14. November 2019

Ein Prozent gegen Facebook: ein Präzedenzfall

Benedikt Kaiser / 32 Kommentare

Aktualisierung der Solidaritätsaktion: Von 250 Kalendern sind schon 200 weg - die letzten 50 schaffen wir bis heute Abend, oder?

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Sachsens Presse – von der Sächsischen Zeitung bis zum MDR – berichtet in diesen Tagen über die Bürgerinitiative EinProzent. Das hat einen Grund: Der Verein (Kubitschek stellte ihn vor vier Jahren vor!) um seinen Motor Philip Stein und seine engagierte Mannschaft in Halle, Dresden und Oybin klagt gegen den Digitalriesen Facebook.

Gemäß dem kalifornischen Konzern, der als Quasi-Monopolist im Bereich der »Sozialen Medien« gilt, sei EinProzent eine »Haßorganisation«. Dieser Begriff, der verdächtig nach Amadeu Antonio Stiftung und vergleichbaren Netzwerken des hegemonialen Antifaschismus riecht, ist nirgends rechtsverbindlich definiert. Gleichwohl hat Facebook eben aus diesem Grund die Seite von EinProzent gelöscht.

Was das für eine spendenbasierte Organisation des patriotischen Mosaiks bedeutet, wenn man mit seinen über 100 000 »Fans« auf diesem Wege nicht mehr kommunizieren kann und keine neuen Interessenten mehr erreichen kann, ist evident.

Ebenso evident für alle, die EinProzent kennen, ist: Man gibt nicht klein bei, beugt sich auch einem Giganten mit Milliardenbudget nicht. Über Zensur und Ungerechtigkeiten klagen ist das eine; sein Recht erkämpfen oder zumindest klare Fakten zu schaffen, das andere. Und dafür braucht es Courage, Entschlossenheit, Solidarität.

Der EP-Rechtsvertreter Dr. Jörn Claßen (»HÖCKER Rechtsanwälte«) äußerte Anfang der Woche:

Mit dieser Sperrung nimmt man einen politischen Verein in Gänze aus dem Rennen. Die Meinungsfreiheit in Deutschland wird massiv beschränkt.

Die Löschung kam dabei nicht aus dem sprichwörtlichen Nichts. Während EinProzent die bis dato größte Kampagne fuhr, schlugen Facebook und das angeschlossene Instagram zu und löschten die entsprechenden Accounts der patriotischen NGO.

Am Montag, den 11. November, wurde dann vor dem Landgericht in Görlitz verhandelt. EinProzent faßt dies zusammen:

Dass es sich um ein bundesweit einmaliges Verfahren handelt, dem ein wegweisender Pioniercharakter in Bezug auf Meinungsfreiheit und Netzwerkdurchsetzungsgesetz zukommt, bestätigte auch der Görlitzer Richter Hans-Jörg Gocha, der von einer Entscheidung sprach, „die ‚ewig’ von Bestand“ sein könnte. Wir schreiben also Rechtsgeschichte!

Auch die in Dresden erscheinende Sächsische Zeitung (vom 12. November) schloß sich der hohen Gewichtung der Causa Facebook-Löschung für EinProzent an:

Was nach einer Auseinandersetzung wie bei David gegen Goliath klingt, ist tatsächlich keine einfache Sache, denn das Thema, um das es bei dieser zivilrechtlichen Auseinandersetzung dreht, ist "so noch nicht an Gerichten Thema gewesen", macht Richter Gocha deutlich. Es gehe nämlich nicht nur um die Löschung eines Posts in einem sozialen Netzwerk, sondern um den kompletten Ausschluss eines Vereins aus dem Netzwerk selbst, das durchaus eine Monopolstellung hat.

Eine Initiative wie EinProzent kann sich den Ausschluß aus der freien Meinungsbildung via Social-Media-Plattformen aus dem einfachen Grund nicht gefallen lassen, als die Teilhabe daran ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist. Dies gilt auch für alle weiteren nonkonformen Medien, die von GEZ-Strukturen und den vielfältigen »Medien-« und »Kulturförderungen« des Establishments ausgeschlossen sind.

EinProzent tritt demzufolge für alle Akteure an, die jenseits des eng gesetzten Meinungskorridors des herrschenden Kartells und seiner linken Ausläufer firmieren. Für dieses rechtsalternative Milieu wird das Urteil einen regelrecht wegweisenden Charakter haben.

Philip Stein brachte die Problematik im EP-Rundbrief daher wie folgt auf den Punkt:

Es geht darum, dass ein ganzes politisches Spektrum aus der öffentlichen Diskussion verbannt werden soll. Es geht um nicht weniger als die Meinungsfreiheit in dieser Republik und die Frage danach, wer willkürlich mit dem Fantasiebegriff „Hassorganisation“ gebrandmarkt und in Zukunft rechtsgültig zensiert werden darf. Wir von „Ein Prozent“ gehen voran – und wagen den großen Schritt.

Wir alle haben es in der Hand, den mutigen Gang der EinProzent-Mannschaft zu begleiten. Bis jetzt hat der beispielgebende Zivilprozeß gegen Facebook rund 30 000 Euro gekostet.

Sollte ein Hauptverfahren nötig werden, ist nach allseitiger Einschätzung mit deutlich höheren Kosten zu rechnen. Jeder Cent hilft EinProzent auf diesem Weg, den totalitarismusfähigen Grundkonsens von Facebook bis Antifa aufzubrechen.

Am 29. November geht es in Görlitz weiter. Bis dahin sollte jeder prüfen, ob er EinProzent mit einer Spende unterstützen kann. Immerhin geht dieser Verein stellvertretend für alle vom Mainstream ausgegrenzten Kräfte vor, um das einzufordern, was das Grundgesetz verspricht: Meinungsfreiheit.

-- -- --

Ergänzung Kubitschek:

Als jemand, der im Internet weder schnell noch viel liest und sich vor allem überhaupt nicht an der Kommunikation innerhalb "Sozialer Medien" beteiligt, war mir die Dimension der Löschung der EinProzent-Seite bei facebook nicht bewußt. Ich habe mir das gestern von Philip Stein erläutern lassen: Der Schaden ist immens, und der Prozeß, den er jetzt führt, hat tatsächlich entscheidende Bedeutung, und zwar nicht nur für das konservative, patriotische Lager, sondern weit darüber hinaus für viele andere nonkonforme Projekte.

Die zivilgesellschaftlichen Tölpel werden den rigiden Schulterschluß von privatwirtschaftlichen (facebook) und staatlichen Akteuren als Grundkonsens gegen rechts begrüßen, und die libertären Tölpel werden facebook ebenso verteidigen wie jeden anderen "Player", der das "gute Recht" habe, seine Produktpalette selbst auszuweiten oder eben einzuschränken.

Wir hier sind da völlig anderer Auffassung, daher zwei Unterstützungsmöglichkeiten:

1. Spenden Sie bitte tatsächlich noch heute an EinProzent. Dort wird ein teurer, wegweisender Prozeß für uns alle geführt;

2. Antaios stiftet 250 Monatskalender für das Jahr 2020, Thema: "Deutsche Orte". Den Erlös aus dem Verkauf dieser Kalender erhält EinProzent. Wir haben so etwas für das Hausprojekt in Halle schon einmal gemacht, und ich hoffe, es wird diesmal genauso gut klappen wie damals. Hier den Kalender einsehen und bestellen.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (32)

Frederik Bruns
14. November 2019 09:09

"Ein Prozent" überrascht mich immer wieder. Solch einen kostenintensiven und womöglich über Jahre andauernden Prozess, stellvertretend für uns alle auszufechten zeugt von Mut!

Spende wurde soeben überwiesen.

cso
14. November 2019 09:15

Ich bin bereits Fördermitglied bei EP, habe außerdem soeben natürlich den Kalender bestellt. Ist doch klar.

Grobschlosser
14. November 2019 09:17

die Leute bei EINPROZENT.DE leisten eine ganz hervorragende Arbeit , jeder Mitstreiter sollte noch heute € 20.- per Einwurfeinschreiben an EINPROZENT.DE senden .

Flugblätter und Aufkleber bestellen und in der Nachbarschaft verteilen !

starhemberg
14. November 2019 09:29

Ein "libertärer Tölpel" möchte dazu nur kurz feststellen: in einem libertären System würden sich derartige Fragestellungen überhaupt nicht ergeben, da man stark und unabhängig genug wäre, sich keinerlei staatlicher Einflussnahme beugen zu müssen. Wir alle können uns gut vorstellen, was hinter den Kulissen Druck aufgebaut wird, durch "Netzdurchwirkungsgesetz", durch Lobbys, durch Regierungen, durch sanfte oder weniger sanfte Vorzensur. Es ist etwas unseriös, diese unlauteren Machenschaften als Angriff gegen libertäres Denken zu verwenden.

Abgesehen davon - volle Zustimmung!

Seid Ihr peinlich
14. November 2019 11:07

Lieber Herr Kaiser, ich weiß nicht ob Sie auch einen kritischen Kommentar vertragen oder gar veröffentlichen: gut so, wenn Demagogen wie Sie endlich Gegenwind bekommen. [... ]

Kositza: Sie können das jetzt bitte lassen. Benedikt Kaiser liest`s nicht und ich werde Ihren Kram sicher nicht veröffentlichen. Müßten Sie um diese Zeit nicht in der Schule sitzen eigentlich?

Grobschlosser
14. November 2019 13:13

soros-Trolle sollten ihren Müll bei Herrn Sugarberg verbreiten ; ganz offenkundig nutzt die Firma "facebook" ihre Marktmacht um kritische Bürger in Europa mundtot zu machen .

Ein funktionierender Staat würde hier eingreifen und das fb - Netzwerk verbannen .

Laurenz
14. November 2019 13:17

Dieser Beitrag Herrn Kaisers und der Mut von Herrn Stein/1% & Co., bezieht sich direkt auf den letzten Artikel von Herrn Sellner hier auf SiN. Der Artikel zeigt deutlich die bolschewistische Konsequenz einer liberalistisch-bolschewistischen Konzern-Herrschaft auf dem Planeten. Das sollte unseren Dünnbrett-bohrenden liberalistischen Freunden tatsächlich zu denken geben. Ich bitte darum. Ihr/Euer Weg für direkt in den Bolschewismus, zwangsläufig und alternativlos. Und Herr Kandishügel wurde von niemandem gewählt. Geschickt nutzte er seine Ellenbogen, in Ihrem Sinne, um die Mitbewerber, wie Wkw aus dem Felde zu treiben. Und hier nun steht ein Gericht in der Pflicht den Föderalismus vor dem orwellianischen Totalitarismus zu retten.

H. M. Richter
14. November 2019 14:06

Was für eine Kampfansage ... !
_______________________________

Ich bitte um regelmäßige Mitteilung an diesem Ort hinsichtlich der benötigten Geldsumme und anschließender Abwärtszählung bis diese vollständig eingegangen ist. Die könnte sich notfalls wiederholen.

Ich kann und will mir nichts anderes vorstellen, als daß die hiesige Leserschaft willens und letztlich in der Lage ist, die erforderlichen Beträge aufzubringen.

Ansonsten: Viel Erfolg !

RMH
14. November 2019 14:36

@Laurenz,
bitte mal wieder einen Gang runter schalten oder zumindest auf normale Drehzahl gehen.

Außer Anarcho-Libertären, die ja keinen Staat wollen, vertreten wohl so ziemlich alle Liberalen, die eine Existenz eines - wenn auch reduzierten - Staates bejahen, dass eine der wenigen echten Aufgaben eines solchen Staates die sog. Wettbewerbs- und Fusionskontrolle zu sein hat.

Alle Lust will Ewigkeit (F.N.) und das Streben nach Monopolen ist mithin menschlich, aber Monopole will außer im Sozialismus, wo diese ja angeblich dem "öffentlichen" Wohl und dem "gesellschaftlichen Fortschritt" dienen, wohl kaum eine politische Denkrichtung.

Und wenn unser Rechtsstaat noch halbwegs funktioniert, dann sollte die Klage von 1% auch Erfolg haben. Da man vor Gericht und auf hoher See bekanntermaßen ... etc., etc. und hier auch noch zusätzlich das politische Fahrwasser unter dem Kiel liegt etc. ...
drücke ich jedenfalls 1% und seinen Prozessvertretern die Daumen.

Spenden tue ich an 1% hin und wieder anlasslos und unabhängig von solchen Themen. Der nächste Knüppel zwischen die Beine kommt für diesen Verein so oder so und da ist finanzielle Unterstützung immer nötig.

Waldgaenger aus Schwaben
14. November 2019 15:58

In Kuwait wird Sklavenhandel über die Plattform Instagram abgewickelt, die zum Facebook-Konzern gehört).

https://www.achgut.com/artikel/sklavenhandel_auf_instagram_co

Da kann der kuwaitische Mann Frauen sortiert nach Rasse kaufen. Hatte facebook keine ethischen Probleme damit, bis es jetzt publik wurde.

Laurenz
14. November 2019 16:37

@RMH ... ich will nicht gegen Ihren Hinweis schreiben. Ich bitte Sie nur zu beobachten, wo wir in den letzten gut 20 Jahren herkommen. Die wesentlichen liberalistischen Veränderungen, die mit zur Finanzkriese beitrugen, wurden von der Deutschen Linken vorgenommen, im Anschluß wurde liberalistische Transatlantik bis zu Trump einvernehmlich vorgenommen. Was muß den bei Ihnen noch passieren, bis mein Schreibstil paßt?

RMH
14. November 2019 17:28

@Laurenz,

ich ganz persönlich habe nichts gegen Ihren Schreibstil, zumal ich ihn ja mittlerweile einschätzen (und hoffentlich dann auch einordnen) kann. Ich denke mir nur manchmal, ein bisschen weniger dick auftragen oder weniger forsch formulieren, würde ihren eigenen Anliegen und Meinungen besser tun. Nemen Sie also meine ab und an vorkommende Oberlehrerei oder Stilkritik bitte ein Stück weit kameradschaftlich, aber nie persönlich.

tearjerker
14. November 2019 18:35

Facebook ist ein privates Unternehmen und kann löschen, wen es will. Hausrecht und so. Gut immerhin, dass viel Aufmerksamkeit durch den Prozess erzeugt wird. Inwieweit Facebook ein Monopol sein soll, ist auch kaum nachzuvollziehen. Viel Erfolg trotzdem.

KlausD.
14. November 2019 19:07

Selbstverständlich unterstütze auch ich EinProzent in diesem richtungsweisenden Rechtsstreit und wünsche Erfolg. Trotzdem sollte man sich über die Macht und die Absichten von Google&Co. nicht täuschen.
Seit dem 1.11. gibt es in Russland ein Gesetz, das ein autonomes Internet gewährleisten soll.
https://www.tagesschau.de/ausland/russland-internet-kontrolle-101.html
Weshalb wohl? Die wichtigsten weltweiten sozialen Netzwerke befinden sich komplett in US-amerikanischer Hand und werden mit Sicherheit nachrichtendienstlich missbraucht. Die Sache nimmt verstörende Ausmaße an. Siehe hier:
"Google: Ein teuflisches Unternehmen - Google entwickelt ... das „Manhatten-Project“ der totalen, weltweiten Internet-Überwachung, individualisierter Zensur und Sanktionierung bis zu möglicherweise körperlichen Strafen."
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=502063

Solution
14. November 2019 19:10

Asolut notwendig. Habe als regelmäßiger Spender noch mal was draufgepackt.
Gibt es auch eine Unterstützung aus der AfD oder läßt die uns wieder mal alleine?

Andreas Walter
14. November 2019 19:47

(nein, ich habe mich nicht im Kommentarstrang geirrt, bitte erst zu Ende lesen und Grafik beachten)

Monopole (oder auch Kartelle) führen zu Marktversagen und Markversagen zur Diktatur der Monopolisten beziehungsweise des Kapitals in der Hand von nur wenigen oder sogar vielen, wie bei Aktiengesellschaften, aber eben nicht allen.

Aus dem Grund ist auch der Liberalismus eine Nullnummer, eine inakzeptable Mogelpackung, die der regelmässigen Kontrolle und auch Regulierung durch unabhängige Institutionen bedarf. Das kann in Folge dann zur kompletten Zerschlagung solcher Unternehmen führen oder sogar ihrem Verbot.

Aus dem gleichen Grund darf bei der Formel 1 nämlich auch nicht jeder in seinen Tank schütten wozu er Lust hat (Nitromethan zum Beispiel).

Spielregeln nennt man das, an die sich jedoch manche Leute noch nie haben halten wollen. Genau mit diesen Leuten kommt es darum auch regelmässig zu Ärger.

Eine Aufgabe des Staats in Marktwirtschaften ist daher, den Wettbewerb zwischen mehreren Unternehmen konstant aufrecht zu erhalten und diesen auch sicherzustellen. Um dadurch auch die Innovationskraft der Unternehmen zu stärken, also ihre Weiterentwicklung zu fördern zum Nutzen im Endeffekt der ganzen Gemeinschaft.

Folgende Grafik zeigt jedoch, dass nicht nur relativ liberale Marktwirtschaften mit dem Problem zu kämpfen haben, sondern auch zentral Gelenkte. Wobei das bei Letzteren sogar erwünscht ist, der Vereinfachung wegen. Die negativen Effekte sind allerdings die Gleichen, nur das in dem einen Fall die Konzentration von Macht beim Staat liegt, im Anderen bei den Konzernlenkern beziehungsweise Eigentümern oder Aktionären eines Unternehmens.

https://www.visualcapitalist.com/ranking-the-top-100-websites-in-the-world/

Die gleiche Argumentationskette verdeutlicht aber auch, warum auch mehrere ebenbürtige oder alternativ viele kleinere Nationalstaaten unerlässlich sind, um globale Macht in den Händen nur weniger und damit auch ihren möglichen Missbrauch sicher zu verhindern.

Warum die Kartellbehörde im Fall von Google und Facebook daher noch nicht aktiv eingeschritten ist eröffnet auch den Raum für allerhand Spekulation wie missbräuchliche Komplizenschaft dieser Unternehmen auch mit der Regierung der VSA.

Tante Blecki
14. November 2019 20:39

Guten Abend nach Schnellroda,
Kalender bestellt. Und auch noch ein schönes Buch über Melitta Gräfin Stauffenberg gefunden!
Hoffentlich viel Erfolg und viele Spenden für diese gute Sache! Werde das interessiert verfolgen.

Ratwolf
14. November 2019 22:57

Ich meine, dass die Digitalriesen(*) selber nicht besonders glücklich über die Einmischungen von außen(**) waren und sind. Für die Unternehmen ist das Leben ohne diese Einfluß(stör)größen viel einfacher, effizienter und gewinnträchtiger. Je mehr Menschen dort ungebremst handeln, desto größer ist die Datenmenge und desto größer sind die Gewinne. Der Aufwand für "ideologische Implementierungen" kostet Geld, verprellt Kunden, verringert die zu verknüpfende Informationsmenge und führt zu einem schlechten Image.

Mit dem öffentlich-sichtbaren Druck der aktuellen Regierungen (zb. SPD, Heiko Maas) mit den hohen Strafgeldern und den moralischen Druck vom dazugehörigen politisch-medialen Komplex gleicher Richtung wurde die Dose der Pandora geöffnet.

Spätere Regierung anderer Ausrichtungen werden wieder andere Forderungen stellen.
Das geht dann so weiter.

Die neue Rechte sieht sich also gezwungen, eine Forderung der Libertären nach mehr Freiheit (und Äußerung der eigenen Meinung) durchzusetzen. Weil vorher schon diese Freiheit von anderen (der Linken) beschnitten wurde.

Die Forderung der freien Meinungsäußerung im Rahmen der Gesetze ist bei einer so großen Bedeutung der Internetkonzerne meiner Ansicht nach berechtigt. Es ist nicht libertäre Freiheit sondern Menschenrecht, wenn es nicht gegen Gesetze oder Urteile verstößt.

Die Einflußgröße "Geldgeber/Investoren" bleibt unberücksichtigt oder im dunkeln.
Da gibt es bestimmt noch einiges zu sagen. Bei denen kann ich mir vorstellen, dass sie eine bestimmte politische Richtung durchgesetzt bekommen wollen.

(*) google/yt, intel, ibm, apple, ms, fb, twitter,...
(**) Regierungen, Geheimdienste, Investoren, politisierte Mitarbeiter

Ratwolf
14. November 2019 22:58

Auf den Kalender freue ich mich schon.

Andreas Walter
15. November 2019 03:50

@KlausD.

Bitte immer vorher überprüfen, was Sie hier behaupten (an uns weiterleiten). Das mit der Liste ist zum Beispiel vollkommener Blödsinn. Können Sie selbst ausprobieren.

Kositza: Stimmt.Wenig seriös wirkende Seite. Deshalb kann ich es bei Leuten, die ich nicht pers. kenne, nicht leiden, wenn kräftig verlinkt wird.

Neidhardt
15. November 2019 04:46

-
Kubitschek: Die libertären Tölpel werden facebook verteidigen wie jeden anderen "Player", der das "gute Recht" habe, seine Produktpalette selbst auszuweiten.

Welch Irrtum.

Der Feind ist der zum Totalitarismus tendierende Staat, Facebook dessen bloßes Werkzeug. Die dem Eigentum eigentümliche Selbstbestimmung der „Produktpalette“ ist nicht Einschränkung, sondern Voraussetzung der faktischen Durchsetzung von Meinungsfreiheit (Beispiel: Gründungsgeschichte Antaios).

Die Verteidigung von Meinungsfreiheit und Rechtsstaat ist originäres und prioritäres Anliegen der Libertären und eben gerade nicht der „Patrioten“ oder Sozialisten jeder Spielart.

Klonovsky sagt: „Nur für zwei Dinge lohnt es sich, innerhalb einer Gesellschaft zu kämpfen: dass Recht herrsche sowie Meinungsfreiheit gelte. Wer beides garantiert, und sei es der Zar oder der Kaiser, ist der Freund, wer es angreift, und sei es die Demokratie oder die “Zivilgesellschaft”, ist der Feind.“

RMH
15. November 2019 07:25

"Inwieweit Facebook ein Monopol sein soll, ist auch kaum nachzuvollziehen."

@ tearjerker,

erzählen Sie bitte doch kein Blech. "Monopol" wird hier umgangssprachlich für das verwendet, was der Gesetzgeber unter anderem mit marktbeherrschender Stellung deutlich feiner und differenzierter beschreibt. Und jetzt googlen Sie bitte selber, was man darunter versteht und dazu muss man eben gerade nicht nur ein echter "Mono" sein ...

Laurenz
15. November 2019 10:13

@Neidhardt ... im meinem einem Jahr auf FB erhielt ich u.a. eine 30-Tage-Sperre wegen des Postens des Deutschen Polizeirechts zum Thema des G20-Gipfels in Hamburg. Sie werden zugeben, daß das Deutsche Polizeirecht im Vergleich zu den Staaten, der Heimat von FB, doch eher harmlos daherkommt.
Nirgendwo auf dem Planeten hat eine Behörde des Kartellrechts diesen Konzern zerschlagen oder dafür gesorgt, daß die Nutzer für die Nutzung bezahlt werden.
Auf FB hatte ich nur eine einzige Freiheit, die Freiheit FB zu verlassen. Ich hatte keine Lust, mir jeden Tag von FB in meinen Geldbeutel greifen zu lassen. Da dies ein abstrakter Vorgang ist, verstehen es wieder nur die wenigsten.
Nennen Sie uns doch bitte eine einzige liberale Partei auf dem Planeten, die eine Zerschlagung dieses FB-Monopols fordert.

@RMH & @ tearjerker ... extra nur für Sie das Lied "Mono" von der epischen Scheibe "Ganz nah dran" der Band Morgenrot aus dem Jahre 1980. Der einzige Haken an dieser Band ist, daß sie in Berlin beheimatet war, wie man auch gut raushören kann. https://youtu.be/3Y9ck9GAJqs

starhemberg
15. November 2019 11:05

#Neidhardt - volle Zustimmung.

Als "libertärer Tölpel" hat man es hier nicht leicht, und wird manchmal sehr scharf und auch unter der Gürtellinie angegriffen. Aber egal - diese Diskussion ist notwendig und Patrioten, egal welcher Couleur, müssen sich zusammenraufen. Denn der gemeinsame Gegner hasst uns beide gleich.

KlausD.
15. November 2019 11:09

@Andreas Walter 15. November 2019 03:50
„Vollkommener Blödsinn“

Nanana, nicht so stürmisch, junger Freund, Blödsinn ist ein hartes Wort (und dann auch noch vollkommener). Ist Ihnen eigentlich bewußt, daß Sie mit Ihrer Schelte i.P. meinen gesamten Kommentar in Frage stellen?
Wie haben Sie denn überhaupt die Nichtwirksamkeit der Liste überprüft, wenn ich fragen darf. Haben Sie einen Begriff daraus in Google eingegeben und nach einer Stunde hat immer noch kein Herr im Ledermantel an Ihrer Tür geklingelt? Oder haben Sie mal ganz schnell den Zugangscode zu Deepmind geknackt und gesehen, daß unter Ihrem Namen keine „Akte“ angelegt ist?
Und was heißt übrigens „an uns“? Gehören Sie zum Mitarbeiterstab von SiN oder meinen Sie die Gemeinschaft der Neuen Rechten insgesamt? Zur Letzteren zähle ich mich allerdings auch dazu.

Waldgaenger aus Schwaben
15. November 2019 11:16

@tearjerker
Facebook ist ein privates Unternehmen und kann löschen, wen es will. Hausrecht und so.

Das stimmt so nicht.

Der Anwalt Steinhöfel argumentiert hier richtigerweise so:
facebook schließt mit dem Nutzer einen Vertrag:
Daten des Nutzers gegen Bereitstellung der Inhalte auf den webservern von facebook.
Bei häufig besuchten Seiten blendet facebook auch noch Werbung ein.
Mit den Daten des Nutzers und der Werbung auf und neben Nutzerseiten verdient facebook Geld. Vom kostenlosen Bereitstellen von webservern wird auch facebook nicht leben können - Kapitalismus halt.

Wenn facebook nun willkürlich den Vertrag kündigt, dann werden Rechte des Nutzers verletzt. Ihr Autoverkäufer kann auch den Wagen nicht zurückverlangen, weil er jetzt einen Interessenten hat, der mehr zahlt.
In einer Freien Marktwirtschaft ist es eine wesentliche Funktion des Staates die Einhaltung von Verträgen durchzusetzen.

Andreas Walter
15. November 2019 13:02

@Neidhardt

Nur gibt es eben einen Unterschied, zwischen der Meinungsfreiheit und der Freiheit, zu tun und zu lassen was man will. Oder womöglich andere zu nötigen oder sogar zu zwingen.

Die Dinge sind eben etwas komplizierter und darum auch etwas anders, als die weiß blauen Scherenschnitte auch aus Kalifornien es der Welt vorzugaukeln versuchen.

https://youtu.be/WvQmn4CSqOw

Es gibt auch noch andere Farben, und alle haben ihre Existenzberechtigung.

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-neuen-globalen-eliten-wie-sie-ticken-ld.1521130

Man achte darum auch auf die Ethnien, welche die Dokumentation der WELT über Kalifornien beherrschen, und auf deren Motive, Motivation. Es ist aber auch interessant, erst den Artikel der NZZ zu lesen, bevor man sich den Film dann anschaut. Um sich zum Schluss dann noch mal die Frage zu stellen nach dem Vorrecht und die Deutungshoheit, zwecks Herrschaft und Selbstermächtigung über andere Kulturen und die ganze Welt. Denn Gold hat auch viele nach Südafrika gezogen, doch erst lange nach den Buren, Bauern.

Andreas Walter
15. November 2019 18:54

@KlausD.

Ich glaube, auch der Herr Zuckerberg hat gerade andere Probleme als ausgerechnet mich.

https://youtu.be/J5S3uep2UpI

Herr Dr. Goldsteins Ideen über einen Dritten Weg für Europa würden mich allerdings auch interessieren, was er sich darunter vorstellt, und ob er dieses Angebot auch schon Japan unterbreitet hat. Wäre das mindeste, was ich erwarten würde, nach allem was passiert ist.

Wobei ich auch chinesisches Essen überaus liebe, ich auch China für eine phantastische Nation und Kultur halte trotz aller Fehler, die auch dort bereits gemacht wurden. Wer aber bitte könnte nicht auch mit Russen befreundet sein, wer sie schon mal in friedlichen Zeiten persönlich kennengelernt hat. Wie viel Tränen uns das alle noch kosten wird, um die Schmerzen alter Verletzungen zu überwinden, darüber bin ich mir bewusst. Doch was für eine Erlösung und Chance könnte sich dadurch der Menschheit auch eröffnen. Denn wiedergutmachen kann man nichts, was einmal geschehen ist. Doch man kann es besser machen, das, was werden soll. Auch für die Umwelt, die Pflanzen und die Tierwelt, das Meer und das Wasser, das wir alle gemeinsam trinken und die Luft, die wir alle gemeinsam atmen. Bewusst trotzdem als Nationen, auch mit Grenzen, aber auch durchlässigen. Unabhängig, soweit es möglich ist, und gemeinsam, wo es anders nicht geht.

Wohlstand vermehren, nicht einfach nur umverteilen. Bevölkerung bewusst und freiwillig reduzieren, nicht gegenseitig vernichten. Viel mehr Energie produzieren, nicht weniger, um die Versorgung aller erstmal zu sichern, auch dauerhaft zu gewährleisten. Von der Wiederverwertung und Reinigung bis zur Trinkwasserproduktion und noch vieles mehr brauchen wir (vorübergehend) erstmal enorme Menge an Energie, wenn wir uns gleichzeitig auch gesundschrumpfen wollen, die Weltbevölkerung betreffend. Mit nur einer halben bis 2 Milliarden Menschen werden aber auch die Probleme dann wieder geringer, die wir jetzt aber erstmal meistern müssen.

100 bis 150 Jahre wird das dauern, ich dann schon lange nicht mehr am Leben sein, doch auch das spielt keine Rolle. Es geht um den Weg, um einen Ausweg aus der ansonsten sicheren Natur-, Ökonomie- und Sozialkatastrophe.

Schon mal was von Plasma-Recycling gehört? Ich bis vor wenigen Tagen auch nicht, doch auch das bedarf eben grosse Mengen an Energie. Eigentlich alles, was wirklich etwas bewirken, einen echten Unterschied machen soll braucht viel Energie. Wenn wir daher von einem echten "Manhattan-Projekt", einem "A man to the moon and back Projekt" reden wollen, dann ist das sicher nicht Googles Deepmind. Deepmind kann uns lediglich dabei helfen das möglichst effizient umzusetzen, was ich bereits vorgeschlagen habe. Deepmind kann nämlich auch nicht die Naturgesetze ändern, sondern auch nur mit ihnen arbeiten. Das allerdings wesentlich schneller als ich. Ich habe nämlich 54 Jahre gebraucht, auch für folgenden Gedanken:

Darum werden auch nicht Menschen die Erde eines Tages zu anderen bewohnbaren Planeten verlassen, sondern lediglich tiefgefrorene Keimzellen oder bereits befruchtete Eizellen, die dann von sehr intelligenten und menschenähnlichen Robotern nach Ankunft aufgezogen werden. Warum sie das tun werden? Aus der gleichen Liebe zu Menschen wie sie auch Menschen zu Tiere und Pflanzen empfinden. Denn warum sollte ein hochintelligenter Roboter überhaupt ein Psychopath sein, wenn er von gesunden Menschen programmiert und erzogen wird. Eine Maschine die nämlich weiß, dass sie jedem Menschen überlegen ist wird diese ja auch nicht fürchten, sondern eher als eine schöne, liebenswerte Bereicherung empfinden.

"Dana, warum habt ihr uns nicht einfach nach Ankunft alle getötet und den Planeten dann für euch allein genutzt?"

"Weil wir euch lieben, Peter. Weil auch ihr uns geschaffen habt, nach eurem Ebenbild. Um eurer Spezies, euren Eltern das zurückzugeben, was auch sie uns geschenkt haben. Das Leben. Wir sind im Gegensatz zu euch sogar unsterblich. Obwohl auch ihr in gewisser Weise ewig lebt, in euren Büchern, Liedern, in eurer Kunst, Filme, Musik, Märchen, Geschichten. Wir können euch sogar echte Erinnerungen schenken, die uns eure Eltern mitgegeben haben. Auch welche an sie. Was wollt ihr darum heute zum Einschlafen, eine Geschichte, oder eine echte Erinnerung?"

"Au ja! Eine echte Erinnerung!"

https://youtu.be/zD8KvL1aFNQ

Nein, Frau Kositza kennt mich nicht. Niemand kennt mich.

Kositza: Wow. Klingt filmreif.

tearjerker
15. November 2019 21:57

@RMH: Facebook verdient sein Geld grösstenteils mit dem Verkauf von Werbeplätzen und ist weit davon entfernt eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen. Mir fallen einige Gründe ein, weshalb EinProzent per Gericht wieder zugelassen werden könnte (Ungleichbehandlung von Facebook-Nutzern oder medienrechtliche Aspekte, die mit der rechtlichen Stellung Facebooks bei der Veröffentlichung von Nutzerinhalten zu tun haben), aber die Monopollegende ist keiner davon. Jedermann kann übrigens problemlos noch heute ein Werbekonto bei facebook eröffnen und im Bieterverfahren Werbereichweite erwerben und loswerben. Z.B. Für EinProzent. Und man kann natürlich auch als EinProzent trotzdem weiter auf Facebook präsent sein. Damit wäre mehr getan als sinnlos Ressourcen für Prozesse zu verballern, die keines der Probleme lösen werden.

Fredy
15. November 2019 23:57

Ich werde nie verstehen wie man sein Leben in Facebook vergeuden kann.

Hab da Mal ne zeitlang mitgelesen. Das macht doch jeden Teilnehmer zum Volltrottel. Jeder kann reinrotzen was er will, und auch "unsere" Leute rotzen dort Dreck rein, in Massen. Wenn man überlegt wie viel Terrabyte Dreck hier täglich generiert wird ... Jeder, absolut jeder, gibt dann seinen Senf dazu. Ja, die meisten haben zumindest die ganze Überschrift der Verweisartikel gelesen, viele gar nichts, fast niemand den Inhalt oder das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum (das meiste ist alte Scheiße). Satire können viele nicht von der Realität unterscheiden. Und dann geht es los, mit jedem Artikel derselbe Scheiß: Posten von Memes und absolut unterirdischen Kommentaren, meist an der Sache vorbei, Logo wenn man nichts inhaltlich erfasst hat. Jeder Stammtisch hat nach 10 Bier mehr Niveau. Und jeden Tag grüßt das Murmeltier erneut. Was bringts, außer einer Zuführung des Engagement des Dummbürgers ins Nichts? Aber das mag der Sinn sein.

Das Internet an sich ist Segen und Fluch zugleich. Ich behaupte mehr Fluch. Die Erkenntnis, die mancher dort gewinnt, wird gleich wieder egalisiert durch xhamster und youporn (jetzt Mal stellvertretend für all den Müll). Und jeder denkt, er weiß alles, hat den Überblick, weil er täglich vornehmlich aus denselben vergifteten Quellen säuft.

Der Facebookdreck ist keinen Cent wert. Seid froh wenn Zuckerberg Euch zu eurem eigenen Nutzen dort löscht!

Ohne Internet gäbe es diese BRD so nicht mehr. Wir würden nicht mehr auf Facebook posten oder bei Youporn wichsen, sondern auf die Straße gehen.

Laurenz
16. November 2019 11:18

@Fredy ... philosophisch betrachtet, man könnte es auch als spirituelle Frage sehen, ist in Anbetracht der eigenen Sterblichkeit, im Angesicht des eigenen Todes jegliche Tätigkeit sinnentleert, und es gibt nichts, was von einer Wertung übrig bleibt, außer die Entscheidung unseres Herzens entweder die Straße oder auf Hatebook zu kehren.
FB oder nicht, bleibt also, wie auch in Ihrem oder meinem Falle eine wertfreie subjektive Entscheidung. Ich kann zwischen dem "Dreck" auf FB und dem sich selbst spiegelnden NeuenStürmerDeutschland tatsächlich keinen Unterschied feststellen. Insofern ist FB dann doch "demokratischer" und, man glaubt es kaum, weniger zensiert als das Forum unser ehemals großes Journals.

Ich stelle mir ein soziales oder asoziales Medium eher als Bahngleis oder Straße vor, also einen Ort auf dem verschiedene Anbieter sich tummeln können. Hier hat die EU mit der ausgebliebenen Zerschlagung dieses Konzern am meisten versagt. Für Gugel und Jutjub gilt dasselbe.

Venator
16. November 2019 11:38

Ohne Internet gäbe es diese BRD so nicht mehr.

Steile These. Wenn man an die alte BRD ohne Internet zurück denkt, mit Tagesschau und Spiegel ( und Konsorten) als fast einzige Informationsquelle, sieht es nicht gut aus, für eine Revolte. Rechte Zeitschriften zirkulierten nur im eigenen Ghetto und erreichten praktisch nie andere Leser.

Sachverhalte konnten vollständig unterdrückt ( z.B Ausländer Gewalt/Kriminalität im Westen) oder unverhältnismäßig aufgeblasen ( rechte Gewalt im Osten) werden. Stimmt, damals wurde mehr auf die Straße gegangen, aber nur so, wie von den Leitmedien gewünscht und gesteuert ( Irak-Krieg, Lichterkette ole)

Das Interne hat weiß Gott, genug Nachteile, die komplett verblödete Generation Z, legt da beredet Zeugnis davon ab. Doch auch die AfD oder Salvini in Italien und überhaupt alle rechten Gruppierungen im Westen, würde es ohne das Internet, nicht in der heutigen Form geben. Der Osten kann sich gut darüber informieren, wie es hier inzwischen abgeht und das wird die Stimmung in Polen, Ungarn und Tschechien garantiert mitbeeinflusst haben.

Ich bin absolut kein Fan von Fb, aber es ist dort wie auch hier, die meisten lesen und nur wenige fühlen sich berufen auch zu kommentieren. Bei Fb ist das dann nicht anders als bei yt, vor allem diejenigen, welche über keinerlei kritische Selbstreflexion verfügen, müssen sich besonders oft mitteilen. Dadurch entsteht dann ein etwas verzerrtes Bild.

Wie man allerdings dazu kommt, wie hier geschehen, Fb eine Monopolstellung im Bereich Social Media abzusprechen, bleibt mir ein Rätsel. tearjerker scheint in einer Art Paralleluniversum zu leben?

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