28. Oktober 2019

Drei kurze Anmerkungen zu Höckes Erfolg

Götz Kubitschek / 47 Kommentare

Es ist an der Oberfläche entlang zur Thüringen-Wahl alles gesagt, und zwar von fast allen. Daher nur drei Anmerkungen:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

1. Höcke und der AfD Thüringen ist in einem Flächenland gelungen, was bei der Bürgermeisterwahl in Görlitz vor einigen Monaten vorexerziert wurde: Man benötigt alle anderen, benötigt "unvorstellbare" Bündnisse, um gegen die AfD noch regieren zu können. Also: Viererkoalitionen mit komplett gerupften Hühnern, oder: linke plus CDU, den "demokratischen" Spagat bis zum Leistenbruch, weltanschauliche Flexibilität bis zur Konturlosigkeit.

Daß diese Optionen näherliegen als das naheliegende Gespräch mit dem Wahlsieger AfD, der darüber hinaus maßgeblich für die Rückkehr der Nicht-Wähler in die Wahlkabine sorge: Das ist - wie in Sachsen - der eigentliche Erkenntnisgewinn. Man zwingt die CDU in absurde Lagen, die erweisen, wo diese "Cucks" wirklich stehen.

2. Zu diesen "cuckservatives": Es ist da zehn Tage vor der Wahl in Thüringen eine Zeitung verteilt worden, "Der Wahlhelfer", und zwar auf Initiative der "Vereinigung der Freien Medien", die unter anderem von Vera Lengsfeld und Michael Stürzenberger vertreten wird. Ob dieser "Wahlhelfer" erwünscht sei, hat man bei der AfD Thüringen nicht erfragt. Und natürlich war er nicht erwünscht, denn er war und ist ein giftiger Pilz.

Lengsfeld schrieb darin nämlich, sie sei überzeugt, Höcke habe früher unter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ Artikel für eine NPD-Zeitung verfaßt. Und wörtlich weiter: „So lange die AfD Höcke in ihren Reihen hat, wird sie sich den Vorwurf, nationalen Sozialisten eine Heimstatt zu bieten, gefallen lassen müssen.“ Allerdings dürfe man nicht wegen Höcke alle Mitglieder und Wähler der Partei zu Rechtsradikalen erklären.

Das ist das Programm "AfD und WerteUnion" zu den Bedingungen der WerteUnion. Das ist friendly fire. Das ist wie der tweet Dieter Steins, gestern Abend, der es bemerkenswert findet, daß Höcke in seinem Wahlkreis (dem tiefschwarzen Eichsfeld!) sein Direktmandat nicht geholt habe.

Das sind so diejenigen, die denken, Bernd Lucke hätte seine Vorlesungen in Hamburg halten können, gäbe es Höcke, Kalbitz, den Flügel nicht. Das ist schon wieder so dämlich, so ganz und gar das Ergebnis harmloser, harmoniesüchtiger Beschwichtigungskonservativer, so hilflos, aufklärungsgläubig und unmännlich, daß man Mitleid bekommt. Wirklich.

3. Benedikt Kaiser, der gestern den Wahlabend in Erfurt besuchte, wird im Verlauf des Tages hier seine Detailanalyse veröffentlichen. Wir alle sollten gewärtig sein, daß auf Höcke nun dieselbe Mammutaufgabe wartet, die im Bund seit zwei Jahren und in Sachsen und Brandenburg seit zwei Monaten bewältigt werden muß: diese zum Glück sehr rasch sehr groß gewordenen Fraktionen und Apparate so einzurichten und zu ölen, daß sie funktionieren.

Aber dann eben nicht zufrieden sein, sondern: diese Maschinen laufenlassen und nicht vergessen, daß noch immer und bis auf weiteres keine Gesetzesinitiative, kein guter Vorschlag konstruktiv angenommen werden wird, ja, daß es im Bundestag noch nicht einmal neben der Vizepräsidentin Claudia Roth zu einer Vizepräsidentin Mariana Harder-Kühnel reichte.

Und daß dies bedeutet: Die AfD wird eines Tages koalieren, was auch sonst? Aber: Sie darf das keinesfalls als Juniorpartner tun, als Mehrheitsbeschaffer. MdB Frank Pasemann brachte das heute in einer Stellungnahme auf den Punkt:

Auf die CDU ist nur insoweit Verlass, dass man sich nicht auf sie verlassen kann. Sie verrät ihre Wähler und wird niemals mit uns zusammenarbeiten – außer wir gehen als Sieger aus einer Wahl hervor und könnten sie an der Macht teilhaben lassen.

Bis dahin aber findet die eigentliche Arbeit, die diese Partei zu leisten hat, noch nicht in den Parlamenten statt.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (47)

RMH
28. Oktober 2019 11:39

Rot und Schwarz sind die Farben der Antifa. In Thüringen kommt jetzt zusammen, was offenbar zusammengehört.

Der_Juergen
28. Oktober 2019 11:46

Ein sehr treffender Kommentar. Auf Helfer wie Michael Stürzenberger, über den sich auf dem Michael Mannheimer Blog vor einigen Monaten ein Kommentator namens "Carl Sternau" mit der nötigen Deutlichkeit geäussert hat, sowie Vera Lengsfeld können wir verzichten. Wer immer nur auf die Muslime einprügelt, verhält sich wie ein Mensch, der nicht zwischen der Peitsche und dem, der sie schwingt, unterscheiden kann.

Es ist gut für die AFD und den schneidigen, grundehrlichen Björn Höcke, dass die CDU eine Koalition mit den sogenannten "Rechtspopulisten" oder "Rechtsextremisten" kategorisch ausschliesst. In der Regierung könnte Höcke nichts Wesentliches erreichen, sondern würde lediglich die Glaubwürdigkeit seiner Partei sowie seine eigene zerstören. Man würde es ihm ja doch nicht erlauben, auch nur einen Teil seiner Ideen zu verwirklichen.

Laurenz
28. Oktober 2019 11:57

Genau so ist es, Herr Kubitschek!

Bemerken würde ich gerne, daß es einer Offenbarung gleicht, ein Jurist würde sagen, eine eingetretene Offensichtlichkeit, daß die CDU 20 Jahre von Merkel geführtund jetzt, wie seitdem in CDU-Parteiämtern üblich, ein unfähiger Platzhalter, AKK, installiert wurde. Die CDU wird zumindest eine Minderheits-Regierung der Alt-Kommunisten stützen, weil "alternativlos". Ich wage sogar die Prognose, daß in 2021 zur Bundestagswahl IM Erika wieder antreten wird, weil ebenso alternativlos.

Was Frau Lengsfeld & Co. angeht, so läßt sich bemerken, daß es sich hier um eine nicht untalentierte Schreiberseelen handelt. Man will aber nachwievor zu den "Guten" gehören. Deswegen wird die ultra-linke Unsitte gepflegt, ganze Gesellschafts-Schichten dieses Staates auszugrenzen. Denn nur weil von Lengsfeld definierte soziale Nationale (Menschen/Bürger) in unserem Staate leben, entsteht ja die Definition so vieler asozialer vaterlandsloser Gesellen, zu denen Frau Lengsfeld & Co. sich zugehörig fühlen mögen.

Gotlandfahrer
28. Oktober 2019 12:02

Mein Glückwunsch an die Thüringer und Dank an alle, die an dem Ergebnis so unermüdlich mitgewirkt haben!

Ferner gilt meine uneingeschränkte Zustimmung dem von GK immer wieder herausgestellten Prinzip des Wankellosen. Mir helfen derlei Klarstellungen stets ungemein, nicht im Strom loszulassen.

Allen, die dies immer wieder beherzigen und offen zeigen gilt mein allerhöchster Respekt! Allen, die befürchten, damit zu hart zu sein oder kluge, notwendige Kompromisse zu verunmöglichen sei in Erinnerung gerufen: Es ist wie bei einer Herde Süchtiger. Da geht nur kalter Entzug. Hier und da nochmal ein bisschen spritzen oder schnupfen lassen heißt weiter so und sich sich selbst, den Schutzbefohlenen und am Ende sogar den Süchtigen gegenüber schuldig machen. Politisches Methadon mag den Dealer verärgern, ist aber keine Heilung, sondern weiterhin eine schwere Schädigung des Organismus und damit keine Lösung.

Kalter Entzug ist wenigstens ein Ende mit Schrecken, verschließen wir die Ausfluchtwege!

brueckenbauer
28. Oktober 2019 12:07

Ich würde ja gerne die Anti-Höcke-Fraktion unterstützen, wenn da nur mal substantiierte Vorwürfe kämen.

Was soll das nun wieder heißen: Die AfD "müsse sich den Vorwurf gefallen lassen" - muss sie den bloßen Anschein vermeiden (der schließlich von jedem erzeugt werden kann, wenn er nur über das Megaphon verfügt)? Hat Frau Lengsfeld irgendeine Vorstellung, wie weit sich ein Mensch verbiegen muss, der um jeden Preis "den Anschein vermeiden" will?

Und was genau wird Höcke eigentlich vorgeworfen, wenn man sich nicht traut, ihn Nazi zu nennen, wohl aber "nationalen Sozialisten"? Darf man in der AfD etwa nicht national sein? Oder darf man nicht sozialistisch sein? Und wenn man es so schrecklich findet, sozialistisch zu sein - was macht man dann mit Schumacher, Ollenhauer, Brandt, Richard Löwenthal usw.? (Und so was kommt von Leuten, die sich als geistige Erben der alten Bonner Republik verstehen!)

Substantiell wäre der Vorwurf, Höcke würde, wie Hitler, die bolschewistische Verfassungspolitik imitieren: Abschaffung der Opposition, Kritiker ab ins Lager usw. Aber das wird ja nicht einmal behauptet!

starhemberg
28. Oktober 2019 12:09

Sachlich, nüchtern, am Punkt. Wunderbar. Eine Anmerkung noch meinerseits - die Wahlanalyse nach Wahlalter ist bemerkenswert und sehr erfreulich.

Subversiver
28. Oktober 2019 12:12

Das Geplänkel der in die Jahre gekommenen Politiker und Journalisten ist nebensächlich, wenn man in Betracht zieht, dass die AfD bei jungen Menschen auf Platz 1 liegt. Das ist die Zukunft. Demgegenüber stirbt die Linke aus, sie hat nur bei 60+ die Mehrheit.

Tipp:
Das Angebot von Sezession und Antaios etwas konsequenter daran ausrichten.

micfra
28. Oktober 2019 12:14

Kurz und richtig! Es lebe der Solidarische Patriotismus!

ALD
28. Oktober 2019 12:57

Das Ergebnis von Thüringen als totaler Kontrast zum fast schon komplett verlorenen Hannover hat alle Erwartungen an die AfD-Ost erfüllt. Erfreulich.

Ergänzend zu den Worten von Herrn Kubitschek erlaube ich mir, einen Auszug aus meiner schonungslosen Kurzanalyse der AfD - Ja, eigentlich eben jener "Cuckservatives" in der v.a. West-AfD - anzufùgen, Die vergangene Woche auf tagesstimme.com erschien:

1. Abgrenzungsverhalten und Anbiederungsversuche

In der AfD grenzt man sich gerne und oft ab – am liebsten von der AfD. Wem das nützt, ist klar. Damit tut man das denkbar Schlechteste, was man tun kann, wenn man ohnehin nur einen winzig schmalen Streifen der gedanklichen Freiheit sein eigen nennen darf. Wie soll dieser „schmale Grat“ denn ausgebaut werden können, wenn man sich immerzu von diesem und jenem aus den eigenen Reihen abgrenzt, weil die unersättlichen „Nazijäger” und „Rechtsterrorismusexperten” von CSU bis Antonio-Amadeu-Stiftung sich bei jeder Gelegenheit auf jede noch so harmlose Äußerung stürzen. Daher kann nur gelten: Man darf sich grundsätzlich nicht von den eigenen Leuten abgrenzen. Nie! Wer das nicht begreift, hat nichts Besseres verdient, als in einem Hörsaal voller fleischlos-grölender Studenten, die vor 40 Jahren wahrscheinlich nicht mal einen Realschulabschluss hätten erlangen können, niedergebrüllt zu werden.

Die AfD distanziert sich nicht nur gern von sich selbst, sie biedert sich mindestens mit demselben Eifer bei all denjenigen an, die nicht mal bereit sind, ihnen einen Platz in der Abstellkammer der Republik zuzugestehen. Die Springer-Presse mit Frontmann Michel Friedman, der Zentralrat der Juden, der AJC-Berlin – sie alle wollen nichts mit der AfD zu tun haben; selbst dann nicht, wenn die AfD ihnen kriechend zu Füßen liegt und um eine klitzekleine Geste der wohlwollenden Aufmerksamkeit fleht. Nein! Nein! Nein! Es muss Schluss sein mit dieser unsäglichen Unterwürfigkeit.

Wer jämmerlich bettelt, kriegt gar nichts! Um ernsthaft und glaubhaft für eine gute Beziehung zum Staat Israel und die Sicherheit und Unversehrtheit aller Juden in Deutschland einzustehen, bedarf es keinerlei Zustimmung dieser Organisationen. Der einzige Ansprechpartner und Bezugspunkt, was jüdische Angelegenheiten betrifft, kann die Botschaft Israels sein. Und diese wird sich, wie jede andere Botschaft eines seriösen Staates auch, der AfD gegenüber sicher genauso korrekt und vernünftig verhalten wie gegenüber jeder anderen Partei auch. Die AfD ist nicht antisemitisch. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Deshalb Kopf hoch. Und die Würde behalten. Wer keinen Respekt und Anstand zeigt, soll auch keine weitere Beachtung bekommen, und erst recht keine Liebkosungen. Punkt.

2. Kommunikationsfehler bei innenpolitischen Angelegenheiten

Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag, deren innenpolitische Positionen so etwas wie eine Mindestvoraussetzung darstellen, um Deutschland womöglich doch noch als funktionierenden Nationalstaat mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung aufrechterhalten zu können. So weit, so ernüchternd. Doch wie kommuniziert die AfD eigentlich ihr Programm nach außen? Natürlich ist es wichtig, auf Straftaten und Gewaltverbrechen, die Verrohung von ganzen Stadtteilen und das stetig sinkende Sicherheitsgefühl der Bürger hinzuweisen. Aber doch bitte nicht ständig so hysterisch, ausfallend und plakativ. Genau diese ungezügelte, ja geradezu orientalische Art der Opfer-Zurschaustellung wirkt doch auf den Besonnenheit schätzenden und kühlen Kopf bevorzugenden deutschen Landsmann vielmehr abstoßend als überzeugend.

Wer nur wütend sein will, kann gerne zu Pegida gehen, und wem der Zorn nicht gut steht, sollte lieber die Klappe halten. Deutliche Worte des Zornes zu sprechen – dafür sollte man das notwendige charakterliche Rüstzeug mitbringen, sonst macht man sich nicht nur unsympathisch, sondern wirkt groteskerweise auf viele Landsleute geradezu lächerlich. Wer als Autorität in Sachen Innen- und Sicherheitspolitik wahrgenommen werden will, sollte durch Kompetenz und argumentative Überlegenheit hervorstechen, nicht durch Geheule und den Hang zu unsäglichen Begrifflichkeiten („Messermänner“, „Kopftuchmädchen“, „Gefährder-Bambini“ usw.)

3. Dilettantismus bei Fragen der Außenpolitik

Die AfD hat keinen einzigen Nahostexperten in den eigenen Reihen. Dort wird aber gerade der Lauf der Welt entschieden. Armin Hampel – einer der wenigen AfD-Politiker mit Kenntnis von der Region – scheint den wichtigsten Staat im Nahen Osten, die Türkei, nicht wirklich gut zu verfolgen und einschätzen zu können. Seine Forderung nach einer von der UN beaufsichtigten Sicherheitszone in Nordsyrien hört sich zwar gut an; bleibt aber ohne das Einbindenwollen der Türkei als regionale Ordnungsmacht letztlich nichts weiter als ein nicht realisierbares Gedankenspiel.

Nach Jahren der diplomatischen Funkstille sind nach Vermittlung Russlands erste Anzeichen einer vorsichtigen Annäherung zwischen der Türkei und Syrien zu vernehmen. Grundlage für weitere Verhandlungen im Astana-Format (gemeinsam mit Russland und dem Iran) ist das Adana-Abkommen zwischen beiden Ländern aus dem Jahre 1998, das Syrien dazu verpflichtet, keinerlei terroristische Gruppierungen an der Grenze zur Türkei zu dulden und der Türkei erlaubt, bei Missachtung des Abkommens dort militärisch vorzugehen.

Die Zeichen stehen erstmals seit vielen Jahren also günstig für dauerhafte Stabilität und Frieden in Syrien, sukzessive im gesamten Nahen Osten. Doch was macht die AfD? Sie reiht sich in den gemeinsamen Chor aus MLPD, GRÜNE, LINKE und SPD ein und trällert das Lied von Erdogan, dem Diktator und Kurdenschlächter. Wie tief die Partei dabei charakterlich sinkt, verdeutlicht nicht nur die Tatsache, dass sie die über 300.000 kurdischen Flüchtlinge aus Syrien, die Schutz in der Türkei fanden, ausblendet, sondern auch ihr donnerndes Schweigen zu den linksextremistischen Antifa+PKK-Ausschreitungen in Stuttgart, Herne, Nürnberg usf. Wenn der linksextremistische Mob samt echter Hetzjagden sich gegen türkische Mitbürger, Geschäfte und Einrichtungen richtet, wird es plötzlich ganz still in der AfD. Doppelmoral am Siedepunkt – kurz vor der unterlassenen Hilfeleistung. Dass selbst der von der AfD so gefeierte US-Präsident Trump die PKK als gefährlicher als den IS einschätzt, scheint der außenpolitisch voll auf Antifa-Kurs eingeschlagenen Parteiführung ebenfalls egal zu sein.

Die Partei ist in einen heillosen Widerspruch verwickelt, was die Türkei betrifft. Sie wirft den Altparteien und vor allem den Linken stets vor, ideologisch und weltverbesserisch Politik zu betreiben; tut im Falle der Türkei allerdings genau dasselbe und verpasst damit die Chance, sich als einzige Partei richtig zu positionieren und eine Kooperation sowohl mit der Türkei als auch mit Syrien zu fordern, um die syrischen Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückführen zu können.

Auf der Welt vollzieht sich ein entscheidender Wandel und Deutschland wird zu den Verlierern dieses Wandels gehören, wenn nicht die Rückkehr zu einer rein interessengeleiteten Außenpolitik vollzogen wird. Wer soll dafür im Bundestag einstehen, wenn nicht die AfD? Glaubhaft ist sie dabei bisher mitnichten.

4. Zweifelhafter Patriotismus
Es verwundert nicht, dass die Mehrheit eines Landes, in dem nicht mal ein Fünftel der Bevölkerung bereit wäre, für sein Land zu kämpfen, sich über die Solidarität türkischer Fußballer zu ihrer Armee echauffiert. Dass aber gerade diejenigen Deutschen, die sich als Patrioten sehen, sich darüber empören, dass andere Völker bedingungslos zu ihren Soldaten stehen, die ihr Blut für die Sicherheit und Integrität ihres Staates vergießen, ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Ist es Neid? Oder vielleicht die alte Türkenangst, die da zum Vorschein tritt, wenn AfD-Anhänger gar den Ausschluss der türkischen Nationalmannschaft von internationalen Wettbewerben fordern? Ich weiß es nicht. Sicher ist nur, dass diese hilflosen Reaktionen Zeugnis eines zutiefst gestörten Verhältnisses zu eigenen Nation sein müssen und hinter der patriotischen Hülle sich oft nicht mehr als „liberal-libertäre Selbstbezogenheit“ verbirgt.

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Vollständiger Artikel hier: https://www.tagesstimme.com/2019/10/20/die-alternative-am-scheideweg-schonungslose-analyse-eines-idealisten/

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Wir - damit meine ich alle, die klaren Verstandes sind - müssen die West-AfD von Witzfiguren und Provokationsagenten befreien. Zumindest dürfen sie nicht sich in erste Reihe drängend die Regierungsfähigkeit der Partei unterminieren. Ein Vorstoß der entschiedenen Vernunft im Westen wird die CDU dazu zwingen, mit der AfD zu koallieren.
Um diesen Vorstoß voranzutreiben, habe ich mich für den Bundesvorstand beworben. Die Zeit drängt.

Unterstützen Sie mich: https://www.afd.de/bewerber-bundesvorstand-bpt-braunschweig/entry/32126/

W. Wagner
28. Oktober 2019 13:08

Ich erlaube mir, parallel dazu aus Italien zu berichten: Gestern waren dort Wahlen in Umbrien mit seiner wunderbaren Hauptstadt Perugia. Seit Jahrzehnten in linker Hand. Grandioser Sieg nicht nur von Salvinis Lega sondern auch von Giorgia Melonis Fratelli d’Italia, die die Regierungspartei Movimento 5 stelle überholt hat - ähnlich wie in Thüringen. Auch in Italien dies alles gegen den kompletten Mainstream, gegen die Zensur von Facebook & Co.
Zwei Dinge deshalb als Ergänzung zu Götz Kubitscheks Beitrag:
1. Vergessen wir die große Kultur Thüringens nicht. Erinnern wir an die großen Traditionen dieses Landes, verhindern wir die weitere Zerstörung der Landschaften und Städte und Dörfer durch Plastik und (Post)Moderne. Es gibt reichlich Denker, Künstler, Ideen, an die wieder anzuknüpfen ist.
2. Denken wir daran, dass Thüringen auch in einem europäischen Kontext zu sehen ist! Knüpfen wir auch von dort wieder (!!!) die Verbindungen nach Italien.
Beide Seiten haben die Denker, die diese Verbindungen gestalten können und werden.

zeitschnur
28. Oktober 2019 13:25

Die Frage nach der Identität von Björn Höcke und "Landolf Ladig“ geht im Moment durch die Presse. ZB hier: https://taz.de/Streit-um-Landolf-Ladig/!5634225/

Die Argumente, dass eine Identität besteht, gründen sich, wenn ich das recht verstehe, auf Sprachanalysen. LL und Höcke benutzten gemeinsam Wörter wie "Homöostase" oder "Perturbation". Sehr einsichtig: Mit dem Argument könnte auch ich LL sein. Und nicht nur ich. Wahrscheinlich die gesamte Bildungsoberschicht im deutschsprachigen Raum.
Mich erinnert das an dieses ominöse ZDF-Interview, in dem ebenfalls - anstatt über das Wahlprogramm der AfD in Thüringen zu reden - vonseiten des Interviewers Höcke auf einzelne Wörter, die angeblich Nazisprache seien, festgelegt werden sollte: Um jeden Preis sollte er in die Naziecke geschoben werden. Motto: "Reim dich oder ich fress dich". Dabei ist interessant, dass einzelne normale Wörter tabuisiert werden, nicht etwa Aussagen. Es wären aber nur konkrete Aussagen, die eine Nähe zu NS-Gedankengut zuließen. Das ist übelste hetze, wenn man mich fragt: mit der Methode kann man jeden für alles verleumden: „Sie hat ‚Autobahn’ gesagt, also ist sie ein Nazi“. „Er hat ‚Arbeiter’ gesagt, also ist er Stalinist“. Auf welchem Niveau sind wir angekommen! Im Zeitalter der „Nachrichten in einfacher Sprache“ und massenhaft Leuten im Land, die kein richtiges Deutsch mehr können und in der Schule auch keins mehr lernen, verfangen solche Hetzereien natürlich gut.

Nun, kurz nach gewonnener Wahl diese Schmutzkampagne erneut, Lengsfeld im Vorfeld (übrigens etwas merkwürdig, ihr "Unmännlichkeit" vorzuwerfen, das hätte wenigstens geklärt werden müssen, was das heißen soll) mit dabei: was soll das? Geht es wirklich nur um ultimative Rettungsmanöver der Wertunion? Alles verwirrend …
Ich schicke voraus, dass ich in dieser Höcke-Causa insgesamt nicht durchblicke und daher keineswegs einfach so für ihn sprechen kann - dazu weiß ich einfach zu wenig. Aber immer noch gilt "in dubio pro reo". Dieses Kampagnenartige, das sich seltsamerweise an der Sprache aufhängt, macht mich stutzig. Es klingt nach Finte, nach gelegter Falle, passend zu einem Mann, dessen persönliches Profil sehr „sprachlich“ ist, der sprachlich sehr eigen wirkt, etwas pathetisch, leicht herauskennbar aus anderen Sprechern (ich sage das wertneutral, nur als Phänomen). Einen so eigenwilligen Sprecher kann man prinzipiell sehr gut über Sprachelemente verleumden.

Höcke hat nun der Jungen Gemeinde in Jena vorgeworfen, sie habe LL erfunden. Nur: das war 2011, als es noch keine AfD gab. Was meint er damit?

Es bleibt jedenfalls spannend. Und Kommentare wie in der "Welt", wo Kretschmer zitiert wird und erklärt wird, man dürfe nach richterlichem Urteil Höcke als "Nazi" bezeichnen (in der "taz" darf man ihn stattdessen nach richterlichem Urteil als "Faschisten" bezeichnen) https://www.welt.de/politik/deutschland/article202580492/Thueringen-Wahl-Merz-twittert-Kretschmer-fordert-Konsequenzen.html.
Auch der "Spiegel" berichtete, dass es nicht um "Nazi", sondern "Faschist“ ging: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bjoern-hoecke-darf-als-faschist-bezeichnet-werden-gerichtsurteil-zu-eisenach-a-1289131.html
Bei der "Welt" ist man wohl inzwischen zu verblödet (oder zu verlogen), um den Unterschied in der Nuance zu kennen. Das Gericht urteilte damals, dass die Bewertung Höckes als F. in einem konkreten Fall (nicht allgemein!) sachlich begründet worden sei und nicht einfach nur eine Beschimpfung war. Ob er deswegen ein F. IST, wird damit natürlich nicht gesagt. Es geht nur darum, ob diese Meinung durch die freie Meinungsäußerung abgedeckt sei.
Wenn nun Zeitungen dies suggestiv so einbinden, als habe das Gericht dabei geurteilt, H. sei ein F., dann ist das der Tendenz nach äußerst unlauter und hetzerisch.

Es wird nun erklärt allerseits, Höcke könne nicht beweisen, dass LL aus den Reihen Evangelischer Jugend käme, also müsse das wieder mal quasi eine seiner typischen Nazilügen sein.

Das ist ein ganz unguter Stil, mit dem hier berichtet wird in einem schwebenden Verfahren! Interessanterweise kommt Höcke in all dieser Berichterstattung ja gar nicht zu Wort und niemand hat soviel rechtsstaatlichen Verstand, erst einmal zu fragen, was er mit dem Vorwurf meint und was hier eventuell zugrunde liegen könnte.
Die Beschuldigung Höckes ist zu direkt und zu konkret, als dass man sie einfach so marginalisieren kann. Es muss geklärt werden, was er mit ihr andeuten will.

Ich hoffe, dass endlich Licht in diesen Filz kommt, und eines sollten auch die Höcke-Gegner wissen: Immer, wenn es nicht so recht weitergeht in Ermittlungen und Forschungen, hängt hier sehr viel mehr dran, als nur ein angeblich oder wirklich problematische Person. Es geht gar nicht nur um Höcke. Immerhin ist die Causa Petry ebenfalls mit ihrem Versuch, Höcke zu stürzen, verbunden. Ich bin sehr gespannt, was hier noch zutage kommt, wenn wir dies je noch einmal erleben sollten.

W. Wagner
28. Oktober 2019 13:27

Und ergänzend zu meinem Kommentar: Auf ilprimatonazionale.it hat Valerio Benedetti schon Stellung bezogen zu all den italienischen Medien, die in Thüringen einen Sieg der “Nazis” sehen.
Ich möchte daher nochmals betonen, dass auch wir stärker über Italien berichten müssen und darf nochmals an das bei Manuscriptum erschienene Interview-Buch mit Salvini erinnern! In Italien wird der Verlag des Originals von den Buchhandlungen boykottiert - in der BRD wird das Buch ebenfalls nicht besprochen!

RMH
28. Oktober 2019 13:28

"Benedikt Kaiser, der gestern den Wahlabend in Erfurt besuchte, wird im Verlauf des Tages hier seine Detailanalyse veröffentlichen."

Nur nicht mit zu heißer Nadel stricken --- da wird noch die eine oder andere Entwicklung kommen, die evtl. interessant sein könnte. Ggf. noch ein bisschen warten, mit der Veröffentlichung der Fundamentalanalyse.

Ein Wort zum Steinschen "Tweet":
Irgendwie erweckt das den Eindruck, als ob mancher aus den eigenen Reihen geradezu darauf gewartet hat, dass die AfD in Thüringen deutlich schlechter abschneidet, als in den anderen neuen Ländern, damit man dann Höcke zumindest wegen "Erfolglosigkeit" die Flügel stutzen kann oder ihn in die Bedeutungslosigkeit abschieben kann.

Pech gehabt, die Menschen wählen bei der AfD eben nicht nur Personen, wie bei den Linken den Herrn R. (ohne seinen Landesvater-Bonus wäre es anders ausgegangen).

Mit Höcke ist also weiter zu rechnen und das sich darüber nicht nur der politische Gegner ärgert, sondern offenbar auch noch andere, die eigentlich froh sein sollten, wenn mit ihm fast ein Viertel der Wählerstimmen abgeholt werden konnten, zeigt, wie "normal" und vor allem bürgerlich die AfD mittlerweile ist. Denn gerade bei den bürgerlichen Parteien gilt ja die Devise, die Steigerung von Feind lautet Feind, Todfeind, Parteifreund.

Herzliche Glückwünsche daher insbesondere an Herrn Höcke - gegen alle Schmähungen gewonnen zu haben, dass nötigt Respekt ab.

PS:
Ach ja: das Urteil des VG Meiningen,

https://rsw.beck.de/aktuell/meldung/vg-meiningen-hoecke-durfte-bei-versammlung-als-faschist-bezeichnet-werden

wonach Herr Höcke im Rahmen einer Demonstration (!) als "Faschist" bezeichnet werden "darf", sollte einmal gründlich auseinandergenommen werden, denn diesbezüglich verbreiten die Medien nämlich juristischen Unsinn und Fake-News in Reinkultur! Wegen dieses Urteils darf noch lange keiner Face to Face "Faschist" zu Herrn Höcke sagen.

Lotta Vorbeck
28. Oktober 2019 13:36

"Und Sie da vorne mit dem Pferdeschwanz ..."

Morddrohnung bei AfD-Bürgerdialog - "Zuschauer" droht mit „Kopf-ab-Geste“

Die Verrohung nimmt täglich zu. Bei einer Veranstaltung in Weingarten nutzte ein "Zuschauer" die Gelegenheit, mir in direkter Weise mit einer „Kopf-ab-Geste“ zu drohen. Was dann passiert ist, sehen Sie im Video.

Von Alice Weidel am 28.10.2019 veröffentlicht:

https://youtu.be/InSwH87Jzs4

Simplicius Teutsch
28. Oktober 2019 13:55

Höcke muss gut aufpassen. Sie hassen ihn, und sie werden ihn jagen, kläffend im Rudel mit Schaum vor dem Maul, aber auch mit hinterhältigen Fangeisen.

GoetzGeorg
28. Oktober 2019 13:55

Vera Lengsfeld hat mich sehr enttäuscht. Wenn sie Beweise hat bez. der Identität Landolf Ladigs, soll sie sie bitte präsentieren und nicht linke Unterstellungen kolportieren. In dem MDR Interview wies Herr Höcke in Richtung Antifa Jena (wenn ich mich richtig erinnere), die angeblich mehr über diese Person wüssten ? Hier sollte aber auch Herr Höcke, wenn möglich, reinen Tisch machen und versuchen die Identität zu klären. Die ständigen linken Unterstellung schaden mehr als das sie nützen, bürgerliche Wähler zu erreichen.

Seneca
28. Oktober 2019 14:19

Dieter Stein ist ein eigentlicher “Höcke”, verbiestert an der eigenen falschen Meinung festhalten - come what may - und wenn es ein grandioser Wahlsieg gegen ALLE dh inklusive Gegner in den eigenen Reihen ist.

Wer es mit dem Land, der AfD und auch dem Zugpferd Höcke gut meint, kann ihm jetzt nur anraten, ganz aktiv auf FDP und CDU auf allen Ebenen zuzugehen, eine stabile bürgerliche Koalition anbieten und sich selbst dabei zurück zu nehmen. Höcke würde hierdurch zweierlei erreichen:

1. Er entzaubert selbst das von ihm gezeichnete Zerrbild des Extremisten, der lieber den Bürgerkrieg als eine politische Koalition mit eingegangen Kompromissen sucht.

2. Er zwingt genau DADURCH der FDP und der CDU die frei und selbst gewählte Entscheidung gegen diese mögliche bürgerliche Koalition auf und das nunmehr offene Paktieren mit Alt- wie Neukommunisten.

Keine Angst dabei...zu einer Koalition mit der AfD wird es nicht kommen, aber es entscheidet sich in diesen Ragen, ob der “böse” Hôcke die Schuld daran trägt oder eben dich FDP und CDU.

Und genau DIES wäre ein politischer Schatz für die kommenden Wahlen !

Der Wähler hat dann nur noch die tatsächliche Möglichkeit zwischen einem linksradikalen Einheitsblock und der AfD.

Eine bessere Ausgangsbasis ist für die AfD nicht denkbar.

Adler und Drache
28. Oktober 2019 14:28

Nanu? Frau Lengsfeld, die beim Verlagsempfang zur letzten Buchmesse mit anwesend war, mit Rechten geredet, gegessen und getrunken hat, grätscht in die Wahl rein und ist sich nicht zu schade, Verschwörungstheorien zu verbreiten? Was ist geschehen? Ist sie David Bergers Charme erlegen?
Bin schwer enttäuscht!

Gotlandfahrer
28. Oktober 2019 15:07

PS:
Es macht mich mehr als unglücklich, als Leser mitansehen zu müssen, wie die ehrbare, tapfere Frau Lengsfeld angesichts ihrer – die Ansicht teile ich – kontraproduktiven Stöckchenübersprunghandlung im Fall Höcke, nun hier als nicht mehr hilfreiche Person beurteilt wird. Ihre Aussage kann unsereins nicht gutheißen, das ist klar. Aber wenn jemand außerhalb des wankellosen Kerns der Vernunft noch zugänglich ist, gehört aus meiner Distanzsicht Frau Lengsfeld dazu. Man sollte Wankellosigkeit und den notwendigen Mangel an Versöhnung nicht durch das Hochziehen von Zugbrücken gegenüber den Guten im eigenen Volk zum Ausdruck bringen. Vielleicht hilft ein Telefonat, vielleicht auch nicht. Wenn nicht, wäre es aber auch nicht weiter tragisch, denn Am Ende entscheidet ohnehin die Wirklichkeit, und an der kommt höchstens Stan Libuda vorbei.

nom de guerre
28. Oktober 2019 15:41

@ Adler und Drache
"Frau Lengsfeld [...] grätscht in die Wahl rein und ist sich nicht zu schade, Verschwörungstheorien zu verbreiten?"

Nach meinem Eindruck ist Frau Lengsfeld niemand, der (bewusst) Verschwörungstheorien verbreitet, sondern sie dürfte das, was sie da schreibt, tatsächlich glauben und braucht dazu sicherlich keinen David Berger. Wer ihren Blog verfolgt, sollte darüber allerdings nicht erstaunt sein - sie mag Überschneidungen mit der AfD bzw. deren Umfeld haben, aber letztlich fremdelt sie doch sehr mit ich glaube jeglicher rechten Strömung und will einfach ihre alte CDU wiederhaben. Die es nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben wird.

Wahrheitssucher
28. Oktober 2019 15:46

„Neben der Frage nach einer möglichen künftigen Koalition ist auch ein Blick auf die Wahlentscheidung der Altersgruppen interessant: Hier liegt die AfD bei den Unter-60-Jährigen vorne. Die Linke unter der Führung von Bodo Ramelow punktet deutlich bei den Über-60-Jährigen. Am Ende haben wohl nur die Rentner Ramelow den Wahlsieg gerettet.“ (Quelle: Tagesspiegel 28. 10. 19)

Wem gehört die Zukunft?

@ zeitschnur
Warum vergeuden Sie so viel Schreibkraft auf solche Nebenkriegsschauplätze wie „LL“?

Lotta Vorbeck
28. Oktober 2019 15:53

@Adler und Drache - 28. Oktober 2019 - 02:28 PM

"Nanu? Frau Lengsfeld, die beim Verlagsempfang zur letzten Buchmesse mit anwesend war, mit Rechten geredet, gegessen und getrunken hat, grätscht in die Wahl rein und ist sich nicht zu schade, Verschwörungstheorien zu verbreiten? Was ist geschehen? Ist sie David Bergers Charme erlegen? ..."

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+ Vera Lengsfeld sollte es - auch weil ihr seinerzeit derart übel mitgespielt worden ist, daß der Feind gar physisch mit ihr im Ehebett lag - eigentlich besser wissen.

+ Vera Lengsfeld reist auf Cape Breton und läßt sich vor den Teilnehmern des von Andreas Popp & Eva Herman getragenen Seminares der WISSENSAKADEMIE in Kanada eine geschlagene Stunde lang über Angela Dorothea M. und deren Weg zur Macht aus.

+ Vera Lengsfeld bejammert den von ihr wahrgenommenen Niedergang Deutschlands tagtäglich auf ihrem eigenen Netztagebuch.

+ Vera Lengsfeld initiiert die "Gemeinsame Erklärung 2018".

+ Vera Lengsfeld trifft sich mit GK in Sondershausen.

ABER

+ Vera Lengsfeld, einst aus der SED geworfen, wurde Grüne und ist (nach allem was sich dazu öffentlich eruieren läßt) noch immer Mitglied der Merkel-Partei.

+ Vera Lengsfelds Sohn Philipp, ist politisch weiterhin auf CDU-Fahrschein unterwegs.

+ Vera Lengsfeld läßt sich seit geraumer Zeit schon auf dem Blog des Dr.Dr.DB herumreichen und mit Lobhudeleien überschütten.

~~~

Vera Lengsfeld, so scheint es zumindest, hat sich mental bis jetzt noch nicht vom gegenwärtigen, dem Untergange Deutschlands zuarbeitenden System verabschiedet.

Laurenz
28. Oktober 2019 15:56

@Gotlandfahrer .... es ist nicht abzustreiten, was Sie schreiben. Aber vieles hat eben Konsequenzen, und menschliche Schwächen sind auch uns allen doch bewußt.
Die politische Polarisierung wird doch von der deutschen Linken, einschließlich der CDU/CSU massiv vorangetrieben.
Sich mit dem Nadelöhr-Meinungskorridor dieser links-radikalen Bundesregierung in Berlin zu identifizieren, führt selbst gemacht eigenen Ausgrenzung.
Und mehr hat Herr Kubitschek auch nicht festgestellt. Seine Analyse ist logisch und klar im Wort.

zeitschnur
28. Oktober 2019 16:30

@ Wahrheitssucher

Zur Wahrheit gehört alles, was der Fall ist. Wollen Sie einer Traumtänzerei das Wort reden?
Schon in die Zeitungen gesehen vorgestern, gestern, heute?

Wahrheitssucher
28. Oktober 2019 17:06

@ zeitschur

Dienen Ihnen Zeitungen in diesem Zusammenhang als Quelle für Bedeutsames, Wichtiges...?

Zur Sache selbst: Und wenn schon...

Die Österreicher kennen da die Redensart "Nicht mal ignorieren", die Wähler in Thüringen wohl auch...

Grobschlosser
28. Oktober 2019 17:20

was ist heute zu tun ?

1) Flugblätter bestellen , diese verteilen
2) Die AfD mit Geld und Arbeitskraft unterstützen
3) Infostände besuchen und ggf. gegen linkskriminelle Übergriffe verteidigen
4) Informationen sammeln ,aufbereiten und verbreiten ( wer agitiert gegen die AfD , welche Motive liegen vor , welche Gruppen gefährden die AfD , wer finanziert diese Gruppierungen )

Thomas Martini
28. Oktober 2019 17:22

"Vera Lengsfeld, so scheint es zumindest, hat sich mental bis jetzt noch nicht vom gegenwärtigen, dem Untergange Deutschlands zuarbeitenden System verabschiedet." - Lotta Vorbeck

Nur der bewusste Nichtwähler hat sich mental von diesem System verabschiedet.

Alle anderen geben sich weiterhin der Illusion hin, eine seit 74 Jahren laufende und irreversible Umvolkungsrevolution durch "Wahlen" aufhalten oder gar umkehren zu können.

Die AfD wird eines Tages "koalieren", schreibt Kubitschek. Und dann? Würde die Partei festellen, daß sie zwar die Regierung gewonnen hat, aber keineswegs die Macht.

Es spricht Bände, wenn man im Umfeld der "Rechtsintellektuellen" noch immer glaubt, oder zumindest nach außen den Eindruck vermittelt, die systemische politische Macht läge bei den regierenden Parteien der Bundesrepublik.

Zwischen 2017 und 2018: Die BRD ist über 171 Tage ohne "Koalition". Änderte das etwas am Alltag der Deutschen? Gar nichts. Die Dinge nahmen ihren gewohnten Gang. Die Annahme, daß die Macht in den Händen demokratischer Politiker im Bundestag läge, ist der hilflose Ausdruck jener Naivität, die für alle Opfer der demokratischen Denkfalle typisch ist.

zeitschnur
28. Oktober 2019 17:29

@ Wahrheitssucher

Sie verstehen nicht - die Kampagnen, die da gefahren werden, hängen u.a. mit dem Zentrum für Politische Schönheit zusammen https://politicalbeauty.de/landolf/
Es sind im Grunde Verleumdungskampagnen, die man nicht einfach mehr wegignorieren kann.
Inhaltlich ist es zwar dummes Zeug, aber was ist geschehen, wenn selbst eine Vera Lengsfeld sich darauf einlässt? Ich meine: bevor geklärt ist, was hier Dichtung und was Wahrheit ist?
In den Recherchen des Soziologen Andreas Kemper finden Sie alle Motive, die in einem freien und rechtsstaatlichen Gemeinwesen nichts zu suchen haben: Bespitzelung (Höcke saß dann und dann mit dem und dem Tee trinkend auf der Terrasse), Konstruktion von "Kontaktschuld" und angebliche sprachliche Kennung aufgrund einzelner Wörter - das ist Wahnsinn, und wenn das so weitergeht, gute Nacht.
Und das Schlimmste dabei: diese Leute merken offenbar gar nicht mehr, was sie da tun.
Entweder es liegt gegen Höcke etwas Handfestes vor - dann bitte liefern und zweifelsfrei beweisen!
Oder er gilt als unbescholtener Bürger. Punkt.

LotNemez
28. Oktober 2019 18:02

Allet jut. Vielleicht kommt aber mal eine Situation auf uns zu, in der es tatsächlich eine kluge Entscheidung wäre, eine zweite Rechtspartei zu gründen? Mir wäre es auch lieber, dass das gesamte rechte Mosaik von einer Partei repräsentiert werden könnte, und solange es aufwärts geht, wird die Stimmung auch klebrig genug sein, um den Laden zusammen zu halten. Aber sollte es zwischenzeitlich mal schlechter laufen, könnte man wenigstens mal überlegen, ob man den Flügel nicht vorübergehend auslagert. Die einzelnen Parteien wären im Wahlkampf flexibler. So könnte man insgesamt mehr Wählerstimmen abgreifen, um dann später zu koalieren.

Das nur so als Gedanke. Momentan bin ich recht zufrieden und sehe auch in keinem der beiden Lager Dinge, die mich unversöhnlich stimmen würden. Obwohl ich von Lengsfeld doch unangenehm überrascht bin. Ich hätte sie für schlauer gehalten.

Problematisch wäre natürlich noch mehr als heute schon der Personalmangel. Aber sowas entwickelt sich ja auch.

Lotta Vorbeck
28. Oktober 2019 19:57

@zeitschnur - 28. Oktober 2019 - 05:29 PM

"... das ist Wahnsinn, und wenn das so weitergeht, gute Nacht.

Und das Schlimmste dabei: diese Leute merken offenbar gar nicht mehr, was sie da tun."

*********************

Zumindest ein nicht unerheblicher Teil dieser Leute dürfte sich durchaus im Klaren darüber sein, was tun.

Und sie tun es, aus purer Lust an diesem Tun, weil sie es eben tun können.

Der Gehenkte
28. Oktober 2019 20:02

@ zeitschnur

Man wird vielleicht vermuten dürfen, daß Vera Lengsfeld folgendes Schriftstück gelesen hat:
https://www.rosalux.de/fileadmin/ls_thueringen/dokumente/publikationen/RLS-HeftMissionHoecke-Feb16.pdf

Was die taz daraus heranzieht, sollte hingegen kein Argument für oder gegen rechtfertigen.

zeitschnur
28. Oktober 2019 21:28

@ Der Gehenkte

Ja, aber der Kemper-Text ist ebenfalls kein Beweis. Das ist eine üble Mischung aus Bespitzelung und Unterstellungen. Der riesige Raum, den die Kontakte Höckes einnehmen, die angeblich beweisen, dass er ein Faschist sei (Kemper liefert eine Definition, die man auch nicht teilen muss!), sollten eine Vera Lengsfeld doch eher erschrecken, als dass sie das einfach so annimmt (falls sie das überhaupt tut): Kemper wirft Höcke so etwas wie massenhafte Kontaktschuld vor, wobei die Personen, die angeblich alle faschistisch sind, aus meiner Sicht eher ein großes Spektrum ganz verschiedener Meinungen darstellen, die legitim sind, auch wenn ich sie nicht unbedingt teile. Die Kempersche Logik führt logisch zu Diskriminierung und Isolierung Andersdenkender. Prima.

Der Rest - diese Identität von Höcke und Landolf Ladig: das reicht nicht, was hier angeführt wird, pardon. Selbst Ähnlichkeiten an der einen oder anderen Stelle sind kein Beweis für Identität. In der schwammigen Zone, in der Kemper argumentiert, kann man alles mögliche "beweisen". Es sind und bleiben unbewiesene Vermutungen. Und selbst wenn hier eine wie immer geartete Überschneidung wäre - was daran wäre nicht mehr legal?

Warum Höcke keine eidesstattliche Erklärung abgibt?
Warum sollte er sich selbsternannten Richtern und Beschuldigern gegenüber rechtfertigen müssen?
Niemand muss sich für private oder illegitime öffentliche Beschuldigungen rechtfertigen. Nicht Höcke muss beweisen, dass er nicht LL ist, sondern Kemper muss beweisen, dass er es ist - so herum geht unser Rechtsstaat. Vielmehr sollte Kemper, anstatt langatmige Broschüren mit Suggestionen über Höckes Nachbarschaftsbeziehungen und Teekränzchen und Hausaufgabennachmittage seiner Tochter mit der Heises zu verfassen, handfeste Beweise vorlegen, dass Höcke etwas Unrechtes getan hat, was er aber nicht tut und somit offenkundig auch nicht kann.

Im übrigen wäre Höcke - selbst wenn etwas dran wäre - nicht der erste Spitzen-Politiker, der eine extremistische jugendliche Vergangenheit hätte. Immerhin hat er dabei, soweit man weiß, anders als gewisse andere Herren in unserer Hochpolitik, weder Terroristen unterstützt noch Polizisten mit Steinen beworfen ... mit dem Konto wurden andere Innenminister oder gar Außenminister. Halten wir also sowieso mal den Ball flach.
Dass Kemper Landolf Ladig alias Höcke Kapitalismuskritik (in Form von Kritik am Finanzkapitalismus) vorwirft, ist besonders fesch: Man weiß bald nicht mehr, wer jetzt eigentlich die "Faschisten" sind... offenbar dann doch eher Kemper (nach meiner Faschismusdefinition).

Laurenz
28. Oktober 2019 21:47

@Thomas Martini .... Auch Sie überschätzen, wie die Linke, ganz feudal imperialistisch, die Rolle Deutschlands auf dem Planeten.
Wir wissen nicht, wohin Europa sich hinbewegen wird.
Von daher sind Ihre Kassandra-Rufe unangebracht. Hier handelt es sich um eine politische Auseinandersetzung, die wir bis zum letzten Atemzug führen müssen, nicht mehr und nicht weniger.

Thomas Martini
28. Oktober 2019 23:40

Danielle Mitterrand: *Jetzt, wo du die Macht hast, warum tust du nicht, was du versprochen hast?*

François Mitterrand. *Ich habe nicht die Macht, gegen die Weltbank, den Kapitalismus und Neoliberalismus vorzugehen. Ich habe die Regierung erobert, aber nicht die Macht.*

Danielle Mitterrand: *In Frankreich verabschieden die Abgeordneten Gesetze, die sie nicht vorgeschlagen haben und wir niemals gewollt haben.*

https://www.youtube.com/watch?time_continue=119&v=rMoyyZ7N0ug#t=1m59

Was für Frankreich gilt, gilt für die OMF-BRD erst recht.

Lotta Vorbeck
28. Oktober 2019 23:58

@zeitschnur - 28. Oktober 2019 - 09:28 PM

"... sollten eine Vera Lengsfeld doch eher erschrecken, als dass sie das einfach so annimmt (falls sie das überhaupt tut) ..."

************************

Die Frau wurde seinerzeit mit staatlich organisierter Repression und Zersetzung überzogen.

Ihr Netztagebuch speist sie mit persönlichen Erinnerungen, eigenen Reiseberichten (zuletzt über Georgien), sowie zahlreichen, von diversen Gastautoren zugelieferten Einträgen.

Wer nach Erkenntnisgewinn oder analytischer Tiefe sucht, wird in Sondershausen nicht fündig werden.

Lotta Vorbeck
29. Oktober 2019 14:06

@Thomas Martini - 28. Oktober 2019 - 05:22 PM

" ... Und dann? Würde die Partei festellen, daß sie zwar die Regierung gewonnen hat, aber keineswegs die Macht. ..."

**********************

Mit dieser Vorhersage könnten Sie, werter @Thomas Martini, durchaus richtig liegen.

Eine andere, an dieser Stelle sicherlich nicht erschöpfend zu beantwortende Frage: Welche weitere Verfahrensweise wäre die aus Ihrer Sicht erfolgversprechendere?

Der Gehenkte
29. Oktober 2019 15:27

@ zeitschnur

Einen Beweis wird es so lange nicht geben, bis sich eine eindeutige Zuordnung der Ladig-Texte durchführen läßt, bis man also entweder einen schriftlichen Quellennachweis oder aber ein Eingeständnis vorliegen hat. Alles andere sind Indizien und mehr will und kann Kemper nicht vorweisen. Es geht um Wahrscheinlichkeiten. Diese werden mit den üblichen Textvergleichen gewonnen, mit denen man auch Plagiate mit hoher Trefferquote ausfindig machen kann.

Es gibt im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder sind Höcke und Ladig identisch oder sie sind es nicht. Eines von beiden ist Realität, Punkt! Für den Außenstehenden ist es ebenso unsinnig, das eine zu behaupten wie das andere und das ganz unabhängig davon, wie ich zu Höcke stehe oder was ich mir wünsche. Bis diese Frage entschieden ist, sollte jeder seriöse Kommentator, der kein inniges Vertrauensverhältnis zu Höcke hat, sich enthalten und mit beiden Möglichkeiten rechnen.

Unabhängig davon wäre die Frage zu diskutieren, ob und warum es überhaupt ein Problem sein soll, daß Landolf Ladig für die "Eichsfeld-Stimme" und in "Volk und Bewegung" geschrieben hat. Dazu müßte man die inkriminierten Texte kennen. Kann man sie irgendwo lesen? Wären sie nämlich harmlos, dann könnte man die ganze Diskussion auf eine ganz andere Basis stellen.

RMH
29. Oktober 2019 17:05

@Der Gehenkte,

der von Ihnen oben selbst als eine Quelle genannte Artikel (bei: rosalux ... ) zitiert doch die "Ladig" Texte recht ausführlich und da kann man nur dazu sagen, OMG, da soll jemand "Jehova" gesagt haben ... ;)

Interessant, für die unterschiedlichen Maßstäbe in diesem unserem Land, ist doch vielmehr das Folgende:

Ein Herr "Ladig" schreibt offenkundig unter einem Pseudonym Inhalte, die noch nicht einmal klar NS sind (geschweige denn antisemitisch) und verwendet das Pseudonym offenbar, weil man eben selbst so etwas nicht mehr ohne Weiteres mal einfach so veröffentlichen kann/darf/will, ohne dass es Folgen haben kann. Meinungs- und Publikationsfreiheit?

Auf der anderen Seite: Eine Sarah Wagenknecht relativiert in einem Ihrer frühen Post-Wende-Artikel doch recht offen den Stalinismus,

http://www.glasnost.de/pol/wagen.html

darf sich "Mitglied der kommunistischen Plattform" nennen und ist nach wie vor gern gesehene Debatten-Teilnehmerin bei Talkshows etc. (hat die sich eigentlich einmal davon "distanziert"?)

Da liegt für mich, wenn man bedenkt, dass der Kommunismus bis heute nachweislich mehr Menschenleben auf dem Gewissen hat, als jeder NS oder Faschismus, ein deutlicher Wertungswiderspruch innerhalb dieser unserer Soziologen-. Politiker- und Medienzunft vor.

Und nur um richtig verstanden zu werden:

Ich werfe der Frau Wagenknecht zum Zeitpunkt heute (!) weder ihre Artikel aus früheren Jahren vor noch das sie Mitglied einer "kommunistischen" Plattform war (obwohl beides eigentlich falsch war), denn jeder hat das Recht, sich weiter zu entwickeln.

Nur fände ich - als liberaler Mensch tue ich mir hier deutlich leichter, alles alle Dogmatiker - es eben deutlich besser, wenn bereits damals auch ein Herr Ladig einfach mal so unter Klarnamen hätte schreiben können wie eine Frau Wagenknecht und dennoch deswegen heute, wenn er jetzt Anderes vertritt, nicht deswegen, wegen der alten Veröffentlichungen, als politischer Paria angesehen würde. Das wäre für mich das Recht auf Meinungsfreiheit und zu dieser gehört auch das Recht, seine Meinungen fortzuentwickeln und zu ändern.

B.t.w.:
Der Herr Höcke vertritt ja mittlerweile auch klar den Standpunkt, dass er dazu gelernt hat und manches, was hier von vielen positiv goutiert wurde, so nicht mehr sagen würde.

Atz
29. Oktober 2019 18:13

Und? Hat er unter Pseudonym geschrieben? Ich meine, wenn, dann wäre es auch kein Problem für die meisten seiner Wähler.

Und wenn nicht, dann sind eh alle Dementi vergebens.

zeitschnur
29. Oktober 2019 19:33

@ Der Gehenkte, @ RMH

Wie @ RMH schreibt, zitiert @ Der Gehenkte doch selbst eine Quelle für die Texte Ladigs. Wer es noch genauer wissen will, geht einfach auf Kempers Website: https://andreaskemper.org/2019/06/23/ladig-hoecke-synopse/

Zu behaupten, @ DG, dass Kemper nur eine Wahrscheinlichkeit nahelegen will, ist nicht nachvollziehbar - wer sich derart viel Mühe gibt, einen anderen zu diskreditieren, will nicht bloß auf eine Wahrscheinlichkeit heraus, sondern darauf, dass er einem IST auf die Spur gekommen ist.

Ich habe die LL-Texte angeschaut und kann daran nichts Schlimmes finden. Das habe ich Kemper auch geschrieben. Die Rede von einem "3. Weg" für Deutschland, die er aufspießt und als NS brandmarken will, zeugt von Kempers geschichtlicher und philosophischer Ignoranz. Das ist keine "rechtsradikale" Idee, auch keine NS-Idee, sondern eine Idee, die von sehr vielen geteilt wurde, einschließlich zB Alfred Delp, der alles, aber nicht rechtsradikal oder NS-mäßig war - immerhin ist er ein NS-Märtyrer, aber das nur nebenbei. Die Verteufelung des "3. Weges" gehört ziemlich eindeutig in die Siegerpropaganda und sollte zumindest distanziert betrachtet werden und nicht wie ein himmlisches Dogma.

Ich merke, wie ich allmählich die Geduld verliere mit all dieser Verblödung und stasiähnlichen Mentalität, die dem armen Höcke selbst noch seine privaten Kontakte zum Vorwurf macht, obwohl jene niemanden etwas angehen außer die, denen er es erlaubt.

Ich habe im übrigen nicht behauptet, dass Höcke nicht unter dem Pseudonym LL geschrieben hat. Vielleicht lesen Sie freundlicherweise, was ich geschrieben habe. Ich denke, das ist eindeutig. Es geht darum, dass in unserem Staat immer noch gilt, dass nicht der Beschuldigte nachweisen muss, dass er nicht schuldig ist, sondern der Kläger muss nachweisen, dass die Beschuldigung wahr ist. Das alles eingedenk der Tatsache, dass die Texte LLs belanglos sind. Natürlich vertritt er eine eher rechtsgerichtete, aber nicht verfassungsfeindliche oder kriminelle Perspektive - so what? Darf man das nicht oder wie? Davon abgesehen ist für meine Begriffe die Synopse zu schwach, zu vage, zu wenig eindeutig! In der Literarkritik würde man das so niemals durchgehen lassen!

Höcke ist in seiner Jugend Mitglied der JU gewesen, das sagte er auf der Bundespressekonferenz nach der Thüringenwahl. Sein Motiv war der gesamtdeutsche Themenkomplex. Auch das sagte er ausdrücklich. Na und? Was ist daran verwerflich, wenn einer als Hauptthema Deutschland wählt und die Frage danach, was es war, ist und sein wird, der Geschichte studiert und sich diesen Fragen mit einiger Liebe widmet? So jedenfalls werte ich das Pathos Höckes.

Diese ganze Kampagne gegen Höcke basiert auf einem vollkommen verschrobenen Verständnis unseres Staates, das im Grunde nur eines will: die Meinungsvielfalt, auch letztendlich die Leidenschaft für das eigene Land auszurotten. Es geht hier nicht um meine Meinung zu den besagten Fragen, sondern darum, dass Höckes Position legitim ist und selbst die des LL es war. Was soll also dieser Mist und warum macht die Lengsfeld sich das zu eigen? Wenn sie dafür triftige Gründe hat, warum sagt sie sie dann nicht?!

Der_Juergen
30. Oktober 2019 07:33

@ADL

Ihrem langen Kommentar kann man in grossen Zügen zustimmen; Sie sagen viel Treffendes, insbesondere bezüglich der erbärmlichen Unterwürfigkeit der (West-)AFD gegenüber den jüdischen Organisationen, von denen die Partei nie etwas anderes als Fusstritte bekommen hat und bekommen wird.

Doch warum soll sich die AFD überhaupt detailliert zum Nahostkonflikt äussern? Israel, das innerhalb von Stunden jede Grossstadt im Nahen Osten in eine nuklear verstrahlte Wüste verwandeln kann, ist zum Überleben nicht auf deutsche Solidarität angewiesen. Das Grundprinzip deutscher Nahostpolitik hat die Unterstützung laizistischer Regierungen in der arabischen Welt zu sein, wobei in erster Linie natürlich Syrien gemeint ist. Eine Konfrontation mit der Türkei ist, wie Sie richtig schreiben, dumm und kontraproduktiv. Wenn Erdogan wie angedroht Millionen von "Flüchtlingen* ins Meer stechen lässt, würde eine deutsche Regierung - die es heute nicht gibt - einfach dafür sorgen, dass keiner davon über die deutsche Grenze kommt oder, falls es der eine oder andere doch schafft, er sofort abgeschoben wird. Punkt.

KlausD.
30. Oktober 2019 12:10

@zeitschnur 29. Oktober 2019 19:33
"Was soll also dieser Mist?"

Die AfD und ganz speziell der patriotische Flügel mit Höcke an der Spitze rütteln am System, letztlich an der Macht der transatlantischen globalen Finanzoligarchie, die gegenwärtig in Deutschland von der Merkelschen Einheitspartei politisch repräsentiert und von den gleichgeschalteten Systemmedien propagandistisch unterstützt wird bzw. ihr sogar vorgelagert sind.
Früher wurden solche Leute wie Höcke physisch vernichtet, heute vernichtet man ihre berufliche und soziale Existenz, und zwar mit allen Mitteln.
Der sozialisierte BRD-Bürger kann es lediglich immer noch nicht fassen, daß sowas in seinem ach so hochgelobten Rechtsstaat möglich ist. Was soll eigentlich noch passieren, bis jeder hinter die Fassade blickt und das System durchschaut?
Gegenwärtig ist jedoch weltweit eine Machtverschiebung und der Aufbau neuer Strukturen zu beobachten. Es scheint so zu sein, daß die transatlantische globale Finanzoligarchie lediglich in Westeuropa noch eine feste Machtbasis hat, die sie jedoch mit Sicherheit mit allen Mitteln zu verteidigen bereit ist.
Siehe dazu auch folgenden Beitrag:
https://www.voltairenet.org/article208017.html

ALD
30. Oktober 2019 12:24

@Der_Juergen

Die Konflikte im Nahen Osten quasi auszublenden halte ich zumindest derzeit für unrealistisch, zumal Deutschland ein Interesse daran haben sollte in einer ersten Phase zumindest einmal die syrischen und sonstigen Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten der vergangenen Jahre möglichst schnell und effektiv zurück in ihre Heimat zu führen.
Das Wohl der eigenen Nation müsste die außenpolitische Doktrin der AfD bestimmen. In Bezug auf Rußland oder Syrien klappt das zumindest ansatzweise ganz gut, aber einer vernünftigen und nüchternen Türkei- und Iranpolitik stehen bisher noch neoliberale Verblendungen und antiislamische Ressentiments im Weg.
Die Problematik mit den vielen Türken in Deutschland und Erdogans Aufstachelung selbiger in der Vergangenheit ließe sich bei einer außenpolitisch klugen Strategie in Kombination mit innenpolitischem Pragmatismus im Handumdrehen zu einem Vorteil umwandeln. Die Altparteien sind für alle eingebürgerten Türken und Kurden, denen ihre ursprüngliche Heimat am Herzen liegt, und die keinerlei Verständnis für die Verharmlosung bzw. Legitimierung einer linksextremistischen Terrororganisation haben, unwählbar geworden. Die AfD hat hier die Chance bis zu 500.000 Wähler auf ihre Seite zu ziehen.
Es geht nicht darum, sich gegen Israel oder für den Iran oder die Türkei zu positionieren, sondern einzig und allein darum, Außenpolitik im Interesse Deutschlands in Zusammenarbeit mit ALLEN Ländern der Region zu unterstützen.

In Zukunft wäre dann auch eine Art Rücksiedlungsabkommen mit der Türkei ein sehr realistisches Szenario. Damit könnten Türken, die sich als solche fühlen, in einem geregelten und durch wirtschaftliche Komponenten ergänzten Programm, sich in der Türkei niederlassen. Wie das Anwerbeabkommen am Anfang, könnte solch ein bilaterales Remigrationsprogramm zu einer win-win-Situation für beide Staaten führen und zudem als Vorbild für weitere bilaterale Abkommen dieser Art mit anderen Ländern fungieren.

zeitschnur
30. Oktober 2019 12:57

@ Klaus D.

"Es scheint so zu sein, daß die transatlantische globale Finanzoligarchie lediglich in Westeuropa noch eine feste Machtbasis hat, die sie jedoch mit Sicherheit mit allen Mitteln zu verteidigen bereit ist."

Das glaube ich nicht. Sie baut derzeit in China ihr Imperium auf, verschiebt also nur ihr Hauptquartier. Abgebaut wird die nationale, amerikanische Hegenomie. Dies erledigt Trump unter dem umgekehrten Slogan "Make America great again". Sehen Sie sich an, wer in seinem Tross ist, dann sehen Sie es. Der Mann wird medial seitenverkehrt dargestellt und alle fallen drauf rein. An der oligarchischen Macht der Großbanken ändert das gar nichts - die waren noch nie national, müssen aber von irgendwo aus agieren.

KlausD.
30. Oktober 2019 18:09

@zeitschnur
"Abgebaut wird die nationale, amerikanische Hegenomie. "

Abgebaut wird nicht die nationale, sondern die globale amerikanische Hegemonie, das ist Trumps Aufgabe. Trotzdem befindet sich Westeuropa nach wie vor unter der Machtdominanz der transatlantischen globalen Finanzoligarchie (unabhängig von der Lage ihres Machtzentrums), was für die Beurteilung der politischen Situation der AfD wohl nicht ohne Bedeutung ist.

zeitschnur
1. November 2019 14:12

@ Klaus D.

Wenn Sie meinen Kommentar genau gelesen haben, habe ich genau dies gesagt: Mit "nationaler, amerikanischer Hegemonie" meinte ich, dass der Standort der globalen Finanzelite "gefühlt" an die USA als Nation gekoppelt war, tatsächlich aber nur an amerikanischen Boden als Mainstation. Das amerikanische Volk wurde als Kanonenfutter und Experimentierfeld missbraucht.
Die AfD hat sich als Partei nach meiner Wahrnehmung von diesen Eliten zu keinem Zeitpunkt klar und deutlich distanziert, wenn gleich es einzelne Mitglieder natürlich tun und getan haben. das ist übrigens einer der Hauptmisstrauenspunkte, den ich gegen diese Partei (abgesehen davon, dass ich parteien niemals traue) hege.

KlausD.
1. November 2019 17:54

@zeitschnur

Danke für Ihre Antwort. Nun möchte ich nochmal zum Ausgangspunkt unseres kurzen Gedankenaustauschs zurückkommen, dieser war ja Ihre Frage „Was soll der Mist?“.
Unwillkürlich führt mich diese Frage jedoch, ganz vom politischen abschweifend, zu der sehr ähnlichen Fragestellung „Was soll der Unsinn?“, die ich im Folgenden nicht politisch, sondern ausnahmsweise literaturgeschichtlich betrachten möchte.
Ich hoffe, man gestattet mir, hier völlig OT, diesen kurzen Schwenk (immerhin befinden wir uns auf der Zielgeraden im Fontane-Jahr).
Ja, Fontane hat diese Wendung oft gebraucht. Die sich dahinter befindliche Geschichte hat der Sohn seines Verlegers Hans Hertz angeblich selbst erlebt:
Ein Berliner Kolonialwarenhändler habe einen kleinen Jungen durchgeprügelt und Hertzens Einspruch dagegen mit der Erklärung beantwortet: „Das sagen Sie so, lieber Herr … Jeden Tag steht der Bengel, wenn er von der Schule kommt oder hinjeht, hier beim Keller still und paßt uff. Wenn dann keiner von uns jrade hinsieht, stellt der sich da an das Faß Sauerkohl und p....t rin. Nu schad´t ja det den Sauerkohl nischt – aber wat soll der Unsinn?“.
Fontane war hell begeistert davon und machte sich den Weisheitsspruch des Händlers zu eigen, keineswegs nur in resignierendem Sinn.
(s.a. „Briefe an Wilhelm und Hans Hertz“, Ernst Klett Verlag Stuttgart 1972, Seite 544)

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