25. September 2019

Rassismus? Eine Enquete-Kommission in Thüringen

Martin Lichtmesz / 18 Kommentare

2017 beschloß der Thüringer Landtag die Einrichtung einer Enquete-Kommission, die diesen prägnanten und knackigen Titel trägt:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

"Ursachen und Formen von Rassismus und Diskriminierungen in Thüringen sowie ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die freiheitliche Demokratie".

Den am 1. März 2019 veröffentlichten "Zwischenbericht" kann man hier einsehen. Er ist 911 PDF-Seiten schlank und wird auch in englischer wie, Alhamdulillah!, arabischer Übersetzung angeboten (was für Thüringen offenbar extrem relevant ist).

Das Epos geht auf einen Antrag der Linkspartei, der SPD und der Grünen zurück, die sich 2016 eine „Auseinandersetzung mit Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Thüringen“ wünschten; Handlungsbedarf sah man vor allem wegen der "rassistischen Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds".

Es blieb der CDU-Fraktion vorbehalten diese rot-rot-grüne Initiative, die schon in der Wortwahl des Titels das entsprechende  "Framing" vorgibt, in klassischer Cuckservative-Manier links zu überholen und stattdessen eine Enquete-Kommission mit dem Titel „Auseinandersetzung mit Diskriminierungen durch Rassismus, politischen und religiösen Extremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Thüringen“ vorzuschlagen, aus der dann die jetzige Fassung hervorging.

Damit waren die Reihen der Blockparteien wieder einmal geschlossen, und ausschließlich die AfD positionierte sich gegen dieses Projekt, das ohnehin von vornherein als Speerspitze gegen sie konzipiert wurde:

„Uns begegnet hier in jeder Sitzung eine unselige Koalition aus Parteien, die sich gemeinsam einer Ideologie verschrieben haben, die nichts so sehr fürchtet wie die Wahrheit“, beurteilte der Sachverständige Dr. Erik Lehnert den Vorfall in der Kommission. „Diskriminierende sind hier prinzipiell immer die anderen“.

Der Text des Zwischenberichts ist in einen linksradikalen Esoterikjargon verfasst, inklusive Genderasterisken ("Mitarbeiter*innen", "Stellvertreter*innen", "Expert*innen"), um auch nicht-binäre Geschlechtsidentitäten zu berücksichtigen.

Hier eine Geschmacksprobe der ideologischen Prämissen, die dieser Untersuchung zugrundeliegen:

Rassismus konstruiert Rassen, sodass (zugeschriebene) körperliche, kulturelle oder religiöse Aspekte oder Besonderheiten (Neigungen, Charaktereigenschaften, Talente) als genuine Gruppenmerkmale erscheinen, die für alle Gruppenmitglieder zentral bedeutsam seien und einen grundsätzlichen Unterschied zur ‚eigenen Gruppe‘ markierten. Die Konstruktion von ‚Rassen‘ hat zum Ziel und/oder als Effekt, dass eine eigene Gruppenidentität durch Abgrenzung von Anderen geschaffen wird und dass Aggressionen, Ausschlüsse und Privilegien damit legitimiert werden.

Das Zauberwort ist hier "Konstruktion", der Zweck selbiger "Legitimation gesellschaftlicher Machtansprüche". Nach diesem simplen, dogmatisch gesetzten Strickmuster werden im Anschluß die Frage- und Problemstellungen durchdekliniert.

Die AfD-Fraktion Thüringen (vertreten durch die Abgeordnete Corinna Herold und den Kommunikationsberater Günther Lachmann) hat heute auf einer Pressekonferenz ein "Sondervotum" als Antwort auf diese Farce vorgestellt.

Der mir vorliegende, noch zu druckende "alternative Bericht" (Umfang etwa 100 Seiten) ist eine sorgfältige und detaillierte Kritik am ideologischen Gehalt der Enquete-Kommission, die nebenbei den Steuerzahler eine beträchtliche Summe gekostet hat und weiterhin kosten wird:

Von ihrer konstituierenden Sitzung am 27. Juni 2017 bis zum Stichtag 31. Mai 2019 verursachte die Enquete-Kommission Kosten in Höhe von 1.090.949,19 Euro.Allein die Personalkosten betragen 979.438,85 Euro. (...) Wie großzügig die Enquete-Kommission das Geld der Thüringer Bürger ausgibt, zeigt der Umgang mit dem Zwischenbericht. So ließ sie den dreihundert Seiten starken Text auch übersetzen. Zum einen ins Englische, zum anderen ins Arabische, aus Sicht der Kommission womöglich die neue thüringische Weltsprache. Die Übersetzungen werden voraussichtlich rund 27.000 Euro kosten und sind noch nicht in dem Gesamtbetrag von rund 1,1 Millionen Euro enthalten.

Die Kommission wird von der AfD-Fraktion als  „Vorstoß der regierungstragenden Koalitionsfraktionen, legitime Widerstände gegen die Multikulturalisierung Thüringens zu bekämpfen" abgelehnt:

Zu diesem Zweck werden „Positionen der gesellschaftlichen Mitte, die sich mit negativen Folgen der Zuwanderung kritisch auseinandersetzen, zunächst als ‚menschenfeindlich‘ definiert, um sie anschließend mit vermeintlich wissenschaftlicher Autorität unsagbar zu machen und zu bekämpfen“, warnt die AfD weiter in dem Antrag. Liberale, konservative und patriotische Sichtweisen sollen auf diesem Wege als „ausländer- beziehungsweise menschenfeindlich“ oder „rassistisch“ geächtet werden.

Zu Beginn des "alternativen Berichts" wird das Kernstück der Kommission, der "Rassismus"-Begriff, kritisiert, der aus einer diffusen, radikalegalitären Ideologie abgeleitet wird. Das Sondervotum unterscheidet zwischen "Differenzierung" und "Diskriminierung" (verstanden als Abwertung oder "sachwidrige Unterscheidung"), Dinge, die von den Autoren des Enquete-Zwischenberichts ineinsgesetzt werden.

(...) im politischen Diskurs wird oft schon die bloße Benennung einer Gruppe durch den politischen Gegner als Diskriminierung skandalisiert.

Eine Benennung als solche ist aber wie gesehen nicht bereits „Diskriminierung“ oder „Rassismus“, sondern einfach eine Unterscheidung. Erst im Zusammenhang mit einer Ideologie der Ungleichwertigkeit können abwertende und ausgrenzende Phänomene entstehen. In diesem Fall kann gerechtfertigt von Diskriminierung oder Rassismus gesprochen werden. Vorher aber nicht. Eventuell kann kritisiert werden, dass die Definition der Gruppe falsch sei. Aber nicht, dass überhaupt eine Gruppe definiert wurde.

Im Vorwort schreibt der Sachverständige Dr. Erik Lehnert:

Ein wissenschaftliches Vorgehen, in dem der Sinn einer Enquete-Kommission besteht, hätte zur Voraussetzung gehabt, dass man eine Definition der Tatbestände (die sich außerhalb des Strafrechts bewegen) leistet, eine empirische Datenbasis erstellt und sich dann über den Bedarf und die Möglichkeiten des Handelns verständigt. Angesichts des Beratungsverlaufs muss man davon ausgehen, dass das Ergebnis von vornherein feststand. Weder hat die Regierungskoalition eine genaue Bestimmung der Begriffe geleistet, noch konnte einer der vielen „Experten“ und „Betroffenen“ Daten liefern, auf deren Grundlage man guten Gewissens eine Handlungsanleitung hätte erstellen können.

Weder die Lobbyisten selbst (die Betroffenen und ihre Helfer) noch diejenigen, die als Polizei, Justiz oder Lehrer mit der Lebenswirklichkeit der Thüringer konfrontiert sind, konnten da weiterhelfen. Erstere malten die gegenwärtige Situation in düstersten Farben, ohne dafür empirische Belege liefern zu können. Letztere sahen nicht nur keinen Bedarf an weiterer Beratung und Supervision, sondern verwahrten sich teilweise deutlich gegen die Unterstellung, nur der „strukturelle Rassismus“ verhindere die Wahrnehmung desselben.

Die Vertreter der Regierungskoalition schwelgten weiterhin in ihren esoterischen Kategorien, verständigten sich in einer Art Geheimsprache über „Rassismus ohne Rassen“ und stellten die Deutschen als Rassisten unter einen Generalverdacht. Wovon die rot-rot-grüne Koalition träumt, wurde offensichtlich, als ihnen der Fauxpas unterlief, ihren bolschewistischen Wunsch, die Verwaltungsgerichtsbarkeit des Freistaats zu einer weisungsgebundenen Behörde zu degradieren, öffentlich zu machen. Auch vor dem Rechtsstaat macht die Beutegemeinschaft nicht halt.

Die Aufgabe der Kritik, Hinterfragung und Dekonstruktion der linksideologischen Gummibegriffe mag oft wie eine geistige Kärrner- oder Sisyphosarbeit erscheinen. Und sie mag angesichts der politischen Übermacht, die auf Rationalität und Empirie pfeift, während sie sich gleichzeitig als aufklärerisch und rational camoufliert, wenig ausrichten können. Dennoch ist es für die AfD unerläßlich, ihr intellektuelles Profil zu schärfen, das Argumentearsenal aufzurüsten, die gegnerischen Framings zu durchschauen und eine Gegensprache und -erzählung zu entwickeln.

Denn ganz nach dem immer und überall giltigen Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz könnte man sagen:

Die Konstruktion des "Rassismus" hat zum Ziel und/oder als Effekt, dass eine eigene Gruppenidentität durch Abgrenzung von Anderen geschaffen wird und dass Aggressionen, Ausschlüsse, Privilegien und gesellschaftliche Machtansprüche legitimiert werden.

Dr. Erik Lehnert, Institut für Staatspolitik, zu Gast in Thüringen.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (18)

RMH
25. September 2019 14:39

"Von ihrer konstituierenden Sitzung am 27. Juni 2017 bis zum Stichtag 31. Mai 2019 verursachte die Enquete-Kommission Kosten in Höhe von 1.090.949,19 Euro."

In der heutigen Zeit sollte man bei solchen Aufstellungen immer versuchen, auch eine ungefähre Angabe des CO2 Ausstoßes, die eine solche Kommission durch Tagungen, Energieverbrauch etc. verursacht hat, mitzuteilen. Schlagt sie mit ihren eigenen Waffen.

PS: Unglaublich ... man kommt sich vor wie in einem Sketch bei Loriot (bspw. "Vorstandssitzung").

Pit
25. September 2019 15:12

Das Wort "Rassismus" sagen nur anti-weiße Hasser.
"Anti-Rassismus" heißt: weniger weiße Menschen. Thüringen ist zu weiß, nicht wahr? Es sollten dort also weniger Weiße leben, richtig? Und das, obwohl es doch gar keine Weißen gibt: was ist denn ein Weißer, wie definierst du das, ist doch nur ein Konstrukt... Weiße gibt es immer, wenn sie SCHULDIG sind; und wenn sie also bezahlen sollen. Weiße gibt es nicht, wenn sie Selbstbestimmung fordern. Es geht nur um Haß gegen Weiße, das ist alles.

quarz
25. September 2019 16:20

"Die Aufgabe der Kritik, Hinterfragung und Dekonstruktion der linksideologischen Gummibegriffe mag oft wie eine geistige Kärrner- oder Sisyphosarbeit erscheinen. Und sie mag angesichts der politischen Übermacht, die auf Rationalität und Empirie pfeift, während sie sich gleichzeitig als aufklärerisch und rational camoufliert, wenig ausrichten können. Dennoch ist es für die AfD unerläßlich, ihr intellektuelles Profil zu schärfen, das Argumentearsenal aufzurüsten ... "

Gerade weil die linksideologische Argumentationslage diesbezüglich derart dürftig ist, wäre es wünschenswert, dass jeder, der in eine einschlägige Konfrontation verwickelt wird, stets einen einfachen und für Disputzeugen (denn um die geht es ja!) leicht nachvollziehbaren Einwand im Köcher führt, den er bei Bedarf ins Treffen führt darauf besteht, dass sich ihm der Gegner "ohn einige Bemäntelung und Gleisnerei" stellt.

So lässt sich z.B. die notorische Unterstellung, bei Rassen handle es sich lediglich um "soziale Konstrukte", sehr einfach mit dem Hinweis darauf aushebeln, dass eine genetische Analyse eine praktisch 100%ig treffsichere Prognose der rassischen Selbstzuschreibung des Trägers der Gene ermöglicht. Daran wäre dann die Frage zu knüpfen: "Woher wissen die Gene, welche sozialen Konstrukte in der Gesellschaft ihres Trägers gerade en vogue sind?"

Der_Juergen
25. September 2019 16:56

Bravo Thüringer AFD. So stellt man sich eine Opposition vor, die diesen Namen verdient.

Andreas Walter
25. September 2019 17:46

Oh, Mann, nicht zu fassen, doch es war schon verdächtig viel zu lang' ruhig aus dieser Ecke, habe ich heute morgen auch noch gedacht.

Achtung, Achtung, Wähler des Königreichs Thüringen, Seitenhiebwarnung aus Ägypten:

https://philosophia-perennis.com/2019/09/24/die-afd-rueckt-der-ueberwachung-durch-den-verfassungsschutz-wieder-ein-stueck-naeher/

Lenkrad einfach weiter gut festhalten und nur leicht gegensteuern. Ruckartige Bewegungen vermeiden, dem leicht schrägen Wind möglichst wenig Angriffsfläche bieten, Lastwagen darum jetzt nicht überholen. Achten Sie auf die weiteren Durchsagen.

Gelddrucker
25. September 2019 18:33

Wie Pit richtig bemerkt, sind ausnahmslos ALLE "antirassistischen" Initiativen rassistisch: Sie fordern und fördern, wenn auch manchmal indirekt, weiße Dezimierungspolitik.

Dem nächsten Geistfreien, der behauptet, es gäbe keine Rassen oder ähnliches, schleudere man entgegen "Aber Rassismus gibts?"

Ansonsten ist Rassismus mittlerweile ein Wort wie "und" oder "wie", das ich mehr oder weniger einfach überlese, außer ich kann es dem Benutzer im Mund herumdrehen.

Grobschlosser
25. September 2019 19:15

wir dürfen unsere Sprache nicht dem Feind überlassen .

MartinHimstedt
25. September 2019 23:36

Och ja, der gute, alte Rassismus: Dieser völlig unbegründete Hass auf schwedische Models, irische Folk-Rock-Sänger und chinesische Geschäftsleute. Was wären Linke und Grüne nur ohne ihn?

Gustav Grambauer
26. September 2019 07:03

"A Race We must win" /
The nexus we must spin /
The double-talk we must pin ...

https://www.dw.com/de/dieses-schiff-soll-greta-thunberg-über-den-atlantik-bringen/g-50018033

- G. G.

Waldgaenger aus Schwaben
26. September 2019 07:25

Das dünnste Buch der Welt?
Italienische Heldensagen.

Das zweitdünnste Buch der Welt?
500 Jahre deutscher Humor.

"Rassismus konstruiert Rassen, sodass (zugeschriebene) körperliche, kulturelle oder religiöse Aspekte .."

In jedem anderen Land der Welt würde eine solche Aussage beste Satire provozieren, dass Rassist ist, wer sagt, dass Neger (*) schwarz sind. (zugeschriebener körperlicher Aspekt).

*) Schwarze, PoC, stark Pigmentierte, ...

Bei uns gibt es keinen Komiker, der solche Vorgaben zu nutzen versteht. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass bei uns die Realität in kürzster Zeit jede Satire einholt und den Komiker alt aussehen liesse.

zeitschnur
26. September 2019 09:32

Ich hab das Thema über!
Diese dämliche Rassismus-Debatte ist doch nur eine Verlängerung der deutschen Einteilung der Welt in Täter und Opfer, in "Falsche" und "Wahre".
Abgeleitet von einer fehlgeleiteten christlichen Demuts-Tradition wird daraus:
Ein guter Christ (Deutscher) ist demütig und seiner ewigen Schuld eingedenk (auch schon vor dem NS). Er verzeiht daher großmütig bereits jede Schuld, bevor sie überhaupt getan wurde, aber nur den Anderen, den Fremden, er, der brustklopfende Zöllner aller Zeiten, dessen Über-Ich "Pharisäer" oder einfach "Gorilla" heißt... verzeiht seinen Brüdern niemals, denn sie sind "Falsche", nur er ist ein Wahrer, der in alter Herrschsucht die Seinen in Schach halten muss. Der ewige Blockwart...
Nirgends wurden Ketzer und Hexen stärker verfolgt als in diesem Land. Und daran scheint sich nichts zu ändern. Ein Volk von zweistöckigen Narzissten: Nimmt die zelebrierte Zöllnerdemut überhand, verwandelt sie sich in den Pharisäer. Hat der Pharisäer nach einer Zeit des Wahns eine Abfuhr bekommen, sitzt er erst einmal wie ein Häufchen echter Zöllner im Dreck, rappelt sich auf, einigermaßen natürlich, bis die Demut erneut in den Hochmut abstürzt. Dieses deutsche Kippbild geht mir auf die Nerven! Auch dann, wenn ein paar wieder mal meinen, die Rettung läge darin, nun gerade erst recht "rassistisch" zu sein und im furor teutonicus künstliche Unterscheidungsbegriffe hinzuerfinden, nach dem Motto: Wir neutralisieren den Antirassismus, die Gleichmacherei durch noch mehr absurde Differenzierungen (beides bedingt sich doch!).
"Rassismus" ist ein künstlicher Kontrollbegriff, säkulares Universalkruzifix, an dem ein Fetisch des universalen Opfers gebannt wurde, ein magisches Utensil, auch noch die letzte Ambition, Äpfel von Birnen zu scheiden, auszutreiben, stattdessen nun ... hm... Birnen von Äpfeln zu separieren...
Das ist mir zu viel Exorzismus, zu wenig nüchternes Denken, zu wenig Humor übrigens auch.
Die Logik dahinter: Weil jeder Organismus sterben muss, bringt man ihn vorsorglich gleich schon mal um. Wenn man dann alles weggeräumt hat, bleibt der Suizid. Und an dieser Schnittstelle stehen wir mental offenbar.
Aber wie sagte Jesus: der Mann, der sein Haus reinigte und den Dämon hinauswarf, musste erleben, wie der Dämon mit sieben Dämonen zurückkam, und es wurde schlimmer als je zuvor.
Wenn uns nicht ein Gott rettet, wird genau dies auch in Deutschland passieren.
Ich sehne mich so sehr nach Vernunft.

heinrichbrueck
26. September 2019 14:56

"Diese dämliche Rassismus-Debatte ist doch nur eine Verlängerung der deutschen Einteilung der Welt in Täter und Opfer, in "Falsche" und "Wahre"."

Wem tun solche Sätze einen Gefallen? Das politische Seelenheil hängt nicht vom Christentum ab, denn Gott wird in Berlin nicht Kanzler werden. Diese Vermengung von Christentum und Politik, den Nutzen der Gehirnwäsche. Den Leuten Schuld einreden, "der deutschen Einteilung der Welt", ist die Negation jeder Machtakkumulation. Außerdem sprechen Sie von einem Privatchristentum; mein Katholizismus ist da ganz anders drauf. Diejenigen, die uns Rassismus vorwerfen, historisch betrachtet, hatten immer Herrschaftsabsichten. Und wenn Deutschenfeinde herrschen, dann werden in der Realität die Vernichtungstaten sichtbar, denn es gibt immer weniger Deutsche. Ein politikfähiges Christentum, welches für Machtambitionen in Stellung hätte gebracht werden können, war immer mit Heuchelei verbunden. Der Feind hört nicht freiwillig auf, nur weil er überall nette Christen sieht. Und schlägt der Christ seinem Feind den Schädel ein, wird das Christentum schwerlich die Motivation liefern können. Dann sind meistens tiefere Bewahrungsgründe am Werk. Und warum gibt es diesen ganzen Durcheinander? Wie sagte Jesus: "Wenn ich aber die Dämonen durch Gottes Macht austreibe, so begreift doch endlich, dass Gottes Herrschaft jetzt beginnt - mitten unter euch!" Gottes Geist macht aber keine Politik. Und die Dämonen waren nie vollständig weg, also ohne Einfluß.

Laurenz
26. September 2019 18:45

Ist klar, es gibt nur noch Lebewesen. Warum schicken wir die Biologen nicht einfach in die Rente?

Andreas Walter
27. September 2019 08:22

@Laurenz

Weil Biologie nicht nur Taxonomie ist?

Wer soll den deutschen Kindern dann ausserdem erklären, was ein Darkroom ist?

https://youtu.be/Y2piS3j3NHk

Zumindest haben Sie jetzt bewiesen, dass sie Deutscher sind (von einem Extrem ins Andere, keine Mitte). Wobei ich Ihre Passion für's Schreiben und Kommunikation im Allgemeinen durchaus nachvollziehen kann. Liegt an der deutschen Meinungsfreiheit, oder zumindest das, was manche in Deutschland für Meinungsfreiheit halten. Meinungsfreiheit light.

Wo man nicht über jeden und alles schimpfen kann wie ein Rohrspatz existiert sie nämlich nicht.

https://youtu.be/KIGb4sIyJzo

Atz
27. September 2019 09:10

Bald ist Wahl in Thüringen.

https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm

Franz Bettinger
27. September 2019 19:45

@"Rassismus konstruiert Rassen … " - Als Zimmerleute, Schreiner oder Tischler getarnte Stuhlisten konstruieren Stühle, sodass diesen zugeschriebene Eigenschaften oder Besonderheiten wie Neigungen und Ebenen als genuine Gruppenmerkmale erscheinen, die für alle Stühle zentral bedeutsam seien und einen grundsätzlichen Unterschied zu anderen Holz-Gruppen wie Tische, Schränke oder Türen markieren. Die Konstruktion von Stühlen hat zum Ziel, dass die eine eigene Identität, nämlich die Kategorie „Stuhl“, geschaffen wird und zwar durch Ausgrenzung von anderen Holz-Gruppen, und dass Aggression gegen jedwedes Holz (außer den stühlen) legitimiert wird.

links ist wo der daumen rechts ist
28. September 2019 19:55

„Du schwarz, ich weiß“ zum Zwoten oder: Windhuk und Memel

Also schön langsam wird diese ewige „Rassismus“-Diskussion mehr als fad.

Ich fasse den bisherigen Gesprächsverlauf im Theorem der „paradoxalen Arschloch-Verlaufskurve“ (frei nach der folgenden Passage eines Mitforisten) zusammen.
Zitat:
„Weil das Wort "Rassist" seines deskriptiven Gehaltes weitgehend beraubt und semantisch auf ein bloßes Schimpfwort (wie "Arschloch") reduziert wurde, das keines wirklichkeitsreferentiellen Nachweises mehr bedarf, sondern als konditionierter Reiz seine intendierte Wirkung tut."
Meine Interpretation in Dialogform:

Du Rassist!
Gut, bin ich halt ein Rassist (Hmm, wie kann ich dem Begriff „Rasse“ seinen „deskriptiven Gehalt“ zurückgeben und den „wirklichkeitsreferentiellen Nachweis“ erbringen? Na schaun mer mal. Immerhin kann „die phänotypische rassenkategoriale Selbstzuschreibung von Menschen durch Analyse seiner genetischen Struktur mit einer Treffenquote von 99,87% erfolgreich prognostiziert werden“ – was auch immer dieses Geschwurbel heißen mag. Und wie war das nochmal mit dem „Juden-Gen“, das eilfertige Reporter dem armen Sarrazin entlockt hatten?...)

Du Nazi!
Gut, bin ich halt ein Nazi (Hmm, wie komme ich aus dieser Falle heraus? Helfen mir Kurzzeit-Nazis wie Heidegger, Schmitt oder Benn? Soll ich auf der „innerer Wahrheit und Größe“ beharren? War der Anfang gut und nur das Ende schlecht? Und haben die anderen nicht auch ihre Leichen im Keller?)

Du Arschloch!
Gut, bin ich halt ein Arschloch (Moment, wie kann ich als Arschloch überhaupt den Grad an Selbstreflexion erreichen , um meinen Gegner in seiner Selbstbezüglichkeit dumm aussehen zu lassen? Hmm...)

Daher:
Werfen wir den Begriff der „Rasse“ getrost auf den Müllhaufen der Geschichte (er kam ohnehin aus dem „Papierkorb des 19. Jahrhunderts“ – Werner Sombart); er hat weder Rasse noch Klasse.
Stattdessen plädiere ich für den Kampfbegriff „Kultur“, durchaus auch im Sinne der „Ideen von 1914“; aber endlich einmal Sieferles Buch „Konservative Revolution“ lesen? Nö, lieber sein „Finis Germania“ wie eine Monstranz vor sich hertragen und die Litanei vom ewigen Opfer perpetuieren.

Sollte es irgendwann eine völkerrechtlich verbindliche Petition geben, die „Deutschland in den Grenzen von 1914“ fordert, wäre ich der erste, der sie unterschreibt.
Wenn dann „Eingeborenen“-Regimenter aus Windhuk ihren Militärdienst an der Kurischen Nehrung leisten, hätte ich nichts dagegen.

Währenddessen kann Schrumpfdeutschland gern mittels Geheimwaffe Twitter den Kampf des weißen Mannes gegen den Rest der Welt führen.

quarz
29. September 2019 10:09

"„die phänotypische rassenkategoriale Selbstzuschreibung von Menschen durch Analyse seiner genetischen Struktur mit einer Treffenquote von 99,87% erfolgreich prognostiziert werden“ – was auch immer dieses Geschwurbel heißen mag."

Ich erläutere es Ihnen gerne:

1) Man hat viele Versuchspersonen vor die Aufgabe gestellt, sich selbst einer Rassekategorie zuzuordnen.

2) Genetiker haben die Gene dieser Personen untersucht ohne zu wissen, welcher Rassekategorie diese sich zugeordnet haben.

3) Aufgrund dessen, was die genetische Analyse ergab, war es den Genetikern möglich, in 99,87% aller Fälle (also praktisch immer) richtig zu "erraten", welcher Rassekategorie sich die Person zugeordnet hat.

Wie lässt sich diese erstaunliche Übereinstimmung erklären, wenn "Rasse" doch nur ein soziales Konstrukt ist? Woher wissen die Gene, die die Information für die übereinstimmenden Befunde bereitstellen, was in der Gesellschaft ihrer Träger aktuell gerade sozial konstruiert wird?

Offenbar beruht die Bedeutung der Rassebegriffe, die sich aus den Regeln ihres Gebrauchs ergeben, eben doch nicht auf irgendwelchen sozial bedingten Konventionen (denn davon könnten die Gene nichts wissen), sondern auf genetisch bedingten Merkmalen der äußeren Erscheinung, an denen sich die Sprachteilnehmer orientieren, wenn sie rassische Begriffe in ihrer Sprache verankern.

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