2. September 2019

Nach den Wahlen: fünf Anmerkungen

Götz Kubitschek / 72 Kommentare

Die glänzenden Ergebnisse der AfD bei den Landtagswahlen vom Sonntag sind nur dann eine Zäsur, wenn die Partei Fehler vermeidet. Fünf Anmerkungen dazu:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

1. Zum Glück keine Koalitionsverhandlungen.

Die AfD hat in Sachsen und in Brandenburg erwartbar gut abgeschnitten und die letzten Prognosen in beiden Bundesländern sogar noch deutlich übertroffen. Letzteres liegt daran, daß selbst die Demoskopie für den Kampf gegen die Alternative eingesetzt wird: Das Herunterrechnen soll den Unentschiedenen signalisieren, hier sei etwas ausgereizt, hier bewege sich nicht mehr viel. Nun ist der Hang also doch abgerutscht, erwartbar gründlich, und diese Verdoppelung in Brandenburg und Verdreifachung in Sachsen zu bewältigen, zu strukturieren, zu ordnen und schlagkräftig zu machen, ist eine Herkulesaufgabe für beide Landesverbände.

Woher sollen hundert gute, neue Mitarbeiter kommen - Experten auf ihrem Gebiet, Verfahrens- und Verwaltungsfachleute, IT-Spezialisten und Organisationsgenies, Medienprofis und vorzeigbare Gesichter? Die AfD reißt seit ihrer Gründung ihr Gebäude hoch, nach jeder Wahl ein Stockwerk, und nimmt das Material dazu aus dem Fundament (woher auch sonst?).

Wenn Organisation und Arbeitsfähigkeit ohne erwähnenswerte Brüche und Abgänge gelingen, werden wir es mit Strukturen zu tun haben, aus denen heraus nach der nächsten Wahl das möglich sein wird, was man "gestalten" nennt.

Dieses Gestalten wird ein Mitgestalten sein, also eines, das eines Koalitionspartners bedarf. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre man der Juniorpartner und müßte mittragen, was vor allem der andere diktierte - weil er noch etwas größer ist, und vor allem viel erfahrener und gewiefter. Zum Glück wird es keine Koalitionsverhandlungen geben! Das bedeutet weitere geschenkte Jahre, die vor allem für die Behebung folgenden Grundproblems genutzt werden sollten:

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2. Immer noch zu wenig Bekenntnismut.

Die AfD ist in der seltsamen Lage, mehr Wähler zu haben als prozentual dafür notwendige Mandatsträger und Mitarbeiter. Bei der SPD beispielsweise ist es andersherum, dort nimmt das Gedrängel unter denjenigen zu, die sich für politikfähig halten, aber schlicht nicht mehr gewählt werden oder aus den Abgeordnetenbüros ausziehen müssen, die nun der Gegner besiedeln wird.

Daß die Alternative bisher nicht genügend Leute davon überzeugen konnte, wahrnehmbar an diesem Politikwechsel mitzuarbeiten, ist das Ergebnis der geballten denunziatorischen Stigmatisierung der Partei: Jeder, der nicht sowieso aus "unserem Milieu" stammt, wird sich vor seinen Verwandten, Freunden, seinen Vereinskollegen, der Lehrerschaft an der Schule seiner Kinder, vielleicht sogar vor seinen Kindern dafür rechtfertigen müssen, daß er mittut bei jenen, die nicht Gutes im Schilde führen.

Es ist also nicht eine Frage der Karriereplanung: Eine Partei, die Ergebnisse einfährt wie die vom Sonntag, verschwindet nicht mehr von heute auf morgen, sondern wird über Jahre und Jahrzehnte gut dotierte Stellen und sogar Spitzenpositionen anbieten können. Aber das reicht eben nicht aus. Die Zahl derjenigen, die das Notwendige für unser Vaterland auch unter schwierigen Bedingungen tun, ist nicht groß, und unter ihnen ist der Stumpfsinn leider keine ganz seltene Eigenschaft.

Kurzum: Es müssen Hürden abgebaut werden. Wer sich nicht nur in der Wahlkabine, sondern auch davor oder vielleicht sogar beruflich für die AfD entscheiden will, muß unbedingt den stärkenden Eindruck gewinnen können, daß er sich für die richtige Sache entscheidet. Er muß sich sicher sein, daß er nicht eines Tages böse aufwacht und sich instrumentalisiert sieht von Leuten, die etwas wollen, was in Deutschland schon einmal gründlich schiefging. Wir hier wissen, daß es diese Leute in der Partei nicht gibt, und schon gar nicht an verantwortlicher Stelle, aber weiß es derjenige, der noch nicht entschieden hat, ob er dazustoßen will?

Das ist der schmale Grat: diejenigen zu gewinnen, die nach jahrzehntelangem Trommelfeuer gegen alles Nationale, Patriotische, Eigene sich erst an den alternativen Ton, den neuen Ton gewöhnen müssen - und gleichzeitig von der programmatisch notwendigen Eindeutigkeit und Härte nicht zu lassen.

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3. Zwei Parteien in einer

Das, was in Sachsen und Brandenburg auf die Beine gestellt wurde, was in Thüringen mit Sicherheit im Herbst wiederholt und bereits in Sachsen-Anhalt für das Jahr 2021 vorbereitet wird, ist im Westen Deutschlands schlechterdings nicht vorstellbar. Das hat tiefliegende Gründe, und deshalb ist das, was am Sonntag passierte, vor allem der Tonlage nach nicht auf den Westen übertragbar: Dort kann man keine Wende 2.0 ausrufen, denn der Westen verbindet mit der Wende 1.0 nicht im entferntesten das an Lebenserfahrung und Lebensumstülpung, was jeder Sachse, Thüringer oder Brandenburger damit verbindet.

Das ist auch der Grund dafür, warum die auf ein westliches und großstädtisches Klientel abgestellte "grüne Projekt" im Osten nur dort verfängt, wo die Bedingungen den grünen Hochburgen zu gleichen beginnen. Brandenburg ohne Potsdam und den Berliner Speckgürtel, Sachsen ohne Leipziger Süden und Dresden-Neustadt, Thüringen ohne Jena und Teile Weimars oder Erfurts sind flächendeckend blau und kratzen in allen Wahlkreisen an den dünnen Mehrheiten von SPD und CDU.

Daher lautet der Rat, der wie ein Mantra wiederholt werden muß: den Osten ins Horn stoßen lassen, den Westen mit feinen Flöten einstimmen und dort auf jene kalten Duschen hoffen, die den Osten so aufgeweckt zurückließen. Vor allem aber: keine Überheblichkeit von der einen in die andere Richtung.

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4. Zwei Parteien gegeneinander

Ja,unbedingt: keine Überheblichkeit von Ost nach West und wieder zurück: Denn die beiden eigentlichen Mühlsteine sind wieder etwas deutlicher herausgeschält worden. Der Vorgang erinnert an das Ratespiel, bei dem nach und nach ein neues Bildchen, ein Puzzleteilchen umgedreht wird, bis offensichtlich wird, was sich da verbirgt. These:

Es läuft auf einen Zweikampf zwischen Grünen und AfD hinaus. Diese beiden Parteien haben bei beiden Wahlen ein nennenswertes Plus gemacht und zerreiben zwischen sich alles andere: die FDP physisch und programmatisch; die SPD ebenfalls, darüber darf der Sonderfall Brandenburg nicht hinwegtäuschen; die Linke hat ihre Chance mit der Abdrängung Sahra Wagennechts vergeben, "Aufstehen" war der letzte Versuch, klar gegen Grün abgegrenzt zu bleiben und eine völlig andere Klientel anzusprechen. Die ist nun zur AfD übergelaufen.

Bleibt die CDU: Sie gilt als AfD-Verhinderer, als bürgerlichere, wählbare Möglichkeit. Noch. Denn das ist ein bisher nicht gedeckter Wechsel. Sollte sie in Sachsen nun tatsächlich mit den Grünen koalieren, während auch nur Koalitionsgespräche mit dem eigentlichen Wahlsieger, der AfD, ausgeschlossen bleiben, werden halbe Kreisverbände überlaufen - wo nicht physisch, dort zunächst innerlich. Ihnen den entscheidenden Schubs zu geben, ist die Aufgabe der AfD.

Zurück zu den Grünen: Hoffentlich machen die genau so weiter wie bisher und implementieren eine widersinnige, unproduktive, schulmeisterliche, sauteure Besserwisserei nach der anderen - finanzierbar nur, weil fünfzehn Millionen deutsche Plusmacher sich ausnehmen lassen wie Weihnachtsgänse und Welthandel und Finanzsystem gerade noch funktionieren.

Der Gegenentwurf muß auf Wir-Definition, also nationaler Identität, auf Ordnungsstaat und spürbarer Autorität, auf solidarischem Patriotismus und auf einer für die deutsche Mentalität typischen Mischung aus Leistungsgedanke und Verstaatlichung beruhen.

Seit der Wende heißt das Normalisierungspatriotismus, und klar ist, daß dieses Konzept immer (wirklich immer) defensiv, also als Verteidigung des Eigenen, formuliert wurde. Wenn der Gegner etwas anderes behauptet, dann lügt er.

Normalität herstellen, das Eigene erkennen, das Wir definieren und verteidigen - wir werden dieses Konzept während der kommenden Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik in extenso behandeln. Unter anderem wird Alice Weidel vortragen.

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5. Es ist fast alles vorhanden

Ja, es ist tatsächlich fast alles vorhanden für eine politische Wende in Deutschland: Wähler, Unmut, Konturen eines Programms, Mandatsträger auf allen Ebenen, eine ins Tausend gehende Mitarbeiterschaft, ein sich ausdifferenzierendes Vorfeld, Theorie, Bücher und Zeitschriften, Initiativen, Stiftungen, Begriffe, vorzeigbare Gesichter.

Wenn der nächste gewaltige kalte Realitätsschock in die Deutschen fährt, wird es für den Unmut ein sehr viel besser und breiter angelegtes Auffangbecken geben als noch vor vier oder fünf Jahren. Das war vor zehn Jahren noch unvorstellbar, und das ist jetzt da und kann nicht mehr einfach so zertrümmert werden.

Geduld also, Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Es wird langsam gebohrt, das wissen wir doch alle.

Was fehlt, ist die eine große Zeitung, der eine große Sender, der sich entschlösse, das alternative Milieu wohlwollend abzubilden und zu Wort kommen zu lassen. Das wäre noch nicht einmal eine vor allem idealistische Entscheidung: Eine Welt, die unter 100 000 Abonnenten hat, eine FAZ, die ihre Abonnentenzahl halbierte, hätten plötzlich das Alleinstellungsmerkmal desjenigen, der im Osten einem Viertel und im Wesen einem Siebtel der Wähler Fairneß angedeihen ließe - wenigstens das.

Klar ist: So etwas kann keine Neugründung sein, so etwas müßte als Fahnenwechsel wiederum aus der Mitte kommen, wie die AfD selbst. Dort lief es so: Der partielle Unmut der Gründer ließ sie ein Faß anstechen, von dessen Inhalt sie gleich selbst mit weggespült wurden. Aber bis es soweit war, verging genügend Zeit, um eine breite Basis für ein grundsätzliches Reformprojekt zu begeistern.

Dieses Projekt muß nun ergänzt und vervollständigt werden. Die Wahlen in Sachsen und in Brandenburg sind ein Meilenstein.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (72)

klaus891
2. September 2019 15:15

Meine persönlich größte Befürchtung für die Zukunft ist eine Verhaiderung der AfD bzw eine Kärtnerisierung der östlichen Bundesländer bei einem weiteren Erfolg der AfD, und das ausdrücklich unabhängig von den jeweiligen Überzeugungen der handelnden Protagonisten.
Daher meine Frage in die Runde: Wer und warum teilt diese Befürchtungen ? Und was wäre dagegen zu tun jenseits von Appellen an den Guten Willen ?

Ein gebuertiger Hesse
2. September 2019 15:22

Eine gesundete FAZ oder Welt im hier beschriebenen Sinn müßte Kubitschek nach diesem Aufsatz eigentlich sofort, heute noch abwerben und zum Chefredakteur ihres neuen Politik-Teils machen. Seien wir froh, daß auch hier vorher noch einige (uns) geschenkte Jahre ins Land gehen dürften ...

Niekisch
2. September 2019 16:39

"der Westen verbindet mit der Wende 1.0 nicht im entferntesten das an Lebenserfahrung und Lebensumstülpung, was jeder Sache, Thüringer oder Brandenburger damit verbindet."

Umgekehrt verbindet Mitteldeutschland nicht im geringsten das an Erfahrungen und Umstülpung, was die westlichen Besatzungs- und Besetzungszonen seit Jahrzehnten im Rahmen der Überfremdung durch die Völker der Welt zu erdulden hatten, haben und noch haben werden.

Indigo
2. September 2019 17:23

Ich stimme den Ausführungen von Götz Kubitschek ohne wenn und aber zu, möchte aber ergänzen, daß wir im (jugend)kulturellen Bereich noch erheblichen Nachholbedarf haben, wir„wie Verdurstende über Wasseradern von unendlicher Kraft“ leben, wie es Ernst Jünger ausdrückte und uns nach alternativen Ausdrucks- und Identifikationsformen sehnen. Auf diesem Feld muß in den nächsten Jahren einiges passieren, um nachhaltigen Erfolg zu generieren. Da gilt es, die diversen Subkulturen zu beeinflussen und ganz neue, eigene zu schaffen....

Corvusacerbus
2. September 2019 17:40

Danke für die abgewogenen Anmerkungen, lieber Götz Kubitschek. Man wird sich Gedanken darüber zu machen und dabei z.B. die Erfahrungen der Linken bei der Vereinigung von westdeutscher WASG und mitteldeutscher PDS zu berücksichtigen haben, wie das "Projekt Deutschland" weitergeführt werden kann und muß. "Projekt Deutschland", weil es darum mehr und mehr und allgemein erkennbar geht, das Land, unsere Heimat vor der durch die Achse Macron-von der Leyen-Merkel vorangetriebenen Entsouveränisierung zu bewahren. Auch das ist eine große strategische Frage, je le sais, ob sich die AfD zur EU-Gestaltung bekennt oder die Ent-EUisierung Deutschlands propagiert. Ich bin da eindeutig: Die globalistisch-imperialistische EU hat ihre Zukunft hinter sich und muß zu einer EWG/EFTA 2.0 dekonstruiert werden, aber man kann offen sein für Entwicklungen und muß hier und heute nix entscheiden. Hier und heute ist wichtig, daß sich die Patrioten klug verhalten, in Geist und Stil gut bürgerlich agieren, bis sich die reflexhafte Verweigerung der CDU/CSU zur bürgerlichen Zusammenarbeit lächerlich macht und den reflexhaften Akteuren peinlich wird. Die Situation ist interessant und sie ermöglicht vieles. Ob sich genügend High-Potentials und Etablierte outen, um das "Projekt Deutschland" in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft, und ganz mutig auch in den grünen Großstädten, offen und kraftvoll voranzubringen wird man sehen; ich denke selber darüber nach.

Gustav Grambauer
2. September 2019 17:46

"These: Es läuft auf einen Zweikampf zwischen Grünen und AfD hinaus."

Ganz offensichtlich läuft das Projekt der Hineinzwängung der Volksfront in das grüne Korsett, mithin der Umwidmung von 'Unity in Diversity' zu 'Diversity in Unity', und zugleich des Aufbaus des hegelianischen Gegenpols. Wer hat nicht beobachtet, wie verstärkt kurz vor den Wahlen die Wähler der CDU

https://www.deutschlandfunk.de/cdu-chefin-kramp-karrenbauer-man-haette-maassen-frueher.868.de.html?dram:article_id=457135

SPD,

https://www.youtube.com/watch?v=x4UTmRtje9k

Linken

https://www.tag24.de/nachrichten/cannabis-legalisierung-linke-schwerin-kiffen-gras-weed-ganja-drogen-legalize-it-1195976

und FDP

https://www.welt.de/kultur/medien/article191379425/Fridays-for-Future-Luisa-Neubauer-streitet-mit-Lindner-bei-Lanz.html

von den Parteispitzen her zielgerichtet und systematisch von ihren eigenen Parteien weg und Grünen sowie AfD zugetrieben wurden?

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"Sonderfall Brandenburg"

Erinnert sich noch jemand an das Kabinett Stolpe mit den beiden Landesmüttern Reginchen Hildebrandt ("Mutter Courage") und Marianne Birthler, durch dessen Politikstil und käßmannkirchlichen Spin viele Märker in den 90ern auf die SPD geprägt wurden wie die Entenküken auf die Entenmutter?!

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8840905.html

These: dahinter steckte damals der Versuch, den Hannover-Filz

https://programm.ard.de/TV/Untertitel/Nach-Rubriken/Dokus--Reportagen/Alle-Dokus/?sendung=2822677110861

(noch mehr dazu von Hagen Grell und beim Kulturstudio)

auf SPD und protestantische Kirche verengt in Brandenburg ("Die kleine DDR") zu imitieren, was zwar institutionell und wirtschaftlich nicht gelungen ist,- vom Lausitzring über die Chipfarbrik über Premnitz bis zum Cargo Lifter ist alles gekracht -, dafür aber von einem Großteil der Wähler, die eine dementsprechende vor allem ideologische Disposition mitbrachten bzw. mitbringen, umso mehr "gramscianisch" verstanden und honoriert wurde und bis heute wird!

- G. G.

Laurenz
2. September 2019 17:57

Die beste Wahlanalyse bisher, (und ich habe schon einige gute gelesen). Nicht nur die Gegenwart wird korrekt ausgeleuchtet, sondern die Perspektive und Orientierung, weg von irgendwelchen Spinnereien, mundgerecht für das konservative Lager. Während sich Herr Broder doch noch recht oberflächlich, aber doch kritisch auf kontraproduktive Ausgrenzungen kapriziert, ist Sein Zukunfts-Bild eher chaotisch italienisch, ideenlos geprägt. Das Spieglein reduziert sich wie immer, ewig gestrig, auf undefinierte Zuwanderung, anstatt den Urwäldern Herrn Schicks eine Chance zu geben, und für die vorhandene Bevölkerung in den Neuen Ländern Industrie-Zentren a la Wolfsburg zu empfehlen. 

1. Es läuft doch optimal. Die AfD ist nun tatsächlich die einzig alternative Option in der deutschen Politik, wobei es der Terminus Vettern-Mißwirtschaft treffender ausdrücken würde. Die Einheitsfront ist inhaltlich am Ende.

2. Wir müssen mit der Angst der Bürger leben. Diese kann, wie von Herrn Kubitschek beschrieben, nur durch existente Normalität abgebaut werden. Bärbel Bohley hatte die Angst des Bürgers schon prophetisch vorausgesehen, siehe hier  https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah 

Aber weniger empathische Menschen brauchen eben 30 Jahre und lernen nur aus dem Schmerz, den Frau Bohley schon hinter sich hatte.

3. Herrn Kubitscheks kalte Duschen im Westen fließen nur über den schnöden Mammon. Bei der am Tropf des Staates hängenden Unterschicht ist nichts zu holen, bei Dax-Vorständen und Aktionären traut man sich nicht, also bleibt nur der immer kleiner werdende Mittelstand, auf dem man monetär immer weiter einprügeln kann, was die Perspektive der AfD im Westen ermöglicht. Wegen der aktuellen Wahlen wurde über die noch im Mai aktuelle Grundsteuer-Debatte das Mäntelchen des Stillschweigens geworfen. Man erachtete die völlig nutzlose CO2-Steuer als bekömmlicher, aber auch das führte zum Ende des Höhenflugs der Grünen. Bei der eigenen Kohle ist der Michel doch zu empfindlich, um seinen großmäulig dargebotenen Überzeugungen zu teuren Taten werden zu lassen. Um auch im Westen Volkspartei zu werden, muß die AfD über liberale Schatten springen und die besten Lösungsangebote für die alles entscheidende soziale Frage bieten.

4. Frau Wagenknecht hat die Niederlage der Linken trefflich beschrieben. All diejenigen, die im  Wandltz 2.0 der linken Bundestagsfraktion leben wollen, haben nichts zu bieten, außer DDR 2.0 Verhältnisse, gespickt mit Goldstücken, Antifa-SA Prügel-Orgien und Arbeitslosigkeit. Man erachtete die eigenen Wähler als blöd und schmiß Frau Wagenknecht, zu unserem Glücke, hinaus.
Wir können nur beten, daß die IM-Erika-CDU weiterhin am Ruder bleibt, dann wird auch der CDU-Wechsel Herrn Kubitscheks nicht eingelöst werden.

5. Was die ehemals großen Medien angeht, so sehe ich schwarz. Auch bei Frau Will, gestern abend, verstanden weder Politik noch Medien, bis auf (Herrn Gauland &) Herrn Machowecz von der Zeit, Büro Leipzig, was die Glocke geschlagen hat. Wie Herr Broder in Seinem Blog bemerkte, werden sich in Brandenburg & Sachsen bei der Regierungsbildung Sachfragen hinten anstellen, und Personalfragen wieder vordergründig behandelt werden. Weder das Spieglein, noch die Einheitsfront, inklusive Frau Will & den öffentlich-rechtlichen Medien werden, unbelehrbar, zu unserem Vorteil, auch nur einen Millimeter vom bisherigen Duktus abweichen. Von daher werden wir zukünftig die Rundfunkräte besetzen - und damit die Wende 2.0 bei der Groß-Deutschen-Aktuellen-Kamera herbeiführen müssen. Schon jetzt läßt der Intendant vom MDR unseren bekanntesten Störenfried aus den Neuen Ländern, Uwe Steimle, regelmäßig auftreten, damit er nach der medialen "Wende" beim Widerstand als Bürgerrechtler dabei war.

Entweder investiert hier Fox-News eine Schweine-Kohle, was unwahrscheinlich bleibt, oder die großen Blogger schließen Kompromisse und bilden ein Neues Medien-Imperium. Aber auch das würde zwischen Heise, Tichys, Albrecht Müller, KenFM, Achgut etc. große Verwerfungen auslösen, denn auch alle Freien lieben den heute üblichen Haltungs- und Erziehungs-Journalismus. Verständlicherweise kommentiert man lieber als zu berichten. Und ich wüßte auch von keiner bisherigen Kooperation zwischen deutschen Bloggern, die gemeinsam mit Southfront ein wichtiges Feld beackern würden, was bisher in deutschen Medien unberücksichtigt bleibt, das macht bisher nur Veterans Today in den USA.

Es geht voran....

@klaus891 ..... Hm, Herr Haider war sehr erfolgreich, ein Volkstribun. Er verkaufte die quasi pleite gegangene Hypo-Alpe-Adria ziemlich geschickt an die verblödete Bayerische Staatsregierung. Franz-Josef Strauß wäre das nicht passiert. Die AfD hat bisher niemanden mit der Strahlkraft eines Herrn Haider und ist auch ziemlich empfindlich gegen Partei-interne Kronprinzen und -prinzessinnen, siehe Bernd Lucke oder Frauke Petry, die jetzt unter ferner liefen laufen. Die internen Abläufe der AfD basieren eher darauf, daß sich die AfD-Liberalen die Wahl-Erfolge der solidarisch gesinnten Patrioten zunutze machen, und intern zu viele Ämter und Funktionen besetzen. Würden die AfD-Liberalen eigenständig auftreten, könnten sie sich in Brandenburg und Sachsen mit der FDP 4,xx% der Stimmen teilen. Aber das ist rein intern zu regeln und wie Herr Gauland korrekterweise auf Seiner Wahlrede klar kundtat, Spaltungen dienen nur dem politischen Gegner, und jeder AfDler, der zur Spaltung extern beiträgt, ist ein politischer Gegner. Von daher, klaus891, würde ich das Fell erst verteilen, wenn es auch abgezogen ist.

@Niekisch ... fast philosophisch die unterschiedlichen Realitäten ausgedrückt, das gilt nicht nur für die Neuen Länder, sondern ganz Osteuropa. Politisch leben die noch alle in 1937, bzw. fürchten 1952. 

Aber es liegt eben an uns, genau die Unterschiede zu balancieren. Herr Kubtischek hat es doch bestens in Worte gefaßt.

Ernst-Fr. Siebert
2. September 2019 18:25

Herr (?) Niekisch: Der Unterschied ist der, die in den "westlichen Besatzungs- und Besetzungszonen" ... haben das so... "seit Jahrzehnten" gewollt und wollen es mehrheitlich noch immer.
"Der Graben muss erst noch tiefer Werden..."

qvc1753
2. September 2019 18:29

Interessant. Der Knackpunkt bisher ist in der Tat, das sich z.T. gewonnene Mandate durch Kandidaten besetzen lassen. Eine Partei ohne Mitglieder macht jedoch wenig Sinn.
Weiterhin bleibt ab zu warten, inwieweit das, was bisweilen aus Ostverbänden gesagt wird, im Westen so goutiert wird.
Von Herrn Kalbitz, der angeblich immer wieder ungewollt auf Nazisufmärsche geriet, liesse sich nicht jeder in Köln, Frankfurt a. M. oder Wiesbaden auf einem Marktplatz begeistern. Vielleicht ist das alles gerade wahlbedingt hochgekocht, ein nicht unerheblicher Teil der Wähler in westlichen Städten findet dies aber eher unappetittlich.
Geschenkt.
Ich vermute einmal, dass sich nicht jede Wahlkampfrede eines Herrn Höcke oder Kalbitz in gleicher Weise in einer westdeutschen Grossstadt wiederholen liesse. Bei mir zu Hause kämen da nicht unbedingt diejenigen und auch nicht in dieser Zahl, die sich in Magdeburg oder Dresden auf den Plätzen blicken liessen. Die Welten dind da doch verschieden.
Es darf nicht vergessen werden wo immer noch demoskopisch und wirtschaftlich die bestimmende Mehrheit sitzt.
Alleine NRW hat mehr Einwohner als alle Neuen Bundesländer zusammen.
Auf die Stimmen im Westen kommt es daher an. Und der ist städtisch mehrheitlich. Und dort führt gerade nicht die AfD.
Wie gesagt - es ist interessant, wie sich das entwickeln wird.

Andrenio
2. September 2019 18:32

Ein Paukenschlag in Sachsen zur Eröffnung der Sitzungsperiode, das wäre was.
Solange an keiner Plenarsitzung teilnehmen, solange der eine gewählte Abgeordnete nicht einziehen kann. Sich aber die ganze Zeit im Foyer aufhalten; und das über Wochen und Monate.
Sich nichts, aber auch nichts gefallen lassen. Bei der Besetzung der Ausschüsse sich knallhart durchsetzen. Absolute Priorität auf Innere Sicherheit, Asyl und VS. Bei den parlamentarischen und Fraktionsbeschäftigten gerade diese Bereiche überbesetzen.
In den Haushaltsausschuss den besten Mann (oder Frau). Sich dabei immer mit Böhringer abstimmen. Alle finanziellen Schweinereien eisern verfolgen und aufdecken.
Massiven Druck auf die Staatsanwaltschaften ausüben, wenn diese politisch motiviert handeln und nicht im Sinne des Rechtsstaats. Einstellungen von Ermittlungen oder Skandalurteile skandalisieren.
Mindestens eine grosse Anwaltskanzlei gründen oder -falls schon bestehend- massiv fördern und dann fordern. Jede Kleinigkeit vor Gericht.
Nun zum Beitrag:
Die Skandalentscheidung gegen eine Landesvorsitzende mit Parteiausschluss, das muss beim nächsten Parteitag auf die Tagesordnung und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Das wird den Kopf von Pazderski kosten müssen, sonst droht eine Spaltung.
Machen wir uns klar, dass wir nicht wissen wer ursprünglich hinter der Parteigründung stand und heute im Hintergrund die Fäden zieht.
Sollte sich die AfD professionalisieren, werden diese Kräfte an Übergewicht gewinnen.
Die jetzige Bundesgeschäftsstelle ist ein Trauerspiel, in unserem LV BW sieht es keineswegs anders aus. Finanzielle Unregelmässigkeiten wohin man schaut.
Eine grosse Zeitung gewinnen? Bei der "Welt" denke ich nur an das Schicksal von Günter Zehm "Pankraz". Der wurde nach Durchhalten der wahrscheinlich längsten ununterbrochenen Kolumne gefeuert und fand bei der JF Unterschlupf. Matussek musste Tschüss sagen bei Springer und Focus, ähnlich wie Klonovsky.
Kein Wunder, dass bei all dem keine Euphorie aufkommen will. Meine Prognose, dass die Spalter in den westlichen LVs umso schärfer agieren werden, je höher die Wahlergebnisse im Osten ausfallen, wird such hoffentlich nicht erfüllen. Legt Höcke ein ähnliches Ergebnis nach, wird man sehen.

DanielKnight
2. September 2019 18:38

Stimme in allen Punkten zu. Vor allem dass sich ein bereits bestehender Sender und/oder eine bereits bestehende Tageszeitung dazu entschließen müsste, wohlwollend bzw. fair über die AfD zu berichten. Und noch eines kommt hinzu dass sie vergessen haben: Viele die einen Mitgliedsantrag gestellt haben, bekamen nie eine Antwort oder wurden zu einem Gespräch eingeladen. Auch wenn diese politisch vorher nie in Erscheinung getreten sind.

Laurenz
2. September 2019 19:12

Nachtrag ... hier kann man bestens erkennen, mit welcher Beratungs- und Verständnis-Resistenz das geistig verkümmerte Spieglein geschlagen ist. Man will nicht wissen, daß die eigene verbriefte Hetze den Aufstieg der einzigen Basis-demokratischen Partei in Deutschland zum großen Teil bewirkt und das Erbe Rudolf Augsteins verrät.
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-verschiebt-diskurs-im-osten-nach-rechts-kommentar-a-1284873.html

Th.R.
2. September 2019 19:14

Zitat Kubitschek:

"Der Gegenentwurf muß auf Wir-Definition, also nationaler Identität, auf Ordnungsstaat und spürbarer Autorität, auf solidarischem Patriotismus und auf einer für die deutsche Mentalität typischen Mischung aus Leistungsgedanke und Verstaatlichung beruhen.

Seit der Wende heißt das Normalisierungspatriotismus, und klar ist, daß dieses Konzept immer (wirklich immer) defensiv, also als Verteidigung des Eigenen, formuliert wurde. Wenn der Gegner etwas anderes behauptet, dann lügt er.

Normalität herstellen, das Eigene erkennen, das Wir definieren und verteidigen - wir werden dieses Konzept während der kommenden Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik in extenso behandeln. Unter anderem wird Alice Weidel vortragen."

Genau diese Linie muß gefahren werden. Und eben hier muß endlich auch der böswillige Vorwurf des Extremismus und des Radikalismus der anderen gegenüber der AFD angegangen und entkräftet werden.

Was die AFD will und einfordert, ist weder rechts noch links, weder extremistisch und auch nicht radikal. Sondern die AFD fordert Selbstverständlichkeiten ein. Der Weg der AFD ist ein gleich- und ebenmäßiger gerader Weg, der einen stabilen festen Grund bietet, auf dem unser Volk seinen Weg in geordneten Verhältnissen über kommende Hindernisse hinweg in eine halbwegs gesicherte Zukunft begehen kann.

Extremisten sind aber jene Kräfte, die die Ordnung in diesem Land 2015 aus den Angeln gehoben und dem Identitätsgefühl der Deutschen den Boden unter den Füssen weggezogen haben.

Th.R.
2. September 2019 19:34

@klaus891

Was Ihnen Befürchtungen sind, sind mir Hoffnungen.

Was Sie im Grunde meinen, ist doch Ihre und anderer Furcht, dass sich die ganze Sache zu einer Sezessions- und Separationsbewegung entwickeln könnte, die schlussendlich nichts weniger denn die staatliche Autonomie Sachsens und angrenzender Teile bzw. die Abspaltung von der BRD fordern wird.

Was aber, wenn sich die Sachsen, Brandenburger und Thüringer heute überwiegend nicht mehr als BRD-"Deutsche" verstehen, sondern - als Resultat einer schleichenden unterbewußten Identitätsneubildung - zuvorderst als Sachsen, Brandenburger und Thüringer, die mit den tonangebenden BRD-Deutschen da drüben fremd geworden und mit ihnen gebrochen haben?

Was, wenn die sich morgen, oder vielleicht auch heute schon, so fühlen, wie sich Österreicher als Österreicher und Schweizer als Schweizer?

Skaansdirmo
2. September 2019 19:47

Nach meiner Erfahrung ist das Bewußtsein, auf die Mitarbeit von "Experten auf ihrem Gebiet, Verfahrens- und Verwaltungsfachleute, IT-Spezialisten und Organisationsgenies, Medienprofis und vorzeigbare Gesichter" angewiesen zu sein, nicht sehr stark ausgeprägt.

Laurenz
2. September 2019 20:21

@Andrenio .... Zitat ... Die Skandalentscheidung gegen eine Landesvorsitzende mit Parteiausschluss, das muss beim nächsten Parteitag auf die Tagesordnung und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Das wird den Kopf von Pazderski kosten müssen, sonst droht eine Spaltung. -Zitatende

Ich habe die Nase von ewig Ignoranten und Spaltern, wie Ihnen, die Nase gestrichen voll. Im Falle von Fürstin von Sayn-Wittgenstein hat der Bundesvorstand entschieden, Punkt. Ab und an muß man ein Bauern-Opfer bringen, um die Disziplin aufrecht zu erhalten, von der Sie, Andrenio, nichts wissen wollen. Haben Sie das denn nicht verstanden? Hören Sie Sich die Wahl-Rede von Herrn Gauland an, https://youtu.be/yAU-3IjwVjo und halten Sie Sich bitte gefälligst daran, was Herr Gauland und Herr Kubitschek, auch von Ihnen, fordern. Wir brauchen keine Trojanische Pferde und Judas-Protagonisten, wie Sie. Solange Sich keine/r eines Fehlverhaltens gegenüber der Partei schuldig macht, brauchen wir jede Frau und jeden Mann für unser gerechtes Anliegen.

RMH
2. September 2019 20:47

"Ich vermute einmal, dass sich nicht jede Wahlkampfrede eines Herrn Höcke oder Kalbitz in gleicher Weise in einer westdeutschen Grossstadt wiederholen liesse. Bei mir zu Hause kämen da nicht unbedingt diejenigen und auch nicht in dieser Zahl, die sich in Magdeburg oder Dresden auf den Plätzen blicken liessen. Die Welten dind da doch verschieden."

@qvc1753
Wohl die allermeisten, der von interessierten Kreisen "inkriminierten" Sätze Höckes wurden nicht bei öffentlichen Marktplatzreden gemacht, sondern bei anderen Gelegenheiten (gut, dass mit den 1000 Jahren war wohl so eine Demo-Rede in echter Öffentlichkeit).

Zudem musste man in der Vergangenheit bei öffentlichen Auftritten Höckes auf Plätzen etc. im "Westen" als rein Interessierter überhaupt erst einmal den Mumm aufbringen, bei mit starken Body-Armors versehenen Polizeikräften höflich anzuklopfen, um Einlass durch starke Absperrungen (Kuhgitter etc.) in den inneren Cordon zu erhalten, damit man einen Blick auf die Rednertribüne bekam. Diese Überwindung bringt, außer hart gesottene Anhänger, die man eigentlich nicht mehr von seiner Sache überzeugen muss, kaum einer auf - auf den berühmten "zufällig" vorbeikommenden und dann wegen der Rede hängen bleibenden Zuhörer kann man also schon einmal aufgrund dieser Rahmenbedingungen nicht hoffen.

Übrigens: Höcke hat bereits eine ausgedehnte "Ochsentour" durch den Westen absolviert - schon vor einigen Jahren und genau an der Teilnahme an solchen Redeauftritten (natürlich nur als Zuhörer) basiert auch meine Beschreibung. Ich war auch bei den ersten West-Pegidas. Das war reinstes Spießrutenlaufen und deswegen ist es auch so gut wie eingeschlafen - man kam sich als Teilnehmer vor, als würde man die Rolle des E. Goldstein spielen für die 2 Minuten Hass des Establishments. Da schließt sich keiner einfach mal so spontan an, auch wenn er im Grunde eigentlich dem Anliegen zustimmen würde.

Im Westen klappt das mit den Kundgebungs- und Infoständen- Wahlkämpfen einfach nicht, da zu große Hürden und zu große Schikanen zu erwarten sind, die bis zum fliegenden Rollkomando der Anitfa gehen. Das soll jetzt kein Gejammere sein, sondern lediglich eine Bestandsaufnahme. Der Wahlkampf muss hier - im Westen - also sehr stark im virtuellen Raum stattfinden und das, was in Kubitscheks Punkt Nr. 5 genannt wird, ist dringlich bis überfällig, damit es auch in den "alten Bundesländern" noch besser klappt (unter den gegebenen Ausgangsvoraussetzungen und Bedingungen - s. auch oben - klappt es auch dort zumindest gut, dass sollte man schon anerkennend festhalten). Die AfD muss hier gebetsmühlenartig immer und immer wieder die Justiz bemühen, um sich diese Räume wieder zurück zu erobern, aber das wird lange Zeit brauchen.

Und damit zum Artikel von G.K., der doch wohltuend real politisch ist und sich damit nahtlos in die Veröffentlichungen der letzten Jahre einreiht. Ich kann hier eigentlich nur bei einem einzigen Punkt sagen, dass ich leicht anderer Auffassung bin und das ist der Punkt, mit den Umfrageergebnissen vor den Wahlen. Die Zeiten, wo man versuchte, die AfD klein zu rechnen, sind meiner Meinung nach schon vorbei. Im Gegenteil, dass mit einem "Schreckgespenst" AfD als stärkste Partei hausieren gehen konnte, dürfte einige Wähler dazu animiert haben, dann lieber Union oder SPD zu wählen, damit bspw. die Grünen bei einer kommenden "Regierung des Restes" nicht zu stark werden. Genau mit diesem Argument begibt sich ja bereits jetzt die Union in Thüringen in den Wahlkampfendspurt.

Im Übrigen zeigt der Kommentar von G.K., dass er offenbar oft und viel auch einfach nur zugehört hat und damit den Puls an der Basis hat (also gerade nicht in einem irgendwie gearteten intellektuellen Elfenbeinturm oder einer "Blase Schnellroda" sitzt).

Insbesondere Punkt 2 möchte ich uneingeschränkt zustimmen. Ich vermute, dass es bspw. genau u.a an den in Punkt 2 geschilderten Umständen liegt, dass in meiner fast 8tsd Einwohner zählenden bayer. Gemeinde noch kein AfD-Ortsverband gebildet werden konnte (obwohl bei uns bei den letzten Wahlen stets satt zweistellige Ergebnisse für die AfD erzielt wurden, >15%), damit man dort auch in der kommenden bayer. Kommunalwahl antreten kann (wir haben in meinem Wohnort meiner Meinung nach dank starker deutsch-russischer Bevölkerung das Potential, in diesem Ort >20 % bei der anstehenden Kommunalwahl zu holen, aber es gibt ja noch nicht einmal einen Ortsverband und vermutlich wird es damit auch keinen Wahlantritt in dieser Gemeinde geben. Typisch bayerische Probleme im Flächenland Bayern. Da wird die AfD richtig Probleme zur Kommunalwahl bekommen, flächendeckend antreten zu können).

Insgesamt: Ein Artikel der zur rechten Zeit, welcher der AfD auch Mut macht, selbst wenn es mit dem Ziel, einmal in einem Bundesland stärkste Partei zu werden, vorerst noch nicht geklappt hat. Aber wer weiß schon, ob die GroKo in Berlin überhaupt noch bis zum Ende der Legislaturperiode durchhält. Ich persönlich vermute zwar ja, aber die Fragezeichen dahinter werden größer (kann ja schon mit der Wahl der neuen SPD-Vorsitzenden vorbei sein).

klaus891
2. September 2019 21:04

Ich möchte meine Befürchtungen ein Stück weit etwas genauer definieren. Zu allererst die gescheiterte Regierung schwarz-blau I, aber geschenkt. Haider war erfolgreich, weil er es verstand auf drei Themen zu setzen: Rotschwarzen Filz, Migration und ein AntiEU-Ressentiment. Alles drei prinzipiell gute Themen, nur leider in Kombination mit dem Stil zog es das falsche opportunistische Personal an (Buberlpartie und div. Prozesse sind ja bekannt). Außerdem ist Kärnten Dank einer sehr ausgabenfreudigen Politik und unnötiger Prestigeprojekte ähnlich pleite wie Griechenland. Der unverzeihlichste Fehler ist aber aus meiner Sicht diese vermeintlich plebäische Antiintellektualität mit der man vlt mehr Stimmen holt, aber gewiss nicht in die Milieus eindringt, auf die es ankommt.

silberzunge
2. September 2019 22:05

Gute Analyse von GK. Der Westen ist leider der Knackpunkt, dort lebt die Masse (sprichwörtlich). Im Osten muss die AfD solide, bürgernahe Arbeit leisten, wo sie nur kann. Kein Betrug, kein Kleinkrieg usw. Dann wird der Rückhalt im Volk manifest. In der Folge kommen auch mehr Leute in die Partei.

Im Westen dagegen wird sich die Partei, wie einige Kommentare bescheinigen, erst Räume juristisch erkämpfen müssen. Das muss gemacht werden. Eines darf dort wie da niemals aufkommen: Saturiertheit, Hochnäsigkeit und Verrat.

Laurenz
2. September 2019 22:15

@klaus891 .... das mag alles sein. Aber ich wundere mich über Ihr Demokratie-Verständnis. Ist ja fast so wage wie das von Frau Schwesig. Bei der ist es nur Demokratie, wenn die Sozen regieren. Würde Herr Haider heute wiederauferstehen, hätte er in Kärnten über 60%.

Atz
2. September 2019 22:31

Ich denke jetzt sollten alle Ressourcen auf den Wahlkampf in Thüringen geworfen werden.

https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm

Dort regiert die Linkspartei. Die hat in Thüringen nur maximal 4500 Mitglieder.

--

Anti-EU ist politischer Unsinn. Eine EU Lösung ist mittlerweile ein Code für eine Änderung des isolierten deutschen Kurses, eine Hoffnung auf die wunderbaren vernünftigen Regierungen anderer Staaten und ein sehr gut zersplittertes Europaparlament, in dem jeder Abgeordnete was gilt und Fraktionszwang nicht durchsetzbar ist.

GoetzGeorg
2. September 2019 23:08

Es ist unrealistisch, davon zu träumen oder auszugehen, daß irgendein Sender oder Printmedium eine "göttliche Eingebung" bekommt, und wieder seinen journalistischen Aufgaben als vierte Gewalt gewissenhaft nachkommt, bzw. im Kommentarbereich und im Grundton sich für ein konservativ bürgerlich demokratisches Deutschland einsetzt, daß seinen Bürgern überhaupt wieder eine Zukunft bieten kann. Hier müssen mindesten € 20Mio. in die Hand genommen werden, um einen quasi FOXNews Channel zu etablieren, mit mehr Unterhaltungsformat sogar 50 Mio..

Ich bin nicht nah genug in den AfD Strukturen oder in deren mentale Lebensrealität. Ich habe aus der Ferndiagnose aber den Eindruck, daß an dieser entscheidenden medialen Stelle, nicht das Bewusstsein herrscht, daß nur, und ich wiederhole nachdrücklich (!!!), nur mit einem solchen professionellem "eigenen" Sender die Wende, auch im Westen (!), bzw. in Teilen, machbar ist.

Die derzeitige komplett einseitige GEZ Berichterstattung, ziert ansonsten fast nur autoritäre Staaten. Ich genieße persönlich häufig die demokratische Vielfalt in Polen und den USA. FOXNews und CNN, TVP und TVN. Die PiS hat konsequent durchgegriffen und den staatlichen Sender TVP personell umstrukturiert, um einen fairen Ausgleich herzustellen. Wer will, kann dann auf TVN umschalten, um die PO/linksliberale Position zu begutachten. Dies sollte auch in unserem Land selbstverständlich sein. Die bittere Realität zeigt uns, wie weit wir in D von einer demokratischen Medienlandschaft entfernt sind. Wenn ich in D bin, suche ich das Gespräch vorwiegend mit dem bürgerlichen, manchmal auch grünen Gegenüber. Auch die CDU affinen Gesprächspartner befinden sich meistens im Tal der Ahnungslosen und zeigen sich völlig vom MSM "verstrahlt", sind aber dann meist sehr überrascht und neugierig, warum man über die AfD, Trump, Salvini, Klimawandel und Cie. auch anderer Meinung sein kann.

Ich scheine häufig der erste "Ausserirdische" zu sein, der ihnen die frohe Botschaft bringt und sie nehmen gerne meine Links, angefangen von NZZ.ch und anderen alternativen Medien gerne an. Diese persönlichen Gespräche müssten täglich tausendfach stattfinden, solange wir kein eigenes schlagkräftiges Massenmedium haben. Das dies nicht realistisch ist, zeigt umsomehr wie wichtig das eigene (TV) Medium ist. Die derzeitigen alternativen Medien, also Blogs, Videokanäle etc.pp erfüllen eine enorm wichtige Aufgabe, können aber in der gesellschaftlichen Breite und Wirkung nur ein Provisorium mit all seiner Begrenztheit, darstellen. Das professionelle Personal für einen "FOX"Channel wäre durch die personellen "Ausfälle" der MSM relativ einfach darstellbar. Hat jemand von der AfD jemals bei Familie Murdoch angerufen ? (Ich befürchte nicht)

Thomas Martini
3. September 2019 00:31

Nichtwähler bleiben in den Rückschauen zu den vergangenen Landtagswahlen erneut unsichtbar wie ein Chamäleon. Dabei stellen Nichtwähler sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen weiterhin die größte Fraktion.

Von den 66% der „Wahlberechtigten“, die in Sachsen dem Aufruf von Regierung und Opposition folgten, um ihre Stimme in eine Wahlurne zu werfen, haben immerhin 30% die AfD gewählt, etwa 700.000 Menschen. Deutlich mehr Sachsen haben sich indes der „Demokratiesimulation“[1] verweigert. In Zahlen über eine Million. Selbst in der PEGIDA-Hochburg Dresden: 28% Nichtwähler.

Von tausenden und abertausenden Plakaten grinsen wochenlang an jeder Straßenecke die „vorzeigbaren Gesichter“[2] der demokratischen Parteien auf die Wähler herab. Man buhlt um die Stimme des Wählers, an Ständen, an der Haustüre, in Großraumhallen. In Zeitung, Funk und Fernsehen, überall werden die Bürger auf die kommende Wahl aufmerksam gemacht, und dennoch, wie in Brandenburg, sehen weiterhin 40% der Masse davon ab, wählen zu gehen. Rechnen wir 5% raus, die am Sonntag unpässlich waren. Dann blieben allein in Brandenburg immer noch 35% der Bevölkerung, die nicht am Hochamt der Demokratie teilnahmen. 35%, die weder von den Grünen, noch von der AfD etwas wissen wollen.

Wer Nichtwähler kennt, weiß, das sind meist keine Schlafschafe, sondern Menschen, die auf dem Boden der Tatsachen leben, einer Ebene jenseits der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Nichtintellktuelle[3], die dennoch eins und eins zusammenzählen können, und somit gute Gründe haben, oder sich instinktiv vom parlamentarischen Demokratietheater fernhalten. Es gibt Nichtwähler, da wurde kein Vertrauen verspielt, es war schlichtweg nie welches vorhanden. Man könnte das in seiner Gesamtschau in Erwägung ziehen, beim Anmerken.

Übrigens: Ein ungefähr ebenso großer Teil der Bevölkerung, wie jener der Nichtwähler, arbeitet jüngsten Untersuchungen zufolge im Osten für einen „Niedriglohn“.

[1] Das war hier Konsens, daß wir in der BRD nur in einer „Demokratiesimulation“ leben. Darauf konnte man sich noch einigermaßen verständigen, wenngleich nie jemand erklären konnte, wie daraus eine "echte" Demokratie zu bewerkstelligen sei. Rund um Wahlen herum vergessen viele Zeitgenossen sogar das. Demokratischer Vollrausch.
[2] Was verbirgt sich hinter der Notwendigkeit von „vorzeigbaren Gesichtern“?
[3] Wie oft gilt es daran zu erinnern: „Ein Intellektueller zu sein ist eine Berufung für jedermann: ..." - Noam Chomsky

Laurenz
3. September 2019 01:32

@Atz .... interessant .... was meinen Sie bitte, wie lange eine Regierung aus 5* & Italo-Sozen hält? Ein halbes Jahr, 1 Jahr?
Auch wenn es viele arme Italiener gibt, ist das Vermögen des Durchschnitts-Italieners 4x so hoch, wie das des Durchschnitts-Deutschen. Wenn die Lega in einem absehbaren Zeitraum, spätestens am 28. Mai.2023, die Macht ergreifen wird, ist der Austritt Italiens aus dem Euro absehbar, alleine schon wegen der stark expandierenden Haushaltskosten und den unglaublichen Zinsleistungen, die dann auf Italien zukommen.

In diesem Augenblick bricht der Euro zusammen, und Deutschland kann über 600 Milliarden Euro aus nie fällig werdenden Targetsalden abschreiben. Dem ignorierenden deutschen Wähler, welcher die Abschreibungen zu tragen hat, werden wir dann nichts mehr über Anti-EU oder Anti-Euroland erzählen müssen. Der italienische Wähler hingegen bewertet seine Immobilien einfach dann in Lira ohne jegliche Verluste. Es gibt zwischen Staaten keine Kredit-vertraglichen Regelungen über Sicherheiten. Wir können Sardinien nicht wegpfänden. Die Spanier wünschen schon seit vielen Jahren eine EU-Arbeitslosenversicherung, weil Spanien über ein Jahr hinaus keine Arbeitslosenversicherung hat. Frankreich setzt die Fondsicherung einer europäischen Bankenunion durch. Es existiert nur in Deutschland eine europäische Solidarität, schon seit dem frühen I. Reich. Deutsche träumten schon immer vom Welt-Bürgertum.

Wissen Sie von EU-Netto-Empfängern, die auch mal 1 oder 2 Jahrzehnte, ganz solidarisch, zu Netto-Zahlern mutieren wollen? Man braucht in Europa überhaupt keinen Krieg mehr gegen Deutschland zu führen, er hat nie aufgehört, er findet eben nur mit finanziellen Mittel statt. Das will aber auch hier niemand wissen, solange die Rente sicher ist..... Ihre vernünftigen europäischen National-Regierungen haben nie aufgehört, nationale Politik zu machen. Daß die Briten nicht mal Bock haben, die halbe Miete zu zahlen, wird jetzt immer sicherer. Auch die Briten wollen keinen permanenten Krieg verlieren. Das sind sie auch wirklich nicht gewohnt. Wenn das Euroland in ein paar Jahren zusammenbricht, werden wir auch noch mit einer massiven Deflation zu kämpfen haben. Soviel Geld kann die Bundesbank gar nicht drucken, um die extreme Geldaufwertung aufzuhalten. Schauen Sie Sich die Bilanz der Schweizer Nationalbank an. Was macht diese, um die Kurssteigerung des Franken gegen die ganzen Toilettenpapier-Währungen nicht in den Himmel wachsen zu lassen? Sie erhöht ihre Bilanzsumme ins Astronomische, und ist zumindest pro Kopf die größte Nationalbank der Welt. Jetzt rechnen Sie das mal auf die Bundesbank hoch. Es wäre zwar seriöser als jetzt, aber auf die Schnelle nicht so einfach zu bewältigen.
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/666-milliarden-die-snb-ist-eine-gewaltige-investorin
https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article175649003/Geldanlage-Der-gefaehrliche-Erfolg-der-Schweizer-Nationalbank-Aktie.html

Von daher, Atz, über Europa brauchen wir die nächsten 100 Jahre nicht mehr nachdenken. Die Musik wird woanders spielen. Und wir brauchen nur jemanden, der uns unauffällig und geschickt hilft, die Süd-Europäer, welche permanent auf unseren Deckel saufen, politisch, nicht im Außenhandel, loszuwerden. Das geht deswegen nicht ohne Unterstützung, weil wir eine militärische Großmacht brauchen, um das durchzusetzen.

JakobusMolensis
3. September 2019 02:19

Zum Personal:
Ja, eine Parteimitgliedschaft muss man sich leisten können. Das betrifft nicht nur den beschriebenen Aspekt des sozialen Umfelds. Sich ernsthaft in einer Partei zu engagieren (und nicht nur ein Parteibuch zu besitzen) kostet auch einen signifikanten Einsatz an Zeit, und nicht zuletzt auch ein gewisses Spesenkonto. Und wenn es Leute gibt, die einem ob des Partei-Engagements auch mal das Auto anzünden, muss das Spesenkonto etwas großzügiger sein.

Mal konkret: ich finde, bevor ich mich auf irgendeine Mitgliedschaft einlasse, möchte ich erstmal die Leute persönlich kennenlernen. Also hab ich mal mit meiner betreffenden Ortsgruppe Kontakt aufgenommen - genauer gesagt, das versucht, denn es blieb beim Versuch: Antwort gab es keine.

Zu den Grünen:
Die Grünen sind nicht nur, wie Götz Kubitschek treffend bemerkt, der entscheidende Gegner, sondern sie sind auch in anderer Hinsicht ein Sonderfall: sie sind nämlich keine Partei, sondern eine Religion. Damit meine ich: sie vertreten keine politischen Interessen und Interessengruppen, sondern ethische. Und das passiert nicht im intellektuellen Diskurs (wo man argumentativ überzeugen kann), sondern auf der Gefühlsebene. Dazuhin hat so eine ethische Agenda auch naturgemäß keinen Bezug zu einer Nation oder zu irgendwelchen nationalen Interessen; sie ist, im sinne des Wortes, grenzenlos.

Das ist m.E. das Grundproblem, aus dem sich eine allgemein geringe Begeisterungsfähigkeit für patriotische Ideen dann nur konsequent ergibt. Im Osten gilt das so nicht, weil da in der Zeit, als die Grünen sich als neue Heilsbringer etabliert haben, andere Verhältnisse herrschten. Hier tut m.E. eine "Entzauberung" not, denn das bloße Faktum der "widersinnigen, unproduktiven" usw. Politik kommt auf der Gefühlsebene nicht unbedingt an.

klaus891
3. September 2019 06:31

@Laurenz
Es ist meine feste Überzeugung, dass weder demokratische Mehrheiten allein noch eine metapolitische zahlenmäßige Überlegenheit allein ausreichen. Es kommt aus meiner Sicht darauf an, die jeweiligen relevanten Funktionseliten "zu knacken" und das schafft man nicht mit Appellen an den kleinen Mann. Z.B. ist wahrscheinlich das letzte worauf sich eine Genderista in Westdeutschland und ein frustrierter Wende Verlierer im Osten sowie alles Volk dazwischen einigen könnten wäre, das die Finanzindustrie eine vorn Laz braucht. Passieren tut nix. Anderes Bsp soziale Medien in den USA, was nützen Mehrheiten im Flyover Country, wenn die Masters of the World ihre Anti Trump Bemühungen subtiler gestalten und intensivieren würden ? Oder zurück in Deutschland hier nenne ich jetzt einfach Mal den Namen Maaßen zum Thema Sicherheitsbehörden. Es ist von daher als Partei auch wichtig mit Stil und Theoriearbeit in diese relevanten Milieus einzudringen. Die Grünen haben das am besten verstanden, wenn man sich ihr Wählerclientel anschaut

t.gygax
3. September 2019 07:07

Die Erfolge der AFD sind erfreulich...aber: Gauland putzt im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen am Wahlabend Frau von Sayn -Wittgenstein herunter. Das war mehr als schäbig, mehr als blöd, denn Frau von Sayn-Wittgenstein repräsentiert einen großen Teil der Basis - und ist wesentlich eloquenter und charismatischer als der verbitterte alte Mann, bei dem ich mich allmählich frage, was er will.....( sie sieht auch besser aus, hihi). Ich habe mir alle Reden von Frau Sayn-Wittgenstein angehört, alle Interviews, alle Texte gelesen, die verfügbar sind, da ist nirgendwo etwas "Böses" zu entdecken.

Hier geht es darum, dass die männlichen Karrieretypen der AFD eine engagierte Frau erledigen wollen, und das mit Methoden,die übel sind. Der einzige, der hier klaren Verstand hat, ist Jürgen Elsässer, der weiter sieht als viele andere...marxistische Schulung ist in Politikfragen gar nicht so übel gewesen.... ( subtile Ironie).

Nebenbei: die Gedenkstätte Guthmannshausen wurde 2014 in sezession ausgiebig positiv besprochen-völlig zu Recht- und es stünde den sezessions-Machern gut an, zu ihren früheren Texten zu stehen, auch wenn man sich heute natürlich beflissen davon zu distanzieren scheint, was sehr betrüblich ist.

Venator
3. September 2019 07:08

@qvc1753

Da haben Sie das Problem schön herausgearbeitet. Der gemeine Wessi findet das falsche Zeltlager vor Jahrzehnten unappetitlicher, als die Zeil heute abend. Deshalb bekommt er auch, was er verdient. Moralische Überlegenheit hat eben ihren Preis!

Rob Salzig
3. September 2019 08:24

Die Wahlergebnisse in Brandenburg und Sachsen bestätigen meine Prophezeiung aus dem Jahr 2016, die in meinem Buch „Systemfehler“ nachzulesen ist: „Jeder Flüchtling entspricht zwei ehemaligen CDU Wählern und drei Bürgern, die ihr Lügenpresseabo abbestellen. Je 100 Flüchtlinge bedeuten eine Parteimitgliedschaft bei der Einheitspartei weniger und je 5.000 Flüchtlinge verliert ein Groko-Funktionär Mandat und Gehalt.“
Was jedoch weder Götz Kubitschek noch ich bedacht haben ist, dass sich die Kartellparteien ihre kommenden Wähler selbst schaffen, indem sie die Siedler mit bundesdeutschen Pässen ausstatten, von der flächendeckenden linksgrünen Indoktrination der Schüler und Studenten ganz zu schweigen. Viele Patrioten hoffen zwar auf die Katharsis durch den großen Knall. Doch es ist längst nicht ausgemacht, dass alles nach einer wie auch immer gearteten Wende besser wird. Man denke nur an die Regierungsformen, die den russischen Zar und den Schah von Persien abgelöst haben.

Gast
3. September 2019 08:51

niekisch

Umgekehrt verbindet Mitteldeutschland nicht im geringsten das an Erfahrungen und Umstülpung, was die westlichen Besatzungs- und Besetzungszonen seit Jahrzehnten im Rahmen der Überfremdung durch die Völker der Welt zu erdulden hatten, haben und noch haben werden.

Das klingt als ob die 'westlichen Besatzungs- und Besetzungszonen' an ihrer Besatzung und Besetzung ... leiden würden (wie es bei einer Besatzung/Besetzung, die eigentlich als Vergewaltigung und Verhinderung des eigenen Lebens erfahren werden sollte).

Aber ... WEN genau haben sie in, sagen wir: den letzten 50 Jahren, hier an und unter dieser eigentlichen Vergewaltigung leiden sehen??

Lotta Vorbeck
3. September 2019 08:52

@Laurenz - 2. September 2019 - 05:57 PM
@Andrenio - 2. September 2019 - 06:32 PM
@DanielKnight - 2. September 2019 - 06:38 PM
@GoetzGeorg - 2. September 2019 - 11:08 PM

Bei den offiziellen BRD-Massenmedien handelt es sich allesamt um Lizenzmedien.

+++ "Hier müssen mindesten € 20Mio. in die Hand genommen werden, um einen quasi FOXNews Channel zu etablieren, mit mehr Unterhaltungsformat sogar 50Mio.." [@GoetzGeorg] +++

Diese stattliche Summe in der Kasse (allein) würde nicht ausreichen, um ein schlagkräftiges Gegenmedium zu etablieren, da man in diesem Falle immer noch keine Sendelizenz hätte und selbst dann, wenn man über die dazu erforderliche, reichweitenstarke Broadcasting-Technik verfügen und einfach senden würde, dieser "Piratensender" augenblicklich durch behördlich-repressive Maßnahmen am Sendebetrieb gehindert werden würde.

Rhetorisch in die Runde gefragt: Wer vergibt in der BRD die Sendelizenzen?

Aktuell ist gar die Rede davon, weil man sich angeblich um "den Erhalt der Vielfalt" und "die Verunsicherung der Medienkonsumenten durch Fakenews" sorge, den Lizenzzwang auf bisher nur im Internet präsente 'Freie Medien' auszudehnen.

Gustav Grambauer
3. September 2019 08:58

"These: Es läuft auf einen Zweikampf zwischen Grünen und AfD hinaus."

Könnte gut sein, daß die Parteikader von einem die entsprechenden Reden Hitlers analysiert habenden Spin-Doktor darauf geframed wurden, daß zu viele Parteien eben doch die Macht des Kartells allzu empfindlich destabilisieren.

Viele, die noch in der Wagandt`schen Kinderwelt leben, werden sich erstmalig mit dem Gedanken anfreunden müssen, daß Parteikader nach einer dem Fußvolk verborgenen Agenda und entgegen der Parteiräson ihre eigenen Parteien von oben her einbremsen und sogar zerstören. Einigermaßen aufmerksame Zonis sehen das sofort.

https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=22922458790&searchurl=an%3Djanson%26hl%3Don%26sortby%3D20%26tn%3Dtotengr%25E4ber%2Bder%2Bddr&cm_sp=snippet-_-srp1-_-title4

Und warum wird die WerteUnion beim GEZ-Fernsehen, der Lügernpresse usw. so gehaßt? Doch nicht weil sie denen zu wenig auf Turkey ist, sondern weil sie sich frech von Partikularismus leiten läßt und damit entgegen dem dienenden Ethos das Zweiparteienprojekt sabotiert und verzögert.

- G. G.

Corvusacerbus
3. September 2019 09:08

Die FAZ hat begriffen, worum es geht (egal wie hinterfotzig, hinterhältig oder auch dummblöd begründet und motiviert). Unter der Überschrift "Vereint zu unserem Glück" (in dessen Glanze das deutsche Vaterland blühen möge, wie wir es in der 3. Strophe bekennen ... singen eigentlich grüne Minister auf Fußballtribünen mit oder beten sie währenddessen auch still

RMH
3. September 2019 09:30

Die AfD soll in Sachsen eine Viertelmillion Stimmen von vorherigen Nichtwählern bekommen haben und am stärksten von allen Parteien Nichtwähler für sich mobilisiert haben (wie auch immer das ermittelt wurde):

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahlen-in-sachsen-und-brandenburg-afd-mobilisiert-nichtwaehler-a-1284760.html

Die Nichtwähler, die ich kenne und die das auch öffentlich sagen, argumentieren nach meiner nicht repräsentativen Erfahrung nicht vertieft intellektuell sondern sagen schlicht bspw. "An dem Wochenende bin ich verreist, Briefwahl ist mir zu viel Zinnober und diese eine, meine Stimme, macht das Kraut auch nicht fett bzw. entscheidet die Wahl ohnehin nicht." Das ist rein individuell betrachtet auch nicht ganz verkehrt, nur überlässt man halt immer damit das kleine Spielfeld der Bürgerbeteiligung den anderen, die das nicht so sehen.

Frau Wagenknecht hat sich jetzt auch zu Wort gemeldet und meiner Meinung nach Richtiges gesagt:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlen-sachsen-und-brandenburg-sahra-wagenknecht-wirft-linke-versaeumnisse-vor-a-1284941.html

Die AfD konnte gerade auch wegen dieser, von Frau Wagenknecht genannten Fehler, die "Linke" als Stimme des "Ostens" ablösen.

@Laurenz,
Ihrem Kommentar zum Fall der Frau aus Schleswig-Holstein (2. September 2019 20:21) möchte ich zustimmen.

@GoetzGeorg
"Hier müssen mindesten € 20Mio. in die Hand genommen werden, um einen quasi FOXNews Channel zu etablieren, mit mehr Unterhaltungsformat sogar 50 Mio.."

Wenn es tatsächlich mit solch "bescheidenen" Summen ginge, dann aber bitte loslegen ... daran dürfte es heutzutage nun wahrlich nicht scheitern. Würde sofort Aktien einer solchen Unternehmung kaufen.

Und noch einmal zum Thema Personal:

Da liese sich sicher noch der eine oder andere finden, aber seitens der AfD wird offenbar keine große aktive Talentsuche betrieben. Man denkt, man macht es wie bei einem Verein oder einer Altpartei, man macht den Laden mal auf und dann werden schon Leute kommen und dann wundert man sich über manchen, der dann auftaucht und der besser zu Hause geblieben wäre und ärgert sich anderseits, dass nicht die kommen, die man bräuchte. Großer Fehler. Da muss sich etwas ändern. Von der Abdeckung in der Fläche ist die AfD noch sehr weit entfernt.

Corvusacerbus
3. September 2019 09:50

Die FAZ hat verstanden, worum es geht. Unter der Überschrift "Vereint zu unserem Glück" (wir ergänzen: in dessen Glanz das deutsche Vaterland blühen möge) schreibt ein Simon Strauss (im Anti-AfD-Modus, die sei antinational auf dem Weg zur Sezession des Ostens, aber sei's drum): "Jetzt schlägt die Stunde, in der man wieder lauter Deutschland sagen muss." Was die FAZ noch begreifen sollte: Wenn über dem Paul Ingendaay, der auf S. 1 des heutigen Feuilletons, unter dem Simon Strauss, die Dummblödheit der sogenannten Elefantenrunde des ör Fernsehens, die ja eher eine Runde von Rindviechern ist, nett kommentiert, der Botho Strauß den anschwellenden Bocksgesang der deutschen und europäischen Politik kommentierte, wäre sie wirklich auf der Höhe der Zeit. So wird die Zeitung für Deutschland ihren Bezugspunkt am Ende doch wieder eher verschleiert, verschämt, verdruckst und leise beachten: Deutschland. Solange jedes Mal ein neues Denkmal in Berlin Mitte geplant werden muß, weil einer laut Deutschland sagt oder sagen möchte und dafür Ablass organisieren möchte, wird das mit dem Neo-Patriotismus nicht wirklich durchschlagen. Aber zeitgeistig interessant sind die patriotischen Anwandlungen der FAZ doch (Kubitschek hat ja recht: Das "Projekt Deutschland" braucht "Letter of Intent and Support" aus der Mitte und am besten Etablierte in seiner Trägerstruktur!). ... Übrigens: Daß Heinrich August Winkler letzthin in der RP sagte: "Wer sich die Nationalstaaten wegwünscht, der wünscht sich im Grunde Europa weg" ist auch schon mal was. N.B. Der Gaullismus ist auch und gerade von uns Deutschen wieder zu entdecken und wert, wiederentdeckt zu werden. Es war eine große Stunde, als Charles de Gaulle auf der Treppe des Bonner Rathauses vom und zum "großen deutschen Volk" ("Jawohl: Das große deutsche Volk") sprach (ich stelle mir immer vor, wie die geschichtsferne Merkel mundwinkelhängend und augenrollend daneben steht, während ihr Außenminister am Fuß der Treppe Antifa-Flugblätter gegen den General und Kriegstreiber verteilt). Einige Jahre später, 1972, plakatierte die SPD im Bundestagswahlkampf, vor wehend schwarzrotgoldenem Hintergrund: "Deutsche, Ihr könnt stolz sein auf Euer Land". Der Zeitgeist ändert sich oder besser: Am Zeitgeist wird mächtig herum gezerrt und die Erkenntnis, "du hast vielleicht mit deiner Vergangenheit abgeschlossen, deine Vergangenheit aber nicht mit dir", kann dabei schon mal erschrecken, aber sie kann eben auch helfen, auf die Höhe der Zeit zu kommen.
Manches ist nicht nur interessant derzeit, sondern auch vielversprechend.

Gast
3. September 2019 11:05

Laurenz

Es existiert nur in Deutschland eine europäische Solidarität, schon seit dem frühen I. Reich. Deutsche träumten schon immer vom Welt-Bürgertum.

Das ist schön für die Deutschen. Ob es auch so schön sein wird, wenn sie für ihre - geplatzten - Träume (mal wieder) werden bezahlen müssen? ... wird man sehen.

Allerdings denke ich - nach einem halben Jahrhundert BEWUSSTEN Erlebens der Deutschen (ich nehme jetzt einfach mal an, daß das die Leute sind, unter die ich 1958 geboren wurde) - eher nicht, daß diese Leute durch finanzielle Argumente, sprich: Desaster, in ihrer Wirklichkeitsverarbeitung noch erreicht werden können.

Und auch die nach einem Platzen der EU- und Euro-Blase - auch ganz wie gehabt - wieder absehbare Schuldzuweisung an 'die Deutschen' (WEIL ... zu geizig ... zu nazi ... nicht willkommensaffin genug ... etc. etc.) wird wohl ihre Art die Wirklichkeit (falsch) zu erleben und (falsch) zu verstehen so verändern wie es zu einer identitären Neugeburt eigentlich notwendig wäre. Fürchte ich.

Es muß wohl doch irgendeine geheime Schuldlust in ihnen stecken, die sie sämtliche bereits stattgefunden habenden und noch kommenden Katastrophen immer wieder ungefähr so verarbeiten läßt: Je schuldiger ich bin ... umso so größer meine Möglichkeiten durch tätige Reue einen - möglichst hohen - Platz im Himmel zu erlangen.

JohannesStreck
3. September 2019 11:23

Werter Herr Kubitschek,
das haben Sie alles sehr übersichtlich zusammengefaßt. Aber alles dreht sich weiter leer im „Parteiensystem“, als ob es keine wirklichen Alternativen gäbe. Denn warum sollte ich in dieser Scheindemokratie wieder nur eine „Partei“ wählen, deren Vorsitzender 40 Jahre Politruk in der CDU war, es als Apparatschik bis in die hessische Staatskanzlei gebracht hatte und deren Fraktionsvorsitzende Weidel bei Goldman Sachs, dem Allianzkonzern, einem Fleisch-Mogul und als Unternehmensberaterin tätig war? Das sind für mich leider keine Referenzen...

antwort kubitschek:
a) Jeder Mensch kann sich irren und darf sich entwickeln, und mit Verlaub: Gaulands und Weidels Leben ist derzeit kein Zuckerschlecken.
b) Was wäre denn die Alternative? Kennen Sie eine? (Wir reden jetzt nur von Politik)

Republikfluechtling
3. September 2019 12:12

Hervorragende Analyse, gepaart mit dem Appell an das, was nun vorrangig zu tun ist. In zwei Punkten vertrete ich eine andere Meinung:
1.) Zeit haben wir leider nicht. Wenn man sich die demographische Verteilung der Wählerstimmen ansieht wird deutlich, dass die „grüne“ Gehirnwäsche der 68er Lehrergeneration und ihrer Nachfolger ebenso Wirkung zeigt wie die schleichende Biowaffe in Form des stetig wachsenden MiHiGru-Anteils an den Wahlberechtigten.
Sich genüsslich zurücklehnen und zusehen, wie das System weiter verfault, reicht allein nicht. Tempus fugit und damit die alten weissen Männer.
2.) Der Wandel eines der dahinsiechenden Systemmedien vom Saulus zum Paulus tritt möglicherweise noch vor Einfrieren der Hölle ein, vielleicht aber auch nicht. Als publizistisches Flaggschiff für eine wahre Alternative eignet es sich nicht, will die AfD sich nicht dem Verdacht aussetzen, ein Abklatsch der 80er Jahre CDU zu sein, die damals schon im Kampf gegen die Zersetzung der Nation versagt hat. Neue Gedanken in neuen Medien!

Mathias Markert
3. September 2019 12:44

"Dieses Projekt muß nun ergänzt und vervollständigt werden. Die Wahlen in Sachsen und in Brandenburg sind ein Meilenstein."
Absolut. Stimmt!

starhemberg
3. September 2019 12:48

Erstmal vielen Dank für diese angenehm nüchterne, zurückhaltende und entspannte Analyse - der "schwarze Ritter aus Schnellroda" ist eben nicht jene Person, als die ihn die Lückenpresse seit Jahren verdammen möchte. Auf eine meines Erachtens sehr wichtige Tatsache möchte ich noch ergänzend hinweisen:

Wenn man sich die Wählerstrom-Analysen ansieht, z.B. in Sachsen, so kommen die prozentuell allermeisten Neuwähler der AfD aus dem Bereich der Nichtwähler. Das ist ganz hervorragend, denn damit wird klar, dass die AfD Menschen in das politische Interesse zurückholt, die vorher schon lange "ausgestiegen" waren, aus dem ganzen peinlichen Politzirkus der Blockparteien.

Hingegen sind es nur erstaunlich wenige Stimmen, die von den Linken kamen, 27.0 von der "Linken", 10.0 von der SPD und 2.0 von den Grünen. Macht insgesamt 39.0 Stimmen. Aus dem Lager der Nichtwähler hingegen kamen allein 246.0 Stimmen, von "Anderen" 38.0, von der CDU 84.0 und von der FDP 8.0.
(Quelle Tagesschau 2.9. 2019).

Es stehen also 376.0 neue Stimmen aus dem nichtlinken Lager etwa 39.0 Stimmen aus dem linken Lager gegenüber.

Ich finde es daher logisch, als AfD auch den Staatssozialismus sehr kritisch zu sehen, und hoffe darauf, dass derartige Gewichtungen in Zukunft auch stärker bei der Sezession abgebildet werden. Denn der Sozialismus hat ausgespielt, egal von welcher politischen Seite. Die Mär, man wäre teilweise die neue "Linke", sollte endlich ausgeräumt werden.

Auch wenn Herr Kaiser dies womöglich anders sieht, so möchte ich dies doch zur Diskussion stellen. Mit besten Grüßen.

starhemberg
3. September 2019 12:58

P.S. Was die Mainstream-Medien betrifft - als keiner Gag anbei eine nette Email, die ich vor wenigen Tagen von der freundlichen WELT erhielt:

Sehr geehrter

Ihre Verstöße gegen unsere Nutzungsregeln waren so zahlreich und ernsthaft, dass ich Ihr Profil nicht freigeben kann.

Freundliche Grüße
Name von mir gestrichen
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Axel-Springer-Straße 65 | 10888 Berlin

starhemberg
3. September 2019 13:11

@JohannesStreck - Ihren Kommentar kann ich absolut nicht nachvollziehen. Hat Herr Gauland, mit seinen (bei dieser ständigen Belastung) unglaublichen 78 Lebensjahren, nicht ein Anrecht auf ein politisches Leben vor der AfD?
Und sollten wir nicht stolz und froh sein, mit Alice Weidel eine Person zu haben, die im Gegensatz zu 90 % ihrer weiblichen Gegnerinnen bei den anderen Parteien, mitten im Kapitalismus erfolgreich tätig war? Wer für Goldman Sachs gearbeitet hat, der hat jedenfalls keine Flausen mehr im Kopf, dessen können Sie sicher sein.

Ich finde Ihren Kommentar sehr von oben herab und arrogant. Wir haben aus dem zu wählen, was da ist, und könnten auch wesentlich schlechter dastehen. Sehen Sie sich doch einmal das vollkommen abgewrackte SPD-Personal an, das ist unqualifiziertes Grauen pur. Dagegen sind Weidel und Gauland punkto Qualifikation geradezu im Olymp der Götter.

Laurenz
3. September 2019 13:12

@Thomas Martini .... ja Sie haben Recht, aber was sollten wir tun, wenn die Nichtwähler Bertelsmann-TV wählen? Was wollen Sie denn dagegen tun? Bildungspolitik funktioniert nur über Jahrzehnte. Oder machen Sie Sich gut als Salvator Mundi und sind telegen?

@JakobusMolensis ..... lassen Sie Sich etwas Zeit. In meinem Landkreis, der Deutschen FDP-Hochburg, haben wir im ländlichen Bereich mehr Schwierigkeiten Ortsverbände zu gründen, obwohl wir dort, wie in den Neuen Ländern auch, mehr Stimmen bekommen. Das hat damit zu tun, daß im ländlichen Bereich die Lebenswelten weniger anonym sind, (was Sie quasi Selbst an den Schadensbilanzen festgestellt haben), aber die Unzufriedenheit wegen mangelnder Infrastruktur und die Betroffenheit, wegen Berliner Größenwahns, stärker ist. 

Wir sind eine sehr kleine Partei, irgendwo zwischen 30.000 und 40.000 Mitglieder, die CDU oder SPD haben jeweils 10x so viele. Von daher, erwarten Sie nicht, daß der kleine JakobusMolensis von Mutti an der Kasse abgeholt werden kann. Die vorhandenen Mitglieder sind Leute wie "Du und ich", die alle Ihr normales Leben zu bewältigen haben. Falls vor Ort bei Ihnen nichts läuft, wenden Sie Sich an Ihren Kreis-Vorstand, wenn der nicht gut funktioniert, an Ihren Landesvorstand. Aber gehen Sie davon aus, daß Sie vielleicht selbst der Gründer eines Ortsverbandes sind, wenn Sie auf dem Land leben. Sie gestalten. Wenn Sie den hiesigen Artikel von Herrn Kubitschek aufmerksam gelesen haben, beschreibt Er genau das Problem einer kleinen Basis, in den Neuen Ländern betrifft das alle Parteien, außer der Linken. Dort gibt es weniger Parteien-Bindung des Bürgers als im Westen. 

Desweiteren kann ich wieder auf Herrn Kubitschek hinweisen, welcher auf eine höhere Professionalität eines etwaigen Koalitionspartners hingewiesen hat. Diese "Koalitionspartner" finden Sie auch innerhalb der Partei. Wenn Sie AfD-Parteimitglieder kennenlernen, so werden Sie die am meisten diversifizierten Menschen Deutschlands treffen, wir haben mehr interessante und unterschiedliche Menschen zu bieten, als die saturierte Einheitsfront. Aber mehr oder weniger gibt es überall in der AfD die Berufs-Intriganten, die von außen gesteuert sind, und gegen die Sie Sich mühsam durchsetzen müssen. Die Piraten wurden von diesen Trojanischen Pferden leichtens ins Nirwana geschossen. Hier unterscheiden wir uns nicht von allen anderen Parteien. Deutschland ist ein föderales Intriganten-Stadl, war es schon immer. Da hilft es ungemein, sich das "berühmte dicke Fell" zuzulegen.

Auch hier auf SiN können Sie, trotz einer extrem hohen Intellektuellen- und Akademiker-Dichte, sich permanent mit einer absoluten Mehrheit von religiösen Menschen auseinandersetzen, auch wenn diese mehr "antik" ticken als die Grünen, wobei, wenn wir die Austreibung aus dem Paradies betrachten, sich das nicht viel gibt. Ich denke aber, daß sich wirksame Religion immer mit Personen verbindet, dazu braucht man Heilsbringer, die in Hollywood hätten Karriere machen können. Wenn Sie also ein lokaler Brad Pitt sind, dann melden Sie Sich bitte, wir brauchen Sie. Das ist, angesichts von @Thomas Martinis Nicht-Wähler-Quote, die mutmaßlich RTL2 wählt, dringend notwendig.

@klaus891  ... Donald Trump wurde durch die Wähler der überflogenen Staaten immerhin zum Präsidenten gewählt. Was internationale "Anyway und Anywhere" Funktions-Eliten angeht, so haben Sie Recht. Aber Knacken ist keine gute Idee, das hatten wir schon mal, anders mit denen verhandeln ist klüger. Knacken können Sie erst, wenn Sie eine militärische Option zu Verfügung haben, was in Deutschland unbeliebt ist. Also müssen Sie, wenn Sie dran sind, Sich diese "leihen". 

@t.gygax  ... Jeder kann die Partei-interne Liste mit Organisationen, die in einer Unvereinbarkeit mit der AfD stehen, einsehen. Ich gehe davon aus, daß Fürstin von Sayn-Wittgenstein andere Schwierigkeiten verursacht hatte, die wir so nicht einsehen können. Sie sehen doch, daß der Bundesvorstand bei Herrn Kalbitz keinerlei Probleme sieht. Und wie wir hier auf SiN die Dinge beurteilen, ist doch etwas ganz anderes. Die Holzköpfe und Proleten vom Verfassungsschutz oder vom Spieglein verstehen doch eh nicht, was wir hier schreiben.

@Venator ... ja korrekt. Aber nur, wenn es auf der Zeil Goldstück-Prügel setzt, verändert sich die Relation wieder. Wir müssen also immer die extreme Linke, wie Pöbel-Ralle promoten, das sind unsere besten Wahlkämpfer.  

@GoetzGeorg & Lotta Vorbeck .... die öffentlich-rechtlichen Medien verballern im Jahr gut 7 Milliarden, Liz Mohn ca. 3,5 Milliarden, Friede Springer weiß ich nicht. Um @Thomas Martinis Nicht-Wähler medial zu erreichen, brauchen wir also mehr als 100 Mio. Euro. Und wer von uns hat Lust, solch ein Programm zu gestalten? Melden Sie Sich doch mal bei Dieter Bohlen. Da lernen Sie etwa 160 Mitarbeiter von den über 1.100 der UFA kennen. Die haben im Leben alles hinter sich, kennen kein Gewissen und sind sich für nichts zu schade. @Lotta .... siehe hier https://de.wikipedia.org/wiki/Landesmedienanstalt ... Um also da das Sagen zu haben, muß man im Land regieren.

@Rob Salzig  ... Zitat- Was jedoch weder Götz Kubitschek noch ich bedacht haben ist -Zitatende. 
Sie können davon ausgehen, daß nur Sie das nicht bedacht haben. Aber es spielt keine Rolle, solange wir darauf keinen Einfluß haben. Einfach immer nur auf das Machbare konzentrieren.

@Gast  ... ja und? Das hat Niekisch doch gar nicht gesagt. Der Blöde merkt doch nicht, daß er an Blödheit leidet. Aber nichtdestotrotz tut er es. Ich poste explizit für Sie nochmal den Achgut-Artikel über Frau Bohley, welcher genau dieses Phänomen beschreibt. https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah 

@Gustav Grambauer ... nach Meinung der meisten "Experten" in den öffentlich-rechtlichen Medien ist die Viel-Parteien-Republik Fakt, auch wenn man jetzt bemerkt, daß dadurch die Alt-Parteien (logischerweise) immer weiter reduziert werden. Und Sie sehen doch, daß einige CDUler, nicht nur die Werte-Union, deswegen nasse Füße bekommen. Die SPD nimmt den eigenen Tod in Kauf. Und wenn Sie Sich den anti-religiösen Werbefilm per se anschauen, "Das Leben des Brian", stellen Sie fest, daß Religionen oft nur sehr kurzlebig sind. Siehe hier ab 02:43... https://youtu.be/6imNEP0V8H0 Greta sieht nur süßer aus als Brian. Und den Grünen Klingelbeutel wollen sich auch nur 1/5 bis 1/4 der Deutschen Wähler leisten. Und ob diese Zahlungsmoral lange anhält, ist zweifelhaft.

@Corvusacerbus ... Deutsche Projekte interessieren nur einen Teil der Bevölkerung, aber alle interessiert der Mammon.

@Gast .... es geht nur über die Schmerzensschreie des Geldbeutels.

@JohannesStreck .... Sie sind nur zu faul, den Gang nach Canossa zu tätigen.

Search4M
3. September 2019 13:13

Dem befundenden und gleichzeitig appellierenden Artikel von Herrn Kubitschek ist wirklich nichts hinzu zu fügen. Ich habe nur eine kleine Anmerkung zu den von ihm angesprochenen Faktoren "Tonalität" und "Gesichter".
So ein Erfolg könnte/sollte locker und gelassen machen. Mir hat der Auftritt von Hr. Baumann in der ARD-Diskussionsrunde nicht gefallen. Zu verkrampft, keifend und nölend, wenig sympathisch. Hier braucht es Coaching. Hr. Kalbitz hat es besser gemacht. Lächelnd, freundlich und selbstbewusst. Die lockere Selbstsicherheit des Siegers "wir haben alles richtig gesagt und gemacht" transportiert den AfD-Wahlsieg als politische Normalität.

Laurenz
3. September 2019 13:32

@Republikfluechtling & starhemberg ... Sie liegen komplett falsch. Die Alt68er haben längst durchgeschlagen. Und wir müssen so mit den mental versauten Deutschländern klar kommen, wie sie sind, meist schon immer waren und ihre "sozialen" Bedürfnisse berücksichtigen, ob es nun um Altenpflege, (Alters-)Armut oder oder den ungerechten Globus geht. Sie, meine Herren, wollen, wie so viele, nur Recht haben. Aber mit Recht haben wollen, gewinnt man keine Wahlen, sondern nur mit der gezielten inhaltlichen Ausschaltung des politischen Gegners in der Debatte. Mit Anti-Sozialstaats-Debatten kommen Sie, wie die FDP, nur soweit, wie der Strahl Ihres Urins reicht, wenn Sie gegen die Hecke des Nachbarn pinkeln. Herr Lindner hat das in der Bundes-Presse-Konferenz zu den Wahlen in Sachsen und Brandenburg klar erkannt und entsprechend formuliert. Mit Herrn Orban und Herrn Kalbitz, die das beide viel besser als die FDP geleistet haben, existiert auch die Chance, sich gegen die Libertären in der AfD durchzusetzen. Denn auch für letztere sind ein paar Jobs im Landtag angenehmer, als kein Job im Landtag in sparsamer Bedeutungslosigkeit.

starhemberg
3. September 2019 13:53

@ Laurenz - auch kleine Schritte entfalten Wirkung. Ich spreche nicht davon, "soziale Bedürfnisse" nicht zu berücksichtigen. Und wie kommen Sie darauf, "ich wolle nur Recht haben". Sie kennen mich doch gar nicht. Ich verbitte mir derartige Unterstellungen. Fakt ist - "wenn jeder für sich selber sorgt, ist für jeden gesorgt". In diese Richtung ist zukünftig zu denken, mehr Eigenverantwortung, weniger Nannystaat, mehr Eigenvorsorge, weniger Staatsmoloch, mehr Freiheit, weniger Sozialismus. Nennt man, soweit ich weiß, auch gerne "Rechts", im Gegensatz zu "links".

Als passende Lektüre sehr zu empfehlen - "Was nun? Vom Sozialstaat zum Ordnungsstaat" von Dimitrios Kisoudis.

Corvusacerbus
3. September 2019 13:57

Nachsatz zur heutigen FAZ: Die Briefe an die Herausgeber von Dr. Christoph Bergner und Prof. Michael Sommer zu Peter Altmaiers Abwehr (FAZ/26.08.2018) von Bernhard Schlinks These (FAZ/01.08.2019: "Preis der Enge") zum verengten Diskursraum des Mainstreams, sind, neben Schlinks Aufsatz selber, ebenfalls Anzeichen für sich ändernden Zeitgeist. Hinweisen möchte ich nur auf Sommers Ausführungen über das Schließen von Diskursräumen "kraft Pathologisierung und Therapieangebot ('mit Rechten reden')" und "durch selbst noch postume Herabsetzung per damnatio memoriae wie bei Rolf Peter Sieferle". Sommer empört sich auch über die Schäbigkeiten, mit denen gestandene Wissenschaftler wie Jörg Baberowski und Susanne Schröter diffamiert und ihre Projekte, im degoutanten Zusammenwirken von linksradikalen Aktivisten und linkischen Universitätsleitungen, torpediert werden. Diese durchdachten Einlassungen, um zu begründen, daß "konservative" und "rechte" (sic!) Meinungen in den Mainstream gehören, begleiten die Debatte um die Bürgerlichkeit der AfD, die seit Sonntagabend geführt wird ... und der FAZ-Leser nimmt beides parallel zur Kenntnis und kann sich ein Urteil bilden. Das ist gut und hilfreich. Und wenn er zum Vergleich Mela Kiyaks kleinkariertes Machwerk "Der Faschismus hat keinen moderaten Flügel" auf Zeit online zur Kenntnis nimmt. Es tut sich was ... und wer politisches Gespür hat, ist gespannt auf den weiteren Vorlauf zur Wahl in Deutschlands Kernland Thüringen.

Laurenz
3. September 2019 14:28

@Search4M ... Sie haben Recht, Herr Baumann ist unsere Stegner-Kopie.

Niekisch
3. September 2019 14:28

@ Ernst-Fr. Siebert 2.9. 18:25: Einerseits kann vordergründig aus den Wahlergebnissen im Westen auf Zustimmung der aktiven Wähler, nicht der Nichtwähler, an den Zuständen geschlossen werden. Hintergründig gesehen aber gibt es besonders im Westen die bekannt sublimen Unterdrückungsmechanismen, die einer wirklich freien Willensentscheidung entgegenstehen. Wenn Sie Westbewohner sind, dann wissen Sie das auch.

@ Gast 3.9. o:51: Bevor ich konkret antworte, bitte ich um Information, ob Sie zumindest lange Zeit im Westen lebten oder in Mitteldeutschland.

Laurenz
3. September 2019 15:37

@starhemberg .... sehr witzig, Sie werfen mir vor, ich hätte Ihre Haltung falsch beurteilt, und bestätigen aber gleichzeitig die Richtigkeit meiner Beurteilung Ihrer Haltung.

Zitat- "wenn jeder für sich selber sorgt, ist für jeden gesorgt". In diese Richtung ist zukünftig zu denken, mehr Eigenverantwortung, weniger Nannystaat, mehr Eigenvorsorge, weniger Staatsmoloch, mehr Freiheit, weniger Sozialismus. Nennt man, soweit ich weiß, auch gerne "Rechts", im Gegensatz zu "links". -Zitatende

Was machen Sie denn, wenn der Bürger aber weniger Eigenverantwortung, mehr Nannystaat, mehr Staatsmoloch, weniger Eigenvorsorge, mehr Sozialismus will?

Klar, Wahlen verlieren!

Jeder politisch Interessierte weiß, daß bis in den Mittelstand der Bürger über die wertlose Währung, den Raub an den Sozialkassen fett verarscht wurde. Und? Wie erfolgreich war Herr Lucke damit 2013? Er kam nicht in den Bundestag, weil die Themen nur abstrakt von einer Minderheit unter 5% zu verstehen sind.

Ihre berechtigten "Freiheiten" können Sie nur positiv verkaufen, und sogar beim Spieglein-Leser punkten, wenn Sie für mehr Bürgerbeteiligung eintreten, was auch ein klares Unterscheidungsmerkmal darstellt.
Sobald Sie aber Ihre liberalen FDP-Sprüche von früher weiter kloppen, fallen Sie hochkant hinten runter. Und dann ist aus die Maus. Sie, starhemberg, gehen grundsätzlich von Sich aus, was bei einem Anteil von 3% in der Bevölkerung, trotz jeglicher Intelligenz, selten dämlich ist, und sich von dem Verhalten unserer Alt-Parteien 0 unterscheidet.
Die beharren auch nur auf Ihrem "Recht haben".
Wie viele haben Sie schon am Wahlstand vom Ihrem "Rechts sein" überzeugen können?`Einen? Zwei? Doch so viele?

Um aber gewählt zu werden, müssen Sie also diejenigen analysieren, von denen Sie gewählt werden wollen und nicht jeden Tag sich nur selbst analysieren. Selbst-Reflexion bringt einen nur in den Reichsbürger-Keller, viel Spaß. Selbst Herr Lindner wird Sie nicht mehr als Presse-Sprecher engagieren. Die Zeiten sind vorbei. Das war noch vor 2 Jahrzehnten probat, als es noch was zu liberalisieren gab. Und Sie haben in 21 Jahren nichts gelernt?

Wenn ich Sie, starhemberg, für klug halten würde, ginge ich davon aus, Sie seien "gekauft". Also benutzen Sie bitte gefälligst Ihr Hirn, und verlassen Sie Ihre kleine Welt, die mit Deutschland, nichts zu tun hat, in dem die AfD an die Macht will.

starhemberg
3. September 2019 17:10

Bester Laurenz, Ihr Ton ist unangebracht. Sie kennen meine Überlegungen nur ansatzweise, und werfen sich wie der Geier auf die Knochen. Ich glaube nicht, dass wir die anderen Leser hier mit einer vereinfachenden Privatfehde langweilen sollten. Aber wenn Sie mich also nicht "für klug halten", sich selbst aber offensichtlich für ganz besonders schlau, dann sollten Sie schon in der Lage sein, zwischen Weidel und Lindner unterscheiden zu können. Die AfD hat nur dann eine Berechtigung, wenn sie einen tatsächlichen UNTERSCHIED macht. Und zwar langfristig. Ich spreche hier von einem Zeitraum von 20 - 30 Jahren, und der Schlüssel dazu ist selbstverständlich die Bildungspolitik. Und in weiterer Form die Kulturpolitik. Dort werden die Sozen von Morgen schon heute agitiert und ideologisiert. Und jetzt kriegen Sie sich wieder ein, und sparen Sie sich Ihren Geifer für die ANTIFA.

P.S. Offensichtlich sind Sie es, der die aktuellen Wählerstrom-Analysen nicht durchgeackert hat.

JohannesStreck
3. September 2019 17:27

Gut dekuvriert!
@Kubitschek: Sie fragen nach Alternativen – Direktdemokratie, mindestens Mehrheitswahl.
@Laurenz: „Sie sind nur zu faul, den Gang nach Canossa zu tätigen.“ – Einen „Gang tätigen“ - der ist gut! Darüber bin ich längst hinaus und wohne schon lange rund 1.000 km südlich von Canossa.
@starhemberg und auch @Kubitschek: Die Politiker haben es ja soo schwer und werden jämmerlich bezahlt für ihre selbstlose Aufopferung, so sagen jedenfalls alle. @starhemberg: „Dagegen sind Weidel und Gauland [in?] punkto Qualifikation geradezu im Olymp der Götter.“ – Na, wenn Sie meinen, er fällt nur ziemlich niedrig aus, Ihr Olymp, wenn man ihn mit der Irrenanstalt SPD höhenvergleicht, in der die Patienten die Leitung übernommen haben…

qvc1753
3. September 2019 18:16

@RMH:
Was nun die Rezeption von Pegida-ähnlichen Aufmärschen im Westen angeht, so ist mir da nur Dügida aufgefallen, die ich ein paar Mal am/um den Hauptbahnhof erleben durfte. Das Interesse war nicht wirklich seitens der Düsseldorfer da und eigentlich interessierte es die lokale Bevölkerung nicht sonderlich. Eher behandelte man die Umzüge mit einem spöttischen Desinteresse.

Und die Polizei war übrigens in erheblicher Stärke da, aber professionell und neutral. Ich tippe mal das Herr Höcke in Köln mit einer reichlich grossen Gegendemo und in Düsseldorf oder Bochum mit mildem Desinteresse rechnen könnte. Warum? Die Diskurse der letzten 50 Jahre sind andere gewesen und nicht jeder im Westen versteht sich da im Nachteil gegenüber dem Osten (der sich ja als klarer sehend versteht).

Andrenio
3. September 2019 18:23

@Laurenz
"Trojanisches Pferd", "Judasprotagonist"...
Darf ich Sie höflich nach Ihrem Eintrittsdatum fragen? Wer wie ich am 23.04.2013 eintrat, alle Tiefen und die wenigen Höhen erlebt hat und ganz sicher weder Amt, noch Geldtöpfe anstrebte, darf diese Frage wohl stellen dürfen. Was nützt es sich im Sonnenschein von Wahlerfolgen zu plustern, wenn es überall knirscht und kracht.
In BW haben 6 Kreisverbände einen Sonderparteitag durchgesetzt, da vom Landesvorstand bei der EU-Wahl keinerlei Unterstützung kam. Hierfür war bis vor kurzem der werte Herr. Meuthen zuständig, dessen erste Amtshandlung nach der Landtagswahl gleich die Spaltung der Fraktion war.
Aus der "liberalen" Ecke schlägt allem, was nur nach Flügel oder Björn Höcke riecht, der blanke Hass entgegen.
In welcher AfD verkehren Sie denn, werter @Laurenz?

@t.gygax:
Danke für die Schützenhilfe!

Kommentar Benedikt Kaiser:
Genau so ist es!

klaus891
3. September 2019 18:54

@Laurenz
Ich teile ihren Pessimismus nicht. Die Linke hat es immer verstanden bis Ende des Kalten Krieges sich unabhängig vom Bildungsstand in allen gesellschaftlichen Schichten festzusetzen. Meiner Meinung ist ein Wandel nur mit den verschiedenen Akademischen Milieus zu machen. Und da muss ich sagen, dass Trump aber auch weite Teile der AfD diese Leute verschrecken, ganz unabhängig vom Inhalt. Angeblich ist ja die meiste Kommunikation nonverbal und der Ton macht die Musik.

Winfried Radziejewski
3. September 2019 20:10

Zack! Wie Lenin. Warum nicht? Schließlich hatte der eine Revolution hingekriegt. Es war keine Zeit zu verlieren. Wie erreicht man eine notwendige Parteidisziplin ohne die bisher geschichtlich üblichen Verwerfungen? Die Bremer Stadtmusikanten wurden sich einig und handelten gemeinsam, denn "etwas Besseres als den Tod findest du allemal". Aber die Bremer, die Schleswiger AfD . . ? "Material aus dem Fundament"halt. Nicht umsonst hatte Brecht den Kommunismus "das Einfache " genannt, "das schwer zu machen ist". Und der Utopist Bahro wollte das Profitdenken aus der vertikalen Arbeitsteilung treiben. O je: zwischenmenschlich fangen wir immer wieder bei der Stunde 0 an. Aber wir müssen dringend für die menschliche, technische und mediale Ausstattung der aufstrebenden AfD sorgen, sonst . . .
"So wie Lenin: Morgen abend
Sind wir verloren, wenn nicht . . . " Das steht bei Brecht(Die Wahrheit einigt), und ich scheue mich nicht, mit diesem Sprachgewaltigen Götz Kubitschek recht zu geben. Wenn wir künstlerisch herangehen, werden wir um die Produktivkraft des Mitstreiters werben und nicht auf ihn herabschauen.

Ratwolf
3. September 2019 20:26

Eine Regierungsbeteiligung als kleinerer Partner wäre Selbstmord. Eine Koalition grundsätzlich wäre schon hochproblematisch. Die Alt-Parteien besitzen im Hintergrund Fachleute, welche die AfD zu Fall bringen werden.

Zitat:
"Woher sollen hundert gute, neue Mitarbeiter kommen - Experten auf ihrem Gebiet, Verfahrens- und Verwaltungsfachleute, IT-Spezialisten und Organisationsgenies, Medienprofis und vorzeigbare Gesichter?"

Die entscheidene Frage. Da wirkt die Propaganda des politisch-medialen Komplexes doppelt. Denn welche qualifizierte Fachkraft traut sich, bei den Mediengewitter und der ganzen Anbräunung offen für die AfD zu arbeiten?

Wer das als lächerlich ansieht, der hat keine Ahnung, wie das in den höheren Etagen zurecht geht!

Man kann hier nur auf die alten Register setzen. Und das sind keine schlechten Leute!
(siehe Gauland,)

"Nationale, Patriotische, Eigene" sind keine Begriffe, welche in höher qualifizierten Registern eine Rolle spielen. Dort spielen Worte wie Effizienz, Kosten, Steigerungsraten, Fachkräfte, De-Regulierung, etc eine Rolle. Und das alles lässt sich für die AfD nutzen. Denn das alles wird von Merkel, Links und Grün NICHT erfüllt

bb
3. September 2019 21:56

Was Deutschland wirklich braucht:
· goldgedeckte Währung
· strenge Grenzkontrollen
· Anreize zur Remigration
· minimalistischer Staat
· Zensuswahlrecht

Davon ist im Overtonfenster der Ost-AfD:
· strenge Grenzkontrollen

Trotzdem ein erfreuliches Ergebnis, das Hoffnung weckt.

Laurenz
3. September 2019 22:12

@starhemberg ... würde ich irgendeine Abneigung gegen Sie empfinden, oder hätte Ihnen einen Fehde-Handschuh an die Backe geworfen, wären meine Kommentare bei der höheren Instanz wegen "ad hominem" nicht durch gegangen.
Sie haben mich auch mißverstanden. Ich habe nicht gesagt, daß Ihre politischen Wünsche falsch sind. Das wäre eine andere Debatte. Ich debattiere nur die Werbewirksamkeit Ihrer hier dargestellten "Ideen". Als Herr Lucke 2013 antrat, waren seine Argumente durchaus stichhaltig, aber die Rentner, Arbeitnehmer und Taschengeld-Empfänger, zu deren Gunsten er sprach, haben ihn nicht verstanden. Wer hat die Sozial-Kassen geplündert, besteuert die Rentner? Die Altparteien und die ihnen angeschlossenen Lobby-Gruppen von Anwälten, Ärzten, Ingenieuren, Selbständigen, Beamten etc., die sich alle der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben entledigt haben, welche durch öffentliche Sozialkassen geleistet werden. 13% privat Kranken-Versicherte, das heißt, alle Beamten etc. tragen nichts zur Goldstück-Heilung bei. Der Bund zahlt pro Bereicherung 90 Euro im Monat, witzig oder? Die Krankenversicherungs-Grundversorgung kostet im Monat zwischen 350 und 360 Euro. Wenn Sie den Artikel von Herrn Kaiser gelesen haben, werden Sie feststellen, daß wir bei den sächsischen Rentnern gar nicht so gut aussahen. Wir laufen aber in eine Rentner-Diktatur hinein und müssen uns kümmern. Auch wenn man Herrn Lucke nicht verstanden hat, das hier https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-07/altersversorgung-rente-900-euro-armutsgrenze versteht jeder. Vor 20 Jahren kam man mit 1.800 Deutschmark noch einigermaßen über die Runden. Wenn Sie den Artikel von Anabel Schunke von Achgut https://www.achgut.com/artikel/hilfe_jung_und_gebildet_hat_afd_gewaehlt_ zu den Wahlen lesen, kommt das in etwa auf dasselbe in der Konsequenz heraus. Wenn wir glaubwürdig bleiben wollen, müssen wir, ähnlich der Schweiz oder Österreich feudal privilegierten Strukturen in Deutschland, überwinden. Und wir brauchen keine 25%, sondern 50%. Wie wollen Sie, starhemberg, da hinkommen? Mit 4,5%-Alt-FDP-Wahlwerbung? Ihr Beitrag war O-Ton-Graf-Lambsdorff-senior.

@klaus891 ... ich bin kein Freund Herrn Trumps, aber er ist mir lieber als die Clintons. Wenn Sie die Freimaurer-Kaste der USA in einen Sack stopfen und draufhauen, treffen Sie nie den falschen. Ich bin übrigens überhaupt nicht pessimistisch. Ich sehe großes Potential für uns. In der sozialen Frage liegt allerdings das größte Potential. Alles was die SPD versucht, mit den Attributen "Stark" und "Gut" an der selbst herbeigeführten sozialen Misere herum zu doktorn, ist im Prinzip asozial. Wenn wir Mehrheiten gewinnen wollen, müssen wir, was im Grunde auch nicht schwer ist, die Alt-Stümper in der sozialen Frage ausbooten. Aber dazu müssen wir bei uns selbst dieselben Lobbyisten schlagen, die auch in jeder anderen Partei aktiv sind, sonst wird es nie was mit regieren. Und das haben Sie,
klaus891, doch selbst gefordert.

@Andrenio .... da ich nicht in der Lage bin, so konzeptionell zu schreiben, wie die Mitglieder der SiN-Redaktion, pflege ich einen mehr direkten Ton. Wenn Sie Sich davon persönlich angegriffen fühlen, tut mir das leid, das ist überhaupt nicht meine Absicht. Aber wie soll ich sonst Ihre Aufmerksamkeit erhalten? Wahl-Strategen kümmern sich nicht um ihre eigene Meinung. Und hier geht es um Wahlen oder Wahl-(Miß)Erfolg. Bei unserer Medienpräsenz müssen wir in einem gewissen Maße provokant sein, um überhaupt Zugang zu erhalten, müssen aber gleichzeitig unsere politischen Gegner in der Debatte vernichtend schlagen. Wenn wir unsere Wähler in Ihrem- oder starhembergs Modus überzeugen wollten, sind wir in 2100 nach 0. noch nicht an der Regierung. Was ich hier also in meinen Beiträgen versuche zu tun, ist Ihre Aufmerksamkeit auf unsere potentiellen Wähler zu ziehen. Herr Kaiser, Herr Kubitschek haben das übrigens in Ihren neuesten Beiträgen, sicher professioneller, ebenso getan. Aber irgendwie stimmen viele Foristen zu und schreiben das Gegenteil.

Valjean72
4. September 2019 07:32

Zitan von Andrenio:
„In BW haben 6 Kreisverbände einen Sonderparteitag durchgesetzt, da vom Landesvorstand bei der EU-Wahl keinerlei Unterstützung kam. Hierfür war bis vor kurzem der werte Herr Meuthen zuständig, dessen erste Amtshandlung nach der Landtagswahl gleich die Spaltung der Fraktion war.
Aus der "liberalen" Ecke schlägt allem, was nur nach Flügel oder Björn Höcke riecht, der blanke Hass entgegen.“

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Das ist starker Tobak und ich frage mich wie die AFD-Führung vorgehen wird (und ob überhaupt), falls sich Hinweise auf Wahlfälschung in Sachsen und Brandenburg weiter verdichten werden (Stichworte: Briefwahl & Wahlbeteiligung in Königsstein</a).

Mich beschleicht der Verdacht, dass man dieses gute bis sehr gute Wahlergebnis in Sachsen (27%) einem außerordentlichen gutem von vielleicht 35% vorzieht und gar nicht mehr erreichen wollte, bzw. sich davor sogar fürchtete.

Aber vielleicht sehe ich auch nur Gespenster …

Marcus Kerkhoff
4. September 2019 10:36

Götz Kubitschek:

"Zum jetzigen Zeitpunkt wäre man der Juniorpartner und müßte mittragen, was vor allem der andere diktierte - weil er noch etwas größer ist, und vor allem viel erfahrener und gewiefter. Zum Glück wird es keine Koalitionsverhandlungen geben! Das bedeutet weitere geschenkte Jahre, die vor allem für die Behebung folgenden Grundproblems genutzt werden sollten"

"Ja, es ist tatsächlich fast alles vorhanden für eine politische Wende in Deutschland: Wähler, Unmut, Konturen eines Programms, Mandatsträger auf allen Ebenen, eine ins Tausend gehende Mitarbeiterschaft, ein sich ausdifferenzierendes Vorfeld, Theorie, Bücher und Zeitschriften, Initiativen, Stiftungen, Begriffe, vorzeigbare Gesichter."

Imgrunde können die administrativ Begabten unter den Patrioten sofort regieren. Eigentliche politische Intelligenz liegt in der Herausfilterung des Volkswillens und dessen Umsetzung. Zeitraubende Präliminarien, Protokolle, Rituale, Proseminare, Konstatierung des Selbstverständlichen wären auf ein Minimum zu reduzieren. Ministerien würden entsprechend des Volkswillens instruiert.

Für manche gefeierten patriotischen Redner kann Regierungsbeauftragung wie ein Schock sein, da nicht mehr so viel Nachfrage nach patriotischen Reden besteht, aber um so mehr die Umsetzung patriotischer Ziele eingefordert wird.

Das Gegenteil des Bonzentums, des pathologischen Aussitzens ist die direkte Umsetzung des Volkswillens. Vereinsmeierei und Umstandskrämerei sind die Todfeinde effektiven Regierens und Ausdruck eines politsch-administrativen Intelligenzdefizits.

Mit der Umsetzung des Volkswillens sieht es nicht gut aus, weil die Staatsgewalten nicht richtig funktionieren. Das schwächste Glied in der Kette dürfte die Judikative sein, welche neunmalklug-schikanös per schein-intelligenten Rechtsschablonen, überall das letzte Wort haben möchte, obgleich meist nur wenig bis null praktische Expertise vorhanden ist.

Eine Sofort-Agenda zur Wiederherstellung des Rechtsstaates wäre:

Grenzen schließen (selektiv)
Rückführung inkompatibler Parallelgesellschaftler (moderat/sukzessiv)
Islam-Ausschaffung (moderat/sukzessiv)
Neuordnung der Wirtschaft (asoziale globalistische Verirrungen beseitigen)
Ökologische Reformen (wirtschaftlich nachhaltig und ohne den Bürger zu schikanieren)
Bekämpfung der faschistischen Nazikeule (siehe Höcke-Ruckrede vom Jan 2017)

Diese Agenda wird von den desorganisierten Staatsgewalten mit einiger Wahrscheinlichkeit vereitelt.

Deutschland ist in Teilen nicht mehr regierbar, es wird wohl von einem Teil von Schwarz-Grün auch gar nicht gewünscht. Man fühlt sich als Teil von Globalisierung und bevorzugt Laissez-faire zur Aufrechterhaltung des eigenen privilegierten Status. Nationalstaatlichkeit und Entislamisierung wird von den Grünen als Disruption, als Neofaschismus angesehen. Schwarz-grün in White gated communities interessiert keine fremdländische Subprekariatisierung weiter Landesteile und dem damit verbundenen Bevölkerungsaustausch.

RMH
4. September 2019 12:19

"Eher behandelte man die Umzüge mit einem spöttischen Desinteresse."

@qvc1753,
ja, diese typische, pseudo-distanzierte, alles ironisierende Motherfucker-Art ist mir auch bestens bekannt. Besonders gerne praktiziert von allen, die sich dann jeden Steuervorteil aufs kleinste genau ausrechnen, sich für intellektuell halten, weil sie den Spiegel oder die Süddeutsche lesen oder die irgendwann mal ein NRW-Hessen-Low-Tech Abi "in der Tasche" hatten. Die meinte ich aber gerade nicht (die gibt es auch in Bayern, keine Panik). Ich meinte Leute, die normalerweise sich gerne auch mal einen Politiker einfach so aus Interesse anhören und die dann durch solche Maßnahmen das nicht machen (alle anderen Politiker sind komplett frei zugänglich - so viel zum Thema Versammlungs- und Redefreiheit in Deutschland). Selbiges galt für die West-Pegidas, an denen ich teilgenommen hatte - da waren locker zu den im hermetisch abgeschotteten Zug 50-80 Teilnehmenden ca. 500, die das nur aus "sicherer Entfernung" beobachtet hatten, sich gerne eingereiht hätten, aber sich nicht trauten (zumindest bei den ersten beiden Veranstaltungen). Ich war deshalb extra auch zum Teil außerhalb des Zuges unterwegs, um mir ein Stimmungsbild zu machen. Zu diesen 500 kamen dann sicher nochmal so viele, die eben jene Motherxxxxxr waren, auf die Sie anspielen, die an dem "Spektakel" ungefähr so viel Interesse entwickeln, wie sie auch an Unfällen auf der Autobahn Interesse entwickeln, wo man dann auch extra langsam gaffend vorbeifährt und der Alten auf der Beifahrerseite erklärt, wie blöde die doch gewesen seien, die gerade den Unfall gebaut haben, denn ... .
Auf der anderen Seite waren dann noch 1500 echte Gegendemonstranten - ein Verbund von Pfaffen, grau-melierten Teddy-Bärenwerferinnen und hart gesottener, schwarz gekleideter Antifa.

PS: Ich halte übrigens "Motherfucker" in diesem Zusammenhang für 100% adäquat und eher milde und bitte für diesen anglo-amerikanischen Sprachgebrauch ausdrücklich um Verständnis (in deutsch würde es noch derber ausfallen). Manchmal ist moderat eben nicht passend ;)

Gast
4. September 2019 13:06

niekisch

Ich lebe seit meiner Geburt im ... 'Westen'. Erinnere mich an die ersten Berichte in den 'Tagesschau'-Sendungen, die ich im Beisein meines Vaters mitansah (sechziger Jahre) an meine wachsende Fassungslosigkeit - samt wachsender Bewußtwerdung völliger eigener Hilflosigkeit - über die Zahlen der Gastarbeiter in der BRD.

Als ich irgendwas über 100.000 mitbekam ... konnte ich es ... einfach nicht fassen. Ich erlebte das alles als direkten Angriff auf meine Identität; ich erlebte diese Leute als Feinde! Woran sich bis heute nichts Wesentliches geändert hat - abgesehen davon, daß ich mich damit ... wie soll ich sagen ... 'arrangiert' habe, daß ich (derzeit zumindest) weder eine 'Heimat' noch einen 'Staat' habe ... - schlicht nichts, womit ich mich noch irgendwie politisch identifizieren könnte.

Und leider habe ich in diesen ganzen Jahrzehnten NIE die Erfahrung machen können, daß die, zu denen ich durch meine Geburt zu gehören meinte, auch nur näherungsweise so empfunden hätten wie ich empfand.

Sie könnten jetzt sagen "Ja, sie wurden halt ... indoktriniert. Durch die Medien. Und die Schulen. Und die Universitäten. Und ..." Aber ich bin doch genau den selben Institutionen ausgesetzt gewesen - habe aber trotzdem innerlich immer ganz anders empfunden! Und: Erfahrungsaustausch findet ja nicht immer nur mit Worten statt; es gibt ja beispielsweise auch die ... atmosphärischen Veränderungen während eines Gesprächs, mit denen man einem Gegenüber ähnliches Empfinden mitteilen kann/könnte.

Dummerweise war da aber nie irgendetwas in der Art, so daß mir dann irgendwann klar wurde "Zu diesen Leuten gehörst du nicht, denn du bist an das Empfinden einer vollkommen anderen Erfahrung gebunden als die! ... und das hat nichts mit der informationellen Beeinflussung durch das System und seine Institutionen zu tun, sondern einfach damit, daß ... ich und die ... eben komplett unterschiedlich empfinden."

Und was ist mit Ihnen? Sind Sie nicht der Indoktrinationsmaschinerie ausgesetzt gewesen? Doch?? Warum hat diese Indoktrination dann bei Ihnen nicht gewirkt, bei allen anderen aber schon?

In 'meiner' Straße (in der ich seit 6 Jahrzehnten wohne. Na ja ... früher 'lebte' ... dann 'wohnte' ... heute nur noch 'existiere') wohnen jetzt zwei türkische Familien (mit reichlich Nachwuchs) und eine iranische Familie (mit etwas weniger Nachwuchs). Die unmittelbaren Nachbarn haben die längst integriert ... klatschen sich sozusagen mit denen ab.

Deshalb auch meine Frage, wo Sie hier ein '
Erdulden von Überfremdung' (was ich natürlich als ein 'Erleiden' respktive 'Leiden' verstanden habe) einer relevanten Zahl an Menschen (den sogenannten 'Westdeutschen') sehen/erlebt haben. Denn ich konnte, wie gesagt, leider nichts dergleichen feststellen.

Alles was ich feststellen konnte, ist, daß die Leute, mit denen ich mich mal identifizierte, sich verhalten haben und verhalten wie ein ... riesiger Magen, in den man ... einfach ALLES reinschütten kann: Es wird verdaut - und schlechtestensfalls zu einem nützlichen Gender- oder sonstigen Geschwätzwissenschaftler 'entwickelt'.

Niekisch
4. September 2019 18:13

@ Gast 4.9. 13:06: Herzlichen Dank für Ihre Antwortbereitschaft, Ehrlichkeit und Offenheit.

Gerade hatte ich mit einem längeren Text repliziert, ihn aber leider versehentlich gelöscht. Was tun? Aus Frust mache ich es mir leicht und erwähne zunächst nur:

Nahezu alle Sorten von Repression habe ich seit September 1965 selber erlebt, mußte fast aus dem Referendariat wegen des sog. Radikalenerlasses ausscheiden, das Geschäft meiner Eltern wurde bis zur Insolvenz boykottiert, Dutzende von Ermittlungsverfahren wegen sog. Staatsschutzdelikte hatte ich zu erdulden, konnte mich immer wieder ohne Verurteilung befreien.

Um zu sehen, daß in den letzten Jahrzehnten Millionen Deutsche meine Sicht der Dinge teilten und teils auch persönlich litten, müssen Sie sich nur die jeweiligen Wahlergebnisse und die Aktionen von Justiz und sog. gesellschaftlichen Gruppen gegen Oppositionelle in der BRD anschauen. Aktuell ist der Fall von Frau Ursula Haverbeck zu nennen, der kurz vor dem Tode durch die Behörden die "heilige Kommunion" verweigert wird.

Dem allem sind Sie nie begegnet - Sie Glücklicher! Oder auch Sie Unglücklicher, weil Ihnen die Realität in der BRD ganz offenbar in diesem Bereich nie begegnet ist und Sie daran nicht wachsen konnten, Ihre Erfahrungen machen konnten.

Immer und überall gab es zumindest seit den 60iger Jahren in Deutschland das Gefühl der Fremdbestimmtheit, der Ohnmacht, ja der Unterdrückung. Aber nicht immer und überall offensichtlich, weil wir in mindestens 2 Welten leben: der bedenkenlosen Vormacher, Mitmacher, Propagierer, in der 2. Welt die glücklichen Passiven und die unglücklichen Warteständler und zuallerletzt eine Avantgarde der Wissenden, Hoffenden, Handelnden, hoffentlich Gold im Schmelztiegel, wie Savitri Devi es nannte.

Atz
4. September 2019 18:16

@Laurenz Wer hat denn von Italien gesprochen? Die Kanzlerin ist insgesamt isoliert in Europa. Ich glaube auch nicht, dass eine neue Regierung in Italien alles einfach zurück nimmt.

Laurenz
4. September 2019 20:30

@Niekisch & Gast ... jeder hat im Westen Seine eigene BRD-Geschichte. Ich empfand die Deutsche Teilung immer als unfaßbar. Warum die Teilung so stark in mein Gefühlsleben Einzug hielt, kann ich Ihnen gar nicht sagen. Meine geschichtliche Bildung über Deutschland mußte ich mir, wie Sie auch, abseits der Schule & Medien, besorgen, oft auch im Ausland. Antaios & Co. gab es noch nicht. Natürlich gab oder gibt es auch andere mutige Verleger in der Welt und Youtube ist diesbezüglich bisher eher produktiv zu betrachten als negativ.
Aber, was müssen wir feststellen, selbst bald 75 Jahre nach dem Kriegsende ist der politische Druck auf Beibehaltung eines stalinistischen Geschichtsbilds enorm. Insofern muß man sich immer fragen, was es denn nutzt, viel Angriffsfläche zu bieten? Ich habe es meist als zweckdienlicher erachtet, die Quellen anerkannter Autoren in die Debatte zu werfen. Daneben ist es sicherlich hilfreich, ähnlich wie in der DDR, legitime Parallel-Welten zu erschaffen, in denen man sich aufhält, auch in einer tatsächlichen Opposition. Aber auch hier waren, um mich auf Herrn Kubitschek zu beziehen, am Ende der DDR, die bürgerrechtlichen Verhandlungsführer den Profis aus dem Westen nicht gewachsen.

Laurenz
4. September 2019 20:37

@Atz ... mit "italienischen Verhältnissen" meine ich meist das Wahlgebaren der Tifosi. Es ähnelt dem der Weimarer Republik. Sie können ja mal spaßeshalber nachzählen, wie viele Kanzler und Reichsregierungen in der Weimarer Zeit antraten.

t.gygax
5. September 2019 08:13

Für @niekisch
Gut, dass Sie an das Schicksal der alten Dame erinnern. Ich weiß, dass das auch hier ein Tabu-Thema ist - wohl leider aus nachvollziehbaren Grüden von GK und EK- aber was hier geschieht, ist völlig unabhängig von irgendwelchen politischen "Meinungen" ein himmelschreiendes Unrecht, das mich innerlich bekümmert.
Ich kann die Welt auch nicht ändern, wir leben nun einmal unter dem Schatten Mordors und die Nazgul sind Beherrscher unseres kleinen Auenlandes, aber das sollte uns nicht hindern, wenigstens geistig den kleinen Raum, den uns der Leviathan noch lässt , zu nutzen.
Viele grenzen sich selbst ein.....nun ja, noch ein Wort von Nietzsche: " der Staat ist das kälteste aller kalten Ungeheuer", wohl wahr.

Adler und Drache
5. September 2019 10:56

niekisch:

Haben Sie einen Link zur Nachricht, dass Frau Haverbeck die Kommunion vor ihrem Tode verwehrt wurde?

RMH
5. September 2019 14:05

@t.gygax,
"himmelschreiendes Unrecht" ...
Eine klare Nummer kleiner als "himmelschreiend" wäre m.M.n. deutlich angebrachter (was sagen Sie dann bspw. zu den Opfern der illegalen Migration, die noch nicht mal die Wahl zwischen Klappe halten und Klappe aufmachen hatten? Die es einfach so und ohne Wahlmöglichkeit erwischte und die keine Chance auf ein Weiterleben, nicht mal mehr hinter Gittern, haben? Welche Steigerungsformen haben Sie dann noch in petto? Bitte immer etwas an die Verhältnismäßigkeiten denken, danke) .... will das an dieser Stelle nicht vertiefen, da es die Diskussion auf eine Spur bringt, die 100% nicht zum Thema passt; aber die Diskussion kommt ja früher oder später meistens auf Themen wie diese. Es wäre aber schön, wenn man auch darüber einmal bei passender Gelegenheit (nicht hier! Bitte an die Teilnehmer: Bitte jetzt nicht auf meinen Beitrag groß erwidern, danke! Mir geht es nur um Verhältnismäßigkeiten - in der Sache bin ich grundsätzlich auch gegen einen Einsatz des Strafrechts bei solchen Fällen) sich etwas breiter äußern könnte. Denn die Debatten münden immer und immer wieder in bei den gleichen Zielpunkten, von denen dieser hier einer ist.

Niekisch
5. September 2019 16:39

@ Adler und Drache 5.9. 10:56: Es tut mir leid, damit nicht dienen zu können. Über die in dem Artikel von Benedikt Kaiser v. 3.9. "Notizen zur Sachsenwahl (2)" genannten links bin ich zur entsprechenden Seite gelangt, aber wie? Ich weiß es nicht mehr. Die Seite erschien mir aber vertrauenswürdig.

Valjean72
6. September 2019 10:41

@RMH @t.gygax,

Eine klare Nummer kleiner als "himmelschreiend" wäre m.M.n. deutlich angebrachter (was sagen Sie dann bspw. zu den Opfern der illegalen Migration, die noch nicht mal die Wahl zwischen Klappe halten und Klappe aufmachen hatten?

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Tja, einfach mal die Klappe halten (oder den offiziellen Meinungskorridor nicht allzu weit verlassen) und schon passiert nichts - so einfach ist das in der „schönen, neuen Welt“!

Immerhin diese Wahl haben wir noch ...

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