8. November 2019

Extinction Rebellion (Teil II): Täuschung und Offenbarung

Caroline Sommerfeld / 22 Kommentare

Die „Extinction Rebellion“ ist ästhetisch und ideologisch anders als Fridays for Future (FFF) konzipiert.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Daß XR unangenehm auffällt, statt wie die „Klimakids“ auf jedem Grundschulelternabend masochistisch lächelnd von den Erwachsenen abgenickt zu werden, gehört zur Akzelerationsstrategie:

Extremisten vorzuschicken um auszuloten, wie weit der revolutionäre Umbau der Demokratie gehen kann und welche Geschwindigkeit gerade noch tolerabel ist. Dann: die Mainstreammedien bedenklich das Haupt wiegen lassen – und weitermachen mit dem nächsten Schritt der Eskalation, und parallel dazu stetig die Grenze zwischen Kunst, Politik (ähnlich dem „Zentrum für politische Schönheit“) und Okkultismus weiter verwischen.

Postmoderner (d.h. massenmedial abgelutschter, dafür aber umso hilflosere Wesen umgarnender) Okkultismus spielt an dieser Stelle eine interessante Rolle. Eine Figur wie Marina Abramovic verbindet Klimakatastrophenpanik, politische Kunst und zur Schau gestellten Satanismus. Zur Biennale des vergangenen Jahres schuf sie ein virtual-reality-Kunststück mit dem Titel „Rising“, anspielend auf steigende Angstattacken.

Der Zweck: Immersive play will increase empathy for the present and the future victims of climate change, and how this experience will affect players’ consciousness and energy“ – in einem klimapanischen VR-Spiel sollen Bewußtsein und Energie der Spieler (Abramovic hat es primär auf Kinder abgesehen: „I was thinking about how I could reach a young audience. You need to use their tools; VR and video games“) manipuliert werden. Das Auskosten von Angst und Schmerz anderer Menschen, wie es Abramovic in ihren performances unentwegt durchspielt, ist der psychologische Urgrund des Bösen.

Daß Kunst immer wieder mit okkulten Symbolen hantiert, ist alles andere als neu. Daß politische Bewegungen auf dieses Sinnarsenal zurückgreifen bzw. daraus Energie ziehen, genausowenig, siehe Nicholas Goodrick-Clarke über die okkulten Wurzeln des NS. Gegenwärtig schießen aus den Weiten und Tiefen des Internets entsprechende Symboldeutungen politischer Phänomene wie die halluzinogenen Pilze aus dem Boden.

Im Falle von XR lohnt sich allerdings ein genauerer Blick. Denn diese „Bewegung“ arbeitet in verschiedenen sozialen Systemen gleichzeitig und überschreitet deren Grenzen: Regime change (Politik), okkulte Inszenierung (Kunst) und Apokalyptik (Religion).

Warum werden okkulte Symbole überhaupt sichtbar gemacht? Verrät man sich dadurch nicht selber? Der interessierte Internetnutzer hat schnell heraus, daß FFF nicht nur gleich 666 ist, sondern auch weitere hobbykabbalistische Zahlenspiele ermöglicht, wie etwa: „Climate Change/Climate Crisis is CC, 3 3, and 3 + 3 gives you 6. Six is the devil's number, X marks his spot.

Daß das X grundsätzlich für Inversion, Umwertung aller Werte, das „fair is foul and foul is fair“ der Shakespeareschen Hexen, steht, bedarf für einen im christlichen Abendland Sozialisierten keiner besonderen Deutungsmühe. Wenn der Schrecken aller Verschwörungsleugner, der unverbesserliche Oliver Janich, darauf kommt, daß die X-Gebärde mit vor der Brust gekreuzten Armen der FFF-Demonstranten derjenigen in der Hollywood-Verfilmung von George Orwells 1984 entspricht, kann man das als „Voraussage“ verstehen, oder aber einfach als Griff in den popkulturellen Selbstbedienungsladen der Symbole.

Pop-Symbole sind allerdings ihrerseits bis zum Anschlag aufgeladen mit okkulten Bedeutungen. Von einem Plattencover kam mir beispielsweise der überaus merkwürdige Schmetterling, der vor kurzem überall irgendwie kontextlos als Plakatmotiv auf Stromkästen klebte, bekannt vor. Er ist neben der Sanduhr (dem X im Kreis) und dem Totenkopf das wichtigste Symbol von XR.

Warum ausgerechnet ein Monarchfalter? Monarchfalter sterben aus, ihr Abbild eignet sich also als Oberflächensymbol für den Kampf gegen das Artensterben. Doch der Monarchfalter hat eine zweite Symbolebene: ein berüchtigtes frühes Gedankenkontrolle-Programm der CIA nannte sich „Monarch Mind Control“:

Einer der Hauptgründe, warum die Monarch Mind-Control-Programmierung Monarch-Programmierung genannt wurde, ist der Monarch-Schmetterling. Der Monarchschmetterling erfährt, wo er geboren wurde (seine Wurzeln), und gibt dieses Wissen über die Genetik an seine Nachkommen weiter (von Generation zu Generation). Dies war eines der wichtigsten Tiere, das den Wissenschaftlern den Tipp gab, dass Wissen genetisch weitergegeben werden kann. Monarch Mind Control ist nach dem Monarch Butterfly benannt – einem Insekt, das sein Leben als Wurm beginnt (was unerschlossenes Potenzial darstellt) und nach einer Zeit im Kokoon (Programmierung) als schöner Schmetterling (der Monarchsklave) wiedergeboren wird. Einige spezifische Eigenschaften des Monarch-Schmetterlings sind auch für die Gedankenkontrolle anwendbar.

Das soll nun nicht heißen, daß die Teilnehmer von XR allesamt Opfer eines systematischen Gedankenkontrollprogramms sind. Es kann viel offensichtlicher, viel simpler sein: sie sind fasziniert von einer dargebotenen Rebellionsmöglichkeit „gegen das System“, und indem dieses Faszination über uralte Machtsymbole läuft, läuft auch immer die gesamte Bedeutung dieser Symbole mit, egal, ob dies dem einzelnen Teilnehmer aus Wien, Wuppertal oder London klar ist. Die Schöpfer der XR-Bewegung jedenfalls wußten, wo sie nachschauen müssen im kulturellen schwarzmagischen Arsenal.

Wer älter als, sagen wir, 14 Jahre ist und gut gesättigt mit allem Popkulturbilderschrott, braucht mehr Thrill als Hüpfen für das Klima in der Regenbogenwelt bei FFF. Er ist angezogen vom Nimbus des Gefährlichen, inklusive Fragebogen, ob er bereit wäre, für XR ins Gefängnis zu gehen. Psychedelische Substanzen, die eine der Gründerinnen, Gail Bradbrooke, als Motiv für XR benennt, spielen auch mit hinein.

Vor allem aber ist es ein medial gut vorgekauter postmoderner Okkultismus: filmreife Prozessionen in blutroten Gewändern, Schnabelmasken, Nachstellen von Ritualmordszenen, Todeskultelemente, Schamanismus, Gehirnwäsche. Damit ist eine Jugend zu ködern, die so konsumgesättigt ist wie nie, so medienabgebrüht und so metaphysisch obdachlos ist wie nie, damit aber: so begehrlich, bedürftig, schutzlos wie nie. Luzifer kann zugreifen.

Von diesen Kräften wissen Sie, dass sie vor allen Dingen ihren Angriffspunkt innerhalb des Menschen dadurch gesucht haben, dass sie sich einschlichen in die menschlichen Begierden, Triebe und Leidenschaften. Dadurch hat sich der Mensch zweierlei errungen: Erstens hat er die Fähigkeit errungen, ein selbständiges, freies Wesen zu werden, in Enthusiasmus zu erglühen für das, was er denkt, fühlt und will, während er sonst für seine eigenen Angelegenheiten von göttlich-geistigen Mächten geführt worden ist. Aber auf der anderen Seite musste der Mensch gerade durch die luziferischen Mächte in Kauf nehmen, durch Triebe, Begierden und Leidenschaften in das Böse zu verfallen. (Rudolf Steiner, GA 121, S.152)

Das Beste an der Jugend: ihre Fähigkeit zu gesteigertem Enthusiasmus und ihr Überlebens- und Freiheitstrieb, verdankt sich der nämlichen Macht wie das Übelste an der Jugend: ihre Triebhaftigkeit, Verführungssucht und ihr Hang zur Masse.

Okkulte Symbolik ist Ausdruck von Macht. Wer die Symbole offen herzeigt, spielt mit dieser Macht: jeder kann sie sehen, nicht jeder kann sie erkennen. Wer sie erkennt, erfährt sich entweder als Teil der von ihnen ausgehenden Macht oder als ihr Gegner, jedenfalls aber als diffus "Eingeweihter". Die Frage, ob nicht XR mit derartig viel Symbolballast zuviel „verrät“, falls die genannten okkulten Bedeutungen denn wirklich auf die korrespondierenden Hintergründe verweisen, läßt sich beantworten: Nichts ist eine bessere Täuschung als die Offenbarung.

Dies gilt nicht nur für die „verborgenen“ Symbole, sondern auf ganz ähnliche Weise für die beiden anderen Operationsebenen von XR: die Demokratie wird am offenen Herzen umoperiert, eliminatorische Folgen werden angekündigt („Some may die in the process“) und das Ende der Vorherrschaft des klimatoxischen weißen Menschen offen eingefordert. Die Karten liegen dank des Internets alle auf dem Tisch, keiner kann sagen, er hätte sie nicht gesehen. Doch genau diese Offenbarung der Forderungen und Methoden, selbst der "okkulten", ist die geistige Hürde. Manfred Kleine-Hartlage  sah dieses Paradox schon 2012:

Wenn Geschichtsdeterminismus ein Macht-, Propaganda- und Disziplinierungsmittel ist, dann ist es eine Frage des demokratischen Bürgersinns, ihm zu mißtrauen. Bereits die stereotypen Phrasen, in die die politischen Entscheidungsträger (und -vollstrecker) ihrer Botschaft kleiden, müssen den Verdacht wecken, hier werde gelogen. Tatsächlich wird aber gar nicht gelogen, jedenfalls nicht im strengen Sinne des Wortes. Im Gegenteil, unsere Regierenden sagen mit erstaunlicher Offenheit, wie die NWO aussehen soll. Aber man muß sie dechiffrieren können und dazu auf ungewöhnliche Weise hinhören. (Manfred Kleine-Hartlage: Neue Weltordnung. Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie?, 2012, S.13)

Das Ziel von XR ist, politisch das letzte Aufgebot zu beschwören und als vorausgeschickte außerparlamentarische Bewegung alternativlose globale Maßnahmen einzuleiten, und nicht, dem unausbleiblichen Weltuntergang schockstarr entgegenzusehen oder in ernsthafter Weise so zu leben, daß man auf den Tag des Herrn vorbereitet ist.

XR ist keine „Weltuntergangssekte“, wie (für ihre Verhältnisse äußerst medienwirksam) die Matrone der alten Linken, Jutta Ditfurth, warnte. Weltliche Apokalyptik wird zum Ersatz für die biblische Offenbarung und entkoppelt auf diese Weise die menschliche Existenz vom politischen Zukunftsplan, indem sie so tut, als ginge es um die menschliche Existenz.


Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.


Kommentare (22)

Marc_Aurel
8. November 2019 18:07

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Warum werden okkulte Symbole überhaupt sichtbar gemacht? Verrät man sich dadurch nicht selber? Der interessierte Internetnutzer hat schnell heraus, daß FFF nicht nur gleich 666 ist, sondern auch weitere hobbykabbalistische Zahlenspiele ermöglicht, wie etwa: „Climate Change/Climate Crisis is CC, 3 3, and 3 + 3 gives you 6. Six is the devil's number, X marks his spot.“
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Die Anwort ist einfach: weil jeder der sich von diesem Honigtopf anlocken lässt und öffentlich anfängt das Phänomen unter diesem Blickwinkel zu betrachten, von interessierter Seite (Wahrheitspresse) spielend leicht als Spinner abgestempelt werden kann, ohne das dafür viele Worte nötig wären, unabhängig davon wie differenziert und hochwertig seine sonstige Analyse auch sein mag ;)

Weltversteher
8. November 2019 19:39

Die Hintergründe und Abgründe der Vertreter der "Kalifornischen Ideologie", die hier schon mehrfach angerissen wurden, illustriert auch der geniale M. Houellebecq in "Elementarteilchen".

Es ist wichtig, zu verstehen, welche Doppelbödigkeit die "alternative Szene" seit '68 hat. Wie stets gilt es auch hier, daß ein davon angewiderter Mensch sich nicht ins Reaktionäre zurückstoßen läßt, sondern erkennt, daß das Angemessene und Gute zumeist dennoch ziemlich in jener Richtung liegt, allerdings nicht in der Verzerrung (!), welche ihm genau zum Zwecke des Verhinderns von interessierten Kreisen beigelegt wurde.

Elvis Pressluft
8. November 2019 21:24

Mir erscheint es wichtig, diesen „Bewegungen“ politisch, und ausschließlich politisch, entgegenzutreten. Dazu gehört auch, sie nicht im Negativen zu überhöhen. Jene Querbezüge zum Okkultismus waren mir neu; ich kannte allerdings Videoclips vom öffentlichen Auftreten der Teilnehmer, welche die Frage, wer wohl „Lack gesoffen“ habe, obsolet machten. Wir erleben die Ausdifferenzierung der x-ten Hippie-Bewegung. FFF ist das kindlich-selige Sichverströmen, süßliche Wolken; XR erinnert vielleicht an die Family – und steuert vielleicht auf sein gesellschaftliches Altamont zu. Es ist das Böse im Maximalpunkt seiner Banalität. Kinder und Jugendliche vor diesen Zirkeln so gut wie irgend möglich zu schützen ist fraglos dringend geboten, aber auch hier sollte die politisch-weltanschauliche Argumentation im Vordergrund stehen. Das (vermeintlich oder tatsächlich) dunkle Geheimnis wird einem Jugendlichen oder auch Heranwachsenden nur um so anziehender, je offener es von den doofen Erwachsenen bekämpft wird.
Anekdote: Vor ungefähr einem Jahrzehnt hatte ich einen relativ jungen (Mitte 20) Kollegen, der plötzlich durchweg in der Aufmachung Marke „Death Metal“ (scheinen ja auch manche Rechte zu schätzen) herumlief und sich tätowieren ließ … war seinerzeit noch tendenziell auffällig; er spielte auch mit der „bösen Zahl“ und ähnlicher Symbolik herum. Er hielt sich für wildromantisch-rebellisch und war die ärmste, angepaßteste S. weit und breit. Als er die gewünschte Aufbesserung seines – miserablen – Gehalts nicht erhielt, mußte er seine Eltern um Rat fragen: „Was soll ich jetzt machen – soll ich kündigen?“ – Mir ist diese ganze Psychologisierung so oder so suspekt, aber man kann immer auf so etwas wie Ich-Schwäche plädieren, selbst bei einer Figur wie Abramovic.

Gustav Grambauer
8. November 2019 21:59

Hinduistisch gesprochen ist jedes dieser Symbole ein Yantra.

https://de.wikipedia.org/wiki/Yantra

Sie sollen helfen, massenweise Figuren der Denkens (Denkfiguren, soweit man überhaupt von Denken sprechen kann ...), des Fühlens und Wollens zu manifestieren. Darum geht es. Dabei wirken diese Symbole wie Magnete, an denen sich das oft haltlose, wirre, an Freie Radikale erinnernde Chitta, d. h. das geronnene Bewußtsein der Leute wie die Eisenfeilspäne ausrichtet. Da diese Symbole dynamisch und vektoriell wirken, ist der Vergleich mit Zubringern zu "Highways" - für die Masse - noch treffender. Für die mittleren, sicher nicht für höheren Ränge wirken diese Symbole fokussierend in der bereits gewünschten Hingabe an den Egregor und in der Rückversicherung dessen Schutzes.

(Und wen haben wir denn hier, in aller Ambivalenz als Repräsentantin sowohl der weißen als auch der schwarzen Magie?!:)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/8/82/Logo_Verlag_Antaios.png/800px-Logo_Verlag_Antaios.png

https://de.wikipedia.org/wiki/Ouroboros

Dieselbe Aufgabe haben Töne (Mantrams), die man als solche aber noch nicht so leicht an das Fußvolk heranbringt, ideal wären stundenlange monotone Wiederholungen entsprechender Silben, die aber für die meisten Leute heutzutage noch zu befremdlich und zu langweilig wären. Hierzu sind die heutigen Beschallungen über die üblichen Sender mit immer stärker bewußtseinsforcierender Musik die Vorstufe der Konditionierung. Vorsicht bei jedem, der sich mit Musik aufpeitscht!

Bis jetzt hatte all dies für die Masse kaum initiatorischen Charakter. Eine neue Qualität haben wir mit der Abfrage der Bereitschaft, für XR in den Knast zu gehen. Die jeweiligen Devas, von denen Aktivist Mäxchen nichts ahnt und deren Existenz er mit schärfster Aluhut-Polemik zurückweisen würde, arbeiten sich langsam heran, wieder massenweise das Opfer entgegenzunehmen, welches für sie in einer individualistischen (Sub-)Kultur einen vielfach potenzierten Wert gegenüber all den Jahrtausenden unter der Egide des Kollektivismus hat.

"Den Teufel spürt das Völkchen nie /
und wenn er sie beim Kragen hätte."

- G. G.

Das blaue Quadrat
8. November 2019 22:17

Der erste Aluhut der zweiten Runde würde auch mir gut stehen: Warum etwas am köcheln halten, was sich selbst schon halb tot gelaufen hat. Respektive gestanden. Wir hecheln hinterher, mal wieder, auch wenn die Mehrheit jubelt: endlich Zeitgeist, wenn wir den bereits lahmenden Gaul doch noch am Schweif erwischen.

zeitschnur
8. November 2019 22:31

Ein Link zu einer sehr eingehenden Analyse der XR: https://alexandrabader.wordpress.com/2019/10/13/extinction-rebellion-der-hintergrund-der-panikmache/
Geradezu spacig dieser taz-Artikel: https://taz.de/Klimaproteste-als-Befreiung/!5629071/

Auch diesen Artikel Teil II finde ich sehr gut, komme aber mit dem letzten Absatz nicht zurecht:

Sie sagen ja selbst, das XR mit einer Apokalyptik arbeitet und damit schon Merkmale einer Weltuntergangssekte trägt. Nur spielt sie intern Untergang gegen Untergang aus: Um die Klima-Apokalypse zu verhindern, wird alles, wovon wir eigentlich ja nicht schlecht leben, vernichtet ("Regime Change"). Es geht um eine Neuauflage des „Samens der Märtyrer … für eine neue Weltordnung“. Auch dieses Ausspielen der Apokalypse gegen die Apokalypse ist so etwas wie „reine Inszenierung“. Und als solche ist sie per se okkult, bzw satanisch, schäumt gewaltig auf, und huldigt der absoluten Leere, die der Vernichtung folgt und alles, was lebendig ist, in die Erde schüttet. Ich muss dabei auch an Baudelaire denken. Und an Abel, dessen Blut aus der Erde zu Gott schrie. Nach oben hin, aber XR will nicht nach oben, sondern nach unten.
Im Grunde ist es eine pervertierte vorsintflutliche Szene: Eine Schar Auserwählter teilt dem Rest der Menschheit mit, dass sie demnächst draufgehen, geopfert werden wird. Die Jugend, die Sie sehr treffend beschreiben in ihrer inneren Leere und Anfälligkeit, ihrer Sehnsucht nach einem guten Leben jenseits der totalen Konsumsättigung in finalem Goldenen Schuss-Konsum, lässt man dafür hüpfen und in einer beispiellosen Irrationalität versinken. Wie ein Kommentator beim vorigen Artikel bemerkte: eine gezielt und ausdrücklich "weibliche" Inszenierung, weil dabei die Zuschreibung der "Emotionalität" und Unreflektiertheit zum Weiblichen hier gezielt instrumtenalisiert wird, auch dies verkehrt herum als perverse Zuschreibung zur Weiblichkeit im Zeichen des "Feminismus". Man operiert mit den bösartigen und niederträchtigen Stigmatisierungen der Frau aus älteren Jahrhunderten, als seien sie eben doch wahr, aber ganz toll ... Die vormalige totale Verzeichnung der Frau zu einem „Mensch“ im Neutrum wird hier zur Tugend erklärt und damit auf ein Ultimum verfestigt: die vernünftige Frau ist so gut wie tot, und es kann weitergehen mit Margret Atwoods Dystopien, die eine Mischung aus Dark-Islamisierung und Sieg der Schlange über die Frau bedeuten, denn die Frau sollte nach Gottes Plan (Gen3) der Schlange für immer entgegenstehen. Daher zerrt man pervertierte „Weiblichkeit“, als „Feminismus“ propagiert, ins satanische Boot als Vollstreckerin. Ich will mit diesem Dreck als Frau nichts zu tun haben. Und ich denke, dass auch unsere linksradikale Matrone vielleicht noch einen Restfunken an weiblicher Rationalität besitzt und bemerkt, dass hier etwas ganz und gar aus dem Ruder läuft.
Mir fällt dabei die rational vollkommen abwegige Behauptung Joseph Atwills ein, der Kreuzestod Jesu habe nie stattgefunden (in „Cesar’s Messiah“), stattdessen hätten jüdische Frauen in der Not des Krieges mit den Römern ihre eigenen Kinder gefressen, um zu überleben. Und das sei in die Passion Christi umerzählt worden. Auch irrlichtert dabei eine pervertierte, an den blutigen Ritualen der Mysterienkulte orientierte Eucharistie-Metaphorik herum, die zumindest nach der Transubstantiationslehre ebenfalls darauf versteift ist, echtes Fleisch und Blut zu essen und zu trinken und dies rituell — um erlöst zu werden.
Mir ist eher so, als hätte ich die luciferische Seite dieser Traditionen bis vor wenigen Jahren nie erfasst. Wir haben in kleineren Dosen jede Menge Gift geschluckt, aber nun ist es Überdosis in der Verdichtung, und wir wissen nicht, was tun.
Es sei denn, man folgt dem "sursum", dem "Empor".

Mboko Lumumbe
8. November 2019 22:46

Vielen Dank Caroline Sommerfeld für Ihre analytische Betrachtung und Einschätzung. Auch den verschiedenen Kommentatoren hier sei Dank. Es ist für mich immer wieder erhellend und hilfreich hier auf diesem Blog mitzulesen, auch wenn ich nicht bei allem mitgehe und manches schlichtweg nicht verstehe, doch wie könnte es anders sein, bin ich hier doch nur Mboko Lumumbe.

Besonderen Dank und Respekt an K&K für Ihr Wirken.

Zufällig war ich im September in New York als Thunberg und Merkel dort waren. Nun, es hat dort kaum jemand interessiert, auch in den US-Medien kein besonderes Interesse. Außerhalb der großen Städte in USA und auf dem Land noch viel weniger. XR ist (auch in Deutschland und Europa) weit weniger wichtig und in der Bevölkerung präsent, wie sie gerne wären.

XR tritt extrem provokativ auf und wird von den einigen Medien überrepräsentiert. Daran kann man jedoch auch erkennen, dass XR und die Thematik die dadurch gepusht werden soll, mit ihren Mittel und Möglichkeiten so langsam am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Was soll denn noch kommen? Wie wollen sie noch mehr provozieren? Gewalt wenden sie ja schon lange an, sowohl psychisch als auch physisch. Diese linksgrüne „Bewegung“ (für mich sind das Prä-Terroristen) lässt die Masken fallen und das ist wichtig, damit größere Teile der Gesellschaft erkennen, mit wem sie es da zu tun haben.

Die Beschreibungen von C.S. sind zutreffend und nachvollziehbar. Mich erinnert das manchmal an Beschreibungen mittelalterlichen Pöbels und Mob wenn mal wieder Volksfest mit Hinrichtungen stattfand. Es gibt Leute die sowas mögen.

Maiordomus
8. November 2019 22:59

"Apokalyptik als Ersatz für die biblische Offenbarung" - genau darauf laufen die neuzeitlichen "Sozialreligionen" hinaus; das Regelwerk erfüllt sich in einer Variante des Totalitarismus.

Andreas Walter
9. November 2019 01:27

"Das Auskosten von Angst und Schmerz anderer Menschen, wie es Abramovic in ihren performances unentwegt durchspielt, ist der psychologische Urgrund des Bösen."

Das ist falsch. Das "Böse" hat erstens mehrere Ursachen, die wichtigste (häufigste) davon ist jedoch Furcht. Die Eigene. Die man durch "böse" sein zu überwinden trachtet.

Direkt an das Lustprinzip ist das "böse sein" dagegen eher selten gekoppelt, oft aber auch "psychopathisch" jedoch vollkommen neutral an das Prinzip Macht und Machterhalt.

Bad boys rule - und die meisten Frauen lieben darum böse Jungs. Hat rein etwas mit Erhalt der eigenen Person und Art zu tun und wird in "demokratischen" Zivilisationen lediglich verschämt verbrämt, kaschiert, delegiert.

Der Begriff Extinction Rebellion trifft es daher sehr gut, was auch diese X-Men (and women) machen. Wie alle Superhelden(? - ahhh!) wollen auch sie nämlich die Welt "retten".

Underdogs United. Niemand wird nämlich aus Versehen reich und mächtig. Ganz im Gegenteil, muss jede Faser deines ganzen Wesens danach streben. Der Wille zur Macht eben.

https://youtu.be/Vj_9R5Yy5GU

Nietzsche war eine ehrliche Haut und ist deshalb bei vielen unbeliebt. Vor allem bei denen, um so mehr diese heimlich, also im Schatten, nach Macht (Ruhm und Geld) streben. Oder nach einem Partner oder Freunde, die all das bereits besitzen oder erfolgsversprechend anstreben.

Möge der Bessere deshalb ..., doch das tut er eh.

https://youtu.be/CwzjlmBLfrQ

Porsenna
9. November 2019 09:34

@ Gotlandfahrer (zu Ihrem Kommentar unter XR Teil I)

"Verantwortlich für den Schutz und die Weitergabe der DNA ist aber eben der weibliche Part, denn dies ist die knappe Reproduktionsressource. Deswegen schickt man Söhne in den Krieg und nicht Töchter. "

Das ist richtig, erscheint in dieser Feststellung aber so, als sei dies eine bewußte Entscheidung von "man", also der Menschheit, der Gesellschaft u.a.

Tatsächlich aber werden hier die menschlichen Entscheider, die Krieg führen und Truppen in den Krieg entsenden, von der Evolution gesteuert, sind also nur deren Erfüllungsgehilfen. Die Evolution selbst, die vor allem junge Männer mit einem hohen Testosteronanteil ausstattet, rechnet selbst damit, dass eine nicht unbedeutende Anzahl junger Männer genau deswegen hopps geht und früh stirbt. Deswegen werden z.B. in normalen Zeiten auf 100 weibliche Babies 105 männliche Babies geboren: Die Biologie weiß, dass einige dieser männlichen Babies aufgrund von Krieg, Hochrisikoverhalten u.a. gar nicht zur Fortpflanzung kommen werden.

Männer sind das schwächere Geschlecht. Laut z.B. Gerald Hüther sind sie in ihrer Entwicklung viel anfälliger, die Schwangerschaft mit einem Jungen ist anfälliger, Jungen sind in ihrer Entwicklung störanfälliger, scheitern öfter in der Schule. Mädchen sind ausgeglichener und im Schnitt in der Schule erfolgreicher. Die Evolution weiß eben, dass es für eine erfolgreiche Fortpflanzung vor allem auf die Frauen ankommt, Männer sind dafür in größerer Zahl verzichtbar.

So wie Millionen von Spermien miteinander wetteifern, eine einzige Eizelle befruchten zu dürfen, so kann z.B. ein Mann in einem kurzen Zeitraum, sagen wir einem Jahr, hunderte und mehr Frauen schwängern, aber eine Frau in diesem Zeitraum nur eine einzige Schwangerschaft austragen.

Da bei den Frauen - anders als bei den Männern - nahezu jedes Individuum für die Fortpflanzung der Art unverzichtbar ist, sind die Frauen von Natur aus psychisch und physisch stabiler und widerstandsfähiger ausgestattet worden. Bei den Männern gibt es mehr Ausreißer nach oben und unten.

Ich teile Ihre Feststellung, dass in zumindest in der westlichen Welt das weibliche EIement bestimmender geworden ist - allerdings nur insoweit, dass mehr Frauen auf entscheidenden Positionen sitzen und bewusst auf diese gesetzt werden.

Allerdings glaube ich nicht, dass sich die "weibliche DNA" verändert hat - das ginge gar nicht in so einem kurzen Zeitraum seit, sagen wir, den 80er oder 90er Jahren.

Ich meine vielmehr, auch das weibliche Geschlecht ist in unseren westlichen Gesellschaften einem Gehirnwäscheprozess zum Opfer gefallen: Ihm wurde suggeriert, um "Erfolg zu haben", müsste es sein wie die Männer. Die Wirtschaft brauchte und braucht händeringend das weibliche Arbeitskräftepotential (es wird ja schon stärker ausgeschöpft als vor einer Generation), also wurde den jungen Frauen die Wurst "Karrieremachen" vor die Nase gehalten: Leistung bringen, Erfolg haben, sich dem Wettbewerb stellen, gute Noten haben. Und weil die Gesellschaft natürlich auch die Reproduktion braucht, wurde den Frauen suggeriert, sie könnten beides haben: Kinder und Karriere (dafür müssen dann die Männer ein bißchen mithelfen). Also wird ds Leitbild des liebevollen, mithelfenden Papas medial propagiert. Dass die meisten Frauen dennoch unter dieser Extrembelastung kaputtgehen, müssen sie mit sich selbst ausmachen - allenfalls gibt es Mutter/Kind-Kuren von der GKV.

Außerdem lässt diese Gesellschaft zu, dass Werbung und Medien die heranwachsenden jungen Mädchen hier so manipulieren, dass diese kein angemessenes und gesundes Verhältnis zu ihrer Weiblichkeit entwickeln können. "Weiblichkeit" heisst nämlich nicht, angesagte Kosmetikprodukte und Markenklamotten zu konsumieren und auf der Straße vorzuzeigen. Sondern ganz einfach, ein gesundes Verhältnis zu seinem weiblichen Körper zu entwickeln, diesen zu akzeptieren und zu bejahen - als die Grundvoraussetzung für alles Spätere (Partnerschaft, Mutterschaft). Stattdessen wird jungen Mädchen beigebracht, gegen ihre weiblichen Formen kämpfen zu müssen, sie halten sich für zu dick, ihre Nase für schief, wollen sich aber andererseits ihre Brüste kosmetisch vergrößern lassen u.a.

Die Suggestionen, die hier auf junge Mädchen und Frauen prasseln, sind ein Skandal, der mehr Aufarbeitung verdient. Und zwar auch im Interesse der Gesellschaft selbst. Junge Frauen können dieser Gehirnwäsche nur unter günstigsten Bedingungen entgehen.

Der_Juergen
9. November 2019 10:07

Einer der lehrreichsten Texte, die ich in letzter Zeit las; vielen Dank der Autorin. Oliver Janich ist natürlich nicht, wie Caroline Sommerfeld (zweifellos ironisierend) schreibt, ein "Verschwörungsleugner", denn die grosse "Verschwörung" gibt es gar nicht. Bedingung für das Gelingen einer Verschwörung ist, dass die Eingeweihten den Mund halten, aber die Verfechter der Neuen Weltordnung in ihren verschiedenen, teils sehr bizarren Schattierungen posaunen ihre Ziele ja öffentlich in die Welt hinaus. Eventuell verwendete Chiffren sind, wie aus diesem Artikel hervorgeht, recht leicht zu knacken.

Kommentar Sommerfeld: Mann! Janich ist doch nicht der "Verschwörungsleugner", sondern er ist der Schrecken derselben. "Offenkundigkeitstheoretiker" gefällt mir genauso.

Gustav Grambauer
9. November 2019 10:50

Zufallsfund, kennen die geschätzten SiN-Leser noch die Aufkleber mit der "Weissagung" hinten auf jedem Hippie-Bulli und auf der fest in schwäbischer Hand befindlichen Taxiflotte von Berlin-Kreuzberg?!

https://astrologieklassisch.files.wordpress.com/2019/11/weissagung.jpg?w=640

- G. G.

Kommentar Sommerfeld: Ja logisch - auch auf dem Auto meiner Eltern: https://www.advdhorst.nl/de/occasion/citroen-sherpa/, stapelweise in ihrem Bioladen erhältlich, neben "Atomkraft nein danke".

Mboko Lumumbe
9. November 2019 12:16

@ Gustav Grambauer
Also mir ist hierzu dieser Spruch in Erinnerung:
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Vermeintliche_Weissagung_der_Cree
Und der Spruch trägt Wahrheit in sich.

@ Caroline Sommerfeld
Dann sind Sie ja quasi der lebende Gegenbeweis zu gern gehetzten Fakethese: „Eure Kinder werden so wie wir“
Danke dafür

zeitschnur
9. November 2019 12:50

@ Andreas Walter

Ihre Kritik an C.S.s These über die Herkunft des Bösen halte ich für falsch.
Das Böse, vom Ursprung her schlicht Mittel zum Überleben, wie Sie es darstellen, wäre nicht böse, eben weil das Motiv dazu gut ist. Überlebenwollen ist gut oder wenigstens natürlich und lebens-logisch.
Wenn einer nun einwendet: Ja, aber man kann doch auch mit anderen Mitteln überleben, man muss dabei ja nicht böse werden, dann kann man entgegenhalten, dass man in diesem Fall also das Böse nicht zum Überleben braucht, also dieses Böse keinen rationalen Grund mehr hat.
Es muss hier eine Perversionsmöglichkeit geben, eine Umkehrung guter und natürlicher Möglichkeiten in böse, unnatürlich, die irgendwann den Anschein der Naturhaftigkeit haben. Eine rein biologistisch-darwinistische Sicht der Dinge ist also nicht nur oberflächlich, sondern auch taub gegenüber allem Geistigen.
Sommerfeld meinte zunächst den PSYCHOLOGISCHEN Urgrund des Bösen, der Gewinn daraus zieht, dass andere gequält werden. In Güte empfindet der Mensch aber keine Lust an der Vernichtung! Es handelt sich also um etwas, das in keiner Weise für ein positives Überleben nützlich ist - im Gegenteil. Der Mensch braucht seine Mitmenschen, um selbst überleben zu können. Wenn er nur exemplarisch den anderen quält, agiert er gestisch neben der mörderischen Absicht auch suizidal, destruktiv, böse.
Nicht umsonst unterscheidet man im Recht "Mord" und "Totschlag". Der Mord geschieht ausschließlich aus "niedriger Absicht", eben der Lust am Bösen, oder aus der Logik vorangehender perverser Verbrechen (Raub, Vergewaltigung etc.).
Das Böse erfüllt eben nun gar keinen positiven oder wohlwollend zu betrachtenden Sinn, sondern soll jeglichen solchen konterkarieren und verhöhnen.
Die Welt ist voller böser Motive, echt böser - die man mit nichts entschuldigen oder "positiv" erklären kann. In vielen Epochen kaschieren böse Menschen diese ihre Motive und streichen sie glänzend an, täuschen also andere über die Motive. Sie sind es auch, die in Führungspositionen streben. Herrschaft ist an sich selbst bereits Ausdruck des Bösen und erfüllt keinerlei positiv formulierbaren Sinn.

Heute nun wird das nicht mehr kaschiert, und das Volk ist nach Jahrzehnten der geistigen Verwahrlosung meist total verblendet: Die einen nehmen die offenkundige "apocalypsis" (was eigentlich "Entschleierung/Offenbarung" bedeutet) aufgrund der gespenstischen Wohlstandverdummung nicht wahr bzw verweigern sich dem gegenüber schlicht bzw sie haben bereits perverse "Werte" - es sind die, die so gerne anderen Aluhüte aufsetzen - , leben fühllos und desinteressiert. Die "apocalypsis" besteht nicht im abstrakten Weltuntergang, sondern der offenen Zurschaustellung der Bosheit, die zum Untergang strebt.
Die anderen sind bereits selbst infiziert oder sogar schwer erkrankt an der Krankheit des Bösen, frönen einer Ästhetik der Zerstörung, der Perversion, der verselbständigten Triebhaftigkeit, und der Weltuntergang ist ihr ultimatives Ziel der Lästerung gegen den Schöpfer, dem man das Seine raubt, schändet und schließlich vernichtet. Diese Ästhetik greift wie eine Seuche um sich und treibt den Organismus der menschlichen Gesellschaften sichtbar in den Abgrund.

Kommentar Sommerfeld:
Ja, genau so! Nur denke ich, Ihr Satz "Herrschaft ist an sich selbst bereits Ausdruck des Bösen und erfüllt keinerlei positiv formulierbaren Sinn" bedarf der Präzisierung. Oder meinen Sie mit diesem Wort bereits die pervertierte Form von Hierarchie, also Autoritätsmißbrauch, Unterdrückung? Die Diskussion um potestas und auctoritas hatten wir ja schon ...

Gustav Grambauer
9. November 2019 14:34

Mboko Lumumbe

"Und der Spruch trägt Wahrheit in sich."

Ja, klar. So wird nahezu immer gearbeitet. Die allermeisten dieser Machinationen werden auf Basis von Wahrheiten erschaffen. In dem Fall wird eine Wahrheit instrumentalisiert, um das Bot "Ich mache mich (als gespreizter Moralist) größer, indem ich alle anderen klein mache" zu starten: "Ich bin besser als ihr, denn ihr seid so dem Geld verfallen, daß ihr es schon fressen wollt.", hinzu kommt wieder die selten fehlende Prise Endzeithype ("... wenn der letzte Baum gerodet ist"). Es tut mir leid, wenn ich unvermeidlicherweise die Eltern von Frau Sommerfeld nicht schone.

Andreas Walter, zeitschnur, C. S.

Die Wirrnis um das Spannungsfeld von Egoismus und Altruismus sowie um Antisozialität, Asozialität und Sozialität hat Dieter Brüll sauber geordnet, vor allem dadurch, daß er diese Begriffe von ihrer üblichen moralischen Aufladung freigelegt hat; hier eine Zusammenfassung aus einer mir nicht berkannten Sekundärquelle

http://www.wesen-der-paedagogik.de/aufsaetze-literatur-etc/literatur-zur-paedagogik/allgemein/bruell-sozialimpuls/

und hier das Original:

https://antaios.de/detail/index/sArticle/88684

- G. G.

Lotta Vorbeck
9. November 2019 14:48

@Gustav Grambauer - 9. November 2019 - 10:50 AM
@Mboko Lumumbe - 9. November 2019 - 12:16 PM
@Caroline Sommerfeld

Während der ganz frühen 1990er Jahre, als die Seitenlackierung eines Großteils der Berliner Mietdroschken mit dem von einer Taube angeführten Regenbogen

Photo (Version 2011):
https://apps-cloud.n-tv.de/img/4577211-1319119785000/16-9/750/DI10144-20111020.jpg

herumfuhr, prangte seitlich an der eigenen Karre - Asche auf's Haupt! - in Form von zwei XL-Aufklebern ebenfalls die (vermeintliche) Weissagung der Cree-Indianer.

Nichts erschien damals abwegiger, als der Gedanke daran, sich Jahre später - ohne eigenes Zutun - in der Rolle eines Indianers wiederzufinden, dem man nun auch noch sein Reservat wegzunehmen versucht.

Köstlich das von Gustav Grambauer entdeckte Schmuckstück

WEISSAGUNG DES GESUNDEN MENSCHENVERSTANDES (leider mit includiertem Orthographiefehler):

"Erst wenn der letzte Industriearbeiter und der letzte Kumpel seinen Job verloren hat,
erst wenn der letzte Handwerker und der letzte Landwirt zu Tode reguliert wurde,
dann werdet Ihr feststellen,
daß Sozialarbeiter, Influencer und Politiker nichts Lebensnotwendiges herstellen."

Lotta Vorbeck
9. November 2019 15:01

@Caroline Sommerfeld

Liebe Frau Sommerfeld,

sehr schön, daß Sie sich positiv auf den "Schrecken der "Offenkundigkeitstheoretiker"" beziehen!

In den Weiten des Pazifischen Ozeans exiliert, arbeitet Oliver Janich unermüdlich, so daß man sich als OJ-Abonnent mitunter fragt, ob der Mann überhaupt mal Zeit zum Schlafen findet.

Janich ist der wahre Hermann Willié mit Accent auf dem é, ein "Spürhund" sonders gleichen, der immer wieder zunächst höchst abenteuerlich anmutenden Zusammenhängen nachgeht.
Auch wenn man sich nicht alles von dem, was Oliver Janich aufspürt 1:1 zu Eigen macht, liefert er fortwährend bedenkeswerte Ansatzpunkte, für eigene Nachforschungen und Überlegungen.

Von der okkulten "XR"-Symbolik, über die Propagierung von Kannibalismus, "Kinderliebe" (die Causa Epstein läßt grüßen) und "No Babies" ist der gedankliche Schritt zu den "Georgia Guidestones" wahrlich nicht weit.

Mboko Lumumbe
9. November 2019 15:49

Wir werden bei beiden "Sinnsprüchen" und Weissagungen nicht bis zum jeweils "letzten Verlust" warten müssen zur Realisation, denn beide tragen Wahrheit in sich.

Insofern wird wohl auch bei beiden und von beiden "Seiten" Wahrheit instrumentalisiert, wenn ich mich nicht irre.

Das Eintreten keiner dieser beiden Wahrheiten wäre wünschenswert.

Teja
9. November 2019 15:55

Teja
Gute Darstellung, allerdings fehlerbehaftet bezüglich des Schmetterlings und der daraufhin gemutmaßten Hintergründe. Bei dem Schmetterling auf dem Flugblatt handelt es sich nach meinem Dafürhalten mitnichten um einen Monarchfalter (Danaus plexippus). Es dürfte sich eher um einen in Europa und Asien heimischen Segelfalter (Iphiclides podalirius) handeln. Die Flügelzeichnung des dargestellten Schmetterlings ist ziemlich eindeutig (wegen des schwarzen Untergrundes jedoch in verwechselten Farben) und insonderheit die Schwalbenschwänze (es gibt auch noch einen dem Segelfalter sehr ähnlichen Schmetterling welcher nach selbigem im Deutschen Schwalbenschwanz (Papilio machaon) benannt wurde) fehlen beim Monarchfalter. Auch die ‚Augen‘ sind auf den Hinterflügeln des Flugblattschmetterlings zu erkennen. Diese fehlen dem Monarchfalter ebenfalls. Die Generationenfolge des Segelfalters ist aber nicht halb so spannend wie beim Monarchfalter und ein großer Wanderer ist er auch nicht. Zur Überprüfung einfach Monarchfalter und Segelfalter eingeben und die Bilderauswahl anklicken.
Der Segelfalter ist auf den Britischen Inseln nur gelegentlich anzutreffen und somit vielleicht auf Grund der dortigen Seltenheit als Beispiel für ausgestorbene Arten gewählt worden. Da diese fragwürdig Vereinigung nach meinem Wissen in Großbritannien ihren Anfang genommen hat, wäre dies möglicherweise eine Erklärung. Allerdings glaube ich bei den Gestalten nicht an solcherart Hintergrundwissen. Dieser Schmetterling wird wohl einfach gewählt worden sein, weil er schön aussieht.
Es besteht aber unter Umständen die Möglichkeit, daß der Monarchfalter von dieser seltsamen Vereinigung gemeint gewesen sein könnte (eben: Möglichkeitsform² oder gar ³). In diesem Fall wären die von Caroline Sommerfeld getätigten Aussagen dazu wieder passend. Vielleicht aber hat sie die Beschäftigung mit dieser ‚Bewegung‘ dann doch nur unbewußt selbst zum Aluhut greifen lassen (dies ist nicht abfällig gemeint). Jedoch glaube ich durchaus, daß diese erst 2018 gegründete und wie aus dem Nichts in den Massenmedien erscheinende Vereinigung bewußt und gezielt von den wirklichen Entscheidern gefördert wurde. Daß der ‚Vereinsvorsitzende‘ unverblümt und unbehelligt seine Umsturzabsichten verkünden darf während beispielsweise gegen Martin Sellner in Großbritannien ein Einreiseverbot verhängt wird, die Störung der öffentlichen Ordnung für eine Woche europa- oder gar weltweit einfach so hingenommen und mit der Genehmigung von Zeltlagern (z. B. vor dem Kanzleramt) unterstützt wird, läßt gar keinen anderen Schluß zu. Es ist eine künstlich aufgebaute gesteuerte Veranstaltung. Man stelle sich nur vor, die IB wollte vor dem Kanzleramt ein Zeltlager errichten… Und das Fußvolk dieser Truppe ist wohl einfach nur einfältig und blöd.
Ich bin eigentlich nur stiller Mitleser und werde es nach diesen Zeilen auch wieder. Entomologe (Insektenkundler) oder Lepidopterologe (Schmetterlingskundler) bin ich auch nicht. Dennoch mußte ich mich diesmal einfach zu Wort melden.
Diese einmalige Gelegenheit nutzend, bedanke ich mich bei allen Sezessionsmachern und den vielen Kommentatoren.

Mboko Lumumbe
9. November 2019 17:50

Artikel der NZZ zum Thema XR und deren Radikalität.

Von wegen nur Umweltschutz: In Wahrheit kämpfen die führenden deutschen Klimaaktivistinnen gegen Kapitalismus und Marktwirtschaft.
Carola Rackete und Luisa Neubauer sind die bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaschutzbewegung. Beide haben kürzlich Bücher zum Thema vorgelegt. Die Lektüre lohnt sich – vor allem für Eltern, deren Kinder demonstrieren. Wie radikal diese Autorinnen sind, dürfte den wenigsten bewusst sein.

https://www.nzz.ch/international/wie-die-klimabewegung-den-kapitalismus-abschaffen-will-ld.1520576?fbclid=IwAR2yJ-3BTWoWiZOyVIrhyv1f94unlZp3vIj85q0QuAbwHSCDhxwfehoPwoA

Old Linkerhand
9. November 2019 19:56

Nach der Demokratiesimulation sehen wir jetzt mit XR die Revolutionsimulation und wer möchte da nicht gerne mitmachen, wenn man jung, keine Ahnung und auf Drogen steht. Schade nur, daß das Artensterben, welches vor unseren Augen stattfindet, für solche obskuren Zwecke benutzt wird. Wenn man einen dieser XR Rebellx fragen würde, welche Arten denn ausgestorben oder vom Aussterben bedroht sind, er, sie, es hätte wohl keine Antwort. Der Kapitalismus hat es bisher immer geschafft, alles, auch den letzten Dreck, noch einmal zu verwerten und zu Geld zu machen. Man denke hier nur an den halbblinden Boxopa, der, als Weltklasse und extrem gefährlich, dem ahnunglosen wie blutgierigen Publikum als Gegner des Lokalmatadors verkauft wird.
Die ehrliche und seriöse ÖDP warnt schon seit Jahrzehnten vor dem ökologischen Kollaps, leider fast ungehört. Lieber zeigt man das Geschrei einer random Grünen im Staatsfernsehen und verkauft es als Umweltpolitik.
Falls es jemanden interessiert, hier eine Problematik im verengten Ausschnitt:
https://www.youtube.com/watch?v=6Rlj1kFplSw

Götz Kubitschek
9. November 2019 21:13

Badeschluß auf bahn 2, bitte auf bahn 3 weiterschwimmen!

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