Theorie als Mangelware

Wir erleben derzeit den Versuch der rechten Intelligenz, sich jenseits ihrer Kernthemen zu positionieren.

 Gastbeitrag

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Ob frei­wil­lig, wie im Fal­le der sozia­len Fra­ge, oder von außen auf­ge­zwun­gen, wie in der Kli­ma­de­bat­te: Die gewach­se­ne Kraft lädt zu einem neu­en Anlauf ein, end­lich ein umfas­sen­des Gegen­pro­gramm zum bestehen­den Kon­sens aufzustellen.

Zu den gro­ßen Schwie­rig­kei­ten des Sprungs von der Fun­da­men­tal­op­po­si­ti­on in die Regie­rung zählt, daß eine bis­he­ri­ge Ein-The­men-Bewe­gung den Staat in allen Aspek­ten der Poli­tik regie­ren muß. Die Uner­fah­ren­heit Ein­zel­ner wäre ver­schmerz­bar. Das grö­ße­re Pro­blem ist, daß die­se Bewe­gung über vie­le Berei­che, die sie jetzt gestal­ten muß, nie öffent­lich, das heißt: im Kol­lek­tiv, nach­ge­dacht hat.

Das hat zwei unan­ge­neh­me Fol­gen: Ers­tens gibt es nicht den Ansatz eines Grund­kon­sen­ses dar­über, wie jetzt zu ver­fah­ren sei. Dadurch ist die Theo­rie­ar­beit den Lau­nen Ein­zel­ner aus­ge­lie­fert. Wel­ches zwei­tens, wenn die­se Ein­zel­nen beson­ders fes­te Mei­nun­gen zu einem The­ma ver­tre­ten, das nicht den Kern der Bewe­gung aus­macht, oft zu jener Art Wirr­köp­fen zäh­len, die dis­si­den­te Poli­tik nun ein­mal anzieht.

Das gilt bedau­er­li­cher­wei­se beson­ders für die Jugend, wel­cher man die Lei­den­schaft oft als Pri­vi­leg zuweist. Oswald Speng­ler klag­te 1924 in einer Rede über die „Poli­ti­schen Pflich­ten der deut­schen Jugend“:

Ich höre täg­lich Gesprä­che, die mich erschre­cken, nai­ve Vor­schlä­ge zu grund­le­gen­den Wirt­schafts­re­for­men von jun­gen Leu­ten, die nie ein Hüt­ten­werk gese­hen und nie eine Abhand­lung über moder­nes Kre­dit­we­sen gele­sen haben; Ideen über Ver­fas­sungs­re­for­men ohne die gerings­te Vor­stel­lung davon, wie heu­te ein Minis­te­ri­um auf­ge­baut sein muß, um arbei­ten zu kön­nen, und was alles zu sei­ner geschäft­li­chen Lei­tung gehört.

Die Bemü­hun­gen, das rech­te Lager früh­zei­tig brei­ter auf­zu­stel­len, ernst­haf­te Theo­rie­ar­beit zu leis­ten und außer­halb der bereits bewirt­schaf­te­ten Par­zel­len der Iden­ti­täts­po­li­tik und Migra­ti­ons­kri­tik neu­en Boden frucht­bar zu machen, sind daher unein­ge­schränkt zu begrüßen.

Wir dür­fen dar­über indes­sen nicht ver­ges­sen, welch’ gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen sie gegen­über ste­hen, sol­len sie nicht eben­so ver­san­den wie alle frü­he­ren Ver­su­che, irgend­ei­ne The­ma­tik rechts zu besetzen.

In einem Pod­cast des Jun­g­eu­ro­pa Ver­la­ges sprach Bene­dikt Kai­ser das größ­te Pro­blem hier­bei en pas­sant an. Für sei­ne Rich­tung eines Soli­da­ri­schen Patrio­tis­mus bestehe die Schwie­rig­keit, daß die liber­tä­ren Geg­ner über einen theo­re­ti­schen Hin­ter­grund ver­fü­gen, ihren Hayek oder Fried­man gele­sen haben. Dem Soli­da­ri­schen Patrio­tis­mus feh­le bis­her ein sol­ches Fundament.

Die­se Dia­gno­se läßt sich auf fast alle Berei­che über­tra­gen, in denen die Rech­te sich mit sys­te­mi­schen Fra­gen beschäf­ti­gen müß­te. Dafür gibt es einen ein­fa­chen Grund: Da rech­te Publi­zis­tik von den Staats­trö­gen aus­ge­schlos­sen ist, muß sie sich in irgend­ei­ner Wei­se, sei es durch Käu­fer oder Spen­der, selbst tra­gen. Der Markt für abs­trak­te, oft mathe­ma­tisch anmu­ten­de Ana­ly­sen ist dabei sehr viel klei­ner, als der für feuil­le­to­nis­ti­sche Kri­tik der herr­schen­den Ver­hält­nis­se oder his­to­ri­sche Abhandlungen.

Alles was jenem halb­in­tui­ti­ven Bereich des Erken­nens zuzu­ord­nen ist, den Speng­ler den Takt genannt hat, ist popu­lär und anschau­lich dar­stell­bar. Dazu gibt es eine rech­te Lite­ra­tur, die kei­nen Ver­gleich, abge­se­hen von dem der blo­ßen Auf­la­gen­zif­fern, zu scheu­en braucht – und auch hier rasch aufholt.

Dahin­ge­gen ist Theo­rie im stren­gen Sin­ne immer noch Man­gel­wa­re. Eine Theo­rie ist eben nicht das­sel­be wie ein Stand­punkt oder eine Per­spek­ti­ve auf die Din­ge, son­dern eine axio­ma­tisch begrün­de­te, deduk­tiv erar­bei­te­te Struk­tur. Erst sie erlaubt die wis­sen­schaft­li­che Inter­pre­ta­ti­on der induk­tiv gewon­nen Infor­ma­ti­ons­mas­sen, von denen die heu­ti­ge Publi­zis­tik überquillt.

Die Ent­schuld­bar­keit die­ser Schwä­che min­dert jedoch nicht im Gerings­ten ihre Fol­gen. Die­se gehen über die unmit­tel­ba­re Pra­xis hin­aus. Die Rech­te ist die Par­tei der Wirk­lich­keit gegen die Belie­big­keit. Die Struk­tu­ren die­ser Wirk­lich­keit, das­je­ni­ge was man phi­lo­so­phisch als Wahr­heit bezeich­nen kann zu erken­nen, muß ihr urei­gens­tes Anlie­gen sein.

Ande­ren­falls dege­ne­riert sie zum Kon­ser­va­tis­mus, wel­cher, mit Ches­ter­ton gespro­chen, dem­sel­ben prin­zi­pi­el­len Feh­ler ver­fällt wie der Pro­gres­sis­mus: Er knüpft den Wert einer Aus­sa­ge an ihr Datum anstatt an ihre Wahrheit.

Die nahe­lie­gen­de (Not-)Lösung besteht nun dar­an, sich das für den eige­nen Bedarf Pas­sen­de aus der Pro­duk­ti­on des aka­de­mi­schen Betrie­bes her­aus­zu­re­cher­chie­ren. Dies stößt jedoch an die Gren­ze des­sen, was die­ser aka­de­mi­sche Betrieb selbst zu leis­ten wil­lens und in der Lage ist.

Das ist nicht nichts, auch wenn man ger­ne über die Uni­ver­si­tä­ten läs­tert. In den Sozi­al­wis­sen­schaf­ten ist es jedoch weni­ger als erfor­der­lich wäre. Das hat wenig mit der lin­ken Grund­aus­rich­tung heu­ti­ger Uni­ver­si­tä­ten zu tun.

Das Pro­blem liegt im Stand der Theo­rie selbst. Zum Stan­dard­re­per­toire Hor­ace „Woo­dy“ Brocks, des Prä­si­den­ten der Denk­fa­brik Stra­te­gic Eco­no­mic Decisi­ons und einem der bes­ten sys­te­mi­schen Den­ker unse­rer Zeit, gehört die Fest­stel­lung, daß das größ­te Pro­blem der Sozi­al­wis­sen­schaf­ten dar­in besteht, daß unter ihnen nur die Öko­no­mie über eine aus­ge­ar­bei­te­te Theo­rie verfügt.

Jeder ange­hen­de Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler lernt die Theo­rie von Ange­bot und Nach­fra­ge als Grund­la­ge aller öko­no­mi­schen Model­le. Ande­re Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, vor allem die Poli­tik­wis­sen­schaft, haben dem nichts Gleich­wer­ti­ges ent­ge­gen­zu­set­zen. Was in die­sen Wis­sen­schaf­ten als Theo­rie bezeich­net wird, ist wenig mehr als bestimm­te Blick­win­kel auf einen Sachverhalt.

So strei­ten sich die Theo­re­ti­ker der Inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen dar­über, ob die Betrach­tung von Staa­ten als geo­po­li­ti­sche, von Sicher­heits­in­ter­es­sen deter­mi­nier­ten Akteu­re (Neo­rea­lis­mus), als Ver­tre­ter inter­ner Inter­es­sen­grup­pen (Libe­ra­lis­mus), oder als Trä­ger kul­tu­rell beding­ter Wer­te (Kon­struk­ti­vis­mus) die größ­te Erklä­rungs­kraft hat. Das ist nicht müßig. Aber es ist weit weni­ger, als eine auf Axio­men auf­ge­bau­te, deduk­tiv begrün­de­te Theorie.

Die­ses Ungleich­ge­wicht zwi­schen den Dis­zi­pli­nen führt zum öko­no­mi­schen Impe­ria­lis­mus, und gemeint ist nicht das Ver­hal­ten der USA auf der Welt­büh­ne, son­dern die Tat­sa­che, daß die wirt­schaft­li­chen Para­dig­men man­gels Alter­na­ti­ven die Sozi­al­wis­sen­schaf­ten dominieren.

Das ist ein Pro­blem. Denn das öko­no­mi­sche Grund­mo­dell von Ange­bot und Nach­fra­ge ist von zahl­rei­chen Bedin­gun­gen abhän­gig: Rechts­si­cher­heit, Trans­pa­renz, Ver­bind­lich­keit von Ver­trä­gen, Abwe­sen­heit von Kor­rup­ti­on. Es sind Bedin­gun­gen, die kei­nes­falls garan­tiert sind und die nur poli­tisch her­ge­stellt wer­den kön­nen. Selbst im Bereich der Wirt­schaft gibt es wei­te Berei­che, die mit der rein öko­no­mi­schen Theo­rie nicht erfaß­bar sind. Das poli­ti­sche Den­ken bedarf hier ganz neu­er Ansätze.

Brock ist der Ansicht, daß es die not­wen­di­ge Theo­rie längst gäbe, näm­lich das Nash-Har­sanyi-Sel­ten-Modell für mul­ti­la­te­ra­le Ver­hand­lun­gen, für wel­ches 1994 der Wirt­schafts­no­bel­preis ver­lie­hen wur­de. Dies wer­de ich in einem wei­te­ren Bei­trag einordnen.

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Kommentare (27)

Thomas Martini

29. Oktober 2019 17:16

Das noch viel größere "Problem", das sich zur "Theorie als Mangelware" gesellt, ist die Tatsache, daß die Rechte offensichtlich nicht geneigt ist, Praktiker zu fördern.

Was nützt es denn, wenn einer mal ein Hüttenwerk von innen sah und ein Buch über das Kreditwesen las, wie Spengler 1924 klagte, wenn derjenige nie in einem Hüttenwerk oder im Kreditwesen gearbeitet hat?

Bestes Beispiel: Die Führerscheinprüfung. Es reicht einfach nicht, die ganzen Regeln und Vorschriften theoretisch zu kennen. Wenn der Theoretiker ohne praktische Erfahrung im Auto sitzt, wird er nicht weit kommen, oder rasch einen Unfall verursachen. Die Theorie alleine berechtigt niemanden zum Führen eines Fahrzeugs.

Reine Theoretiker sind eine Plage, da sie ihre "Konzepte" und "Ideen" nie selbst ausbaden müssen. Das müssen jene Leute tun, die deren Vorschriften in der Praxis ausbaden müssen.

Ferner gebe ich zu bedenken, daß wir in einem Staat leben, wo eine Familienministerin im Handumdrehen zur Verteidigungsministerin avanciert, ein Justizminister über Nacht das Außenministerium leiten kann. Heute Bäcker, morgen Metzger, und übermorgen Klempner: In der Wirtschaftspraxis unvorstellbar.

Es stellt sich also die große Frage, ob eine Partei hierzulande wirklich "den Staat in allen Aspekten der Politik regieren muß", oder ob das Regieren nicht schon längst in anderen, nicht sichtbaren Händen liegt?

Den "ökonomischen Imperialismus" getrennt vom "Verhalten der USA auf der Weltbühne" zu betrachten, ist so, als würde man den Motor eines Ferrari von seinem Fahrverhalten getrennt einschätzen. Eine solche Differenzierung ist un-alles: unlogisch, unnütz, unpraktisch und unnötig.

Abschließend noch ein paar Worte zu Oswald Spengler, und man beachte bitte Kesslers Hinweis auf den jungen Arbeiter:

"Beginn der Nietzsche-Tagung nachmittags in der ›Erholung› mit dem Vortrag von Spengler über ›Nietzsche und das zwanzigste Jahrhundert‹. Der Saal war überfüllt, so daß mir erst ein Stuhl hineingetragen werden mußte. Viele standen.

Dafür wurde Spenglers Vortrag zu einem Debakel. Ein dicker Pfaffe mit einem fetten Kinn und brutalem Mund (ich sah Spengler zum ersten Mal) trug eine Stunde lang das abgedroschenste, trivialste Zeug vor. Ein junger Arbeiter in einem Arbeiterbildungsverein, der sich bemüht hätte, seine Kollegen mit Nietzsches Weltanschauung bekannt zu machen, hätte es besser gemacht. Nicht ein eigener Gedanke. Nicht einmal falsche Diamanten. Alles einförmig seicht, glanzlos, platt, langweilig.

Ja, Spengler hat es fertiggebracht, Nietzsche langweilig zu machen. Nur ein paar drollige falsche Behauptungen erheiterten die trübe Stunde. In England hätten die Philosophen über den Staat nie nachgedacht, ›weil England kein Staat sei‹! (Hobbes' ›Leviathan‹ usw. inexistent; oder wahrscheinlich hat Spengler nie von Hobbes und seinen Nachfolgern gehört.)

Man vergleiche Spengler mit Renan (ohne irgendwie den Wert, den ganz ungleichen Wert, beider in Parallele stellen zu wollen). Das Traditionelle, Unoriginelle ist beim Deutschen (mittleren ›Genies‹) meistens der Inhalt, der ›letzte Schluß‹, zu dem er kommt, beim Franzosen gleichen Niveaus die Form, die Hülle, in die er seine mehr oder weniger neuen Gedanken kleidet."

https://gutenberg.spiegel.de/buch/tagebucher-1918-1937-4378/10

Atz

29. Oktober 2019 18:04

Das Blog von Dominic Cummings erhellt.
https://dominiccummings.com/

Für die praktische Politik zum Grenzschutz am besten an der Front die Berichte lesen, was gerade geändert wird, statt in der Heimat Recht behalten.

https://data.consilium.europa.eu/doc/document/PE-33-2019-INIT/de/pdf

Schopenhauer

29. Oktober 2019 18:22

"... ist die Theoriearbeit den Launen Einzelner ausgeliefert."

Das ist nicht so schlecht, wie es im Artikel beschrieben wird. Warum sollte ein gesellschaftlich ausdiskutiertes Thema eine bessere Lösung darstellen, als ein Thema, das von einem einzelnen hellen Kopf mit seinem Verstand von allen Seiten abgetastet, gedanklich durchgewalkt, durchgeknetet, erfasst, mit seinem moralischen, ethischen, logischen Koordinatensystem abgeglichen und darauf basierend eine Lösung erstellt wurde?

Es geht um die gesellschaftliche Akzeptanz. Das aber ist etwas ganz anderes als die Lösungsfindung. Die Lösung muß so sein, daß sie von der Gesellschaft akzeptiert werden kann. Und hier liegt der Hase im Pfeffer:

Die rechte Seite verfügt über so viele helle Köpfe, die viele hervorragende Lösungen erarbeitet haben oder es können, wenn es nötig ist. Weil sie in der Lage sind, ein Problem kalt anzusehen und es zu lösen. Die andere Seite jedoch ist eher Gefühlsgesteuert, lässt sich vom Schein täuschen und handelt daher nicht rational. UND: Diese Seite ist in der großen Mehrheit! Das ist aber nicht gar so schlimm, denn: Tausend Idioten ergeben nicht einen hellen Kopf. Darum kann es auch jemand, der sich seinen gesunden Menschverstand noch nicht hat wegerziehen lassen, mit ganzen Batallionen von Trotteln aufnehmen. Machen wir ja sowieso täglich...

Unsere Aufgabe ist es m.M.n den Verstand zu gebrauchen, um Lösungen, die gut sind, weil logisch und rational, der breiten Masse verständlich zu machen. Die Lösungsfindung ist überhaupt kein Problem.

Old Linkerhand

29. Oktober 2019 18:24

Eigentlich sollte es sowas wie einen Politikführerschein für alle, die sich für ein öffentliches Amt bewerben, geben. Nash-Equilibrium, GTO (Game Theory Optimum), EV (equity value oder mathematischer Erwartungswert) werden dann abgefragt und in der schriftlichen Prüfung müssen dann die Eleven eine Gleichung aufstellen, bei der bei einem bestimmten Ereignis mit einer bestimmten Entscheidung der EV ausgerechnet wird. Und dann im Bundestag bei der Generaldebatte mit dem Ruf: Anton, Alter, das ist sowas von minus EV! der grüne Kindergarten zur Ordnung gerufen wird.

Nur wer soll das verstehen? Die meisten Politiker eher nicht und die Wähler erst recht nicht. Und so werden wir wohl beim endlosen Moralisieren bleiben, fürchte ich. Oder wir bekommen AI und diese Wesen regeln dann alles.

Sie sind ohne Frage ein kluger Bursche und sollten Sie eines Tages eine mathematische Gleichung, die so lang sein wird, daß Ihr Leben nicht ausreicht um diese vorzulesen, vorlegen … - ewiger Ruhm ist Ihnen gewiss. Daß Sie aber schon in diese Richtung denken, nötigt mir ehrlichen Respekt ab. Mir hat Nash dahingehend geholfen im alltäglichen Leben mit allen Menschen eine Win/Win Situation mit +EV anzustreben. Na ja, wenigstens etwas.

Laurenz

29. Oktober 2019 19:44

Sehr geehrter Herr Poensgen,
im Grunde "kann" ich Ihnen (theoretisch) nicht widersprechen, mache es aber trotzdem. Mit meinem Widerspruch ist nicht gemeint, daß ich gegen die staatliche Förderung der Forschung, welcher politischen Couleur auch immer, schreiben will. In vielen technischen Bereichen sind, aufgrund eines eklatanten Geldmangels, die Universitäten auf private oder gewerbliche Unterstützer angewiesen und verlieren damit ihre Unabhängigkeit und man mißbraucht dazu noch Prüflinge als billige Arbeitskräfte.

Ich widerspreche Ihnen grundsätzlich. Die aktuelle Pseudo-Akademisierung unserer Gesellschaft ist sinnentleert. Während meiner 15-jährigen Arbeit im Kapitalmarkt, als Anleihe-Händler, habe ich tonnenweise Analysten/Volkswirte konsumiert, aber das brachte maximal die reine Information rüber und auch noch so ehrlich geschrieben, ist diese immer selektiv. Die politische Information war oft eminenter als die ökonomische, wie man am Griechenland-Desaster sehen kann. Bei einer Entscheidungsfindung waren die meisten Analysten unfähig. Und die unternehmerische Entscheidungsfindung in die Zukunft ist die Lebensenergie raubende Tätigkeit, nicht die Analyse. Keine Theorie ist in der Lage ein Unternehmen zu führen, und sei es ein kleiner Verlag.

Fachlich, das kann ich Ihnen bestätigen, hatte Bernd Lucke mit seiner weitgehenden Ablehnung des politisch gestalteten Euros Recht, aber das interessierte den dummen Michel einen Scheiß'. Bernd Lucke kam 2013 nicht in den Bundestag. Politik ist rein und ganz pragmatisch also sowieso von den Launen der politischen Protagonisten und von Wahlen abhängig, die mit einem theoretischen Hintergrund nichts zu tun haben, sondern nur mit menschlichen Beziehungswelten.

Auch die Akademisierung in allen Dax-Konzernen hat 0 gebracht. Man geht schlicht, völlig emotional, den primitiven Billiglohn-Weg. Und dazu, also für diese Entscheidung, braucht man keine 5 Jahre auf die Uni gehen. Ich erachte die Akademisierung unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft in einer totalitären Zertifizierungswut als typisch deutsch, aber fruchtlos. Dieses Deutschtum in seinem Regulierungswahn führt zwangsläufig in den tatsächlichen Bolschewismus. Auch Juristen agieren meist zur Erfindung des Selbstzwecks.
Nur der ökonomische und der ökologische Schmerz erzeugt die Aufmerksamkeit, die nötig ist, nicht die Intriganten, sondern die Fähigen zu wählen, ganz abseits jeglicher Theorie.

Ich empfinde bei Ihrem Artikel eine latente verletzte Eitelkeit, die man im menschlichen Sinne, nachvollziehen kann. Und wenn dem so wäre, wie Sie schreiben, warum entwickeln Sie nicht jene Theorien selbst, nach denen Sie verlangen? Weil diese Tätigkeit nicht bezahlt wird? Es gibt, subjektiv, betrachtet, mehr Musiker als Musikkonsumenten, die wenigsten verdienen damit etwas. Ich habe locker 13 Verfassungen von 13 Reichs-Exil-Regierungen entgegengenommen und nie gelesen, weil sinnlos. Auch diese Unverständigen wurden für Ihre Tätigkeit nie bezahlt, wie auch alle Ehrenamtlichen in den Kommunen.

Und wenn dem immer noch so wäre, wie Sie schreiben, wäre China doch längst kollabiert. Im chinesischen Politbüro sitzen ausnahmslos technische Akademiker, weder Politologen noch Soziologen. Und Tabellen für Meinungsumfragen entwerfen und auswerten, das können auch Physiker. Übrigens, die Finanzindustrie stellt mittlerweile ganz gerne Politologen ein, weil die besser quatschen können, als Wirtschaftswissenschaftler oder Juristen.

Gracchus

29. Oktober 2019 22:27

Eine Super-Theorie, die jeden Bereich - von der Umwelt- bis zur Sozialpolitik - abdecken können soll? Ich bin gespannt.
Dachte das "Alleinstellungsmerkmal" der Konservativen sei die KONKRETE Wirklichkeit. Und @Laurenz sagt etwas Absolut Richtiges:

"Und die unternehmerische Entscheidungsfindung in die Zukunft ist die Lebensenergie raubende Tätigkeit, nicht die Analyse. Keine Theorie ist in der Lage ein Unternehmen zu führen, und sei es ein kleiner Verlag."

Genau darum geht es auch in der Politik, nämlich um Entscheidungen, um den Willen.

bb

30. Oktober 2019 00:00

„Denn das ökonomische Grundmodell von Angebot und Nachfrage ist von zahlreichen Bedingungen abhängig: Rechtssicherheit, Transparenz, Verbindlichkeit von Verträgen, Abwesenheit von Korruption.“

Da liegt der Fehler. Das ökonomische Grundmodell von Angebot und Nachfrage gilt bedingungslos. Sie können sich nicht aussuchen, ob Sie Nahrung, Schutz oder Wärme zum Leben benötigen. Weiterhin bezweifle ich, dass irgendeiner der Kommentatoren sämtliche seiner Bedürfnisse auf sich allein gestellt befriedigen kann oder will. Folglich erzeugt jeder von uns auf völlig natürliche Weise eine Nachfrage.

Nun kann diese Nachfrage gestillt werden, indem wir unsere Mitmenschen bestehlen oder dazu zwingen, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Dies funktioniert jedoch nur so lange diese sich bestehlen oder zwingen lassen. Langfristig sind wir erfolgreicher, wenn wir mit Menschen handeln, um uns gegenseitig unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Erfolgreich sind dabei die Erzeuger der begehrtesten Waren und Dienstleistungen. Allerdings finden sie nur dann dauerhaft Abnehmer für ihre Produkte, wenn sie sich auch als zuverlässige Handelspartner herausstellen. Betrüger werden am Markt gemieden.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich also, dass Rechtssicherheit, Transparenz, Verbindlichkeit von Verträgen und Abwesenheit von Korruption die Konsequenz von Angebot und Nachfrage sind und nicht die Bedingung für Angebot und Nachfrage.

Adler und Drache

30. Oktober 2019 06:32

Theorien erklären meist erst im Nachhinein, warum etwas funktionert hat. Neue Herausforderungen werden eher mit "Try & error" bewältigt. Eine gute Theorie ist wie ein Filter, der zeigt, was sich warum bewährt hat und in welcher Situation es anwendbar ist. Könnte es sein, dass die "libertären Gegner" über ein theoretisches Fundament verfügen, WEIL sich ihre Wirtschaftsweise bewährt hat, während sich andere Wirtschaftsweisen eben nicht bewährt haben und deshalb auch mit allem Willen zu keinem theoretischen Fundament kommen? Könnte es gar sein (horribile dictu!), dass der "Solidarische Patriotismus" den "Launen Einzelner" entspringt, die noch nie ein Hüttenwerk von innen gesehen oder in einem Handwerksbetrieb gearbeitet haben?
Na egal, Hauptsache, die Meinung bleibt fest und der Wille stark!

Thomas Martini

30. Oktober 2019 08:29

Poensgens spieltheoretische Überlegungen sind nichts weiter als Ansätze. Ob sie sich in die reale Welt übertragen lassen, und vor allem, ob er selbst in der Lage ist, sie in der Wirklichkeit erfolgreich zur Anwendung zu bringen, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Beispielsweise unterliegen Kartenspiele ebenfalls mathematischen Gesetzen. Im Fall vom "Texas Hold 'Em" hat man in der Theorie längst alles ausgereizt, das Spiel ist komplett statistisch durchgerechnet.

Das ist die Theorie, und sie ist viel wert. Das kann niemand bestreiten. Es ist ein großer Vorteil, die mathematischen Wahrscheinlichkeiten zu kennen. Aber das ist längst keine Garantie dafür, daß man damit in der Praxis erfolgreich ist. Es gehört vielmehr dazu, ein Kartenhai zu sein, als nur die "Odds" und "Outs" im Kopf zu haben. Die wichtigste Eigenschaft eines Pokerprofis: Nervenstärke.

Und das führt uns nochmals zu jenem Autor, der am heimischen Schreibtisch - unter "Gesundheitsproblemen" leidend - das Buch "Untergang des Abendlandes" verfasste, während die mutigsten deutschen Männer im Ersten Weltkrieg an der Front für's Vaterland ihren Kopf hinhielten.

Als Spengler das erste Mal sein theoretisches Wissen im Schuldienst zur Anwendung bringen sollte, erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Das kam sicher nicht von ungefähr. Und genauso geht es vielen Pokerspielern, die zwar das Spiel theoretisch beherrschen, aber jämmerlich versagen, wenn Sie die Theorie in der Praxis zur Anwendung bringen müssen.

Weiterhin erkenne ich in dem engstirnigen Versuch, die "rechte Intelligenz" sein, nur das "das rechte Lager" voranbringen, nur "irgendeine Thematik rechts" besetzen, sich auf "rechte Publizistik" beschränken zu wollen, keinen sinnvollen Beitrag zum Erhalt der deutschen Kultur und des deutschen Volkes. Das Wesentliche kommt mir bei dieser zwanghaften Rechtsdreherei viel zu kurz.

Viele Autoren der Neuen Rechten erscheinen mir wie Einäuige, die sich bei vollem Bewusstsein das rechte Auge zubinden. Damit nicht genug, nimmt man sich mit dieser freiwilligen Behinderung auch noch das Recht heraus, sich gegenüber jenen, die auf dem linken Auge blind, als die bessere und wichtigere Seite darzustellen.

Es gehört nicht viel dazu, um den Irrtum hinter dieser einseitigen Denkweise zu erkennen. Jeder Mensch besitzt zwei Körperhälften, zwei Hirnhälften, zwei Hände, zwei Beine. Für einen Volkskörper gilt dasselbe, oder etwa nicht? Eine Seite als wichtiger zu betrachten, um die andere Hälfte mit ihr zu bekämpfen, ist maximal dumm.

Noch dazu ist es genau das, was die herrschende Klasse will, und wovon sie am allermeisten profitiert.

Warum versperrt man sich dieser Erkenntnis hier?

Dann das Thema der anglo-amerikanischen Wirtschaftsdominanz: Wozu braucht es dort eine neue oder entgegengesetzte Theorie, wenn man sich doch eh nicht öffentlich traut, das neoliberal-kapitalistische System der Profitmaximierung zu bestreiten?

Seit bald fünf Jahren lese ich hier bei sezession.de mit, und abgesehen von Lutz Meyer, kann ich mich an keinen Autor erinnern, der diesem System zumindest theoretisch eine klare Absage erteilt hätte.

Laurenz

30. Oktober 2019 10:45

@bb ... die elementaren Grundbedürfnisse, wie Essen, Kleidung, Unterkunft, Energie stehen aktuell nicht im Fokus staatlicher Politik oder gar Souveränität, es passiert eher das Gegenteil, aber sonst gebe ich Ihnen Recht, die wenigsten von uns sind Selbstversorger. Selbstversorgung ist meist, wie aktuell in Chile, oder früher in der Sowjetunion, eine Frage von Einkommen und Konsumenten-Preisen.
Die politische Frage und Entscheidung, baut man das Schloß Versailles Ludwigs des 14ten oder Schulen, berührt doch genau Ihren Beitrag. Bayerische Schulen würden keine Mio. von Besuchern anziehen, Neu-Schwanstein schon. Aber heute bauen wir weder noch, nur die Pharce des BER, den noch nicht mal jemand aus einem "fliegerischen" Bedürfnis besucht.

@Adler und Drache .... man kann sich hier schon an @Thomas Martini anlehnen, auch wenn dieser, wie so oft, Seinen Beitrag zu radikal gestaltet. "Libertäres" oder Liberalismus in der Ökonomie existiert nicht, reine Propaganda, vor allem an der Uni, wie man an Herrn Meuthen gut beobachten kann.
Natürlich ist es möglich, sinnvoll innerhalb einer "Volks"!-Wirtschaft für Wettbewerb zu sorgen, was auch Sinn ergibt, aber sobald wirtschaftliche Interessen ein nationales Interesse berühren, hört der Liberalismus meist auf. Wenn Sie heute planen, morgen Boing zu übernehmen, sind Sie bereits gestern tot.

Bei @Thomas Martini muß mal leider auf eine Wahrheit Herrn Hitlers zurückgreifen, die hervorragend an China wahrzunehmen ist. "Man kann einem Volk nicht den Erwerbstrieb nehmen, das wäre in etwa so, also wolle man den Sexualtrieb abschaffen".
Die Frage, wie viel oder wie wenig Staat man braucht, ist immer eine individuelle und keine theoretische. Hier liegt auch die Schwäche in Herrn Poensgens Artikel. Neid auf linken Schwachsinn bleibt verschwendete Energie. Niemand braucht Karl Marx.

Die symbolträchtige -, aber politisch wenig relevante Wahl in Thüringen zeigte es deutlich. In Thüringen lebt wenig verwöhntes Großstadtvolk, wir könnten auch sagen, es leben in Thüringen wenige Anywheres. Daher sackten die Pseudo-Grünen voll durch und die geistigen Thüringer Gelbwesten (Somewheres), laut Spiegel Rassisten, waren der Meinung, unsere Energie-Preise sind schon die höchsten auf dem Planeten und müssen nicht weiter steigen, daher wählten, bis auf die Rentner, die meisten AfD.
Die Bolschewisten in Berlin starteten vor 3 Jahrzehnten oder mehr den ICE, anstatt die Magnetschwebebahn zu bauen. Jeder dieser linken Ratten redet davon, der Bürger müsse mehr auf ÖNPV umsteigen, wie witzig. Aber das Gemüse muß auf die Straße. Kein marxistischer Pseudo-Grüner redet von der Sozialisierung des Güterverkehrs, hier geht es nur darum, die persönliche Mobilität abzuschaffen, die Freiheit des Bürgers zu minimieren und beileibe nicht um unsere Umwelt. Von daher kann man, mit Verlaub, Herr Poensgen und Herr Schick .... Precht, Indset und all die anderen linken Loser in die Tonne hauen.

Gotlandfahrer

30. Oktober 2019 12:22

Ist es nicht gerade der fundamentale linke Trugschluß, Theorien der Theorien wegen haben zu müssen? Wenn das Unbekannte im Leben uns alle zwingt, mittels Trial and Error Erfahrungen für künftige Entscheidungen zu sammeln, und zwar solange, bis diese Erfahrungen durch neue Erfahrungen widerlegt sind, besteht der Wert einer Theorie zwar in Prognose einer Handlungsergebnisses, aber im Hinblick auf wirkliches Verstehen ("Wahrheit") erst durch ihre Falsifizierung. Denn nur dann lässt sich eines sicher sagen: es ist wahr, dass dies hier falsch. Ein theoriegemäß richtig vorhergesagtes Ergebnis kann trotzdem einem anderen Zusammenhang unterliegen, als dem der Theorie zugrundegelegten.

Eine rechte Theorie müsste also in dem Wunsch geschaffen werden, sie zu widerlegen, wohingegen dies bei Erfahrungen nicht der Fall ist, die sind nie falsch, sondern höchstens unvollständig.

Ich fürchte, eine rechte Theorie würde die gleichen Geister rufen, wie wir sie bei den linken beklagen, denn sie würden verteidigt, und genau das wäre fatal.

Was tatsächlich fehlt, ist ein zentraler rechter "Falsifizierungs-Hub" und "empirischer Syntheziser". SiN und andere Seiten sind großartige Orte des geistigen Austausches, aber auch hier rauscht, ähnlich einer Nachrichtenseite, nur langsamer, Geistesgut durch den Thread und hallt ggf. hier und da nach. Aber eine systematische, also hierarchisch strukturierte, auf dauernde Ergänzung und Verfügbarkeit angelegte Sammlung des nachweislich Falschen einerseits, und empirisch noch Gültigen andererseits, habe ich noch nirgends entdeckt. Es widerspricht ggf. auch dem Zauber der Universallehre.

Karl

30. Oktober 2019 13:28

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Laurenz

30. Oktober 2019 13:33

@Gotlandfahrer .... schön geschrieben. Deshalb ist die historische Bildung in unserem Lande so miserabel. Es bestünde ja die Gefahr, daß jemandem der Vormarsch des Totalitarismus in Berlin bewußt würde. Unseren Mitbürgern in den Neuen Ländern ist er bewußt, daher der zum Glück fehlschlagende und permanente Versuch, dieses Bewußtsein wider den Totalitarismus als "rechts" oder wie im Spiegel als "rassistisch" zu diffamieren.
Der heutige Spiegel ist der verlängerte Arm von Orwells Wahrheits-Ministerium und stellt mittlerweile den Stürmer und das Neue Deutschland in tiefe Schatten. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre als typischer Relotius-Journalist gezwungen, jeden Tag solch einen exkrementalen Unsinn zu verzapfen, beschlichen mich rund um die Uhr Angstschweiß-Ausbrüche in der Befürchtung dem Wahnsinn oder einem tatsächlichen Krebs zu verfallen. Solch ein AgitProp-Job im neuen Amt für Information kann nicht gesund sein. Allerdings kann man in Deutschland immerhin auch als Geisteskranker Bundeskanzler werden.

Der_Juergen

30. Oktober 2019 22:06

Das Fatale an der heutigen Lage ist doch, dass einem erheblichen Teil, wenn nicht gar der Mehrheit, der Deutschen der natürliche Trieb zur Selbsterhaltung abhanden gekommen ist.

Eine Antilope braucht keine Theorie, um zu begreifen, dass sie, wenn der Löwe kommt, davonlaufen muss, um ihr Leben zu retten. Kürzlich las ich irgendwo, dass es Antilopen gibt, denen dieser Instinkt fehlt und die den Löwen nicht als Feind erkennen. Die Lebenserwartung dieser Antilopen dürfte bedenklich niedrig sein, und falls ihr Defekt genetisch bedingt sein sollte (was aus dem betreffenden Artikel nicht hervorging), hat ihr frühes Ableben den Vorteil, dass sie ihre defekten Gene nicht weitergeben können.

Dies heisst wohlverstanden nicht, dass es keiner rechten Theorie bedürfte. Wir, die wir alle auf den Tag X hoffen, sollten uns schon Gedanken darüber machen, wie eine alternative Politik und Gesellschaft denn aussehen sollte. Aber hier hapert es bei den allermeisten. Ein gutes Beispiel ist Forist @Imagine, der auf meine auf einem anderen Strang gestellte einfache Frage, ob der von ihm gepredigte "Sozialismus" ein Mehrparteiensystem und Wahlen haben werde, nicht zu antworten wusste, obwohl er doch so ungemein gerne theoretisiert.

MARCEL

31. Oktober 2019 09:44

Joachim Fest diagnostizierte im deutschen Widerstand während der NS-Zeit eine seltsame "Tatschwäche". Gilt das, in verändertem Kontext, auch heute noch? Grundsätzlich ist eine breite theoretische Grundierung zweifellos wichtig, doch fürchte ich, dass uns die Lage hier eines (nicht allzu fernen) Tages derart entgleitet, dass nur noch entschlossene Praxis gefordert sein wird (wobei sich Theorie und Praxis nicht gegenseitig im Wege stehen müssen/sollten).

Franz Bettinger

31. Oktober 2019 11:43

@bb schreibt: „Rechts- und Vertrags-Sicherheit und die Abwesenheit von Korruption, all das ist eine Folge von (und nicht die Vor-Bedingung für) Angebot und Nachfrage. Das Prinzip 'Angebot und Nachfrage' gilt bedingungslos. Man kann sich nicht aussuchen, ob man Nahrung, Schutz und Wärme zum Leben braucht. Man braucht’s!“ Wunderbar und schlüssig hergeleitet. Bravo!

Wie sieht der Umkehrschluss aus? Was ist von Angebot und Nachfrage zu halten, wenn die o.g. angenehmen Folgen ausbleiben? Denn sie bleiben ja aus unter der Despotin Merkel. - Kann man daraus ableiten, dass Angebot und Nachfrage sich von dem zum Überleben Notwendigen abgekoppelt haben? Dass sie zu einer Farce geworden und zum Konsumismus verkommen sind? Ja. Nahrung, Schutz und Wärme ist in der heutigen Überfluss-Gesellschaft für JEDEN gewährleistet. E-Bikes, Smartphones und Handys braucht man eigentlich nicht. Ich habe nichts von alledem, auch keine Zeitungen und keinen Fernseher mehr. Und ich würde mir diese Dinge erst wieder besorgen, wenn ich in einem Rechtsstaat leben würde, der mich nicht ausspäht und ‚nudged' (bevormundet, erzieht und bestraft). Back to the wild? Ist das für andere auch möglich, wünschenswert? Weniger ist manchmal mehr! (Ja, ja, grinst nur! - Laurenz, Lotta und Thom Martini werden jetzt ungläubig und schief lächeln. Sei’s drum!)

Niekisch

31. Oktober 2019 12:15

Theoriebildung ist im Bereich des Politischen unbedingt notwendig, um aber mit ihrer Hilfe die Not zu wenden, muß die Lage glasklar erkannt werden. Wollen wir denn wirklich wahrhaben, daß unser Volk 1946 zum Tode verurteilt wurde, ihm dann über Jahrzehnte Vollstreckungsaufschub gewährt wurde und jetzt, wo man uns nicht mehr braucht, die Hinrichtung angesetzt ist? Ist das Umschmelzen des Landes in eine Weltrepublik nicht nur die Vorstufe dazu? Ist uns wirklich bewußt, daß ernsthaftes Aufbegehren in letzter Sekunde brutal durch inländische Büttel und ausländische Truppen unterdrückt werden wird?

Wenn Theoriebildung sinnvoll ist, dann jetzt nur noch für den Überlebenskampf außerhalb der gegnerischen Strukturen und Plattformen ganz unten und unmittelbar vor Ort.

Thomas Martini

1. November 2019 07:20

Frage von Barbara Bleisch an Prof. Axel Honneth bei "Sternstunde Philosophie":

„Sprechen wir noch einmal kurz über die, sagen wir, Krankheiten unserer Zeit. Sie haben schon angetönt diese Unzufriedenheit, die aber eben auch so etwas unklar ist, was ist das Sammelbecken dessen, was zur Unzufriedenheit führt: Was würden Sie denn sagen, was sind wirklich die einzelnen Bausteine der Problematik gegenwärtig?“

Honneth beantwortet diese schwierige Frage völlig souverän, kommt sofort auf den Kern des Problems. Jeden Satz von ihm würde ich unterschreiben.

https://www.youtube.com/watch?v=Z1M8smiQOho

Je mehr man sich mit linken Theoretikern beschäftigt, sei es jenen aus der Vergangenheit oder der Gegenwart, umso mäßiger schneiden die Rechten im Vergleich ab.

Der arbeitenden Klasse Ernst Jünger zu empfehlen, während die Oberschicht der Reichen und Superreichen eine seit 30 Jahren fortwährende Orgie der "grenzenlosen Bereicherung" (Éric Zemmour) feiert, ist so ein Beispiel für die Verschnarchtheit des rechten Lagers, das, wie Johannes K. Poensgen in seinem neuesten Beitrag zugab, noch nicht einmal eine theoretische Antwort auf die Libertären hat.

Eingangs erwähnt Poensgen beiläufig die "Kernthemen" der "rechten Intelligenz".

In den vergangenen Jahren habe ich Bücher von Carl Schmitt, Ernst Jünger, Bernard Willms, Thor v. Waldstein, Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Benedikt Kaiser, Erik Lehnert, Martin Lichtmesz, Caroline Sommerfeld und Manfred-Kleine Hartlage gelesen. Gelernt habe ich dabei, daß es viele Unterschiede zwischen rechts und links gibt.

Würde man allerdings von mir verlangen, die Kernthemen der Rechten zu benennen, käme ich in Verlegenheit. Im Grunde bleibt immer alles im Nebulösen, Ungreifbaren, im Reich des Gerne-haben-wollens oder Nicht-mehr-vorhandenen. Wie Dr. Thor von Waldstein sinngemäß meinte, spricht die Rechte am häufigsten von dem was ihr fehlt. Nicht wahr, Herr Poensgen?

Könnte es zufällig sein, daß die Rechte unter einer "utopistischen Unterernährung" (Ernst Bloch) leidet?

Thomas Martini

1. November 2019 09:19

Benedikt Kaiser in dem vom Poensgen verlinkten Podacast über die Rechte im aufkommenden Neoliberalismus seit der Wendezeit:

"Man kam immer mehr in Berührung mit diesen marktliberalen Ideen. Eine Staatsskepsis setzte auch ein, in weiten Teilen der Rechten, die man vorher so nicht kannte. Der Staat als Garant des Großen und Ganzen, der als neutraler Mittler ist und das Allgemeinwohl sichern soll, notfalls auch durch autoritäre Setzungen, der war auf einmal ein Moloch. Auf einmal ging es darum, dass das Individuum und der Markt nicht mehr eingeschränkt werden dürften.

Und jetzt sind wir relativ aktuell auf einmal, natürlich jetzt im Zeitraffer. Es setzte ein grundsätzlicher Wandel ein, bei der Frage, was im Fokus steht. Und im Fokus der - in Anführungszeichen - "alten Neuen Rechten" stand eben immer die Gemeinschaft. Der Staat, das große Ganze. Im Fokus der eher marktliberalen Rechten stand aber plötzlich der Markt und das Individuum. Plötzlich ging es nicht mehr darum, dass der Staat das Wohl der Allgemeinheit sichern soll - gegen Interessengruppen, gegen den falschen Pluralismus, gegen Lobbyisten. Sondern plötzlich sollte der Staat sich zurückziehen, damit man den Markt regeln lassen kann.

Natürlich gab es auch eine gewisse Begeisterung für Reagan und Thatcher in Großbritannien und den USA, ...natürlich... gab es 'ne gewisse Begeisterung für antisozialistische...ja...Entwicklungsdiktaturen, wie beispielsweise bei Pinochet. Das sind alles verschiedene Thematiken, die man ansprechen könnte.

Aber zentraler ist einfach dieser Wandel vom Ich...andersrum vom Wir zum Ich. Also diese große Verschiebung, daß nicht mehr die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht, sondern das Individuum."

Im Lager der sogenannten Mosaik-Rechten sind auf diese entscheidenden Feststellungen auschließlich zwei Reaktionen denkbar:

Eine von den markthörigen Rechten, die von alledem nichts wissen wollen, da sie unkritisch und bedingungslos an die moralische [sic!] Überlegenheit des "freien Marktes" glauben.

Die andere Reaktion liefe darauf hinaus, das "linksgrünversiffte" Lager für von Kaiser beschriebene Verschiebung haftbar zu machen. Nichts könnte indessen falscher sein.

Der sozialistische Prof. Alex Honneth über die von Benedikt Kaiser beschriebene Abwendung von der Gemeinschaft:

„Das war ein tiefgreifender Umschwung, dessen Wirkung ich damals – viele andere, glaube ich auch – gar nicht richtig überblickt habe. Ich glaube, was stattgefunden hat, ist ein Umbruch im kulturellen Selbstverständnis Europas von der Idee der sozialen Freiheit – wir sind füreinander da, und wir sind auch nur frei, wenn der andere, die Chance zur Freiheit hat – zu einem extrem individualistischen, marktkonformen Konzept von Freiheit – der Einzelne ist auf sich allein gestellt; ist für sein Schicksal allein verantwortlich.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/detail-sein-und-streit.2162.de.html?dram:article_id=422274https%3A%2F%2Fwww.deutschlandfunkkultur.de%2Fsozialphilosoph-axel-honneth-zur-eu-fluechtlingspolitik.2162.de.html%3Fdram%3Aarticle_id%3D422274

Lotta Vorbeck

1. November 2019 10:27

@Franz Bettinger - 31. Oktober 2019 - 11:43 AM

"... Kann man daraus ableiten, dass Angebot und Nachfrage sich von dem zum Überleben Notwendigen abgekoppelt haben? Dass sie zu einer Farce geworden und zum Konsumismus verkommen sind? Ja. Nahrung, Schutz und Wärme ist in der heutigen Überfluss-Gesellschaft für JEDEN gewährleistet. E-Bikes, Smartphones und Handys braucht man eigentlich nicht. Ich habe nichts von alledem, auch keine Zeitungen und keinen Fernseher mehr. Und ich würde mir diese Dinge erst wieder besorgen, wenn ich in einem Rechtsstaat leben würde, der mich nicht ausspäht und ‚nudged' (bevormundet, erzieht und bestraft). Back to the wild? Ist das für andere auch möglich, wünschenswert? Weniger ist manchmal mehr! (Ja, ja, grinst nur! - Laurenz, Lotta und Thom Martini werden jetzt ungläubig und schief lächeln. Sei’s drum!)"

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Weniger materieller Ballast kann durchaus zu einem Mehr an Freiheit und Lebensqualität führen.

Das unbedingte Festhalten an mobilen Kommunikatiosgeräten, sowie das für eine erdrückende Mehrheit unhinterfragbare, angebliche, tägliche Entspannen vor dem Fernsehgerät, ließe sich durchaus auch mit der Vereinzelung und Vereinsamung des zeitgenössischen Konformisten ins Verhältnis setzten.

Manches von dem, was einst als Arme-Leute-Essen galt, findet sich beispielsweise nunmehr als (regionale) Spezialität auf den Speisekarten von Edelrestaurants.

Es bedarf eben, so man denn nicht als Novize in ein Kloster einzutreten gedenkt, offenbar bestimmter Voraussetzungen, um sich, sei es Per Pedes Apostolorum oder mit dem Veloziped, auf den horizonterweiternden Weg des "Back to the wild." / "Back to the roots" / "Back to the soul" begeben zu können.

~~~

+ "Diesen Weg auf den Höh'n bin ich oft gegangen":
https://youtu.be/-8k2H6qtR38

+ Die komplette Geschichte gibt's hier:
https://youtu.be/8_N0_XaOcLU

Carlos Verastegui

1. November 2019 11:57

Ein Mann, der seinem Pferd dereinst das Fressen abgewöhnt hatte, klagte, dass das tote Aas nicht mehr geritten werden könne - das ist P.´s Verhältnis zur Theorie.

Carlos Verastegui

1. November 2019 12:14

Ob der Libertäre, der "seinen Hayek oder Friedman" gelesen hat, theoretisch wirklich besser gerüstet da steht, ist anzuzweifeln. Überhaupt gibt es viele Menschen, die viel "Theorie" gelesen (?) haben, sich aber auf das theoretische Metier ganz und gar nicht verstehen. Blabla und Vielleserei mit ideologischer oder pragmatistischer Richtunggabe, machen die etwa den Theoretiker aus?

Carlos Verastegui

1. November 2019 12:31

Übrigens ist die "Ökonomie" als Sozialwissenschaft theoretisch selbst wiederum untergeordnet, streng theoretisch unter das Naturrecht bzw. der göttlichen Vorsehung in säkularer Form oder ganz immanentisiert (Mises), dann, nach der empirischen Seite hin, als individualistische Handlungstheorie (Machiavell). Die beste Annährung an eine ganzheitliche Theorie ist darum immer noch Giambattista Vico. Also bitte, keinen Unsinn verbreiten.

Andreas Walter

1. November 2019 14:58

Am leichtesten finden Sie glaube ich einen Überblick und Zugang zu dem Thema, ihren Fächern entsprechend, über die Wirtschaftsgeschichte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsgeschichte

Fangen Sie dann einfach bei der Klassik mit Adam Smith an, falls Sie Primärquellen studieren wollen (Wohlstand der Nationen). Allerdings fast 1.000 Seiten, je nach Ausgabe, und kein Roman, erschienen 1776:

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wohlstand_der_Nationen

https://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_Nationalökonomie

Als Agrarökonom wird einem das ja fast schon in die Wiege gelegt, oder auch einem Wirtschaftsingenieur, doch Sie kommen eben von der geistes- und sozialwissenschaftlichen Seite. Wobei auch solche Themen zu den Agrar- und Wirtschaftswissenschaften zählen, dort aber "nur" Teilaspekte sind. Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus hieß darum auch der Schwerpunkt meines Studiums, und ein schöneres Studium Generale kann man in der heutigen Zeit kaum finden. Leider war mir das als junger Mann allerdings noch nicht bewusst und zudem gab es auch noch andere Themen, die sich "brennend" für mich interessiert haben. Im nächsten Leben daher, vielleicht, setze ich die Prioritäten etwas anders.

https://youtu.be/vCyZvfRHkC4

Es ist eben ein Gleichgewicht, doch das haben die Marxisten bis heute auch noch nicht begriffen, im Gegensatz zu China. Grüne sind da durchaus auch schon weiter, werden jedoch am Weg scheitern, den sie nämlich nicht ebenso harmonisch gestalten wie das Ziel, was auch sie erreichen wollen. Die Radikalität von Extinction Rebellion ist darum ein Geschenk des Himmels für die Neue Rechte, ebenso wie die Radikalität der Antifa und andere gewalttätige Gruppen, einschliesslich einiger Muslime. Bitter, dass es so ist, doch manche Menschen lernen nur über Schmerz und Verlust.

Zu guter Letzt, eine Inspiration mit Argentinien zum Anlass, Überlegungen übrigens auch von Bernd Lucke, den Wert von Geld beispielsweise mit Energie zu decken:

http://geld-und-nachhaltigkeit.de/wp-content/uploads/Energising_Money_web_2.pdf

Damit könnte man in Argentinien nämlich jetzt wenigstens noch die Stromrechnung und auch Kraftstoffe bezahlen, dagegen nämlich eintauschen. Die Frage der Geldwertstabilität nach dem Auslaufen der Absprache von Bretton Woods.

Laurenz

1. November 2019 17:19

@Andreas Walter ... cool geschrieben. Widerspreche Ihnen nur bei den Grünen. Da dort die Bolschewisten das sagen haben, haben die Grünen mit tatsächlichem grün-sein nichts zu tun, versagten in Ihrer Regierungszeit diesbezüglich in der Totalen. Denen geht es nur um die Beschneidung bürgerlicher Rechte, sozusagen hängen die Grünen ideologisch an Pol Pot.

Thomas Martini

1. November 2019 17:24

An Laurenz: ZITAT "Die symbolträchtige -, aber politisch wenig relevante Wahl in Thüringen zeigte es deutlich. In Thüringen lebt wenig verwöhntes Großstadtvolk, wir könnten auch sagen, es leben in Thüringen wenige Anywheres. Daher sackten die Pseudo-Grünen voll durch und..." ZITATENDE

...stattdessen gewann Die Linke die Wahl deutlich. Ausgerechnet die verhasste SED-Nachfolgepartei. Merken Sie eigentlich noch was?

ZITAT "Bei @Thomas Martini muß mal leider auf eine Wahrheit Herrn Hitlers zurückgreifen, die hervorragend an China wahrzunehmen ist. "Man kann einem Volk nicht den Erwerbstrieb nehmen, das wäre in etwa so, also wolle man den Sexualtrieb abschaffen".
Die Frage, wie viel oder wie wenig Staat man braucht, ist immer eine individuelle und keine theoretische. Hier liegt auch die Schwäche in Herrn Poensgens Artikel. Neid auf linken Schwachsinn bleibt verschwendete Energie. Niemand braucht Karl Marx." ZITATENDE

Sie verhalten sich genauso wie Linke, für die der "Kampf gegen Rechts" das zentrale Anliegen in der Politik ist.

"Neid auf rechten Schwachsinn bleibt verschwendete Energie. Niemand braucht Armin Mohler."

Das wäre Ihre Aussage von linksaußen. Oder wenn Sie sagen, Heino Bosselmann beschreibt das "Linke" echt klasse, so könnte man genauso gut sagen, dass Heribert Prantl das "Rechte" sehr gut definiert.

Wir leben hier zweifellos in einem linkslastigen Staatsgebilde, daß sich anmaßt, auf die rechte Seite verzichten zu können. Großartige Idee, diese einseitige Behinderung dahingehend umkehren zu wollen, daß man die Linke für unnötig erklärt. Wenn das nicht rechtsradikal ist, was dann?

Andreas Walter

1. November 2019 23:21

Entschuldigung und Ergänzung:
[...]

Kositza: Lieber Herr Walter, wie oft gesagt, vergebene Liebesmüh! Von Leuten, die ich nicht höchstpersönlich kenne, stelle ich keinen Beitrag mit Verlinkung zu x-Youtubeschnipseln frei!

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