21. Oktober 2019

Sonntagsheld (125) – 5 Jahre

Till-Lucas Wessels / 6 Kommentare

PEGIDA feiert Geburtstag

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Wenn ich erzähle, daß meine erste PEGIDA-Demonstration für mich ein Schlüsselmoment in meinem politischen Aktivismus war, so werde ich dafür von so manchem belächelt, der andere, weiter zurückliegende und vielleicht auch etwas “heißere” Initiationen erfuhr. Von den Trauermärschen in Dresden habe ich keinen mitgemacht und was das Konfliktrisiko angeht, so waren meine LEGIDA-Besuche sicherlich um einiges gefährlicher als der frühweihnachtliche Gang über den Striezelmarkt.

Für mich war es aber so, daß diese PEGIDA-Veranstaltung im dezemberlichen Dresden meine erste Demonstration überhaupt war. Also nicht meine allererste Demonstration, aber doch die erste, bei der es mir wirklich um etwas ging. Hinzu kam, daß ich gewissermaßen mit einem Auftrag unterwegs war: Als Jungaktivist der damals recht frisch entstandenen Kontrakultur Halle sollte ich das Widerstandspotential der rasch wachsenden Dresdner Abendspaziergänge erkunden.

Mit auf den Weg gegeben hatten mir meine Kameraden allerhand Gruselgeschichten über die Antifa aus der Dresdner Neustadt - Legenden, die heute längst vergessen und entzaubert sind. Dazu schwirrten mir die verschiedensten Hinweise zu Bezugsgruppen, Rechtsbelehrungen, Ingewahrsamnahme und Vermummungsverbot im Kopf herum – im nachhinein vielleicht verschwendete Denkressourcen, die für mich aber vor allem zur Ernsthaftigkeit der Stimmung beitrugen.

Ich traf mich also irgendwann am späten Nachmittag mit einer Mitfahrgelegenheit, deren Kontaktdaten Kubitschek mir vermittelt hatte, um Richtung Sachsen aufzubrechen. Daß dieser Sympathisant einer unserer treusten Unterstützer in Halle werden würde, das weiß ich natürlich erst jetzt, fünf Jahre später. Auf dem Rückweg sangen wir zweistimmige Landsknechtslieder – seitdem eine Tradition, die wir erst kürzlich, nämlich am vergangenen Freitag in unserer Bar, wieder pflegten.

Nachdem wir in Dresden angekommen waren und noch rasch einen Zwischenstopp beim Glühweinstand gemacht hatten, brachen wir zur Kundgebung auf; es dauerte tatsächlich eine Weile, bis wir bemerkten, daß eigentlich alle Menschen um uns herum in dieselbe Richtung gingen – wir hatten uns offensichtlich mitten unter den Teilnehmern befunden, ohne es zu merken.

Von der eigentlichen Veranstaltung weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr soviel. Die Redebeiträge zogen an mir vorüber – allzuviel verstand ich ohnehin nicht, weil ständig Sprechchöre von einer Ecke des Platzes zur anderen brandeten. Woran ich mich erinnere, das sind die unzähligen, wirklich, unzähligen Menschen, die um mich herumstanden, und zum Abschluß Weihnachtslieder sangen. Die schiere Masse – es dürften um die 18.000 an diesem Tag gewesen sein, sorgte schon dafür, daß ich von der Gegendemonstration nicht mehr mitbekam als ein fernes Rauschen im Hintergrund.

Wir haben an diesem Abend alle gestaunt, auch die alten Hasen, die ich inmitten der Demonstranten traf. Selbst der abgebrühteste konnte sich nicht gegen die Hoffnung wehren, die unmißverständlich in der Luft lag und die jeder einzelne an diesem kalten Abend mit nach Hause nahm.

Ich war nach dem diesem ersten Mal noch häufiger in Dresden. Mal in einem identitären Block mit eigenem Fronttransparent, mal zum Flyer verteilen und einmal sogar als Redner auf der Bühne. Ich denke auch, daß diese ganzen Besuche ein Stück weit mit meinen Gedanken an jene erste Demonstration im Dezember zusammengeflossen sind, so daß sich diese Erinnerung zuguterletzt über 5 Jahre erstreckt.

5 Jahre PEGIDA gegen alle Widerstände – das sind auch 5 Jahre Hartnäckigkeit gegen alle Totsagungen, Distanzierungen und Schockerschlagzeilen. Nach dieser Zeit ist PEGIDA vielleicht kein revolutionäres Demonstrationsbündnis mehr, wie man sich das zu Beginn der Einwanderungskrise noch gedacht hat, aber aus dieser revolutionären Kraft ist doch etwas anderes gewachsen: Mit einer vierstelligen Zahl an Teilnehmern in regelmäßigen Abständen ist PEGIDA wahrscheinlich der größte widerständige Stammtisch der Welt. Und das meine ich im bestmöglichen Sinne. Ich gratuliere von Herzen.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (6)

Padberg
21. Oktober 2019 12:05

5 Jahre Wiederstand! Eine Erfolgsgeschichte!

Entschuldigung, aber wirklich relevant:

https://www.reuters.com/article/us-germany-merkel-immigration/merkel-says-german-multiculturalism-has-failed-idUSTRE69F1K320101016

Lotta Vorbeck
21. Oktober 2019 12:09

Egal, was man sonst von ihm halten mag: Wenn Lutz Bachmann eines hat, dann ist es eisernes Stehvermögen!

Ratwolf
21. Oktober 2019 14:30

PEGIDA hat eine riesige Ausstrahlung auch ins Ausland bewirkt

Franz Bettinger
21. Oktober 2019 15:28

Vorsicht Satire! (verfranzelt nach Michael Winkler)
"Sie verschwinden!"
"Ja. Ist das nicht Klasse? Das ganze Pack verschwindet!“ Ein Traum schien wahr zu werden. Die Tagesschau hatte berichtet, dass sich bei der PEGIDA-Demo ein Drittel der Teilnehmer in Luft aufgelöst hatte.
"Bist blöd?", fauchte Charlene. „Wenn die Nazi-Schweine einfach verschwinden, wer braucht dann noch die Antifa?"
"Die Drecks-Rechten haben doch Ersparnisse, Wohnungen, Autos. Das fällt nun doch alles an uns." Charlene schüttelte den Kopf:
"Die Wohnungen kriegen zuerst die neuen Goldstücke. Für uns bleibt da nichts über." Hein wunderte sich:
"Haben wir das nicht immer gefordert? Wohnungen für Ausländer?"
"Solange da Nazi-Schweine gewohnt haben, war das in Ordnung", sagte Charlene. „Mist, was machen wir jetzt?"
"Die Merkel lässt uns schon nicht fallen“, meinte Hein. "Die braucht uns noch!"
"Kannst ja arbeiten gehen“, empfahl Charlene. "Die Nazi-Deppen, die bisher den Laden am Laufen hielten, sind weg. Da brauchen die jeden."
"Arbeiten? Wir?" Hein war fassungslos.
"Darauf läuft's raus", knurrte Charlene. "Die Nazis nennen uns ja nicht umsonst Zecken."
"Diese Drecksäcke“, ärgerte sich Hein, der langsam begriff. "Hauen einfach ab und lassen uns in der Scheiße sitzen!"

ALD
23. Oktober 2019 20:37

Von Woche zu Woche
Sie zogen durch das Land
Um es zu bewahren
Vor fremder Übernahm'

Mit Stolz und mit Haltung
Sie Wahres trugen vor
Und ließen im ganzen Land
bald steigen ein Licht empor

Dem Hohn und der Hetze
Sie tapfer hielten stand
und trotzten dem ehrlosen Spott
Mit sächsischer Willenskraft

Im Glanze der Heimat
Umgeben von alter Pracht
Ein Held aus dem Freistaat
Führte sie wohl bedacht

Pegida Pegida
Du bist das Flaggschiff des Widerstands
Mit Mut und Kraft und Beständigkeit
Für des Deutschen Volkes Freiheit
Mit Herz und Hand und Zusammenhalt
Für des Deutschen Volkes selbst Erhalt

...wieviel hätte ich gegeben, daß diese Worte mehr als nur ein Lied gewesen wären...

Pegida ist tot. Es lebe der Stammtisch.

Atz
25. Oktober 2019 11:44

Was wurde gehetzt von den Medien. Selbst mit Ausschwitzvergleichen. Es hat nichts genützt.

Die Islamisierung fällt wohl aus. Weiterhin ist die Hegemonie und Ideologie über uns eine angelsächsiche. Aber Pegida ist ein Stachel um die Wende zu vollenden.

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