bleibt in seinen Gedanken letztendlich beim Fußball. Und das ist auch der Sinn dieses Formates.

Venator
17. August 2019 17:50

@Ratwolf,

keine Revolution, aber würde ein Krieg für Sie reichen?

https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fballkrieg

Frieda Helbig
17. August 2019 17:56

@Ratwolf:

Aber z.T. kriegsauslösend. Dinamo Zagreb vs. Roter Stern Belgrad!

Franz Bettinger
17. August 2019 18:56

@ Ratwolf: "Der Fußball-Krieg", so hieß 1969 ein 100 Stunden-Krieg mit Luftangriffen und Bodentruppen zwischen Honduras und El Salvador, nachdem es zuvor bei den von den Nationalmannschaften beider Länder bestrittenen Qualifikations-Spielen zur Weltmeisterschaft von 1970 zu Ausschreitungen mit Todesopfern gekommen war. In dem Konflikt ging es um den Aufenthalt von Migranten aus El Salvador in Honduras. 17.000 migrierte Salvadorianer wurden zum Ziel gewaltsamer Übergriffe und flohen in ihr Heimatland. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fballkrieg

Laurenz
17. August 2019 19:23

@Gustav Grambauer vertritt hier wieder mal die SiN-Orient-Fraktion, welche seit 3.000 Jahren die natürliche innere Verbindung des Menschen zu seinem Körper getrennt hat. Wenn man sich selbst nicht fühlt, wird man leichter zum Gott.
Werter @Thomas Martini...... warum wollen Sie hier den üblichen Moralisten-Wettkampf auf SiN(n) gewinnen?
Wenn bei den 900.000 Gestorbenen pro Jahr (um die 2.500 am Tag) in Deutschland ein paar Sportler mit drauf gehen, juckt wen tatsächlich?
Wenn IM Erika die Pharma-Industrie mit überteuerten Impfungen pempert, weil 3 Menschen an der Hamster-Schweine-Vogel-Grippe gestorben sind, ist das absurd, wenn jedes Jahr 10.000 der 900.000 an ganz normaler Grippe das zeitliche segnen. Die meisten tödlichen Unfälle passieren im privaten Haushalt. Sollen wir wieder ins Zelt ziehen, um uns die Hausarbeit zu ersparen? Die orientalische Empfindung, der Tod eines Menschen sei eine Götterdämmerung, kann nicht gesund sein. Werter @Thomas Martini, machen Sie Sich keine Gedanken, das Leben endet immer tödlich.
Und ist es nicht so, daß die zivilisatorische Hülle des Menschen nur eine dünne Firnis darstellt? Die Menschen wollen Blut und Tote sehen, ob im Stadion oder auf der Autobahn.
Die moralische Frage stellt sich ganz woanders. Ist der sportliche Wettkampf grundsätzlich einer zwischen Bio-Chemikern? Warum werden die dann nicht gekürt?
Weil Politiker sich nicht trauen, die Massenpsychologie des Proleten-Sports Fußball zu gefährden, vermutlich auch fett geschmiert werden, kann eine weltweite Mafia-Organisation, die FIFA, ihr kriminelles Unwesen treiben.
Der Fußball zeigt aber netterweise auch, wie primitiv der Mensch noch dem Primaten-Dasein verhaftet ist. Mehr intelligente Wesen würden mit 3 oder 4 Bällen spielen.

Laurenz
17. August 2019 19:25

@t.gygax ..... Leni Riefenstahl ist bis heute die größte Film schaffende Künstlerin aller Zeiten.

Gustav Grambauer
17. August 2019 20:09

Franz Bettinger

Gehen Sie mal hier

https://sezession.de/58735/erziehungsnotstand-und-widerstand-ein-aufruf

mit dem Seitensucher auf "in diesem kollektiven". Kann hinzufügen, daß unser Kind auch bei einer Volkstanz- bzw. Trachtengruppe mit dabei ist, demnächst Reiten lernen wird und neulich bei einem Markttreiben trotz Augenschwäche vier Preise beim Bogenschießen abgeräumt hat, was wir immer als Höhepunkt der Kindergeburtstagsfeiern anbieten. Wir würden aber nicht auf den Gedanken kommen, etwas davon für uns unter Sport zu subsumieren, gerade beim Reiten werden wir Augenmerk auf völlig andere Gesichtspunkte geben. Bei diesen Bogenschießen, wo Kinder ganz verschiedenen Alters und mit ganz verschiedenem Seelenwesen kommen, zeigt sich besonders deutlich, wie absurd es ist, sich körperlich zu vergleichen, was aber nur besonders auffällig darauf hindeutet, daß dies auch in der Erwachsenenwelt gilt. Um die Groteske in ihrer drastischsten Ausdrucksform, dem Verhältnis zu Behinderten, zu kaschieren wurden die Paralympics eingeführt, aber dort zeigt sich bei näherem Hinschauen sogar am augenfälligsten die Absurdität des Wettkampfs sowie des zugrundeliegenden Menschenbildes.

Bei uns in der Nachbarschaft beobachten wir mit Erstaunen viele Leute, die buchstäblich jede 100 Meter mit dem Auto fahren und ihrerseits nicht mal auf die Idee kämen, daß sie ja auch zu Fuß gehen könnten, dem gegenüber sind die Betreffenden wohl auch viel zu überheblich. Dafür gehen sie regelmäßig ins Fitneß-Studio und betreiben auch sonst allerhand artifizielles Affengehabe, das sie "Sport" nennen. Wohlan!

Ich denke, die meisten haben ein Problem damit, ihren Alltag so zu lieben wie er ist und wollen ihm und möglicherweise auch den Schmerz ihrer inneren Leere durch Endorphin-Kicks entkommen, wofür sich das Mitmachen oder Zuschauen beim Sportrummel besonders anbietet. Hinzu kommt, daß Sport der billigste Sozialkitt in der dementsprechend grassierenden sozialen Leere ist. Da rede ich noch gar nicht von der Steuerung, die durch ihn geschieht, und die die Entsubjektivierung weitgehend unbemerkt komplettiert. Jeder entscheidet für sich sich selbst, ob ihm "Sport" insofern angemessen bzw. würdig ist.

Am übelsten finde ich "Sport" in der Natur. Unsere Vorfahren kannten es nicht anders, als einen Wald mit hohen Empfindungen für ihn zu betreten, was jeder gute Wandersmann, der sich aber auch nicht als Sportler verstanden wissen will, auch heute noch pflegt. Wir haben ja den Wald hinterm Haus und sehen den Joggerpöbel mit seinen Health Trackern, mit denen er sich über seine Krankenkassen allmählich an Big Brother versklavt, es ist erst ein zarter Anfang, tagtäglich dort mit dem Gesichtsausdruck des Zombies hindurchmarodieren. Das anzusehen tut mir innerlich noch mehr weh als die Plakate, mit denen UNILEVER (sic!) gerade die ganze Schweiz hat zuknallen lassen und die genau dem mind set des Sportidioten / Sport- und zugleich Arbeitssklaven entsprechen, ubi athletus ibi asinus:

https://www.google.ch/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fasset-eu.unileversolutions.com%2Fcontent%2Fdam%2Funilever%2Frexona%2Faustria%2Fonline_comms_%2F190719_rexona_workout_sauele_01-1712842-jpg.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.rexona.com%2Fch%2Finnovation%2Fworkout.html&docid=zKgr7ewoopOo_M&tbnid=rFSLiDV4z6bcAM%3A&vet=10ahUKEwj1weS3wIrkAhWwyIUKHW-HAh8QMwgzKAAwAA..i&w=758&h=455&bih=868&biw=1647&q=%22it%20works%20as%20hard%20as%20you%20do%22%20rexona&ved=0ahUKEwj1weS3wIrkAhWwyIUKHW-HAh8QMwgzKAAwAA&iact=mrc&uact=8

H. M. Richter, wir waren gerade vorige Woche im Orankebad in Berlin-Hohenschönhausen, wo ich keinem raten würde, ein UNION-Badetuch auszupacken. Sehe das heutige Publikum in seiner BFC-Vorliebe mit Milde (ganze Dynastien dieses einst mit so groß aufgerissener Fresse begabten Milieus sind nach 1989 auf Billigjobs oder Hartz-IV abgestürzt), anders als damals, als ich der "speziellen" BFC-Fanszene am allerallerwenigsten gegönnt hätte. Was die Merkelstasilegenden-Bastler im Westen ja niemals glauben würden: heute wählen viele dort stramm AfD, aber nicht wegen der Herzogin von Oldenburg!

- G. G.

nom de guerre
17. August 2019 20:33

@ Der Gehenkte

Wie kann etwas, das Absurditäten wie das vergoldete Steak von diesem Ribery hervorbringt, zum inneren Frieden der Gesellschaft beitragen? Müsste man nicht eher vom Gegenteil ausgehen? (Fragt jemand, der zugegebenermaßen vom Fußball nichts versteht und auch nicht nachvollzieht, wieso sich Leute damit beschäftigen.)

LotNemez
17. August 2019 20:58

Die die politisch einflussreichen Wagenrennenparteien im alten Konstantinopel mobilisierten einst ihre "Fanblöcke", um Forderungen ggü. Justinuan durchzusetzen. Dem Kaiser erschien die Lage so brenzlich, dass er aus der Stadt fliehen wollte. Seine Frau Theodora, ehemalige Edelhure und Schaustellerin, überzeugte ihn jedoch davon, den Aufstand blutigst niederzuschlagen. "Sport ist Mord - Massensport ist Massenmord" Hier ergibt der Spruch einmal Sinn.

Gustav Grambauer
17. August 2019 23:32

H. M. Richter

Zur Vertiefung der BFC-Soziologie: man mußte - damals - zwischen Nomenklatura und Hools unterscheiden. Die Hools waren großteils Kinder aus - oft unfaßbar zwangsgestörten, muffigen, verklemmten - Stasi-Elternhäusern, haben aber, wen wundert`s, mit Szondi gesprochen nicht in der familiären identifizierung sondern in der familiären Negation gelebt. Ihr Motiv war Rache an ihren Eltern, die sie stellvertretend an der Volkspolizei (Schlachtruf: "Stasi-Bullen! - Stasi-Bullen! - Stasi-Bullen!"), mit Beschädigung des sogenannten Volkseigentums usw. abreagiert haben, als Clou dabei grinsend DDR-Fahnen schwenkend. Auch die Hitlergrüßer immer wieder im Jahn-Stadion vor den Augen Mielkes, gegenüber derer schierer Menge die Stasi hiflos war, sind in diesem Zusammenhang zu sehen. Die Stasi-Welt war keineswegs eine heile Welt, im Gegenteil, es war bis tief in die Familien hinein eine abgrundtief zerrissene und insgesamt kaputte Welt. Diese Jungs wußten, daß sie ihre dem Sportpopanz und dabei dem BFC abgöttisch verfallene Elterngeneration durch das "Kippen " des Umfelds dieses Vereins an ihrer empfindlichsten Stelle, d. h. durch Zerstörung der afterreligiösen Liturgie, verwunden konnten, phänotypisch Jens-Uwe, der bei 25:39 den Anteil der Beteiligten hieran an allen damaligen BFC-Hools auf 40 % (!) schätzt:

https://www.youtube.com/watch?v=9VrlV_73kfw

Franz Bettinger

"Der Maßstab? Ist man selbst! Die eigene Bequemlichkeit und Faulheit gilt es (in erster Linie) zu überwinden, nicht den Gegner. Sich selbst gerecht werden! Daran schon scheitern die meisten."

Das habe ich bei meiner Erwiderung überlesen gehabt, damit haben Sie m. E. selbstverständlich sehr recht!

- G. G.

Rautenklause
18. August 2019 14:19

@Ratwolf
ähm Türkei 2013? Nur ein kurzer Verweis:

http://www.hurriyetdailynews.com/united-ultras-join-forces-against-police-violence-in-taksim-48077

Und ansonsten mal die Verbindung Casa Pound / Fußball recherchieren ... Es gibt da sogar irgendwo einen Roman aus diesem Umfeld. Aber egal: "Weitermachen" (mit resignativem Unterton)

Gustav Grambauer
18. August 2019 18:38

Franz Bettinger

Gehen Sie mal hier

https://sezession.de/58735/erziehungsnotstand-und-widerstand-ein-aufruf

mit dem Seitensucher auf "in diesem kollektiven". Kann hinzufügen, daß unser Kind auch bei einer Volkstanz- bzw. Trachtengruppe mit dabei ist, demnächst Reiten lernen wird und neulich bei einem Markttreiben trotz Augenschwäche vier Preise beim Bogenschießen abgeräumt hat, was wir immer als Höhepunkt der Kindergeburtstagsfeiern anbieten. Wir würden aber nicht auf den Gedanken kommen, etwas davon für uns unter Sport zu subsumieren, gerade beim Reiten werden wir Augenmerk auf völlig andere Gesichtspunkte geben. Bei diesen Bogenschießen, wo Kinder ganz verschiedenen Seelenwesens und Alters kommen, zeigt sich besonders deutlich, wie absurd es ist, sich körperlich zu vergleichen, was aber nur besonders auffällig darauf hindeutet, daß dies auch in der Erwachsenenwelt gilt. Um die Groteske in ihrer drastischsten Ausdrucksform, dem Verhältnis zu Behinderten, zu kaschieren wurden die Paralympics eingeführt, aber dort zeigt sich bei näherem Hinschauen sogar am augenfälligsten die Absurdität des Wettkampfs sowie des zugrundeliegenden Menschenbildes.

Bei uns in der Nachbarschaft beobachten wir mit Erstaunen viele Leute, die buchstäblich jede 100 Meter mit dem Auto fahren und ihrerseits nicht mal auf die Idee kämen, daß sie ja auch zu Fuß gehen könnten, dem gegenüber sind die Betreffenden wohl auch viel zu überheblich. Dafür gehen sie regelmäßig ins Fitneß-Studio und betreiben auch sonst allerhand artifizielles Gehampel, das sie "Sport" nennen. Wohlan!

Ich denke, die meisten haben ein Problem damit, ihren Alltag so zu lieben wie er ist und wollen ihm und möglicherweise auch den Schmerz ihrer inneren Leere durch Endorphin-Kicks entkommen, wofür sich das Mitmachen oder Zuschauen beim Sportrummel besonders anbietet. Hinzu kommt, daß Sport der billigste Sozialkitt in der dementsprechend grassierenden sozialen Leere ist. Da rede ich noch gar nicht von der Steuerung, die durch ihn geschieht, und die die Entsubjektivierung weitgehend unbemerkt komplettiert. Jeder entscheidet für sich sich selbst, ob ihm "Sport" insofern angemessen bzw. würdig ist.

Am übelsten finde ich "Sport" in der Natur. Unsere Vorfahren kannten es nicht anders, als einen Wald mit hohen Empfindungen für ihn zu betreten, was jeder gute Wandersmann, der sich aber auch nicht als Sportler verstanden wissen will, auch heute noch pflegt. Wir haben ja den Wald hinterm Haus und sehen den Joggerpöbel mit seinen Health Trackern, mit denen er sich über seine Krankenkassen allmählich an Big Brother versklavt, es ist erst ein zarter Anfang, tagtäglich dort mit dem Gesichtsausdruck des Zombies hindurchmarodieren. Das anzusehen tut mir innerlich noch mehr weh als die Plakate, mit denen UNILEVER (sic!) gerade die ganze Schweiz hat zuknallen lassen, genau auf den mind set des Sportler-Typus abgestimmt:

https://www.google.ch/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fasset-eu.unileversolutions.com%2Fcontent%2Fdam%2Funilever%2Frexona%2Faustria%2Fonline_comms_%2F190719_rexona_workout_sauele_01-1712842-jpg.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.rexona.com%2Fch%2Finnovation%2Fworkout.html&docid=zKgr7ewoopOo_M&tbnid=rFSLiDV4z6bcAM%3A&vet=10ahUKEwj1weS3wIrkAhWwyIUKHW-HAh8QMwgzKAAwAA..i&w=758&h=455&bih=868&biw=1647&q=%22it%20works%20as%20hard%20as%20you%20do%22%20rexona&ved=0ahUKEwj1weS3wIrkAhWwyIUKHW-HAh8QMwgzKAAwAA&iact=mrc&uact=8

H. M. Richter, wir waren gerade vorige Woche im Orankebad in Berlin-Hohenschönhausen, wo ich keinem raten würde, ein UNION-Badetuch auszupacken. Sehe das heutige Publikum in seiner BFC-Vorliebe mit Milde (ganze Dynastien dieses einst mit so groß aufgerissener Fresse begabten Milieus sind nach 1989 auf Billigjobs oder Hartz-IV abgestürzt), anders als damals, als ich der "speziellen" BFC-Fanszene am allerallerwenigsten gegönnt hätte. Was die Merkelstasilegenden-Bastler im Westen ja niemals glauben würden: heute wählen viele dort stramm AfD, aber nicht wegen der Herzogin von Oldenburg, eher wegen Reil oder Höcke!

Suedburgunder

"... was ja mit Hinblick auf die Ausstrahlung in Richtung der Damenwelt nicht ganz unwichtig ist. ..."

Das Mißverständnis schlechthin: wie kommen Sie darauf, nur weil ich "Sport" ablehne, würde ich mich körperlich weniger bewegen?

Laurenz

"@Gustav Grambauer vertritt hier wieder mal die SiN-Orient-Fraktion, welche seit 3.000 Jahren die natürliche innere Verbindung des Menschen zu seinem Körper getrennt hat. Wenn man sich selbst nicht fühlt, wird man leichter zum Gott."

Sport ist es vielmehr meist, der die Verbindung des Körpers zu seinen pulsierenden, tonisierenden höheren Inspirationsfeldern abtrennt, ihn davon regelrecht abspaltet, was durch die Einseitigkeit und den Schematismus der Bewegungen in den meisten Sportarten noch verstätkt wird. (Einem Sportler fehlt i. d. R. jede sphärische Ausstrahlung, und wenn er eine hat, dann eine niedere.) Ein Saugprozeß, der sich gut in dem Sportler-Spruch "ich hole das Letzte aus mir raus" ausdrückt. Hier haben Sie Dichotomie, bei mir finden Sie eine solche nicht, wie kommen Sie überhaupt darauf?!

- G. G.

Hartwig aus LG8
18. August 2019 20:26

@ G. Grambauer

Ich bin mit der Erzählung Milo Barus aufgewachsen. (Milo Barus - googeln). War als Kind beeindruckt. Kannte den Namen von meinem Großvater, einem Tischler mit Händen wie Tatzen - ein Mann "ganz nahe am Wasser gebaut", wie man so sagt - außen hart und innen weich.

Sport: Aus der griechischen Antike ist Sport überliefert, meist angelehnt an Wehrsportlichkeit; Speer werfen, Ringen, um die Wette laufen. In Rom dann der Gladiatorenkampf - die wohl erste organisierte Entartung des sportlichen Wettstreites.
Soweit die Klischees.

Und heute: @Franz Bettinger - "Der Maßstab? Ist man selbst! Die eigene Bequemlichkeit und Faulheit gilt es (in erster Linie) zu überwinden, nicht den Gegner. Sich selbst gerecht werden! Daran schon scheitern die meisten."

Kann man kaum besser ausdrücken. Aber dann auch wirklich! Wer keine 10 Klimmzüge schafft, soll am ersten oder den ersten dreien arbeiten. Ohne Wenn und Aber.

H. M. Richter
18. August 2019 20:32

G. Grambauer
______________

Vielen Dank, - es war mir natürlich bewußt, daß Sie auch in diesen Gefilden nicht unbeleckt sind.

Überblickke selbst die einstige Fußballandschaft zwichen Rostock und Suhl, wie ich meine, recht gut, zumindest besser als die heutige ...: "Fußball ist auch nicht mehr das, was es mal war" ...

Dabei waren dennoch auch mir die Anfang der 80er Jahre zu hunderten aus den Ostberliner D-Zügen Fallenden mit ihren Intershop-Johnny-Walker-Flaschen zunächst ein Rätsel ...

Später, als Mike Polley erschossen wurde, hörte ich die Schüsse unmittelbar vor Ort.

Laurenz
19. August 2019 00:31

@Gustav Grambauer .... hatte es schon im 1. Sport-Beitrag Herrn Schicks erwähnt, abrahamitische Religionen boykottierten Körperlichkeit, promoten einen bigotten Moralismus, der zu extremen Ausbruchssymptomen, wie Mißbrauch, Massennutzung von Prostituierten in liberalen Nachbarstaaten, bis heute führt. Turnvater Jahn war der erste Protagonist, der uns aus dem christlichen Körpertrauma zurück zur Körperlichkeit führte. Interessanterweise war dies nur unter Zuhilfenahme Seines großen Gegners Bonaparte möglich.

@Ratwolf
17. August 2019 17:01
Gab es eigentlich schon einmal eine Fußball-Revolution?

Ich hatte jetzt 2 Stunden auf YouTube gesucht. Aber in den einschlägigen Zusammenfassungen öffentlich-rechtlicher Talk-Schauen wurde wohl die Scholl-Latour-Aussage zu den Fußball-Hooligans, vornehmlich in Tunesien, während des sogenannten Arabischen Frühlings, wohl mutmaßlich in einer Maischberger-Sendung herausgeschnitten.
Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, kam die Aussage in der Maischberger-Sendung, in der Scholl-Latour meinte, FB-Revolutionäre seien Dilettanten und Schurken seien für eine Revolution vonnöten.

Jan
19. August 2019 17:06

@Laurenz:

Hier ist der Ausschnitt ab Minute 1:48. Julian Reichelt hofft, dass die Revolution in Libyen über die Facebook-Studenten gewonnen werden könne. Scholl-Latour widerspricht: die Revolutionäre, die in Libyen den Ton angeben, seien brutale Islamisten. Um eine Revolution zu machen, brauche man Schläger und Ganoven und keine jungen Idealisten, die über Facebook Freunde schaffen.

https://www.youtube.com/watch?v=Fdc1L7YeGCs

Ratwolf
19. August 2019 20:00

Zu Fußball-Revolution und die Beispiele aus aller Welt.

Ich glaube nicht, dass man diese Beispiele auf (West)Deutschland übertragen kann.

Wer sich eine Eintrittskarte leisten kann, der muss arbeiten. Und der ist dann mit anderen Sachen beschäftigt. Es fehlt die Zeit für eine allgemeine Unzufriedenheit. Die anderen (Arbeitslosen) werden mit wenig Geld und der Angst, dass die Sozialsysteme zusammenbrechen in seiner Welt gefangen gehalten.

Da findet man auch der Sinn, weshalb die "Arbeitsnormen" immer weiter erhöht werden. Der Stress oder Aufmerksamkeit für den Beruf steigt bei den Arbeitern und Angestellten in Deutschland immer weiter. Gemeinschaft tritt immer weiter in den Hintergrund.

Fußball in Deutschland ist ein Kontrollinstrument.

Rautenklause
19. August 2019 20:02

Nur ganz kurz zu den ägyptischen Ultras und deren - mit Toten erkauften - Anteil am Sturz Mubaraks

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Ultras_Ahlawy

http://edition.cnn.com/2011/SPORT/football/06/29/football.ultras.zamalek.ahly/index.html

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2015/02/09/how-egypts-soccer-fans-became-enemies-of-the-state/?noredirect=on

und mehr im Netz und anderswo

Alles ist möglich - "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that."

Laurenz
20. August 2019 09:47

@Jan ... ja, Danke, ich kenne diese Stelle, Scholl-Latour vertritt diese Sicht der Dinge in mehreren TV-Auftritten. In einem bezog Er Sich aber auch auf Fußball-Hooligans in der arabischen Welt.

@Ratwolf ... deutsche und andere weltweite Fußball-Anhänger, sind im Vergleich zum römischen Bürger schlicht dämliche Voll-Idioten.
Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf machen nur noch 1/5 der Einnahmen für die Vereine aus. Würden die Fußball-Anhänger zuhause bleiben, bekämen sie wahrscheinlich noch Geld dafür, wenn sie ins Stadion gingen. Denn was wären virtuelle Brot&Spiele ohne den dazugehörigen Hexenkessel?

Lotta Vorbeck
24. August 2019 23:12

@H. M. Richter - 17. August 2019 - 04:01 PM

"... Nun weiß ich auch, daß der verehrte Grambauer als alter Ostberliner Junge kein noch so kleines Union-Berlin-Wimpelchen sein Eigen nennt und somit auch am morgigen Sonntag in der fernen Schweiz nicht gebannt am Rundfunkgerät sitzen wird, um zu hören, wie sich das Ostberliner BFC-Gegenprojekt Union gegen das aus Salzburg nach Mitteldeutschland verpflanzte Geld-Konstrukt ("Bei und steht die Dose im Mittelpunkt!") schlagen wird.

Bei Lotta Vorbeck bin ich mir da allerdings nicht so sicher ...

__________________________________________

Es begann jeweils am späten Sonnabendnachmittag mit der DDR-Oberliga, setzte sich fort mit der ARD-Sportschau und spätabends mit dem ZDF-Sportstudio.

Sontagsnachmittags die ZDF-Sport-Reportage, abends wieder ARD-Sportschau mit der 2. Bundesliga.

Mittwochs Länderspiele.

Aller zwei Jahre alternierend wochenlang Europa- oder Weltmeisterschaft ... später, im Zeitalter des ASTRA-Satellitenfernsehens täglich Fußball ... der Vater traktierte uns dermaßen mit seinem Fußball-Tick, daß Lotta Vorbeck in diesem Leben freiwillig kein einziges Fußballspiel mehr verfolgen wird ...

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