31. August 2019

Netzfundstücke (25) – Osten, 1939, Wald

Jonas Schick / 14 Kommentare

Morgen zählt es, morgen wählen die Sachsen und Brandenburger.

Beide Landtagswahlen könnten ein Beben erzeugen, das bis in die Grundfesten des politischen Berlins zu spüren wäre. Daß das Establishment mächtig Bammel vor einer tektonischen Plattenverschiebungen zugunsten der AfD hat, ist an der hohen Schlagzahl der »Skandalmeldungen« abzulesen, die man kurz vor den Landtagswahlen durch die Leitungen jagt. Jeder Stein wird umgedreht und jede alte Rumpelkammer nach »belastendem« Material durchwühlt, das man der Partei als Ganzes oder ihren Spitzenkandidaten als einzelnen an die Füße binden kann – ein bißchen Ruch der Geldveruntreuung hier, ein bißchen Rauch und Schwefel zu vermeintlichen Naziumtrieben da.

Indessen üben sich die alten Bundesländer in Deutungshoheit über die neuen: Die Frontstellung West vs. Ost war schon lange nicht mehr so spürbar und tief gewesen wie aktuell. Die Schweizer Tageszeitung Neue Züricher Zeitung hat dieser Schieflage einen Kommentar gewidmet, der abgesehen vom x-ten Wiederkäuen abgedroschener Protestnarrative durchaus lesenswert ist. Das Stück von Eric Gujer finden Sie hier.

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Wie weit die Gefühlsoszillation bei der linksliberalen Schickeria im Angesicht legitimer rechter Plakatwerbung anläßlich der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen schon gediehen ist, führte ein übereifriger Redakteur des öffentlich-rechtlichen RBB vor Augen, der per Twitter versuchte, moralischen Druck auf die Verkehrsbetriebe Potsdam auszuüben, auf deren Gelände eine Werbefläche – ungeachtet gegenteiliger Behauptungen – legal vom Bürgernetzwerk Ein Prozent gemietet worden war. Björn Haase-Wendts Meldegezwitscher finden Sie hier und da es ihm alles nicht schnell genug ging, legte er hier noch einmal nach. Das Ergebnis: drei von neunzehn Plakaten in Potsdam waren abgehängt worden – die von Ein Prozent initiierten Gegenmaßnahmen können Sie hier nachvollziehen.

Überhaupt scheint die #Wende2019-Kampagne mächtig Staub aufzuwirbeln, Facebook löschte bei so viel Erfolg justament den 100.000 Abonnenten starken Ein Prozent-Account und weitete den Bann auf Instagram aus. Es verwundert nicht, daß das Establishment nach rund 350.000 Klicks für die Michael Kretschmer-, Dietmar Woidke-, Asylpferd- und Wahlbeobachtungsfilme von einprozentfilm bei YouTube gehörig die Flatter bekommt.
Unterdessen erkannte die AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt die Tragweite der Löschung für die Meinungsfreiheit in Deutschland und nutzte bei der aktuellen Plenarsitzung des Landtages umgehend die Möglichkeit zur Abgabe einer Erklärung außerhalb der Tagesordnung. Der Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner übernahm das Wort und prangerte die um sich greifende Zensurwut entschieden an – seine Rede können Sie hier abrufen.

Wer übrigens weiterhin ungefiltert und fern jeder Zensur über die Ein Prozent-Aktivitäten informiert bleiben möchte, der tritt entweder dem Telegram-Kanal unter https://t.me/ein_prozent bei oder trägt sich direkt in den E-Mail Rundbrief auf https://www.einprozent.de/ ein.

Ferner sei an dieser Stelle noch einmal auf die Organisation der Wahlbeobachtung durch Ein Prozent hingewiesen, die sich auch ausdrücklich um die Bereitstellung von Wahlhelfern bemüht. Sie können sich bei wahlbeobachtung.de also sowohl als Wahlhelfer als auch als Wahlbeobachter eintragen. Machen Sie von Ihren Bürgerrechten gebrauch und garantieren Sie durch Ihre Mithilfe den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen!

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Deutschland, 1. September 2009 – 10 Jahre Abstand, in denen sich die Welt weitergedreht hat oder eben auch nicht. Wer Götz Kubitscheks damals verfaßte, nachdenkliche Zeilen zu John Demjanjuk Prozeß liest, den KZ-Wärter aus der hintersten Reihe, »den kleinsten der kleinen Fische«, der wird konstatieren müssen, daß der »Alptraum, daß Deutschland seinen Vorsprung als besiegte Nation nicht nutzt: Wehrlos wenigstens unverblümt zu sagen, was war und was ist« über das letzte Jahrzehnt in keiner Weise abgeschüttelt werden konnte.

Noch weiterer Sprung zurück in das Gewesene, 1. September 1939 – 80 Jahre Abstand, Blitzkrieg, Angriff auf Polen, schneller Schnitt, Können und Arroganz – seitdem hat sich die Welt wirklich weitergedreht.

Kubitscheks Reflexionen seines 1. September vor 10 Jahren können Sie hier nachlesen.

Weiteren Leuten die unverblümt sagen, was war und was ist, begegnen Sie hier.

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Während der brasilianische Regenwald brennt und die breite Öffentlichkeit sich erneut einer Weltuntergangszeremonie der kurzen Aufmerksamkeiten und effekthaschenden Bilder hingibt, vollzieht sich unweit der eigenen Haustür still und leise die Abholzung der letzten europäischen Urwälder, deren Rohstoffe dem Fernseher, über den man sich in echauffierte Betroffenheit heuchelt, als Untersetzer dienen. Mit welchen verbrecherischen Mitteln das Holz entnommen wird und wie weit das dahinterstehende mafiöse Geflecht reicht, das hat das Investigativ-Team des österreichischen Medienprojekts »Addendum« recherchiert und in einem Podcast vertont. Diesen hören Sie hier.

Soweit seien Sie ins Wochenende entlassen, nach dem die Bundesrepublik hoffentlich nicht mehr diesselbe sein wird wie zuvor.



Kommentare (14)

Franz Bettinger
31. August 2019 11:52

@Blitzkrieg: Bin beeindruckt von GK's damaliger Schuzpe. Das würde er heute so freigeistig wohl nicht mehr sagen. In der Öffentlichkeit schon gar nicht, obwohl er recht hat: Blitzkriege sparen Leben. - Die politischen und medialen Standgerichte des Merkel-Regimes sind aber ebenfalls der Versuch einer Art psychologischen Blitzkrieges. Sie wirken durch Überrumpelung und Abschreckung; sie versuchen es jedenfalls. Indessen: sie ersparen einem nichts, kein Leiden; im Gegenteil, die Opfer werden mehr und wachsen täglich nach. Aus gutem schlechten Grund.

Niekisch
31. August 2019 16:04

"der »Alptraum, daß Deutschland seinen Vorsprung als besiegte Nation nicht nutzt: Wehrlos wenigstens unverblümt zu sagen, was war und was ist« über das letzte Jahrzehnt in keiner Weise abgeschüttelt werden konnte."
„Alle Nationen wissen heute mehr über die Untaten, die andere Völker ihrem Vaterland zugefügt haben, als über die Sünden und Unterlassungen, deren ihr eigenes Land schuldig ist.“ (Freda Utley zum Endes des Zweiten Weltkrieges lt. von Papen, Franz, Der Wahrheit eine Gasse, List 1952, Seite 665)

Für uns Deutsche gilt bis heute und wohl auch zukünftig das Gegenteil: wir wissen, dürfen oder wollen sogar weniger über die Untaten der Gegenseite wissen als über die Untaten von unserer Seite.

Laurenz
31. August 2019 16:10

Die sogenannten Skandal-Meldungen sind doch nur ein Zeichen dafür, daß keine sachliche Debatte mit Inhalten von Seiten der Nationalen Einheitsfront existiert. Deren Pulver ist verschossen. Daß diese "Wahlwerbung" gegen die AfD nach 40 Jahren faschistisch "anti-faschistischer" Parolen in der DDR selbst im Westen zu Antipathie gegen die Auftraggeber führt, ist zum Glück den Nachfolgern der SED-Agitprop noch nicht aufgefallen.

Eric Gujer, aus der Schweiz, schreibt nur etwas weniger schlecht als der Rest, das mag heutzutage schon erheben. Zu mehr Recherche war wohl keine Zeit. Die DDR verlor ihre Mittel- und Oberschicht, die nach dem Kriege noch übrig war, nicht durch Mord/Genozid, wie in der Sowjetunion, sondern quasi durch "Vertreibung" in den Westen. Die in der DDR neue erschaffene real existierende sozialistische Mittel- und Oberschicht wurde nie zur Produktivität erzogen, daher sitzt sie heute auch nicht in Vorständen oder Aufsichtsräten. Und in 30 Jahren vereinigter BRD wurden auch keine Anstrengungen unternommen, eine kapitalistische NomenKlatura in den Neuen Ländern zu bilden, denn man hatte ja schon eine im Westen aus der 2. Reihe zur Verfügung, die man hinschicken konnte. 

Herrn Gujers Milliarden-Pumpe, gespeist aus Steuergeldern aus dem Westen funktionierte tatsächlich, aber vergessend, daß das Geld aus den Treuhand-Geschäften wieder nach Westen floß. Nach der Zerschlagung vieler DDR-Betriebe, floß das Geld aus dem Konsum auch in den Westen, wie man heute noch an der Sektkellerei Rotkäppchen ausführlich erkennen kann. 

Daß, wie Herr Gujer, auch Teile der AfD im Westen kein Verständnis für die Neuen Länder aufbringen können, wundert den Rechercheur mitnichten. Ist die AfD, nach der FDP, die Partei mit den wohlhabendsten Mitgliedern, die wir allerdings nicht in den Neuen Ländern finden werden. Und ob Herr Gujer, als Schweizer, den engen Meinungs-Korridor in Deutschland nachvollziehen - und in den Vergleich zur DDR setzen kann, läßt sich bezweifeln. Frau Berg vom Spieglein kann es doch auch nicht.

Der kollegiale Vergleich zu Herrn Gujer war letzte Nacht wieder bei Herrn Augstein und Herrn Blome zu ziehen. Herr Augstein lag in der Beurteilung der Wahlen morgen vorne. Aber beide Herren waren so von ihrer dümmlichen Lebens-Blase gefangen und geschlagen, daß man sich nur noch fremd schämen konnte, solche politischen Dilettanten auf Phoenix öffentlich-rechtliche Zwangsgelder, völlig nutzlos und grotesk, verschlingen zu sehen.

Wenn man den Maulkorb und die Zensur gegen "Ein_Prozent" betrachtet, wie die links-faschistischen Kommentare zum 1%-Film, fragt man sich, was überhaupt noch in den Köpfen linker Protagonisten vorhanden sein kann, wenn nicht einzig gähnende faschistoide Leere. 

Daß Herr Kubitschek vor 10 Jahren Gustav-Adolf-Bier trank und auch noch gerne trinkt, ist ja tatsächlich fast ein Affront gegen die eigene Redaktion, droht da etwa eine Revolution von oben oder werden dadurch nur Rechte geschlechtlicher Minderheiten vertreten?

Man kann auf Herrn Schicks Hinweis über die bedrohliche Abholzung der Urwälder Europas eingehen, aber sorgen wir doch erst mal selbst dafür, daß wir, mal abgesehen vom Bayerischen Wald, selbst wieder Urwälder unser eigen nennen. Herr Maaßen war in seinem letzten Interview jedenfalls nicht der Meinung, daß das minderjährige geistige Mißbrauchs-Opfer Greta ein Problem der Bevölkerung in den Neuen Ländern darstellt, diese Leute dort hätten andere Sorgen.

Und was den 1. September im Jahre 1939 angeht, so weiß jeder, der darüber nicht informiert ist, aber sich doch interessieren mag, wo er nun Informationen erhalten kann. Die aktuellen Artikel im Spieglein dazu sind gar nicht schlecht, allerdings nur in der Beschreibung der Ereignisse auf der Westerplatte. Jegliche historische Einlassung auf die Entwicklung dahin, fehlt. 

Kommentierend möchte ich zum Überfall auf den Sender Gleiwitz bemerken, wenn ein Herr Putin, mittels Zeitmaschine, den Befehl zum Angriff gegeben hätte, wären tatsächlich Polen in polnischen Uniformen die Täter gewesen.

Und wie man desöfteren bei den russischen Agenturen und bei Herrn Stein aktuell nachlesen kann, haben auch unsere Freunde aus Polen ein reines nichts aus der Vergangenheit gelernt. Warum wählen die polnischen Bürger immer masochistische Regierungen, die auf Knien um Schläge betteln? Was ist denn, wenn polnische Terroristen einen Sender von Radio Belarus angreifen? Ist solch ein Ereignis abwegig?

Franz Bettinger
31. August 2019 17:27

@Laurenz: "Nationale" Einheitsfront? Seltsamer Begriff für unseren Feind, der von Volk, Nation und nationalem Denken nichts hält, findest du nicht? Du meinst doch die neue SED, den Block der System-Parteien "Alles gegen Blau"? Oder verstehe ich dich falsch?

"Die DDR verlor nach dem Krieg ihre Mittel- und Oberschicht nicht durch Säuberungen / Genozid wie in der Sowjetunion, sondern quasi durch 'Vertreibung' in den Westen." Sehr richtig! Und die BRD eifert unter Merkel der alten DDR nach. Deutschland vertreibt seine Intelligentia heute erneut ins Ausland.

Wegen der 2. Hälfte deines Kommentars wird er vermutlich nicht freigeschaltet. Na, du bist nicht allein. Mir und GG geht's genauso. Und machmal ist das auch gut so ;-) Gruß, Franz

Solution
31. August 2019 21:52

Meuthen erklärte soeben in Görlitz auf einer AfD-Kundgebung "Millionen Ausländer", die lediglich "gesetzestreu" sein müssten, zu "Deutschen" (siehe Video z. B. bei PI). Das nenne ich ein wahre "Alternative für Deutschland". Besser wäre allerdings eine Umbenennung: "Alternative ZU Deutschland". So wird das nichts. Machen wir uns nichts vor: Die AfD will den großen Austausch nur verlangsamen. Am Ende steht unausweichlich das Ende des Deutschen Volkes. Im Wahlprogramm steht konsequenterweise auch ein deutliches Bekenntnis zur Einwanderung. Schauen wir der bitteren, schmerzhaften Realität ins Gesicht und verzichten wir auf ein Bejubeln von Scheinerfolgen einer Partei, die nicht das ist, was sie sein könnte.

Waldgaenger aus Schwaben
1. September 2019 08:36

Wenig beachtet wurde in der Öffentlichkeit der Aufstieg der Freien Wähler, die vielleicht heute die 5% schaffen oder über Grundmandate in die Landtage einziehen.

Wenn dann noch Maaßen zu den Freien Wählern wechselt, wird unsere Parteienlandschaft umgepflügt. Ich vermute, dass da im Hintergrund schon Gespräche laufen und Maaßen noch um ein gutes Angebot verhandelt und vor allem einen Anlass provozieren will, die CDU zu verlassen und zu den Freien Wähler zu wechseln, ohne als "Verräter" wahrgenommen zu werden.

Die Freien Wähler können mit Maaßen bei bundesweit 8% - 10% liegen, vor allem zu Lasten der CDU und SPD. Eine Kampagne gegen die Freien Wähler "rechts" zu sein, würde dann kaum greifen.

Die SPD kann im Osten, in Thüringen, durchaus die 5% verfehlen, wenn sie heute deutlich verlieren und die Freien Wähler gut abschneiden. Verdient hätte sie es allemal.
Sind die Freien Wähler erst mal eine politische Kraft, werden sie die Gretchenfrage beantworten müssen: "Wie haltet Ihr es mit der AfD?"

Laurenz
1. September 2019 14:47

@Franz Bettinger .... die meisten Akademiker verballern die beste Zeit Ihres Lebens im Studium und danach müssen sie viel arbeiten und die Kohle wieder reinholen, die während des Studiums nicht verdient wurde. Neben Nebenjob, Studentenleben und Lernen bleibt da nicht mehr viel über für den Rest der Welt. Generalisten sind heute selten.
Deswegen habe ich großes Verständnis dafür, daß Du kein DDR-Kenner bist.
Hier die Historie in kurz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)
https://de.wikipedia.org/wiki/Einheitsfront

@Solution ..... ja sicher, ich bin der Meinung, wir brauchen sogar dringend Abwanderung. Aber wen oder was interessiert unsere Meinung?
Ist diese Meinung denn werbewirksam? Von daher, Solution, ist es notwendig, über die eigene Meinung hinauszudenken. Recht haben wollen, bringt uns welche Mehrheit, welche Macht-Option? Und den ganzen Stuhl-in-die-Hosen-Macher im Westen geht aufgrund ihrer erbärmlichen Besitzstandswahrung der Allerwerteste auf Grundeis, wenn die Obrigkeit am bröseln ist.
Halten Sie Herrn Meuthen doch nicht für blöd. Der weiß über die Integrationsfähigkeit von Goldstücken nur zu genau Bescheid. Aber wenn wir Volkspartei werden wollen, müssen wir auch diejenigen mitnehmen, die sich vor allem und jedem fürchten. Dabei hilft es weder, sie für blöd zu erklären noch ihnen ihre Angst vorzuwerfen.

@Waldgaenger aus Schwaben ... das behaupten Sie so einfach mit den Freien Wählern. Protest-Stimmen gehen erst mal der AfD ab, wie in Bayern sichtbar. Und mit wem koalieren die Freien Wähler in Bayern? Mit der CSU, einer neo-links-radikalen Partei, die sich dem Moloch Berlin aus Macht-Opportunismus unterwirft. Herr Maaßen wird das nicht anders handhaben. Augen auf, Waldgaenger aus Schwaben, nicht politisch mit offenen Augen schlafen.

Franz Bettinger
1. September 2019 14:50

@Solution: Bitte nicht die Pferde schlachten, bevor man sie ins Rennen geschickt hat! Meuthen ist - so wenig wie Lucke und Petry es WAREN - mit der AfD gleichzusetzen. "Lass ihn halt Indianer spielen," sagte mein Vater oft zu Mama und den Leuten, die sich beschwerten. Er pfiff mich zurück, wenn's ihm zu doll wurde.

@Waldgänger: Sie haben recht, die Freie Wähler könnten der AfD gefährlich werden. Bei uns im St.Igberter Stadtrat konspirieren und intrigieren sie schon erfolgreich mit der CDU gegen unsere Leute. Fazit: Man muss sie als korrupt käufliche FDP 2.0 in der Öffentlichkeit bloßstellen. Genau das tun wir. Es ist gar nicht so schwer. Die Dörfler kapieren es schnell. All die Versuche des Schweine-Systems (eine Begriffs-Neuschöpfung der Linken und Grünen aus 1982) laufen über kurz gegen die Wand. Wir bekamen gestern spontan 4 neue Mitglieds-Anträge. Geht doch! Das einzige Mittel, uns aufzuhalten, wäre Fairness. Die aber ist von der Neuen SED (aus CDUFDPSPDGrüneLinke und FW) nicht zu erwarten.

Atz
1. September 2019 16:36

Nach dem 1. September kommt der 27. Oktober. Wahlkampf in Thüringen. Hoffentlich mit reicher Hilfe der Mandatsträger.

Gerne auch als Blitz. Gerne mit Witz.

RMH
1. September 2019 17:51

"Wenig beachtet wurde in der Öffentlichkeit der Aufstieg der Freien Wähler, die vielleicht heute die 5% schaffen oder über Grundmandate in die Landtage einziehen."

Der Waldgänger scheint mal wieder grundsätzlich richtig zu liegen - nach den aktuellen Zahlen in Brandenburg könnte es zumindest dort so eintreffen. Bayern hatte es ja vorgemacht, wie man mit solchen Hilfstruppen die AfD klein hält. Ich denke aber nicht, dass Maaßen zu diesen Hilfstruppen wechseln wird.

Insgesamt liegen die aktuellen Prognosen/Hochrechnungen so, wie zu erwarten war - mehr als ein kleines, blaues Auge scheint (leider) nicht dabei heraus zu kommen. Die AfD wird nirgends stärkste Partei. Höcke wird in Thüringen in ein paar Wochen ebenso nichts Großes reißen und damit ist der "Flügel" dann auch wieder auf Normalmaß gestutzt. Ich denke, dann wird sich das ganze auch wieder alles ein bisschen beruhigen - die AfD braucht, wie jeder Patriot, einen langen Atem.

Elvis Pressluft
1. September 2019 18:56

„Soweit seien Sie ins Wochenende entlassen, nach dem die Bundesrepublik hoffentlich nicht mehr diesselbe sein wird wie zuvor.“ – Und? Die Verlierer der Wahlen jubeln – zu Recht! –, während beim einzigen Sieger in beiden Bundesländern Katerstimmung herrscht, ebenso berechtigt. Zeitgleich tut Steinmeier, was seines Amtes ist: Er schämt sich für „Deutschland“ (?) und bittet um Vergebung. Was also hat sich verändert?

Nemesis
1. September 2019 19:34

Danke für den Link auf G.Ks. Text, auch wenn er schon älter ist. Aber die Fragen, die darin aufgeworfen werden, sind so zeitlos wie wichtig.

"Wir müssen uns auch fragen, ob wir es für uns ausschließen können, daß auch wir die Türe eines Viehwaggons geöffnet oder die zu einem Kellerraum wieder verriegelt hätten, wenn es uns befohlen worden wäre. Und wer hätte das Gewehr sinken lassen und sich selbst an die Grube gestellt?"

So ist es. Wie leicht, sich in heutigen Zeiten als Widerstandskämpfer zu gerieren. Wo kein Preis zu zahlen ist. Das kann nur, wer nichts verstanden hat: nichts über die Dynamik kollektiver Systeme, nichts über Lebensumstände, nichts über die eigene Hilflosigkeit, nichts über die eigene Begrenzungen, nichts über die eigenen Ängste: Nichts über sich Selbst. Und nichts über Andere.

Und dabei wäre das direkte an die Grube gestellt worden sein ja noch der schmerzloseste und schnelleste Weg gewesen. Denn es ist ja keineswegs gesetzt, daß man auf den Weg dahin nicht sämtliche Variationen der Schmerzes durchlaufen hätte und man dann dort, an der Grube, aus eigener Kraft gar nicht mehr hätte aufrecht stehen können.

"Ich warf ihm sein Glas nach und schrie: »Und es spart Blut, wenn man rasch gewinnt, daran hast Du noch nicht gedacht, oder?«

Ist es so? Aus einer technischen Perspektive mag dies so aussehen, ja sogar richtig sein. Aber wer kann schon garantieren, daß der Blutzoll nicht erst nach dem Gewinn einsetzt?

"Ich trank alleine weiter."

Ich weiß nicht, wie ich damals, unter diesen Umständen, reagiert hätte. Wer weiß das schon? In dieser Situation hingegen schon: Ich hätte den Hölder garantiert nicht neben den Tisch gekippt. Ich hätte ihn zusammen mit Ihnen gekippt. Und das Entgegengesetzt.

Valjean72
2. September 2019 08:18

@Elvis Pressluft:
"Die Verlierer der Wahlen jubeln – zu Recht! –, während beim einzigen Sieger in beiden Bundesländern Katerstimmung herrscht, ebenso berechtigt. Zeitgleich tut Steinmeier, was seines Amtes ist: Er schämt sich für „Deutschland“ (?) und bittet um Vergebung. Was also hat sich verändert?"

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Nichts hat sich verändert. Das Wahlergebnis spielt den Machtstrukturen absolut in die Hände (wenn nicht noch eine massive Wahlmanipulation publik wird).

Die beiden Bundesländer, in welchen gestern gewählt wurde, werden nun weiterhin von CDU, resp. SPD im Sinne der Bundesregierung durchregiert.

In Sachsen muss sich die CDU nicht einmal die Blöße geben und die LINKE in eine Regierungskoalition mit aufnehmen.

Den AFD-Wählern hat man mit dem gestrigen Wahlergebnis wiederum die Illusion aufrechterhalten mittels Wahlen etwas grundsätzlich verändern zu können.

Sollte bei den nächsten Landtagswahlen Ende Oktober in Thüringen die AFD nicht stärkste politische Kraft werden, dann sind mE die Zuwächse der AFD in den östlichen Bundesländern letzten Endes zu schwach, um ein gesamtdeutsches Ausrufezeichen zu setzen und die West-AFD mit empor zu heben.

Allerdings, wie ich es hier bereits einmal andeutete, halte ich es durchaus für möglich, dass der ein oder andere Funktionsträger der West-AFD es begrüßt, wenn der Erfolg der Ost-AFD nicht zu deutlich ausfällt. Dies gilt wohl insbesondere für Thüringen …

Positiv bleibt gleichwohl festzuhalten, dass die AFD in den beiden Bundesländern (Brandenburg/Sachsen) zusammengenommen, von allen Parteien die meisten Wählerstimmen auf sich vereinen konnte …

Laurenz
2. September 2019 12:57

@RMH & Elvis Pressluft & Valjean72 ..... kann Sie Alle nicht verstehen. Die Wahlen sind ein voller Erfolg. Wir hatten doch schon oft genug aus debattiert, daß es ein revolutionäres "Volk steh auf und Sturm brich' los" in Deutschland nie geben wird. Und Ihre Erwartungshaltung dessen, ist, mit Verlaub, idiotisch. Wir haben jetzt 51 Jahre langsame Alt68er Unterwanderung bis heute. 45 Jahre hatte es die wenigsten interessiert. Und für 6 Jahre sind wir nun gut dabei. Wir sind die erst 2te Partei, die es nach den beiden Staatsgründungen nachhaltig in die Parlamente schaffte und das weit erfolgreicher als es die Grünen seinerzeit als erste waren. Von daher gibt es nichts zu jammern. Ich habe kein Verständnis für all diejenigen, die meinen, alles politisch Wünschenswerte müßte zu eigenen Lebzeiten eintreten und erreicht werden. In der Ökonomie mögen manchmal keynesianische Sichtweisen, gerade für Aktienanalysen nicht falsch sein, aber für politische Zeitalter keinesfalls. US amerikanisches Kanonenboot-Denken ist für uns auf SiN einfach unwürdig. Und es ist ebenso unwürdig den Brandenburger - und Sächsischen Wähler als blöd zu verkaufen, beide haben genau das bekommen, was sie gewählt haben, fertig. Wir haben wieder mehr Mandatsträger & Assistenten, die sich hauptberuflich unserer Politik widmen können, mehr Geld, sitzen vor Ort in allen Ausschüssen, was mehr interne Information bedeutet, und wir sind die führende Oppositionspartei, während die Konturen von jeweils 3 anderen Partei als Regierung (4 wären natürlich schöner gewesen), verwischen. Wer zukünftig Regierungen abwählen will, muß AfD wählen. Und daß die Konturen der Regierungsparteien verwischen, ist schon seit dem Wahlabend zu beobachten, siehe hier der Youtube-Post von Herrn MdB Münzenmeier .... das wird doch unsere Freunde von - und gelackmeierten Wähler der CDU besonders erfreuen https://youtu.be/CJy3uF9cnJM

@RMH .... Emotionen, Gefühle sind in uns selbst in Ordnung. Auch bei der politischen Arbeit dürfen diese uns motivieren. Aber sobald wir die innere Welt verlassen, müssen wir, so gut es geht, auf sie verzichten. Einfache Menschen, Bürger, wollen politische Führungskräfte die über den Dingen stehen. Damit ist nicht Abgehobenheit gemeint, sondern Würde.

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