23. Oktober 2019

„American Factory“ und Trumps Handelskrieg mit China

Martin Lichtmesz / 89 Kommentare

Den "größten und großartigsten Deal in der Geschichte unseres Landes" für die "großartigen patriotischen Farmer" habe er China abgerungen:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

So trompete Donald Trump am 12. Oktober auf Twitter. Dieser "Deal" sieht vor, daß China den USA nun jährlich Agrarprodukte im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar abkaufen werde, insbesondere Sojabohnen und Schweinefleisch.

An letzterem herrscht aufgrund einer fatalen Schweinepest hoher Bedarf in China, was Trumps Anteil an diesem "Deal"-Erfolg etwas relativiert. Er nützt ihn freilich, um seine Kernwählerschaft erneut mit "ökonomischem Nationalismus" (Steve Bannon) und "Populismus" zu mobilisieren.

Der Spiegel schrieb:

Doch auch Trump ist nicht entgangen, dass sich die konjunkturellen Alarmzeichen mehren. Viele Unternehmen haben wegen des Handelskriegs Investitionen auf Eis gelegt, das verarbeitende Gewerbe steckt nach Meinung vieler Experten bereits in der Rezession. Und unter den Bauern im Mittleren Westen, die in diesen Tagen ihre Mähdrescher zur Ernte auf die Felder steuern, grassiert die Existenzangst. Ohne die Swingstates wie Ohio oder Wisconsin aber wird Trump die Wahl 2020 nicht gewinnen.

China ist in diesem "Handelskrieg" ein zäher und mächtiger Gegner, der das liberale System USA zunehmend schwach aussehen läßt. An China prallen alle globalistischen Versuche ab, die Welt durch freie Marktwirtschaft zu liberalisieren und demokratisieren.

Das zeigt sich nicht zuletzt daran, daß amerikanische Firmen immer wieder vor chinesischen Ansprüchen kuschen müssen. Weil Daryl Morey, der Manager der Basketballmannschaft "Houston Rockets", via Twitter Sympathien für die Protestbewegung in Hong Kong ausdrückte, sagte China ein Event der National Basketball Association (NBA) in Shanghai ab.

Und nicht nur das. Der Spiegel berichtete:

China reagierte umgehend. Fans und Prominente empörten sich zuhauf, die meisten in den sozialen Medien. Chinesische Großsponsoren der Rockets sprangen ab. Fanprodukte verschwanden von chinesischen Websites, das Staatsfernsehen CCTV stoppte die Übertragung zweier NBA-Spiele, ein Charity-Event der NBA wurde gecancelt.

Das chinesische Staatsfernsehen (CCTV) begründete seinen Übertragungsboykott so:

Wir sind der Ansicht, daß Bemerkungen, die die nationale Souveränität und soziale Stabilität infrage stellen, nicht von der Redefreiheit gedeckt sind.

China ist der größte Auslandsmarkt der NBA, und es geht hier um Profite in Milliardenhöhe. Nochmal der Spiegel:

Drei von vier NBA-Spielern sind Schwarze, keine Liga ist so divers. Sie vermarktet sich entsprechend aufgeklärt - "woke", wie das hier heißt. Jeder Sportler habe das "Recht", sich politisch zu äußern, sagte NBA-Chef Adam Silver letztes Jahr. Die Fans erwarteten das: "Großunternehmen haben heutzutage keine Wahl mehr."

Außer, es geht um China.

Der größte Auslandsmarkt der NBA, so stellt sich heraus, hat solche Macht über das US-Sportgeschäft, dass sich die Liga über Nacht in eine geopolitische Krise hinein gedribbelt hat. Bei der geht es plötzlich um viel mehr als die Freude am Basketball - sondern um die Wahl zwischen Meinungsfreiheit und Profit, Demokratie und Repression.

Chinesische Investoren haben sich außerdem bereits massiv in das US-Sportbusiness eingekauft:

Joe Tsai, der Mitbegründer des Onlineriesen Alibaba, kaufte im September die Brooklyn Nets und wurde damit zum ersten taiwanesisch-chinesischen Besitzer eines US-Basketballteams. Im gleichen Atemzug blätterte er fast eine Milliarde Dollar für die Heimarena der Nets hin, das Barclays Center.

Die Rockets, eines der beliebtesten NBA-Teams in China, haben beim chinesischen Mikrobloggingdienst Weibo mehr als doppelt so viele Follower wie bei Twitter. Ihre Popularität geht zurück auf den Basketballriesen Yao Ming aus Shanghai, der in Houston spielte und jetzt die Chinese Basketball Association (CBA) leitet. Ming hat Moreys Tweet ebenfalls kritisiert.

Die Reaktionen seitens der NBA waren knieweich. Morey entschuldigte sich ebenso wie der Starspieler und der milliardenschwere Besitzer der Houston Rockets; den tiefsten Kotau machte die NBA selbst: "Wir sind zutiefst enttäuscht von Moreys unangemessenen Kommentaren."

Das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Praxis, sich bei politisch unkorrekten Kommentaren zu "entschuldigen", wenn sie sich als geschäftsschädigend erweisen. China braucht nur kurz zu brummen, und schon ist es vorbei mit der "Wokeness". Es geht hier, große Überraschung, nicht ernsthaft um moralische oder weltanschauliche Prinzipien, sondern um flexible Anpassung an die Quellen des Profits.

Das nur mehr nominell kommunistische China hat den USA einiges voraus: Sein kapitalistisches System verbindet sich mit einem überaus starken Staat und einem nationalistisch-identitären Kollektivismus, was eine machtvolle und von außen kaum zu knackende Mischung ergibt.

Man kann dies auch gut an einem reichlich gehypten Dokumentarfilm studieren, dessen Vertrieb und Promotion ausgerechnet Barack und Michelle Obama übernommen haben, in ihrer hochdotierten Funktion als Produzenten und Programmgestalter für das Streaming-Unternehmen Netflix.

Man muß ihnen zugestehen, daß sie mit American Factory  der seit den siebziger Jahren aktiven Feministin und Sozialistin Julia Reichert (geboren 1946) und ihres Co-Regisseurs Steven Bognar eine gute, ja exzellente Wahl getroffen haben. Auch und gerade als "Rechtspopulist" kann man viel aus diesem Film lernen (einsehbar auf Netflix auch in einer deutschen Fassung).

Reichert und Bognar dokumentieren den Versuch des chinesischen Autoglas-Konzerns Fuyao in Dayton, Ohio im Mittleren Westen der USA Fuß zu fassen. Dessen Chef, Cao Dewang, erscheint zu Beginn des Films als wahrer fernöstlicher Erlöser der Arbeiter der lokalen Autoindustrie, die nach Schließung der General-Motors-Fabrik in Moraine (Teil des Dayton-Metropolbereichs) im Jahre 2008 zu Tausenden ihren Job verloren hatten (Reichert hat darüber einen Kurzfilm gedreht).

Trump und sein damaliger Berater Steve Bannon hatten im Laufe des Wahlkampfs 2015/16 mit ihrem Programm des "ökonomischen Nationalismus" versucht, exakt diese Wählerschicht für sich zu gewinnen: Die Arbeiterklasse im "flyover country", die zum Opfer von "Outsourcing" und Globalisierung geworden war, vergessen von der urbanen, kosmopolitischen Linken, die sich auf Minderheiten- und "Identitäts"-Politik spezialisiert hatte.

Trump versprach stattdessen “American jobs for American people”, und das machte einige Altlinke wie etwa den Filmemacher Michael Moore ziemlich nervös  - denn letzterer wußte, daß Trump einen Nerv treffen würde, hatte er doch selbst mit Roger and Me einen Film über die Schließung mehrerer GM-Fabriken in seiner Heimatstadt Flint, Michigan gedreht, die in der Folge in Arbeitslosigkeit, Armut, Bankrott und Kriminalität versank.

Ohio ist (mittlerweile) ein "roter", also republikanischer Staat und hat 2016 mit 51,69% für Donald Trump gestimmt - noch 2012 allerdings mit 50,67% der Stimmen für Barack Obama. In Montgomery County, dessen Hauptstadt Dayton ist, bekam Trump 2016 eine sehr knappe Mehrheit von 47,97% der Stimmen.

Es ist übrigens dasselbe Dayton, in dem Anfang August ein Massenmord stattfand, fast zeitgleich mit einer ähnlichen Tat in El Paso, Texas (der Täter von Dayton war offenbar ein Linker und Antifa-Anhänger; der Täter von El Paso wurde offenbar von der Angst vor "cultural and ethnic replacement brought on by an invasion" getrieben.)

Nun erscheint in American Factory (angesichts des Trump'schen "Wirtschaftskriegs" gegen China: ausgerechnet) ein chinesischer Unternehmer, um wieder Arbeitsplätze in Dayton zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. Das muß den amerikanischen Arbeitern erst einmal verkauft und schmackhaft gemacht werden. So spricht ein Anwerber zu Beginn des Films großspurig von einer  "Verschmelzung" der „chinesischen und amerikanischen Kultur“ zu einer „wahrhaft globalen Organisation“.

Die Art, wie sich die chinesische Fabriksleitung den Arbeitern und der Öffentlichkeit darstellt, wird allerdings bald zum Problem, und man merkt rasch, daß die Chinesen Mühe haben, nicht als eine Art von imperialistischer Macht zu erscheinen. Die Ausstattung repräsentativer Räume muß den amerikanischen Sensibilitäten angeglichen werden und jeder chinesisch-nationalstolze Eindruck vermieden werden (soll ein Bild der chinesischen Mauer aufgehängt werden oder nicht?), was zuweilen auf unfreiwillig komische Weise mißlingt. Bald stellt sich das Geschmäckle einer regelrechten fremden Machtübernahme ein, nicht zuletzt durch die Omnipräsenz unentzifferbarer chinesischer Schriftzeichen.

Daß die Flitterwochen bald vorbei sind - ein Arbeiter lädt den Konzernchef naiv zu einem "Barbecue" ein, andere versuchen sich nach Kräften mit den neuen asiatischen Kollegen zu verbrüdern -, liegt nicht nur an der Sprachbarriere, die sich, kaum überraschend, sehr bald als Quelle von erheblichen Irritationen und Mißverständnissen erweist. Die eingeflogenen Chefs und Kollegen aus dem fernen Osten haben teilweise drastisch andere Vorstellungen als die Amerikaner, was die Führung der Fabrik, die technischen Prozesse, Arbeitszeiten (Überstunden werden wie selbstverständlich vorausgesetzt), Löhne oder den Intensitätsgrad der Hingabe an die Firma angeht. Sie erscheinen den amerikanischen Arbeitern bald als inkompetente Besserwisser und Tyrannen.

Besonders das Ansinnen, eine Gewerkschaft zu gründen, läßt jeglichen Spaß bei den Arbeitgebern aufhören. Dies wird allerdings bald dringend nötig, da die Chinesen völlig mißachten, was die Amerikaner als fundamentale Arbeitsschutzrechte betrachten, etwa den Schutz vor physischer Gefährdung und Unfällen am Arbeitsplatz.

Schlagend ist der optisch-habituelle Kontrast zwischen den amerikanischen und chinesischen Arbeitern. Erstere sind eine stark gemischtrassige Gruppe, wobei die (weißen) Regisseure offenbar bewußt schwarze Gesichter und Protagonisten bevorzugt haben. Die Chinesen erscheinen dagegen wie aus einem einzigen Genpool-Guß, in eine einheitliche kulturelle Form gebracht, erfüllt mit einem starken National- und Herkunftsbewußtsein.

In einer Rede an die chinesischen Arbeiter in der amerikanischen Fabrik spricht Cao Dewang gezielt diese Sentiments an:

Wir sind alle Chinesen. Chinesische Mütter haben uns in die Welt gesetzt. Egal, wo Sie sterben oder vergraben werden, Sie werden immer Chinesen bleiben. Das Mutterland ist wie eine Mutter. Es ist ewig während. Heute kommen Chinesen nach Amerika, um hier zu arbeiten. Das Wichtigste ist nicht, wie viel Geld wir verdienen, sondern wie es die Ansichten der Amerikaner hinsichtlich Chinesen und China verändert. Jeder Chinese sollte Dinge für unser Volk und unser Land tun. Hierbei ist jeder einzelne von euch gefragt.

Über den amerikanischen Individualismus und die Tatsache, dass man in den USA das Staatsoberhaupt verspotten darf, können die Chinesen dagegen nur den Kopf schütteln. Hier verdient man komischerweise nur Geld, um ein einigermaßen gutes und freies Privatleben führen zu können, nicht, um etwas für "unser Volk und unser Land" zu tun.  Es gelingt ihnen in der Folge kaum, zu den Amerikanern einen wirklichen Draht herzustellen, und entsprechende Motivationsansprachen werden regelmäßig mit skeptischen, angeödeten oder gereizten Mienen quittiert.

In einer der komischten Szenen des Films versucht ein chinesischer Manager die Leistung der amerikanischen Arbeiter anzukurbeln, indem er ihnen als Belohnung eine Reise nach Shanghai in Aussicht stellt:

Wir werden die zehn besten Mitarbeiter auswählen und nach China schicken. Hier ein paar Fotos. Das ist Shanghai. Shanghai ist die modernste Stadt von China. Sieht wie Manhattan aus, oder? Es ist auch wie Manhattan. Das ist das Hyatt-Hotel. Es gibt dort einen Infinity-Pool auf dem 55. Stock! Man schwimmt im Himmel! Jetzt kommen die guten Neuigkeiten. Einer von euch wird diese Stadt besuchen. Wir sind ein Fuyao, eine Familie.

Auch hier lassen uns Reichert und Bognar an den Mienen der Arbeiter ablesen, daß diese alles andere als überzeugt oder begeistert sind, sondern sich vielmehr schwer veräppelt fühlen. Das scheinbar so verlockende Angebot wird zu einer protzigen Demonstration chinesischer Macht und Überlegenheit, die den amerikanischen Arbeitern sauer aufstößt. Um die Peinlichkeit zu vollenden, beschließt der Redner seine Ansprache mit den Worten "Let's make America great again!" (man darf annehmen, daß es unter den Gewerkschaftern nicht allzu viele Trump-Fans gibt).

Erhebliche Befremdung zeigen die Amerikaner (diesmal ausschließlich Weiße, offenbar aus den oberen, leitenden Etagen) auch bei einem Besuch des Hauptsitzes der Firma in Fuqing. "Willkommen zu Hause" begrüßt sie der chinesische Kollege, der einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd trägt, wie alle seine Mitarbeiter, während die Amerikaner durch die Bank "individuell" und eher leger gekleidet sind, mit Holzfällerhemden, Sweatern oder bedruckten T-Shirts.

Sie werden Zeugen, wie die Fuyao-Arbeiter in ihrem Heimatland durch militärischen Drill, gemeinsames Singen oder bunte Propagandashows zu einem knallharten, bienenfleißigen Kollektiv geschmiedet werden. "Seid vereint, wachsam, ernst und munter" steht auf großen Schildern, und im Text der von den Angestellten stehend gesungenen Firmenhymne finden sich Zeilen wie diese:

Der Transparenz zuliebe durchlebten wir harte Zeiten. Der Transparenz zuliebe kämpften wir.  Fuyao repräsentiert eine transparente Welt. China ist im Frühling, Freude ist überall. Der Segen von Fuyao ist transparent.

Was die „Gewerkschaften“ angeht, so sind sie integrierter Teil eines einzigen staatskapitalistischen Komplexes, der nur mehr entfernt mit dem Kommunismus des Staatsgründers Mao Tse-Tung zu tun hat, obwohl dieser mitsamt seinen Nachfolgern natürlich weiterhin uneingeschränkte Verehrung genießt.

"Happy" sei er, sagt einer der amerikanischen Besucher am Ende einer großen Firmenparty zu einer hübschen Chinesin. "Ich bin sehr froh, Ihre Kultur zu erleben." - "Vielen Dank." - "Nein, ich danke Ihnen. Wir sind eins." - "Ja, wir sind eins", antwortet die Chinesin lächelnd. "Wir sind eins. Eine Sprache, ein Unternehmen."

Das ist natürlich, nach allem, was man bisher in dem Film gesehen hat, eine Illusion, und noch dazu eine einseitige. Während die Amerikaner treuherzig glauben wollen, daß sie mit ihren ostasiatischen Mitarbeitern an einer geeinten Welt teilhaben und mitwirken, wird immer deutlicher, daß die Chinesen strikt im Sinne der Expansion ihrer nationalen Macht handeln.

Und es wird deutlich, was für eine ungeheure, produktive Wucht in der "kollektivistischen" Einigung der Chinesen liegt. Dies mag die Wurzel des Aufstiegs der nur mehr nominell kommunistischen Volksrepublik zur Weltmacht sein. Der chinesische "Kapitalist" oder "Globalist", wie er in diesem Film auftritt, betrachtet sich selbst nicht als ein sich persönlich bereicherndes Individuum, sondern sieht seine Interessen in völligem Einklang mit dem Gedeihen und Wachsen von Volk, Staat und Nation.

Auch die Mitarbeiter und Angestellten, die sich der Firma mit Leib und Seele verschreiben, sehen in ihr nichts anderes als eine Manifestation ihres Landes, ihres Volkes, ihres Staates. Der individualistische Westler oder hier spezifisch: der Amerikaner wird für den chinesischen Unternehmer immer "der Andere" bleiben, den man hervorragend mit der Rhetorik der "Einen Welt" einbuttern kann, wenn man auf sein Territorium expandieren will.

Ich empfehle, diesen hervorragenden und vielschichtigen Film als "double feature" mit dem ebenfalls exzellenten, wenn auch sehr anders konzipierten Film "Empire of Dust" anzusehen, der einen guten Einblick in die chinesische Kolonisation Afrikas bietet.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (89)

Maiordomus
23. Oktober 2019 14:28

Was Trump in dieser Sache richtig beziehungsweise doch falsch macht, was in Sachen China die Priorität haben sollte, müsste zusätzlich noch erklärt werden. Oder interessiert dies Lichtmesz nicht? Wobei bei ihm möglicherweise fast so etwas wie eine indirekte Sympathie für China durchscheint. Aber das totalitäre chinesische System kann wohl nicht unser Vorbild sein. Überhaupt müsste die deutsche Rechte tiefer über das Totalitarismusproblem nachdenken, auch wenn man über die Verhältnisse an den Hochschulen nachdenken will, die so schlimm sind wie seit 1933 und 1968/70 nicht mehr, wobei in beiden Föllen von Totalitarismus die Rede sein konnte und musste.

Imagine
23. Oktober 2019 14:33

„Wie erholt sich ein Land, wenn es seine Wirtschaft an ein Land abgegeben hat, das es nun als Feind dämonisiert? Gibt es ein besseres Beispiel für eine völlig inkompetente herrschende Klasse als eine, die ihre Wirtschaft gefesselt und geknebelt einem Feind übergibt, nur damit ihre Unternehmerfreunde kurzfristige Reichtümer einstreichen können?
Wir können dies nicht Trump anlasten. Er hat das Problem geerbt und verfügt über keine Berater, die ihm dabei helfen könnten, das Problem zu verstehen und eine Lösung zu finden.“ Paul Craig Roberts
https://www.rubikon.news/artikel/das-eigentor-2

AlexSedlmayr
23. Oktober 2019 15:55

@Maiordomus

Eine der größten Unarten ist es aus Anerkennung oder Sympathien für die positiven Seiten einer Sache zu schließen, derjenige betrachte diese a) kritiklos und wolle sie b) eins zu eins übertragen.

Zunächst glaube ich erstmal das Lichtmesz hier vor allem zwei Geistes- und Denkwelten gegenüber stellt und versucht zu verdeutlichen, wie lächerlich und atomisiert der Westen in seinem neurotischen Selbstverständnis, das keine Kollektive und nur noch Einzel- statt Staats- und Volksinteressen kennt, wirkt, gegenüber einem System, das sich innerlich einig ist und dessen einzelne Glieder bereit sind hinter dem Ganzen ein Stück zurückzutreten, weil der Erfolg und die Stärke des Ganzen auch dem einzelnen Glied zu Gute kommen. Während China seine nicht durch innere tribale Konflikte gelähmte Stärke selbstbewusst nutzt und inzwischen damit auch wirtschaftlich und politisch in den Westen ausgreift und seine eigenen Märkte verteidigt, ist der Westen gefangen in seiner Idee des Freihandels und der grenzenlosen globalen Welt, was seine Widerstandskraft a) lähmt und ihn die chinesische Machtübernahme b) als eine Vereinigung der Völker und der Welt missverstehen lässt.

Das ist erstmal eine Analyse und eine eindringliche Warnung.

Die Sympathien entwickeln sich eher dahingehend, dass China uns zeigt, dass man sich dem uns als alternativlos verkauften westlichen hegemonialmodell nicht nur verweigern kann, es legt auch dessen deutliche Schwächen einschließlich seines selbstzerstörerischen Charakters offen.

Ich glaube kaum, dass die Totalitäre Note das eigentlich sympathische ist, sondern ein Nationalstaat, der seine Interessen zu wahren weiß, sich nicht in der globalen Biosuppe auflösen will und durchaus ein Gefühl für den Wert seiner Kultur und seiner nationalen Würde aufbringt.

Was wahr ist, dass das im Fall Chinas um einen gewissen Totalitärspreis kommt, der Menschen immer noch sehr zu Ameisen umformt. Aber wir sprechen hier ja nicht von binären Verhältnissen: der absoluten westl. Freiheit gegen den bösen Totalitarismus. Man kann einfach nicht oft genug auf das Deutsche Kaiserreich verweisen, das auf der einen Seite für seine Zeit sowohl liberal als auch fortschrittlich war aber durch eine starke patriotische und nationalistische Klammer zusammengehalten wurde. Eine führende Wirtschafts- und Forschungsnation zu sein hatte etwas mit der eigenen Würde und der Stellung in der Welt zu tun und war nicht nur ein Ausdruck rationaler Genussoptimierung.

Diese Totalitätsstrohmänner sollten wir beiseite wischen und klar machen, dass es darum gehen muss der liberalen Gesellschaft einen verbindenden Sinn zu stiften, den Eigenwert wieder hervorzuheben, denn Freiheit tendiert immer in die Leere und wir haben das gesunde Maß längst überschritten. Hier geht es um Ausgleich nicht um Abschaffung oder totale Kontrolle.

Wahrheitssucher
23. Oktober 2019 15:59

Ist China ein Nationalsozialismus?

heinrichbrueck
23. Oktober 2019 16:13

Das Wirtschaftssystem als Sklavenhaltergesellschaft. Humanresourcen im Dienste der Parasitengier. Und der fehlende deutsche Gegenplan.

Die Globalisierung ist ein Vorgang, innerhalb dessen ein jedes Volk seine eigene Stimme finden und durchsetzen muß. Andernfalls, so dies nicht geschehen kann, wird es dieses Volk in Zukunft nicht mehr geben. Die Amis haben eine Rassenzersplitterung, die sich in der Realität immer stärker bemerkbar machen wird.

Redefreiheit hängt von Informationen ab, die man den Redefreien gewährt. Solange Arbeit die Ernährung sicherstellt, ist meistens ein Verständnisbereich für anderweitige Überlegungen nicht überlebensnotwendig. Und falls doch, werden die Schafe gelenkt.
Der unterwürfige chinesische Arbeitsroboter auf der einen Seite, der multikulturell führungslos gemachte Ami auf der anderen. Und wie lautet das deutsche Überlebensprogramm? Die Willensnation kann es nicht sein, sie dient den Globalisten.

Die Bewahrung des Volkes, der Bewertung des gegenwärtigen Witschaftssystems, in dem Demokratie als Mittel zum Zweck gehandhabt wird, schon demographisch bedingt, wird eine deutsche Antwort finden müssen. Was in diesem Zusammenhang deutsch ist, sollte ohne verwässernde Diskussion einigermaßen klar sein. Nur dann wäre ein bedingungsloses GRUNDEINKOMMEN einzuführen. Ein Volk muß versorgt werden, damit es leben kann; es sollte nicht Arbeitssklave irgendwelcher Parasiten sein. Arbeitskraft und Arbeitsmoral sind gegeben, aber nicht in der ausbeuterischen Art, um im Konkurrenzdenken Verschleiß zu produzieren, sondern in der anständigen Art ein Leben zu haben. Solcherart Lebensbedingungen erfordern eine radikale Wende. Das Wirtschaftliche muß der Seele des Volkes angepaßt werden, nicht umgekehrt.

Vom Geldsystem hängt die Globalisierung ab. Die Globalisten brauchen keine Völker, deren Vorgehensweise intakt und in Gemeinschaft verbunden. Die Globalisten brauchen dumme Sklaven. Devote Chinesen und führungslose Amis können keine Vorbilder sein. Die Globalisten werden weiterhin Lügen verbreiten, täuschen und umvolken. Das Volk der Dichter und Denker sollte dieser Aufgabe gewachsen sein. Im alten System über Probleme nachzudenken, helfen dem System und seinen Lügen, während das Volk immer mehr abschmiert. Die Systembetreiber haben es sich schon gut überlegt, warum sie Deutschland in ein Zuwanderungsland umwandelten. Die Wahrheit ist als Lüge kein Argument, auch in einem gefluteten Land nicht. Dem System werden die Rechtfertigungsgründe nie ausgehen.

MARCEL
23. Oktober 2019 16:32

Wir werden Zeugen des Rückzugs (der Kapitulation?) der gesamten angelsächsischen Welt mitsamt ihres way of life bzw. way of economy. Bei uns entsteht ein Vakuum, das andere füllen werden. Zur Auswahl: Ankara, Teheran, Moskau, Peking (bzw. Peking durch Moskau?). Der eigentliche Herr der EU sitzt dann weder in Berlin, noch in Paris, Rom oder Budapest oder gar Brüssel.
Wie dem auch sei: Bequem wird es in keinem Fall mehr, das ist vorbei, egal mit wem man zusammengehen will oder muss. In dieser Frage würde ich persönlich für eine Neuauflage der Konvention von Tauroggen plädieren. Sei es wie es sei: Russland steht mir näher als jeder andere der machtpolitischen Akteure.

Thomas Martini
23. Oktober 2019 17:22

ML: Ihre seitenlangen Anpatzereien lösche ich langsam schon aus Prinzip. Wenn Sie in dem Artikel sachliche Fehler zu finden glauben, dann stellen Sie sie eben richtig, am besten mit Belegen, aber ersparen Sie mir und den Lesern bitte Ihre arroganten Monologe in eigener Sache.

Maiordomus
23. Oktober 2019 18:31

@Lichtmesz. Ich bin der Meinung, dass Ihre Analyse auf recht überzeugende Weise zutreffend ist, so wie man es in den Medien selten findet. Ein überdurchschnittlicher Artikel, bei dem man aber noch einen zweiten Teil erwarten könnte, im Sinne von: Was wäre Trump und anderen zu raten, ohne dass sie nicht gleich das, was sie beinahe bewundernd als Chinas Erfolgsrezept skizzierten, einfach auf ihre Art übernehmen würden?

ML: Darauf habe ich keine Antwort.

PS. Habe auf youtube mir eine Reportage angesehen über die Berliner Maoisten von Neukölln, von denen zwei mit sich reden liessen, für mich in einigen Partien schon fast eine Parodie auf "Marx von rechts". Diese Linksextremisten gelten jedoch wegen ihren Tabubrüchen als radikal isoliert.

Gustav Grambauer
23. Oktober 2019 18:48

Streifen wird heute nacht angeschaut, besten Dank für den Hinweis.

"Der wahre Gegensatz liegt nicht zwischen Amerika und Rußland, das ist nur Schein. Die wirkliche Auseinandersetzung liegt zwischen China und Amerika. Ob diese über Europa kommen wird oder über den Stillen Ozean, ist die Frage. Europa mag hoffen, daß sie über den Stillen Ozean staffinden wird." - Rudolf Steiner anläßlich seines Koberwitzer Landwirtschaftskurses, Quelle: Bondarew: "Die Ereignisse in der Ukraine ...", Books on Demand 2005, Band 3, Seite 126, Der_Jürgen kennt`s.

Bondarew ging mit Darlegung seiner Gründe vom Eintreten der ersten Alternative aus, allerdings war dies 2005, als die Schach-Matt-Setzung der US-Landeselite (2016) noch nicht abzusehen war. Wie auch immer, in diesem Sinne ist alles zu begrüßen,

was (1.) die Westküste (z. B. das Silicon Valley) gegen China hysterisiert (die sind noch im "Love-Peace-&-Understanding"-Modus, es wird am meisten Zeit, daß aus den Pazifikern (sic!) endlich mal Wutbürger werden, dann werden die Vulkane entlang des Pazifischen Feuerrings

https://www.contra-magazin.com/wp-content/uploads/2018/05/Pazifischer-Feuerring.jpg

lodern!) sowie

(2.) was die Ostküste ("den Transatlantiker"-Abschaum) schwächt oder im besten Fall deren veklemmte, verbrämte / kreidefressende Aggressivität und Zerstörungssucht neutralisiert (welche so überkaschiert sind, daß Lieschen Müller davon nicht mal etwas ahnt, man muß auch sozusagen die Masken von diesen Visagen

https://www.youtube.com/watch?v=GVXxZqyiKrY

reißen.)

Die chinesische Führung verfolgt keine nationalen Interessen. Vielmehr ist China ausersehen als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse und die Führung ist lediglich beflissen dabei, China in die dabei projektierte Rolle einzuführen. Selbstverständlich wird hierfür auch die chinesische Mentalität instrumentalisiert. Sofern man dabei von "Nationalismus" oder "Patriotismus" sprechen kann, ist dieser nur Mittel zum Zweck, so wie der Nationalstaat ja grundsätzlich nur als provisorische Plattform der Weltgesellschaft konzipiert wurde.

- G. G.

Der_Juergen
23. Oktober 2019 18:51

@Maiordomus

Was soll daran anrüchig sein, dass Lichtmesz Sympathie oder zumindest Achtung gegenüber China empfindet?

ML: Tue ich indes gar nicht. Ich beschreibe nur, wie es sich mir darstellt. Ich möchte nicht in einem Staat nach chinesischem Modell leben.

Sie kreiden diesem offenbar an, dass es keine Demokratie ist. Glauben Sie, dass eine solche in einem Riesenstaat mit trotz aller wirtschaftlichen Triumphe enormen Problemen funktionieren würde?

Gewiss, man kann China vorwerfen, dass es die Überwachung seiner Bürger bis zum Exzess treibt. Die Repression gegen die muslimischen Uiguren in Xinjiang ist sicher unverhältnismässig hart und geht über die legitime Selbstverteidigung gegen islamischen Extremismus und Terrorismus hinaus. Doch wir haben uns nicht einzumischen. Ehe westliche "Intellektuelle" den Chinesen Nachhilfeunterricht in "Demokratie" erteilen, sollten sie sich um die krasse Verletzung der Meinungsfreiheit in Deutschland und anderen westlichen Ländern kümmern. Wie viele 91-jährige Frauen sitzen wohl in China wegen reiner Meinungsdelikte in Haft?

ML: Na ja, in China sitzen viele, viele Menschen wegen reinen Meinungsdelikten in Haft.

Waldgaenger aus Schwaben
23. Oktober 2019 19:36

Kapitalismus funktioniert nicht ohne ständige Innovation. Die Innovation, nicht das ständige Wachstum, wie von linker Seite und leider auch jüngst hier behauptet, ist der Motor des Kapitalismus. Bleibt sie aus, führt Kapitalismus zu Massenverelendung, Umweltzerstörung und Krieg. Dann und nur dann hat Marx recht.

Der Wille ständig zu forschen, Neues zu erfinden und asuzuprobieren, ist aber dem Menschen eigen. Aber ausleben kann er den Drang nur dort wo er frei ist.
"In die Irre gehen zu können ist die Voraussetzung der Erkenntnis", stammt glaube ich von Nietzsche.

Deshalb funktioniert Kapitalismus nur dort wo Demokratie und Menschenrechte vorhanden sind.
Der chinesische Kapitalismus wird scheitern, wenn China es nicht schafft den Weg zu Demokratie und Menschenrechte zu finden. Die USA unter Trump handelt genau richtig, wenn sie darauf achtet, China militärisch überlegen zu bleiben.

In den USA, aber mehr noch in Europa, sehen wir die Tendenz Demokratie und Meinungsfreiheit mehr und mehr einzuschränken. Und damit droht die Gefahr, dass der Kapitalismus scheitert und zu Massenverelendung, Umweltzerstörung letztlich zu Krieg führt.

Man kann Trump als Person für einen narzisstischen Idioten halten. Ich sehe in ihm vor allem ein Zeichen, dass die US-amerikanische Volksseele gewillt ist, eine ihr fremd gewordene Herrschaft abzuschütteln. Eine Herrschaft, die die Grundsätze verrät, die die USA zur einzigen Weltmacht gemacht haben.

Deutsche, die einem Volk angehören, welches immer noch unfähig zu solchen Akten des Widerstandes ist, sollten sich mit Kritik an Trump und den Wählern in den USA zurückhalten.

ZUm Thema Innovation und USA:

Google meldet Durchbruch mit Quantencomputer

https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/quantenueberlegenheit-google-meldet-durchbruch-beim-quantencomputing-a-1292901.html

Thomas Martini
23. Oktober 2019 20:15

"Wir werden Zeugen des Rückzugs (der Kapitulation?) der gesamten angelsächsischen Welt mitsamt ihres way of life bzw. way of economy."- MARCEL

Deswegen sind McDonalds, CocaCola, Rap, Rock, Hollywood, die NBA und viele weitere Exporte der anglo-amerikanischen "Kultur" in China auch so beliebt: Weil die angelsächsiche Welt auf dem Rückzug ist.

Shanghai sieht aus wie Manhattan, ist auch wie Manhattan, aber: "An China prallen alle globalistischen Versuche ab, die Welt durch freie Marktwirtschaft zu liberalisieren und demokratisieren." (Martin Lichtmesz)

Lesen wir, was Präsident Xi Jinping dazu sagt:

"Der Vorreiter der chinesischen demokratischen Revolution Sun Yat-Sen hat gesagt: „Der globale Trend ist gewaltig. Folgt man ihm, ist man auf dem Weg des Erfolges, andernfalls geht man unter“. Die Geschichte lehrt uns: Wenn ein Land prosperieren will, muss es den globalen Trend erfassen und ihm folgen. Andernfalls wird es von der Geschichte über Bord geworfen. Was ist nun der globale Trend heutzutage? Darauf gibt es nur eine Antwort, nämlich Frieden, Entwicklung und Zusammenarbeit zum gemeinsamen Nutzen."

Xi Jinpings Rede bei der Körber-Stiftung, März 2014

Na sowas. Der stramm-nationale Präsident der VR China folgt dem globalen Trend!?

ML: Wow. Das widerlegt nun wirklich alles (Du liebe Güte).

Aber das hat er gewiss nur so dahin gesagt, und nicht ehrlich gemeint. Im Gegensatz zu demokratischen Staatsmännern und Wirtschaftsprofessoren aus den USA, die etwa wie Paul Krugman oder Ben Bernanke immerzu die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit sprechen.

"ML: Ihre seitenlangen Anpatzereien lösche ich langsam schon aus Prinzip. Wenn Sie in dem Artikel sachliche Fehler zu finden glauben, dann stellen Sie sie eben richtig, am besten mit Belegen, aber ersparen Sie mir und den Lesern bitte Ihre arroganten Monologe in eigener Sache."

Bei allem verbliebenen Respekt, HERR Lichtmestz, aber Sie zitieren u. a. "Der Spiegel" ungefiltert als handele es sich dabei um seriöse Berichterstattung. Auch das anglo-amerikanische Propagandafilmchen "American Factory" behandeln sie ohne Skepsis, als sei das eine seröse Informationsquelle.

Als jemand, der sich selbst so gut wie möglich vor allen transatlantischen Kultureinflüssen schützt, sticht es mir eben in die Augen, wenn andere im "Mainstream" der anglo-amerikanischen Matrix zu ersaufen drohen. Daß ich versuche Ihnen allen hier eine helfende Hand zu reichen, wollen Sie natürlich nicht wahrhaben.

ML: Außer Poserei und Borniertheit kommt nichts von Ihnen. Wie der grandiose Durchblick durch die Matrix schaut mir das nicht gerade aus. Wenn Sie so viel besser Bescheid wissen über China, dann lassen Sie mal hören, was Sie alles besser zu wissen, statt zu schwätzen und zu maulen. Zeigen Sie, was "Desinformation" ist, und widerlegen Sie sie. Bis dahin können Sie Ihre helfende Hand gerne weiterhin zur Autostimulation benutzen. Ein "Propagandafilmchen" ist der Film übrigens beileibe nicht. Es ist einfach nur dumm, so etwas zu sagen, ohne ihn gesehen zu haben.

Es ist mir übrigens völlig egal, ob Sie meine Beiträge "langsam schon aus Prinzip" löschen, oder schnell, ob Sie sie kürzen, oder ganz veröffentlichen.

Von mir können Sie meinen Account auch sperren, dann haben Sie Ihre Ruhe.

nigromontanus
23. Oktober 2019 20:31

Als "culture clash" Studie sicherlich ein sehr interessanter Film. Und während im Westen selbst Klischees wie "White Supremacy" eigentlich nur noch dazu da sind, damit Frustrierte ihre eigenen Neurosen therapieren können, bemerkt der etwas aufmerksamere Beobachter längst, daß das westliche Modell kulturell am Islam und politisch an China zerschellt wie ein Ruderboot an einer Steilklippe.

Trotzdem will es mir scheinen, als wären die obigen Beobachtungen ein wenig oberflächlich, zumindest in Bezug auf einen hypothetisch dort zugrundeliegenden "Nationalismus".

Erstens deshalb, weil die ostasiatische Kultur insgesamt zu starkem Kollektivismus, Disziplin und Unterordnung unter ein Ganzes neigt. Das ist in Japan im Kern nicht anders als im postkommunistischen China. Nur daß es dort eher die Unternehmen selbst sind, auf die die Mitarbeiter eingeschworen werden, aber die Mentalität selbst ist sich sehr ähnlich, trotz einer westlich orientierten, liberalen und hedonistischen Freizeitkultur.

Zweitens weil in solchen Ansprachen natürlich auch typisches Management-Gefloskel betrieben wird. Genauso könnte man eine Honecker-Ansprache aus der Mitte der 80er nehmen, und beeindruckt feststellen, wie begeistert dort alle doch vom Sozialismus waren. In Wahrheit haben wahrscheinlich 90% das Gerede nur über sich ergehen lassen, weil sie wussten, daß es von ihnen verlangt wird, dann jubeln sie brav, weil die Chefs das sehen und sie nicht sanktioniert werden wollen, und in Wahrheit sind sie froh, wenn endlich Feierabend ist und sie aus der Firma raus sind.

Anders ausgedrückt: der Film ist aus einer westlichen Perspektive gedreht (und wird aus einer westlichen Perspektive rezipiert), die davon ausgeht, daß das Verhalten auch der chinesischen Akteure grundlegend "authentisch" im westlichen Sinn ist. Wenn also der Firmeninhaber seine Sprüche aufsagt, wirkt das, als würde er wirklich dahinterstehen, singen die Arbeiter die Firmenhymne wirkt es, als wäre dahinter irgendeine Kollektivharmonie. Aber vielleicht steht dahinter auch nur eine gänzlich andere Mentalität, die der Kamera und der Öffentlichkeit das zeigt, was sie aus Gründen politischer und kultureller Schicklichkeit gelernt hat, öffentlich zu zeigen und die private, im individuellen Sinn reale Ebene wird nirgendwo berührt.

Franz Bettinger
23. Oktober 2019 20:37

@Zeitzünder: Lichtmesz schreibt ganz richtig: "Es geht hier, große Überraschung, nicht ernsthaft um moralische Prinzipien, sondern um die Quellen des Profits.“ Und ich ergänze: Es geht NIE um Moral, immer um Macht. Ist das wirklich so wirklichkeitsfremd? Und um ihre Frage vorweg-zunehmen, ob das denn auch gut und richtig sei und so sein sollte. Ja. Um hinter die Weisheit der Natur zu kommen, der Rat: Brechen Sie die Große Politik, von der die Kleinen ja ach so viel zu verstehen glauben, auf die Kleine Politik herunter, wo Sie kompetenter sind, auf Ihre Türschwelle, Ihre Familie, und erkennen Sie: Es geht auch dort um das "Recht des Stärkeren" aka Macht, übertüncht mit Moral und daher verlogen. Die Kinder merken das (hoffentlich).

Nebenbei: Die Chinesen kaufen sich seit Lehman / 2008 mit ihren (ansonsten nutzlosen Devisenreserven) Papier-Dollars und den USA, aber auch weltweit, insbesondere auch in der BRiD ein, gerade auch in der Stimmungs- und Propaganda-Industrie. Das war ein aus chinesischer Sicht genialer Schachzug, ihre Feinde mit deren eigenen Waffen von hinten durch die Brust zu treffen. Und alles das wird noch zunehmen.

Oh ja, das nicht theistische und lediglich noch vom Namen her kommunistische China hat den USA und uns weichen, mit der Rhetorik der One World eingebutterten Europäern Wesemtliches voraus. Und daher schreibt Lichtmesz: "Sein kapitalistisches System verbindet sich mit einem starken Staat und einem nationalistisch-identitären Kern, was eine machtvolle Mischung gibt.“ Man merke: Lichtmesz schreibt nicht einmal ’national’, sondern 'nationalistisch‘, und er hat recht. Wollen wir Rechten das nicht auch für Deutschland?

Und glaubt jemand im Ernst, die Kraft dafür könne von einem irgendwie geläuterten Christentum kommen? Von Inhalten der Bergpredigt? Zynisch? Ja. Diesmal bin ich es. Es sind die Umstände!

RMH
23. Oktober 2019 20:58

Großer Fisch frisst kleinen Fisch. Großer Fisch wird von noch größerem Fisch gefressen. Kleiner Fisch beschwert sich darüber, dass großer Fisch ihn frisst.

Lotta Vorbeck
23. Oktober 2019 21:03

@Wahrheitssucher - 23. Oktober 2019 - 03:59 PM

"Ist China ein Nationalsozialismus?"

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

@Laurenz könnte Ihnen diese Frage beantworten.

ALD
23. Oktober 2019 21:07

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Die Doku werde ich mir anschauen.

In Anlehnung an diesen Artikel erlaube ich mir auf die Rede des Vorsitzenden der Patriotischen Partei der Türkei, Vatan Partisi, auf dem Welt-Parteien-Kongress in Peking/China 2017 zu verweisen: http://podcast.jungeuropa.de/zur-diskussion-gestellt-das-eurasische-zeitalter-und-seine-neue-zivilisation/

Wahrheitssucher
23. Oktober 2019 21:11

@ Gustav Grambauer

„Die chinesische Führung verfolgt keine nationalen Interessen. Vielmehr ist China ausersehen als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse und die Führung ist lediglich beflissen dabei, China in die dabei projektierte Rolle einzuführen. Selbstverständlich wird hierfür auch die chinesische Mentalität instrumentalisiert. Sofern man dabei von "Nationalismus" oder "Patriotismus" sprechen kann, ist dieser nur Mittel zum Zweck, so wie der Nationalstaat ja grundsätzlich nur als provisorische Plattform der Weltgesellschaft konzipiert wurde.“

Wenn das so sein soll, was wäre dann - außer dem Nationalstaat - der Weltgesellschaft entgegenzusetzen?
Die Regionen? Nicht zu schwach, zu konturlos, zu uneingrenzbar...?
Was, bitte sehr?

Andreas Walter
23. Oktober 2019 21:28

Die VSA wie auch Russland sind fast autarke Regionen. Australien auch. Mit Hilfe (zum Beispiel) von Russland ist Chinas Reichweite in der Zeit-Zukunfts-Achse allerdings auch sehr hoch. Eine Frage der verfügbaren Energie und ihr Preis.

Das geht natürlich nicht mit roten, grünen oder auch anderen religiösen Spinnern.

Chinas moderater Absolutismus hängt darum auch von einem Russland ab, das konsequent pro-russisch geführt wird. Das Gleiche gilt darum auch für die VSA oder Australien, wenn auch sie langfristig bestehen wollen.

Es gibt daher für alle nur einen Feind und das ist der, der überall eindringt und keine Grenzen akzeptiert.

Die Umweltverschmutzung also, denken jetzt wahrscheinlich viele. Natürlich, die auch. Man will ja auch keine Atomraketen ins Land oder die Pest über die Mauer katapultiert bekommen.

Was passiert daher mit den VSA nach Trump oder mit Russland nach Putin? Die Existenz, das Überleben all dieser angesprochenen Regionen können nämlich nur bestimmte Regime sicherstellen. Solche die wehrhaft sind, auch gegenüber inneren Feinden.

Nationen mit einem starkem Immunsystem also, gegenüber inneren wie und auch äusseren Feinden, Parasiten, Vampire, Räuber. Etwas, was arme Regionen natürlich nicht brauchen, denn da gibt es eh nichts zu holen. Weder für rote noch für grüne noch für andere "Religionen".

Demokratie könnte für manche Länder in Zukunft daher zu einem ernsten Sicherheitsrisiko werden, wodurch sie dann in Armut und Chaos enden, also in Zerstörung. In einem Land wie auch Russland unter dem Zaren ist so etwas keine "grössere Tragödie". Russland war zu dem Zeitpunkt zu 80% noch ein unterentwickelter Agrarstaat, der sich in schlechten Jahren nicht einmal selbst ernähren konnte.

Doch was passiert, wenn moderne Industrienationen samt ihrer ganzen wirtschaftlichen Produktion vor die Hunde gehen? Wird dadurch wirklich etwas besser, für die Armen, für die Umwelt? Oder ging es auch den Menschen und der Natur im Ostblock besser, in der DDR oder Sowjetunion? Nein.

Die Zukunft gehört daher ganz bestimmt nicht den Grünen und auch nicht den Roten, sondern verantwortungsvollen, nationalistischen Militärdiktaturen. Länder wie auch Singapur oder derzeit auch Ruanda.

https://youtu.be/xX0ozxrZlEQ

Oder eben mehr Energie und damit Wohlstand für alle ... ich habe den einzigen Ausweg schon mehrmals in groben Zügen skizziert.

Es sei denn, alle Journalisten der Welt schliessen sich mir an, dann schaffen wir es vielleicht auch über die Vernunft, ohne Diktaturen. Doch auch dann gibt es immer noch viel zu viele Faulpelze, Opportunisten, Misstrauische und Kriminelle, die etwas anderes wollen. Sowohl im Kapitalismus wie auch im Kommunismus. Die meisten Menschen sind zudem nicht vernünftig, sondern emotional, egoistisch und nur bedingt verantwortungsbereit. Ich will es ja auch nicht, die ganze Verantwortung übernehmen, eben weil man dann autoritär bis zu manchmal sogar militant werden muss. Leider.

Franz Bettinger
23. Oktober 2019 21:33

@Waldgänger: Kann man diesen allmächtigen Quanten-Computer nicht einfach dadurch gegen die Wand fahren lassen, indem man ihm nach drei falschen Versuchen (ein Passwort zu knacken) eine Zwangspause verordnet (und sei sie auch nur 3 Minuten lang). Denn seine Stärke, hört man, ist die Schnelligkeit. Also gilt es, ihn auszubremsen. Wo ist das Problem?

Laurenz
23. Oktober 2019 21:36

Der Artikel von Herrn Lichtmesz beschreibt trefflich das "nationalsozialistische China", ohne dies direkt zu schreiben. Vielen Dank, Herr Lichtmesz, daß Sie mich zumindest indirekt in meiner These unterstützen.

Habe erstmal meine Mitforisten schreiben lassen und kann weder @Thomas Martinis noch @Maiordomus' Beiträge nachvollziehen.
Auch der Beitrag von @Waldgaenger aus Schwaben verbirgt leider nicht die völlige Unkenntnis des Autors über Ostasien und der aktuellen geo-politischen Situation. Würden die Chinesen morgen einen Boykott oder Sanktionen a la États-unis aussprechen, wären morgen unsere Läden sofort leer.

Der Artikel ist eindeutig eine reine Analyse des Sachverhalts.
Die Obama-Administration (+Clinton-Kumpels) war der Meinung, daß es reichen würde, China militärisch unter Druck zu setzen, der Total-Versager und Massenmörder Obama konzentrierte den wesentlichen Teil der US Army-Übersee-Einheiten in Ost-Asien.

Dem interessanterweise klügeren Herrn Trump ist es offensichtlich klar, daß eine militärische Option der USA gegen China nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb ist seine Politik ausnahmsweise vollkommen "alternativlos", daran gibt es nichts zu deuteln. Allerdings kommt Herr Trump zu spät für die USA und kann den geo-politischen Trend, in dem China zur Weltmacht Nr. 1 aufsteigt, wohl nur noch verzögern.
In der öffentlichen Debatte seit dem Amtsantritt Donald Trumps, war es Deutschland-weit vordergründig nur Dirk Müller auf Cashkurs, der die Haltung vertrat, daß Er es lieber bevorzüge, unter der Knute der Kuhhirten als unter den elektronischen Augen der Reiskocher zu leben.
Der einzige Mitforist, der in meinen Augen unter den bisherigen Beiträgen die Eminenz, wie die historischen Hintergründe der Situation verstanden hat, war diesmal erfreulicherweise @Imagine.
Die Chinesen haben ein Jahrtausende währendes Gedächtnis und damit die Behandlung durch die Kolonialmächte, vor allem die der Briten & Franzosen im 19. - und 20. Jahrhundert nicht vergessen. Deutschland hatte man Xingdao (Tsingtau) im Prinzip noch verziehen, aber wir werden diese europäischen Untaten alle noch mit bezahlen müssen.
Da wird auch der kulturelle Unterschied der Kuhhirten zu uns Europäern geo-politisch belanglos, mitgefangen, mitgehangen.

Um den Erfolg der Chinesen zu beurteilen, muß man die asiatische Mentalität verstehen. Diese betrifft auch nicht nur China, sondern explizit den ganzen Rest Ost-Asiens. Der Mensch, wie auch das Tier, haben in ihren individuellen Schicksalen weniger Wichtigkeit im Vergleich zur Haltung eines "Farang" (https://der-farang.com/), daher ist auch die staatliche Kontrolle Chinas nur ein Mittel zum Zweck die eigene Charakterschwäche zu bekämpfen, eine vollkommen nachvollziehbare konfuzianische Entwicklung, das akzeptieren auch 99% aller Asiaten. Viel wichtiger ist es für alle Asiaten, daß sich 400 Mio. Chinesen jedes Jahr einen Urlaub im Ausland leisten können, und es werden jedes Jahr mehr.
Wer schon einmal eine chinesische Reisegruppe in Thailand oder den Philippinen am Strand erlebt hat, bekommt eine ungefähre Idee des kulturellen Unterschieds.
In einem Punkt liegt @Maiordomus richtig, nach Herrn Müllers direkter Art, ist es nach Ihm Herr Lichtmesz, der dieses Thema "China" in der Geo-Politik auf der mehr intellektuellen Ebene konkret in Worte faßt.
Unsere gleichgeschalteten Deutschen Alt-Medien trauen sich kaum, aus ihrem abrahamitisch-marxistisch globalen Größenwahn herauszutreten. Europa und seine Poltiker bekommen aktuell in Syrien ganz hart vor Augen geführt, daß Europa zur reinen Schwellen-Region verkommen ist.

God shave the Queen.

Wahrheitssucher
23. Oktober 2019 21:41

@ Lotta Vorbeck,
@ Laurenz

Möge er es tun...!

Kaiza
23. Oktober 2019 23:14

@Gustav Grambauer

Ich schätze Ihre Beiträge sehr. Ich wünschte, ich könnte auch so treffend formulieren wie Sie. So emotional berührend und sachlich richtig. Beneidenswert. "kreidefressende Aggressivität und Zerstörungssucht" da denke ich mir, ja so ist es. Genau so ist es. Sie Herr Gustav Graumbauer können Gedanken und Gefühle in Worte verwandeln.

Aber manchmal sprechen Sie in Rätseln.

>>...allerdings war dies 2005, als die Schach-Matt-Setzung der US-Landeselite (2016) noch nicht abzusehen war. <> Vielmehr ist China ausersehen als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse und die Führung...<<

Von wem ausersehen? Und welche Führung?

Bitte konkreter!

Und was hat Steiner damit zu tun?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

ML: Jetzt kommt wieder der "globale Prädiktor"...

Hartwig aus LG8
23. Oktober 2019 23:27

@ Grambauer

Wie immer ist Ihre Perspektive interessant.
Angesichts der Entwicklung rund um Nordsyrien erinnere ich mich an Ihren nunmehr "legendären" Kommentar aus dem Frühherbst 2016 bzgl. der US-Präsidentschaftswahl. Nicht nur, dass Sie den Sieg Trumps vorhersahen - Sie sonderten ein etwas kryptisches Statement bzgl. einer russischen Übernahme von Verantwortlichkeiten im Nahen Osten ab; nicht zuletzt bezogen auf Israel, dessen Schutzmacht USA sich Schritt für Schritt aus diesem Territorium zurückzieht.
Zur Stunde vollzieht sich Weltpolitik. Nehmen wir sie als Solche wahr.

Gustav Grambauer
24. Oktober 2019 00:32

Wahrheitssucher

"Wenn das so sein soll, was wäre dann - außer dem Nationalstaat - der Weltgesellschaft entgegenzusetzen?"

Unmißverständlich: der Nationalstaat ist, spätestens seit Humboldts "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen des Staates zu bestimmen" (1851), d. h. seit der kurzen Blüte seiner Impulse etwa auf das Nationaltheater, seinem sozialen Wesen nach nichts anderes mehr als der Tumor des Krebspatienten. Lesen Sie dazu hier

http://anthroposophie.byu.edu/schriften/023.pdf

vom letzten Absatz ("Wer in den letzten Jahrzehnten ...") auf Seite 97 an bis zu "Brest-Litowsk" auf Seite 105 oben.

Würde mich auch dagegen verwahren, der Weltgesellschaft etwas "entgegensetzen" zu wollen, denn damit würde ich mein Denken, Fühlen, Wollen und Handeln ja indirekt über diese Weltgesellschaft (Frau Sommerfeld: eine Abstraktionsfarce) definieren (lassen). Abstraktionen wie der Nationalstaat o. dgl. können niemals gedeihlich werden, immer nur die Rückbesinnung auf das Urphänomen, hier, wie gesagt, die Dreigliederung. Es wird so viel von "Ganzheitlichkeit" dahergeschwätzt, dies wäre doch mal ganzheitlich ...

Nur ist zur Zeit die Dreigliederung so weit entfernt, daß ihre schiere Erwähnung weithin nur running gags provoziert. Wenn Sie mich fragen "Was, bitte sehr?", dann kann ich nur auf Bazon Brok verweisen, der betreffend die derzeitigen sozialen Systeme in jeder angeblichen Problemlösung nichts als die Schaffung immer größerer neuer Probleme sieht, würde hinzufügen: wie mit dem Schiller`schen Fluch der bösen Tat, die fortzeugend immer Böses muß gebären. Oh, wie bin ich froh, in dieser Wahnsinnsdynamik nicht zum Sozialingenieur verdammt zu sein.

https://www.youtube.com/watch?v=jdOcxB_0E9w

Kaiza

Danke für die Lorbeeren, auch an Hartwig aus LG8. Ja, was ich geschrieben habe, ist nicht ohne Wissen um den GP tiefer nachzuvollziehen, welches mit ein paar Klicks im Netz zu finden ist. (Wobei ich mit "Führung" nicht den GP oder sonstwen sondern einfach die Führung der chinesischen KP gemeint hatte.) Nur weil ich mich sowohl auf Steiner als auch auf dieses Wissen bezogen habe, heißt das nicht, daß beide etwas miteinander zu tun hätten. Lediglich sind für mich die Analysen aus dem FKT-Dunstkreis die mit großem Abstand besten zu den Hintergründen des Zeitgeschehens und zur politischen Tektonik, auch zu geschichtlichen Bezügen, zu heraldischen Phänomenen u. a. Die Philosophie, mit der diese Analysen unterlegt sind, ist deren große Stärke, zugleich aber auch deren große Schwäche, jedenfalls ist es nicht meine Philosophie. "Medienkompetenz"!

- G. G.

zeitschnur
24. Oktober 2019 00:46

@ Franz Bettinger

Pardon, mein Herr - aber in diesem Strang habe ich mich nicht geäußert, weil ich über das Thema nicht schlüssig bin und erst langsam die Sachlage sichte, zwar einige Ideen habe, aber noch nicht deutlich sehe, wie ich die Sache einschätzen soll. Danke aber an Herrn Lichtmesz, dass er sich diese wichtigen Fragen vornimmt.
Merkwürdig, dass Sie, @ FB, mir selbst da "antworten", wo ich nichts gesagt habe ...
:-))

Liliom
24. Oktober 2019 01:18

@ Wahrheitssucher
Ist China ein Nationalsozialismus?

Ich bin kein Soziologe, aber man müsste einmal untersuchen, ob der Zivilisationsgrad der chinesischen Gesellschaft von heute nicht ein paar Parallelen zur deutschen Gesellschaft von vor 100 Jahren aufweist.

ML: Der viel, viel höher war als der Zivilisationsgrad der "deutschen Gesellschaft" von heute, jedenfalls vor dem Krieg.

Das was Lichtmesz „nationalistisch-identitärer Kollektivismus“ nennt, wird von Besuchern aus Europa oder Amerika zwar bestaunt, aber gleichzeitig als eine Art kultureller Rückständigkeit wahrgenommen. Doch auch in China wird die Volksgemeinschaft durch die Zentrifugalkräfte des Kapitals im Laufe dieses Jahrhunderts auseinanderbrechen. Die Staatsmacht weiß um die Gefahren und wirkt hier bremsend, aber gleichzeitig braucht sie die entfesselten Produktivkräfte, um den Amis Paroli zu bieten, und die bringen nun einmal Individuen hervor, die ganz anders ticken als die vom Kollektiv geprägten Großväter. – Um den Feind zu besiegen, muss man werden wie er.
Was können wir, die historisch bedeutungslos gewordenen mitteleuropäischen Zaungäste daraus lernen? Dass wir uns und unsere Hoffnungen genauer befragen müssen, wenn wir Begriffe wie „Identität“, „Nation“ oder „Volk“ in den Mund nehmen.

heinrichbrueck
24. Oktober 2019 02:01

@ Laurenz
Fühle mich irgendwie nicht schuldig. Was die wichtigen Führungsleute in China alle wissen dürften, steht hier zusammengefaßt: https://morgenwacht.wordpress.com/2017/04/05/drogengeschaefte-i-die-sassoons-und-die-opiumkriege/
Und was Paul Craig Roberts anbelangt, Zitat: „Die Globalisierung hat die US-Wirtschaft nach China verlegt“, im Original: „What globalism did was to transfer the US economy to China“, wird „globalism“ (Globalismus) mit „Globalisierung“ übersetzt. Globalisierung ist ein Prozeß, keine Ideologie (Globalismus). Und warum den Herrschenden immer Inkompetenz vorgeworfen werden muß, erschließt sich mir nie so ganz.

Waldgaenger aus Schwaben
24. Oktober 2019 09:39

@Franz Bettinger
Das Erraten von Passwörtern durch Ausprobieren aller Möglichkeiten (brute-force-method) ist nicht die Hauptanwendung des Quantencomputers.
Das hätte er auch nicht nötig. Er könnte die Verschlüsselung knacken, mit der das Passwort übertragen wird.

Da ich mich gerade mit (meiner) Vergangenheitsbewältigung befasse, stiess ich auf Prof. Dr. Dr. Dr. hc Radermacher

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josef_Radermacher

Ich hatte vor 30 Jahren mit ihm beruflich zu tun und könnte so manche Anekdote zur deutschen Forschungslandschaft zum Besten geben. Kann man aber auch bei danisch.de lesen.

Sicher ein brillianter Kopf, der das erste deutsche KI-Institut leitete.
https://de.wikipedia.org/wiki/FAW_Ulm

Da die Zeit noch nicht reif war und ist für seine Ideen, wurde das Institut geschlossen. U.a. weil die Industrie keine Drittmittel mehr bereitstellen wollte, weil den Ideen keine kommerziellen Erfolgen folgten.

Er widmet sich nun auch gesellschaftspolitische Interessenschwerpunkten Diese betreffen den Übergang in die Informationsgesellschaft, lernende Organisationen, Umgang mit Risiken, Fragen der Verantwortung von Personen und Systemen, umweltverträgliche Mobilität, nachhaltige Entwicklung, Überbevölkerungsproblematik.

Hier lässt er gewisse Sympathien für eine chinesische Lösung erkennen, eine "gute Diktatur"

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ulm/die-welt-ist-noch-zu-retten-23156795.html

In meinen längst vergangenen Jugendtagen fand ich kaum etwas abstossender als schmerbäuchige, alte Männer, die von "einem kleinen Hitler" schwafelten der notwendig wäre, gegen die Unbillen der Zeit.

Imagine
24. Oktober 2019 10:14

Im US-Imperium haben in fast allen Ländern die Eliten ihre Nationen aus Gier nach dem schnellen Geld verraten.

Sie haben Fabriken in Billiglohnländer exportiert und billige Arbeitskräfte importiert. Und in ihrer Raffgier keinerlei Rücksicht auf die Zukunft ihrer eigenen Nation genommen. Sie handelten wie kulturell rückständige Diktatoren in Afrika, die hemmungslos ihre Bevölkerungen ausbeuten.

Wer seine Fabriken und seine Technologie in die Dritte Welt exportiert und Arbeitskräfte aus der Dritten Welt importiert, macht das eigene Land zu einem Dritte-Welt-Land.

Überhaupt basierte die Überlegenheit Europas und der USA in der den vergangenen Jahrhunderten nicht auf höherer Kulturentwicklung, sondern vor allem auf der Technologie der Feuerwaffen. Damit betrieben sie Kolonialismus und Imperialismus. Furchtbare Verbrechen kennzeichnen ihre Geschichte, angefangen von der Sklaverei bis hin zum Völkermord.

Der chinesische Kulturraum war schon immer der geistig und kulturell am weitesten entwickelte Teil der Menschheit. Anders als die Europäer waren die Chinesen nicht kriegerisch expansiv.

Sie haben eine andere Philosophie von Staat und Nation. Sie sind geschichtsbewusst, schätzen die Intelligenz und besitzen eine Tradition der Kriegsführung gegen Feinde mittels List. Das kann man insbesondere beim Sinologen Harro von Senger nachlesen.

Der heutige Erfolg der Chinesen basiert auf der List, die Raffgier westlicher Eliten zu instrumentalisieren. Die chinesische Führung bot ihre willige, disziplinierte und intelligente Arbeitsbevölkerung den Kapitalisten zur maximalen Ausbeutung an. Blind vor Gier bauten die Kapitalisten ihre Fabriken in China auf, machten Superprofite, aber exportierten damit auch ihre hochentwickelten Technologien, welche die Chinesen dringend zu ihrer eigenen technologischen Entwicklung brauchten. Es entstand „Chimerika“.

Sowohl die Verlagerung der Produktion wie auch der Technologietransfer waren nichts anderes als Diebstahl am eigenen Volk.

Die Folge dieser „Globalisierung“:
Die westlichen Ökonomien wurden anhängig von dem Import der in China billig produzierten Waren, welche US-amerikanische, japanische und europäische Konzerne dort produzierten oder produzieren ließen. So wie z.B. Apple seine Produkte durch den taiwanesischen Konzern Foxconn
.
Aber inzwischen gibt es chinesische Konzerne, die weltmarktfähige, hochtechnologische Produkte herstellen, wie z.B. Huawei. In bestimmten Bereichen verfügen chinesische Produkte über eine technologische Spitzenstellung in der Welt, z.B. im Bereich Eisenbahnen und Magnetschwebebahnen.

„Die Wirtschaft der Volksrepublik China ist seit 2010 nach den USA die zweitgrößte, beziehungsweise gemessen an der Kaufkraftparität seit 2016 die größte Volkswirtschaft der Welt. Ökonomisch weist die Volksrepublik China eine hohe Dynamik auf und entwickelte sich infolge einer ab 1978 beginnenden Reform- und Öffnungspolitik zu einer wirtschaftlichen und technologischen Supermacht.

Das Land verfügt über viele Bodenschätze, vor allem an Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Die Volksrepublik China ist der weltgrößte Kohle- und viertgrößter Erdölproduzent. Die Kohlereserven sind die drittgrößten der Welt, die Erdölreserven werden auf rund 24 Milliarden Barrel geschätzt. China besitzt 70 Prozent der globalen Vorräte an Seltenen Erden und stellt mehr als 95 Prozent der Weltproduktion dieser Rohstoffe her. […]

China ist kein Niedriglohnland mehr. Neben den natürlichen Ressourcen stellen zunehmend die Human Resources das wichtigste Kapital der Volksrepublik China dar. […]
Jedes Jahr drängen zwischen sechs bis sieben Millionen Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt, die über hochqualifizierte Abschlüsse in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen verfügen. Kein anderer Staat investiert derzeit in Summe mehr Geld in Forschung und Entwicklung als China.

Damit liegen die Stärken der chinesischen Wirtschaft im fortschrittlichen Produktions-Know-how sowie im Supply-Chain-Management, wodurch sich das Land zunehmend zu einem wirtschaftlichen Innovationsführer und zu einem Hauptakteur des globalen Kapitalismus entfaltet. […]

Ein Vergleich von vorliegenden Daten zeigt, dass China in vielen Produktionssektoren mittlerweile nicht nur Spitzenpositionen belegt, sondern häufig schon eine unangefochtene Führungsposition übernommen hat. China ist der größte Getreideproduzent der Erde. Neben Weizen wird Mais (21 % des Ackerlandes) und vor allem Reis angebaut (32 % der Ackerfläche). Bei den Seltenen Erden hat China einen Förderanteil von über 90 %. Die folgende Tabelle soll die Spitzenpositionen Chinas anhand vieler Beispiele aus den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau, Industrie sowie Energiewirtschaft illustrieren ….“
aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_der_Volksrepublik_China

„Der Schweizerische Jurist und Sinologe Harro von Senger dokumentierte 1988, dass zehn Jahre zuvor in der chinesischen Presse Aussagen von Wladimir Iljitsch Lenin zu dessen frühsowjetischem Wirtschaftskonzept NEP (Neue ökonomische Politik) zitiert wurden. Dies sei zur Begründung der Wende vom „Klassenkampf“ zum (heutigen) „sozialistischen Modernisierungsaufbau“ geschehen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsgeschichte_der_Volksrepublik_China#Parallelen_zu_Lenins_NEP

Auf Chinas Politik der Auslandsinvestitionen und Aufkäufe von Unternehmen und Infrastruktur (z.B. Hafen Piräus, Flughafen Frankfurt-Hahn) sowie das „Neue Seidenstraßen-Projekt“ (Belt-and-Road-Initiative) sei hier nur hingewiesen.

Die Chinesen haben entwickelt, aufgebaut und in wirtschaftliche Projekte investiert, während die USA ihre Wirtschaftskraft im militärisch-industriellen Komplex und in vielen Kriegen verplempert hat. Eine klleine Oberschicht wurde dabei immer reicher, jedoch das Gros der US-Bevölkerung zunehmend immer ärmer.

Im Grunde wissen die westlichen Eliten, dass sie den Konkurrenzkampf mit China verloren haben, sie spielen und Zeit und betreiben weiterhin ihre rücksichtslosen, raffgierigen und räuberischen Exzesse nach dem Prinzip: „Nach uns die Sintflut, wir versuchen nur, uns und unsere Familien zu retten!“.

Ein Psychogramm dieser Mentalität zeichnet Douglas Rushkoff in seinem Essay: „Das Überleben der Reichsten“. https://www.rubikon.news/artikel/das-uberleben-der-reichsten

China ist zum Feind erklärt und entsprechend ist das Bild, was die Systemmedien von China darstellen. Dieses Bild wird noch von vielen papageienhaft nachgequatscht, die ansonsten gern das Wort von den „Lügenmedien“ im Mund führen.

RMH
24. Oktober 2019 10:38

@G.G,
die hier "schon länger Mitlesenden" :), kennen Ihre Abkürzungen wie GP oder FKT bereits, aber bedenken Sie bitte, mancher - ggf. auch neu dazu Kommender - eben evtl. noch nicht.

@Zur Diskussion:
Ich kenne China jetzt auch nur "second hand", habe aber etliche ehem. "Expats" in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die mir eigentlich oft das Gleiche erzählen:

Es soll keine Loyalität bei den chinesischen Arbeitnehmern geben. Man lernt sie an, bildet sie aus und sobald eine andere Firma auch nur ein paar Cents mehr Lohn bietet, sind sie weg, noch nicht mal nachverhandelt wird. Sie werden als im Grunde sehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht geschildert und ihre Loyalität mag ihnen selber, ihrer, falls vorhanden, Sippe etc. gehören, aber bestimmt nicht ihrem Arbeitgeber und im Hinblick auf den "Nationalismus" darf in diesem Zusammenhang auch bezweifelt werden, ob über den obligaten, von Kindesbeinen an dazugehörenden Kotau zum System hinaus eine echte Bindung besteht.

Insofern wäre ich mit den Vergleichen zu einem nationalen Sozialismus mehr als vorsichtig. Natürlich versucht eine Führung eines Landes mit einer Milliarden Menschen Bevölkerung alle Register zu ziehen, um das Ganze irgendwie zusammenzuhalten (die Fliehkräfte sind hier bekanntermaßen enorm - kein Vergleich zu bspw. einem überschaubarem schweizer Kanton) und dazu gehört auch der Appell an die Nation, die Betonung von Patriotismus und Treue zur KP. Was das Ganze aber im Falle des Falles taugt, wissen wir Außenstehende nicht. Die Fragilität zeigte sich bei den niedergeschlagenen Unruhen in Peking und jetzt aktuell wieder in Hongkong (wobei letzteres natürlich auch von außen unterstützt wird, da braucht hierzulande kein Politiker groß darum herum zu heucheln).

Ich denke, Deutschland wird neben Japan das letzte Land auf diese Erde gewesen sein, wo sich die Bevölkerung fürs "Vaterland" so willig und motiviert hat abschlachten lassen. Das ist bei uns vorbei und kommt nie wieder und bei anderen Ländern läufts letztlich nur über Druck und anderen Anreize, die aber keinen Opfergang gewährleisten können. China ist auf jeden Fall aber das Land, mit der "ausgeschlafensten" Führung. Militärisch faktisch mittlerweile unbesiegbar, aber dennoch keine Hasardeure.

Das demografische Problem der Überalterung verbunden mit einem erheblichen Männerüberschuss, dürften 2 der wichtigsten gesellschaftlichen Probleme in China sein.

PS:
In meinem im anderen Beitrag genannten Bild ist China, für die, die es nicht verstanden haben sollten, übrigens der noch größere Fisch, die USA der große Fisch und Deutschland/Europa der kleine Fisch.

Franz Bettinger
24. Oktober 2019 11:11

@zeitschnur: Ich habe nicht an Sie, sondern an eine / einen fiktiven @Zeitzünder geschrieben. Merkwürdig, dass Sie sich unter dem Namen wiedererkennen ;-) Nebenbei: Ich mache auch ungefragt den Mund auf. Altes Familienleiden! ;-) Ich mag Sie halt irgendwie. Sie erinnern mich an Franzel, als er 12 Jahre alt, Messdiener und Feuer und Flamme für seinen Glauben war. Und doch keimte damals schon ein Zweifel.

@Imagine: Imperialismus, Kolonialismus und Sklaverei, das waren weltweit verbreitete Normalzustände bis etwa 1921. Die Maori haben andere Stämme versklavt, die Wikinger, die Mongolen… vor allem die Araber und Schwarzafrikaner haben es betrieben. Die Europäer (die Weißen) erst haben das abgestellt (nicht aus moralischen Gründen). Rezitieren Sie nicht die alten Lügen der Linken, lesen Sie Egon Flaig.
Die Chinesen waren nicht kriegerisch und nicht expansiv? Haben Sie mal was vom Chinesisch-Vietnamesischen Krieg gehört, 1979? Von Tibet? Von Taiwan? Den Spratly Inseln? Von soft power, der Entsendung chinesischer Siedler in alle Welt (Neuseeland, Kalifornien, Afrika…)? Ihre Texte lesen sich für mich oft wie ein leider mit bröseligen Spinnweben durchsetzter Goldteppich. Seltsame Mischung.

nom de guerre
24. Oktober 2019 12:08

Interessant, dass hier fast alle, die sich dazu äußern, von einem weiteren Aufstieg Chinas auszugehen scheinen. Das ist möglich, es wirkt im Moment sogar sehr wahrscheinlich, und mir fehlen die Informationen, um dem eindeutig zu widersprechen, aber ich glaube nicht daran. China hat in den letzten 100 Jahren eine (in meinen Augen viel zu) rasante Entwicklung – politisch, gesellschaftlich und technisch – durchgemacht, es kann durchaus sein, dass all dies in den nächsten Jahrzehnten zusammenbricht und die Chinesen in 30 Jahren wieder ausschließlich als (@ Laurenz) Reiskocher in Erscheinung treten bzw., um es nicht zu übertreiben, eine allenfalls regional bedeutsame Macht sein werden.

Der Film klingt auf jeden Fall interessant, vielleicht schaue ich ihn mir an.

Nordlicht
24. Oktober 2019 12:10

Herzlichen Danken für den sehr informativen Artikel.

Eine Aussage ziemlich im Anfang hat mich den Kopf schütteln lassen: "Drei von vier NBA-Spielern sind Schwarze, keine Liga ist so divers."

Es hört sich so an, als ob 75-Prozent-Präsenz von Schwarzen ein Beleg von "Diversität" sei. Oder ist gemeint, dass unter den restlichen 25 Prozent alle Ethnien vertreten sind: Neben Chinesen auch Maoris, Hereros, Eskimos und Tungusen?

Der_Juergen
24. Oktober 2019 12:32

@Imagine (10.14 h)

Diesem Kommentar aus Ihrer Feder kann man weitgehend zustimmen; Sie sagen darin sehr viel Richtiges. Bei allem Respekt vor den grossen zivilisatorischen und kulturellen Leistungen der Chinesen erhebe ich allerdings Einwände gegen folgende Behauptung: "Der chinesische Kulturraum war schon immer der geistig und kulturell am weitesten entwickelte Teil der Menschheit. Anders als die Europäer waren die Chinesen nicht kriegerisch expansiv."

Während der Tang-Dynastie war China sicherlich die führende Zivilisation der Welt. Später trat aber eine Stagnation ein. Ich erinnere auch an die vielen Erfindungen der Chinesen, die sie nicht konsequent ausgenutzt haben, das Schiesspulver etwa. Darum waren sie den westlichen Imperialisten waffentechnisch hoffnungslos unterlegen. Man denke ferner an die gewaltige, aus Riesenschiffen bestehende Flotte, die China im 15. Jahrhundert aussandte und die bis nach Ostafrika gelangte. Europäer hätten diese Entwicklung konsequent fortgesetzt, aber aus kurzsichtigen finanziellen Erwägungen taten die Chinesen dies eben nicht. Somit waren die Demütigungen, die sie seitens der Briten und anderer westlicher Mächte hinnehmen mussten, ein schmerzhafter, aber heilsamer Anstoss für sie.

Insbesondere auf dem Gebiet der Musik hat China nichts geschaffen, was auch nur im entferntesten mit der abendländischen Tonkunst vergleichbar wäre. Und auch die chinesische Malerei kann sich mit der europäischen nicht messen.

In Bezug auf das laut Ihnen weltweit unerreichte "zivilisatorische Niveau" Chinas muss leider auch darauf hingewiesen waren, dass dieses Land in Bezug auf die Abscheulichkeit seiner Hinrichtungs- und Foltermethoden allen anderen Ländern den Rang ablief - bis ins 20. Jahrhundert hinein. Details kann ich mir wohl sparen, aber im Vergleich zu den chinesischen Folterknechten waren die spanischen Inquisitoren etc. fast schon Waisenknaben.

Laurenz
24. Oktober 2019 13:34

@Imagine .... also der größte Weizenproduzent weltweit ist nicht China, sondern Rußland, in der Sowjetunion undenkbar.
Sonst ist Ihr Beitrag korrekt.

@Franz Bettinger hat insofern Unrecht, daß Seine Ausführungen zwar stimmen, aber nicht zur Satisfaktion antreten. Nur wir Deutschen zahlen, als Nicht-Kolonialmacht, Reparationen und Wiedergutmachung. Die einzige Ausnahme machten bisher die USA, die für zivile Bombenopfer in Afghanistan 1.000 US$ pro Kopf zahlten und die Angehörigen der tot gebombten Botschafts-Mitarbeiter Chinas entschädigten. Das war's.

Der Unterschied in der Führung zwischen dem heutigen Ost und West liegt in der Bolschewisierung der westlichen politischen Kaste und der Verwestlichung der asiatischen politischen Kaste. Es vollzieht sich quasi eine politische Umkehrung.

Rußland, China und Indien sind als Schurkenstaaten einfach zu groß, und nicht wie die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan militärisch zu bekämpfen. Insofern betrachten wir eine epochale Neuerung in der Menschheitsgeschichte.
Wir Deutschen könnten in Union mit Rußland dazu gehören, aber dafür brauchen wir die demokratische Ablösung der bolschewistischen Junta zu Berlin.
Das funktioniert ausnahmsweise nicht mit der sonst üblichen Kompromißbildung, sondern die Konservativen Deutschlands, wie zB die Werte-Union, werden sich uns anschließen müssen.

t.gygax
24. Oktober 2019 14:04

zu China zwei kleine Anmerkungen:
Ich hatte vier Jahre lang einen Nachbarn, einen jungen chinesischen Wissenschaftler, der in Deutschland studiert und promoviert hatte ( medizinische Informatik) Wir haben uns gut verstanden, er sprach fließend deutsch und englisch, seine Frau arbeitete bei einem chinesischen Konzern in Frankfurt, sie sprach nur englisch, der Sohn war ein nettes Kind...wir haben uns gut verstanden.
Er wörtlich zu mir:" ich hatte die Möglichkeit, zum Studium ins Ausland zu gehen, es gab nur zwei Alternativen, USA oder Deutschland. Ich ging nach Deutschland, denn wo gibt es sonst eine Möglichkeit, ohne Studiengebühren zu studieren. Ich werde in Deutschland bleiben, denn dieses Land ist großartig und ich verdanke ihm meinen Erfolg. Nach China werde ich nicht mehr zurück gehen, denn dort ist das korrupteste System, das man sich nur vorstellen kann. Ohne Bestechung läuft da gar nichts."

Eine deutsche Sinologin, promoviert und nebenberuflich Reiseleiterin für vermögende Oberstudienräte, die Lust auf Kulturreisen haben, zu mir: " das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 war vom Ausland, den USA, angezettelt. Die chinessiche KP Führung hatte mit Tränen in den Augen die jungen Leute gebeten, den Patz zu räumen. Als die sich widersetzten, musste der Staat sein Gewaltmonopol ( !!! U.K) einsetzen, sonst hätte er das Gesicht verloren. (....) In China gibt es regionale Unterschiede, aber im Großen und Ganzen gibt es auch für Christen Religionsfreiheit".

Markus Frohnmeier, einer der jungen AFD Bundestagsabgeordneten im Jahre 2018 in einem Vortrag: " Die BRD zahlt China bis heute Entwicklungshilfe"

(Wenn das stimmt, dann kann man das Ganze bloß noch als Irrenhaus bezeichnen)

Wahrheitssucher
24. Oktober 2019 14:23

@ Gustav Grambauer

Zuvor den Dank für Ihre Antwort. Was sollen die vielen Beiträge hier, wenn doch nur viel zu wenige aufeinander eingehen?

Zu den Ausführungen Rudolf Steiners: Er weist auf den Weg der sozialen Dreigliederung des Gemeinwesens.
Bleibt die Frage: Kann ein solcher denn nicht auch im Rahmen gewachsener Nationalstaaten gegangen werden?
Steiner selbst erwähnt den Begriff nicht einmal, kann man von daher auf die totale Ablehnung dieses Konzeptes schließen? In welchen Rahmen soll denn eine solche Dreigliederung vonstatten gehen?

Fuchs
24. Oktober 2019 14:25

@Der_Juergen
Die Frage ist auch, inwiefern man der offiziellen westlichen Geschichtsschreibung beim Thema China vertrauten soll - wo diese doch aus dem akademisch-wissenschaftlichen Herzen des westlichen Systems (Cambridge, Royal Society, UNESCO) stammt.

Tatsächlich gibt es einige große Ungereimheiten was das Narrativ vom, überspitzt gesagt, alles erfindenden und anschließend wieder vergessenden China angeht (Stichwort: Druckerpresse).

Um mal eine "Merkwürdigkeit" zu nennen: Während im 17. Jhd. die Jesuiten in China mit westlicher Technik und Wissenschaft beeindrucken konnten, entstand über 100 Jahre (!) später eine "Gegenbewegung" in China welche vom "Chinesischen Ursprung westlichen Wissens" sprach und behauptete, alle wesentlichen "westlichen" Errungenschaften ließen sich in alten chinesischen Texten finden.

Wahrheitssucher
24. Oktober 2019 15:22

@ RMH
@ Gustav Grambauer

Dank für Ihre Aufforderung an @ Gustav Grambauer, die Kürzel „ GP“ und „FKT“ doch noch einmal zu erklären, ihre Bedeutung herauszufinden, war mir beim besten Willen nicht möglich!

Imagine
24. Oktober 2019 16:19

@Der_Juergen 24. Oktober 2019 12:32

Ich gebe gern zu, dass meiner These: „Der chinesische Kulturraum war schon immer der geistig und kulturell am weitesten entwickelte Teil der Menschheit.“ mit guten Gründen widersprochen werden kann.

Sie war auch eher provokativ gegen das in Europa und den USA herrschende Selbstbild von kultureller Überlegenheit gemeint, zum Teil auch rassischer Überlegenheit.

Die europäische Kultur war und ist in sich widersprüchlich, mal Dr. Jeckyl, mal Mr. Hyde. Da gibt es das große gegenseitige Abschlachten, sei es in den mittelalterlichen Religionskriegen oder den imperialistischen Kriegen des 20. Jahrhunderts, es gibt die primitive kolonialistische Raubökonomie und anderseits die wissenschaftlich-technischen Revolutionen. Es gibt die bürgerlich-humanistische Emanzipationsphilosophie, die das freie und kreative bürgerliche Individuum, den Rechts- und Sozialstaat, die Menschenrechte etc. hervorgebracht hat, und es gibt immerzu Phasen und Rückfälle in mittelalterlichen Sozialdarwinismus, barbarisches Handeln und Despotie.

Typisch für die europäisch geprägten Gesellschaften ist eine kollektive Bewusstseinsspaltung und damit verbunden eine große Heuchelei.

Jürgen Todenhöfer zu seinem Buch „Die große Heuchelei“:
„Das ist der Versuch, die Geschichte des Aufstiegs der Europäer und der Amerikaner in den letzten 500 Jahren ehrlich zu beschreiben. Und ich glaube, dass diese Geschichte der europäisch-amerikanischen Zivilisation umgeschrieben werden muss: wir, die Europäer und die Amerikaner haben die Welt ja nicht durch, wie wir immer sagen, durch unsere Werte und durch besondere Genialität der sogenannten weißen Rasse erobert, sondern durch eine grenzenlose Brutalität, die wir aber, und es gab auch andere brutale Weltmächte in der Geschichte der Menschheit, die wir aber, und das unterscheidet uns von anderen Großmächten, systematisch in edle Worte und edle Werte verpackt haben. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Christianisierung, Zivilisierung und so weiter.“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=50984

@Franz Bettinger 24. Oktober 2019 11:11
„Die Chinesen waren nicht kriegerisch und nicht expansiv? Haben Sie mal was vom Chinesisch-Vietnamesischen Krieg gehört, 1979? Von Tibet? Von Taiwan? Den Spratly Inseln?“

Vergleichen Sie dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Milit%C3%A4roperationen_der_Vereinigten_Staaten

Imagine
24. Oktober 2019 16:31

@t.gygax 24. Oktober 2019 14:04
„Markus Frohnmeier, einer der jungen AFD Bundestagsabgeordneten im Jahre 2018 in einem Vortrag: " Die BRD zahlt China bis heute Entwicklungshilfe"“

Herr Frohmeier hätte sich besser informieren sollen, dann hätte er gewusst, dass diese Gelder keineswegs Entwicklungshilfe für China sind:
https://sciencefiles.org/2018/12/13/10-milliarden-fur-entwicklungshilfe-an-china-diskriminierung-und-versteckte-subventionen/

Ordo
24. Oktober 2019 18:03

Wir sollten durchaus von China lernen, aber bitte nicht allzu gründlich. Das würde nämlich nur bedeuten, die Pest gegen die Cholera einzutauschen. Der zeitgenössische infantil-regressive Individualismus westlicher Prägung ist genauso abstoßend, wie der schon totalitär anmutende Kollektivismus chinesischer Bauart. Ich meine, wenn ich mir nur die von Lichtmesz geschilderte Episode vor Augen führe, in der alle Arbeiter einträchtig die Firmenhymne zusammen singen, wird mir schon ganz anders und mir kommt spontan wieder der Begriff der Arbeitsdrohne in den Sinn. Im Übrigen wäre so etwas auch weder deutsch noch europäisch, zumindest im klassischen Sinne.

Lotta Vorbeck
24. Oktober 2019 19:56

@t.gygax - 24. Oktober 2019 - 02:04 PM

"... Markus Frohnmeier, einer der jungen AFD Bundestagsabgeordneten im Jahre 2018 in einem Vortrag: " Die BRD zahlt China bis heute Entwicklungshilfe"

(Wenn das stimmt, dann kann man das Ganze bloß noch als Irrenhaus bezeichnen)".

**********************************************************

Hier, für Sie werter @t.gygax herausgesucht, fünf Meldungen:

I.) Fast 10 Milliarden Euro seit 1979

630 Millionen Euro: Warum Deutschland Entwicklungshilfe an Weltmacht China zahlt

FOCUS - 12.06.2019

Deutschland leistet jährlich mehrere Milliarden Euro an Entwicklungshilfe. Die Gelder gehen in alle Welt, etwa nach Marokko oder Jordanien.
Doch unter den zehn größten Empfänger-Nationen des Jahres 2017 fällt vor allem ein Land ins Auge: Auf Platz drei liegt die Wirtschaftsweltmacht China. Wie lässt sich erklären, dass Deutschland einen Staat wie China im Jahr 2017 mit 630 Millionen Euro gefördert hat, der selbst massiv investiert, etwa in Afrika?

Weiterlesen: https://www.focus.de/politik/ausland/630-millionen-euro-allein-im-jahr-2017-fast-10-milliarden-euro-seit-1979-darum-zahlt-deutschland-entwicklungshilfe-an-china_id_10817274.html

II.) Herr Müller, warum zahlt Deutschland Entwicklungshilfe für China?

Augsburger Allgemeine - 14.06.2019

Entwicklungsminister Gerd Müller (CDU) erklärt, warum China so viel Geld aus Deutschland bekommt - und warum die Zusammenarbeit mit dem Land so wichtig ist.

Weiterlesen: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Herr-Mueller-warum-zahlt-Deutschland-Entwicklungshilfe-fuer-China-id54581741.html

III.) 630 MILLIONEN EURO

Deutsche Entwicklungshilfe für China - ein Unding, sagt die FDP

SWR aktuell - STAND 01.10.2019

Fast zehn Milliarden in rund 40 Jahren

Deutschland überwies allein im Jahr 2017 rund 630 Millionen Euro nach Peking. An Entwicklungshilfe. Ein Unding, findet der FDP-Entwicklungshilfepolitiker Olaf in den Beek.

23.210.000.000.000 US-Dollar - so groß war die Kaufkraft Chinas im letzten Jahr. 2018 wuchs die Wirtschaft in der Volksrepublik um 6,9 Prozent. Traumquoten, Traumzahlen für andere Wirtschaftsnationen.

Chinas Wirtschaft boomt seit Jahren, keine Frage, auch wenn sich der Anstieg verlangsamt hat. Wie passt es da zusammen, dass China weiterhin Gelder von deutschen Steuerzahlern bekommt?

Weiterlesen: https://www.swr.de/swraktuell/entwicklungshilfe-fuer-china,fdp-fordert-entwicklungshilfe-an-china-zu-stoppen-100.html

IV.) HUNDERTE MILLIONEN EURO

Warum Deutschland der Supermacht China Entwicklungshilfe zahlt

WELT+ - 12.06.2019

Weiterlesen: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus195082315/Entwicklungshilfe-fuer-China-Warum-Deutschland-immer-noch-zahlt.html

V.) ABSURD UND INTRANSPARENT

Warum ist China Hauptempfänger deutscher Entwicklungshilfe?

Tichys Einblick - 11. Mai 2019

Weder auf der Seite des Entwicklungshilfeministeriums noch bei der KfW werden konkrete Angaben zur Finanzierung der Entwicklungshilfe für China gemacht. Es ist erstaunlich, wie wenig man dort findet. Vielleicht findet sich mal ein Investigativ-Journalist – ohne Reiseeinladung der GIZ oder KfW.

Am 5. April 2019 erinnerte Manfred Schäfers in der F.A.Z., dass die wirtschaftliche Weltmacht China immer noch Hauptempfänger deutscher Entwicklungshilfe ist, mit 710,3 Millionen Dollar im Jahr 2017 nach Indien,1.182,8 Mill. Dollar, und Syrien, 879,8 Mill Dollar. Dass heute gegenüber China, das nach den USA zur Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen ist, immer noch (und mehr als je zuvor) im Rahmen von Entwicklungshilfe (EZ) agiert wird, ist unfassbar. Wahrscheinlich würden die Chinesen sogar für die Leistungen bezahlen, aber wir geben es halt zu EZ-Konditionen. Damit unterstützt der deutsche Steuerzahler ein Land, das genug Geld hat, um sich die notwendigen Berater und Projekte selbst zu leisten.

Weiterlesen: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/warum-ist-china-hauptempfaenger-deutscher-entwicklungshilfe/

Imagine
24. Oktober 2019 20:30

Die Frage wurde gestellt, ob China ein „Nationalsozialismus“ sei?

Auch wenn China gewisse strukturelle Gemeinsamkeiten zur NS-Ökonomie aufweist, wie z.B. die gesellschaftliche Gesamtplanung und das Primat der Politik, war der Hitlerfaschismus ein ganz anderes System. Zudem sollte man wissen, dass von den die Nazis an Organisationstruktur von den Kommunisten in der Sowjetunion übernommen worden war, wobei jedoch die Zielsetzung der Nazis eine völlig andere war.

Außer den genannten strukturellen Gemeinsamkeiten hat China ansonsten mit dem Hitler-Deutschland nichts gemein. Der Hitler-Faschismus stellte einen Zivilisationsbruch dar.

ML: Ganz im Gegensatz zum "Großen Sprung" vermute ich.

In China geschieht das Gegenteil, nämlich eine zivilisatorische Weiterentwicklung. Im NS-System herrschten Psychopathen und Verbrecher, es waren vor allem Parvenüs aus dem Kleinbürgertum, die einen neuen Adel bilden wollten. Ihr großes Ziel war die Versklavung der Ostvölker und der Raub ihrer Bodenschätze mittels Krieg. Um welche Charaktere es sich handelt, beschreibt sehr gut Niklas Frank am Beispiel seiner Eltern.

Man vergleiche dazu die Biographie von Xi Jinping und es wird völlig klar, welche andere Qualität die chinesischen Eliten besitzen. China will eine sozialistische Weiterentwicklung auf friedlichem Wege. Entscheidend dabei sind der wissenschaftlich-technische Fortschritt und Bildung. Die chinesische Revolution hat die Frauen befreit und sie gleichberechtigt gemacht. Und Grund und Boden ins Gemeineigentum zurückgeführt. Es gibt dort kein Privateigentum am Boden mehr.

Zum „nationalen Sozialismus“ von Friedrich Naumann gibt es keine inhaltliche Verwandtschaft. Denn dieser war ein Linksliberalismus, der von einem bestimmten Emanzipationsgedanken getragen war. So schrieb Naumann:
„Als Bismarck Macht gewinnen wollte, verbündete er sich zu diesem Zwecke mit den freiheitlichen Trieben im Innern der germanischen Bevölkerungen. Er hat später diese Verbindung wieder fallen lassen, aber trotzdem steht es mit unauslöschlichen Lettern in der deutschen Geschichte geschrieben, daß wir nur dadurch vor 100 Jahren unser nationales Leben retteten, daß die Trompete der Freiheit geblasen wurde, und daß wir nur dadurch vor 50 Jahren zum Nationalstaate wurden, daß der Liberalismus die Volksstimmung wurde. Konservative Zeiten sind für uns stets Niedergangszeiten gewesen. Aus ihnen müssen wir heraus, wenn wir vorwärts wollen.
Damit ist aber nur das allererste Ziel der nationalen Selbstbestimmung angegeben. Es ist nötig, noch etwas weiter zu denken und zu sagen, was es denn heißen solle, ein freies Deutschland herstellen. Die Herstellung demokratischer Wahlrechte ist ein Hilfsmittel zur Freiheit, ist aber doch nicht die Freiheit selbst. Der Inhalt der Freiheit ist für die Masse des Volkes ein Arbeitsverhältnis, bei dem sie eigne Arbeit tun können. Das ist das große Thema der Zukunft für alle industriellen Völker. Es gilt, den Industrieproletarier ebenso zu befreien, wie man zum Heil des Staates vor 100 Jahren den Bauern befreit hat. Es gilt, die höchste Produktivität der Arbeit, die vollendetste Ordnung der Arbeitsorganisation mit einem System von Selbstverwaltung und Mitbeteiligung zu durchsetzen, das in allen Arbeitenden das freudige Bewußtsein weckt: es ist unsere gemeinsame Sache, für die wir uns von der Jugend bis zum Alter abmühen! Aus Industrieuntertanen müssen Industriebürger werden! Das Volk, dem es gelingt, in dieser Frage die Führung zu übernehmen, hat etwas für die Menschheit im ganzen geschaffen, hier liegt das, was wir Deutschen leisten können, wenn diese Aufgabe uns in Fleisch und Blut übergeht und Tag und Nacht nicht losläßt.“ https://gutenberg.spiegel.de/buch/das-blaue-buch-von-vaterland-und-freiheit-7448/6

Dieser „nationale Sozialismus“ setzte einen entwickelten Industriekapitalismus und die Idee individueller Freiheitsrechte in einem bürgerlichen Nationalstaat voraus. Daher konnte dieser Linksliberalismus nicht das Modell für China bilden.

China ist bislang das historisch einzige Entwicklungsland, dem es gelungen ist, zu einem weltmarktkonkurrenzfähigen Industriestaat mit wachsendem allgemeinem Wohlstand zu werden. Es ist m. E. wissenschaftlich unstrittig, dass dieser Weg eine Entwicklungsdiktatur erfordert.

China geht einen eigenen, den chinesischen Weg zu wissenschaftlicher und industrieller Entwicklung und weiter zum Sozialismus. Die Schritte und Ziele sind bekannt. Das kann man alles bei Harro von Senger nachlesen, die entsprechenden Texte finden sich im Internet.

Thomas Martini
24. Oktober 2019 20:39

"Der zeitgenössische infantil-regressive Individualismus westlicher Prägung ist genauso abstoßend, wie der schon totalitär anmutende Kollektivismus chinesischer Bauart." - Ordo

Es kommt ohnehin darauf an, wie man Individualismus definiert. Nietzsche hat dazu sehr viel geschrieben. Wendet man seine Maßstäbe an, dann ist der moderne Westler das reinste Herdentier.

Die Gesellschaften der westlichen Demokratien haben sich innerlich und äußerlich monotonisiert, wie von Stefan Zweig vorhergesagt. Das vielleicht offensichtlichste Beispiel ist die Mode. Wenn nach Adam Riese 80% der Bevölkerung, ob Mann, Frau, Greis oder Kind in der Öffentlichkeit "Jeans" tragen, kann von Individualismus überhaupt keine Rede sein. Das ist Uniformität in seiner schrecklichsten Form und es wird durch die ganzen bunten "T-Shirts" und "Pullovers" noch verstärkt.

Tänze, Lieder, Gedichte, alles, wodurch sich die Volkspersönlichkeiten in frühreren Zeiten voneinander unterschieden haben, und was die Grundlage für den europäischen Individualismus war, existiert nur noch in Nischen, die als altmodisch gelten.

Kürzlich habe ich mir die Mühe gemacht, den Text der Arie "Ich bin ein Wiener Kind" aus dem Libretto der Operette "Der Rastelbinder" in Antiqua zu übersetzen. Bei diesem Liedtext handelt es sich in wunderbarster Weise um einen Ausdruck von Individualität. Es schadet nicht, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Im Idealfall erkennt man dann vielleicht den inneren Zusammenhang zwischen Wien und Paris, dem eine wichtige Bedeutung bei dem Individualismus zukommt, der Europa vor 1914 symbolisierte.

Entscheidend ist eben, den "American Way of Life" endlich richtig einzuordnen. Dahinter stand nie und nirgends individuelle Befreiung, sondern nur Vermassung und Egalisierung. Als ich hier neu war, erschien es mir so, als störe sich die Neue Rechte vor allem an der sogenannten "Gleichmacherei". Das beißt sich dann aber, dort wo seit Jahrzehnten alles gleichgemacht wird, von einem "amerikanischen" beziehungsweise "westlichen Individualismus" auszugehen.

Tatsächlich war es so: die Amerikanisierung hat Europa als "Bollwerk des Individualismus" (Stefan Zweig) zerstört, und "seine spezifische Eigenschaft, nämlich den vielartigen Reichtum seines Geistes" (Jacob Burkhardt) beinahe ausgelöscht. Deswegen mein andauernder Verweis auf die "anglo-amerikanische Normalameise" (Stefan George), die alles unkritisch frisst, was sie vorgesetzt bekommt.

Die liberalistisch-kapitalistische Doktrin des "freien Westens" hat das Seelenleben Europas der Geldherrschaft unterworfen, dem ausschließlichen Denken in Renditen und Profit. Das lässt sich aus dem Artikel von Lichtmesz direkt rauslesen, u. a. dem Leser Franz Bettinger ist es offensichtlich aufgefallen.

Wo im Mittelalter Kirche und Gottes Wort alle Fragen in letzter Instanz klärten, zählt in unseren Tagen, ob es gut für die Wirtschaft ist und ordentliche Renditen abwirft. Das Zeug kann noch so widerlich und pervers sein, sobald es ausreichend Kohle generiert, wird das als Rechtfertigung betrachtet.

Hierunter fallen - und ich differenziere nun höflichst - die meisten Erzeugnisse der anglo-amerikanischen Kulturindustrie.

Den Vorurteilen und Befürchtungen gegenüber China kann ich mich nicht anschließen. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben uns die Chinesen nie etwas getan, und sie stehen unserer Kultur mit Respekt und Hochachtung gegenüber.

Auch in diesem Zusammenhang könnte man wieder auf "Die entfesselte Freiheit" von Dr. Thor von Waldstein aufmerksam machen, das Buch kann man immer noch bei Antaios bestellen.

Von Waldstein beschreibt darin insbesondere die Ausweglosigkeit der kommenden Entwicklung sehr ausführlich, und er spricht im Zusammenhang mit dem aktuellen Thema hier von einem "asiatischen Jahrhundert". Vom "Western Style" könne man sich getrost verabschieden.

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"Diesem Kommentar aus Ihrer Feder kann man weitgehend zustimmen; Sie sagen darin sehr viel Richtiges. Bei allem Respekt vor den grossen zivilisatorischen und kulturellen Leistungen der Chinesen erhebe ich allerdings Einwände gegen folgende Behauptung:[...]" - Der_Juergen

An Der_Juergen: Die betreffende Behauptung stieß mir in Imagines ansonsten glänzendem Beitrag auch sauer auf. Aber weniger in Bezug auf die Chinesen, sondern weil sich darin ein oberflächliches Ressentiment gegen das Eigene ausdrückt, das nicht gerade für einen großen Kenntnisreichtum der europäischen Hochkultur spricht.

Eigenartigerweise hat sich der amtierende chinesische Staatspräsident Xi Jinping in seinen Reden als Kenner und Bewunderer der deutschen Kultur zu erkennen gegeben wie man es noch nie von einem amerikanischen Präsidenten hörte. Man kann ohne Übertreibung festhalten, daß Xi Jinping, oder zumindest sein beratendes Umfeld, mit der deutschen Kultur vor 1945 besser vertraut sind, als die überwiegende Mehrheit der heutigen BRDlinge.

Benno
24. Oktober 2019 22:06

@ Nordlicht Über diese Aussage bin ich auch gestolpert. Wenn drei Viertel der NBA Spieler schwarz sind und man dabei von Diversität spricht, respektive von der diversesten Liga, dann wird doch wieder einmal offensichtlich, welch ein Kampfbegriff diese "Vielfalt" ist. Vielfalt meint in diesem Zusammenhang nichts anderes als weniger Weisse (bei uns ist damit natürlich "weniger Deutsche" gemeint). Oder wer spricht schon von den diversesten Liga, bei einer Einheimischen Supermajorität von 75%?

Die Sache mit China sehe ich ähnlich wie Imagine das in seinem Beitrag vom 24. Oktober 2019 10:14 beschreibt. Wobei man noch anfügen könnte, dass auch die hiesige Unterschicht ordentlich zu unserem Niedergang beiträgt, in dem sie von billigen Waren, die sie in China bestellt, profitiert und sich dabei langfristig ins eigene Fleisch schneidet. Mir sind Fälle bekannt, da wird jeder Ramsch im Onlinehandel bestellt, weil das ja alles so supergünstig ist und es einen auch nicht zu stören braucht, wenn das Zeug am Ende nichts wert ist. Es hat fast nichts gekostet. Der pure Konsumismus…
Auf die Schwächen in Imagines Beitrag haben der Jürgen und andere schon hingewiesen. Diese teile ich allerdings auch. Wobei ich noch diese Aussage in Frage stellen möchte: „Überhaupt basierte die Überlegenheit Europas und der USA in der den vergangenen Jahrhunderten nicht auf höherer Kulturentwicklung, sondern vor allem auf der Technologie der Feuerwaffen.“ Da stellt sich einmal die Frage, was den genau eine Kulturentwicklung ist. Ohne die Kulturtechniken welche die Europäer entwickelten, wäre ihre Stellung in der Welt bestimmt nie so dominant gewesen. Man denke nur an die Wissenschaft. Zudem wage ich zu behaupten, dass sowohl bei der Eroberung Amerikas (zumindest was die Spanier betrifft) als auch Afrikas, andere Leistungen/Umstände als die der Feuerkraft recht entscheidend waren. Warum liessen sich Europäer für lange Zeit nur in Südafrika nieder? Weil der Rest des subsaharischen Afrikas für Europäer schlicht zu lebensfeindlich war. Was hat das geändert? Westliche Medizin, Verkehrstechniken usw. Sind das keine Kulturentwicklungen? Dass man einen Kontinent nicht mit Rembrandt und Schiller entdeckt und erobert, dürfte ja wohl klar sein.

ML: Ganz im Gegensatz zum "Großen Sprung" vermute ich.
Danke an Herrn Lichtmesz für den Lacher des Tages.

RMH
24. Oktober 2019 22:15

"China ist bislang das historisch einzige Entwicklungsland, dem es gelungen ist, zu einem weltmarktkonkurrenzfähigen Industriestaat mit wachsendem allgemeinem Wohlstand zu werden. "

Da möchte ich Widerspruch anmelden. China musste überhaupt erst einmal zu einem Entwicklungsland herunter gebombt, herunter gemeuchelt und herunter gehungert werden und erst dann ist es wieder "aufgestiegen". Und wenn andere Kreise als die um Deng Xiaoping mit eben diesem an der Spitze Mao beerbt hätten, hätte die Sache auch weiter auf Entwicklungsland-Niveau mit dafür stark aufgeblähten Militär bleiben können. Nord-Korea ist ein gutes Beispiel dafür.

Den krassesten "Aufstieg" dürfte hingegen wohl Japan hinter sich gebracht haben. Quasi vom Mittelalter und Feudalismus direkt ins Industriezeitalter und fast sofort "Player" (nicht umsonst wurde es im WK II gleich einmal wieder zu Recht gestutzt).

Südkorea hat auch einen starken Aufstieg gemacht. Überhaupt ist dieser Teil Asiens nicht mit anderen Entwicklungsländern vergleichbar.

Thomas Martini
24. Oktober 2019 22:28

"Im NS-System herrschten Psychopathen und Verbrecher, es waren vor allem Parvenüs aus dem Kleinbürgertum, die einen neuen Adel bilden wollten. Ihr großes Ziel war die Versklavung der Ostvölker und der Raub ihrer Bodenschätze mittels Krieg. Um welche Charaktere es sich handelt, beschreibt sehr gut Niklas Frank am Beispiel seiner Eltern." - Imagine

Es gibt nichts widerwärtiges, als nachgeborene Nestbeschmutzer, die sich im Sinne der Richter und Henker vom Internationalen Militärtribunal von Nürnberg betätigen, um sich auf dem Grab der eigenen Eltern zu profilieren. So eine charakterliche Verkommenheit findet man in China indessen nicht, und auch sonst nirgends.

"Man vergleiche dazu die Biographie von Xi Jinping und es wird völlig klar, welche andere Qualität die chinesischen Eliten besitzen. China will eine sozialistische Weiterentwicklung auf friedlichem Wege. Entscheidend dabei sind der wissenschaftlich-technische Fortschritt und Bildung."

Hitler wollte auch eine sozialistische Weiterentwicklung auf friedlichem Wege. Wer anderes behauptet, betet alliierte Feindpropaganda nach. Nur mit Hitler wollte man keinen Frieden. Alle Angebote vor und während des Krieges schlug die angelsächsische Welt aus.

Es stellt sich also die große Frage, warum man die friedliche nationalsozialistische Entwicklung in Deutschland nicht zuließ, und weshalb die angelsächsische Welt um jeden Preis den Krieg gegen Nazi-Deutschland suchte. Dabei nahm man im Falle des britischen Empires sogar sehenden Auges den eigenen Untergang in Kauf.

Statt diese längst widerlegten Lügen der Siegergeschichtsschreibung immer wieder nachzubeten, wäre es besser, sich endlich von der Charakterwäsche zu befreien und eine Revision vorzunehmen.

Aktuell hat der Spiegel-Bestsellerautor Torsten Schulte das Buch "Fremdbestimmt - 120 Jahre Lügen und Täuschung" vorgelegt, wobei davon auszugehen ist, daß auch diesem Buch das beste und durchschlagendste Argument fehlt: Chamberlains und Halifax' mehrmaliges Geständnis der englischen Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg, das wir der Dokumentensammlung des Pariser Außenministeriums entnehmen können, dem Livre Jaune, Ausgabe 1982.

Alles was Sie an Wahrem sonst schreiben, verderben Sie durch Ihre durch und durch systemkonforme Nachbetung der offiziellen BRD-Geschichte.

Den Erfolg Chinas, hätte der Westen jederzeit unterbinden können, wie man es bei vielen anderen Staaten tat, ohne mit der Wimper zu zucken. China wäre dann heute nicht dabei, die wirtschaftliche Übermacht des 21. Jahrhunderts zu werden. Dabei schaut der Westen jetzt seit Jahrzehnten zu, obwohl man mit Tibet sogar einen Grund gehabt hätte, für Sanktionen und kriegerische Intervention.

An Laurenz: Alleine diese Entwicklung lässt ihre These vom chinesischen "Nationalsozialismus" wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Wäre China "nationalsozialistisch" geworden, hätten wir das aus der Demokratenpresse längst erfahren. Selbstverständlich ist China durch und durch globalistisch, und somit bestenfalls international-sozialistisch. Das ist ein erheblicher Unterschied: National und International.

Deutschlands Auseinandersetzung mit Polen 1939, hatte dem Westen ausgereicht, um einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen. China hingegen lässt man in jeglicher Hinsicht gewähren. Warum wohl? Kann mir das jemand hiezuforum beantworten?

Könnte das vielleicht etwas mit der hochgelobten Sichtweise von Gustav Grambauer zu tun haben, der meinte: "Vielmehr ist China ausersehen als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse und die Führung ist lediglich beflissen dabei, China in die dabei projektierte Rolle einzuführen." (G. G.)

Man tausche den Begriff der "transatlantischen" gegen den der "globalistischen Achse", und die Sache nimmt sehr realistische, der Wirklichkeit entsprechende Konturen an.

Nemesis
24. Oktober 2019 22:40

@imagine
"...Der heutige Erfolg der Chinesen basiert auf der List, die Raffgier westlicher Eliten zu instrumentalisieren. ...Die Chinesen haben entwickelt, aufgebaut und in wirtschaftliche Projekte investiert...

Wer über China redet, muß auch darüber reden:
Der heutige (noch) Erfolg basiert aus einer Kombination der von Ihnen zurecht angesprochener Raffgier westlicher Eliten,
verknüpft mit einer Fälschungsmentalität und Mißachtung westlicher Patente durch die Chinesen.

Nur mal ein paar Bspe:
https://www.zeit.de/2019/35/produktpiraterie-faelschungen-fjaellraeven-markenrucksack-zoll-china-fake-shops?sort=desc#comments
https://www.nzz.ch/wissenschaft/chinesische-forschung-wieso-so-oft-gefaelscht-wird-ld.1484509
https://www.augsburger-allgemeine.de/geld-leben/Schmaehpreise-fuer-Plagiate-gehen-alle-an-chinesische-Firmen-id53425206.html

schon 2013 beschrieben:
https://www.welt.de/wissenschaft/article122365067/Chinas-Forscher-tricksen-bei-Veroeffentlichungen.html

"Die chinesische Führung bot ihre willige, disziplinierte und intelligente Arbeitsbevölkerung den Kapitalisten zur maximalen Ausbeutung an. Blind vor Gier bauten die Kapitalisten ihre Fabriken in China... "

Da haben Sie aber wirklich sehr filigran den Unterschied zwischen den superbösen "Kapitalisten" und der guten chinesischen Führung herausgearbeitet...

Mal von einer nicht chinesischen Fankurve aus betrachtet:
https://www.nzz.ch/wirtschaft/chinas-wachstumsmodell-stoesst-allmaehlich-an-seine-grenzen-ld.1496017

Und das massivste Problem Chinas dürfte wohl sein Bankensystem sein:
https://www.misesde.org/?p=22244
https://www.nzz.ch/wirtschaft/china-rettet-bereits-dritte-bank-innert-drei-monaten-ld.1501954

Schauen wir mal, dann sehen wir schon.

ullrich
25. Oktober 2019 06:38

Das kollektivistischen chinesische System lehne ich ab. Es macht mir sogar Angst. Aber es imponiert mir auch. Wie die Chinesen die arroganten, korrupten und grössenwahnsinnigen westlichen Eliten immer wieder zum Eingeständnis ihrer eigenen Schwäche zwingen das wirkt ähnlich auf mich wie in die Gesichter von Hillary Clinton und ihren Anhängern nach der Wahl zu blicken. Als BILD Joshua Wong eingeladen hatte und er sich dann mit Heiko Maas dort traf war das das letzte Beispiel. Nun ist Joshua Wong in New York bei den Demokraten und der New York Times. Am Ende werden sie alle wieder auf ihren Knien sein. Was ist mit Tibet? Den verfolgten Moslems in Xinjiang? Falun Gong? Die Hong Kong Geschichte wird nicht anders enden. Ich denke der Westen hat seinen Höhepunkt überschritten, aber die Eliten sind unfähig dies einzusehen.

Gustav
25. Oktober 2019 07:44

Ich verstehe überhaupt nicht, wie man hier glauben kann, China hätte sich unabhängig von den Finanzmächten dieser Welt zu seiner jetzigen Größe entwickeln können. China ist eine Vorzeigeregion und eine Blaupause für die Agenda 2030.
Werfen sie mal einen Blick auf diese Agenda, insbesondere auch auf die bereits bestehenden und im Bau befindlichen Smart City`s.

Kommunismus und Kapitalismus sind bekanntlich die zwei Seiten EINER Münze. Beides Geschöpfe der Finanzmächte,
also ist der Kommunismus in China nicht einfach "vom Himmel gefallen".

Als Deutschland sich anschickte, eine unabhängige Wirtschaftsmacht zu werden, kam die Keule. China hat man dann übersehen?

Der_Juergen
25. Oktober 2019 10:25

@Imagine @Martini

Imagine schreibt manchmal sehr gute Dinge, siehe den oben von mir kritisch gelobten Beitrag zu China, aber seine absolute Unfähigkeit, Siegerpropaganda, die dann von den Vasallen der Sieger getreulich nachgebetet wird, von historischen Fakten zu unterscheiden und zu begreifen, dass das vorherrschende Bild vom NS in weiten Teilen propagandistischer Natur ist, ist höchst betrüblich, um einen schärferen Ausdruck zu vermeiden. Martinis scharfe Zurechtweisung ist also keinesfalls fehl am Platz.

Zu dem von Imagine beifällig zitierten Todenhöfer, der sich vom strammen Atlantiker zum US-Kritiker und (leider) Herz-Jesu-Marxisten gemausert hat: Selbstverständlich wäre die Schaffung der europäischen Kolonialreiche, vor allem des Britischen Imperiums, ohne eine spezifische Genialität der weissen Rasse nicht möglich gewesen. Von Ausnahmen wie der Schreckensherrschaft des teuflischen Leopold im Kongo abgesehen, war der europäische Kolonialismus nicht besonders brutal, wenn man ihn beispielsweise mit den Methoden vergleicht, derer sich die Türken bei der Schaffung ihres Osmanischen Reichs bedient haben.

Und während die türkische Herrschaft bloss auf Furcht vor Repressalien beruhte, haben die Europäer die - gewaltsam oder friedlich - unterworfenen Gebiete nicht nur ausgebeutet, sondern dort auch sehr viel Gutes geschaffen. Sie haben Krankenhäuser und Schulen gebaut. Im britischen Indien konnte ein Brite, der einen einheimischen Diener ermordet hatte, durchaus zum Tode verurteilt werden. Also keine reine Willkürherrschaft.

Ich werde nie jenen Ugander vergessen, der mir in den siebziger Jahren sagte, das Schlimmste, was seinem Land je widerfahren sei, sei die Unabhängigkeit gewesen. Auf das paternalistische Regiment der Engländer folgten Terrorregime und Chaos. Heute leistet sich Uganda, soweit ich weiss, über siebzig Minister. Wen wundert es da, dass diese erzkorrupten Länder nicht vorwärts kommen?

Man vergleiche damit Südkorea, ein Land fast ohne Bodenschätze, das nach dem Koreakrieg in Trümmern lag und sich dann, weitgehend durch eigene Kraft, zu einem Wirtschaftstiger mit einer hochzivilisierten Gesellschaft entwickelt hat. Auch hier spielte die spezifische Genialität einer Rasse, der nordostasiatischen, eine Schlüsselrolle. Wer einwendet, am Elend in Afrika sei vor allem die Korruption schuld, muss sich fragen lassen, warum diese Länder denn ewig korrupte Regime hervorbringen und die Nordostasiaten verhältnismässig unkorrupte. Vielleicht doch darum, weil der mittlere IQ in Korea, China und Japan bei 105 liegt und in Schwarzafrika bei 70?

Aber für einen doktrinären Marxisten wie Imagine sind solche Schlussfolgerungen natürlich ein Sakrileg, eine Sünde wider den Heiligen Geist...

RMH
25. Oktober 2019 10:38

"China hingegen lässt man in jeglicher Hinsicht gewähren. Warum wohl? Kann mir das jemand hiezuforum beantworten?"

"Als Deutschland sich anschickte, eine unabhängige Wirtschaftsmacht zu werden, kam die Keule. China hat man dann übersehen?"

Hat man nicht übersehen, aber China hat im Koreakrieg bereits gezeigt, wo der Hammer hängt und dass es ohne mit der Wimper zu zucken bereit ist, hunderttausende, ja Millionen in einem Krieg, den die Gegenseite unterschätzte, zu opfern (gut, damals gabs auch noch sowjetischen Support an China in Form von Jagdflugzeugen und sogar Piloten). McArthur forderte nicht umsonst, wenn auch vergeblich, den Einsatz von Atombomben.

Auch beim Vietnamkrieg der USA waren die Gegenspieler die Sowjetunion und eben China, daran ändert auch nichts der Umstand, dass es später sogar zu einem Krieg zwischen China und Vietnam kam.

China, so wie wir es jetzt kennen, ist maßgeblich das China, welches auf den Maßnahmen unter Deng Xiaoping und deren Fortsetzung und sogar noch Steigerungen seiner Nachfolger aufgebaut wurde. Man kann es meiner Meinung nach nicht so ohne weiteres mit dem China unter Mao in einen Topf werfen.

Zudem: die Blockbildung, in deren Windschatten sich China zu einer militärischen Supermacht entwickeln konnte, fiel erst vor 30 Jahren weg. China war immer ausgeschlafen genug, Vorteile dem Westen anzubieten und gleichzeitig dabei seine eigene Stärke konsequent aufzubauen, auch durch Plagiate, Kopien, Ideendiebstahl etc..

In Bereichen wie automatisierte Überwachung durch Gesichtserkennung etc. soll China mittlerweile führend sein.

Der Brocken China ist einfach zu groß, um ihn militärisch niederringen zu können, dass dürfte Fakt sein.

@Thomas Martin,
jetzt halten Sie mal den ollen Fritze Hitler und den NS nicht so hoch. Als Marschall Foch anläßlich der Verhandlungen bzw. Ergebnisse des sog. "Versailler Friedens" den berühmten Spruch machte, dass dies kein Frieden sei, sondern nur ein Waffenstillstand für 20 Jahre, hat er bestimmt nicht gemeint (wie es aber heutzutage interpretiert wird), dass die Deutschen zu schlecht dabei weggekommen sind, sondern doch eher, dass man das Biest in der Mitte Europas leider nicht komplett fertig machen konnte, weil es sich zu heftig gewehrt hat und man daher "aufgeschoben aber nicht aufgehoben" nunmehr vereinbaren musste.

Auch ohne Hitler und den NS wäre das deutsche Thema "in spätestens 20 Jahren" wieder auf die Agenda gekommen - die Frage ist nur, ob es dann so heftig geendet hätte, wie geschehen. Hier lässt sich trefflich spekulieren. Faktisch hat aber der grandiose Herr Hitler mit seiner Bewegung eine Steilvorlage nach der anderen für alle Kräfte, die Deutschland komplett zerschlagen wollten, geliefert.

Übrigens waren hier die "Ceterum censeo"- Rufer im Hinblick auf Deutschland weniger die USA, als vielmehr Frankreich, UK und die restlichen Siegermächte. Das Russland kein Freund von Deutschland damals war und eigentlich die zaristische, antideutsche Linie weiter gefahren hätte, wenn es nicht in einem Bürgerkrieg verfangen gewesen wäre, ist auch bekannt, so wie Deutschland eigentlich nirgendwo im nicht deutschsprachigen Ausland Freunde hatte und hat. Machen wir uns hier bitte alle nichts vor., auch was den bei rechten oftmals vorhandenen leichten Sehnsuchtsblick nach Osten angeht.

Den einen Globalismus mit der EINEN "Hintergrund Macht" gibt es nicht, dass ist nach wie vor eine durchaus amorphe Truppe, die hier jeweils eigene Interessen strickt und Dinge wie Kultur oder Nation oder "Völker" interessiert sie dabei eben auch nicht, sie sind nur an Nützlichkeit interessiert und global ist eben nützlicher. Eigentlich so ähnlich, wie bis zum Ende des 18. bis ins 19. Jhdt. hinein. Dem Hochadel war es damals doch schlicht egal, über welches Land und welche Leute sie herrschten oder aus welchen Völkern sich diese Leute zusammensetzten, Hauptsache sie herrschten und zwar über möglichst viele und ertragreiche Ländereien - Game of Thrones in Echtzeit eben (Huch, jetzt habe ich einen anglo-amerikanischen Vergleich gemacht) ...

PS:
Ach ja, mit Ihren Ausführungen zu nachgeborenen Nestbeschmutzern haben Sie wiederum vollkommen Recht. Leute, wie der Herr Frank sind das allerletzte und einfach nur noch ekelhaft.

Atz
25. Oktober 2019 11:03

Trump Handelskrieg kommt 25 Jahre zu spät. Er ist der Handels-Populismus von 1995 und addressiert die ökonomischen Fehlentwicklungen der 90er Jahre. Aber es ist wie ein verspäteter Kavellerieangriff. Beim ersten Mal als Tragödie, beim zweiten Mal als Farce. Trumps Politik kommt zur Unzeit und gefährdet die strategische Position der USA.

Genau das gleiche in UK mit Brexit. Auch dort Rückwicklung von Entscheidungen der Vakuumzeit nach 89, Maastricht war dann um 1991, egal, frühe 90er Jahre. In beiden Fällen Länder die beim neoliberalen Projekt ganz vorne dabei waren.

Nicht erst seit Jalta kommt von Gipfeln immerzu die Lawine des Irrsinns gerollt. Aber im Moment ist es der Geist der Straße von Seattle 99. Chinas Aufstieg wäre ohne die WTO Mitgliedschaft nicht möglich gewesen.

heinrichbrueck
25. Oktober 2019 11:07

@ Thomas Martini
Wäre es möglich gewesen, den Staat Israel zu gründen, ohne Krieg? Historiker sind die besten Geschichtsfälscher. Wir sollten hier alle endlich aufhören, der Westen sein zu wollen. Die westlich eingepackte BRD ist Geschichte. Sie wird nicht wiederkommen.
Die BRD ist Nachkriegsgeschichtsschreibung mit anderen Mitteln. Dessenungeachtet, sollten die Fehler des Dritten Reiches diskutiert werden, wenn auch nicht jetzt.
China bewundert Sieger. Wie der Sieg zustande kam, nicht so wichtig. Vorbilder finden wir in unserer Geschichte mehr als genug; es kann ohnehin nichts funktionieren, ist es uneigen und falsch adaptiert. Was deutsche und weiße Politik ausmacht, muß noch gelernt werden. Die BRD war immer feindbestimmt, deutschfeindlich, ein manipulatives Etwas. Eine Woche PI, und die brd-Demokratie ist erledigt. Politik ist aber kein Murmelspiel. In der Politik ist die Welt real. Durchgeführte Politik, in wessen Sinn?
Über heimatvertriebene Humanisten, die multikulturelle Menschenrechte und ein antiweißes Modell vertreten, muß man sich ohnehin nicht unterhalten. Die kommen auch nicht wieder.

Gotlandfahrer
25. Oktober 2019 11:09

@ Thomas Martini:
„Deutschlands Auseinandersetzung mit Polen 1939, hatte dem Westen ausgereicht, um einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen. China hingegen lässt man in jeglicher Hinsicht gewähren. Warum wohl? Kann mir das jemand hiezuforum beantworten?“

1. Deutschland hatte ca 80 Millionen Einwohner und nicht über eine Milliarde, ist ein Nachbar des Westens (was immer mehr Neid und Angst auslöst als irgendjemand am A… der Welt), war von allen Himmelsrichtungen her gekniffen, rohstoffabhängig und seine Menschen und Kulturgüter nahtlos für westliche Interessen nutzbar. Ergo: Ein vergleichsweise leichtes und attraktives Übernahmeziel.
2. China kann, ohne dass es daran zerbricht, 200 Millionen Hungertote oder zusätzliche Häftlinge wegstecken, wieviel Atombomben soll man da rauf schmeißen bis dann was passieren soll: Landnahme über die Wüste Gobi oder den Pazifik? Vietnam 2.0 hoch vier?
3. Die „chinesische Gefahr“ bleibt selbst heute noch den Massen zu abstrakt und bietet noch viel zu viele Gewinnpotenziale für das Kapital, mit Deutschland verhielt es sich genau umgekehrt und über den Effekt des Youth Buldge brauchen wir gar nicht erst reden.

"Könnte das vielleicht etwas mit der hochgelobten Sichtweise von Gustav Grambauer zu tun haben, der meinte: "Vielmehr ist China ausersehen als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse und die Führung ist lediglich beflissen dabei, China in die dabei projektierte Rolle einzuführen." (G. G.)“

„Ausersehen“ klingt doch etwas verschwörerisch. Persönlich glaube ich nicht an die Möglichkeit, das Gruppen das Weltgeschehen orchestrieren können. Ich glaube an handfeste Interessen, Rücksichtslosigkeit und unterschiedliche Planungshorizonte Einzelner. Warum sollten Protagonisten einer transatlantischen oder globalistischen Achse darauf hinarbeiten, China als ihr Steuerungszentrum aufzubauen? Aus Kurzsichtigkeit und Gier mag es dazu kommen, aber „ausersehen“?

Ansonsten stimme ich Ihnen aber bezüglich der Nestbeschmutzung uneingeschränkt zu.

Gustav Grambauer
25. Oktober 2019 12:13

Wahrheitssucher

"In welchen Rahmen soll denn eine solche Dreigliederung vonstatten gehen?"

Mir würde diese Frage gar nicht in den Sinn kommen. Das Leben selbst würde sich den Rahmen, der unbestritten nötig ist, selbst suchen bzw. geben. Ein Beispiel, es ist dasjenige, auf das sich ihre Frage ja indirekt bezieht: die meisten Staaten sind Projektstaaten. Fast alle Staatsgrenzen (die nicht zuletzt auch "Rahmen" sind), auch die deutschen, würden ganz anders aussehen, wenn nicht irgendwann die "Pragmatiker" mal wieder "am Nullpunkt ihrer Möglichkeiten angekommen" wären, und zwar i. d. R. in alternativlosen militärischen Lagen, sondern die Völker vonvornherein bereit gewesen wären, sich ihren Zugang zu den höheren Intentionen um nicht zu sagen Missionen ihrer eigenen Voksgeister zu erschließen. Zugespitzt: somit würden sich die Völker schon selbst ihre Rahmen wie z. B. Staaten / Staatenbünde / Bundesstaaten erschaffen und für diese auf ganz natürlichem Weg Staatsgrenzen finden.

Das Versäumnis betraf besonders die Deutschen mit ihrem Sonderfall der Verweigerung, die Impulse ihrer im Bildungsbürgertum allseits bekannten oder sogar berühmten Besten auf die Ede hinabzutragen, in die sozialen Verhältnissse hineinzutragen; hierzu noch einmal Rudolf Steiner über die Karikaturhaftigkeit der sogenannten Weimarer (sic!) Nationalversammlung der Zeitforderung gegenüber, konkret: dem Goetheanismus gegenüber (Seite 161 von "Wie grandios anschaulich ..." bis "... die charakteristische Erscheinung von Mitteleuropa" auf Seite 163):

http://anthroposophie.byu.edu/vortraege/190.pdf

Auch an RMH: Ich wollte den mit seiner Spitze ("Jetzt kommt wieder der 'globale Prädiktor'...") seinen Unmut kundtuenden M. L. nicht zusätzlich ärgern und mich mit Verknüpfungen oder auch nur mit dem Ausbuchstabieren der Begriffe zurückhalten, davon ausgehend, daß, wie gesagt, mit ein paar Klicks im Netz alles zu finden ist. Wenn ich "GP" geschrieben habe, dann, wie ich dachte, klar ersichtlich bezogen auf den polemischen Vorgriff von M. L.

- G. G.

Lotta Vorbeck
25. Oktober 2019 13:03

@Thomas Martini - 24. Oktober 2019 - 10:28 PM

Nachfolgend aufgelistet ein paar Zitate, welche Ihre Thesen untermauern:

+++ Man mag heute darüber sagen, was man will: Deutschland war im Jahre 1936 ein blühendes, glückliches Land. Auf seinem Antlitz lag das Strahlen einer
verliebten Frau. Und die Deutschen waren verliebt – verliebt in Hitler… Und sie hatten allen Grund zur Dankbarkeit. Hitler hatte die Arbeitslosigkeit bezwungen
und ihnen eine neue wirtschaftliche Blüte gebracht. Er hatte den Deutschen ein neues Bewusstsein ihrer nationalen Kraft und ihrer nationalen Aufgabe vermittelt.“

Sefton Delmer, britischer Chefpropagandist während des Zweiten Weltkrieges in seinem Buch „Die Deutschen und ich“,- Hamburg 1961, S. 288

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+++ „Gerade bin ich zurückgekommen von einem Besuch in Deutschland… Ich habe nun Deutschlands berühmten Führer gesehen, auch die großen Veränderungen, die er verursacht hat. Was immer einer denkt von seinen Methoden – und diese sind bestimmt nicht jene eines parlamentarischen Landes -, kann doch kein Zweifel darüber bestehen, dass er eine wunderbare Veränderung im Geist der Menschen, in ihrem Benehmen untereinander, in ihrer sozialen und ökonomischen Selbstdarstellung bewirkt hat… Es ist nicht das Deutschland des ersten Jahrzehnts nach dem Weltkrieg, das zerbrochen, niedergeschlagen, niedergedrückt, mit einem Gefühl von Unvermögen und Furchtsamkeit dahinlebte. Es ist jetzt voll von Hoffnung und Vertrauen und einem erneuten Gefühl von Bestimmung, sein eigenes Leben selbst zu lenken, ohne Einwirkung irgendwelcher Kräfte außerhalb seiner Grenzen. Das erste Mal in Deutschland nach dem Weltkrieg ist generell ein Sinn für Sicherheit unter den Menschen eingezogen. Es ist ein glückliches Deutschland. Ich habe es überall gesehen und kennengelernt.“

Lloyd George nach seinem Besuch in Berchtesgaden bei Adolf Hitler im „Daily Express“, 17.09.1936

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+++ „Nicht die politischen Lehren Hitlers haben uns in den Krieg gestürzt.
Anlass war der Erfolg seines Wachstums, eine neue Wirtschaft aufzubauen.
Die Wurzeln des Krieges waren Neid, Gier und Angst.“

Generalmajor J.F.C. Fuller, Historiker, England (vgl. „Der Zweite Weltkrieg“, Wien 1950)

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+++ „Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler … den Kontinent vor dem Faschismus zu retten.
Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, dass wir eine deutsche Vorherrschaft
(= die wirtschaftliche war gemeint!) in Europa nicht akzeptieren konnten“.

Sunday Correspondent, London, 17.9.1989 (vgl. „Frankfurter Allgemeine“, 18.9.1989)

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+++ „Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so dass er nicht mehr auf friedlichem Wege
ein Stück des Versailler Vertrages [Diktats] nach dem anderen aufheben kann“.
Lord Halifax, englischer Botschafter in Washington, 1939 (vgl. „Nation Europa“, Jahrg. 1954, Heft 1, S. 46)

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+++ „Wir sind bereit, mit dem Teufel einen Pakt abzuschließen, wenn er uns im Kampf gegen Hitler hilft.
Hört ihr: Gegen Deutschland, nicht nur gegen Hitler.
Das deutsche Blut wird in einem kommenden Krieg in solchen Strömen vergossen werden,
wie dies seit Entstehung der Welt noch nicht gesehen worden ist.“

Die Warschauer Zeitung „Depesza“ vom 20. August 1939

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+++ „Es ist unsere Sache, die moralische und wirtschaftliche Blockade Deutschlands zu organisieren und diese Nation zu vier-teilen:
… Es ist unsere Sache, endlich einen Krieg ohne Gnade zu erwirken.“

Lecache, Paris, 18. November 1938 (vgl. Lecache, B. „Le droit de vivre“)

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+++ „Was wir im deutschen Widerstand während des Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt:
daß der Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde“.

Eugen Gerstenmaier, Bundestagspräsident ab 1954,
während des Krieges Mitglied der „Bekennenden Kirche“ im „Widerstand“

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+++ „Sie müssen sich darüber klar sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft
des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt“

Mitteilung an einen Beauftragten des deutschen „Widerstandes“ während des Krieges (vgl. Kleist, Peter „Auch du warst dabei“,
Heidelberg, 1952, S. 370 und Emrys Hughes, Winston Churchill – His Career in War and Peace, S. 145)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Mehr davon gibt's hier:

Entlarvende (historische) Zitate
https://freddyweb4.wordpress.com/entlarvende-historische-zitate/

Nordlicht
25. Oktober 2019 13:05

Den Artikel von H. Lichtmesz finde ich sehr gut, und der schlichen Darstellung sollte man keine Sympathie für China oder USA unterstellen. Beide Mächte sind m.E. nicht per Sympathie oder per Antipathie zu bewerten, sondern als "die Anderen" zu sehen. Sie sind unsere Konkurrenten.

Die politischen Kräfte der USA sind mir dabei ein grösseres Rätsel als Festland-China, trotz der (überwiegend) gemeinsamen ethnischen und kulturellen Wurzeln. Ich bin kein Historiker, habe mich nur ein wenig eingelesen, seit ich ab Mitte der 80er öfters in China war und immer wieder einige Wochen mit chinesischen Partnergruppen verbracht (- überwiegend in China selbst, aber auch auf gemeinsamen Informations-Reisen in Europa sowie in den USA).
Dabei kam es auch zu offenen Gesprächen. Insgesamt bin ich immer noch kein Chinakenner. Nach meiner Ansicht ist jeder Chinese stolzer Nationalist und durchdrungen von der kulturellen Überlegenheit ihrer Gesellschaft. Würde ein Weisser ein vergleichbares Selbstbewusstsein auch nur vorsichtig andeuten, wäre das Rassismus-Geschrei gross.

Das "Reich der Mitte" sieht sich als jetzt wieder als Hegemon, dem selbstverständlich Respekt zu zollen ist. Im Unterschied zum 15. Jh., als nach den weltzugreifenden Erkundungen des Admiral Zheng He sich am Hof die Isolationisten durchsetzten, ist m.E. der jetzige Zugriff auf die Welt von Dauer: Eine logische Schlussfolgerung aus dem Umstand, dass die selbstgewählte Isolation die Unterlegenheit 1850 bis 1950 verursachte.

Meine chinesischen Partner waren geschichtsbewusst; solche Kenntnisse der Dynastien und auch der Konflikte im eigenen Reich wird man kaum bei deutschen Nicht-Historikern finden. Das Schrecklichste scheint auch heute ein Zerfall des Reiches und Zersplitterung in sich bekämpfende Landesteile zu sein.

Die Lehre aus der westlichen und dann japanischen Dominanz sowie dem Bürgerkrieg ist m. E. die Priorität für innere EINIGKEIT - die Priorität für die Gemeinschaft und die Zurücknahme eigener Individualität hat vieltausendjährigen Bestand.

Im Bewusstsein ist auch der Schock der sog. Kulturrevolution, der brutalen Herrschaft der Jungen Garden, mit den Demütigungen für die Älteren und Gebildeten, den Standgerichten, dem rasenden Mob, der Zerstörung von Kulturgütern (- etliche buddhistische Kloster, die von der Armee mit Waffengewalt gegen die Roten Garden verteidigt wurden). Ich hörte, dass jede Familie ihre schrecklichen Erfahrungen gemacht hat, einige berichteten über die Abholung der Eltern, Mutter und Vater wurden in unterschiedliche Teile des Reiches verteilt, Kinder blieben sich selbst überlassen und bildeten Banden, um sich zu ernähren ...

Der innere Friede und der Aufschwung seit 1980/85 wird als Glück empfunden, obgleich es natürlich auch Opposition und Kritik an der Unterdrückung abweichender Meinungen gibt. Nach meiner Einschätzung wird die KPCh aber so lange ungefährdet weiter regieren können, wie die Verbesserung des Lebensstandards anhält.

China steht mit seiner inneren Geschlossenheit und der Kontinuität der Herrschaft (und der grossen Bevölkerungszahl) als Koloss, und eine globale Dominanz scheint unausweichlich. Es sieht so aus, als ob zuerst Europa (- einschl. Russland) und dann auch Nordamerika zu Vasallen werden. Dagegen spricht historisch, dass auch für das heutige China die eigene Stabilität Priorität hat. Militärische Abenteuer, wie sie die USA bis in die jüngste Zeit unternehmen, sind nicht zu erwarten.

Der Westen ist von China so abhängig, wie er sich abhängig macht. Eine Abkopplung bedeutet wirtschaftliche Schäden für die Exporte, d. h. Nachteile insbesondere für unsere Aktienbesitzer. Trump verkörpert die Ansicht, dass der Binnenmarkt genügt. Von einer solchen Haltung sind wir etliche Jahre entfernt ...

China wird nach meiner Einschätzung nie eine solche globale wirtschaftliche und kulturelle Dominanz erreichen, wie sie erst Europa und dann die USA schafften. Der chinesischen Gesellschaft fehlt dazu die gärende Kraft des Individualismus, das Aufbegehren der Erfinder und auch der Konquistadoren. China wird nicht nur hierarchisch regiert, die Hierarchien werden in Familien, Schulen, Universitäten und in Firmen gelebt.

Ein Bosch, Edison oder Musk gibt es nicht, auch keinen Bill Gates. Die chinesischen Superreichen kopieren die US-Innovationen, es fehlen die Querdenker und die für ihre Projekte erforderlichen Freiräume. Möglicherweise wird sich das ändern, aber ich bezweifle das.

Eine abschließende Bemerkung: Dass die USA den Kampf gegen den Konkurrenten China aufnimmt, halte ich für richtig. Die Chancen dürften aber nicht gross sein, weil spätestens die übernächste Regierung in 6 Jahren den Kurs wieder ändern dürfte.

Imagine
25. Oktober 2019 14:38

Nur drei Punkte möchte ich noch anmerken.

1. Als ich das erste Mal nach China reiste, da erwartete ich eine disziplinierte, militärisch formierte Bevölkerung, wie sie aus den Filmen über die „Blauen Ameisen“ zur Mao-Zeit bekannt war. (https://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Ameisen)

Tatsächlich ist jedoch das Alltagsverhalten der Chinesen in der Öffentlichkeit eher anarchistisch. Darüber, wie es in den Betrieben aussieht, habe ich keine Erfahrung.
Beim Ein- und Aussteigen in der Metro gibt es ein völlig hirnloses Gedränge. Logischerweise müssten die Einsteigenden zunächst die Aussteigenden herauslassen. Aber in China ist dies anderes. So ist es uns ein paarmal passiert, dass wir gar nicht aussteigen konnten. Man muss sich in der Nähe der Tür platzieren und dann nach draußen drängeln.
Ein anderes Beispiel ist das Verhalten im Straßenverkehr. Da werden elementare Regeln ignoriert. Mir ist noch das Bild einer Chinesin vor Augen, die mit ihrem Sonnenschirm in der Hand diagonal über eine große Kreuzung ging und die verkehrsregelnden Polizisten mit ihren Trillerpfeifen ignorierte.
Man sollte einmal erlebt haben, wie die Chinesen in einer normalen Kneipe jenseits der Touristenrestaurants essen.

Es wäre noch viel zu erzählen, z.B. wie Chinesen in der Mittagspause oder Senioren auf öffentlichen Plätzen gemeinsam spielen, Sport treiben, tanzen etc.
Da geht es lebendig und lustig zu.

2. Meine Sätze: „Außer den genannten strukturellen Gemeinsamkeiten hat China ansonsten mit dem Hitler-Deutschland nichts gemein. Der Hitler-Faschismus stellte einen Zivilisationsbruch dar.“ kommentiert ML mit: „Ganz im Gegensatz zum "Großen Sprung" vermute ich.“

Mit dem „Große Sprung“ sollte ein wichtiger Schritt zur Industrialisierung Chinas gemacht werden.( https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn)

Tatsächlich handelte es sich um ein völlig unbrauchbares Wirtschaftskonzept, welches schwere wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft verursachte und im Zusammenhang mit Missernten einen millionenfachen Hungertod verursachte.( https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Chinesische_Hungersnot)

Die westlichen Zahlenangaben über die Toten waren und sind m. E. chinafeindliche Propaganda, weil völlig übertrieben. Würden sie stimmen, müsste sich dies viel deutlicher in der demographischen Entwicklung Chinas abzeichnen.
Vgl.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bev%C3%B6lkerung_China.JPG
https://www.chinanetz.info/wp-content/uploads/2015/07/china-bevoelkerungsentwicklung.jpg

Die Frage ist nun, ob die Politik des „„Großen Sprungs nach vorn“ einen Zivilisationsbruch darstellt?
Zivilisationsbruch bedeutet einen Zusammenbruch der bisherigen zivilisatorischen Matrix, welche durch den erreichten kulturellen Stand der Werte- und der Rechtsordnung gekennzeichnet ist.

Dazu einige Beispiele:
- Der geplante und systematische Massenmord an den Indianern in Nordamerika mit dem Ziel ihrer Ausrottung.
- Der atomare Massenmord an den Zivilbevölkerungen in Hiroshima und Nagasaki. Da kamen zwei unterschiedliche Typen von Atombomben zum Einsatz, deren Wirkung ausprobiert werden sollte. Daher der Atombombenabwurf auf zwei(!) Großstädte. Danach wurde ein Heer von ärztlichen und sonstigen medizinischen Personal entsandt, nicht um zu helfen, sondern um die Wirkungen auf die Menschen zu untersuchen und zu dokumentieren.
- Der Massenmord an den polnischen Intelligenzschichten durch Stalin und dessen Kumpanen (s. Katyn).
- Der Massenmord an den Juden und der Massenmord an russischen Funktionsträgern, also von politische Leitern und zivilen Hoheitsträger, durch Hitler-Deutschland.

Da ist der Zivilisationsbruch klar erkennbar, es sind bewusste und gezielte Massenmorde an Menschen, die jede zivilisierte Gesellschaft zutiefst ablehnt und verurteilt.

Davon unterscheidet sich die die Politik des „Großen Sprungs nach vorn“ grundlegend.

3. Zwischen den westlich-kapitalistischen und den chinesisch-sozialistischen Eliten besteht ein gemeinsames Interesse, nämlich den globalen realwirtschaftlichen Prozess nicht zusammenbrechen zu lassen.

Stellen wir uns im Gedankenexperiment vor, was passiert, wenn das westliche Finanzsystem kollabiert. Dann brechen die Lieferketten zusammen. In den Supermärkten und sonstigen Geschäften gibt es nicht mehr zu kaufen, die Energie- und Wasserversorgung durch private Konzerne erfolgt nicht mehr. Etc.

Da dieser Fall keine Phantasie ist, sondern in realistischer Weise damit gerechnet werden muss – in der kapitalistischen Wirtschaftskrise von 2007 stand man kurz vor dieser Situation -, gibt die Regierung klare Empfehlungen für eine Notbevorratung. (https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile)

Vermutlich aber mit 10 Tagen zeitlich zu kurz. Die Umstellung auf „Kriegsökonomie“, also ein System staatlicher Versorgung, wird länger dauern. Die Lebensmittelmarken sind schon längst gedruckt. Die lagern seit Beginn der BRD in den Tresoren der Polizei- und Ordnungsbehörden.

Im Katastrophenfall werden sich – wie immer in solchen Zeiten – bewaffnete Banden bilden, die rauben und plündern. In der Schweiz werden sie auf eine bewaffnete und verteidigungsfähige Zivilbevölkerung stoßen, während hingegen in Deutschland die Zivilbevölkerung systematisch entwaffnet wird.

Die deutschen PolitikerInnen können sich in den Reichstag flüchten. Denn geplant ist, demnächst einen 2,50 Meter tiefen und zehn Meter breiten Graben quer über dem Platz der Republik, parallel zum Reichstag, zu errichten. Zehn Meter breit, damit er von Panzern etc. befahrbar ist.(https://www.tagesspiegel.de/berlin/neue-sicherheitszone-auf-dem-platz-der-republik-ein-graben-vor-dem-reichstag/24675158.html)

Gibt es belastbare Belege, dass China „als künftiges Steuerungszentrum der transatlantischen Achse“ ausersehen ist? Wenn nicht, dann handelt es sich um eine aus paranoiden Phantasien entsprungene VT.

Franz Bettinger
25. Oktober 2019 15:28

@Thomas Martini: Ich danke Ihnen für Ihre Bemerkung (in Richtung @imagine) zu den widerwärtigen nachgeborenen Nestbeschmutzern - und überhaupt für viele Ihrer Beiträge. Und ich bin froh, Sie neulich persönlich kennengelernt zu haben.

Wahrheitssucher
25. Oktober 2019 16:12

@ Gustav Grambauer

Ähnlich wie sie sich dagegen verwahren, „der Weltgesellschaft etwas entgegensetzen zu wollen“ (24. 10. 00:32 h) antworten Sie auf die Frage, in welchem Rahmen - wenn nicht im nationalstaatliche - eine Dreigliederung im Sinne Rudolf Steiners vonstatten gehen sollte, mit der Aussage, „diese Frage würde Ihnen gar nicht in den Sinn kommen“.
Verweigern Sie sich damit nicht den gewachsenen, von den Völkern - cum grano salis - gewollten Realitäten?
„Den Rahmen selber suchen und geben“ ist das nicht eine Utopie?
Und sollen all die Kräfte, die sich als nationalkonservativ, patriotisch u.ä. bezeichnen, wirklich von dem Nationalstaat
als eine den Rahmen setzende Grundlage Abschied nehmen?
Und einmal zu Ende gedacht, würden nicht wieder endlose Streitereien (Kriege?) beginnen, um dann wieder neue, erforderliche Rahmen zu setzten...?

Ordo
25. Oktober 2019 16:28

@Thomas Martini
Die besondere Dialektik zwischen Individualismus und Kollektivismus führt letztendlich ohnehin immer dahin, dass es weder das Eine noch das Andere in reiner Form gibt. Ich hänge mich auch nicht so gern an Begriffen auf. Anscheinend meinen wir sowieso so ziemlich dasselbe. Wenn ich infantil-regressiv schreibe, dann meine ich tatsächlich eine Form des Individualismus, die sich dadurch auszeichnet, dass man krampfhaft versucht, sozusagen durch ständige oberflächliche Detailanpassungen Individualität zu simulieren. Fetzenjeans, blaue Haare, grüne Haare, Piercings an den unmöglichsten Körperstellen, Tattoos, komische Brillen usw. usf. Gleichzeitig pflegen alle den selben postpubertären Habitus und schwören politisch auf die Linie der Einheitspartei.

Ich glaube, es war Herr Lichtmesz, der irgendwann mal vom "Smarties-Dogma" geschrieben hat. Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, wie er den Begriff verstanden hat, aber ich denke, für das was ich gerade da oben beschrieben habe, würde er wohl auch ganz gut passen. Unterm Strich: Oberflächlich betrachtet sieht man noch Unterschiede, aber innerlich sind diese Leute mehr oder weniger alle gleichgeschaltet.

Montesquieu
25. Oktober 2019 17:51

#Ist China ein Nationalsozialismus?#

Nein. Ein kollektivistischer Ethnokapitalismus. Spannend und furchteinflößend.

Montesquieu
25. Oktober 2019 18:04

@ordo

Den Menschen drängts nach Entgrenzung und Aufgehen im großen und ganzen. Detaildistinktion ist hierbei Merkmal des großen und ganzen. Der Narzismus bekommt halt auch ein paar Brosamen. Das Es kann gönnen. Das

Venator
25. Oktober 2019 20:55

Eine wirklich spannende und hochinteressante Analyse, die über den eigenen Tellerrand hinaus geht. Vielen Dank dafür!

Franz Bettinger
25. Oktober 2019 21:26

@imagine: Ihre Aussage @"Hitlers Zivilisationsbrüche“:
Solange in der BRiD das Dritte Reich betreffende Tabus implantiert bleiben, deren Antasten einen ins Gefängnis bringt, ist es in hohem Maße unredlich, in diese Richtung gehende einseitige Behauptungen, ich könnte auch sagen: Fallen aufzustellen, wohl wissend, dass keiner Ihnen Kontra geben DARF. Jemand im Forum (war’s Quarz?) hat einmal gut geantwortet, es bliebe uns nicht mal ein Zahnstocher, um solch unfaire Säbelhiebe abzuwehren. Lassen’s Sie’s also in Zukunft!

Glauben Sie wirklich, wir würden es zulassen zu verdursten, nur weil vorm Wasserwerk ein 'Geschlossen'-Schild hängt? Für wie legalistisch halten sie die (zugegeben dummen und feigen) Deutschen eigentlich? Die Leute allerdings, die sich ohne ihr Smartphone nicht mal aufs Klo trauen, werden’s schwer haben.

Wahrheitssucher
25. Oktober 2019 21:59

@ Montesquieu

Dank für die mehr als brauchbare, prägnante und weiterführende Begriffsbestimmung!

Wahrheitssucher
25. Oktober 2019 22:17

@ Franz Bettinger

Ein anderes Bild bemüht ein Fußballspiel, bei dem naturgemäß zwei Tore aufgestellt sind.
Aber es ist immer nur erlaubt, auf das eine Tor zu schießen...

Gracchus
25. Oktober 2019 22:55

Ein - wie üblich - interessanter Beitrag und eine Menge interessanter Kommentare. Die von imagine angestimmte Lobeshymne scheint doch arg übertrieben; ich finde @ordo und @Nordlicht treffen es da eher; ich kenne mich mit China aber kaum aus. Auf ästhetischem Gebiet sehe ich da wenig Interessantes. Und wie immer man das chinesische Modell bewertet, auf hiesige Verhältnisse ist so oder so nicht übertragbar, und die eigentliche Frage ist die, wohin es Deutschland treibt - "treibt" ist mit Absicht gesagt, weil ich keinen wie auch immer gearteten Gestaltungswillen erkennen kann - und da hat @Thomas Martini durchaus recht, wenn er sich an der "Amerikanisierung" stört. Ich bin auch dafür an die deutsche bzw. europäische Hochkultur (ich denke dabei v. a. an den dt Idealismus, an Barock, Klassik und Romantik - anzuschließen, und da geht es darum, wie @Gustav Grambauer mit dem mir immer besser gefallenden Rudolf Steiner sagt, diese Hochkultur auf die Erde, also unters Volk, zu bringen - oder ist @Gustav Grambauer der historische Kairos vorbei? Und kehrt nicht wieder? Und in der Hinsicht kann man auch von Amerika lernen, nämlich einen gewissen Pragmatismus, der sich dann mit höheren Idealen als Geldverdienen und Renditesteigerung verbindet. Deshalb scheint mir Ihre Haltung @Thomas Martini nicht ganz durchdacht. Ein gesunder Organismus flieht in der Regel nicht fremde Einflüsse, sondern adaptiert bzw. assimiliert sie - klar: der dt. Organismus müsste erst wieder in die Lage versetzt werden, assimilieren zu können.

Thomas Martini
26. Oktober 2019 00:09

Zunächst Danke an Der_Juergen für die Zustimmung.

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"@Thomas Martin,
jetzt halten Sie mal den ollen Fritze Hitler und den NS nicht so hoch.[...]" - RMH

Ich halte Hitler weder hoch noch tief. Ich berufe mich lediglich auf Fakten, denenzufolge der letzte deutsche Reichskanzler händeringend um Frieden bemüht gewesen ist. Die Angebote, die er Polen vor dem Krieg machte, sprechen dazu eine ebenso deutliche Sprache, wie die vielen Verständigungsversuche und Friedensangebote nach dem Kriegsausbruch, bis zum Sommer 1941 um präzise zu sein.

Ansonsten auch Ihnen ein Dankeschön für die Zustimmung hinsichtlich der Nestbeschmutzer.

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"@ Thomas Martini
Wäre es möglich gewesen, den Staat Israel zu gründen, ohne Krieg?" - heinrichbrück

Ich bin kein Freund von Hypothesen, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Tatsache ist, es gab zwei, oder besser gesagt einen großen Weltkrieg, und daraus ist der Judenstaat "Israel", "die einzige Demokratie im Nahen Osten", hervorgegangen.

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Danke an Gotlandfahrer für die Beantwortung meiner Fragen, sowie für die Zustimmung in Sachen Nestbeschmutzer.

Meiner Ansicht nach jedoch, hat die NATO die Auseinandersetzung mit der VR China deshalb nicht gesucht, weil die Volksrepublik zu keinem Zeitpunkt dabei war, eine unabhängige Wirtschaftsmacht zu werden, wie im Fall des nationalsozialistischen Deutschlands.

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"@Thomas Martini - 24. Oktober 2019 - 10:28 PM

Nachfolgend aufgelistet ein paar Zitate, welche Ihre Thesen untermauern..." - Lotta Vorbeck

Besten Dank für die Ergänzung, auch an die Moderation für das Freischalten dieser vom Strangthema abweichenden Inhalte.

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"@Thomas Martini: Ich danke Ihnen für Ihre Bemerkung (in Richtung @imagine) zu den widerwärtigen nachgeborenen Nestbeschmutzern - und überhaupt für viele Ihrer Beiträge. Und ich bin froh, Sie neulich persönlich kennengelernt zu haben."

Hat mich ebenfalls sehr gefreut, und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen. Auch Ihnen möchte ich für die Zustimmung danken einserseits, und vor allem für den folgenden Kommentar:

"Solange in der BRiD das Dritte Reich betreffende Tabus implantiert bleiben, deren Antasten einen ins Gefängnis bringt, ist es in hohem Maße unredlich, in diese Richtung gehende einseitige Behauptungen, ich könnte auch sagen: Fallen aufzustellen, wohl wissend, dass keiner Ihnen Kontra geben DARF. Jemand im Forum (war’s Quarz?) hat einmal gut geantwortet, es bliebe uns nicht mal ein Zahnstocher, um solch unfaire Säbelhiebe abzuwehren. Lassen’s Sie’s also in Zukunft!"

Bravo, Herr Bettinger!

Gustav Grambauer
26. Oktober 2019 08:54

Wahrheitssucher

Wie gesagt, mir steht der Brok`sche circulus vitiusos der unvermeidlichen Schaffung unlösbarer neuer Probleme durch gutgemeinte Lösungsversuche an alten Problemen vor Augen. Nahezu alle pfuschen nur noch "irgendwie" daran herum, ich würde anregen, sich aus diesem Teufelskreis herauszubewegen.

- G. G.

Thomas Martini
26. Oktober 2019 12:26

"Mit dem „Große Sprung“ sollte ein wichtiger Schritt zur Industrialisierung Chinas gemacht werden.( https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn)

Tatsächlich handelte es sich um ein völlig unbrauchbares Wirtschaftskonzept, welches schwere wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft verursachte und im Zusammenhang mit Missernten einen millionenfachen Hungertod verursachte.( https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Chinesische_Hungersnot)

Die westlichen Zahlenangaben über die Toten waren und sind m. E. chinafeindliche Propaganda, weil völlig übertrieben." - Imagine

Schönes Beispiel dafür, wie leicht den Anklägern des faschistischen Zivilisationsbruches das Relativieren eines Genozids fällt, wenn man dafür keinen gesellschaftlichen Ausschluß oder gar Schlimmeres befürchten muß.

Alles nur chinafeindliche Propaganda:

"Was auch immer der Preis der chinesischen Revolution gewesen sein mag, so war sie doch offensichtlich erfolgreich, nicht nur bei der Schaffung einer effizienteren und motivierten Verwaltung, sondern auch darin, eine höhere Moral und einen besseren Gemeinschaftsgeist zu schaffen... Das Sozialexperiment in China unter der Führung des Vorsitzenden Mao ist eines der wichtigsten und erfolgreichsten in der Menschheitsgeschichte."

David Rockefeller in der New York Times am 10. August 1973 (Seite 31), zitiert nach Thorsten Schulte, "Fremdbestimmt", S. 320

Na sowas, Imagine auf einer Wellenlänge mit David Rockefeller, wer hätte das gedacht!?

Wahrheitssucher
26. Oktober 2019 19:19

@ Gustav Grambauer

„... ich würde anregen, sich aus diesem Teufelskreis
herauszubewegen.“

Wenn das „was“ für Sie feststeht, warum mögen Sie kein Wort über das „wie“ verlieren?

Thomas Martini
26. Oktober 2019 19:29

"Ich bin auch dafür an die deutsche bzw. europäische Hochkultur (ich denke dabei v. a. an den dt Idealismus, an Barock, Klassik und Romantik - anzuschließen, und da geht es darum, wie @Gustav Grambauer mit dem mir immer besser gefallenden Rudolf Steiner sagt, diese Hochkultur auf die Erde, also unters Volk, zu bringen - oder ist @Gustav Grambauer der historische Kairos vorbei? Und kehrt nicht wieder? Und in der Hinsicht kann man auch von Amerika lernen, nämlich einen gewissen Pragmatismus, der sich dann mit höheren Idealen als Geldverdienen und Renditesteigerung verbindet. Deshalb scheint mir Ihre Haltung @Thomas Martini nicht ganz durchdacht." - Gracchus

Meine Haltung genießt den Vorzug, daß ich mich dabei jederzeit auf Stefan Zweig, Richard Strauss, Louis-Ferdinand Céline, Guiseppe Verdi, Giacomo Pucchini, Richard Wagner und viele weitere Dichter, Denker, und Komponisten der Welt von Gestern berufen kann. Selbst in den Briefen von Wolfgang Amadeus Mozart sehe ich meine Haltung weitestgehend bestätigt.

Wenn Sie mir also vorhalten, meine Haltung sei nicht ganz durchdacht, dann gilt das auch für die Haltung dieser großen Meister der europäischen Kulturgeschichte.

Nemesis
26. Oktober 2019 23:04

@Martini
"Wenn Sie mir also vorhalten, meine Haltung sei nicht ganz durchdacht, dann gilt das auch für die Haltung dieser großen Meister der europäischen Kulturgeschichte.
...und da geht es darum, wie @Gustav Grambauer mit dem mir immer besser gefallenden Rudolf Steiner sagt, diese Hochkultur auf die Erde, also unters Volk, zu bringen"

Die großen Meister der der europäischen Kulturgeschichte sind also Verfechter Ihrer Theorien.
Man höre und staune.
"Der weiße Mann starb in Stalingrad."(Zitat von Ihnen)
Oh ja: Da bewegen Sie sich ganz sicher auf einer Linie mit, sagen wir mal: Goethe. Oder Schiller. Oder...
Nunja: Große Meister vorschieben ist allemal besser, als selber zu denken.
Vielleicht starb der "weiße Mann" nicht nur in Stalingrad, möglicherweise starb er ja AN Stalingrad?
Mir grausts vor Ihrer "kulturellen Hegemonie".
Also das, was Sie anderen so leichtzüngig vorwerfen.

"Entscheidend ist eben, den "American Way of Life" endlich richtig einzuordnen. Dahinter stand nie und nirgends individuelle Befreiung, sondern nur Vermassung und Egalisierung."

Und der Ausdruck des Individualismus ist dann genau was?
Der NS?
China (das Sie ja ganz offensichtlich schätzen)?
ML hat schon recht: "Außer Poserei und Borniertheit kommt nichts von Ihnen."

Ich würde gerne wissen, in welchem Auftrag Sie hier eigentlich wirklich schreiben.

Gracchus
27. Oktober 2019 00:33

@Thomas Martini
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was Sie mir damit sagen wollen, und wie Ihre Zeugen - seltsamerweise überwiegend Komponisten - Ihre Haltung bestätigen, bleibt mir schleierhaft. Ihre Haltung auch. Mindestens scheint sie ahistorisch, weil ich daraus keine Strategie oder Antwort für die Gegenwart ablesen kann und wie man wieder ein kulturelles Eigengewicht gewinnen kann, wobei die dt. Kultur - hier rufe ich Robert Musil in den Zeugenstand - nie, nie borniert national gestimmt war, sondern europäisch, Fremdeinflüssen gegenüber offen, diese eben assimilieren. Mir ist der Einfluss der amerikanischen Massenkultur hier auch zu gross, aber ich käme doch deshalb nicht auf die Idee, alles, was aus Amerika kommt, für Mist zu halten und den Zeigefinger zu wedeln, wenn jemand meinetwegen Moby Dick oder William Faulkner liest, von grosser amerikanischer Lyrik zu schweigen, oder sich Filme von John Ford oder Kubrick oder Coppola ansieht (der Film bleibt bei Ihnen seltsamer- oder bezeichnenderweise aussen vor) oder Charles Ives oder Jazz hört. Das ist doch grotesk.

Laurenz
27. Oktober 2019 08:55

@heinrichbrueck .... eine Schuldfrage wird nicht von Schuldigen definiert. Aktuell wird von der Junta in Berlin gerne eine "Einzelfall"-Debatte geführt. Kollektiv-Schuld wird aber trotzdem nicht grundsätzlich abgelehnt. Wir zahlen noch kollektiv bis 2030 Reparationen für den 2. Weltkrieg. Mit diesem Krieg haben weder Sie noch ich etwas zu tun, zahlen aber.
Sie wissen doch selbst haargenau, daß solche internationalen Regelungen rein auf militärischen Optionen basieren.
Interessant sind hierbei internationale Organisationen, wie die Jewish Claim Conference, die zugunsten ihrer Klientel völkerrechtlich verbindliche Verträge abschließt, aber völkerrechtlich nicht existent ist, wenn es um jüdische Schuld geht, es gibt keine Jewish Guilt Conference, was angesichts chinesischer und russisch-sowjetischer Geschichte eine Pharce ist.
Der Berliner Republik sah das bisher pragmatisch, und ließ, nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts, das vorhandene deutsche Militär bis heute verkommen. Wenn man schon Tribut leisten muß, kann man sich das Militär quasi sparen.

Da es aber keine gerechten Kriege gibt, besteht bis heute ein Rechtfertigungs-Problem für die deutsche Außenpolitik im Nato-Bündnis. Zwischen den Welt-Kriegen und deutschen Soldaten in Afghanistan besteht faktisch kein Unterschied. Deutschland ist wieder Besatzer.

Und daher ängstigt sich das politische Berlin vor einem neuen Nürnberg, egal, ob von einem etablierten Trump-Amerika oder den pösen Russen inszeniert. Daß das weit entfernte China uns auf den Pelz rückt, ist dem dummgebeutelten Berlin erst in jüngster Zeit bewußt geworden.

@Imagine .... In der Definition des chinesischen Nationalsozialismus begehen Sie wieder mal den ideologischen Fehler. Einerseits ticken Asiaten, wie Sie Selbst wissen, anders als wir, und andererseits trennen Sie wieder, illegitim, wie die Bildungs-Christen hier auf SiN, ideologischen Inhalt von der tatsächlichen politisch ökonomischen Wirkung, von den realen Fakten. Nehmen Sie doch einfach die simple Definition von Herrn Hitler an. Wir haben in China ein autoritäres politisches System mit einer relativ befreiten, aber staatlich kontrollierten Wirtschaft in einem Nationalstaat, eben Nationalsozialismus.

Das nationalsozialistische Wirtschaftssystem ist das in der Menschheit bekannte am meisten überlegene Wirtschaftssystem. Wir kennen historisch daher 3 Wirtschaftswunder, 2 deutsche und ein chinesisches, alle 3 basieren auf nationalsozialistischen Währungs- und Wirtschaftsideen.
China wird aufgrund seines nationalsozialistischen ökonomischen Systems und der Intelligenz seiner Elite zwangsläufig zur Weltmacht Nr. 1 aufsteigen. Denn das heutige China ist, im Gegensatz zum III. Reich, nicht militärisch bekämpfbar. Im Falle des III. Reichs mußte der Krieg deswegen stattfinden, um Deutschland niederzuwerfen, bevor es über Kernwaffen verfügte.
Nur Kernwaffen schützen vor einem alliierten totalen Krieg. Das ist etwas, was der föderale Michel in seiner Mehrheit nicht versteht.
Daß Donald Trump aufgrund seiner überlegenen chaotischen Intelligenz (im relativen Vergleich zu den Clinton- und sonstigen Kuhhirten) erkannt hat, daß die USA über keine militärische Option gegen China verfügen, verlegt er sich auf den Wirtschaftskrieg, um dagegen zu halten.
Auch wenn unsere Kriegs-treibenden Alt-Medien lieber einen unsäglichen Krieg von Kuhhirten gegen China promoten, sollte uns das nicht tangieren, es gibt keine Alternative zum Wirtschaftskrieg.
Das westliche Europa kann keine Weltmacht werden. Von daher müssen wir uns aus Europa politisch lösen, abgesehen von jenen, die mit uns gehen wollen und uns nach Osten orientieren.

@Thomas Martini .... Sie liegen falsch. Die Demokratie Israels spielt keine Rolle. Israel ist wie China, Japan oder das III. Reich, eine Ethnokratie, sogar mit Rassegesetzen, die nur auf Druck der UNO leicht aufgeweicht wurden.
Dieser innere Widerspruch zwischen Zionisten und Diaspora-Juden führt weitestgehend zum sogenannten Anti-Semitismus, welcher zur Identifikation des jüdischen Seins benötigt wird. Der von Herzels Kumpels etablierte säkulare ethnisch rassistische Pro- und Anti-Semitismus ersetzte das jüdische Glaubensregelwerk, welches früher zur identitären Abgrenzung zu uns und anderen Goyims diente.
In der linken Szene, auch in der jüdischen linken Szene, ist der Anti-Semitismus im Zusammenhang mit dem Staat Israel natürlich ein "saublöder" innerer Widerspruch. Denn in linker Definition sind Ethnien ein soziales Konstrukt, welches als solches nicht existent sein soll. Wenn als unser Düsseldorfer Vollhonk Campino als Hofnarr gegen Anti-Semitismus auftritt, promotet er quasi eine Rassen-Ideologie, was ihn als Deutschen zum Retro-Nazi macht, nur daß es eben ein Nazitum zugunsten einer "fremden Rasse" darstellt. Aber ist Campino deswegen ein besserer Nazi als die historischen -? Ich denke nicht, denn man könnte ihn auch einen Christen nennen, was auf dasselbe herauskommt.

Gustav Grambauer
27. Oktober 2019 09:31

Gracchus

"... oder ist @Gustav Grambauer der historische Kairos vorbei? Und kehrt nicht wieder?"

Genau darüber gibt es in der Anthroposophenszene die wildesten, oft aber nur den eigenen Pessimismus projizerenden Spekulationen. Steiner sah sich genötigt, schon die Versäumnisse Goethes bei der in Rede stehenden Mission nachzuholen, von dem er mal gesagt hat, er (G.) habe in Weimar zuletzt nur noch Fett angesetzt - sage das, um zu illustrieren, wie stark die Anthroposophie das Schicksal der Weimarer Klassik repräsentiert. Frau Sommerferld hat mir zu Ihrer Kairos-Frage ein Buch empfohlen, es ist gerade eingetrofffen, d. h. ich habe es noch nicht gelesen, aber die Grundaussage ist für mich vonvornherein plausbel (... auch wenn der Verlag sein Kerngeschäft mit Särgen macht):

https://www.glomer.com/kulmination-grab-und-goldene-zeit-der-anthroposophie/a-20106/

Der Klappentext ("Es wird wieder zur Zivilisation gehören, ...") ist zugleich meine Antwort auf die Frage "Wenn das 'was' für Sie feststeht, warum mögen Sie kein Wort über das 'wie' verlieren?" des Wahrheitssuchers, von dem ich den Eindruck habe, daß er mich ein wenig vor sich hertreiben möchte. Ich bleibe aber dabei, daß für mich der Weg von innen nach außen führt, was ich hinreichend dargelegt habe, und nicht umgekehrt.

- G. G.

Imagine
27. Oktober 2019 13:49

Die Diffamierung als „Netzbeschmutzer“ macht deutlich, mit wem man es zu tun hat, aus welchem „Nest“ sie selbst stammen und welchem Milieu sie angehören.

Hitler- und Nazi-Fans sind mir nicht unbekannt, bereits ein Klassenkamerad und einer unserer Lehrer gehörte in diese Kategorie.

Für einen Sozialpsychologen ist es nicht verwunderlich, dass diese Leute immer mehr werden. In der heutigen Gesellschaft nehmen Frustrationen immer mehr zu. Menschen erleben sich als Loser oder als Zu-kurz-Gekommene. Aus der Frustration wird Aggression. Zudem kann man Depressionen sowie Abstiegs- und Zukunftsängste mit Aggressionen kompensieren. (vgl. z.B. https://www.proval-services.net/download/vortrag_strobl_re.pdf)

Einzeln oder kollektiv kann es zu Eruptionen dieser Aggressionen kommen, wie beispielsweise bei Breivik in Norwegen, Brenton Tarrant in Christchurch oder Stephan Balliet in Halle.

Es sind typische Terrorakte aus dem rechtsextremistischen Milieu. Diese Individuen sind voller Aggressionen und Menschenhass und suchen sich passende sozialdarwinistische und sozialdestruktive Ideologien, mit denen sie ihre Aggressionen, ihren Hass und ihre Destruktionen rationalisieren und pseudo-legitimieren können.

Die heute gängigen linken Ideologien passen nicht zu einer derartigen Rationalisierung, die rechtsextremistischen umso mehr. So ist es nicht verwunderlich, dass heute mehr als früher Hitler und das Dritte Reich fern jeder Realität idealisiert werden und in Hitler wie damals der große Führer, Retter und Erlöser der Deutschen gesehen wird.

Jeder Psychiater wird bestätigen, dass man derartige Vorstellungen nicht kommunikativ auflösen kann. Weil es sich um eine psychisch fixierte, wahnartige Irrationalität wie bei religiösen Fanatikern handelt.

Wenn ein David Rockefeller die chinesische Revolution lobt, so wird völlig übersehen, dass dies 1973 (!!!) geschah, als Maos Herrschaft eine Diktatur mit Einsatz von terroristischen Mitteln war. Kurze Zeit später installierten die USA mit dem Pinochet-Terrorregime ein ähnliches System.

Bran
27. Oktober 2019 19:13

@Thomas Martini: Als meist stiller Mitleser möchte ich hier an dieser Stelle schreiben, dass Ihre Erwiderungen an Imagine in diesem Strang mich nun nahezu gänzlich mit Ihnen versöhnt haben. Ich muss gestehen, dass es nicht immer einfach ist, Ihre langen Kommentare geduldig zu lesen, aber hier geben Sie einfach nur Ihr bestes. Ich bedanke mich bei Ihnen.

@DerJürgen: Auch bei Ihnen möchte ich mich einmal bedanken für Ihre unermüdlichen Kommentare hier auf der Sezession. Und ganz allgemein sowieso. Ich hoffe, Sie wissen für was, denn meiner Ansicht nach würde Ihnen der Dank jedes Kommentators hier gebühren.

Zum Thema selber: Lichtmesz Analyse ist wie immer nüchtern, sachlich und treffend und es wurde dazu eigentlich alles gesagt. Was ich bei gewissen Kommentaren hier nicht verstehe, ist dennoch die sich einschleichende Gefühligkeit hinsichtlich des behandelten Gegenstandes, nämlich Chinas. Mich persönlich interessiert die Menschenrechtslage dort recht wenig, solange wir hier in Europa unsere eigenen Probleme haben. China interessiert mich einzig in strategischer Hinsicht und ich kann nicht begreifen, wie man auf den Menschenrechtstrigger anspringen kann. Wie hier mehrfach erwähnt wurde, hat der grosse Sprung Millionen von Leben gekostet. Das wird heute in den Medien kaum noch rezipiert, aber wenn's gerade passt, dann muss es uns kümmern, dass den armen Hong-Kong-Demontranten Tränengas in die ach so demokratischen Gesichter gesprüht wird. Nun, mir ist es einerlei. Sollen die Chinesen chinesische Probleme lösen oder sein lassen.

Wahrheitssucher
27. Oktober 2019 22:45

@ Gustav Grambauer

Werter Mit-Forist, es liegt mir wirklich völlig fern, irgend jemanden vor mir „hertreiben“ zu wollen.
Mir geht es lediglich um eine Beantwortung der Frage, ob bzw. inwieweit das Dreigliederungs-Modell Rudolf Steiners mit der Realität des Nationalstaates vereinbar ist.
Ist „von innen nach außen“ da eine hinreichende Antwort?

Wahrheitssucher
27. Oktober 2019 23:09

@ Nemesis

Ich empfinde Ihre Einlassung zu den Kommentaren [email protected] Thomas Martini als rein polemisch und substanzlos.
Warum mißgönnen Sie ihm die offensichtlich gegebene geistige Gemeinsamkeit mit den betreffenden Meistern der europäischen Kulturgeschichte?

Und was haben Sie diesen seinen beiden mehr als zutreffenden Ausführungen entgegenzusetzen?

Zitat:
„Die Gesellschaften der westlichen Demokratien haben sich innerlich und äußerlich monotonisiert, wie von Stefan Zweig vorhergesagt. Das vielleicht offensichtlichste Beispiel ist die Mode. Wenn nach Adam Riese 80% der Bevölkerung, ob Mann, Frau, Greis oder Kind in der Öffentlichkeit "Jeans" tragen, kann von Individualismus überhaupt keine Rede sein. Das ist Uniformität in seiner schrecklichsten Form und es wird durch die ganzen bunten "T-Shirts" und "Pullovers" noch verstärkt.

Tänze, Lieder, Gedichte, alles, wodurch sich die Volkspersönlichkeiten in frühreren Zeiten voneinander unterschieden haben, und was die Grundlage für den europäischen Individualismus war, existiert nur noch in Nischen, die als altmodisch gelten.“

Gustav Grambauer
28. Oktober 2019 09:15

Wahrheitssucher

Gut, das mit dem "etwas vor sich herteiben" nehme ich zurück und bitte um Entschuldigung.

So wie Ihre Frage gestellt ist ("Kann ein solcher Weg denn nicht auch im Rahmen gewachsener Nationalstaaten gegangen werden?") würde ich sie mit einem klaren Ja beantworten. Aber damit wäre Ihnen nicht geholfen, denn ich würde zugleich darauf hinweisen, daß für mich die Betonung auf "gewachsener" läge, und die Klärung, welcher Nationalstaat ein gewachsener und welcher ein Projektstaat sei, nicht abstrakt sondern nur konkret geklärt werden könnte. Hierbei wäre z. B. schon die Frage hochkontrovers, ob etwa das Kaiserreich II ein organisch gewachsener Nationalstaat oder ein Projektstaat war, hinzu käme, daß es sich rechtlich gesehen auch lediglich um einen Staatenbund mit einer minimen Kompetenz des "Kaiser" genannten Präsidenten des Bundes (und ein Name ist noch lange kein Titel!) handelte (siehe dazu meinen Kommentar hier

https://sezession.de/58340/oesterreich-achtzig-jahre-1-opfer

vom 14. März 2018 um 8.18 Uhr).

Ihre Frage kann also schon deshalb nicht so klar beantwortet werden, weil sie zu abstrakt gestellt ist, und selbst wenn sie konkret gestellt wäre, kämen wir Verständigungen hinein, die sogar (!) noch weiter vom Thema von M. L. wegführen würden. An geeigneter Stelle können wir gern darauf zurückkommen.

Nehmen Sie bitte meinen Hinweis auf die Unterscheidung von organisch gewachsenen Staaten und Projektstaaten in all ihrer Unzulänglichkeit als die beste Andeutung zu einer Antwort, die man auf Ihre Frage, so wies sie gestelt ist, geben kann, ebenso, sofern wir womöglich von Mitteleuropa sprechen, meinen Hinweis in meinem verknüpften Kommentar auf die Subsidiarität als mitteleuropäisches Kulturgut.

- G. G.

ML: Dann bitte ich alle Teilnehmer nun um Badeschluß!

Laurenz
28. Oktober 2019 15:29

@Imagine ... Sie liegen falsch. Natürlich gibt es diejenigen, die einem gescheiterten historischen Projekt, wie dem III. Reich oder dem Nationalsozialismus huldigen. Aber auch da existiert ein vielfaches an Kommunisten und Christen, die dasselbe tun und ewig gestrig bleiben wollen.

Aber der eigentliche politische Fakt ist der unsachliche und nicht-wissenschaftliche, ideologisierte Umgang mit der Geschichte des III. Reichs. Gemäß der sachlich richtigen, aber doch sehr provokanten Aussage von Herrn Gaulands "Vogelschiß'", wird die geo-politische Stellung Deutschlands zur Zeit des III. Reichs historisch überschätzt.
Deutschland hatte nach dem Frühjahr 1938 so gut wie keine außenpolitischen Optionen mehr. Fast alle Perspektiven Deutschlands wurden von den Weltmächten bestimmt. Die Führung des III. Reichs reagierte nur noch.
Wir, Sie auch, Imagine, wissen um alle fehlgeleiteten Strömungen/Irrungen des III. Reichs, aber diese sind nicht aus heutiger Perspektive, sondern aus dem Zeitgeist heraus zu beurteilen und zu vergleichen.
Die ideologische Zeitmaschine, die kurze Geschichte des Nationalsozialismus permanent in die Gegenwart zu transportieren ist unlauter, da dadurch die tatsächlich relevanten geo-politischen, historischen Ereignisse unter den Tisch fallen und aus dem Bewußtsein der Menschen getilgt werden.
In der heute üblichen Teufelsaustreibung gehen auch alle die Ideen des Zeitgeistes zugrunde, die überhaupt nichts mit Menschlichkeit oder Unmenschlichkeit und entsprechenden Rechten oder Unrecht zu tun haben.
Und sobald aber den Herrschenden Nazi-Projekte zu ihren Gunsten, wie das existierende Kirchenrecht oder besser Kirchenunrecht als opportun erscheinen, wird dieses Nazi-Gedöns stillschweigend beibehalten.

links ist wo der daumen rechts ist
28. Oktober 2019 19:52

Zivilisationsbruch, Alternativzivilisation und Ökodiktatur

Zum Abschluß tapse ich nocheinmal halbwegs zum Thema zurück.

Wir sprachen über China und landen wieder einmal beim Lieblingsthema vieler Foristen.

Zugespitzt formuliert beschreitet China einen Weg, den Deutschland zwischen 1870 und 1914 hätte wählen können: den eines nationalen, „preußischen“ Sozialismus.

1933-1945 war dann die blutige Überbietungsfarce auf – nach Versailles – geopolitisch legitimen Ansprüchen (bis 1939), Blitzkriege bis zum Sommer 1941 waren militärstrategisch – frei nach Moltke d. Ä. - ebenso legitim, wie danach der „uneindämmbare Volkskrieg“ schlicht und einfach sinnlos war.

Deutschland war am 8. Mai 1945 – in der Sprache der Militärs – tatsächlich ein „Sauladen“, das Regime moralisch erledigt. Man lese dazu Sebastian Haffners „Anmerkungen zu Hitler“ oder vernehme die Stimmen der gefangenen Offiziere in Sönke Neitzels Buch „Abgehört“; ob der 20. Juli eine Änderung gebracht hätte, werden wir auch hier nicht zu Ende diskutieren können.

Das Verbrechen der Alliierten kann man in einem Wort zusammenfassen: Jalta.
Hier hätte Deutschland 1989/90 anders handeln können und müssen.
Aber der dicke Helmut wollte ja nur ein „Schnäppchen namens DDR“ (Günter GraSS) und verkaufte das seinen „Helmut! Helmut!“ brüllenden Landsleuten als „Wiedervereinigung“...

Und den ewigen „Germaniam esse delendam“-Steckenpferdreitern und „Nestbeschmutzer“-Spürhunden ins Sütterlin-Stammbuch: Trotz „Charakterwäsche“ und Umerziehung könnte man ja fast schon erheitert feststellen (ich paraphrasiere ein bekannt-berüchtigtes Zitat von David Irving):
Schön langsam glaube ich, nicht die Behandlung der Deutschen nach 1945 sei eine Fußnote zum totalitären Globalismus, sondern ebendieser sei eine Fußnote zur deutschen Geschichte nach 1945.
Calm down.

Ob „Zivilisationsbruch“ oder „Historisierung" , auch diese damalige Debatte zwischen Dan Diner und Götz Aly ist (als Seitenstück zum „Historikerstreit“) bereits historisiert; beide Positionen können eingenommen werden.
Ebenso wie Hermann Lübbes Thesen, für die er noch 1983 niedergebrüllt wurde, nun via Aleida Assmann Mainstream geworden sind.

Wie auch immer nun der Sonderweg Chinas weitergehen wird, eines unterscheidet ihn zumindest wohltuend von NS, Sowjetkommunismus und US-Kapitalismus: er möchte keine Idee exportieren.
Der – von Lichtmesz geschilderte Kollektivgeist im Film – wirkt nur eines: läppisch.

Daß aber gerade ein Herr Habeck mit einem Seitenblick auf China das, was Iring Fetscher in den 80ern „Ökodiktatur“ (im Gegensatz zu Alternativzivilisation) nannte, in den Bereich des Möglichen rückt, ist wiederum … sehr deutsch.

Laurenz
28. Oktober 2019 22:03

@links ist wo der daumen rechts ist .... ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, aber wir sollten uns nichts vormachen, Deng Xiaoping führte China in einen Nationalsozialismus chinesischer Prägung, da beißt die Maus keinen Faden ab. Der wesentliche Unterschied ist, daß China militärisch nicht zu bekämpfen ist, und daher auch keinen Krieg führen muß. China kann seine ökonomischen Vorstellungen von seinem Welthandel auch so global durchsetzen. Der einzige, der versucht, China auf die einzig machbare Weise entgegenzutreten, ist Herr Trump.

Nemesis
28. Oktober 2019 22:20

@Wahrheitssucher
Danke für Ihre Rückmeldung.
Es ist nicht so, daß ich jemanden mißgönne, wenn er Halt in etwas findet, was immer das auch ist. Sei es in der europäischen Kunstgeschichte, in der Musik, sei es in der Religion oder außerhalb all Diesem. Ich mißgönne es @Thomas Martini keineswegs, wenn er Zugang zu Musik und Literatur hat.
Was mich bei @Thomas Martini stört, ist seine Absolutsetzung.
So gehört meines Wissen z.B. auch England zu Europa und hat ergo eben auch entsprechenden Anteil an der europäischen Kulturgeschichte. Sie können das nicht wissen, aber wir hatten schon in der Vergangenheit unsere Auseinandersetzung
und es ging dabei immer um diesen Punkt. Und auch Amerika -zwar nicht Europa- hat durchaus positive kulturelle Beiträge geleistet. Oder wurde die Sklaverei in Saarbrücken abgeschafft?
Auch in Kunst, Architektur, Musik und vor Allem in der Wissenschaft hat Amerika durchaus viel Positives hervorgebracht .

Mich stört, daß man andere Kulturleistungen nicht anerkennt oder herabsetzt. Das bedeutet nun andererseits aber auch nicht, daß man alles unreflektiert gutheißen müßte. Aber irgendwo dazwischen wäre aus meiner Sicht das rechte Maß.

Insofern ist meine Gegenrede durchaus polemisch - genauso polemisch wie die Verengung auf ein Übel in all dieser Welt.
Ich finde das schade, weil es - jedenfalls aus meiner Sicht - eine wirkliche Auseinandersetzung verhindert.

Zu den beiden Zitaten:
Zitat 1:
Uniformität oder Nichtuniformität ist, wie durchaus richtig im Zitat beschrieben, innerlich. Man kann aber auch eine völlig individualisierte Kleidung haben - und doch sehr uniform sein.
Früher trugen z.B. die Männer Hüte. Zum Teil sehr individuelle Exemplare. Der Umgang aber damit war extrem uniformistisch (also wann man den Hut abzunehmen hat, wann man ihn nur kurz hebt, wie man sich zu verhalten hat, wenn man in unterschiedliche
Räume kommt (bei einem Durchgangsraum war grundsätzlich anders zu verfahren wie z.B. in einem Warteraum oder wie in einem Restaurant...) Oder Westen: So individuell sie auch waren: Der unterste Knopf hat offenzubleiben etc.
Individualisierte Kleidung ist noch lange kein Garant für innere Nichtuniformität. Und vice versa. Eine völlig individualisierte Kleidung ist eben auch kein Garant für tatsächliche Individualität.
Wenn das aber so ist, so schlußfolgere ich daraus:
Es ist -letztenendes- Geschmacksache. Ich kann es aber nicht an der Kleidung festmachen und halte das auch nicht für
sinnvoll.

Zitat 2:
Ja. Dem kann ich durchaus zustimmen. Das wird man aber auch nicht durch äußerlichen Zwang ändern können. Da hätte man dann genauso wieder eine Uniformität.
Das Problem sitzt aus meiner Sicht an einer anderen Stelle.

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