18. November 2019

Rechtspopulisten gegen rechts?

Martin Sellner / 56 Kommentare

Die kurze Ära der Rechts-Rechten Koalition in Österreich ist endgültig zu Ende.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Nachdem der Wähler die FPÖ bei der Neuwahl im September böse abgestraft hat -  5% verließen sie für Kurz, 5% blieben zuhause - steht die Partei alles andere als gut da. Seit Wochen beherrscht der Krieg zwischen dem Ehepaar Strache und der Parteispitze den Boulevard. Es geht um Spesen, Facebookseitenrechte, Kränkungen und Vertrauensbrüche. Und es geht dem Wähler auf die Nerven. Nichts ist für Sympathisanten lähmender als öffentlich ausgetragene Streitigkeiten.

Die katastrophale Regionalwahl in Vorarlberg war ein weiterer Schlag in die Magengrube. Kürzlich überholten sogar die Grünen die Freiheitliche Partei in der Wählergunst. Nachdem nun, pünktlich vor den Wahlen in der Steiermark eine weitere "Liederbuchaffäre" inszeniert wird, erreicht die Stimmung einen neuen Tiefpunkt. Die FPÖ scheint kaum mehr Herr der Lage zu sein, sondern wird von Presse und Justiz vor sich her getrieben.

Unterschiedliche Akteure machen dabei unterschiedlich gute Figuren. Kickl glänzt durch Zurückhaltung und Meidung der Öffentlichkeit (eine gute Wahl). Andere suchen ihr Heil in der Flucht nach links und veranstalten Distanzierungsorgien. Ein besonders unwürdiger Fall waren die Aussagen des FP-Regionalpolitikers Peter Handlos, der unlängst ein patriotisches Gedenken in Österreich sabotierte, indem er dazu aufrief, ihm fernzubleiben und die Teilnehmer "Extremisten" nannte.

Dieser traurige Vorfall war der Auslöser für eine Projektidee, an der ich ebenfalls mitgearbeitet habe. Eine Plattform namens "freiheitliche-gegen-rechts.at" sollte fortan die mutlosesten Aussagen der rechten Parteipolitik sammeln und regelmäßig einen freiheitlichen "Distanzingstar" küren. Zunächst habe ich mich allerdings gegen die Veröffentlichung der Plattform entschieden. Der Grund dafür ist eher persönliche Empathie als Strategie. Ich weiß, wie zermürbend es ist, eine Organisation zu leiten, zwischen Flügeln zu vermitteln und dem Druck von Außen und Innen zu kontern. In dieser dramatischen Lage will ich denjenigen, die im Inneren daran arbeiten das freiheitliche Schiff vor dem Kentern zu bewahren, keinen weiteren Stress zumuten.

Dennoch halte ich den Ansatz der Plattform für bedenkenswert und notwendig, weswegen ich hier das Selbstverständnis des Projekts veröffentliche. "Distanzingstars" wird vorläufig nicht online gehen. Doch die Kritik an Gebietskörperschaft und "Parlamentspatriotismus" muß gehört werden und ankommen, sonst gibt es in Österreich keine Aussicht auf eine Wende:

Das - derzeit nicht öffentlich aufrufbare - Selbstverständnis des Projekts:

"Über das Projekt -- Freiheitliche gegen Rechts” ist eine Plattform, die wir niemals gründen wollten. Durch die jüngsten Entwicklungen fühlen wir uns allerdings dazu genötigt. Wir, das sind Patrioten aus Österreich: Ob Identitäre Aktivisten, Parteimitglieder, Wähler, oder Funktionäre, eint uns alle die Sorge um unsere Heimat und die FPÖ. Was uns ausmacht, ist, dass uns Ideale und Werte wichtiger sind als Logos und der Widerstand wichtiger ist als das persönliche Fortkommen. Uns geht es am Ende nur um eine echte Wende in Österreich. Das bedeutet eine patriotische Regierung, die von einer starken patriotischen Zivilgesellschaft begleitet und entlastet wird. Beides kann nur erreicht werden, wenn eine echte Meinungsfreiheit hergestellt wird, die Zensur und der antidemokratische Kampf “gegen Rechts” aufhören, kurz: keiner mehr Angst haben muß zu sagen, was er sich denkt. Eine echte substanzielle Wende kann nur durch eine metapolitische, also vorpolitische Arbeit erreicht werden. Es braucht neben einer patriotischen Partei eine patriotische Gegenkultur, Gegenöffentlichkeit und Protestkultur, sonst kann es keine echte Wende geben.

Gebietskörperschaft -- Leider hat die FPÖ dieses Vorfeld weitgehend ignoriert und stellenweise sogar sabotiert. Es gibt seit Jahren kein echte inhaltliche Fortbildung, keine ernsthafte Unipolitik und keinen gegenkulturellen Ansatz. Den progressiven Ideen von Links wird nichts entgegengesetzt, weswegen ganze Generationen an Wähler und die Städte der Partei verloren gehen. Das patriotische Lager spielt im “Kampf der Ideen” gar nicht mehr mit. Diese Arbeit ist nicht die originäre Aufgabe einer Partei. Doch Parteien sollten den vorpolitischen Raum zumindest fördern und Umstände schaffen, die für ihn förderlich sind. Stattdessen hat die FPÖ parteifreie patriotische Kräfte preisgegeben, sie erst ignoriert und sich, als es medialen Druck gab, auf ihre Kosten profiliert. Diese Strategie der “Gebietskörperschaft” ist ein Ausdruck des strategischen und ideologischen Bankrotts. Die “Parlamentspatrioten”, halten nichts von Aktivismus und Protest. Sie sehen darin nur eine Störung für ihre parteipolitischen Pläne, denen sich alles unterzuordnen hat. Die willkürliche Sprengung der Ibiza-Koalition zeigt, wie brüchig und volatil die scheinbare Macht der Parlamentspatrioten ist. Von einer Protestwählerwelle an die Macht gehievt, hat ihre Wende keinerlei Substanz. Geradezu absurd wirkt daher die Haltung mancher Freiheitlicher, der IB eine Mitschuld daran zu geben und ihr parteifeindliches Verhalten vorzuwerfen. Aggressionen und Angriffe, falschen Vorwürfe und Sabotageakte gingen in der Regel von Akteure der Partei gegen Identitäre und andere Kräfte der Gegenkultur aus und waren stets Versuche, sich Sympathien der linken Presse zu erkaufen.

Identitär und Freiheitlich -- Die Identitäre Bewegung ist seit 7 Jahren die bekannteste und stärkste Kraft des außerparlamentarischen rechten Lagers in Österreich. Sie ist ganz bewusst keine Partei, sondern organisiert sich als patriotischen NGO. Sie ist keine “Abspaltung” und “Sekte” der FPÖ, wie Andreas Mölzer behauptet. Sie will nichts von seinem “Glanz abhaben” wie Norbert Hofer vermutet. Sie will in dem wichtigen und vernachlässigten Bereich des patriotischen Lagers tätig sein. Ihr Metier ist der Aktivismus, wie man ihn seit Jahren von linken Gruppen und der Umweltbewegung kennt. Ziel ist die Aktivierung und Sammlung der isolierten, zerstreuten und vereinzelten schweigenden Mehrheit in Österreich. Nur sichtbare Akte des Widerstands transformieren die isolierten Wähler der FPÖ in eine sichtbaren und aktiven Zivilgesellschaft. Die Aufgabe der IB ist nicht gegen eine Partei gerichtet. Sie ist FPÖ und IBÖ schließen sich daher ebensowenig aus wie die GRÜNEN und Greenpeace! Beide Ansätze ergänzen einander und sind notwendige Säulen einer umfassenden patriotischen Arbeit.

Wer sich distanziert, verliert? -- Die IBÖ wurde im Jahr 2019, in einer massiven Kampagne durch Presse und Justiz, völlig grundlos dämonisiert. Die Reaktion vieler FP-Politiker darauf war leider eine aggressive Abgrenzung. Auf dieser Seite sind viele erschreckende Zeugnisse dieser Distanzierungen gesammelt und gesichert. Sie zeigen, dass diese Politiker sich mit dem Vokabular des Mainstreams “gegen Rechts” distanzierten, ohne klar zu definieren zu können, was an der IB konkret extremistisch oder gefährlich sei. Damit unterwerfen sich diese “Distanzingstars” der Definitionsmacht des linken Hegemonie. Sie werden Vollstrecker des “Kampfs gegen Rechts”. Es geht nicht um Werte und Inhalte, sondern ausschließlich darum, wen die linke Presse zum Abschuss markiert. Die schroffe Ablehnung der IB ist inhaltlich aus einer weltanschaulich-freiheitlichen Sicht kaum zu rechtfertigen, aber angeblich gut fürs “Marketing”.

Der Versuch, durch Distanzierung eine Atempause im Spießrutenlauf zu erkaufen, rächt sich aber auf Dauer. Die Distanzierung von der IB ist weltanschauliches Harakiri und Symptom weltanschaulicher Impotenz. Sie gefährdet nicht nur die IB, indem sie Repression und Verfolgung legitimiert, sondern das gesamte außerparlamentarische Lager und damit eine echte patriotische Wende. Da das vielen mutigen und authentischen Freiheitlichen bewusst ist, gefährdet die Distanzierung auch die Integrität der und Stabilität der Partei. Wir sind nicht per se gegen ideologische Positionierungen und Abgrenzungen. Jede Definition des eigenen Standpunkts grenzt einen notwendig von anderen Ideologien ab ab. Jede Positionierung muss aber klar weltanschaulich fundiert sein, und aus einer Position der Stärke erfolgen. Die mutlosen Distanzingstars der FPÖ distanzieren sich hingegen panisch auf Zuruf und Druck des politischen Gegners - oft gegen ihr besseres Wissen. Sie offenbaren; damit dass sie keine echte Weltanschauung haben, was für eine Oppositionspartei verheerend ist.

Warum diese Seite? -- Der Grund für diese Distanzierung ist, neben mangelndem Rückgrat, auch eine fehlende rhetorische und weltanschauliche Schulung. In der Überrumpelungssituation eines Interviews sagt man dann oft instinktiv das, was der Journalist, als Agent der “political correctness” hören will. Eiert man herum, wird man oft gar gegen seinen Willen falsch zitiert. Bisher bedeutet eine feige Distanzierung für den jeweiligen Politiker kein großes Problem. Die linke Presse würdigte es mit ein paar gnädigen Streicheleinheiten, und das eigene Lager schwieg. Verweigerte sich ein Politiker diesen Distanzieruingsritualen, wurde er zum besonderen Hassobjekt der Presse. Der Weg des geringsten Widerstands machte also viele Politiker zum “Distanzingstar”. Bisher fehlt ein patriotisches Korrektiv. Ein negativer Reiz, der auf die Distanzierung erfolgt und langfristig einen Lerneffekt einstellt, ist unserer Ansicht nach bitter nötig.
Daher erstellen wir hier ein Archiv, das weltanschauliche Bankrotterklärungen sammelt, entsprechend kommentiert und für eine interessierte Öffentlichkeit übersichtlich aggregiert. Ein gewisser Typus des stromlinienförmiger Parteipolitikers und Parlamentspatrioten lernt offenbar nur durch unmittelbare positive und negative Reize, da ihm der innere Kompass fehlt. Bis jetzt wurde ausschließlich das feige, möglichst kriecherische Distanzierungsverhalten von der linken Presse belohnt. Das führte zu einer evolutionären Negativauslese in der Partei. Diese Plattform setzt nun bewusst einen “Gegenreiz” von rechts. Ab jetzt muss allen freiheitlichen Politikern klar sein, dass auch Patrioten ihre Aussagen genau beobachten und hier bewerten werden. Das wird, so hoffen wir, zu ein klareren inhaltlichen Positionierung und einem vernünftigen “Wording” innerhalb der Partei führen, dass in naher Zukunft dazu führt, dass uns für diese Seite die Beiträge ausgehen werden.

Unsere Compliance -- Wir stellen dabei niemanden “an den Pranger”. Alle Personen, die wir hier zitieren und präsentieren, sind als gewählte und vom Volk bezahlte Volksvertreter Personen des öffentlichen Lebens. Wir “leaken” niemals interne Informationen und recherchieren mit aller gebotener Sorgfaltspflicht. Alles, was wir hier präsentieren werden, ist öffentlich zugänglich und wird von uns lediglich aggregiert und kommentiert. Wir rufen auch keinesfalls zu Drohungen oder “shitstorms” auf, verlinken aber bewusst die beruflichen Emailadressen und Social-Media-Profile der betreffenden Personen, damit ihre Wähler ihnen höflich, aber bestimmt ihre Meinung sagen können. Wir kritisieren hier gezielt die verlogene und inhaltsleere Distanzierung von außerparlamentarischen Patrioten seitens freiheitlicher Politiker. Dass Politiker der ÖVP, NEOS, SPÖ oder GRÜNEN das gesamte Patriotische Lager nicht schätzen und sich daher glaubhaft inhaltlich von ihm abgrenzen, ist logisch. Hier gibt es nichts aufzudecken oder zu entlarven. Sie sind politische Gegner und als solche klar erkennbar. Die lavierenden “Feindzeugen” im patriotischen Lager sind nicht immer offen erkennbar, und viele Patrioten wissen gar nicht was die Distanzingstars im Gespräch mit der linken Presse so alles sagen.
Wenn jedoch ein FP-Politiker seine Abgrenzung und Ablehnung ideologisch begründet, (weil er z.B. die Forderung nach Remigration der IB nicht teilt oder der Ansicht ist, dass ein Bevölkerungsaustausch nicht stattfindet) respektieren wir das und ergänzen unsere Beiträge gerne mit diesen Klarstellungen. Wenn ein Politiker falsch zitiert wurde oder auf dem falschen Fuß erwischt wurde und seine Aussage klarstellt, korrigieren bzw. löschen wir umgehend den Beitrag.

Was wir nicht respektieren und akzeptieren, ist, dass Distanzingstars weiter wahllos die “Nazikeule” schwingen, und auf Zuruf der Presse auf freie Patrioten niederschlagen, um sich politisch zu profilieren. Diese Leute machen wir ab jetzt auf dieser Plattform berühmt, "weltberühmt in Österreich!""


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (56)

Laurenz
18. November 2019 15:38

Der Artikel Herrn Sellners erinnert mich an die Pseudo-Grünen Deutschlands in den 90ern. Distanzierung von der eigenen politischen Position passiert denjenigen, die den Beruf "Politiker" als einzige Option in ihrem persönlichen Lebensmodell sehen. Wieso können Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder abgeschlossenes Studium überhaupt Mitglied eines Parlaments werden? Solche Leute sind grundsätzlich korrupt und/oder korrumpierbar. Mich wundert, daß Abbrecher wie Kurz oder Göring-Eckhard überhaupt gewählt werden.

Vox
18. November 2019 16:48

Ich verstehe nicht, wie viele Rechte mit der Nazikeule der Linken so hilflos umgehen. Schließlich war, bzw. ist, der Nationalsozialismus links.

Als aufrechter Rechter habe ich zu Nationalsozialisten eine ganz einfache, kurze, klare Haltung: Nazis raus!

Aus Erfahrung kann ich sagen, Das in Richtung Linke geäußert, schlägt ein wie eine Granate. Augenblicklich ist Ruhe mit der Nazikeule. Linke werden völlig wehrlos, bzw. selbst mit der Nazikeule konfrontiert und Rechte gegen etwaige weitere Nazikeulen immun. Keine Schmach für Feind ist größer, als mit den eigenen Waffen geschlagen zu werden.

Niekisch
18. November 2019 16:51

Martin Sellners Analyse ist völlig richtig, führt aber wohl hinsichtlich der Konsequenzen fehl: Hat es irgendeinen Sinn, eine Partei- FPÖ oder AfD- von außen her, als außerparlamentarische NGO oder Denkfabrik- effektiv beeinflussen zu wollen oder in ihr tätige Weichlinge und Distanzierer in die Öffentlichkeit zu stellen ohne sie letztlich zu einer Verhaltensänderung bringen zu können? Das Projekt dürfte ebensowenig erfolgreich sein wie die bisherigen avanti-Aktionen. Denn es fehlt am hartnäckigen Eintreten für Sprachschutz, geschichtliche Wahrheit und die ganz konkreten Interessen des einheimischen Volkes direkt vor Ort. Die Linken und Grünen machen uns vor, wie das im negativen Sinne geht. Ergo: Laßt uns im Kleinen vor Ort ganz unten j e d e Gelegenheit, selbst vor Kindergärten, in Schulen, Volkhochschulen, Unis und anderen mainstreaminfizierten Institutionen, durch Flyer, Leserbriefe, Dienstaufsichtsbeschwerden, Srafanzeigen und Strafanträge, Petitionen und Minidemos wahrnehmen, Gleichgesinnte durch Werbung und tätige Hilfe zu finden, dann lockere Netzwerke bilden, die wenig angreifbar, aber jederzeit mobil sind. Social media sind nicht so wirksam, da die persönliche Bindung fehlt. Wenige Leute können in Gemeinde oder Stadtteil die oft gar nicht so zahlreichen volksfeindlichen Meinungsmultiplikatoren ausmachen, ihre Schwächen recherchieren und dann immer wieder Nadelstiche versetzen, bis ihre Reputation zusammenbricht. Erst dann können Brechen in die Phalanx des mainstream geschlagen werden.

Leider will sich kaum jemand auf diese Kärrnerarbeit einlassen, die aber Voraussetzung für jeglichen Erfolg ist.l

Der_Juergen
18. November 2019 17:28

Die IB müsste sich ernsthaft überlegen, ob sie sich nicht als Partei konstituieren will, mit einem einfachen und griffigen Programm, dessen tragende Säulen die Forderung nach Migrationsstop und Remigration sowie jene nach Meinungsfreiheit sein müssten. (Letzte Forderung impliziert in Österreich zwangsläufig diejenige nach Abschaffung des berüchtigten "Gesetzes gegen Wiederbetätigung").

Ansonsten werden Patrioten bei der nächsten Wahl nämlich nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben sollen, und scharenweise verbittert zu Hause bleiben. Aufgrund ihrer notorischen Unzuverlässigkeit ist die FPÖ trotz ihrer achtbaren Vertreter wie Herbert Kickl praktisch nicht mehr wählbar.

Noch vor einigen Jahren hätte ich die Frage, ob Wahlen noch einen grundsätzlichen Wandel zum Besseren bringen können, grundsätzlich verneint, aber vor allem die italienische Erfahrung hat mich hier zum Umdenken veranlasst. Ja, Salvini ist weg, aber nur kurzfristig. Mit den Opportunisten von der lächerlichen Fünfsternebewegung konnte er nur kurze Zeit regieren, doch da die Migrantenströme aus Afrika nun wieder Fahrt annehmen werden, ist der Lega bei den nächsten Wahlen ein gewaltiger Sieg fast gewiss. Zusammen mit noch stärker nationalistischen Bewegungen wie den "Fratelli d'Italia" könnte sie leicht die absolute Mehrheit erreichen und dann mit dem erforderlichen Umbau des Systems beginnen.

Solange irgendein Richter, den niemand gewählt hat, Entscheide der Regierung sabotieren kann (siehe v. a. USA), ist ein wahrer Wandel nicht möglich. Ein Paradigmenwechsel, der diese Bezeichnung verdient, bedingt die Kontrolle der nationalen Regierung über die Justiz und selbstverständlich auch über die grossen Medien. Ohne diese Rückendeckung durch Justiz und Medien kann sich keine Regierung behaupten; selbstverständlich wäre das antideutsche Kartell in Berlin längt weg vom Fenster, könnte es sich nicht auf diese beiden Säulen stützen. An das Ammenmärchen von der "unabhängigen Justiz" und den "unabhängigen Medien" glaubt auf diesem Blog wohl kaum noch einer.

Ratwolf
18. November 2019 20:42

"Abgrenzung" ist eine Negation.

Man weiß dann zwar genau, was man nicht will.
Aber das ist wenig konstruktiv.
Denn man hat keine eigene POSITION
Und weiß nicht wohin man gehen will.

Deshalb zielen Anfragen zur "Abgrenzung" immer Angriffe gegen den eigenen Weg und das eigene Ziel.

Was ist, wenn man die "Abgrenzung" einfach weglässt und jede Rechte Gruppe mindestens seine eigenen Ziele verfolgt?

Es bedeutet weniger Verluste und es ist effektiver.

Was ist, wenn man von seiner feindlichen Presse gefragt wird "Was ist ihrer Position zu...."

Man könnte genauso antworten:
Die machen ihre Sache, und wir machen unsere Sache. Ende der Durchsage. Keine weiteren Kommentare. Der denunziatorische Charakter der Frage ist offensichtlich.

------------------------------------
Was ist bei der politischen Rechten in Österreich los?

Es sieht aus, wie die Nacht der langen Messer.
Wer denken kann, der sah sofort, daß es ein abgekartetes Spiel war und daß es mit Kurz keine Zukunft gab. Hoffnung weg, Disziplin weg.

Strache hat schwere Fehler gemacht. Er war die kraftvolle Person an der Spitze und müsste in der FPÖ in Österreich durch eine andere kraftvolle Person ersetzt werden. So ensteht wieder Führung. Kickel zwar absolut ist brilliant, aber gehört zur Kategorie der Denker im Hintergrund.

Wenn man etwas von Kohl und Merkel lernen kann, dann ist es das strategische Aussitzen und Schweigen. Einfach mal die Schnauze halten. Das gilt für viele, die gerne mal aus Panik und Überlebenswillen auf die Bühne springen.

Es braucht nicht viel, um eine Regierung eines europäischen Staates dieser Tage aus den Angeln zu heben. Man muss nur Opposition sein.
Der Rest kommt von selber. Die Probleme sind immens, und diejenigen, welche immer wieder durch Medien und den Interessen der Oligarchie nach oben kommen, führen für die Bürger des jeweiligen Landes zu den die falschen Ergebnissen.

Waldgaenger aus Schwaben
18. November 2019 21:23

Der Niedergang der FPÖ sollte der AfD Zur Warnung gereichen. Auch ihre Wähler stehen nicht in immerwährender Treue zur Partei.
Die FPÖ erlebte 2002 einen Absturz auf 10% von zuvor ca 27%. Und dann ist sie wieder zurückgekommen. Vo der jetztigen Niederlage wird sie sich wohl auch erholen - felix austria.

Dass die AfD allerdings einen solchen Absturz überleben würde wie ihn dei FPÖ gerade mit macht, bin ich mir nicht so sicher.

Gustav Grambauer
18. November 2019 21:41

Erlaube mir einen ausnahmsweise themafremden Einschub noch zum letzten Beitrag von M. S. ("Kapitalistische Willkommenspolitik"):

Hatte das Buch von Röpke

https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?an=r%F6pke&bi=0&cm_sp=SearchF-_-Advtab1-_-Results&ds=20&exactsearch=off&recentlyadded=all&sortby=20&sts=t&tn=die%20deutsche%20frage

Anfang / Mitte der 90er Jahre gelesen, also inmitten der immer noch heißen Phase der Kolonisation, somit voller Zorn, da es ja tatsächlich der "Fahrplan" zur Berliner Mauer und zum "Aushungern" / Tot-Rüsten des Ostens respektive der Zunder ("Boykotthetze") am Kalten Krieg war, wobei ich auch bleibe. Habe es vorigen Mittwoch noch mal bestellt und gerade nochmals gelesen, heute mit milderem Urteil über den Autor, dessen Motive (insbesondere: Verhinderung eines erneuten "Großpreußen") ich heute viel mehr im Vordergrund sehe, besser verstehe und, wenn auch ohne seine Konsequenzen zu teilen, viel mehr nachvollziehe als damals. Nach heutiger Lektüre sehe ich auch Röpkes Distinktion viel weniger als Ausdruck von grundsätzlicher Arroganz gegenüber dem - in Anführungszeichen - "slawischen Untermenschen" hinter seinem favorisierten Limes, ebenso ist er sicher zu einem viel geringeren Grade Ideologe der späteren westlichen Besatzer. (Erst seit dem Wochenende weiß ich auch, daß er aus der Mont-Pèlerin-Gesellschaft, deren Mitbegründer er gewesen war, wieder ausgetreten war.) Vor allem: auch ohne Marxist zu sein war ich doch infiziert mit dem Denken im Kategorien von Basis und Überbau, mit dem ich damals seine kulturelle und moralische Fundierung viel zu wenig ernst genommen habe. Habe auch das Interview mit Prof. Prokop gerade noch einmal angeschaut und stelle mir hinsichtlich dieses Herrn ganz neue Fragen.

- G. G.

quarz
18. November 2019 21:55

Jede Phase einer politischen Entwicklung hat ihre typische Distanzierungsdramaturgie mit jeweils typischen Rollen für Funktionäre mit Rückgratproblemen.

Schweden ist uns in der Entwicklung des Massenmigrationsdesasters bekanntlich ein paar Jahre voraus. Dort beginnen sich nun bereits die ersten Medienleute, nachdem sie (wie bei uns) lange Zeit in enger ideologischer Allianz mit der Politik die Migrationsdynamik inbrünstig vorangepeitscht haben, von ihren Bündnispartnern im Multikultiprojekt zu distanzieren und politische Parteien wegen der nicht mehr länger wegzuleugnenden migrantischen Bandenkriege zu beschuldigen. “That it would go to hell has been known for years” bekannte eben erst eine prominente linke Journalistin, “All parties, with the possible exception of the Left Party [sic!] and the Sweden Democrats, who hardly affected the reality on this point, should be ashamed”. Über sich und ihre Zunft verliert sie freilich kein kritisches Wort.

Man kennt das ja von prominenten Vertretern zusammengebrochener Politsysteme: Verantwortungsträger verlassen das sinkende Schiff. Um ihre eigene Haut zu retten, versuchen sie die ganze Schuld ihren ehemaligen Spießgesellen zuzuschieben und sich selbst als im Grunde innerlich immer oppositionell eingestelltes Opfer der politischen Umstände darzustellen. Über die Chuzpe, die sie dabei aufzubieten im Stande sind, kann man nur staunen.

Atz
18. November 2019 22:44

Surprise, surprise, die Deutschen sind weiß...
https://taz.de/Diskussion-1911/!169767/

Es wäre mal an der Zeit für eine "Identitäre gegen Rassismus" Aktion.

Die Abgrenzung gegen Identitäre ist sinnvoll zum Trüben der Wässer und schadet am Ende keinem. Wenn es Euch auch nicht schmeckt zum Bauernopfer zu werden. Spassig ist es schon.

Was den Spaß betrifft: "Großpreußen" klingt nach einem Projekt. Im ersten Schritt neue Lange Kerls. 2. ??? 3. Profit. Die aktuelle deutsche Preußen-Idee; mit Staatsbürgerschaftstraining die Idealmigranten als neue Kulturträger unseres Staatswesens gegen das angestammte Völkchen in Stellung bringen kann. Wie ein Özdemir ganz im Element die Nationalmannschaft gegen die AfD beschwört, die natürlich in den Farben Preußens spielen. Es fehlt nur noch der Eid auf das Grundgesetz, die Verteilung von Goethes gesammelten Werken und die jährliche Übergabe von Dankpräsenten an das grüne Bundespräsidentx. Großpreussen wäre dediziert gegen Österreich und Bayern - kein Fussbreit. Eine schlagende Schnapsidee für oppositionelle Geister von dort. Mangels Staatsgebiet darf sich das Geheime Großpreussen in die deutschen Landen einschleichen...

brueckenbauer
19. November 2019 02:39

Leute, die "sich mit dem Vokabular des Mainstreams “gegen Rechts” distanzierten, ohne klar zu definieren zu können, was an der IB konkret extremistisch oder gefährlich sei" -
da fällt mir für die BRD wieder David Berger contra Björn Höcke ein.
Man muss dazu sehen, dass Berger historisch völlig unerfahren ist - er hält sogar das "Niederläuten" rechter Versammlungen für eine neue Erscheinung!! Und Berger plus Mitstreiter hantieren probemlos mit der Schimäre, dass "unsere (sc. angebliche) Werteordnung" durch Höcke bedroht sei - ohne zu wissen, dass die Bonner Republik eine wertepluralistische Demokratie war, in der es gar keine staatsverbindliche Werteordnung gab, und dass die Idee einer staatlich-verbindlichen Werteordnung in der DDR erfunden und von dort erst in den 80er Jahren in die "Berliner Republik" importiert wurde.
Mehr habe ich auf Bergers Blog auch nicht geschrieben. Aber es hat gereicht, um mich zu sperren. Wenn sie schon selbst nichts wissen - sich gegen anderer Leute Wissen abschirmen, das können sie allemal.

zeitschnur
19. November 2019 07:40

"Was uns ausmacht, ist, dass uns Ideale und Werte wichtiger sind als Logos..."
Was soll das heißen?

Lotta Vorbeck
19. November 2019 11:35

@Laurenz - 18. November 2019 - 03:38 PM

"... Mich wundert, daß Abbrecher wie Kurz oder Göring-Eckhard überhaupt gewählt werden."

******************************

Schon ein paar Jahre her, als sie den vom ungelernten Steineschmeißer zum Welterklärer mutierten "Joschka" anhimmelten.

Doofsein gilt einem großen Teil der BRD-Insassen - so suggeriert es jedenfalls das Trash-TV - als schick.

"Guck mal, die sind genauso blöd wie wir!" im Sinn, kritzelt der fernsehkonditionierte BRDler in der Wahlkabine sein Kreuzchen hinter die Namen der Schul- und Studiumabbrecher.

RMH
19. November 2019 12:15

Ich konnte bislang mit allen Beiträgen, die Herr Sellner hier veröffentlichte, etwas anfangen, aber dieser Artikel löst bei mir doch sehr starkes Befremden aus.

Besser kann man Kanzler Kurz nicht als Staatsmann, der eben staatsmännisch über solchen Querelen stehen kann und dem Lande "dient", etablieren, als wenn man sich auf so einen Hick-Hack auch noch aktiv einlässt und irgendwelche Webseiten mal eben vorsorglich entwirft etc. - und da hilft es auch nicht weiter, wenn man sagt, aber die bösen cucks in der FPÖ haben doch angefangen!

Ich denke, sowohl der FPÖ als auch der IB wäre in dieser Zeit am besten damit gedient, wenn sich jeder auf sein spezifisches Kerngeschäft konzentriert und jetzt einmal den Blick auf den jeweils anderen einfach einstellt und seinen eigenen, konkreten job konzentriert angeht und macht.

Die Migrationswellen rollen und werden wieder deutlich stärker, gleichzeitig - zumindest in Deutschland - werden die ersten im nächsten Jahr ihre Jobs verlieren (letzteres ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Arbeite selber schon an entsprechenden Projekten zum Abbau von Arbeitsplätzen in 2020 mit, die dieses mal nicht mehr durch Kurzarbeit, Altersteilzeit, Vorruhestand, freiwilliges Ausscheiden und Nichtbesetzung von frei werdenden Stellen gepuffert werden - und wenn ich als "kleiner Fisch" das mache, dann machen das die Großen sicher noch erheblich mehr ;) )
und die FPÖ und die IB keilen sich darum, wer mit wem Sandburgen bauen darf oder wer nicht auf den Spielplatz darf ... (omg)

.... wo sind denn jetzt endlich wieder die schönen Aktionen, durch die die IB einstmals bekannt wurde und für Furore gesorgt hat?

Laurenz
19. November 2019 12:54

@Niekisch & @Der_Juergen

..... ich weiß nicht recht, ob Sie Beide mit einer Phasenverschiebung der Identitären von eine APO/NGO zu einer parteilichen Institution Recht haben....
Die Linke leistet sich zahllose gesponserte Institute, NGOs zur Beseitigung von Assad oder irgendwen, meist gesteuert von der Konrad-Adenauer-Stiftung, zahllose Verlage der aSozen, Anetta-Stasi-Stiftung, usw. und sofort.
Die Kirche ist hierbei, als Sozial-Mafia, nicht zu vergessen.
Das tun die ganzen Voll-Spakken doch nicht umsonst.
Da ist die Rechte doch eher unterbelichtet.
Insofern kann ich Herrn Sellner durchaus verstehen, auch wenn ich Ihm persönlich durchaus eine nennenswerte Anzahl an Wählerstimmen zutrauen würde.
Disziplin kehrt in der FPÖ erst dann zurück, wenn genügend Schmerz entstanden ist.

@Waldgaenger aus Schwaben .... vor der Invasionskrise war die AfD bei 3%. Wenn das keine Krise ist....

Urou
19. November 2019 13:09

Eine gute Analyse lieber Martin, und es sollte eine ganz große Warnung an alle Konservative sein!

Die Distanzeritis ist der Tod der Konservativen. Der Mainstream will alles Konservative vernichten. Deutschland hat im Moment mit der AfD die letzte Chance. Hoffentlich hält in der AfD die Brandmauer der Kameradschaft, wie dieses Mal bei Stephan Brandner geschehen. Hoffentlich stehen sie auch wie eine Wand hinter Björn Höcke.
Die FPÖ ist leider Opfer der eigenen Opportunisten geworden. Das ist der gleiche Tod, den auch CDU und CSU nahmen.
Ein Konservativer der einmal an der Zuckerstange des Geliebt-Werdens vom Mainstream leckt, lässt alle Tabus fallen. Er biedert sich dann sogar bei Kommunisten an! (So konnten Linke und Grüne in D die Konservativen am Nasenring durch die Manege ziehen und das geschieht permanent! Egal ob CDU, CSU oder FDP)

Die FPÖ kann nur unter der Führung eines Herbert Kickl gesunden. Der Wechsel von Strache zu Hofer war fatal.

nom de guerre
19. November 2019 16:53

Mir ist die Situation in Österreich ein Rätsel. Ich kann nicht nachvollziehen - auch nicht mit den Erklärungen, die Herr Sellner im Artikel liefert -, wie eine Partei, die zweimal mit deutlich zweistelligen Ergebnissen an einer Bundesregierung beteiligt gewesen ist, so schwach in der Gesellschaft verankert sein kann, dass sie glaubt, über jedes Stöckchen springen zu müssen, das der Mainstream ihr hinhält. Es kann doch nicht über 25% reine Protestwähler geben, oder doch?

Aber so sehr ich den Unmut über das von außen betrachtet merkwürdige und jedenfalls miese Verhalten von FPÖ-Politikern der IB gegenüber verstehe, muss ich doch @ RMH zustimmen. Dieser Hickhack nützt niemandem etwas bzw. richtet Schaden an. Wieso ignorieren FPÖ und Identitäre einander nicht eine Weile und jeder macht das, was er als seine Aufgabe betrachtet?

Niekisch
19. November 2019 17:51

"@Niekisch & @Der_Juergen
..... ich weiß nicht recht, ob Sie Beide mit einer Phasenverschiebung der Identitären von eine APO/NGO zu einer parteilichen Institution Recht haben...."

@ Laurenz 19.11. 12:54: Die will ich jedenfalls doch garnicht. Neben der FPÖ eine weitere, jahrelang aufzubauende Partei? Bitte nicht! Dann lieber Wurzelarbeit ohne Lohn.

Solution
19. November 2019 21:49

Die Drohung der Gründung einer Partei rechts von der FPÖ könnte zumindest Druck auf die FPÖ ausüben, den rechten Flügel nicht weiter zu demontieren. Vielleicht wäre aber auch eine lose Sammlungsbewegung sinnvoll, um die FPÖ auf Kurs zu bringen.

Was konkret von der BRD aus getan werden kann, ist neben Spenden z.B. ein Abo von "Info Direkt", "freilich" oder der "Neuen Ordnung".

Auf jeden Fall sollte man alle in der FPÖ öffenlich machen, die Cucks sind und gegen "Rechts" mitmachen.

Fredy
19. November 2019 23:01

Die dümmste Idee, die Sellner je hatte. Schnell einstampfen und nie wieder drüber reden. Wir wollen den Ausrutscher schnell vergessen.

Andreas Walter
19. November 2019 23:13

Ich bin ja mittlerweile Separatist, schlage darum dem Herrn Sellner und den echten Patrioten in Österreich vor, ihren Focus auf eine Autonome Republik Carinthia zu legen. Die kommt nämlich eh, als Erste, wenn die anderen Politiker weiter so einen Unfug machen (hahaha, und auch das ist sicher).

https://youtu.be/dZ8XLeU-WMc

Weil wir Mahner nicht das Problem sind, sondern die vollkommen unsinnige, ideologisch festgefahrene Politik der restlichen Parteien, worauf wir lediglich hinweisen. Einschliesslich auch die Liberalen innerhalb der Neuen Rechten.

Uns anzugreifen ist daher so idiotisch wie den Arzt zu erschlagen der uns sagt, dass wir zuviel fressen - oder rauchen - oder zuviel saufen, anstatt gesund zu leben und mehr Sport zu treiben. Eben, das Richtige zu tun.

Nur noch eine Frage der Zeit also.

Das Richtige ist nämlich nicht immer das Lukrativste, oder das Schönste, oder das Moralischste. Oder auch das Bequemste, Sicherste oder Einfachste.

Ist Kärnten eine gute Wahl, Herr Sellner? Ist Kärnten das Sachsen Österreichs? Wie Krisenfest, Autonom ist diese Region? Lobten Sie nicht neulich auch mal Slowenien, oder war das jemand anderes? Ich werde mal lesen.

Gracchus
19. November 2019 23:54

Ehrlich gesagt bin ich ratlos, was den Beitrag angeht. Das Projekt ist begraben, aber irgendwie doch nicht - und soll wohl irgendwie als Drohung dienen, insofern, als man die Seite freischalten wird, wenn die FPÖ-Cucks nicht mit ihrer Distanzierung aufhören? Und von dieser Drohung erhofft man sich Wirkung? Und darüber - also ungelegte Eier - soll man diskutieren?

Die FPÖ wirkt auf mich - wenngleich aus grosser Ferne betrachtet - nicht vertrauenerweckend. Die IB - wenngleich ebenfalls aus grosser Ferne betrachtet - scheint durch die völlig überzogenen strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zu stagnieren und in die Enge getrieben. Soweit ich die IB und ihr Programm kenne - also allein aus den Medien - ist es völlig unverständlich, dass man nicht "normal" mit ihr umgehen können soll. So ganz kann ich mir darauf keinen Reim machen. Die einzige Erklärung, die mir plausibel erscheint, ist die, dass man den Erfolg der IB fürchtet und fürchtet, die IB könne in die soziale Mitte vorstoßen. Allerdings frage ich mich, ob das patriotische Potential so groß ist.

Laurenz
20. November 2019 01:10

@Gracchus ... Sie haben es am besten erfaßt. Was hier passiert, ist, daß die Karrieristen´, welche zu Lebzeiten in Amt und Würden sein wollen, diese Karriere wichtiger ist, als das politische Ziel an sich.
Da daß in Österreich überhand zu nehmen scheint, liegt @Fredy argumentationslose Aussage ziemlich falsch. Hier wird die Spaltung und die Zerstörung durch die trojanischen Pferde mehr als gut tut betrieben. Warum soll man diese Dolchstoßer nicht benennen?

zeitschnur
20. November 2019 08:09

Die "Zivilgesellschaft" gibt es offenbar gar nicht, sonst müsste man ihr nicht so krampfhaft auf die Sprünge helfen wollen. Ob diese "Bürger" wirklich überhaupt "gerettet" werden wollen? Und was wird dabei herauskommen, wenn man ihnen einen "Patriotismus" aufzwingen will, der nicht der ihre ist? Man wünschte sich manchmal, es gäbe eine "schweigende Mehrheit", die aber insgeheim im Herzen aufrecht und im Kopf klar und nüchtern ist. Nur: so leid es mir tut, aber auch ich bin Realist und vermelde nach einiger Zeit der Lebenserfahrung, dass es diese wackeren Leute nicht gibt, sonst hätten sie sich schon längst gemeldet.
Ihre "Werte und Ideale", Herr Sellner - was soll das sein? Ich dachte, die Rechte braucht das nicht (und wirft der Linken vor, dass sie eine rein an Idealen orientierte, unrealistische Politik betreibe) und hat es lieber mit dem "Realismus"?
Realismus hieße aber auch, dass bei den Österreichern wie bei den Deutschen mehr als ein Rad ab ist. Im Ausland wirken wir wie ein Volk, das einen ausgewachsenen Dachschaden hat.
Spätestens an diesem gedanklichen Punkt wird aber auch deutlich, dass "Patriotismus" irgendwann absurd werden kann, eben dann, wenn die "patria" ein überwiegend neurotisches Volk beherbergt. Und ein solches Volk ist dann in diesem großen Bestand an Mitläufern und Papageien kein "Opfer", sondern Täter. Sie alle wussten, was durch das Internet und die extrem gute Informationslage (verglichen etwa mit der Zeit vor 80 Jahren) ja offen mitgeteilt, aber von noch mehr Menschen als Verschwörungstheorie abgetan wird.
Die Frage ist, ob man also Patriotismus im Ernst zum "Ideal" machen will, das in der Hierarchie der Werte ganz oben steht. Man verbaut damit etwas zum Ideal, das man als eine Tugend der Träumer und Phantasten ansehen muss. Die Solidarität muss zwar natürlicherweise an zweiter Stelle der "patria" gelten, an erster der Familie, aber auch wenn eine Familie pervertiert und eine mafiöse Verbrecherbande wird, kann sie nicht mehr mein "Ideal" sein.

Warum kann es eigentlich nicht genügen, angesichts des Desasters die ganz klassischen ideale an die Spitze zu setzen: Wahrhaftigkeit, Mut, Liebe, Wehrhaftigkeit, Vernunft, Klugheit und Friedfertigkeit?

Warum die Ideale an Menschen binden, die darauf pfeifen, die sie mit Füßen treten? Warum Perlen vor die Säue werfen, wenn es denn Perlen sein sollten?
Weil man irgendeinen Götzen eben doch braucht?
Warum sich in diesem österreichischen Sumpf mitwälzen wollen, Herr Sellner? Ist das wirklich Ihre Aufgabe?

Sagte nicht Jesus denen, die er mit einer viel wichtigeren Botschaft aussandte eindringlich: Wenn sie euch nicht hören wollen, dann schüttelt den Sand aus den Sandalen und geht weiter? Realismus heißt auch zu erkennen, wo wir stehen und dem ins Auge zu sehen - nämlich der bereits in sich selbst gerichteten Verfassung unseres Volkes in einem ganz großen Teil, der wohl tatsächlich die Mehrheit stellt. Es sähe alles anders aus, wenn es nicht so wäre! In einem gewissen Sinn bleibt hier nur ein Exodus.
Ich weiß, dass viele das nicht gerne hören wollen, aber ich zitiere es trotzdem:
"11 Wenn ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf einkehrt, so forscht, wer darin würdig ist; und dort bleibt, bis ihr weggeht!
12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es!
13 Und wenn nun das Haus würdig ist, so komme euer Friede darauf; wenn es aber nicht würdig ist, so wende sich euer Friede zu euch zurück.
14 Und wenn jemand euch nicht aufnehmen noch eure Worte hören wird - geht hinaus aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
15 Wahrlich, ich sage euch, es wird dem Land von Sodom und Gomorra erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener Stadt." (Mt 10)
In diesen Worten steckt mE auch eine enorme politische Klugheit, von der man lernen kann.

Lotta Vorbeck
20. November 2019 10:27

@zeitschnur - 20. November 2019 - 08:09 AM

"Die "Zivilgesellschaft" gibt es offenbar gar nicht, sonst müsste man ihr nicht so krampfhaft auf die Sprünge helfen wollen. Ob diese "Bürger" wirklich überhaupt "gerettet" werden wollen? Und was wird dabei herauskommen, wenn man ihnen einen "Patriotismus" aufzwingen will, der nicht der ihre ist? Man wünschte sich manchmal, es gäbe eine "schweigende Mehrheit", die aber insgeheim im Herzen aufrecht und im Kopf klar und nüchtern ist. Nur: so leid es mir tut, aber auch ich bin Realist und vermelde nach einiger Zeit der Lebenserfahrung, dass es diese wackeren Leute nicht gibt, sonst hätten sie sich schon längst gemeldet.
Ihre "Werte und Ideale", Herr Sellner - was soll das sein? Ich dachte, die Rechte braucht das nicht (und wirft der Linken vor, dass sie eine rein an Idealen orientierte, unrealistische Politik betreibe) und hat es lieber mit dem "Realismus"? ..."

****************************************

Die "Zivilgesellschaft" pflegt seit Jahren immer dann beschworen zu werden, wenn mal wieder "gegen röchts" mobilisiert werden soll.

Mit diesem Terminus gefüttert, läßt der Große Gockel wissen:

~~~

Zi·vil·ge·sell·schaft

/t͜siˈviːlɡəzɛlʃaft,Zivílgesellschaft/

Substantiv, feminin [die] POLITIK•SOZIOLOGIE

Gesellschaftsform, die durch selbstständige, politisch und sozial engagierte Bürger[innen] geprägt ist

~~~

Wahrlich irritierend, daß nun auch Martin Sellner mit "Zivilgesellschaft" und "Werten" um die Ecke kommen zu müssen meint.

So es denn die "schweigende Mehrheit" gibt, dann ist es jene, die sich, egal was immer auch zu ihrem Nachteil ins Werk gesetzt wird, weiterhin von den Systemmedien kasteien und am Nasenring willig durch die Manege ziehen läßt.

Der_Juergen
20. November 2019 11:31

@Lotta Vorbeck

Es kommt selten vor, dass ich Ihnen widerspreche, aber natürlich braucht die Rechte Werte und Ideale. (Die "Zivilgesellschaft" kann sie in der Tat vergessen, da haben Sie recht.) Was diese Ideale sind, hat @zeitschnur klar geschrieben: Wahrhaftigkeit, Mut, Liebe, Wehrhaftigkeit, Vernunft, Klugheit und Friedfertigkeit?

Der_Juergen
20. November 2019 11:37

@Lotta Vorbeck

Ich widerspreche Ihnen ja kaum je, aber Ideale braucht die Rechte sehr wohl. @Zeitschnur hält fest, um welche Ideale es sich handelt: Wahrhaftigkeit, Mut, Liebe, Wehrhaftigkeit, Vernunft, Klugheit und Friedfertigkeit. Bei der Friedfertigkeit ist natürlich zu ergänzen, dass auch der Frömmste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Ich war vor ein paar Tagen bei einem hochinteressanten Vortrag des Althistorikers und Spenglerianers Prof. David Engels zugegen, der die sich aufdrängenden Parallelen zwischen der Spätantike und der heutigen Zeit zog. Meiner Überzeugung nach zu Recht meinte er, dass sich die Zeit der Parteien ihrem Ende nähere und dass an deren Stellen Führerpersönlichkeiten treten würden, "Cäsaren", wie Spengler schrieb. Engels hofft auf einen europäischen Augustus. Ob dieser schon geboren ist, wissen wir nicht, aber die Grundidee ist richtig. Wenn ich mich in einem früheren Beitrag hier dafür ausgesprochen habe, dass sich die iB als Partei konstituiert, dann im vollen Wissen darum, dass dies nur eine provisorische Lösung ihm Rahmen eines Systems sein kann, dass ich für gescheitert halte und lediglich mit seinen eigenen Waffen schwächen will.

Imagine
20. November 2019 12:48

Links oder rechts, im Wesentlichen unterscheidet sich dies von der Verpackung, nicht vom Inhalt - so wie bei Coca Cola und Pepsi Cola. Und auch nicht hinsichtlich der psychologischen Beschaffenheit der Aktivisten. Rechte und linke Fans sind Sozialisationsprodukte ein und derselben dekadenten und verwahrlosten Gesellschaft – so wie verfeindete Fangruppen und Hooligans unterschiedlicher Fußballvereine.

So findet man die gleichen politischen Inhalte bei rechten oder linken Normalos. Auch die Mehrzahl der Nicht-AfD-Wähler ist gegen die muslimische Massenimmigration. Und die Mehrzahl der AfD-Wähler ist für einen ökologischen Kurswechsel. Insgesamt ist die Mehrheit der Bevölkerung gegen die neoliberale Politik der Massenverarmung.

Bei den Rechten sind die Faschisten, Rassisten und Nazis eine kleine Minderheit, aber sie sind in der Öffentlichkeit relativ stark präsent und der rechte Mainstream distanziert sich nicht konsequent von diesen.

Im linken Spektrum gibt es nach wie vor stalinistische oder maoistische Linksfaschisten, aber der Mainstream distanziert sich nicht nur von diesen, sondern bekämpft sie.

Ich würde mir wünschen, dass Benedikt Kaiser zu diesem Thema einen Beitrag macht.

Laurenz
20. November 2019 13:24

@zeitschnur

... wieder dieselbe antike Kultur-marxistische Nummer von Ihnen, es langweilt. Wieder maßen Sie Sich an, für 75 Mio. Zentral-Europäer und deren Gäste zu sprechen, als ob Sie all deren Schicksale kennen würden. Das ist bodenlos respektlos. Sie sind ein Menschenfeind. Und wenn Sie Jesus Marx zitieren, dann sollten Sie uns schon mitteilen, wie vielen Sie Ihr Haus geöffnet haben? Auf den Tisch damit. Nicht wie die Linke dumm rum labern. Wie viele Goldstücke leben auf Ihren Deckel?
Der Föderalismus ist ein konkreter Wert und nicht Ihre marxistischer Größenwahn aus der Wüste Negev. Lassen Sie doch jede Kommune oder besser jeden Bürger selbst entscheiden, ob Sein Haus oder Seine Wohnung öffnen will oder nicht. Und wenn das dann wegen des Mietvertrages nicht geht, kommen wir auf die wahren Fakten in unserem Staat zu sprechen. Verschonen Sie uns bitte mit Ihren Pamphleten der Volksfront von Judäa.

Lotta Vorbeck
20. November 2019 13:34

@Der_Juergen - 20. November 2019 - 11:31 AM
@Der_Juergen - 20. November 2019 - 11:37 AM

Lieber @Der_Juergen,

so man womöglich dereinst zu reüssieren gedenkt, sollten die von @zeittschnur genannten Tugenden zweifellos das Fundament des eigenen Handelns darstellen.

'Zivilgesellschaft & Werte' triggern eben nur im Sinne dessen, was in Manfred Kleine-Hartlages Standardwerk "Die Sprache der BRD" nachlesbar ist.

Imagine
20. November 2019 16:15

@zeitschnur 20. November 2019 08:09
„Warum kann es eigentlich nicht genügen, angesichts des Desasters die ganz klassischen ideale an die Spitze zu setzen: Wahrhaftigkeit, Mut, Liebe, Wehrhaftigkeit, Vernunft, Klugheit und Friedfertigkeit?“

Was ist an diesen Werten „rechts“?
Ein Linker würde sagen, dass dies typische linke Werte sind.

Pit
20. November 2019 18:07

Ist eine Mehrheit einverstanden... oder immerhin gleichgültig... bez. dem, was geschieht?
Oder gibt es diese schweigende Mehrheit, die dagegen ist?

So wie es aussieht, kommt der Widerstand doch eher von den Jüngeren. Es erscheint mir plausibel, daß das damit zu tun hat, daß diese eben mit der Realität konfrontiert sind.
Ich denke, daß all diejenigen, die meinen, zustimmend oder gleichgültig sein zu können, sich einfach nicht damit konfrontieren, was die laufende Demographie bedeutet. Darum dieses Gedankenexperiment... oder pessimistischer, einfach nur eine etwas überzeichnete Extrapolation der laufenden Entwicklung:

es sei im Jahr 2050 70% der Menschen in Deutschland Afrikaner, oder Mischlinge.
Wie findest du das? Sind das wirklich Deutsche? Ist das dann noch Deutschland?
Ist das einfach so passiert, und also egal, weil ja immer irgendwas passiert?
Oder wenn es nicht einfach so passiert ist, sondern auf Entscheidungen beruhte, die dafür oder dagegen hätten sein können: jetzt im Rückblick aus dem Jahre 2050 mit 70% Afrikanern in Deutschland, bist du mit den Entscheidungen aus dem Jahr 2015, die dazu führten, einverstanden?
Wie unterscheidet sich ein angenommener Zustand im Jahr 2050 mit 70% Afrikanern in Deutschland von: einer Invasion? Von einem Landraub? Von einer Massenvergewaltigung?

Und noch: ist es eine Frage der Quantität? Und der Geschwindigkeit?
Wenn also erst in 500 Jahren 70% aller Deutschen Afrikaner sind: ist dann, im Rückblcik aus dem Jahre 2520, rückblickend auf ein Jahr 2015 und Entscheidungen, die da getroffen werden... sind diese Entscheidungen ok? Oder hätte man doch lieber, daß man sich im Jahre 2015 dafür entschieden hätte, daß Deutschland ethnisch deutsch bleibt?

Und noch: wenn es um Japan ginge... wenn im Jahr 2050 70% der Menschen in Japan Deutsche wären: wäre das ok gegenüber den Japanern? Wenn deren Insel, die seit tausenden von Jahren von Japanern bevölkert ist, innerhalb von 30 Jahren dann eben mehrheitlich von Deutschen bevölkert ist, ist das irgendwie nicht weiter bemerkenswert und in Ordnung, daß die Japaner dieses Schicksal haben? Oder ist es irgendwie seltsam und schlecht, daß aus einem Land die angestammten Einwohner so verschwinden und das Land auf einmal von anderen besiedelt ist?

Es würde mich also interessieren, was eine möglicherweise gleichgültige Mehrheit über diese Fragen denkt. Es mögen sich bitte auch diejenigen Mitleser diese Fragen stellen, welche sagen, daß Rasse nicht existiert und daß Aussehen egal ist für die Gruppenzugehörigkeit (d.h. die Mitleser also, die moralisch gut sind, im Gegensatz zu mir, der ich moralisch schlecht bin).

Welche Zukunft wollen wir für uns wirklich, wenn wir mitentscheiden und mitgestalten - wenn wir uns selbstbestimmen - könnten?

zeitschnur
20. November 2019 20:00

@ Imagine, @ Laurenz

Ja eben - ich weiß nicht, warum man derzeit "rechts" sein muss, um linker Idiotie zu begegnen. Es genügen nun mal die genannten Tugenden. Wieso sollte ich mich in dieses vulgäre Schubladensystem eingliedern lassen müssen?
Wir befinden uns wirklich in einem Irrenhaus - so sehr, dass ein @ Laurenz auf "marxistische und linke" Kommentare aus meiner Feder reagiert, die niemand zu Papier gebracht hat, vor allem ich nicht. Er liest im Kommentarbereich Texte, die man ohne blaugrüne Rechtslinksbrille wohl nicht sehen kann, Geheimschriften, die erst sichtbar werden, wenn man was geraucht hat oder so. Wenn dann die durchgedrehte Schraube von wegen Marxismus=Christentum=Links=Willkommenskultur durch das überleierte Gewinde gefallen ist, holt der gute Mann sicher zur Abwechslung wieder den Liberalismus heraus, diese Schraube ist etwas dicker und eignet sich als Nachfolgerin des Blablabla für die nächste Tirade. Mann!
Es wird Zeit, dass Vernunft und Maß einkehren. Es nervt. Ich lass mir die rechte Variation des Ralph Stegner-Sturmstils ebenso wenig aufzwingen wie die linke!
Mir steht das Bild zweier Ziegenböcke vor Augen, die sich je von rechts und links in immer neuen Anläufen krachend gegenseitig das Hirn einrennen. Nur halten diese beiden Tierchen das nicht für Metapolitik. Und das macht den Unterschied. Auf Bocksniveau mag ich mich nicht schlagen, ein Duell bedarf schon der Satisfaktionsfähigkeit.

Der_Juergen
20. November 2019 21:21

@Imagine

"Bei den Rechten sind die Faschisten, Rassisten und Nazis eine kleine Minderheit, aber sie sind in der Öffentlichkeit relativ stark präsent und der rechte Mainstream distanziert sich nicht konsequent von diesen.
Im linken Spektrum gibt es nach wie vor stalinistische oder maoistische Linksfaschisten, aber der Mainstream distanziert sich nicht nur von diesen, sondern bekämpft sie."

In welchem Staat leben Sie eigentlich, @Imagine? Doch nicht etwa in der BRD, wo die ultralinken Antifa-Gewalttäter vom Staat dafür finanziert werden, dass sie Andersdenkende terrorisieren, ihre Versammlungen sprengen, ihre Autos anzünden? Die Ultralinken, einschliesslich der gewalttätigen, sind die Speerspitze des antideutschen Systems,.

Wen Sie mit den "Faschisten, Nazis und Rassisten" meinen, von denen sich die Rechte Ihrer Meinung nach nicht distanziert, weiss ich nicht genau, aber ich distanziere mich ausschliesslich von Gewalttätern und hirnlosen Provokateuren. Was mein Mitstreiter gegen die Vernichtung Deutschlands privat von Hitler oder Mussolini oder von Rassentheorien denkt, ist mir ziemlich egal. Wenn Sie, @Imagine, in einen Fluss fallen und ein Unbekannter Ihnen einen Rettungsging zuwirft, verlangen Sie dann von ihm ein Leumundszeugnis, ehe sie den Ring ergreifen?

@Zeitschnur

Sehen Sie denn nicht, dass es Zeitverschwendung ist, auf Angriffe von @Laurenz überhaupt zu reagieren? Er ist ein sehr viel grösseres Ärgernis als @imagine, weil letzterer einem wenigstens keine Dinge unterstellt, die man nie geschrieben hat.

Gracchus
20. November 2019 22:13

@imagine, zeitschnur, Laurenz

"Wieso sollte ich mich in dieses vulgäre Schubladensystem eingliedern lassen müssen?" (@zeitschnur). Richtig. Jeder trägt vermutlich bestimmte ideologische Prämissen mit sich, die man links oder rechts einordnen kann, die aber m. E. auch dem persönlichen Temperament geschuldet sind. Allerdings kann man sich durch das Leben, die Wirklichkeit in seiner Sicht hinterfragen lassen - und das ist der Punkt, was mich am linken Mainstream so abstößt, angesichts der Ereignisse 2015, weil dieser Mainstream gezeigt hat, dass er nicht in der Lage ist, die Realität wahrzunehmen. Ich könnte jetzt einige Irrtümer aufzählen, aber das hiesse wohl auf dieser Seite Eulen nach Athen tragen. (Dem linken Mainstream war ich bereits vor entfremdet, und zwar weil der eine Anti-Haltung gegenüber dem christlichen Glauben einnimmt - weshalb es mir @Laurenz grotesk verzeichnet vorkommt, wenn Sie Christen und Marxisten etc. in einen Topf werfen. Schon da konnte ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass es mit der geistigen Offenheit der Linken nicht weit her ist. Im Übrigen erlebt man in kirchlichen Kreisen ähnliche Frontstellungen und Endlos-Diskussionen bzw. gegenseitige Verteufelungen - und da finde ich mich auch zwischen allen Stühlen: So empfinde ich den alten Messritus als wesentlich erbaulicher als was man nach der Liturgiereform in der Regel "geliefert" bekommt, kann aber mit der traditionalistischen Theologie eher wenig anfangen.) Trotzdem würde ich mich nicht als "rechts" verorten. Zumal: verorten, Position beziehen ... Das hat etwas Fixierendes, während Denken Bewegung impliziert. Man spricht auch von Gedankenflug. Tatsächlich war ich auch bis vor kurzem überzeugt, dass das rechts/links-Schema überholt ist und keine Rolle mehr spielen wird, so wenig wie die Frage, ob man Cola oder Pepsi trinkt.

zeitschnur
21. November 2019 09:55

@ Pit

Sie schreiben:

"So wie es aussieht, kommt der Widerstand doch eher von den Jüngeren. Es erscheint mir plausibel, daß das damit zu tun hat, daß diese eben mit der Realität konfrontiert sind.
Ich denke, daß all diejenigen, die meinen, zustimmend oder gleichgültig sein zu können, sich einfach nicht damit konfrontieren, was die laufende Demographie bedeutet."

Ich gebe Ihnen recht damit. Die jetzt Jungen sehen vielleicht deutlicher, in welch prekäre Lage die Alten sie gebracht haben. Es ist eine unheilvolle Übermacht der wohlstandssüchtigen, materialistisch eingestellten Alten, der unverantwortlichen und egomanischen Alten - aber nicht aller Alten. Ihr folgendes Gedankenexperiment ist aber nicht nur eine Folge des Jahres 2015. Ich finde, das ist eine vollkommen verkürzte Sicht. Über den demografischen Wandel wird seit Jahrzehnten gesprochen. Und es ist tatsächlich die ältere Generation, die dessen Folgen geradezu dummdreist immer weggeredet hat. Ich kann mich an unzählige Talkshows erinnern, in denen dies verhandelt wurde - ohne jede Einsicht und Umkehrwilligkeit. Im Gegenteil - jeder, der mahnte, wurde noch als Verrückter und Panikmacher abgekanzelt. Dabei genügten die vier Grundrechenarten, um zu verstehen, dass das so nicht mehr lange gut geht.
Das deutsche Selbstmitleid auf der rechten Seite geht mir auf die Nerven, weil es unehrlich und larmoyant ist: Deutschland war mit den ausgehenden Sechzigern Spitzenreiter in der Kinderverweigerung. Mit durchschnittlich 1- 2 Kindern pro Frau und ca. 300 000 Abtreibungen pro Jahr haben wir seit 40 Jahren mindestens 12 Mio deutsche Menschen alleine durch die forcierte Abtreibung verloren. Diese Millionen haben wir uns auch schon vor 2015 durch eine teilweise jenseits des Asylrechts liegende Migrationspolitik ins Land geholt. Nicht umsonst wird in der hohen Politik von "Replacement migration" gesprochen. https://www.un.org/en/development/desa/population/publications/ageing/replacement-migration.asp
Und die Deutschen waren mit Abstand die Dümmsten in Europa, jedenfalls die Westdeutschen, und sorgten selbst dafür, dass sie aufgrund der Propaganda gegen Nachkommenschaft nun vor einem Desaster stehen.
Ich sage es rundheraus: wer absichtlich und entgegen den Möglichkeiten, die er gehabt hätte, Kinder verweigert, muss damit rechnen, dass er überrollt wird. Er hat es nicht für wert befunden, dass sein Erbgut sich fortsetzt. Selber schuld, kann man da nur sagen. wenn ich an all das Gezicke denke: man kann sich nicht binden, am anderen stört einen der Pickel auf der Nase und dass er die Zahnpastatube nicht zusammenrollt, wenn sie leerer wird, man passt nicht zusammen, weil dies oder jenes, und Kinder traut man sich in all diesen Sensibeleien nicht zu. Hach. Ich kannte Männer, als ich jung war, die nur mit solchen Idiotien unterwegs waren. Es war bereits damals schwer, einen normalen, ehewilligen und für Kinder offenen Mann zu finden. vermutlich sah es umgekehrt ähnlich aus. Wer hat den deutschen diesen Quatsch ins Hirn geblasen? Und warum machten sie es mit? In meiner Altersgruppe sollen unter der deutschstämmigen Population statistisch ca. 30% gut gebildete Personen (wobei man solche "Bildung" getrost den Hühnern geben kann) weder in einer geordneten Ehe oder Partnerschaft leben geschweige denn Kinder haben. Und genau dieses Profil besetzt mehrheitlich die politischen und verwalterischen öffentlichen Ämter.
Ich frage Sie, @ Pit, was Sie denn eigentlich erwarten bei einer solchen Bilanz?
Dass der liebe Gott alles wieder gut macht?
Natürlich gefällt uns anderen, die wir das Wagnis von Ehe und Familie auf uns genommen haben, hart arbeiten und gar keine Zeit für diese deutschen Verrücktheiten haben, von den Wahnsinnigen massiv auch ökonomisch unter Druck gesetzt und ausgesaugt werden, und die Dinge mit Sorge sehen, (auch jenen, denen dies ohne eigenes Verschulden nicht vergönnt ist - ich weiß, dass es auch ungewollte Ehe- und Kinderlosigkeit gibt und das Scheitern von Ehen, an dem nur eine Seite maßgeblich schuld ist), die Situation nicht, aber was soll man machen? Man hätte viel früher etwa im Rentensystem radikal all jene niedriger einstufen sollen, die keine Nachkommen haben, und jede geregelte Abtreibung auf Kassenkosten hätte postwendend den späteren Rentenbonus noch verringern müssen - ich bin sicher, dass die Zahl der "sozialen Indikationen" sofort geschrumpft wäre. Das klingt furchtbar, aber ein Umlagesystem, das auf Solidarität hinsichtlich der Generationen und damit folgerichtig auch der Generativität setzt, kann nicht freiwillig und gewollt Kinderlose in so hoher Zahl so behandeln wie die wenigen, die Kinder bekommen haben - das ist ungerecht. Wir versorgen nämlich nicht erst neuerdings irgendwelche Migranten gratis mit Sozialleistungen, sondern wir haben schon zuvor ungerecht Sozialleistungen an jene verschleudert, die unsolidarisch waren und die Generativität verweigert haben, von der sie andererseits geradezu schamlos profitieren. Frauen, die einige Kinder hatten und nicht berufstätig waren, werden ökonomisch absolut mies behandelt gegenüber jenen, die kinderlose "Karriere" gemacht haben. Das ist ein Systemfehler.
Hören wir also bitte auf zu jammern in einem Land, in dem mit und ohne Migranten ein völlig behämmertes Gerechtigkeitskonzept oder besser Ungerechtigkeitskonzept gelebt wird, und dies seit Jahrzehnten. Von den Konservativen wurde dieser Unsinn ja mitforciert, sie haben die entsprechenden Gesetze geschaffen, und wenn man hier im Forum so manche hört, finden sie das alles auch noch gut.

Laurenz
21. November 2019 10:14

@zeitschnur & @Gracchus

..... Ihre Ignoranz kommt einem zu den Ohren raus.
Seit 3.000 Jahren erzählen Ihresgleichen denselben Schmonzes. Ich wiederhole es, SiN zuliebe, gerne das 10te mal, allerdings ohne Hoffnung, daß Sie die Realitäten wahrnehmen werden. Es ist für Menschen schwer, sich Lebenslügen einzugestehen. Sie Beide machen davon keine Ausnahme.
Ich komme aus einer Familie von Sozialisten, Kommunisten und Hardcore-Christen. Ich weiß wovon ich schreibe.

Abrahamitische Religionen sind Ideologien zur Zentralisierung von Macht, also wider dem Föderalismus. Die Träume zeitschnurs von einem Kibbuz- oder Häretiker-Leben sind Realitäts-fremd, nicht mal ein halbes % der Israelis leben freiwillig im marxistischen Paradies des Kibbuz.
Abrahamitische Mission agiert global, nicht national, einfach nur mal Mission gugeln.
Abrahamitische Mission zerstört auch die letzte indigene Kultur, sind also Kultur-marxistisch. Wissen wird/wurde monopolisiert, bei uns ab 500 nach 0 bis ca. 1730.

Marx schrieb seinen Werte-Kontext bei Augustinus ab, nicht mehr und nicht weniger. Deswegen sind die orthodoxen Christen auch relativ resistent gegen den Marxismus, da die Lehren des Augustinus im Osten nie ankamen.
Bei Heinrich Bedford-Strohm und Reinhard Marx ist der Hang zum Marxismus offensichtlich.

Die Marxisten ersetzten Gott nur durch den Generalsekretär und verlegten das Paradies ins diesseits. Das war's, ein allzu billiges Update.

Und jetzt kommen Sie Beide mit Ihrem ewigen Jesus-Marx-Geschwätz und ignorieren die tatsächlichen Inhalte und ihre Wirkung. Das ist wirklich unglaublich, seit 3.000 Jahren nichts dazu gelernt.

links ist wo der daumen rechts ist
21. November 2019 13:06

Vorwärts, Genossen, es geht zurück!

Ich verstehe ja den gegenwärtigen Katzenjammer.

Unter Türkis-Blau bestand immer noch die vage Hoffnung, Kickl & Co würden irgendwann die Meinungsführerschaft übernehmen – dem war aber nicht so. Es etablierten sich im Gegenteil die neuen Tanz-Sportarten „Distanzeritis-Tango“ und „Limbo-Walzer“; und das Publikum johlte ob der z.T. mehr als dilettantischen Darbietungen. Ob das auch damit zu tun hat, daß in der Jury fast ausschließlich türkise Mäderl und Buben saßen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Nach der Endauswahl und zahllosen blauen Flecken lamentierte man allenfalls noch darüber, welche dunklen Mächte Strache auf dem glatten Parkett zu Fall gebracht haben.

Zeit also für eine neue Partei?
Weit gefehlt.
Das Dilemma der neurechten Bewegung v.a. in Ö. besteht darin, daß man sich auf fast klassische Weise in einer Zwickmühle befindet und eine ausweglose Situation aus dem linken Lager wiederholt.

Zum einen erinnert vieles an die Situation vor fast hundert Jahren, die via USPD und Spartakusbund zur Bildung der KPD führte; also eine Separation.

Zum anderen denke ich auch an die Situation der K-Gruppen in den 70ern, auf heutige rechte Verhältnisse übertragen nennt man das „Mosaikrechte“; also eine Zersplitterung.

Beiden Richtungen gemeinsam ist das Phantasma einer reinen Lehre; die kann es aber nicht geben.
Sehr wohl könnte und sollte sich ein nationalkonservatives Lager bilden, aber dann müßte man die ärgsten ideologischen Auswüchse, die allein der Wählermaximierung dienen, aufgeben.

Drum wieder einmal am Ende meiner Fischpredigt:
Gehet hin und leset Sieferles „Konservative Revolution“ und studiert die „Ideen von 1914“.

Pit
21. November 2019 15:23

an zeitschnur 21. November 2019 09:55
danke für Ihre Antwort; ich stimme Ihnen in vielem zu. Um der Kürze willen gehe ich nicht auf alle Punkte ein, sondern notiere diese Gedanken:

geringe Kinderzahl der Deutschen: ok: warum ist das ein Problem? Wen geht das was an, ob wir unser Land mit 80 oder mit 40 Millionen Deutschen besiedeln?
Ich werde sagen, wen es etwas angeht, m.E.: es geht ein Finanzsystem etwas an, das so gestaltet ist, daß es nicht schrumpfen kann, nur expandieren: DANN ist natürlich jede Kontraktion... unbewältigbar... stellt den sofortige Exitus dar... welcher natürlich mit der einem Exitus entsprechenden verzweifelten Energie zu verhindern versucht wird, d.h. es wird nach JEDEM Strohhalm gegriffen, um den Konkurs zu verhindern... auch dem Strohhalm der Massenimmigration. Schlau aufgezogen... wenn man ein Volk ausrotten will, heißt das.

Aber selbst das ist nicht das Problem... denn jeder Nichtminderbemittelte sieht das ja sofort. Das Problem ist, daß die entsprechenden Kräfte uns verbieten, die Probleme zu lösen... die schon erwähnten Kräfte im Machtkampf, die eben derzeit (wie seit vermutlich den letzten 10 000 Jahren) die Oberhand haben (hatte nicht vor 2000 Jahren schon Jesus ein Thema mit Finanztypen.... Geldwechslern"?). Ein brauchbares monetäres System aufzusetzen sollte nicht sehr schwer sein... so wie es generell nicht so schwer ist, funktionierende Gemeinschaften zu gestalten. Das entscheidende Problem dabei ist wie gesagt die etablierte Weltmacht im Hintergrund, welche die Dysfunktionalität der Völker braucht, um die Kontrolle zu behalten (der Vollständigkeit halber will ich aber sagen, daß ich auch nicht das Paradies erwarten würde, wenn diese Hintergrundweltmacht zurückgestutzt wäre... in unserer polaren Welt wird es wohl immer Konflikte geben... muß, und soll?, es vielleicht auch, denn sonst wäre man ja beim erwähnten Kant-Kirchhofsfrieden und der Langeweile... aber das sind nur Vermutungen und Spekulationen...).

Geringe Kinderanzahl in Deutschland würde mich überhaupt nicht beunruhigen, denn meine Vermutung ist, daß dann eben eine Generation später die Mode wieder umschlägt und das Land wieder stärker bevölkert wird. Was ein Problem ist, das ist wenn unser Volk und unser Territorium mit Nichtdeutschen zersetzt wird: das ist, wie von vielen anderen schon bemerkt, ein irreversibler Schaden, der eben im Gegensatz zu einer zeitweiligen Kinderflaute nicht wieder behoben werden kann. Das macht dieses Werkzeug "Massenimmigration" ja so nützlich für Leute mit Schadabsichten. Ich finde es sehr lustig, wie sie sich derzeit demaskieren... der hier schon diskutierte US-groyper-General Nick Fuentes wird jetzt mit den allerpeinlichsten durchschaubaren Vorwänden zusammengeknüppelt: weil er gegen Massenimmigration ist: Sie verbrauchen alles politische Kapital, um das durchzudrücken. Der SPLC (Mark Potok´s Büro) hat einen countdown, bis wann Weiße in den USA eine Minderheit sind... irgendjemandem ist Massenimmigration in weiße Länder, und daß Weiße in ihren eigenen Ländern so schnell wie möglich zur Minderheit werden, unheimlich wichtig. WARUM?

P.S.: ich hatte in meinem letzten Beitrag noch eine lustige Bonus-Frage vergessen: die 70% Deutsche, die dann in 2050 Japan besiedeln: sind das dann...: Japaner? Wir lernen ja, daß jeder Afrikaner hier Deutscher ist. Ist ein Deutscher in Japan Japaner? Betrachten die Japaner einen Deutschen in Japan als Japaner?

heinrichbrueck
21. November 2019 18:48

@ Pit

Ich zitiere einen Teilkommentar aus dem Netz, dessen Wahrheitsgehalt die feindliche Absicht bestätigt: Nuada 16. Januar 2018 at 20:10 - http://www.pi-news.net/2018/01/was-ein-achtjaehriger-weiss-gefrorener-chinese-uns-lehrt/
... "Ich habe übrigens vor Jahren mal eine Studie einer kanadischen Universität gelesen (ausgerechnet eine aus einem extrem dünn besiedelten Land), in der die These vertreten wurde, dass die Geburtenrate der Bevölkerungsdichte angepasst ist. Bei einigen Tierarten ist das ja auch der Fall. Das war alles sehr wissenschaftlich und mit vielen Statistiken versehen, aber populär ausgedrückt, wurde die These vertreten: Die Leute spüren, dass das Land zu voll oder voll genug ist und reduzieren daher ihre Fortpflanzung. Normalerweise geht das dann so lange, bis wieder eine „Leere“ gespürt wird, woaruf die Geburtenzahl ansteigt. Wenn aber ständig von außen aufgefüllt wird, können die Leute ihre Fortpflanzung noch so sehr zurückfahren – die Leere, die diesen Vorgang stoppt, tritt nie ein. Die Autoren haben rundheraus ausgedrückt: für jeden Einwanderer, der nach Kanada kommt, wird ein kanadisches Kind nicht geboren.
Das ist sicher nicht der einzige Grund für den Geburtenrückgang, aber es könnte eine Rolle spielen – in Deutschland natürlich viel mehr als in Kanada."

Streß und Enge. Kinder bekommen schon Depressionen. Also unter Angst setzen, die Unfreiheit zur Bedingung hat. Eine perverse Angelegenheit. Und wie judaisierte Pseudochristen und marxistische Atheisten unter einen Hut zu bringen sind, damit die Probleme gelöst werden können, wird wohl die Zukunft zeigen. Leider keine Lust, diese Studie zu suchen, aber die Frau ist vertrauenswürdig.

zeitschnur
21. November 2019 20:31

@ Pit

Prinzipiell muss ich Ihnen schon rechtgeben - natürlich geht es die anderen nichts an, ob wir uns reproduzieren oder nicht.
Allerdings sehe ich auch hier den großen Plan am Werk, denn noch vor 100 Jahren wäre kaum ein Deutscher auf die Idee gekommen, dass Karriere wichtiger als Kinder sei. das ist durch Propaganda in die Köpfe gepresst worden. Die Deutschen machen immer genau das, was man ihnen propagiert. Und das sind nicht nur Moden - die Reproduktionsrate hat sich seit inzwischen ca. 50-60 Jahren nicht erholt und wird sich auch nicht erholen.
man hat aber auch anderswo schon erlebt, wie nach Jahrhunderten, irgendwann einmal Eingewanderte wieder rausgeschafft wurden aus einem Land.
Zu Ihrer "Deutscher Japaner-Frage": Derzeit in Japan unvorstellbar, aber auch das kann kippen. Deren Reproduktionsrate sinkt auch und an hat vor, das sowieso schon stark bevölkerte Land nun noch mit Fremden vollzupumpen. Wachen Sie bitte auf und landen Sie in der Wirklichkeit, zB hier: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-04/japan-fachkraefte-immigration-visum-arbeitskraeftemangel Dieser Propagandaartikel stammt von diesem Jahr!
Unter "Amerikanern" verstehen wir heute vor allem die vielen Eingewanderten, während wir die eigentlich Eigentümer des Landes "Indianer" nennen. Japan hatte sich im 16. Jh erst dann total abgeschlossen, nachdem die Jesuiten versucht hatten, das Land durch inszenierte Umsturzversuche unter die Herrschaft der Spanier und der katholischen Kirche zu bringen. Dieses Trauma saß lange noch tief. Bereits im 19. Jh sprengten amerikanische Kanonenboote diesen Abschluss und erpressten eine Öffnung, die aber so leicht nicht gelang, wie man dachte. Aber man brachte das Land in ähnliche interne Konflikte, wie man es mit Deutschland machte. Die Ereignisse im 2. WK harren auch hier ihrer redlichen Aufarbeitung.
Durch die Insellage hat Japan aber einen Vorteil verglichen mit Deutschland.
Es wird alles dafür getan, dieses Land ebenso kaputtzumachen wie Deutschland, und Fukushima war ein Warnschuss vor den Bug.
Dennoch bleibt stehen: wer sich nicht reproduzieren will, signalisiert damit nach außen UND innen, dass er nicht überleben will. Denken Sie mal drüber nach.

Andreas Walter
21. November 2019 21:02

Wer mitspielen will muss eben mitspielen und nur ein Spiel verspricht dabei den grössten Erfolg, nämlich Propaganda: (...)

Kositza: Wie immer. Nicht auf meinem Spielplatz, keine ellenlangen Videos!

Nemesis
21. November 2019 22:09

@zeitschnur
"Ich sage es rundheraus: wer absichtlich und entgegen den Möglichkeiten, die er gehabt hätte, Kinder verweigert, muss damit rechnen, dass er überrollt wird. Er hat es nicht für wert befunden, dass sein Erbgut sich fortsetzt. Selber schuld, kann man da nur sagen. wenn ich an all das Gezicke denke..."

Wie gut, daß Sie die Beweggründe Anderer kennen.

"Natürlich gefällt uns anderen, die wir das Wagnis von Ehe und Familie auf uns genommen haben, hart arbeiten ... Man hätte viel früher etwa im Rentensystem radikal all jene niedriger einstufen sollen, die keine Nachkommen haben."

Was Sie schreiben ist Unsinn.
Libertär sind Sie offensichtlich auch nur dann, wenns Ihnen gerade paßt. Kinder sind volkswirtschaftlich gesehen im Prinzip durchaus bares Geld. Im Prinzip.
Es gibt da nur einen kleinen Haken: Nämlich nur dann, wenn sie auch arbeiten. Und zwar nicht irgendwas. Sondern Arbeit, auf die Steuern und Abgaben gezahlt wird. Wer z.B. auf Hartz IV ist oder ins Ausland driftet, von dem sieht die deutsche Rentenversicherung keinen Cent. Noch besser: Beamte oder Abgeordnete werden. Auch da sieht die deutsche Rentenversicherung nämlich keinen Cent.
M. a. W.: Sich einfach nur viele Kinder für die Sozialsysteme zu wünschen, ist vollkommen daneben.

Es ist schon interessant: Ausgerechnet Beamte (Politiker, Richter, Profs) machen dann i.d.R. Kinderlose für den Niedergang der Rentenversicherung verantwortlich. Also die, die in der Regel keinen Cent in die Rentenversicherung einzahlen.

Und dann sind da noch: Mönche, Diakonissen, geringfügig Beschäftigte, Berufs- und Zeitsoldaten, einige Selbstständige und Freiberufler. Sind nicht verpflichtet, in die Rentenversicherung einzuzahlen. Stattdessen: Berufsständige Versorgungkassen, die sich aus der gesetzlichen Rentenversicherung verabschieden durften: Anwälte, Ärzte, Apotheker, Tierärzte, Architekten, Notare, Zahnärzte, Ingenieure, Psychotherapeuten...

Und schließlich: Zweckentfremdete versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse mit dem die Politik generös ihr Wählerklientel sponsort. (z.B. wurden Teile der Kosten für die Wiedervereinigung unter anderem aus der Arbeitslosen- und Rentenversicherung finanziert.) Etc.

Und dann gibts da ja auch noch sowas wie Steuerklassen...

Dieses Art Rentensystem braucht nicht einfach mehr Kinder, es braucht Beitragszahler.

"Das ist ein Systemfehler"
Kein Fehler.
Ponzi Scheme.

"Frauen, die einige Kinder hatten und nicht berufstätig waren, werden ökonomisch absolut mies behandelt gegenüber jenen, die kinderlose "Karriere" gemacht haben."

Das kann durchaus gerechtfertigt sein. Per se Kinder zu bekommen ist weder ein Verdienst noch ein Grund ökonomisch besser gestellt zu werden (s.o.).
Dazu gehört noch mehr.
Eine ganze Menge mehr.

Gracchus
22. November 2019 00:25

"Die Deutschen machen immer genau das, was man ihnen propagiert." (zeitschnur). Da ist, fürchte ich, leider viel Wahres dran. Dem Rückgang der Reproduktionsrate würde ich dabei nicht übermäßige Bedeutung zumessen, weil - wie heinrichbrück sagt, übrigens auch Sieferle - angesichts der Bevölkerungsdichte etwas Schrumpfung nicht unbedingt schlecht sein muss. Atmosphärisch scheint mir dies Land aber lebens- und kinderfeindlich gestimmt. Was sich - um auf den Bosselmann-Strang hinüber zu leiten - eben auch dem ganzen Kinderbetreuungswesen manifestiert.

Imagine
22. November 2019 07:17

@zeitschnur 21. November 2019 09:55
„Das deutsche Selbstmitleid auf der rechten Seite geht mir auf die Nerven, weil es unehrlich und larmoyant ist: Deutschland war mit den ausgehenden Sechzigern Spitzenreiter in der Kinderverweigerung. Mit durchschnittlich 1- 2 Kindern pro Frau und ca. 300 000 Abtreibungen pro Jahr haben wir seit 40 Jahren mindestens 12 Mio deutsche Menschen alleine durch die forcierte Abtreibung verloren. Diese Millionen haben wir uns auch schon vor 2015 durch eine teilweise jenseits des Asylrechts liegende Migrationspolitik ins Land geholt. Nicht umsonst wird in der hohen Politik von "Replacement migration" gesprochen. …
Und die Deutschen waren mit Abstand die Dümmsten in Europa, jedenfalls die Westdeutschen, und sorgten selbst dafür, dass sie aufgrund der Propaganda gegen Nachkommenschaft nun vor einem Desaster stehen.
Ich sage es rundheraus: wer absichtlich und entgegen den Möglichkeiten, die er gehabt hätte, Kinder verweigert, muss damit rechnen, dass er überrollt wird. Er hat es nicht für wert befunden, dass sein Erbgut sich fortsetzt. Selber schuld, kann man da nur sagen. wenn ich an all das Gezicke denke: man kann sich nicht binden, am anderen stört einen der Pickel auf der Nase und dass er die Zahnpastatube nicht zusammenrollt, wenn sie leerer wird, man passt nicht zusammen, weil dies oder jenes, und Kinder traut man sich in all diesen Sensibeleien nicht zu. Hach. Ich kannte Männer, als ich jung war, die nur mit solchen Idiotien unterwegs waren. Es war bereits damals schwer, einen normalen, ehewilligen und für Kinder offenen Mann zu finden. vermutlich sah es umgekehrt ähnlich aus. Wer hat den deutschen diesen Quatsch ins Hirn geblasen? Und warum machten sie es mit? In meiner Altersgruppe sollen unter der deutschstämmigen Population statistisch ca. 30% gut gebildete Personen (wobei man solche "Bildung" getrost den Hühnern geben kann) weder in einer geordneten Ehe oder Partnerschaft leben geschweige denn Kinder haben.“

Was @zeitschnur formuliert, war in der Adenauer-Zeit noch weitgehend normal. Ein traditionelles Familienmodell mit lebenslanger monogamer Ehe und Kindern wurde gelebt. Die Frau sollte keusch in die Ehe gehen, Sexualität zwischen Nichtverheirateten galt als Unzucht, wer als Eltern oder Hoteliers dies erlaubte, konnte wegen Kuppelei bestraft werden. Uneheliche Mütter wurden gesellschaftlich geächtet, von ihren christlichen Familien verstoßen usf. In ihrer Not gingen nichtverheiratete schwangere Mädchen und Frauen zu Engelmacherinnen, viele starben bei solchen Eingriffen oder wurden fürs Leben gesundheitlich geschädigt, viele wurden unfruchtbar. Zudem waren Suizide bei betroffenen Mädchen und Frauen nicht selten.
Abtreibung war mit Zuchthaus strafbewehrt.

In der katholischen Lehre galt bei schwangeren Frauen das Leben des ungeborenen Kindes als höherwertiger als jenes der Mutter. Und daher war in katholischen Krankenhäusern bei Notfällen vor allem das Leben des Kindes zu retten. Verantwortungsvolle Ärzte rieten daher Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen davon ab, in konfessionelle Krankenhäuser zu gehen.

Gegen die repressive Sexualmoral der „Schwarzen“ rebellierte die Jugend, beginnend Anfang der 60-er Jahre, unterstützt von einem aufgeklärten und liberalen Bürgertum.

Die Liberalisierung der Abreibung rettete vielen Frauen das Leben und ermöglichte ihnen ein selbstbestimmten Leben. Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung ist heute ein Grundrecht.

Die Liberalisierung und Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen führte nicht zu deren Steigerung. Tatsächlich ist die Zahl seit 1996 erheblich gesunken.
https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/data?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=1&levelid=1574401558239&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=23311-0001&auswahltext=&werteabruf=starten

Im Gegensatz dazu, was heuchlerische, frauenfeindliche und reaktionäre „Lebensschützer“ behaupten, rettet die Liberalisierung von Abtreibungen Menschenleben.

Die christlichen Kirchen – insbesondere die katholische - sind nach wie vor frauen- und sexualfeindlich. Allerdings sind die Mitglieder von christlichen Kirchen inzwischen in der Normalpopulation in der Minderheit. Die meisten von ihnen sind nur Kirchensteuerzahler, jene, die sich aktiv dem klerikalen Konformismus unterwerfen, tendieren gesellschaftlich zu einem Randgruppenphänomen.

Für die christlichen Narrative interessiert sich die heutige Jugend kaum noch.

Galten die Ansichten von @zeitschnur vor über einem halben Jahrhundert noch als normal, so sind die heute Minderheitspositionen und erscheinen der Jugend so fremd wie die Ansichten der Taliban. Sie werden als völlig antiquiert und museumsreif wahrgenommen, vergleichbar mit den Vorstellungen des Arbeiter-Marxismus und seines Ziels der „Diktatur des Proletariats“.

Die ganz überwiegende Mehrheit derer, die sich heute als „rechts“ sehen, hat – so mein Eindruck - mit den Vorstellungen von @zeitschnur und jenen der „Völkischen“ wenig oder nichts gemein. Die Vorstellung von „Volk“ als biologische „Abstammungsgemeinschaft“ ist heute mega-out. Inzwischen sind Auswanderer-Serien im TV zu Lieblingssendungen der Massen geworden.

„Rechts“ ist – so meine These – vor allem eine politisch und kulturell gemischte Oppositionsbewegung zur herrschenden Politik von neoliberaler Massenverarmung und geförderter Massenimmigration geworden. Kulturell grenzt man sich von Feminismus und der Homosexualisierung der Gesellschaft ab.

Die Frauen bei „120 Dezibel“ sind – so meine Wahrnehmung durch die Video-Interviews - moderne Frauen, die sich gegen den neoliberalen Feminismus wenden und für sich ein gelungenes und erfülltes Leben als Frau und Mutter wünschen. Mit den christlichen Taliban-Frauen haben sie nichts gemein, ebenso nicht mit den rassistischen Völkischen.

Das Argument, Deutschland brauche mehr Geburten, ist wissenschaftsfremd und irrational. Im Gegenteil, dem überbevölkerten Deutschland ginge es viel besser, wenn die Zahl der Gesamtbevölkerung absinken würde. Aber um dies zu begreifen, müsste man verstehen, wie eine Hightech-Ökonomie funktioniert.

Franz Bettinger
22. November 2019 09:05

@Zeitschnur: @Nemesis hat ihnen gerade eingeschenkt, sonst hätte ich’s tun müssen, denn Ihre Rede kann nicht unwidersprochen stehen bleiben. Über Demographie, die Überbevölkerung der Erde und inbesondere Deutschlands und Afrikas, über den Segen des Kinder-Verzichts und des segensreichen Gesund-Schrumpfens in einem überdichten Land voller Ellbogen, sowie über Abtreibung (Es werden dabei ungewollte gegen Wunsch-Kinder ausgetauscht und keinesfalls die Zahl der Geborenen vermindert) wurde sehr ausführlich vor 2 Jahren hier auf SiN debattiert, noch bevor Sie hier mitlasen, Z. Woher ich weiß, dass Sie damals nicht mitlasen? Nun, sie hätten sich eher die Zunge abgebissen, als nichts zu kommentieren. Lesen Sie bitte in den alten Archiven SiNs nach, was zu diesem Thema bereits gesagt wurde. Bedauerlich, dass Sie damals noch nicht im Ring standen. Ein schmerzloser Sparrings-Partner wie Sie es (bei fast allen Themen) sind, ist Gold wert! Da bleibt kein Eckchen ungekehrt, kein Wässerchen ungetrübt.

zeitschnur
22. November 2019 09:39

@ Nemesis, @ Imagine

Dass man angesichts des sichtbaren, mit Händen zu greifenden demografischen Desasters so antworten kann und mir - was auch sonst - wieder mal Einstellungen unterstellt, die ich nicht geäußert habe, ist auch Bestandteil des postmodernen Sittengemäldes, das rechts ganz ähnlich wie links aussieht. Suggestionen, dass ich "Beamter" sei und dergleichen, weil Beamte sowieso immer so oder so denken, runden das Flach-Tableau solcher Antworten ab. Es fehlt nicht mehr viel, und Ihresgleichen bestellt die Kinder wieder vom Klapperstorch, kontingentmäßig, nach Angebot und Nachfrage, in Modellrechnungen hochgerechnet, planwirtschaftlich gewissermaßen. Den Odem haucht diesen Homunculi dann sicher ein Quantencomputer ein.
Die links wie rechts unendlich beliebte These von der "Überbevölkerung" ist der Joker des niedrigen Horizontes, der einem helfen soll, alles wegzudiskutieren, was sich an Problemen eingestellt hat aufgrund eines komplexen Fehlverhaltens und Versagens auf breiter Front. Die heilige Kuh elitärer Ökonomie und des zentral gesteuerten Geldsystems darf aber um keinen Preis angetastet werden - lieber dezimiert man radikal die "Bevölkerung". Ich sage es noch mal für alle, die in einer rechten oder auch linken Parallelwelt leben: diese These hat maßgeblich der Club of Rome in die Welt gesetzt (zusammen mit der Klimawandelhysterie), und er hatte ganz bestimmt keine guten Absichten dabei und war auch sicherlich nicht "rechts", auch nicht "links" oder "national" motiviert. Ich finde es stets irritierend, dass auch die AfD wacker diese globalistische Theorie verbreitet und konstant ignoriert, dass es tatsächlich ganz andere Faktoren sind, die zu einer schreienden Ungleichheit und Verelendung führen. Im übrigen sollten die Vertreter dieser Thesen sind klarmachen, dass Frauen, die total verelendet sind, auch keine 10 Kinder mehr bekommen können. Die natürliche Kraft einer Frau steuert sehr wohl auch, wie viele Kinder sie empfängt und austrägt. Auch darüber gibt es Studien, die unsere Bevölkerungshysteriker aber ignorieren.
Wer etwas von HightechÖkonomie verstünde, wüsste, dass unsere Probleme aus der Ökonomie selbst kommen. Zuviel Ökonomie-Gegacker verdirbt offenbar nicht nur den Charakter, sondern auch die Bodenhaftung und den Blick für die Basics. Menschen sind kein Mastvieh, das man füttern muss, sondern intelligente, talentierte Wesen, die unter gesunden Umständen für ihr Überleben selbst sorgen, wenn man es ihnen zugesteht und sie machen lässt, und dabei auch noch einen Mehrwert für alle schaffen. Wer etwas anderes behauptet, ist nichts weiter als ein Zyniker und sollte sich überlegen, ob nicht er selbst sich am besten sofort aus der Welt schafft, denn warum immer bei anderen anfangen? Und da sind wir wieder beim Thema: Deutschland schafft sich selbst ab, weil irgendein Volk ja anfangen muss, die "Bevölkerung" endlich zu reduzieren, diese C02-Schleudern und Störfaktoren in der Natur ... Was wollen Sie also? Ist doch alles gut, läuft doch nach Plan. Wofür kämpfen Sie? Sie reden wie Merkel, die ebenfalls der Meinung vertritt, eine Nation müsse bei der Auflösung der Nation mit gutem Beispiel vorangehen. Ja, warum nicht wir, und die Auflösung bedeutet: Rationierung der Geburten, so oder so. Aber man kann auch vor Bäumen den Wald nicht mehr sehen und diesen einfachen, aber natürlichen Zusammenhang nicht mehr erkennen. Deutschland ist wahrlich ein Schilda geblieben bis heute.

Und übrigens, @ Nemesis, ich habe im Rahmen des vorhandenen Umlagesystems argumentiert. Als eher libertär Denkende würde ich das so sowieso nicht anpacken, aber ich bin - im Gegensatz zu vielen dezidiert Rechten und Linken - tatsächlich Realist. Und real ist das Umlage-System, in dem wir leben. Bzw Kapitaldeckungsverfahren für die, die sehr gut verdienen. Aber auch die funktionieren nur, wenn in ausreichender Zahl nachgerückt wird, oder aber man zahlt drei Viertel seines Einkommens in die Versicherung und irgendwann mehr als 100% des Einkommens. Auch gut. Wers mag.

Ihr letzter Satz ist zynisch und beleidigend für alle Frauen, die mit ihren Kindern zu Hause bleiben und blieben. Die Mensch=Tier-Fraktion hier weiß offenbar nicht einmal mehr, dass eine Hausfrau und Mutter nicht bloß Junge wirft und ansonsten faul herumlungert.
Ich habe auch an keiner Stelle alte Zeiten idealisiert.
Ja: das ist Deutschland hier und heute. Im Ausland hält man das für eine Neurose.

Zu guter letzt möge den Religionshassern noch bekannt gemacht werden, dass die katholische Kirche erst in den letzten 150 Jahren anerkannt hat, dass ein Kind von der Zeugung ab ein Mensch ist. man nennt das "Sukzessivbeseelung". Es ist einfach nur dummes Geschwätz zu behaupten, das Leben der Mutter wäre demgegenüber weniger wert gewesen. Die Tendenz, das so zu sehen, ist - wenn sie überhaupt vertreten wird - ein modernes bzw postmodernes Phänomen, v.a. seit den Pontifikaten Pauls VI. (hier mit "Humanae vitae") und dann später massiv mit Johannes Pauls II., der uns - bei aller Skepsis, die ich andererseits ihm gegenüber habe - zurecht eine "Kultur des Todes" bescheinigte.
Bis weit ins 19. Jh hinein galt im Kirchenrecht die thomistisch-aristotelische Lehre, dass gezeugte Knaben erst nach 40 Tagen beseelte Wesen sind, Mädchen sogar erst nach 90 Tagen. Bis dahin galt eine Abtreibung nicht als schwere Sünde. Diese Lehren werden ähnlich im hellenistierten rabbinischen Judentum vertreten. Erst unter Pius IX. wurde diese Lehre aus dem Kirchenrecht genommen.

Monika
22. November 2019 10:27

@Imagine
Ich habe erst jetzt Ihren Beitrag gelesen, der mich sehr angesprochen hat. Auch ich kann das Gejammere bei den Rechten nicht hören. Ja, sie hatten es selbst in der Hand.
Aber das westliche Wohlstandsleben war verlockender. in der DRR gab es bis zur Wende mehr Kinder als in der BRD.
1968 fragte die Religionslehrerin uns 13/14 jährige Schülerinnen ( einer katholischen Nonnenschule), was für uns der Sinn des Lebens sei. Von den 37 Schülerinnen antworteten 36 wie aus der Pistole geschossen: „Heiraten und Kinder kriegen“. Ich war nicht unter den 36. Sondern meinte , ob höherer idealistischer Ziele, das könne unmöglich der Sinn des Lebens sein. Da muss doch noch etwas mehr sein als Biologie.
Ans Karrieremachen dachte keine. Auch ich nicht. Das Wort kannte damals niemand. Ebenfalls sprach niemand von Selbstverwirklichung.
Davon hörte ich erst zwei Jahre später auf dem ersten links angehauchten Gymnasium Hessens. ( die Oberstufe war gerade reformiert) .
Ab dieser Zeit , bei den Katholiken zusätzlich durch das Vatikanum 2, änderte sich das Lebensgefühl rasant. Mit allen Vor- und vermutlich mehr Nachteilen.

Der_Juergen
22. November 2019 12:22

@Zeitschnur @Monika

Nachdrückliche Zustimmung zu Ihren Darlegungen, ein schroffes Nein zu denen von @Imagine und @Nemesis. Ich persönlich würde eine Abtreibung in wenigen, genau definierten Ausnahmefällen für legitim halten (Gefahr für Leben oder Gesundheit der Mutter; Schwangerschaft als Folge von Vergewaltigung oder Inzucht; konkrete Hinweise darauf, dass das Kind körperlich oder geistig behindert zur Welt käme). Aber diese Voraussetzungen waren und sind wohl nur bei einem bis zwei Prozent der Abtreibungen gegeben.

Selbstverständlich ist es mit dem Verbot der Abtreibung nicht getan; es sind flankierende Massnahmen nötig wie z. B. die Ermunterung der Adoption in Fällen, wo das Aufziehen eines Kindes für die leibliche Mutter schwierig wäre.

Ein Volk, das seine eigenen Kinder massenweise abtreiben lässt und zugleich Scharen von Menschen fremder Kulturen und Rassen ins Land holt, untergräbt seine eigene Existenz und ist, wenn das Ruder nicht herumgerissen wird, zum Untergang verurteilt. Das ist es natürlich, was die Volksverderber wollen.

Noch ein Punkt, der vor geraumer Zeit hier bereits zur Sprache kam. Gegen eine leichte Verminderung der einheimischen Bevölkerung wäre, solange es keine kulturfremde Massenimmigration gibt, nichts einzuwenden. Deutschland käme auch mit 70 Millionen Menschen über die Runden. Aber zu drastisch darf der Schwund nicht sein, weil sonst zwangsläufig eine Vergreisung der Gesellschaft eintritt.

zeitschnur
22. November 2019 12:23

@ Monika

Klingt ein bisschen so, als ob Sie auf meinen Beitrag geantwortet hätten und nicht den von @ Imagine.
Ich möchte mit Nachdruck festhalten, dass ich niemals gedacht habe, der "Sinn des Lebens" bestünde für eine Frau (oder auch einen Mann) im "Heiraten und Kinderkriegen". Bedauerlich, dass selbst Nonnenschulen nur materialistische Denkweisen erzeugen konnten.
Gerade im religiösen Horizont ist der Sinn immer und vordringlich, dieses Leben mit Gott zu gehen, als Christ in der Nachfolge Christi, um am Ende beim Vater anzukommen. Der Sinn des Lebens ist, dass wir auf diesem Weg zu Gott kommen dürfen. Es ist ein Prüfung und Versuchung und Vorübung für das Königreich Gottes.
Die Szene, in der Jesus die Juden töricht schilt, weil sie tatsächlich glauben, im Himmel wäre noch Mann und Frau, Freien und Kinderhaben, stand mir immer vor Augen. Und doch ist die Aufgabe des Menschen hier, zu wachsen und sich zu mehren. Ich habe das nie plump biologistisch verstanden, sondern so, dass die Generativität eine wesentliche Säule der persönlichen GEISTIGEN Reifung auf Gott hin darstellt. Dass der Oberflächlichkeit und dem Fanatismus vieler Christen die ebenso flache und hasserfüllte Verdrehung dieser Gedanken folgt, ist traurig
man kann diesen Gedanken allerdings aus einer materialistischen Perspektive überhaupt nicht verstehen. Gerade das Christentum kennt den Verzicht darauf als eine bereits vorweggenommen "himmlische" Lebensform, die aber spirituell an der irdischen Elternschaft teilhat. In aller regel ist die Aufgabe des Religiosen entweder das immerwährende Gebet stellvertretend für die Menschen zu verrichten, die säkular leben und meist Familien haben, Kinder zu unterrichten und Hilfebedürftige zu pflegen - das gehört in den Formenkreis des "Wachsens und Mehrens", des "Hütens und Bewahrens". Zumindest dem Ideal und der Theorie nach. Dass dies eine Gratwanderung ist und mehr wunderliche Menschen erzeugt hat als geistige Mütter, Schwestern und Brüder (nach Jesus soll es keine geistigen Väter und Lehrer geben - er hat das mehrfach ausdrücklich gesagt, aber Mütter ausdrücklich genannt!), weist darauf hin, dass die normale menschliche Berufung die zur leibseelischen Elternschaft ist. Psalm 127 sagt uns, dass Kinder kein ökonomische Planspiel sind, sondern eine Gabe Gottes, ein Geschenk, weil der Schöpfer den Menschen als Mitschöpfer einsetzt.
Dass @ Franz Bettinger tatsächlich die Verweigerung dieses Geschenks als "segensreich" ansieht, kann einen Christen nur bestürzen und sicher nicht nur ihn. Es fehlt eine wichtige Säule zur Reife, wenn man so denkt. Aufs Ganze hin betrachtet kann ein Volk, in dem sich solche Denkweisen dominant verbreiten, nur zugrunde gehen. Die Fakten, wenn man seine Augen öffnet und in dieses Land sieht, liebe Mitforisten, sprechen sehr wohl für meine Auffassung.

heinrichbrueck
22. November 2019 13:54

@ Monika / "Ja, sie hatten es selbst in der Hand."

Nach 1945 hatte es die Rechte in der Hand? Diese abenteuerliche Aussage müßte bewiesen werden. Aber nicht frei nach Imagine, den Marxismussklaven, dessen "Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung ist heute ein Grundrecht" - Unsinn, dem Sklaven die Freizeit nicht madig machen möchte, sondern ohne erfinderische Verbiegungen. Und es ist sonnenklar, in einer Demokratie wird ziemlich viel erfunden ("Bild Dir Deine Meinung!"). Inzwischen dürfte dieses Kommentariat zum Talmud der Neuen Rechten avanciert worden sein, nur mit dem Unterschied, im Original werden in umgekehrter Weise die eigenen Interessen angepaßt. Wird das Mehrheitsvolk so zum freiwilligen Diener, können die eigenen Interessen durchgesetzt werden. Es erfordert immer eine Anpassungsleistung. Nach 1945 kein so großes Problem mehr! Muß denn jedermann mit den eigenen Interessen einverstanden sein? Marxisten leben ihren dialektischen Verrat, da wird nichts mehr gut, diese Leute können endgültig abgeschrieben werden; aber müssen Christen auch so sein? Muß denn immer das Deutschtum untergeordnet werden?

"Religionshasser".

Diese müssen nicht unbedingt Gotthasser sein, auch wenn sie Selbsthasser sind. Religionen haben ihre Institutionen, und diese sind unterwandert. Niemand kann die Kirche mögen, mit ihrem Multikultichristus und ihrem Satan in Rom.

Andreas Walter
22. November 2019 16:53

@Kositza

Wie wollen auch Sie jemals noch klüger werden wenn Sie nicht bereit sind, in Ihre Weiterbildung auch etwas Zeit zu investieren. Ein Buch lesen erfordert doch auch Zeit, meistens sogar mehr.

Oder sind für Sie nur Bücher interessant, in einer Zeit, in der kaum noch jemand liest?

Das Eine aber gibt es tatsächlich auch als Buch:

"Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören. Buch von Rainer Mausfeld" (Professor Dr.)

Das Buch wurde beispielsweise auch in der NZZ besprochen.

The Century of the Self aber gibt es nun mal nicht als Buch, ist einen Dokumentation der BBC. Nur den ersten Teil gibt es inoffiziell mit deutschen Untertiteln.

Wollen auch Sie denn nicht wenigstens wissen, wie die Anderen uns ständig übertrumpfen, mit welchen Methoden und warum?

Kositza: Kapiere Ihren Impuls nicht. Mach ich den Eindruck, als wolle ich nicht in meine "Weiterbildung investieren"? Mausfeld haben wir doch längst (in meinem Ressort) in der Sezession besprochen. Sind Sie kein Abonnent?

Imagine
22. November 2019 20:56

Im Grunde ist das „rechte Lager“ – so meine These - ein diffuses und konfuses, politisch und kulturell heterogen zusammengemischtes Milieu, dessen Gemeinsamkeit vor allem in einer oppositionellen Einstellung gegenüber dem Mainstream besteht, jedoch ohne jedoch eine klare politische und kulturelle Identität sowie gemeinsame Zukunftsvorstellungen und konkrete Zielsetzungen zu entwickeln.

Vieles, was im „rechten Lager“ an Kritik vorgebracht wird, wie z.B. die Ablehnung der Massenimmigration, findet sich generell in der Gesellschaft.

Historisch war es zudem so, dass der Import von ausländischen Billigarbeitskräften – damals insbesondere von türkischen Arbeitskräften aus Anatolien – vor allem von Seiten der Linken abgelehnt und bekämpft wurde, so z.B. von den Jusos in den 70-er Jahren. Die etablierten Rechten in CDU/CSU wollten aus Profitgründen diesen Import von Sklavenarbeitern, um Lohndumping zu betreiben (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Reservearmee).

Auch die Verteidigung des Rechts auf kulturelle Selbstbestimmung ist ein originär linkes Anliegen. Es waren vor allem die Linken, die seit über einem halben Jahrhundert gegen den US-Imperialismus ankämpften, insbesondere auch gegen den US-amerikanischen Kulturimperialismus, während die etablierten Rechten von Beginn der BRD an transatlantische Parteigänger des US-Imperialismus waren und 1973 die Beseitigung des demokratischen Sozialismus durch den US-gestützten Pinochet-Faschismus begrüßten.

Inzwischen generiert der Kapitalismus seine Profite nicht mehr primär durch die Ausbeutung der Dritten Welt, sondern wendet sich zum Zwecke des Erhalts des Systems von profitabler Kapitalverwertung „auto-kannibalistisch“ gegen die eigenen Arbeitsbevölkerungen in den ehemaligen kapitalistischen Wohlfahrtsstaaten.

In der Theoriebildung der linken Gesellschaftskritik hat man diese Entwicklungstendenzen schon vor einem halben Jahrhundert erkannt. Die theoretischen Grundlagen existieren schon seit über 100 Jahren (cf. Rosa Luxemburgs Imperialismustheorie).

Es scheint aber unmöglich, im rechten Milieu sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien zu vermitteln, obwohl sich Einzelne wie Benedikt Kaiser darum bemühen, den Theorierückstand zu verringern.

Jedoch ist m.E. bislang kein sozialwissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt zu beobachten, insbesondere auf Seiten von rechten Meinungsführern nicht. Man könnte dies konkret am Theoriedefizit hinsichtlich der gesellschaftlichen Kräfte und Motive, die hinter der gelenkten Massenimmigration stehen, aufzeigen.

Das rechte Lager ist als Massenphänomen – so der Eindruck – vor allem eine politische und kulturelle Modeerscheinung und mangels Verankerung in den Intelligenzschichten ohne wirkliches gesellschaftsveränderndes Potential.

Nemesis
22. November 2019 20:57

@zeitschnur
"Suggestionen, dass ich "Beamter" sei und dergleichen,..."

Ich suggeriere gar nichts.
Sie verwiesen des öfteren auf Ihre Webseite, wo jeder entnehmen kann, daß Sie freischaffende Künstlerin sind. Wenn ich suggerieren soll, dann suggeriere ich jetzt mal, daß die Wahrscheinlichkeit daß Sie in eben genau in einer der von mir oben genannten Ersatzkassen sind (in Ihrem Fall dann die KSK) durchaus gegeben sein könnte.
Und genau darum geht es in meiner Gegenrede.
Es geht schlicht darum, daß diese Problematik - ganz offensichtlich - sehr viel mehr komplexer ist, als sie rein auf das Kinderbekommen zu reduzieren.

"Es fehlt nicht mehr viel, und Ihresgleichen bestellt die Kinder wieder vom Klapperstorch, kontingentmäßig, nach Angebot und Nachfrage,.. Die links wie rechts unendlich beliebte These von der "Überbevölkerung" ist der Joker des niedrigen Horizontes...
Die heilige Kuh elitärer Ökonomie und des zentral gesteuerten Geldsystems darf aber um keinen Preis angetastet werden.."

Sie wissen diesbezüglich gar nichts über mich oder meine Einstellung.

Was ich aber über Sie gelernt habe, ist, daß Sie nur allzuschnell mit dem "niedrigen Horizont" des Gegenüber bei der Hand sind.
In Ihrem Sprachduktus würde ich entgegnen:
"Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf."
1. Korinther 8

"Ihr letzter Satz ist zynisch und beleidigend für alle Frauen, die mit ihren Kindern zu Hause bleiben und blieben."

Nope.
Der Satz ist weder zynisch noch beleidigend.
Er widerspricht nur Ihrer Auffassung, daß Kinder zu bekommen per se ein Verdienst sei. Denn, wie ich oben ausgeführt habe, ist es das nicht.

Ich schrieb:
"Das kann durchaus gerechtfertigt sein. Per se Kinder zu bekommen ist weder ein Verdienst noch ein Grund ökonomisch besser gestellt zu werden (s.o.).
Dazu gehört noch mehr.
Eine ganze Menge mehr."

Die beiden Letzen Sätze gehören dazu.

Cugel
22. November 2019 23:20

@Monika
"Auch ich kann das Gejammere bei den Rechten nicht hören. Ja, sie hatten es selbst in der Hand."

Sicher trifft Rechte/Konservative eine Mitschuld. Sie haben es geschehen lassen. Allein ich bezweifle, daß sie den Erdrutsch hätten verhindern können.

"Davon hörte ich erst zwei Jahre später auf dem ersten links angehauchten Gymnasium Hessens. ( die Oberstufe war gerade reformiert)."

Die Oberstufenreform war ein auf der operativen Ebene entscheidender Schlag gegen das Land. Die Dämme wurden eingerissen, der Marsch durch die Institutionen beschleunigte sich, und folgerichtig eskalierten Zersetzung und Ressourcenfehlallokation.

@Imagine
"Ich sage es rundheraus: wer absichtlich und entgegen den Möglichkeiten, die er gehabt hätte, Kinder verweigert, muss damit rechnen, dass er überrollt wird. Er hat es nicht für wert befunden, dass sein Erbgut sich fortsetzt."

Ganz der Sozialdarwinist, was?
Bestätigen Sie jetzt die Hufeisentheorie?
Sie haben zwar nicht ganz unrecht, sprechen aber, wie fast immer, nur einen Teil der Wahrheit aus, denn die Reproduktionsverweigerung ist kein Spezifikum der Deutschen, und wie Pit zu recht betont, wäre sie kein größeres Problem, wenn nicht gleichzeitig das Land mit Fremdvölkern geflutet würde. In einem anderen Strang hat Waldgänger zu diesem Thema Spengler angeführt; Es ist doch aber klar, daß die Eskalationen der Moderne nicht vollständig eigendynamisch verlaufen. Carl Schmitt und andere haben das gesehen, Max Weber nicht.

Götz Kubitschek
23. November 2019 11:58

was agte brahms zu mahler, als dieser während eines strandspaziergangs darüber spekulierte, daß "nach ihm" keine wesentliche komposition mehr möglich sein werde? "schauen Sie: da kommt die letzte welle ...".

badeschluß.

Gracchus
23. November 2019 12:01

Ich finde, @Der_Juergen hat das Vernünftige gesagt. Abtreibungen sind von Übel. Das habe ich absichtlich neutral formuliert, also ohne Schuldzuweisungen. Tatsächlich bin ich skeptisch, ob eine Gesellschaft oder ein Volk, in dem Abtreibungen an der Tagesordnung sind, der Abtreibungen nicht als Übel vor Augen steht, Zukunft hat.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.