26. Oktober 2019

Netzfundstücke (30) – Spanien, Buchmesse

Jonas Schick / 31 Kommentare

»Keine Wirklichkeit ist nur schwarz oder nur weiß, sondern jede Wirklichkeit ist gemischt.«

Kaum einer europäischen Staatsgeschichte im 20. Jahrhundert ist dieses Axiom Armin Mohlers aus dem Vorwort der Erstausgabe seines Lebenswerks „Die Konservative Revolution“ von 1950 derart auf den Leib geschnitten wie der spanischen. Seit ihrem endgültigen Fall als Weltmacht qua der Verluste ihrer Kolonien in Übersee während der Herrschaft des Königshaus der Bourbonen sah sich das Land in einem ständig schwelenden und immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen Republikanern (Liberale und Sozialisten) und Monarchisten bzw. später der Koalition der »Nationalisten« unter Francisco Franco gefangen, der im spanischen Bürgerkrieg von 1936-1939 gipfelte und in seinen Konsequenzen bis heute nachwirkt.

Francos von den Sozialisten initiierte Umbettung am zurückliegenden Donnerstag aus dem »Valle de los Caídos« auf einen regulären Friedhof am Madrider Stadtrand, die katalanischen Separationsbestrebungen und der Aufstieg der Partei VOX als Verteidiger der spanischen Einheit – Spaniens innenpolitische Verwerfungen wurzeln immer noch im Zerfall der alten monarchistischen Herrschaft und dem darauffolgenden Ringen um die richtige gesellschaftliche Ordnung. Die nie ganz verheilten Wunden brechen wieder auf.

Blickt man nun auf die bundesdeutsche Erzählung des Spanischen Bürgerkriegs, so lächelt einen die erwartbare infantile Verallgemeinerung antifaschistischer Geschichtsklitterung breit und belehrend an: die Republikaner kämpften im Spanischen Bürgerkrieg für eine freie und bessere Welt, wohingegen die Nationalisten unter Franco das »faschistische« Böse repräsentierten.

Doch die Realität sah freilich anders aus; daß sich speziell in der Persönlichkeit »Franco« eine gemischte Wirklichkeit abbildete, hinter der sich zuvorderst ein Monarchist verbarg, der sich während des Bürgerkrieges zum »Faschisten« und nach dem Sieg über die Republikaner zum klassischen Militärdiktator wandelte, das wird der Einfachheit halber und der Feindpflege wegen in antifaschistische Schablonen eingepaßt.

Daß die nationalistische Koalition aus Konservativen, Monarchisten, Karlisten und der Falange bestand, die sich unter anderem aufgrund republikanischer Gräueltaten gegenüber den katholischen Spaniern zu einer Allianz formierte, das wird aus einer solchen Erziehungsagenda heraus zur übergehbaren Nichtigkeit erklärt.

Wer nun nach einer Dokumentation sucht, die darauf abzielt, das Geschehene relativ objektiv zu entwirren und beiden Seiten den Platz einzuräumen, ihre Sicht auf die Dinge wiederzugeben, der muss leider wieder auf ausländische Erzeugnisse zurückgreifen. Diesmal ist es ein britisches Werk, daß in sechs Teilen die Wirren des Bürgerkriegs nachzeichnet:

Für diejenigen, die lieber auf Literatur setzen und auf der Suche nach klärenden Informationen auf Deutsch sind, empfiehlt sich Antony Beevors »Der Spanische Bürgerkrieg« (hier erhältlich). Ferner sind in diesem Zusammenhang noch Benedikt Kaisers »Phänomen Inselfaschismus« (hier erhältlich) und sein auf dem Jungeuropa-Blog veröffentlichter Artikel »Jenseits der Internationalen Brigaden – Freiwillige für Spanien«, der zuallererst in der österreichischen Zeitschrift Neue Ordnung Ausgabe IV/2016 erschien, hervorzuheben. In beiden Schriften wird das Phänomen europäischer Freiwilliger, die sich im Spanischen Bürgerkrieg auf die Seite der nationalistischen Kräfte schlugen, kenntnisreich entschlüsselt.


Genuin faschistisch war unter den Kräften der spanischen Rechten derweil nur die Falange um den am 20. November 1936 hingerichteten José Antonio Primo de Rivera, die mit ihrem revolutionären Ansatz der Verschmelzung von Sozialismus und Nationalismus versuchte, einen dritten Weg zwischen links und rechts einzuschlagen. Rivera war der Sohn von Miguel Primo de Rivera, der während der Restaurations-Ära von 1923-1930 als Diktator Spanien regierte.

Er prägte die politische Ausrichtung der Falange, deren Gründer er war, nachdrücklich. In Deutschland ist die schillernde Figur Riveras so gut wie unbekannt – Literatur zur Falange und ihrer zentralen Figur sind Mangelware. Wer einen Einblick über einen, wenn nicht den wichtigsten, Faschisten Spaniens gewinnen möchte, der kann zum einen auf die Dissertation von Frank Peter Geinitz »Die Falange Española und ihr Gründer José Antonio Primo de Rivera« hier frei zugreifen oder versucht zum anderen, an das englische Buch von Stanley G. Payne »Falange: A History of Spanish Fascism« heranzukommen.

Der Faschismus erblickte die Welt, um einen Glauben zu erwecken, nicht der Rechten (welche schlußendlich danach strebt, alles zu bewahren, selbst Ungerechtigkeit) oder der Linken (welche schlußendlich danach strebt, alles zu zerstören, selbst Güte), sondern einen kollektiven, integralen, nationalen Glauben.


Rund eine Woche ist seit der Frankfurter Buchmesse vergangen. Blanke Wände einer provokativ gezogenen Mauer; roter Teppich für die Gleichen unter Gleichen, grauer Grundbelag für die Verfemten; polizeiliche Dauerbewachung – fünf Tage mit dem Antaios-Stand in der Quarantäne-Ecke geben Anlaß, ein Resümee zu ziehen:

Ob wir nächstes Jahr wieder auf der Buchmesse zugegen sein werden bleibt offen, doch worauf Sie sich verlassen können: »Wir machen mit unserer Arbeit weiter!«



Kommentare (31)

zeitschnur
26. Oktober 2019 11:26

"Doch die Realität sah freilich anders aus; daß sich speziell in der Persönlichkeit »Franco« eine gemischte Wirklichkeit abbildete, hinter der sich zuvorderst ein Monarchist verbarg, der sich während des Bürgerkrieges zum »Faschist« und nach dem Sieg über die Republikaner zum klassischen Militärdiktator wandelte, das wird der Einfachheit halber und der Feindpflege wegen in antifaschistische Schablonen eingepaßt."
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Zunächst: was ist ein "klassischer Militärdiktator" VOR Franco?

Die Geschichtsklitterung ist allerdings allerseits. Auch auf der rechten bzw kirchlichen Seite.
Es ist unerträglich, mit welcher Heuchelei Johannes Paul II. den ermordeten Priester Poveda heiligsprach, der 1936 im Bürgerkrieg ermordet wurde: In dem Text, der unter seinem Pontifikat anlässlich der Sanctificatio formuliert wurde, wird bewusst und wahrheitswidrig assoziiert, er sei von den Republikanern ermordet worden:

"It was during the religious persecution in Spain that Fr Poveda would be called to the martyrdom he so desired. At dawn on 28 July 1936, when told by his persecutors to identify himself, he said, "I am a priest of Christ". He died a martyr for the faith, and was beatified by Pope John Paul II on 10 October 1993."

http://www.vatican.va/news_services/liturgy/saints/ns_lit_doc_20030504_poveda-castroverde_en.html

Nun wurde dieser Poveda allerdings von Frankisten ermordet. Und die Frage, was hier eigentlich gelaufen ist, ist bis heute offen. Poveda hatte sich in jedem Fall öffentlich gegen die katastrophale Situation der einfachen Bevölkerung in der Monarchie gewandt, v.a. die hohe Analphabetenrate, die über drei Viertel der Bevölkerung betraf, davon mehr Frauen als Männer, und 1911 ein Lehrerbildungsinstitut (Teresianische Institution) gegründet, das wohl besonders auch die Bildung der spanischen Frau befördern wollte und beförderte. Ebenso galt sein Engagement dem Kampf gegen die Verarmung breiter Volksschichten.
Und ich kann nur jedem empfehlen, mit diesen Fragen einmal stramme Katholiken, gerne auch solche mit Ämtern, anzusprechen: man beißt auf Granit. Es wird einem gerade als Frau ein Heiliger untergejubelt, der "gefühlt" wie so viele gute Katholiken "Opfer" war, Opfer der bösen Linken. Dabei war dieser Mann Opfer der Rechten, und genau das wird mit allen Mitteln unter den Teppich gekehrt. Warum?

Ein weiteres schlimmes Kapitel ist der gesamte Themenkomplex der faschistischen Verbrecher, die besonders in Spanien aufgenommen, durchgeschleust und sogar mit falschen Identitäten versehen ein neues Leben als Saubermänner beginnen durften. Franco-Spanien war "sicheres Ausland" für schwerste Verbrecher wie Ante Pavelic, alles mit freundlicher Unterstützung des Vatikan, übrigens auch das ein Thema, über das man nur mit äußerster Mühe an einigermaßen valide Informationen kommt.

Ich glaube, wir würden staunen, wenn wir wüssten, was wirklich geschehen ist. Und keiner, der morgens in den Spiegel schauen will und erst recht niemand, der sich vor dem ewigen Gott weiß, vor dem jede Lüge offenbar wird, wird sich noch leichtfertig mit "lechts oder rinks" (Ernst Jandl) identifizieren.
Die einzige noch legitime "Lichtung" ist die des "sursum", der Erhabenheit noch oben hin. Die einzige Richtung, die echte Lichtung bedeutet. Horizontal ist wirklich alles diskreditiert, versaut, um es klar zu sagen, und ein einziger Morast an Grauen, Lüge und Tränen. Warum durchwühlen wir wie Trüffelschweine diesen kontaminierten Boden, immer noch hoffend, in all dem Schmutz irgendwelche Perlen zu finden, ohne zu erkennen, dass diese Perlen, so wir sie fänden, niemals aus diesem Grund stammen, sondern Sterntaler sind?

Carlos Verastegui
26. Oktober 2019 11:34

Den Kommentar von Herrn Schick kann ich so unterschreiben, nur Mohlers "Axiom" ist doch mit Vorsicht zu geniessen, weil "Wirklichkeit" eben nicht gleich "Wirklichkeit", weil keine "Selbstverständlichkeit" ist. Das "Axiom" hat seine Ausnahmen, namentlich im Bürgerkrieg. Wenn wir uns den Bürgerkrieg rein menschlich anschauen gibt es viel "Gemischtes", wenn wir ihn als eigene Realität begreifen sehen wir die Mischung verschwinden unter dem Eindruck der Gewalt. Ich habe mal einen verzweifelten Brief eines "unpolitischen" Menschen aus der Zeit des Bürgerkriegs lesen können, gerichtet an das Rote Kreuz. Der Adressat war aus Burgos, nach Salamanca die zweite Hauptstadt Francos im Bürgerkrieg. Nun, dieser arme Mann war erschüttert von den Greueltaten die begangen wurden - seitens der "Nationalen" - , die Ermordung Unschuldiger usw. In solchen Fällen steht Realität gegen Realität, die Greuel ergeben sich dann ganz von selbst: Wer weder schwarz noch weiss sein will oder kann ,wird so oder so am Ende mit hinein gezogen werden, das ist die Logik des Bürgerkrieges, die immer noch eine Schwarz-Weiss-Logik ist. Und Spanien erlebt die Fortsetzung des Bürgerkrieges mit anderen Mitteln, und, über den deutsch-spanischen Kulturbetrieb und das weiter wirkende DDR-Fernsehen, ist in Deutschland immer nur die linke Vision durchgedrungen, habe ich in den 1990ern selbst erlebt, im Spanischunterricht auf dem Gymnasium.

Hartwig aus LG8
26. Oktober 2019 11:42

Als die Schnellrodaer vor ca. zwei Jahren einen Umfragebogen bezüglich Veränderungen des Sezessionsheftes unter den Abonnenten kursieren ließen, regte ich an, eine Rubrik ähnlich der Buchrezensionen einzurichten, in der Netzseiten vorgestellt bzw. rezensiert werden.
Die "Netzfundstücke" von Jonas Schick sind zwar nicht 100pro das, was mir vorschwebte, aber doch eine sich gut etablierende Rubrik auf SiN, die ich schätze.

Thomas Martini
26. Oktober 2019 15:55

"Ein weiteres schlimmes Kapitel ist der gesamte Themenkomplex der faschistischen Verbrecher, die besonders in Spanien aufgenommen, durchgeschleust und sogar mit falschen Identitäten versehen ein neues Leben als Saubermänner beginnen durften." - zeitschnur

Mal daran gedacht, daß sich westliche Kriegsverbrecher nie und nirgendwo für ihre Untaten rechtfertigen mussten? Nicht einmal für die Verbrechen, die man nach dem Krieg in Friedenszeiten beging, mussten Angehörige der Alliierten jemals gerade stehen.

Das ist wohl kein "schlimmes Kapitel", da die Täter keine Faschisten waren?

Ein gebuertiger Hesse
26. Oktober 2019 16:30

Die Exhumierung Francos ist ein Verbrechen - vor der Ruhestätte des Toten, mehr aber noch vor dem Geist und Herz der vielen, vielen Ehrfürchtigen, die selbst nach Jahrzehnten, in für uns Deutsche unvorstellbarer Weise, an der Valle de los Caidos das Andenken Francos bewahrten, regelmäßig Blumen niederlegten und mit Ernst vor der Grabplatte beteten - DAS, liebe Leute, war Konservatismus. Zu sagen, daß denen, die für die Grabschändung verantwortlich sind, die dreckigen Hände abfallen mögen, ist billig in den Wind gesprochen, und dennoch soll genau dies geschehen.

Der_Juergen
26. Oktober 2019 16:39

@zeitschnur

Es stimmt natürlich, dass im Spanischen Bürgerkrieg auch von den Nationalen sehr viele Verbrechen begangen wurden, aber die Goldmedaille für Greueltaten ging damals trotzdem klar an die Roten mit ihren bestialischen Morden an Nonnen und Priestern und ihrer Brandschatzung von Kirchen und Klöstern.

Obwohl ich keine Spur von Sympathie für Ante Pavelic empfinde - was hätten Franco denn tun sollen? Ihn an die jugoslawischen Kommunisten ausliefern, die aufgrund ihrer eigenen Massenmorde, vor allem im Jahre 1945, jedes Recht verwirkt hatten, sich zu Richtern über die Ustascha aufzuwerfen?

Die Person Jose Antonios kann man nur bewundern, ebenso wie die seines Geistesbruders Corneliu Codreanu in Rumänien. Beide wurden ermordet, Jose Antonio von den Kommunisten, Codreanu von einem reaktionären, seiner Maitresse hörigen Monarchen. Von den Morden profitierten in beiden Ländern die künftigen Militärdiktatoren: General Franco, dessen - neben dem gefallenen Emilio Mola - gefährlichster Rivale somit aus dem Weg geräumt war, sowie Marschall Antonescu.

Carlos Verastegui
26. Oktober 2019 17:22

@zeitschnur

Haben Sie nicht da etwas erfunden? Alles, was ich über Poveda gefunden habe, deutet darauf hin, dass er von linken republikanischen Milizen auf dem Almudena-Friedhof zu Madrid ermordet wurde, ganz au Anfang des Bürgerkriegs. Haben Sie bessere Information? Bitte teilen!

Carlos Verastegui
26. Oktober 2019 17:26

Ja, und die lieben guten linken Republikaner haben den verdienten alten Republikaner Melquiades Álvarez über den Haufen geschossen, ein harmloser Mann der mitnichten auf Seiten der aufständischen Militärs und Rechten stand. Lieber zeitschnur, es war Bürgerkrieg, und da ging alles drunter und drüber. Das meine ich damit, dass der Bürgerkrieg eine Realität für sich darstellt.

RMH
26. Oktober 2019 18:26

Der spanische Bürgerkrieg - die Ouvertüre zum folgenden Weltbürgerkrieg - zeigt exemplarisch, was dabei heraus kommen kann, wenn sich ausländische Möchte einmischen und einen Bürgerkrieg zum Stellvertreterkrieg machen. In Syrien haben wir Vergleichbares mit entsprechender Brutalität.

Nur durch die Einmischung von Außen wurde der spanische Bürgerkrieg zu dem Monster an Brutalität und Grausamkeit, wie er heute erscheint. Als sich in Portugal ein knappes Jahrzehnt zuvor das Militär an die Macht putschte (1926) und Salazar sich in Folge den Weg nach oben bahnte (Finanzminister ab 1928), fand keine Einmischung von außen statt und entsprechend "unblutig" konnte die Etablierung eines "autokratischen", der katholischen Kirche nahe stehenden Regimes, durchaus ähnlich zum System Franco, geschehen - genauso unblutig verschwand dieses System dann auch wieder in den 70er Jahren, abermals durch einen Militärputsch (diesmal linke Kräfte im Militär).

Das Ende Francos führte auch zu keinem größeren Bürgerkrieg mehr, da eben auch keine ausländische Einmischung deswegen stattgefunden hat.

Der Artikel stellt sehr gut dar, dass im spanischen Bürgerkrieg keine geschlossenen Blöcke rechts gegen links kämpften, sondern Blöcke, die zum Teil intern untereinander nicht nur zerstritten, sondern sogar zum Teil verfeindet waren. George Orwells "Mein Katalonien" berichtet für den linken Block anschaulich davon und es existiert bis heute auch das Gerücht, dass Durruti durch eine Kugel eines Agenten Stalins getötet wurde.

Die Umbettung von Franco wirkt auf den ersten Blick in der Tat befremdlich (ich wäre da auch dagegen, wenn ich Spanier wäre), auf den zweiten muss man jedoch anerkennen, dass dies mit deutlich mehr Würde und Respekt vor dem Toten und seinen Angehörigen geschah, als dies in der BR Deutschland gepflegt wird. In diesem Zusammenhang sei an das willkürliche Ausgraben der Gebeine von R. Hess, dessen Einäscherung und die Einebnung des Grabes in Wunsiedel erinnert und an die unrühmliche Rolle, die dabei die Kirche spielte. Alles mit dem Hauptargument, man wolle keine rechte Pilgerstätte bzw. keinen "Nazitourismus".

In Spanien hingegen findet Franco jetzt bei seiner Frau und ganz in der Nähe seines ehemaligen Arbeitsplatzes, dem königlichen Palast in El Pardo, seine hoffentlich nun wirklich letzte Ruhestätte (den Linken ist hier aber alles zuzutrauen). Für Madrid-Reisende nunmehr beides sehr bequem mit den öffentliche Nahverkehrsmitteln bei einem Besuch der Stadt erreichbar. Einen "Franco Tourismus" wird und kann es daher sogar noch einfacher geben als bisher - aber Franco hat ja bereits zu Lebzeiten den Tourismus in Spanien maßgeblich auf den Weg gebracht ;)

Der umständlichere und bei einem reinen Städte-Tripp nach Madrid zu aufwendige Weg nach Valle de los Caidos kann für denjenigen, der sich länger in Spanien aufhält, dennoch lohnen, da die Anlage beeindruckend ist. Immerhin: José Antonio Primo de Rivera darf dort weiterhin ruhen ("Cara al Sol“ ist nach wie vor eine der schönsten Hymnen - bei YouTube einfach auffindbar).

@zeitschnur,
etwas seltsam, Ihr diesmaliger Kommentar. Die spanischen Märtyrer des Bürgerkrieges wurden doch meistens im Dutzend und mehr zusammen selig und/oder heilig gesprochen und bei dem von Ihnen Genannten war das sicher auch so. Da kann in den summarischen Darstellungen, die man landläufig findet, schon mal etwas in einen Topf geworfen werden. Bei den Dingen wie Märtyrern gilt im Zweifel immer noch der katholische Grundsatz, tätet sie alle, Gott kennt die seinen. Im Übrigen führt der Vatikan recht genaue Akten zu den Selig- und Heiligsprechungen und ich bin mir ziemlich sicher, dass zumindest dort der zutreffende historische Sachverhalt steht. Wenn es anders wäre, wäre ihre Aufregung dann in der Tat begründet. Aber bei solchen Massen an Märtyrern …

PS: Ich bin kein Katholik und habe grundsätzlich keine Veranlassung, diesen Verein zu entschuldigen.

RafaelBoban
26. Oktober 2019 20:26

@Zeitschnur

Ich muss mich doch sehr wundern, solch rote Triaden auf einen rechtsintellektuellen Blog zu lesen. Ich frage mich nur haben Sie sich außerhalb linker Geschichtsschreibung über den Spanischen Bürgerkrieg und Francisco Franco beschäftigt?

Ganz zu schweigen über Ante Pavelić und den unabhängigen Staat Kroatien (NDH) außerhalb von jugoslawischer und serbischen Propagandisten?

zeitschnur
26. Oktober 2019 20:34

@ Carlos

Ja, ja, ... "deutet darauf hin" etc. - das meinte ich: hier wird suggestiv ein Zusammenhang nahegelegt, aber nicht ausgesprochen oder gar nachgewiesen! Hätten ihn die Kommunisten ermordet, wäre das ganz sicher von Rom und Madrid an die große Glocke gehängt worden! Nein, der Fall ist wesentlich verwickelter!

Ausdrücklich gesagt wird hier, dass es faschistische Milizen waren, die ihn hinrichteten: https://charismatismus.wordpress.com/2016/05/28/kinofilm-ueber-pedro-poveda-priester-paedagoge-heiliger-und-maertyrer/#comments

Aber warum (s. Kommentarbereich) ist nicht zu klären.

Ansonsten werden Sie nirgends eine direkte Aussage finden, dass es die Linken gewesen wären und wofür der Mann überhaupt starb. Immer wird es umschrieben: mal aus "religiösem Hass", dann wieder "von paramilitärischen Truppen", oder von "Milizen", und immer, dass er vorher heroisch gesagt habe, er sei ein Priester Christi. Und vor allem hat er vorher angeblich mit dem Opus Dei-Gründer heroische Gespräche über kommende Martyria gesprochen. Meine Güte! Das ist fromme Kitsch, der sorgfältig den Zusammenhang vernebelt und gleichzeitig Illusionsschlösser zaubert.

Auch hier ist zu seinem Ende nichts Substanzielles zu lesen:
http://www.todosloslibros.info/index.php/ultimos-articulos/24-las-buenas-amistades/768-don-pedro-poveda
Dafür erfährt man aber, dass er diese ebenfalls heroisch aufgeblasene Beziehung zu Escriva gehabt haben soll, dem er immer so großartig geholfen hat etc. blabla. Wenn ich das alles lese, gehen bei mir ohnehin 30 Warnlampen an: diese Vagheit, dieses Gemauschel, dieser scheinheilige Katholsprech, der alles Mögliche suggeriert und nichts Genaues sagt ...
Escrivas undurchsichtigen Geschäfte sind nun allseits bekannt.
Man weiß nicht, was hier gespielt wurde.
Ich "erfinde" hier also gar nichts, sondern bin nur nicht katholblind.
Escriva nutzte wohl Povedas Konzepte für sich aus, ließ sich von den Teresianern unterstützen, brach aber dann mit ihnen.
Zu der merkwürdigen Beziehung des viel älteren Poveda zu dem intriganten Escriva hier einige Beschreibungen ab S. 75: https://ia800505.us.archive.org/0/items/DieHeiligeMafiaDesPapstes/DieHeiligeMafiaDesPapstes.pdf

Es sollte jedenfalls jedem auffallen, dass hier dieses Martyrium zwar frenetisch und pathetisch gefeiert, aber um keinen Preis substanziell erklärt oder offenbart wird.

RafaelBoban
26. Oktober 2019 20:35

@Juergen

Die Kommunisten haben schon vor 1945 massive Verbrechen begangen und komischer Weise in Zusammenspiel mit den Cetniks und Italienern ausschließlich auf dem Territorium des Unabhängigen Staates Kroatien gleich nach dem 22.Juni 1941. Das heißt vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion nicht. Der Auslöser sind also nicht irgendwelche erfunden Gräuel von Nationalkroatischer Seite. Auch wenn nach dem Memorandum von Valerian angeblich schon zu dieser Zeit 100.000 Serben ermordet seien. Als binnen 2 Monate nach der Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien wer an sowas glaubt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

zeitschnur
26. Oktober 2019 20:36

@ Thomas Martini

Pardon, aber die westlichen Kriegsverbrechen sind hier nicht das Thema bzw mittelbar ja auch - vielleicht denken Sie einfach von hier um die nächste Ecke, denn nicht nur das faschistische Spanien nahm Schwerverbrecher mildtätig auf, sondern in den USA konnten Obernazis die NASA und gewisse andere sehr anrüchige Institutionen bereichern mit ihren gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen.

Hier aber geht's um Spanien: vielleicht bleiben wir einfach beim Thema?

zeitschnur
26. Oktober 2019 20:51

Noch mal an die, die mir geantwortet haben:

Natürlich geht es in jedem Krieg drunter und drüber. Aber im Windschatten künstlicher Fronten werden noch ganz andere Rechnungen beglichen.
Nicht ganz nebensächlich ist die Tatsache, dass die große Zuwendung des Volkes zu den Roten ja auch nicht einfach so ohne Grund kam. Über das innerkirchliche Geklüngel muss man nicht reden - jeder einigermaßen aufgeweckte Katholik weiß, was da läuft - bis heute ist das so. Und auch hier sind ganz alte Rechnungen offen. Wir merken bis in unsere Tage, was da in Spanien alles noch schwelt und nie geordnet und geklärt wurde.

Das Mitgefühl mit Pavelic erstaunt mich außerordentlich - der arme Franco konnte den Schwerstverbrecher also nicht an Jugoslawien ausliefern, weil Tito den Burschen sicher hingerichtet hätte?! Och, wie human! Übrigens wurde Pavelic schon lange vor der Ustasha-Staats-Zeit wegen des Doppelmordes in Marseille am franz. Außenminister Barthou und dem jugoslawischen König Alexander gesucht, den die Ustasha 1934 geplant und durchgeführt hatte.
Warum lieferte man nicht an Frankreich aus?!
Richtig - die Franzosen hätten ihn ebenfalls zum Tod verurteilt. Pardon - aber was verdient ein solcher Verbrecher eigentlich?
Ich fürchte, dass der Prozess, der gegen ihn geführt worden wäre, soviel an Dreck hätte aufwirbeln können, dass es nur zwei Wahlen gab: ihn durchschleusen und unter Kontrolle halten oder umbringen. Er hatte wohl genug Absicherung, damit Spanien ersteres wählte!

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Pietät man gegenüber solchen Menschenschlächtern empfindet ...

Franz Bettinger
26. Oktober 2019 21:08

@zeitschnur fragt im Glauben zu wissen, was und wie der Faschismus wirklich war, als ob das klar auf der Hand läge: "Warum durchwühlen wir wie Trüffel-Schweine immer wieder kontaminierten Boden?“ Sie hat dabei unfreiwillig einen Witz gemacht, denn die Antwort könnte sein: Weil bisher ständig andere Schweine sich in diesem geschichts-schwangeren Boden gesuhlt haben; eben keine, die Trüffel (sic) ans Tageslicht befördern (könnten), wenn ihnen das Suchen überhaupt (und vor allem nach vorurteilsbefreiter Geschichte) erlaubt wäre.

Also immer nach dem Motto: Es gibt Gott, Jesus, Heiliger Geist, den Teufel, die Engel, (Engelinnen?) und himmlische Heerscharen, Hexen … Faschisten und Nazis. Ist doch alles ganz klar, oder! - Manche profitieren ja von ihrem Glauben. In der Medizin nennt man dieses Phänomen „sekundären Krankheitsgewinn“.

Franz Bettinger
26. Oktober 2019 21:14

Wer „Mein Katalonien“ von George Orwell liest - den der Spanische Bürgerkrieg vom Linken zum Rechten machte - bekommt von den Geschehnissen 1936 - 39 einen anderen Eindruck. Es scheint (nach Orwell) fast ein Schein-Krieg gewesen zu sein, ähnlich dem guerre sessile oder drole de guerre, dem komischen Sitz-Krieg in Elsass-Lothringen im Jahr 1939. G. Orwell berichtet: kaum Kampf-Handlungen, kaum Tote, außer durch eigenes Verschulden (Blindgänger, rostige Gewehre, schlechte Munition); dafür Durst, Dürre, Läuse, Kälte, Schlamm, schlechter Schlaf, Hunger (und zwar weit mehr auf Seiten der Zivilisten als bei der POUM-Miliz), miserable Gefängnisse, „stolze aber untüchtige“ Spanier und ihre Maniana-Mentalität (auch im Krieg). Alles wird gestohlen (auch in den Hospitälern). Die Lügenpresse (auch in England). Weil es kein Brennholz gab, zerstörten die Linken herrlichen Haziendas. Intrigen der Anarchisten und Trotzkisten, Säuberungen durch die Stalinisten. Wie gesagt, all das liest sich ganz anders als die heute übliche linke Propaganda, und es drehte Orwell um 180° von Links nach Rechts. (War er ein Trüffel-Schwein?)

RafaelBoban
26. Oktober 2019 21:54

@ Zeitschnur

Nochmal einmal verdrehen sie nicht die historischen Fakten für Leser die sich nicht in der Region auskennen... Was soll diese Antikroatischen Tiraden bei dem Thema Spanien und Franco?

P.S. Wo sind eigentlichen die forensischen Beweise für kroatische Gräuel wie hoch die Opferzahlen (jedes Jahr weniger selbst bei linken Historikern) Wann öffnet Belgrad die Archive? Komischerweise liegen von Österreich bis Mazedonien Kroaten in Massengräbern....Klären Sie die deutschen Leser auch darüber auf was mit den Volksdeutschen passiert ist?

Schopenhauer
26. Oktober 2019 23:19

Absolut notwendig, die Franco-Ära Spaniens etwas näher zu beleuchten. Sehr gut!
Ganz besonders interessant finde ich die Post-Franco-Zeit, die ungeahnte Parallelen zu der näheren Deutschen Zukunft haben könnte.
Es bewegt sich etwas in der Welt. Donald Trump verwirklicht scheinbar eine Agenda, die sich zu Frieden und der Selbstbestimmung der Völker in Freiheit bekennt. Putin handelt schon länger sehr umsichtig im Sinne des Russischen Volkes. Beide haben den Anspruch als große, wenn nicht die größten Staatslenker der Geschichte ihres jeweiligen Landes einzugehen. Vielleicht ist dieser Anspruch bei Donald Trump sogar am größten, weil ich ihn für den größeren Narzissten halte. Wie dem auch sei. Trump hat sich des öfteren zur Selbstbestimmung der Völker bekannt und lässt seinen Worten auch Taten folgen. Ebenfalls bekannte er sich -in Anwesenheit Merkels- zu seinem Deutschen Blut.
Ich halte es für möglich, daß Donald Trump für seine zweite Amtszeit eine Deutsche Agenda hat die er umsetzen will. Was kann es größeres geben, als den 2. Weltkrieg formal und endgültig zu beenden? DAS ist doch der heilige Gral der großen Politik. Und sowohl Trump als auch Putin wollen ihn.

Was hat das mit Franco zu tun? Nun, mit wem wollen Trump und Putin reden, falls die soetwas vor hätten? Mit einer Merkel etwa? Maas? Oder sonst einem lächerlichen Wicht einer BRD-Regierung? Niemals! Keiner von denen hat genügend Legitimation. Es kann nur EINEN Mann geben, der für das Deutsche Volk reden kann, sollte es zu solchen Verhandlungen kommen. Und wer folgte Franco als Staatsoberhaupt?

Thomas Martini
27. Oktober 2019 00:21

"@ Thomas Martini

Pardon, aber die westlichen Kriegsverbrechen sind hier nicht das Thema bzw mittelbar ja auch - vielleicht denken Sie einfach von hier um die nächste Ecke, denn nicht nur das faschistische Spanien nahm Schwerverbrecher mildtätig auf, sondern in den USA konnten Obernazis die NASA und gewisse andere sehr anrüchige Institutionen bereichern mit ihren gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen.

Hier aber geht's um Spanien: vielleicht bleiben wir einfach beim Thema?" - zeitschnur

Wäre mir lieber gewesen, wenn Sie die beiden konkreten Fragen einfach beantwortet hätten, statt sich rumeiernd zu pardonnieren.

Aber meinetwegen, bleiben wir beim Thema:

"Wenn ich zurückblicke, dann habe ich nur ein Gefühl...ein großes Bedauern. Bedauern, daß wir nicht siegreich waren. Daß wir es nicht schafften, diese europäische Welt zu errichten, die für immer der Herr des Universums gewesen wäre. Die der weißen Rasse den ersten Platz gesichert hätte. Die große Herrschaft des Verstandes.

Und wenn wir sehen was wir heute vor uns haben, was vierzig Jahre Sieg der Anderen geschaffen haben, Anarchie auf der ganzen Welt. Der Zusammenbruch der weißen Rasse, die Desertation im gesamten Kosmos. Was wir in unseren Ländern erblicken müssen, das Ende aller Moral, der Untergang des Vaterlandes, das Vergehen der Familie, der Kollaps der sozialen Ordnung.

Wenn wir den Appetit für materielle Güter sehen, der die große Flamme des Idealismus ersetzte, die uns einst antrieb, von den beiden Seiten, haben wir damals für die richtige gekämft. Dieses verkümmerte Europa heute, mit seinem gemeinsamen Markt der Minderwertigkeit, kann nicht der Menschheit Freude bringen. Die Konsumgesellschaft zerstört die Menschheit, statt sie emporzuheben.

Wir zumindest, wir haben von etwas Großartigem geträumt. Und wir haben nur einen Wunsch, daß dieser Geist wiedergeboren wird. Und mit meiner ganzen Kraft, bis zum letzten Moment meines Lebens, werde ich dafür kämpfen. Damit das, was unser Kampf und Martyrium war, eines Tages die Wiederauferstehung sein wird." - Léon Degrelle

zeitschnur
27. Oktober 2019 00:33

@ Franz Bettinger

Wenn Sie nur mal genauer lesen würden: ich meinte nicht nur den Faschismus mit dem kontaminierten Boden und was Sie sonst noch so hineindichten, sondern all die horizontalen politischen Versuche ...
Und seien wir doch ehrlich, wir alle: wir suchen in alten und gescheiterten Modellen Rat, oder warum befragt man auch hier auf Sezession so gerne die Autoren der KR von vor 100 Jahren, obwohl deren Ausrutscher in den NS keineswegs zufällig oder nur Kavaliersdelikte waren? Man drückt immer da alle Augen zu, wo man sein Herz hat und das bedeutet: Realitätsverweigerung.
Genauso unsere lieben linken Freunde - warum suchen sie immer noch in einem diesmal endlich richtig verstandenen Marx erneut Heil für alle? Trotz der immensen Totenklage? Jedesmal nur ein Missverständnis einer angeblich guten lehre?!
Verstehen Sie das?
Wirklich neue Ideen gibt es nicht.
Auf mich wirken Linke wie Rechte so oft wie antiquierte Geister, die irgendwie noch nicht realisiert haben, dass diese Welt nur ein vorläufiger Ort ist.

@ RMH

Ein sehr wichtiger Hinweis, den Sie da geben auf die Einmischung fremder Mächte in den Spanischen Bürgerkrieg - das hatte ich so noch nicht bedacht. Danke.

@ Rafael Boban

Es tut mir ja leid, wenn ich Ihre Heldenepen etwas aufwühle - aber Pavelic und die Ustasha werden nicht nur von "Kommunisten" entsprechend geschildert. Ich möchte nur auf das Detail der von Rom unbedingt erwünschten Heiligsprechung Kardinal Stepinacs sprechen: der Einspruch kommt nicht von den Kommunisten, sondern von den Orthodoxen. Die Ustasha steht ganz zentral für den alten katholischen Chauvinismus und die vatikanisch-strategische Rolle Kroatiens als römischem Brückenkopf in die Orthodoxie, die um jeden Preis eines Tages wieder einverleibt werden soll. Der Völkermord an den Serben war ein Mord an Orthodoxen, und der ekelhafte Zirkus um Restjugoslawien, der illegale Krieg gegen Serbien 1999 in unseren Tagen hängt mit diesem alten Szenario zusammen. Diese gesamte Feme, gerade aktuell gegen Peter Handke, weil er hinter Serbien stand, offenbart, wie tief der Sumpf um diese Vorgänge bis heute ist. Nicht zuletzt spielt der Erscheinungsort Medjugorje in diesem Themenkomplex eine Schlüsselrolle.
Ich bin einigermaßen erschüttert, wie man Verbrecher wie Pavelic reinwaschen kann und sich nicht schämt, Kritik eines Mörders und Völkermörders als "rot" zu bezeichnen. Selbst die SS, die damals in Kroatien war, war - das ist eindeutig und mehrfach bezeugt - geschockt über die Grausamkeit und Bestialität der Ustasha.

Der_Juergen
27. Oktober 2019 08:55

@zeitschnur

Ihr antifaschistischer Diskurs irritiert mich, ebenso wie Ihr Herumreiten auf der Tatsache, dass Franco Pavelic nicht ausgeliefert hat.

Im Gegensatz zu dem kroatischen Foristen @Boban stelle ich die Verbrechen der Ustascha nicht pauschal in Abrede, weise aber darauf hin, dass sowohl die Titoisten als auch die serbischen Nationalisten naturgemäss daran interessiert waren, die Opferzahlen aufzubauschen. Allein für das KL Jasenovac wurde jahrzehntelang die absurde Zahl von 700.000 Opfern geltend gemacht. Die heutige Forschung geht von ca. 50.000 Toten aus.

Gewiss, Verbrechen bleiben Verbrechen, unabhängig von der Zahlenfrage. Aber bitte sehr, hätte Franco Pavelic an eine Regierung ausliefern sollen, die nach Kriegsende allein im kleinen Slowenien 12.000 Menschen liquidieren liess? In Kroatien war die Zahl der Opfer der Repressalien bestimmt weit höher, und auch viele antikommunistische Serben wurden getötet.

MARCEL
27. Oktober 2019 09:43

Bei der Betrachtung der spanischen Geschichte wird immer die Bewegung des Carlismus mehr oder weniger übergangen. Diese war keineswegs nur eine traditionalistische reaktionäre Bewegung des Thronanwärters nach salischer Erbfolge. Sie war ebenso für die Stärkung angestammter regionaler Eigenrechte, daher ihre relative Stärke im Baskenland, Kantabrien und Galicien. Ausgerechnet der Faschist Mussolini unterstützte ihren bewaffneten Arm, die Requetes, nach Kräften. Später wurden Teile der Bewegung vom Franquismus unterdrückt. In Nordspanien ist Nationalismus traditionell regionalistisch und verträgt sich mit linken Positionen. Carlismus wäre übrigens einen Artikel in der Sezession wert.

Andreas Walter
27. Oktober 2019 11:11

>Franz Bettinger

Hier, zum Speichern (da haben Sie dann auch gleich das spezielle "spanische N", das N mit "Schlange", mit Tilde, als Buchstabe): Ñ ñ

Mañana-Mentalität (Schlendrian, Laissez-faire, Faulheit, Verschiebementalität, Jugendsprache: Aufschieberitis, Fachbregriff: Prokrastination)

Dann noch das Lambda: Majuskel Λ, Minuskel λ (Die Identitären, die IB, Identitäre Bewegung)

Ausserdem alpha, beta gamma: α, β, γ (Strahlung)

Für Neutronenstrahlung, (noch) inoffiziell: n-Strahlung

Proto-semitische Schlange: N n, Nun (vielleicht aber auch Seeschlange, Aal oder Muräne?)

"Nun (נון) ist der vierzehnte Buchstabe im Hebräischen Alphabet. Der Name des Buchstabens hat gleichzeitig die Bedeutung „Fisch“ und den Zahlenwert 50. Steht der Buchstabe am Schluss eines Wortes, wird er als Finalbuchstabe anders geschrieben. Diese Schreibweise wird manchmal für den Zahlenwert 700 verwendet. In der (verwandten) aramäischen Sprache hat das Wort Nun die Bedeutung von „Schlange“, zurückgehend auf das entsprechende phönizische Symbol in der Hieroglyphenschrift."

Delta: Großbuchstabe Δ, Kleinbuchstabe δ (auch Differenz)

Pi: Majuskel Π, Minuskel π (die unmögliche, nicht mögliche Quadratur des Kreises)

"Mü": μ (auch für Mikro, bei Milli, Mikro, Nano)

und natürlich Omega: Majuskel Ω, Minuskel ω, das Ende.

https://youtu.be/5CpWQjUiZI8

Drachenfisch, Drachenboot, Drachenblut. Darauf einen Martini.

zeitschnur
28. Oktober 2019 01:09

@ Rafael Boban

Weder habe ich "antikroatische Tiraden" formuliert, noch mich in irgendeiner Weise auf kommunistische Positionen abgestützt - vielleicht kühlen Sie sich ab und lesen nüchtern, was ich geschrieben habe und nehmen dazu sachlich Stellung. Im Gegensatz zu Ihnen benenne ich konkrete Ereignisse und Zusammenhänge, die man in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen und Darstellungen genauso lesen kann.
Ich verstehe zwar, falls Sie Kroate sind, dass ich einen Nerv berühre, aber ich habe keine "antikroatischen" Ressentiments, zähle im Gegenteil auch Kroaten zu meinen Bekannten und Kollegen, ebenso wie Serben und bosnische Muslimen.
Ich habe vielmehr mich mit verbrecherischen kroatischen Politikern der Vergangenheit befasst, die allerdings hoffentlich nicht identisch sind mit "den" Kroaten - wenn man Sie hört, legen Sie einem das nahe, und das ist ungefähr genauso verrückt, wie wenn man denjenigen, der auf die Verbrechen der Nazis hinweist, als "antideutsch" abkanzelt und damit suggeriert, jeder Deutsche sei ein Nazi.

Ebenso habe ich mich zu der Jasenovac-Debatte und der alten Diskussion drüber, wie viele Ermordete es nun waren, gar nicht geäußert - das ist einfach nur ekelhaft angesichts derer, die so grausam ermordet wurden. Die Opferzahlen sind in jedem Fall nicht nur astronomisch (auch 50 000 wären dies!), sondern v.a. auch wegen der himmelschreienden Grausamkeit mit Sicherheit eine schwerste Belastung für Kroatien bis heute. Es gibt gewissermaßen die umgedrehte Neurose zu der deutschen: während wir uns selbst hassen, verteidigt man sich anderswo für Verbrechen, die man selbst doch nicht begangen hat und beschönigt sie.

@ Jürgen

Ich "reite nicht herum" darauf, dass Franco Paveilc (und nicht nur ihm!) Unterschlupf gegeben hat, sondern habe auf verschiedene Antworten auf ein einziges Posting wieder geantwortet.
+++

Im übrigen weiß ich, dass auch in unseren Tagen über diese Verbrechen im ehemaligen Jugoslawien heftig diskutiert wird. Ganz öffentlich im Fernsehen. Man kann das auf YT ansehen. Ich habe dabei nicht bestritten, dass auch Titos Armee Verbrechen begangen hat - darum ging es nur oben nicht. Franco hat jedenfalls meines Wissens keine serbischen Verbrecher beschützt.

Ich finde die Balkangeschichte insgesamt sehr verwickelt, sehr undurchsichtig und sehr sehr traurig. Diese Region ist seit Jahrhunderten Ort geopolitischer Inszenierungen, hat sich immer verstricken lassen, und das ist außerordentlich bedrückend. Ich kenne mehrere "Jugoslawen", die um keinen Preis mehr dort leben wollen - aus jeder Volksgruppe übrigens.

RafaelBoban
28. Oktober 2019 06:16

@zeitschnur

Erst einmal, ihre Triaden sind sehr wohl im Duktus des ehemaligen kommunistischen Regimes gehalten. Ist derselbe, den die Großserben nutzen und natürlich auch rote in Deutschland (besonders Antideutsche). Insbesondere die Verbindung mit der katholischen Kirche und dem Vatikan.

Trotzdem offenbaren Sie einiges an Unwissenheit zu diesem Thema. Die Verbindung zu Stepinac und dem Vatikan, zeigt das hier einfach alte Propaganda übernommen wird. Denn falls Sie es nicht wissen, die Ustaša-Bewegung war keine klerikale Kirchengruppe sondern Kroatisch-Nationalistisch, deswegen baute Pavelić auch eine Moschee Zagreb, da die Muslime sich damals mehrheitlich als Kroaten muselmanischen Bekenntnis ansahen. (Sie waren auch rechtlich gleichgestellt). Das verträgt sich, noch wirklich mit religiösen Fanatikerin, meinen Sie nicht?

Von welcher orthodoxen Bevölkerung reden Sie? Von Bulgaren,Russen, Wallachen oder Serben? Die serbisch-orthodoxe Kirche die erst seit 1918 existiert erhebt Einsprüche gegen eine Heiligsprechung und weiter?

Die Situation der orthodoxen Bevölkerung im unabhängigen Staat Kroatien kann nicht so schlecht gewesen sein, wenn es einen Minister, mehrere Generäle und orthodoxe Truppeneinheiten gab. Rechtlich gesehen wurde jedoch unterschieden zwischen Kroaten griechischen Ritus und Serben die als Ausländer galten. Die Unterscheidung ist wichtig denn die meisten Serben in Kroatien und Bosnien sind Wallachen ursprünglich. (Die meisten sehen sich heute als Serben, damals jedoch nicht). Deswegen wurde auch die Kroatisch-Orthodoxe Kirche ins Leben gerufen. Das ist auch der Grundstein für die Legende vom „umtaufen“ wie auch immer das gehen soll.

Klar die Kroaten sind das blutrünstigste Volk auf der Welt, deswegen gibt es auch mehr Serben als Kroaten heute (was damals nicht so war).

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass die Kommunisten erst ab 22.Juni 1941 in den Widerstand gingen, nämlich nach dem das OK aus Moskau kam. (Nachdem Unternehmen Barbarossa) Also 2 Monate und 11 Tage nach der Ausrufung des Staates. Die Četniks destabilisierten den Staat ab Mai mit Waffen aus Italien. Das Ergebnis waren massive Verbrechen besonders in Ostbosnien der Lika, Hercegovins und dem dalmatinischen Hinterland. Besonders der sogenannte Aufstand von Srb war brutal dort wurde die ganze Familie Ivezić ausgelöscht 22 Mitglieder von 2 Jahren bis 82 Jahren. Wahre Antifaschisten!

Was hat Kroatien bitte mit dem Kosovo zu tun?

P.S Sorry für Off-Topic aber die Welt ist nicht Schwarz-Weiß....

zeitschnur
28. Oktober 2019 11:23

@ Rafael Boban

Die hinsichtlich des Themas nicht rationalen Zusammenhänge und Unterstellungen mir gegenüber, die Ihre Antwort enthält kann ich nicht alle aufdröseln. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Sie ständig ad personam schießen und das ist ein Diskussionsstil, der leider ganz gegen Sie und die von Ihnen vertretene Sache spricht.

Es ist einer der ältesten und miesesten Tricks, die Untersuchung von Ereignissen und Vorgängen samt einer Bewertung damit zu tabuisieren, dass man behauptet, das täten so auch irgendwelche Personen oder Gruppen, die man zuvor dämonisiert hat (in Ihrem Falle also die Kommunisten). Es ist eine Variante der "Kontaktschuld". Kein seriöser Forscher sollte sich darauf einlassen. Dinge sind nicht automatisch unwahr, weil die "Roten" sie überliefern - allerdings sagte ich schon, dass ich mich darauf ja nicht primär abgestützt habe. Und die Sichtung von Ereignissen, die Rekonstruktion von Zusammenhängen mit der Schmähung, das sei „kommunistisch“ und „antikatholisch“ (das „antikroatisch“ lassen Sie inzwischen ja Gott sei Dank weg!), ist methodisch nichts weiter als Propaganda.

Sie wissen selbst sehr genau, dass in der Ustasha zahlreiche fanatische Katholiken waren, ja, dass die gesamte Bewegung eine ausdrücklich katholisch-kroatische Bewegung war. Der Ermordung vieler der Serben ging eine massenhafte Zwangskonvertierung zum Katholizismus voraus, die selbst Kardinal Stepinac am Ende, als es ihm wohl doch mulmig wurde angesichts des großen Unrechts, in einer Predigt benannte, mit der viele heute Katholiken die Verbrechen schönreden wollen („Stepinac hat eine mutige Predigt gehalten…“). Mehr "Kritik" kam von ihm aber nicht, er fand nur die Methoden etwas hart, die taten selbst aber nicht, und wer einmal in den Prozess schaut, der öffentlich war und sogar direkt ins ganze Land übertragen wurde, dem fällt natürlich auf, wieviel Ungereimtes hier vorliegt. (Dass sage ich nur, weil ich aus katholischen Reihen die Behauptung kenne, man hätte diese Prozessaussagen „gefälscht“ bzw „erfunden“ — nein, sie sind zweifelsfrei für jeden heute noch nachzuhören, man findet sie wie alles auf YT). Aber ich will mich nicht in Einzelheiten verlieren.
Die Ustasha war eine ausdrücklich katholische Bewegung. Pius XII. empfing immer wieder Delegationen in Rom während der Zeit, als sei alles in bester Ordnung. An den grausamen Morden waren zahlreiche kuttentragende Franziskaner beteiligt, die in den Prozessen nach 1945 dann auch das Bild bestimmen. Einige davon waren exkommuniziert worden, aber niemals erfolgte von Rom eine ausdrückliche Verurteilung der Vorgänge. (Auch Hitler wurde niemals exkommuniziert und die vage Kritik seitens Pius XII. an den Nazis per walmiger Radioansprache entspricht ungefähr der Predigt Stepinac' ... unter "Widerstand" versteht man gemeinhin was anderes, und mit Diplomatie kann man jede Verbrechensbeteiligung schönreden). Über Rom wurden auch die kroatischen Verbrecher ins "sichere Ausland" (zunächst in Europa v.a. Spanien, um wieder zum Thema zurückzukommen) geschleust, ebenso wie man das bei Nazis machte. Stepinac unterschrieb vorher, dass er das gesamte Vermögen der Ustasha in Gewahrsam genommen hatte - ein Dokument, das existiert. Dieser Schatz spielte in Auseinandersetzung auch unserer Zeit immer wieder eine dubiose Rolle. Ich habe die Vorgänge einmal intensiv recherchiert und war ziemlich entsetzt über diesen Sumpf, der bis in die USA und diverse südamerikanische Staaten reicht und dort immer noch, teilweise bis in die Justiz hinein wirksam ist. Hier liegt so viel Dubioses, Ungereimtes vor, dass man schwer die Augen davor verschließen kann — aber das gilt auch für alte Naziseilschaften, und ich sage es noch mal: es gibt ein anderes Deutschland und hoffentlich auch Kroatien!

Angesichts der schon gegen den Protest orthodoxer wie jüdischer Opfer erfolgten Seligsprechung Stepinac', der offenen Unterstützung der Separation Kroatiens, die teilweise unter unverhohlener Bezugnahme auf die Ustasha und ihre Symbole geschah, durch Johannes Pauls II - und alles, was der tat, war ein Politicum! - und der unbeirrt avisierten Heiligsprechung kam es zu so heftigen Aufregungen, dass Papst Franziskus eine Historikerkommission einrichtete, die zur Hälfte aus katholischen, zur Hälfte aus orthodoxen Forschern bestand. Die Kommission sollte die Vorgänge noch einmal untersuchen: es ging aus wie das Hornberger Schießen, in der Sache also ergebnislos. Die Fronten bestehen nach wie vor. Rom kann aber das verbrecherische Treiben der Ustasha und der undurchsichtigen Rolle Stepinac’ auch nicht eindeutig entkräften — und das sollte jeden, wirklich jeden (!), hellhörig machen.
Der Zerfall Jugoslawiens ging von Kroatien aus, wurde vom Vatikan unterstützt, wenn nicht sogar aktiv vorangetrieben, eben weil Kroatiens Rolle aus vatikanischer Perspektive die eines strategischen Stützpunktes auf dem Balkan ist.

Der Schulterschluss der Muslime mit den katholischen Fanatikern wirft nur auf den ersten Blick Rätsel auf. Man muss die Sache vielleicht einmal so sehen, dass hier eine Verbindung besteht - eine ganz alte - und von da aus betrachtet ließe sich etwa vieles im Pontifikat JP II und v.a heute Franziskus ganz anders entschlüsseln.
Die Franziskaner sind die alte vatikanische Truppe auf dem Balkan zur Unterstützung der katholischen Bevölkerung während der türkischen Besetzung. Franziskaner sind es gewesen, auf die die Ustasha zurückgeht. Franziskaner sind es, die heute diese ebenfalls dubiose Auseinandersetzung um den angeblichen Erscheinungsort Medjogorje mit Rom führen, wobei Rom sich hier wie immer vage und unklar verhält. Medjogorje liegt genau an einem der Orte, wo eines der grausamsten Massaker an Serben stattgefunden hat.

Für die Menschen, die am ort wohnen, sind das alles Ereignisse, die sie aus ihrer kleinen Jetztperspektive beurteilen. Sie rechnen taten auf und hassen sich oder reden sich ihre Lage schön, vertuschen Verbrechen oder bauschen sie auch auf (das trifft natürlich auch zu!).

Ich sehe vielmehr auf dem Balkan einen langfristigen strategischen Plan wirksam.
Dass Franco-Spanien als Waschanlage für die Exponenten der strategischen Vorgänge diente, wirft ein deutliches Licht auf seine Rolle in diesen strategischen Plänen.
War er wirklich unabhängig, oder war auch er nichts weiter als eine Marionette größerer Kräfte?

t.gygax
28. Oktober 2019 13:54

Kroatien/ Serbien
zu @zeitschnur und anderen Kommentatoren
Das sind deren Angelegenheiten, und ich bin inzwischen der Meinung, dass wir uns hier nicht in historische Nachholgefechte einmischen sollten.
Ich fürchte , wir Deutsche können das gar nicht beurteilen, da spielen völlig andere Verhältnisse ( Balkan) und Mentalitäten mit rein.
Eine nahe Verwandte hat in Kroatien studiert, sie sagte nur : " die hassen die Serben einfach"
Eine andere Verwandte hat mit einer Serbin ganz eng zusammenarbeiten müssen, trockener Kommentar. " Die hassen alle Kroaten"
Was uns angeht-wenn man schon dies düstere Kapitel aufmachen will- sind die grauenhaften Verbrechen der Tito-Partisanen an den Deutschen und den deutschen Soldaten. Aber das ist dann eine wirklich bedrückende Sache, die sich nicht mit den von der etablierten Gechichtsschreibung herbeihalluzinierten "Nazi-Greueln" erklären lässt.

Laurenz
28. Oktober 2019 14:37

Toller Beitrag von Herrn Schick. Wer sich mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigt, fällt quasi mit der Nase auf den spanischen Bürgerkrieg. Wer sich für diesen Krieg aus der linken deutschen Sicht interessiert, könnte ich diesen interessierten SiN-Lesern das Buch "Spanien war Ihre Hoffnung" https://www.amazon.de/Spanien-Hoffnung-deutsche-Spanischen-B%C3%BCrgerkrieg/dp/3801230120
leihweise zur Verfügung stellen, einfach bei der Redaktion melden.
Der wohl größte Autor der Neuzeit, der sich indirekt, abstrakt mit dem spanischen Bürgerkrieg beschäftigte, war wohl George Orwell, dessen Erfahrungen mit den sowjetischen Linken als Kriegsberichterstatter vor Ort zu seinen visionären großen Werken inspirierte. George Orwell ist vor allem in der menschlichen Werte-Gestaltung Seinem sicher nicht nicht untalentierten Kollegen & Kriegsverbrecher Ernest Hemingway (For Whom the Bell tolls - Wem die Stunde schlägt) unaussprechbar überlegen.

Da es in der Rückschau immer leicht ist, Entscheidungen zu hinterfragen, kann man statuieren, Herr Hitler beging mit seinem Engagement im spanischen Bürgerkrieg seinen ersten großen außen-politischen Fehler. Mit einem bolschewistischen Spanien in Stalins Hand, hätten die Briten Ihre Haltung zur Planung eines Vernichtungskriegs gegenüber Deutschland überdenken "müssen".

Das Urteil Herrn Schicks über britische (meist BBC-) Dokus ist korrekt. Sie sind besser und billiger produziert als deutsche Dokus, weniger ideologisiert, wenn auch nicht frei davon.

zeitschnur
28. Oktober 2019 14:59

@ t.gygax

Einerseits gäbe ich Ihnen damit recht, wenn die Welt wirklich so segregiert wäre, wie viele es gerne hätten. Ist sie aber eben nicht. Ihre Bekanntenaussagen in Ehren — aber ich kenne genügend Ex-Jugoslawen, die keineswegs so ein dummes Zeug reden. Die Serben, die ich kenne, hassen nicht alle Kroaten — welch ein Unsinn. Und umgekehrt, wobei ich zugeben muss, dass ich eher Kroaten kenne, die sehr chauvinistisch auftreten. Aber auch nicht pauschal. Viele meiner Bekannten sind gemischter Herkunft — das sollte man auch im Blick behalten, wie viele dort gar nicht eindeutig zuzuordnen sind. Und viele bezeugen, dass während des Kommunismus die alten Zwiste zumindest der Absicht nach beigelegt sein sollten. Von meinen jugoslawischen Bekannten habe ich überhaupt erst eine differenziertere Sicht auf diese Vorgänge gelernt. Da wir uns am Krieg gegen Serbien beteiligt haben und die Aufteilung Jugoslawiens mit unterstützt haben mit durchaus doppelten Standards, kann man da nicht einfach abtauchen und sagen, das gehe uns nichts an.
Andererseits gebe ich Ihnen auch nicht recht insofern, als die Ustasha-Zeit ganz substanziell mit dem nationalsozialistischen deutschen "Schutz" (zusammen mit den italienischen Faschisten) über das Ustasha-Kroatien verbunden ist. Der NDH war faktisch ein Satellitenstaat des Deutschen Reiches. Und weiter: als deutscher Katholik kann man ebenfalls die Aufmerksamkeiten nicht an der Landesgrenze ausknipsen. Wer katholisch ist, gehört einer übergeordneten Organisation ganz wesentlich an und muss sich mit den Taten der eigenen Leute, die supranational sind, befassen. Es ist jedoch auffallend, mit welcher Energie man katholischer- und westlicherseits das Bild schön malt, das kann man auch in Wiki nachlesen, wo etwa Stepinac beinahe in einen Heiligenschein getaucht wird, jedoch ohne eine einzige Quellenangabe für die angeblichen Heldentaten. Die Diskussionsseite ist, wenn man dort sucht, fast total "saniert". Sie ist für das Thema dermaßen kurz, dass das ja wohl nicht wahr sein kann! Die komplette Aussage über Stepinac kommt tatsächlich ohne einen einzigen Beleg aus! Dass es auf der Diskussionsseite dann heißt, in einem Lexikon könne es nicht drum gehen, persönliche Meinungen darzustellen, ist geradezu ein Hohn: genau das hat man aber auf der Seite stehen gelassen, wenn jeder Beleg fehlt! https://de.wikipedia.org/wiki/Ustascha

RafaelBoban
28. Oktober 2019 19:19

@ zeitschnur

Ich sage es ungern, aber Sie treffen den Kern der Sache einfach nicht. Vatikanische Verschwörung, das ist echt lächerlich außer wenn man im altbekannten Duktus. Jugoslawien war ein Projekt der Engländer und Franzosen, nach dem 1.Weltkrieg. Nachdem 2.Weltkrieg der Allierten mit der Sowjetunion. Deswegen sind diese Jugo-Nostalgie Verschwörungstheorien mit Kroaten als Werkzeuge des Westens irgendwie lächerlich. Der Westen wollte Jugoslawien erhalten. Die Kosovo Geschichte ist nicht wirklich vergleichbar.

Klar keine antikroatischen Tiraden, deshalb werden die Četniks und ihre Verbrechen nicht thematisiert auch nicht ihre Brüder Nedić und Zbor die Serbien zur selben Zeit verwalteten. Die vermeldeten stolz Serbien zum judenfreien Staat gemacht zu haben. Schonmal was vom Lager Sajmište gehört? Natürlich nicht....

Ihre Hass auf alles Kroatische trieft aus jeder Zeile. Das Zitat alle Kroaten hassen Serben, aber nicht alle Serben hassen Kroaten, spricht ebenso Bände.

Abschließend es gibt auch andere Quellen außer die altbekannten Titoistischen und Großserbischen, man muss sich nur informieren wollen. Aber Mythologie ist halt bei orientalischen Völker sehr verbreitet, ebenso wie das feiern von Niederlagen. Als junges Volk frühestens ab dem 12. Jahrhundert greifbar ist wie die Serben ist es verständlich, ein merkwürdiges Verhältnis zu seiner Geschichte zu haben.

Deswegen vielleicht einmal andere Quellen nutzen!

Laurenz
29. Oktober 2019 01:10

@zeitschnur & RafaelBoban .... irgendwie verstehe ich nicht ganz, wie Sie vom Spanischen Bürgerkrieg auf die üblichen Balkan-Reibereien kommen? Als ich Ihren Debatten-Strang zurück verfolgte, wurde es mir irgendwann echt zu viel.

Der Spanische Bürgerkrieg war nicht durch sehr wohl existierende ethnische Unterschiede in Spanien geprägt. Die radikale und äußerst gewalttätige Spaltung der spanischen Gesellschaft, war mehr oder weniger ein politischer Klassenkampf, der historisch weit zurückreicht, und durch viele Merkmale, wie zB der Absetzung König Ferdinands durch Bonaparte, aufgebaut wurde, und bis heute keine Lösung durch Ausgleich und Vergebung fand. Die Kirche trug dazu auch nichts bei, was zumindest ideologisch ihre Aufgabe, angeblich, gewesen wäre.
Die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sind ganz speziell ethnische Konflikte, die sich logischerweise durch die permanente Schwächung des Osmanischen Reiches nach der 2. Abwehr gegen die Osmanen vor Wien vollzog, geprägt.
Im Kloster auf Krk kann man die freiwillige Katholisierung der ehemals orthodoxen Kroaten nachvollziehen, was die politische Hinwendung der Kroaten zur Donau-Monarchie erklärt.
Die Leistung der Serben in 500 Jahren osmanischer Herrschaft die eigene Identität zu erhalten, ist bewundernswert.
Der auch in Serbien beheimatete Pan-Slawismus war unselig, ebenso die politische Partnersuche Rußlands und Serbiens in der Entente. Nur die degenerierte Blödheit der Habsburger und Hohenzollern ließ den 1. Weltkrieg nicht zwischen Rußland und Britannien ausbrechen.
Die Serben selbst, sorgten nach 1945, wie früher bereits in der Sowjetunion geschehen, ethnische Differenzen um den Erhalt der kommunistischen Herrschaft, vollkommen rassistisch, auszunutzen. Ausnahmslos waren alle Partei-Granden im ehemaligen Jugoslawien Serben, während Kroaten und Slowenen diesen unfähigen Staat mit ihrer Wirtschaftskraft finanzieren mußten. Daß dies die ethnischen Gräben vertiefte, ist nicht verwunderlich.
Die heutige Regelung einer Sezession ist die vernünftigste Lösung. Und die Serben müssen wieder selbst arbeiten, was Ihnen auch nichts schadet. Was den letzten Balkan-Krieg angeht, so sind die Interviews mit dem Luftwaffen-Oberst a.D. Jochen Scholz, Mitglied der Partei "Die Linke", am hilfreichsten.

Erst in den letzten 20-30 Jahren entwickelte sich in Spanien, ebenso durch ökonomische Unterschiede der Regionen, der massive Hang zur Separation, auch wenn dieser in Katalonien sicher schon über Jahrhunderte unterschwellig vorhanden war.
Bitten Sie, zeitschnur & RafaelBoban, Herrn Schick doch einfach, ob Er nicht die Freundlichkeit besäße, einen vergleichbaren Artikel über das balkanische Pulverfaß zu schreiben.

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