Weihnachtsempfehlungen 2019 – Sigrid Wirzinger

Zum Abschluß unserer Empfehlungsreihe: Vertriebsleiterin Sigrid Wirzinger über ihr Schönes, Gutes und Wahres.

 Gastbeitrag

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Schö­nes

Als Kind lieb­te ich Mär­chen – ich bekam sie aller­dings nicht vor­ge­le­sen (mein Vater erzähl­te uns Kin­dern lie­ber selbst aus­ge­dach­te Geschich­ten), son­dern las sie immer wie­der sel­ber:  zwei dicke Bän­de, ein­mal Grimm, ein­mal Andersen.

An Hauff und Bech­stein kam ich nicht so rich­tig ran, aber nun: Auf die­sen schö­nen Sam­mel­band stieß ich, als ich für die Lis­te der emp­foh­le­nen Bücher aus Kositz­as und Som­mer­felds Vor­le­sen (hier bestel­len) recher­chier­te und war sofort angetan.

Vier schön gestal­te­te, gebun­de­ne Bän­de im sta­bi­len Schu­ber (Reclams Mär­chen­schatz, gebun­den, ins­ge­samt 1696 Seiten,34 €). Ent­hal­ten sind sämt­li­che Mär­chen von Wil­helm Hauff, eine Aus­wahl der Mär­chen der Gebrü­der Grimm, sämt­li­che Mär­chen und Geschich­ten von Hans Chris­ti­an Ander­sen und eben das von Kositza und Som­mer­feld emp­foh­le­ne Deut­sche Mär­chen­buch von Lud­wig Bech­stein, das ansons­ten ver­grif­fen und nun in die­ser Aus­ga­be wie­der erhält­lich ist.

Wes­sen Biblio­thek noch kei­ne Mär­chen auf­weist oder wer zu Weih­nach­ten Kin­der zu beschen­ken hat, ist mit die­ser Aus­wahl gut beraten!

Reclams Mär­chen­schatz: hier bestel­len.

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Gutes

Mit dem Roman Die Welt ist im Kopf über Scho­pen­hau­er und sei­ne Phi­lo­so­phie und Zeit fei­er­te Chris­toph Poschen­rie­der sei­nen Ein­stand in der deut­schen Lite­ra­tur­welt und ist seit­dem recht flei­ßig und mal mehr, mal weni­ger lesenswert.

Nun also Der unsicht­ba­re Roman (gebun­den, 24 €, 272 Sei­ten): Gus­tav Mey­rink, stets recht knapp bei Kas­se, wird 1918 vom Aus­wär­ti­gen Amt in Ber­lin gebe­ten, sehr rasch einen Roman zu pro­du­zie­ren, in dem die Kriegs­schuld am Ers­ten Welt­krieg ein­deu­tig und logisch den Frei­mau­rern zuge­scho­ben  wird. Für den dem okkul­ten ohne­hin zuge­ta­nen Mey­rink ein Kin­der­spiel – denkt er. Doch dann ereilt ihn die schlimms­te Schreib­blo­cka­de sei­nes Lebens…

Es klingt herrr­lich skur­ril, und bestimmt aus­ge­dacht? Von wegen! Und so nimmt ein die­ser Roman mit ins Leben des Schrift­stel­lers, Yogis und Sati­ri­kers  Mey­rink mit nach Prag, Ber­lin und in die in den Kriegs­zei­ten selt­sam idyl­li­sche Vil­la am Starn­ber­ger See.

Poschen­rie­der gelingt es, Rea­li­tät und Fik­ti­on aufs amü­san­tes­te zu ver­mi­schen, und wenn sein Mey­rink sei­ne eige­ne Bre­douil­le lau­nig kom­men­tiert (»Nun ja – die Rea­li­tät ist ent­we­der gräss­lich oder lang­wei­lig oder bei­des, jeden­falls nichts für einen intel­li­gen­ten Men­schen.«) macht es umso mehr Ver­gnü­gen, die­ses Buch zu lesen!

Poschen­rie­ders “unsicht­ba­ren Roman” hier bestel­len.

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Wah­res

Kein Buch, son­dern ein Kalen­der ist dies­mal mein Wah­res: Nicht jedes Jahr, aber doch immer mal wie­der schen­ke ich mir sel­ber den Abreiß­ka­len­der Mit deut­schen Gedich­ten durch das Jahr (12,99 €, 365 Blatt). Für jeden Tag im Jahr gibt es ein Gedicht – man­che der Blät­ter lan­den sogleich im Alt­pa­pier, aber etli­che hän­gen auch heu­te noch an mei­ner Pinn­wand und wur­den aus­wen­dig gelernt.

Es sind näm­lich nicht nur die Klas­si­ker ver­tre­ten, son­dern auch unbe­kann­te, ver­ges­se­ne deut­sche Dich­ter dabei, wie zum Bei­spiel die­ses Gedicht vom Kalen­der­blatt 7. Febru­ar 2017:

Von den Ster­nen will ich lernen,
Die am Win­ter­him­mel stehn,
Die im Nahen und im Fernen
Fried­lich umein­an­der gehn;
Wie sie kom­men, wie sie kreisen,
Nie getrennt und nie vereint,
Wie ihr Weg in fes­ten Gleisen
Ewig vor­ge­zeich­net scheint.

Ver­fasst von Franz von Din­gel­stedt, nie vor­her gehört, den Namen, aber doch fand sich seit­dem die­ses Gedicht auf so man­che Kar­te zum Fest oder Neu­jahr wieder.

Mit deut­schen Gedich­ten durch das Jahr hier bestel­len.

 Gastbeitrag

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Kommentare (2)

Maiordomus

11. Dezember 2019 11:18

zu Franz von Dingelstedt: Das Gedicht erschien zu einer Zeit, da auf Anregung von Schelling, der damals noch lebte, die auf 8 Bände geplante, insgesamt neunbändige meist lateinische Gesamtausgabe der Werke von Johannes Kepler allmählich zu erscheinen begann. Der pantheistische Glaube an die Weltharmonie wuchs sich damals allmählich zu einer Ersatzreligion aus. "Kommet her zur Physik und erkennet das Ewige" (Schelling), lautete die Losung. Immerhin nicht gerade eine Werbung für Schuleschwänzen durch "Klimastreik".

Dieter Rose

11. Dezember 2019 14:45

Herr Meier,
aus ehrlichem Herzen
vielen Dank
für Ihre Beitröge
das Jahr über.
immer wieder
Neues,
Anregendes,
Nachdenkenswertes,
Überraschendes.
Schön in dieser Zeit!

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