21. Dezember 2019

Weltende-Klima

Gastbeitrag / 61 Kommentare

von Heino Bosselmann -- Die Welt geht unter, 2075 sind wir alle nicht mehr da. Das sagen uns die Klimaideologen.

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Diese allgegenwärtige, offenbar die gesamte nachdenkende und politische Welt einerseits bannende, andererseits enervierende Klimawandel-Hysterie: Darf sie als neoexpressionistischer Ausdruck oder gar als eine moderne Variante neuer Frömmigkeit gedeutet werden? Ist diese Obsession eine Gegenbewegung zu der die letzten Jahrzehnte beherrschenden Ideologie des Sachzwangs, die der Neoliberalismus als alternativlos darzustellen verstand?

Plötzlich sollen Sachzwänge gar nichts mehr gelten. Oder auf veränderte Weise alles: Kehrt um! So die Botschaft Greta Thunbergs, deren Physiognomie und Gestus an Edvard Munchs „Der Schrei“ erinnert, an die Ikone des Expressionismus also, in seinen von 1892 bis 1910 gemalten Versionen vielleicht das bekannteste Gemälde nach da Vincis „Mona Lisa“, gewissermaßen gar deren Gegenbild.

Das unschuldige Kind, das die an die Sünde verlorene Welt mahnt, die in sich geht und einsieht: Wir sind verloren, wenn wir uns nicht jetzt, am Ende der Zeiten, endlich wandeln. Geradezu gespenstisch, wie Politiker und Bosse, die vor ein paar Jahren noch das Muster von Tatsachenmenschen verkörperten, jetzt im Büßergewand erleuchteter Heiliger unterwegs sind, um uns alle zu retten.

Die ideelle Erschöpfung der Leistungsgesellschaft, die allzu sachliche Sachlichkeit der Deutschland AG, der kategorische Imperativ, unbedingt zu wachsen oder zu weichen,und die damit übersteigerten Drehzahlen und irren Frequenzen aller Abläufe, forciert durch die Möglichkeiten von Digitalisierung und Informationsverarbeitung, scheinen extreme Angstzustände auszulösen und damit die Neuauflage einer Weltende-Stimmung, wie sie zu vorletzten Jahrhundertwende auf andere Weise symptomatisch war. Noch einmal Jakob van Hoddis, der 1911 das Programmgedicht des Expressionismus schrieb:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Man lese weiter bei Georg Heym oder Georg Trakl, um all die Topoi zu finden, die das empfundene Weltende illustrierten, die Finsternis des Untergangs einerseits, das irre Licht des vermeintlich schon neu aufdämmernden Paradieses andererseits, Tod und Auferstehung. Überall im klassischen Expressionismus findet man grelle Visionen, die wiederum den heutigen ähneln.

Schockierend reale Erfüllung der düsteren Prophezeiung war vor über hundert Jahren der Erste Weltkrieg, der damals, als er noch nicht numeriert wurde, den Zeitgenossen als der Weltkrieg galt, als das Welt-Trauma schlechthin, die „Urkatastrophe“ (George F. Kennan) des zwanzigsten Jahrhunderts, das dann vor nichts haltmachte. Wo sollte das einundzwanzigste Jahrhundert halt machen?

Wohin treibt es uns diesmal? Wie damals spürt man die gleiche Ambivalenz: Einerseits wird vom Weltende gepredigt, weil die Meere, diesmal im Wortsinne, die Küsten zu überfluten drohen, andererseits träumt man von Lichtbringern und vom neuen Menschen, der endlich ganz, ganz anders ist als der alte sündhafte Adam.

Aber gerade das, diese Forderung nach dem neuen Menschen ohne Last und Nachtseite, ist das Gefährliche, das zu einer Polarisierung, zum Manichäismus führt. Plötzlich wollen alle zu den Auserwählten gehören, die grünen Weltgesunder von jeher sowieso, aber mittlerweile gleichfalls so harte Damen wie Ursula von der Leyen und ihre einstige Mentorin Angela Merkel.

Solcher Fanatismus, wie ihn „Fridays for Future“ und die halbesoterische „Extinction Rebellion“ (man lese dies unbedingt nach in der neuen Sezession) auf die Straße tragen, ist selbstdynamisierend. Die Sozialisten werden immer sozialistischer, die Grünen immer grüner, die Profi-Mütter shoppen nicht mehr beim Discounter, sondern im Biomarkt, den sie allerdings im SUV besuchen, damit die schöne neue Welt doch nicht ganz ohne Sünde sei.

Aber im Ernst: Selbsterklärte Weltretter, verbitterte Mahner und überhaupt die „jungen urbanen Schichten“ sind auf ihre Weise so ideologieanfällig, wie sie es den „Rechten“, derer sie als letztem verbliebenen Feindbild bedürfen, stets unterstellen.

Welches Korrektiv ist denn gegenüber dem hochtransformierenden Hype dieser Weltrettung unterm Diktat vermeintlicher Weltvernunft noch entgegenzusetzen? Greta und die übrigen Erlöser reden in einem fort von Wissenschaft, lassen aber keinen Falsifikationismus im Sinne Karl Poppers zu. Schon greift die Ideologisierung nach der ganzen Gesellschaft.

Tatsächlich mag es nur die folgerichtig von allen Erweckten verteufelte Rechte sein, die gegenüber dieser Kulturrevolution als einzige Kraft relativierend und eindämmend zu wirken vermag. Die Rechte ist derzeit das einzige Korrektiv gegenüber einer Einheitsfront von hochideologischen Propagandisten. Sie folgt einer Anthropologie, die wesentlich um die Beschränktheit und Schuld des Menschen weiß; sie versucht seiner Entgrenzung zu wehren.

Aber dort, wo diese Entgrenzungen ein dramatisches Maß annahmen, überzog in ihrem Reflex, in ihrer Reaktion auch die Rechte. Dafür ist gleichfalls die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts ein so großes wie tragisches Beispiel. Es kommt also sehr darauf an, das rechte Maß zu finden, gegenüber den anderen, dem politischen Gegner, und bei sich selbst.


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Kommentare (61)

Ein gebuertiger Hesse

18. Dezember 2019 12:47

"Es kommt also sehr darauf an, das rechte Maß zu finden, gegenüber den anderen, dem politischen Gegner, und bei sich selbst."
Danke für diesen Rat zur Maßfindung - was nicht notwendig Mäßigung (leisewerden, aufstecken, stillhalten) bedeuten soll. Leider nur sticht das Grelle der Dauereskalation, die die Gegnerseite betreibt, viel mehr ins Auge, und sei es verletzend, als jede Einhegung durch Vernunft. Hier gilt es, auf der Reiz-Ebene unsererseits Kontra zu geben und einen Appeal aufzubauen. Dafür braucht es nicht zuletzt Schauwerte.

Grobschlosser

18. Dezember 2019 15:20

Strom - und Hafenbau , Großtechnik ; verstärkte Deiche ; und ja : Bangladesch und ein paar Inseln werden vom Blanken Hans verschluckt ; das soll mich aber nicht interessieren ; da die Menschen bekanntlich alle gleich sind werden die hochtechnisierten Schwellenländer eine Lösung für absehbare Probleme finden ( oder auch nicht wenn Vetternwirtschaft , Inkompetenz und Korruption die erforderliche Eindeichung verhindern ) .

Der böse weiße Mann soll bitteschön die Probleme der 3. Welt lösen - immer und überall - Irrtum - ich wähle mir eine neue Regierung und das Gutmenschengelaber verstummt , Europa , Japan und die USA werden technische Lösungen finden sollte der Meeresspiegel tatsächlich ansteigen ; auch China wird das Problem in den Griff kriegen .

Selbstverständlich baue ich den hungernden Kindern in der 3. Welt einen Deich . Wir akzeptieren verschiedene Währungen , Edelmetalle und Seltene Erden .

"haben wir aber nicht " .

"nun - dann sollten Sie sich einen Kredit besorgen "

"Du bist deutsche Mann und du müssen armen Menschen helfen wegen Hitler " (SIC) , meint ein bolschewistisch grundformatierter Werkstudent .

" pass`mal uff Bokassa , wenn dir hier irgendwas nicht gefällt : ab ins Personalbüro " .

regelmäßig versuchen übergeschnappte Werkstudenten die Hitlerkarte zu spielen . Und fallen regelmäßig damit auf die Nase .

4 Wochen später : "Bokassa , Telefon für dich "

"wer ruft denn an ?"

"der Adolf , der will für deinen Onkel einen Staudamm bauen "

qvc1753

18. Dezember 2019 16:03

Ach Herrje...
Da ich nun auch ein paar Jahre schon unterweges bin habe ich so allerlei überlebt.
Das hat angefangen damit, das uns entweder die Sozen zugrunderichten oder eben Birne.
Dann stand die nukleare Vernichtung oder der Tod durch Sauren Regen, Umweltkatastrophen und Gift im Essen bevor.
Oder die Ossis treiben uns in die Pleite.
Dann wiederum waren wir alle kurz davor von den Moslems geköpft zu werden.
Jetzt steht wahlweise der Volkstod, der Tod durch Klimawandel oder auch das Ende des Euro und der EU bevor.

Eigentlich sollte man jedes Jahr die Leute, die nachweislich Unsinn prophezeihen mit der Eselsmütze durch die Straßen treiben.

Vielleicht kann man einfach mal die Dinge etwas tiefer hängen.
Jedes Problem das ich dermassen absolut setze, daß erfordert letztlich Lösungen, die auf demokratischem Wege nicht möglich sind.
Wenn die Welt oder Europa oder die Nation kurz vor dem Untergang stehen, dann ist eben irgendwann auch eine Änderung der Ordnung unabdingbar. Es gibt dann eben höhere Güter als diese.
Das man mit dem Notstand eben auch die Abschaffung von Grundrechten oder einer gewachsenen Ordnung wahlweise rechtfertigen kann, davor fürchte ich mich dann eher.
Daher - vielleicht alle mal einen Gang zurückschalten. Vielleicht fänt man einfach mal an zu überlegen, dass wir nicht alle mit halben Geländewagen durch die Stadt gurken müssen. Auch Schadstoffe zu reduzieren ist per se erst einmal eine gute Idee.

Laurenz

18. Dezember 2019 18:53

@Herrn Bosselmann & SiN-Redaktion,

Bezüglich Ihres Artikels ist nicht viel zu kommentieren. Nur Ihrem Satz, Zitat- Schon greift die Ideologisierung nach der ganzen Gesellschaft. -Zitatende kann man so nicht zustimmen. Selbst bei der Umfrage-Butze Civey von unserem Groß-Deutschen Haß-Hetzblattes Nr. 1, NeuesStürmerDeutschland, ehemals Der Spiegel, kommt explizit bei diesen Fragen mehrheitlicher Widerspruch unter der NSD-Leserschaft auf. Wie mag es erst bei den Nicht-Lesern dieses Revolver-Blattes aussehen?

Für mich, Herr Bosselmann, ist Ihr Artikel gut leserlich, aber es treibt mich um, zu überdenken, für wie viele das ebenso zutrifft? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Gegen Ihren Schreibstil ist nichts einzuwenden.
Aber zu demselben Thema gibt es von unserem Top-Spion Topas und Alt-Kommunisten Rainer Rupp nach der Piers-Corbyn-Recherche eine neue Tagesdosis-Audio-Reportage auf KenFM, die süffisant, ironisch, doch historisch gut recherchiert ist. (Dieser Beitrag hat allerdings in der KenFM-redaktion zu erheblichen Interferenzen geführt).
Was halten Sie denn von diesem Format?
Immerhin hat es dieser Alt-Linke geschafft, mindestens 50% des Friedens-bewegten Duos, Jebsen-Ganser, in Wetter- und Klima-Fragen umzudrehen, wohl keine einfache Leistung.

Vor allem im Zusammenhang mit der Vorlese-Promotion von Frau Kositza und Frau Sommerfeld, erachte ich dieses Format als erwägenswert.
https://youtu.be/I1J9iI1S-WY

Maiordomus

18. Dezember 2019 20:56

qvc1753. Ihre Befürchtung betr. "Abschaffung von Grundrechten". Darum war und ist die in den Blogs vom 12. und 14. Dezember (und noch anderen) eher nebenher geführte Debatte um die gestörte "Amygdala" im Gehirn von Rechtswählern keine Kleinigkeit, wiewohl die deutsche Akademikerin, die deswegen immerhin von der Neuen Zürcher Zeitung scharfe Kritik einstecken musste, nicht gerade ein Schwergewicht im deutschen Geistesleben ist. Es hat auch direkt und indirekt mit Bosselmanns Beschäftigung mit der Bildungskrise und natürlich mit pseudowissenschaftlichen Theorien zu tun.

Franz Bettinger

18. Dezember 2019 21:34

Die Erklärung für den Irrsinn, der sich vor unseren Augen abspielt, ist viel einfacher: Die durch Politiker wie Draghi und Merkel verursachten Katastrophen (in erster Linie die Staatsverschuldung mit Analogien zu 1923 und 1929), die gegen die Tür drücken und diese bald zum Bersten bringen werden, sind so infam, so ungeheuerlich und gigantisch, dass sie mit noch größeren Bedrohungen (Migranten-Flut, Klima-Lüge und angeblicher Gefahr von Rechts) verdeckt werden sollen. Die (Gräuel-) Propaganda-Methoden der Alliierten zum Verdecken ihrer eigenen großen Schuld im 2. WK (Kriegsschuld, A-Bomben, Bomben-Holocaust…) sind der Vorläufer. Es klappte damals. Wieso soll es heute nicht wieder klappen, meinen die verantwortlichen Verbrecher ganz nach dem Motto: „Wie bitte, ich soll Ihnen die Krätze übertragen haben? Ach, und wenn schon! Vergessen Sie's. Ich habe eine andere aparte Nachricht für Sie: Sie haben auch Krebs. Was ist dagegen die Krätze?"

Marc_Aurel

18. Dezember 2019 21:39

Dem Artikel kann man nur zustimmen. Ergänzend möchte ich anfügen/stärker herausarbeiten, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen dem Expressionismus und anderen Umbruchserscheinungen dieser Art und der Klimahysterie gibt.

Die erstgenannten Phänomene sind mehr oder weniger spontan und „natürlich“ entstanden und stellen gewissermaßen den Versuch der Menschen einer Epoche dar, mit den Veränderungen ihrer Zeit umzugehen. Sie entstanden, weil die Zeit reif dafür war, das auslösende Element war der Wandel.

Die Klimahysterie hingegen ist etwas Künstliches: von Denkfabriken über lange Zeiträumen hinweg ausgebrütet, in Strategiepapieren niedergeschrieben, sorgfältig und planvoll vorbereitet und dann aus dem Sack gelassen, professionell inszeniert und durchorganisiert. Sie ist nicht Produkt eines Wandels, sondern sie soll den Wandel herbeimanipulieren und sei es auch nur in den Köpfen.

Da es noch nie ein stabiles Standardklima gab und der permanente Klimawandel der Normalfall ist, gern auch mal mit deutlichen Ausschlägen nach oben und unten über längere Phasen, ist es ein leichtes den Menschen Angst zu machen und die Propaganda mit dazu passenden Wetter- und Naturphänomenen scheinbar zu untermauern.

Hinter den hypermoralischen Phrasen verbergen sich indes in letzter Konsequenz knallharte Interessen, die wenig mit Umweltschutz oder anderen höheren, erstrebenswerten Zielen zu tun haben.

Etwas gespenstisch finde ich auch den Mechanismus, die Art wie das Ganze geschieht, wie man zu einem gewissen Zeitpunkt beginnend, innerhalb weniger Monate einen Ballon zu solcher Größe aufpumpen kann und das man damit, zumindest eine Zeit lang, anscheinend ganz gut durchkommt.

Ratwolf

18. Dezember 2019 22:52

Apokalyptische Fantasien gab es im jüdisch-christlichen Raum schon immer. Der Erde ist aber nie untergegangen. Es ging immer irgendwie weiter. Man schwelgt gerne in solchen Fantasien, wenn man sich langweilt oder keine Auswege sieht. Es ist eine Lähmung.

Das CO2-Theater hat meiner Ansicht nach ganz andere Gründe:

1. Man will Russland die Einnahmen aus den Verkauf von Öl und Erdgas entziehen. Das kann man natürlich nicht so direkt sagen. Das muss etwas erfunden werden, was irgendwie "gut" ist.

2. Deutschland ist in Europa und der Welt eine Macht aufgrund seiner Automobilindustrie. Denn Wirtschaftskraft bedeutet auch politische Macht. Wenn man Deutschlands Wirtschaft schwächt, dann haben andere Bereiche mehr macht über die Politik und die Bürger.

@Maiordomus
Die Amygdala kann meiner Ansicht nach nicht "gestört" sein. Wie soll das gehen? Gibt es dazu weitere Informationen?

Gracchus

18. Dezember 2019 23:52

Der Weisband-Tweet hat mich doch zum Lachen gebracht. Eben weil die das total ernst meint, obwohl sie's nicht meinen kann. Simulation tiefer Besorgnis. Hat in der Tat was von einem Frömmigkeitswettbewerb.

Die Macht von Selbstsuggestionen. Das Beängstigende daran ist, man findet so schnell nicht raus. Was das Klima-Ding angeht, macht man stur weiter, s. von der Leyen (allein deshalb beneide ich die Briten für den Brexit); und das Geschwätz, schon schlimm genug, wird zum Gesetz (wobei die heutigen Gesetze wiederum eine arge Geschwätzigkeit zeigen) und kostet.

Franz Bettinger

19. Dezember 2019 09:25

@Marc Aurel’s „knallharte Interessen“ und Hintergründe von Epochtimes zusammengefasst: Die nachgewiesene (!), real existierende Verschwörung zum erfundenen Phänomen 'Global Warming': https://www.epochtimes.de/meinung/gastkommentar/insider-klimakatastrophe-das-allergroesste-je-von-menschen-erdachte-geschaeftsmodell-a3083538.html.

Maiordomus

19. Dezember 2019 09:40

@Das erkenntnistheoretische Niveau der Theorie von der Amygdala entspricht, wie Zeyer ausgeführt hat, haargenau dem Niveau der alten Kraniologie. Es geht im Prinzip um ein Unterscheidungsmerkmal zwischen besser entwickelt bis hin zu dumm. "Gestört" ist in der Tat ein ungenauer Ausdruck. Die Rechtswähler sind indessen, wie einst die "Untermenschen", an einem physiologischen Merkmal zu erkennen. Natürlich sind solche Sachen nicht auf dem Niveau Blog auszudiskutieren, siehe noch, was Andreas Walter ausführte. Was er zum Thema schrieb, könnte sich ein AfD-Abgeordneter wohl schon nicht mehr leisten, weil er sonst gleich eingeschätzt würde wie Wehling. Ausser dass Wehling bisher nur von René Zeyer eingeschätzt wurde, nicht hingegen von ihren Auftraggebern bei der ARD. @Andreas Walter. Ich bin mir bewusst, dass das, was Sie vor ein paar Tagen schrieben, eine komplexe Materie ist. Wird die Sache hier mit der Gefahr der Vereinfachung erörtert, drohen Verfänglichkeiten.

Franz Bettinger

19. Dezember 2019 10:25

Zu 80% bestimmt die Sonne das Klima. Den kleinen Rest bestimmen die Wolken und vielleicht ein winziger Teil auch das CO2, heute 0,038%, Methan und andere Spurengase. So winzig ist dieser Anteil, dass auch die Dinosaurier - bei 20 mal mehr CO2 in der Luft - es gerade mal 2°C wärmer hatten als wir. Die Welt retten? Das Klima? Durch uns? Wir Deutsche können gar nichts. Eine Lösung für die Welt? Brauchen wir nicht. Denn wir und Planet Erde haben kein Problem mit dem Klima. Ein solches wird uns eingeredet. Dennoch hätte ich nichts gegen den Bau von Atomkraft-werken (der neuesten Generation), und den Ausbau des Wasserstoff-Antriebs. Angst? Mir machen nur fanatische Moslems, Linke und fanatische grüne Klima-Nazis Angst. Ich halte eine bessere Kernkraft-Technik und weltweit eine Reduktion der Geburtenraten für die Lösung vieler, ja fast aller Probleme. Wird aber nicht klappen, also bereitet euch aufs Schlimmste vor, Krieg Rassen gegen Rassen, Gruppen gegen Gruppen. Wo die Christen bei all dem bleiben, weiß nur Gott. Denn wer nicht kämpft, wird untergehen. (Verfranzelt nach: Hab’s vergessen.)

zeitschnur

19. Dezember 2019 10:34

@ Marc_Aurel

Sehr guter Kommentar!

Ich muss immer an die Parole von der "Mauer in den Köpfen" denken. Damals gab es aber eine Mauer bzw es hatte jahrzehntelang eine gegeben, eine echte, unübersteigbare Mauer aus Steinen, und sie war auch in die Köpfe hineinmanipuliert worden, ebenfalls auf beiden Seiten jahrzehntelang.

Was man also jahrzehntelang in die Gehirne gestanzt hatte, warf man nun denselben armen Idioten nach einer plötzlichen, "überraschenden" Wende denen vor, die nicht so schnell mitkamen mit der neuen Situation:
IHR IHR habt ja eine Mauer in den Köpfen (Pfui, und das darf man nicht! Zeigefinger hoch.).
Wie ich diesen widerlichen Zynismus und Moralismus hasse, diese ausgekochte Bosheit, und der Strunzdeutsche schlägt sich natürlich an die Brust und schämt sich dafür, dass er eine Mauer in den Köpfen hat.

Ich habe aber dennoch den Eindruck, dass viele Deutsche aus dem Strunzkoma aufwachen. Denn diesmal gibt es nirgends eine steinerne Mauer. Es gibt nur die angebliche Klimaerwärmung, die aber nicht wirklich sichtbar und spürbar ist. Es gibt natürlich solche Wahnträger, die tatsächlich im Sommer, wenn sie nachts - wie schon immer - schwitzend in den Laken liegen, Panik bekommen, demnächst zu verbrennen: die Sommer Ihrer Vergangenheit waren alle so um den Gefrierpunkt herum. Ich dagegen konnte auch als Kind in den Sechzigern nur schwer schlafen, weil es nachts immer noch so heiß war und im übrigen ständig Schnaken um mich herumsirrten und immer dann, wenn ich gerade am Einnicken war, zustachen. Manche meiner Spielkameraden hatten ein Moskitonetz überm Bett. Tja. Der Rheingraben ist schon immer heiß gewesen, und der manche Landesfürsten des 18. Jh ergirffen drastische Maßnahmen, um die damals grassierende Malaria einzudämmen. Will heute aber auch keiner mehr hören. Selbst in der klimakälteren frühen Neuzeit war DAS die Realität. Und dass man in den mittelalterlichen Häusern oft keine Öfen einbaute lag nicht dran, dass die Leute zu blöd waren, um in den klimaneetral kalten Wintern zu heizen, sondern -na? Kommt wer daruf: eben: man musste nicht unbedingt heizen. Und warum nicht? Na?
Klingelt es?
Eben!
Und genau deswegen taucht unter manchem auftauenden Gletscher wundersamerweise auch ein uraltes Dörflein auf oder eine Wallfahrskapelle ...

Es würde mich nicht wundern, wenn nach vollzogener Klimapsychose in den Köpfen dasselbe Eliten- und Mediengesocks eines Tages die nächste Katze aus dem Sack lässt, dass es nämlich gar nicht das CO2 war, dass es überhaupt alles nur ein irrtum des Volkes war, das mit dem Klima, und dieses Gesindel wird wieder das Volk beschuldigen, es habe irgendwas im Kopf, das da nicht sein darf - nämlich den Klimawahn. Die Klimahüpfer werden uns dann versichern, dass sie eh schon immer Zweifel hatten etc. blabla.

Auch in der ausgekochten Bosheit postmoderner Manipulationsverfeinerung gilt: Anything goes.

qvc1753

19. Dezember 2019 10:41

@Majordomus:
Letztendlich funktioniert so natürlich Politik auch. Es wird ein Thema gesetzt und ein Lösungsvorschlag gemacht. Je unausweichlicher und schlimmer das Problem, um so drastischer dann die vorgeschlagene Lösung.
In solchen Fällen kommen dann Politiker auf die Idee das rechtsstaatliche Methoden bei der Bekämpfung von sog. Clankriminalität geradezu hinderlich sind oder das man die eine oder andere Grundrechtsgarantie aus wichtigen Gründen mal eben weglassen kann.
Geht ja um die Rettung der Welt.
Was nun die Klimaforschung angeht, so masse ich mir eine Fähigkeit zur Nachprüfung der Klimamodelle nicht an.
Das es jedoch nicht sonderlich gut sein kann Dinge zu verbrennen die Millionen Jahre unter der Erde lagen, das kann ich mir jedenfalls denken.
Holz in geschlossenen Räumen zu verbrennen oder einen Diesel in der Wohnung laufen zu lassen ist jedenfalls nicht wirklich schlau und fördert nachweislich nicht das Wachstum der Zimmerpflanzen.
Vielleicht ist das im globalen Massstab ebenfalls so.
Einigen kann ich mich jedenfalls mit denjenigen, die zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen raten. Schadet es denn?

Stecken hinter alledem ggf. knüppelharte Interessen?
Natürlich. Vielleicht deswegen auch die z.T. hysterischen Aktionen. Wer sich mit der Industrie anlegen will, der muss entsprechende Gegenmacht aufbauen können.

Maiordomus

19. Dezember 2019 12:58

gvc1753. Verstehe Sie sehr gut. Lesen Sie mal "Kalkstein" von Adalbert Stifter mit einem äusserst kundigen, die Verhältnisse in Feld und Wald perfekt kennenden Meteorologen als Dorfpfarrer, dessen Existenz in äusserster Einfachheit erfolgt, nur ganz wenige Kleider, die stets gereinigt werden, und einfachste Ernährung, keine Haushälterin, Schlafen in ungeheiztem Raum usw., nicht mal, weil er damit die Welt retten wollte. Richtig spannend wäre es, sich mit alpiner Wetterweisheit zu befassen, die immer auch mit "ökologischer" Bauweise und mit vernünftigem, die Resourcen schonenden Leben zu tun hatte.

Ein idyllisches Bild bei Stifter: "Der Pfarrer sass ruhig und einfach an dem Tische des Stübleins, und das Licht der Talgkerze beleuchtete seine Gestalt." In 27 Jahren Amtszeit verliess er seinen Posten für einen einzigen Tag, zu einer Feier im vier Wegstunden entfernten Nachbardorf.

Wahrheitssucher

19. Dezember 2019 13:42

@ Franz Bettinger

„ ...fanatische grüne Klima-Nazis“

Gibt es solche? Und wenn nicht, warum muß zum Ausdruck der entschiedenen Ablehnung heutzutage immer mehr und immer wieder (wie hier auch von Ihnen!) die deutsche Vergangenheit herhalten? Sprach-Hygiene ist gefragt!

Andreas Walter

19. Dezember 2019 14:27

@Maiordomus

Kann Ihnen da gerade nicht folgen, habe nur gleich zwei Mal meinen Namen gelesen. Um was geht es? Sex, Drogen, Rock an'Roll?

Maiordomus

19. Dezember 2019 15:37

@Walter. Nichts dergleichen. Bloss dass Ihre Thematik bei der Stellungnahme zu Wehling u.Co. heikel so und sich wenig für eine Blog-Debatte eigne.

Stefanie

19. Dezember 2019 15:47

@qvc1753

"Holz in geschlossenen Räumen zu verbrennen oder einen Diesel in der Wohnung laufen zu lassen ist jedenfalls nicht wirklich schlau und fördert nachweislich nicht das Wachstum der Zimmerpflanzen.
Vielleicht ist das im globalen Massstab ebenfalls so."

Ich kann sie da beruhigen: gerade an einem sonnigen kühlen Tag wie heute werden in vielen Gewächshäusern Lufterhitzer laufen, die Erdgas bzw. Propangas ohne Abgasführung verbrennen um die CO2-Konzentration im Innenraum zwecks Wachstumssteigerung auf ca. 1000ppm zu erhöhen ( darüber liegt der Arbeitsschutzgrenzwert). Schäden an besonders empfindlichen Kulturpflanzen wie Pharbitis oder Petersilie treten meiner persönlichen Erfahrung nach erst deutlich darüber auf. Die CO2-Konzentration in der Atmossphäre liegt derzeit bei um die 400ppm. Wahrscheinlich werden wir längst die Grenzen der Wirtschaftlichkeit der Kohle- und Erdölförderung erreicht haben, ehe tatsächlich für das pflanzliche Wachstum schädliche Konzentrationen erreicht werden. (Bei anderen Schadstoffen sieht das wieder anders aus). Ich habe allerdings noch nie gehört, das die erhöhte CO2-Konzentration zu einer besseren Wärmspeicherfähigkeit der Gewächshausatmosphäre führen würde. Wäre der Effekt tatsächlich meßbar, würde man ihn technisch nutzen, denn er wäre definitiv leichter technisch umzusetzen, als der Einbau von Energieschirmen. Irgendwelche computererzeugten Klimamodelle kann ich sowenig beurteilen wie Sie, aber das physikalische Prinzip, das hinter all dem stecken soll, hätte ich schon ganz gerne mal erklärt, gerne auch im "Infotainment"-Format. Auch auf die Frage, wie man die Weltdurchschnittstemperatur für Zeiträume vor 1980 ermittelt, also seit es satellitengestützte Messungen für die gesamte Erdoberfläche gibt, konnte ich bisher nicht herausfinden. Wenn dieses Thema so entscheidend für den Fortgang der Menschheit ist, sollte es doch im Schulunterricht in aller Ausführlichkeit behandelt und erklärt werden.

Franz Bettinger

19. Dezember 2019 17:34

@Wahrheitssucher: Im Grunde haben Sie recht, wenn Sie wie @Thomas Martini, als er noch hier war, unsere / meine mangelnde Sprach-Hygiene anmahnen (Anglizismen, Gallizismen, „Klima-Nazis“). Ich denke aber, dass die meisten Leser die Ironie bemerken, die im Umdrehen von Begriffen liegt, so auch in 'Links-Faschisten‘ oder dem von @Laurenz so beliebten 'christlichen Bolschewismus'. Mit solchen Hetzworten möchte man denen weh tun, die mit ihrem inflationär gebrauchten, unkritischen und nicht mal ironisch gemeinten Framing umgekehrt uns treffen wollen. Vielleicht begreifen die dann mit Bauchschmerzen, was sie tun.

Ratwolf

19. Dezember 2019 20:36

Maiordomus:
Ich bin lange raus aus dem Medizinischen, und finde es überraschend und interessant, dass man nun versucht politische Einstellungen im Limbischen System ursächlich zu verorten.

Nach kurzer Suchmaschinenrecherge fand ich dazu einen Artikel von Dr. Nora Schultz mit dem Titel "Rotes Hirn, schwarzes Hirn".

Die Frau ist "Diplom-Journalistin" und "B.A. Biological Sciences" was mich schon einmal zum Schmunzeln brachte.

Die aktuelle Wissenschaften...

Konservative haben demnach eine größere "rechte Amygdala" :)

Aber wie kann es sein, dass Umwelt/Klima-Angst oder Angst vor fremder Masseneinwanderung unterschiedliche Bereiche aktivieren. Gleiches sollte doch gleiches bewirken?

Die gut justierten Bilder eines MRTs kann man mit den Artikeln eines Claas Relotius vergleichen:

Der MRT selber lügt genauso wenig, wie das a priori unschuldige Zeitungspapier des Spiegels.

------
Erstaunlicher Weise gilt auch hier wieder das Sommerfeld-Lichmesz-Gesetz. Wenn auch nicht im Bereich der Amygdala.

Kuonirat

19. Dezember 2019 20:42

@qvc1753

„Was nun die Klimaforschung angeht, [...]

Vielen Dank, das haben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht!

Ich habe allgemein leider zu wenig Zeit, um mich den Diskussionen hier im Forum anzuschließen und freue mich deshalb sehr, wenn - wie in diesem Fall - wenigstens ein Forist dabei ist, dessen Standpunkt ich teile.

Was mich hier allerdings verrückt macht, ist die Tatsache, dass auf SiN das Selbstverständnis vorzuherrschen scheint, dass zu einer nationalkonservativen Haltung unbedingt die Überzeugung dazugehört, dass es einen durch menschliches Verhalten wesentlich beeinflussten Klimawandel nicht gibt. Ach, erwüchse uns doch in dieser Zeit ein rechtsintellektueller Vordenker vom Formate eines Friedrich Georg Jünger oder Herbert Gruhl! Manch einer hier riebe sich dann vielleicht die Augen, wie gut es plötzlich um den jugendlichen Zulauf in unser Lager bestellt wäre. Sicher muss man bezüglich des Klimawandels nicht einer Meinung sein, aber sich hier im Forum so weit mit seinem Klimaskeptizismus heraus zu lehnen, als hinge davon unsere Kultur ab, halte ich für schädlich. Es spaltet uns dort, wo es eigentlich ganz unerheblich ist. Nach meinem Verständnis kommen wir hier zusammen, um für ganz andere Dinge gemeinsamen einzustehen. Dass der Klimawandel zweifellos als Vorwand genutzt wird, um die Globalisierung beschleunigt voranzutreiben und nationale Interessen weiter in den Hintergrund zu drängen, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt.

Wahrheitssucher

19. Dezember 2019 21:15

@ Franz Bettinger

Wir verstehen uns und ich verstehe Ihre Absicht.
Dennoch halte ich es mit Konfuzius, der sinngemäß
gesagt haben soll:
„Wenn die Worte nicht stimmen, können die Werke nicht gelingen...“

Maiordomus

19. Dezember 2019 22:38

@Kuonirat. Sie Sehen dies wohl sehr besonnen, zum Beispiel bei den Brüdern Jünger, die aussergewöhnlich langfristig dachten und wie der grosse diesbezüglich Massstäbe setzende Historiker Fernand Braudel Wetter und Klima stets zu einer massgeblichen Kategorie von Weltdeutung und Geschichtsschreibung machten. Die Kalender und Horoskope von Paracelsus und Kepler waren vielfach meteorologische Studien mit prophetischem, aber durchaus ratgebendem Charakter mit viel Lebensweisheit. Ohne die Klimaerwärmung zwischen 900 und ca. 1350 (Pestzeit) wären wol weder die Kreuzzüge noch die Walserwanderungen noch - über die Erschliessung des Gotthardpasses - die Gründung der Eidgenossenschaft möglich geworden. Andererseits hatten die Abkühlungsphasen zumal zwischen 1500 und 1900 zum Teil katastrophale Folgen, nicht zuletzt den 30jährigen Krieg. Was indes aus konservativer Warte zu diesen Fragen nicht drin liegt, ist Panik und zumal konsequenzloser Klima-Notstand, bei dem einerseits Autofahrer schikaniert werden, andererseits eine Mehrheit der Stadtbewohner als Single leben dürfen. Immerhin beschrieb der russische Satiriker Soschtschenko Städte in der Sowjetunion, wo die Wohnungsbelegung in den Wohnsilos der Städte oft zwischen 25 und 55 Personen lag, also im Sinne eines ernsthaften Klima-Notstandes durchaus pionierhaft. Auf satirische Art versuchte er seiner Leserschaft ein solches Leben schmackhaft zu machen!

Von Teilhard de Chardin habe ich gelernt, auch für die Menschheit noch eine Perspektive von einer Million Jahren zu sehen, zumal die Anpassungsfähigkeit unserer Art an Wetter und Klima sowie auch katastrophische Veränderungen unvergleichlich ist, die jetzige Zahl der Erdbevölkerung auch das Schicksal des Neandertalers ausschliesst. "Wer spricht in einer Million Jahren noch darüber?" ist in der Tat ein unvergleichlicher Satz, das absolute Gegenteil auch der sogar um das Jahr 2000 wieder ausgetrommelten Weltuntergangspanik. Dabei wurde zum Beispiel um 1982, als Aids aufkam, bereits wieder vom baldigen Aussterben der Menschheit gemunkelt. Unter diesem Gesichtspunkt müsste eigentlich auch das Aufbewahren von Atommüll für 10 000 Jahre natürlich kein Problem sein, weil sich der Mensch Gefahren, auf die man ihn aufmerksam macht, natürlich merken kann, wiewohl für mich das nie ein Grund war, die Atomenergie kurzfristig zu forcieren. Nach dem Aufbrauchen der fossilen Energien wird man aber sicher darauf zurückkommen.

Mit dem Klimawandel muss und musste selbstverständlich gerechnet werden, so wie diejenigen unserer Vorfahren, die noch ökologische gebaut und danach gelebt haben, vergleich "Bauen - Wohnen - Denken" von Martin Heidegger. Es gibt nichts grundsätzlich zu bestreiten, wobei es nahe liegt, dass vernünftiges Verhalten nicht von Klimamodellen abhängig sein muss, deren Verfasser zwar noch oft etwas vom Wetter verstehen, aber natürlich nicht von Theoriebildung. Auch die guten alten Bauernregeln sind vielfach eine bei angemessener Interpretation sinnvolle Anleitung zu vernünftigem Verhalten.

Persönlich glaube ich nicht, dass eine heute existierende Religion oder Zivilreligion, die Klimareligion inbegriffen, es ohne völlige Transformation der heutigen Glaubensvorstellungen bis zum "Weltuntergang" durchhält. Noch beeindruckend das Glaubensbekenntnis von Friedrich Engels in seiner Schrift "Die Dialektik der Natur". Unser Gestirn werde dereinst, so schrieb er, "verbrennen und seine Population, wir mit ihm." Es bleibe aber "die Gewissheit, dass die Materie in allen ihren Wandlungen ewig dieselbe bleibt, dass keins ihrer Attribute je verloren gehen kann, und dass sie deher auch mit derselben eisernen Notwendigkeit, womit sie auf der Erde ihre höchste Blüte, den denkenden Geist, wieder ausrotten wird, ihn anderswol und in anderer Zeit wieder erzeugen muss."

Zu diesem "anderswo" haben die diesjährigen Nobelpreisträger für Physik, so der unglaublich gute Buchautor Didier Queloz, ein Schweizer aus dem Jura, ihre einschlägigen Entdeckungen extrasolarer Planeten gemacht.

Marc_Aurel

20. Dezember 2019 06:37

@Kuonirat
Warum sollte man sich denn Ideen anschließen, die man objektiv für falsch bzw. weitesgehend falsch oder für extrem überbewertet hält? Nur des jugendlichen Zulaufs wegen? Was für einen Art von Zulauf kommt denn, wenn man seine Positionen bis zur Unkenntlichkeit aufweicht?

Ich persönlich maße ich mir auch nicht an die Klimamodelle tiefenanalysieren zu können, aber es gibt ja nun schon zahlreiche Wissenschaftler, die dies können und dies auch seit Jahrzehnten tun, die aber eben in der sogenannten Leitmedien nicht oder kaum zu Wort kommen und wenn dann nur, um sie in bekannter Manier in einer Art Schauprozess, der sich als Gesprächsrunde tarnt, abwerten zu können.

Maiordomus

20. Dezember 2019 08:09

Zu den Weltuntergängen nach Friedrich Engels mit Gruss an Heino Bosselmann, noch einmal, frei von Verschreibern:

Unser Gestirn werde dereinst, so schrieb Engels, "verbrennen und seine Population, wir, mit ihm." Es bleibe aber "die Gewissheit, dass die Materie in allen ihren Wandlungen ewig dieselbe bleibt, dass keins ihrer Attribute je verloren gehen kann, und dass sie d a h e r auch mit derselben eisernen Notwendigkeit, womit sie auf der Erde ihre höchste Blüte, den denkenden Geist, wieder ausrotten wird, ihn a n d e r s w o und in anderer Zeit wieder erzeugen muss." So weit also die Hoffnungsperspektiven und sozusagen die "Weihnachtsbotschaft" des weiland "Wissenschaftlichen Sozialismus".

Für Friedrich Engels sind es am Ende dann doch nicht die bösen Kapitalisten (das kann man bloss für kurzfristige Propgaganda gebrauchen), sondern die Natur selbst, die uns an ihr Ende führen wird.

Arnold Stadler, geb. 1954, ein Autor etwa der Liga Friedrich Georg Jünger, Reinhold Schneider und Ludger Lütkehaus, hat in seinem Buch "Tohuwabohu" (Köln 2002, noch erhältlich) zum 11. September 2001 die verschiedenen Saisons der Weltuntergänge allein nur schon zu seiner Lebenszeit analysiert, ohne deswegen einer billigen "Hofferei" (Günther Anders) zu frönen.

zeitschnur

20. Dezember 2019 12:40

@ Kuonirat

Und Sie glauben, wenn die Rechten ein bisschen mehr auf FFF machen, dann würde die Jugend nur so strömen?
Naja - vielleicht wäre das ein gekonnter Schachzug, um die Meute, die uns derzeit beherrscht dazu zu bringen, ins Lager der Klimaleugner zu wechseln ...

Im übrigen hat die Skepsis gegenüber einem pseudeowissenschaftlichen Wahn nicht mit "nationalkonservativ", sondern schlicht und einfach vernünftig und sachlich und nüchtern und sorgfältig zu tun.

Die Vollmundigkeit, mit der hier entweder völlig unbedarfte Gestalten (wie Greta, Rezo, Luisa) das Weltende proklamieren, wenn wir nicht im möglichst klirrenden Winter ohne Heizung sitzen oder von der Merkel und dem Club of Rome bezahlte "Wissenschaftler" in plötzlich ganz neuen Wissenschaftszweigen "Forschungsergebnisse" vorlegen, für die ich seinerzeit nicht mal einen Proseminarschein bekommen hätte, weil sie methodisch hanebüchen sind, dann macht sich ein akademisch gebildeter Mensch älterer und noch handfester Schule schon Gedanken, was hier eigentlich los ist.

Klimawandel ist etwas Normales! Es gibt keine "Klimaneutralität" und gab sie noch nie.

Angesichts gewaltiger Klimaverschiebungen in der Geschichte muss man sich fragen, ob die kaum messbaren Änderungen heute wirklich
a. so dramatisch sind wie behauptet
b. durch den Menschen verursacht werden

Dass davon ganz unabhängig uns allen die Pflicht auferlegt ist, mit der Schöpfung achtsam umzugehen, steht auf einem anderen Blatt. Hier werden zwei Diskurse vermengt, und es ist wirklich bestürzend, dass die intellektuelle Schärfe so vieler Menschen nicht mehr dahin reicht, zu erkennen, DASS das zwei verschiedene Themen sind.

Maiordomus

20. Dezember 2019 15:08

"Dass davon ganz unabhängig uns allen die Pflicht auferlegt ist, mit der Schöpfung achtsam umzugehen, steht auf einem anderen Blatt. Hier werden zwei Diskurse vermengt, und es ist wirklich bestürzend, dass die intellektuelle Schärfe so vieler Menschen nicht mehr dahin reicht, zu erkennen, DASS das zwei verschiedene Themen sind."

Zeitschnur trifft es!

Ruewald

20. Dezember 2019 17:19

@Kuonirat (19.12.19 , 20:42)
Sie haben natürlich recht, daß die Rechten sich nicht spalten sollten wegen unterschiedlicher Meinungen in der Klimadebatte. Dazu zwei Gedanken:
1. Allerdings ist das Thema durchaus relevant, da Klima und Migration die beiden großen Agenden der UNO sind und beide dadurch zusammengeführt werden, daß (angebliche) massenhafte "Flüchtlingsströme" durch die (angebliche) "Klimaerwärmung" verursacht werden und wir durch den Migrationspakt dazu gezwungen werden sollen, diese "Flüchtlinge" aufzunehmen und zu versorgen.
2. Im Gegensatz zu unterschiedlichen Meinungen bzw. Wertvorstellungen handelt es sich beim Klimadiskurs zu allererst einmal um die Fakten, was wirklich der Fall ist, was nach strengen erkenntnistheoretischen Kriterien fundiert ist, und nicht: verfälscht, verzerrt, politisch-interessengeleitet verbreitet wird. Das ist jedoch nicht einfach, da u.a. ausreichende Physikkenntnisse Voraussetzung sind - und nicht mal diese scheinen auszureichen, da sich auch Physiker (zumindest "gekaufte" und unabhängige) uneinig sind und Außenstehende (auch Physiker!) oft schwer beurteilen können, was nun richtig ist.

Ich habe mich auch eingehender mit dem Thema "Klimaparadigma" beschäftigt und dazu ein längeres Manuskript zusammengeschrieben. Näheres dazu separat.

gumbach

20. Dezember 2019 17:36

Wenn man immer mal wissen wollten, was in den Kreisen von Bilderbergern und anderen verrückten Vorfeldorganisationen der sog. Eliten diskutiert und vereinbart wird, dann weiß man es jetzt. Es ist nichts Gutes für die, die beherrscht werden.

Ruewald

20. Dezember 2019 17:48

Ein Manuskript zum Klimaparadigma,

ca. 40 S. Text + über 400 Quellennachweise (Din A4-Seiten) hat mich einige Zeit beschäftigt, vorläufig abgeschlossen, wenn auch sicher noch korrekturbedürftig. Ich habe es an Herrn Kubitschek geschickt. Ob es in das Verlagsspektrum paßt oder überhaupt geeignet ist, da bin ich erst mal skeptisch.
Anlaß zu der vorliegenden Studie war die für mich überraschende Beobachtung, daß Bekannte bzw. frühere Arbeitskollegen, durchwegs diplomierte bzw. promovierte Naturwissenschaftler, vorwiegend Physiker, das offizielle Klimaparadigma i. w. als zutreffend akzeptierten und nicht grundsätzlich in Frage stellten. An solche Leute in meinem näheren Umkreis habe ich das Manuskript inzwischen verteilt.

Titel: Analyse, Kritik und Hintergründe des "Klima-Paradigmas". Versuch einer Metaanalyse.

Und hier noch das Inhaltsverzeichnis, das einen Eindruck von der Komplexität des Themas geben mag. Möglicherweise gibt es noch weitere Aspekte, die ich übersehen habe.

Inhalt Seite
Vorbemerkungen 2
Übersicht und Zusammenfassung 3
1. Konsens oder kontrovers? – "Klimawarner" gegen "Klimaskeptiker" 6
1.1 93% Konsens?
1.2 "Klimawarner"
1.3 "Klimaskeptiker"
1.4 Selbstaffirmation, assoziative Fehlschlüsse, Selektivität
2. Wissenschaftlichkeit des Klimaparadigmas? 9
2.1 Kohlenstoffdioxid CO2: Gift oder Lebenselexir?
2.2 Kontroverse um CO2-Treibhauseffekt und Klimasensitivität
2.3 Hockeyschläger-Kurven und frühere Warmzeiten
2.4 Temperaturanstieg im letzten Jahrhundert und der aktuelle Hiatus
2.5 Die Frage nach dem anthropogenen Anteil
2.6 Zunahme von Extremwetterereignissen?
2.7a. Gletscherschmelze und Meeresspiegelanstieg
2.7b. Versauerung der Meere und Korallensterben?
2.8 Grenzen der Klimasimulationsmodelle und der Vorhersagbarkeit
- Exkurs über Unbestimmtheit
2.9 Astronomische und solare Zyklen
etc.

Schick: Verzeichnis gekürzt.

Ruewald

20. Dezember 2019 20:05

@Stefanie
Sie sind offenbar vom Fach!
Ich zwar nicht, aber trotzdem m. W. (aber korrigieren Sie mich, falls nötig) zur Ergänzung:
Die von uns ausgeatmete Luft enthält ca. 4% CO2 , also das 100-fache der eingeatmeten.
Zur Toxizität: Ein Gehalt unter 0,15 Prozent CO2 ist der Richtwert für frische Luft in Innenräumen. Bis zu 2,5 Prozent sind unschädlich, vier bis fünf Prozent wirken betäubend, mehr als acht Prozent tödlich. D.h. erst etwa das Hundertfache des natürlichen CO2-Anteils in der Atemluft ist bedenklich. –
Eine Suizid-Methode besteht darin, einen Plastiksack ("exit-bag") über den Kopf zu ziehen und um den Hals möglichst gut abzudichten; der Tod tritt durch zunehmende Anoxie (Sauerstoffmangel) und CO2-Anreicherung ein, aber anscheinend nicht direkt durch CO2-Vergiftung.
Soviel zum angeblichen "Giftgas" Kohlenstoffdioxid.

Nordlicht

20. Dezember 2019 21:00

Ob 2022 oder 2072 noch Menschen auf der Erde leben, ist nicht vorauszusagen. An den menschlichen CO2-Emissionen liegt es sicher nicht, wenn "die Welt untergeht" (- d. h. die Erde unbewohnbar ist).

Ob ein globaler Atomkrieg, eine Seuche oder die Kollision mit einem grösseren Himmelskörper, nichts ist unmöglich. Für einen Klimaverlauf, wie ihn die Grünen Apokalyptiker beschwören, gibt es KEINE Anzeichen.

Es wird von FFF & Co. doch immer auf die WISSENSCHAFT verwiesen. Nun denn: In keinem IPCC-Szenario wird eine Klimaentwicklung modelliert, von der diese Apokalyptiker reden. Merkwürdig, dass sich die Herrschaften vom Potsdam-Institut nicht äussern? Nein, denn mit der Panik steigen die "Forschungs"-Mittel.

links ist wo der daumen rechts ist

22. Dezember 2019 00:23

Die Kinder von Hattenbach

Unterscheiden wir doch zwischen den Menschheitskatastrophen, an die im kollektiven Gedächtnis erinnert wird (aus eben diesem Grund gibt es ja auch die Figur des „Luzifer“) und einer puren Untergangslust, wie sie in populären Medien wie dem Film antizipiert wird; das eine ist natürlich nicht vom anderen zu trennen.
Dazwischen befinden sich die realen Endzeitszenarien, die die technische Entwicklung des 20. Jahrhunderts erst hervorgebracht hat; man recherchiere nur einmal zum Begriff „Fulda-Gap“ und hier konkret zu „Hattenbach“.
Eigentlich fast schon unverdient, daß und wie wir jedesmal irgendwie „davongekommen“ sind.

Daß aber die einmal gedachte letzte Katastrophe längst stattgefunden hat, hat niemand Geringerer als Heidegger in einem seiner stärksten Texte, dem Vortrag über das „Ding“ beschrieben:

„Das in seinem Bezirk, dem der Gegenstände, zwingende Wissen der Wissenschaft hat die Dinge als Dinge schon vernichtet, längst bevor die Atombombe explodierte. Deren Explosion ist nur die gröbste aller groben Bestätigungen der langher schon geschehenen Vernichtung des Dinges.“

„Heute ist alles Anwesende gleich nah und gleich fern. Das Abstandlose herrscht. Alles Verkürzen und Beseitigen der Entfernungen bringt jedoch keine Nähe.“

Und dieses „Abstandlose“ ist auch einer der Gründe für die Verwechslung unserer Lebensumwelten.
Natürlich schaffen wir Pflege- und Hegezonen, Schutzräume und Vertraulichkeitssphären; manche weiten das dann aus auf – ethnisch relativ homogene – unüberschaubar große Gebilde wie dem eines Staates. Im Grunde die gleiche Wahnidee wie die einer einzigen großen Menschheitsfamilie, die sich aber anscheinend nur, oh Wunder – bunt gemischt – in den relativ reichen Ländern verwirklichen dürfe.
Die einen verwechseln die kleinen überschaubaren Zonen der Vertrautheit mit den großen unüberschaubaren, die anderen hypostasieren die rechtspositivistische Gleichheit aller Menschen. Unrecht haben sie mit ihren pervertierten Formen von „Nächsten-“ und „Fernstenliebe“ beide, denn die ursprünglichere Katastrophe hat immer schon stattgefunden. Nennen wir sie banalerweise Globalismus.

Zum Vergleich:
Der große W.G. Sebald sprach 1993 (!), nachdem von der molekularen Masse der Menschheit die Rede war, davon, daß Mobilität an sich ja noch nichts Schlimmes sei, die Entwicklung allerdings zwangsläufig irgendwann kippe und ein reiches Land wie Deutschland dann zum großen Bassin werde...

Ähnlich verwechslungsanfällig, wenn auch im allerkleinsten Maßstab, z.T. die Debatten hier im Forum in letzter Zeit.
Da wendet man sich zum Thema „Peter Handke und der Nobelpreis“ mit Grausen ab von dem „Gewimmel“ im „Ameisenhaufen Feuilleton“ - reproduziert aber gleich einmal die allerschlimmsten Befürchtungen, indem 24 Foristen (davon nicht wenige Rentner mit Dauerwohnrecht im Forum) sich so aufführen wie 24 selbsternannte „Experten“ auf einem Handke-Kongreß in, sagen wir, Osnabrück oder Bielefeld.
Anstatt Handke als Schriftsteller gegen Handke als Propagandisten zu verteidigen (wie das von Links versucht wurde), suhlt man sich großteils in den eigenen Ansichten und sucht v.a. Bestätigung seiner politischen Ansichten.
Aber Literatur bedeutet im geringsten Fall Selbstzurücknahme, die sich im besten Fall zu behutsamer Selbstauslöschung steigert, wie unser aller Ahnherr Kafka es vorgeführt hat („eine Selbstabrüstung zu Tode“ nannte es Theweleit).
Aber nein, man will natürlich die „Totschlägerreihe der Geschichte“ unendlich fortsetzen.

Nebenbei: ein hellsichtiger Kommentar zu Handke fand sich in dem auf SiN propagierten, m.a.N. verunglückten Roman „Propaganda“.
Kopetzky schreibt:
„Es gibt da [1971] diesen österreichischen Modeautor, den sie in ihren Villen und Privatstränden auf Marthas Vineyard und Long Island verschlingen, Peter Handke, der schreibt vielleicht so, über etwas, aber ohne Handlung. Mit Geschehen, aber ohne Inhalt. So pur.“
Na bitte, klingt ja gar nicht so blöd, und das zu einem Zeitpunkt geschrieben, als Handke den Nobelpreis noch gar nicht hatte, aber der Nobelpreisträger Hemingway im Buch prominent erwähnt wird; was im Forum bei nicht wenigen gleich wieder diese „Totschläger“-Debatten provozierte...

Aber zur Ehrenrettung Kubitscheks sei gesagt: der letzter Absatz in seinem Handke-Essay war allererster Güte. Respekt.

Zum versöhnlichen Abschluß neben den unzähligen Buchempfehlungen auf SiN noch einen kleinen Tipp zum eigentlichen Thema des Artikels:

Alan Weisman, Die Welt ohne uns. Reise über eine unbevölkerte Erde (PiperTB 2009).

Es tut gut zu wissen, daß der Mensch nicht an allen, wenn auch vielen erdgeschichtlichen Katastrophen Anteil hat(te), v.a. aber daß er irgendwann wieder verschwinden wird; die Natur wird es danken, auch wenn sie eine halbe Ewigkeit brauchen wird, die von Menschenhand angerichteten Schäden halbwegs auszugleichen.
Bei Lektüre des Buches denke ich daran, welche Mühe z.B. die Hege und Pflege eines etwa 1000m² großen Gartens (zudem in unmittelbarer Waldnähe) bedeutet, um nicht alles „der Natur zu überlassen“. Nach spätestens zwei, drei Jahren wäre das alles Dickicht und Wald. Vielleicht wäre es auch besser so.
Jedenfalls ist es ein seltsamer Genuß zu lesen, wie lange es braucht, bis ein vom Menschen verlassenes Einfamilienhaus endlich verschwunden ist (allein die Beschreibung, wie die Heizungsrohre bersten...). Von einer Stadt wie New York ganz zu schweigen.
Ein Glanzstück des Büchleins ist – neben vielem Anderen wie der Beschreibung der unterirdischen Städte von Kappadokien – auch die Schilderung des ungeheuren Aufwandes, mit dem die Aufrechterhaltung des Panama-Kanals betrieben wird; immerhin hatte man da schon aus den Fehlern beim Bau des Suez-Kanals gelernt, indem man jetzt „bergauf“ baute.
Aber auch hier möchte die Natur ihre willkürlich vom Menschen geschlagenen Wunden irgendwann schließen...

Die Kinder von Hattenbach werden spätestens dann ihre Ruhe finden.

Ruewald

22. Dezember 2019 15:13

(Ergänzung zu meinem Beitrag 20.12. 17:48)

Da der Zensor Jonas Schick mit machtvoller Hand die Fortsetzung des Inhaltsverzeichnisses ab Kap.2 abgewürgt hat (war es zu lang? – aber doch nicht länger als manch anderer langer Kommentar ??), erlaube ich mir, wenigstens die Hauptkapitel aufzulisten:

1. Konsens oder kontrovers? – "Klimawarner" gegen "Klimaskeptiker"
2. Wissenschaftlichkeit des Klimaparadigmas?
3. Psychologie einer erfolgreichen Marketing-Strategie,
4. Der (über-)politische Hintergrund;
5. Verfehlte Politik - "Klimarettung" schädlicher als Klimawandel?;
6. Faktizität gegen Virtualität: reale Probleme;
7. Ausblick
Anhang: Erkenntnistheoretischer Status des Klimaparadigmas (u.a.)

Ein Fazit:
Wir müssen nicht das Klima schützen, sondern uns vor ihm und zudem eine genügende Resilienz gegen uns zufallende und unverfügbare Ereignisse entwickeln.
Daß wir uns angesichts der Begrenztheit unserer Ressourcen um Alternativen – und dazu gehört auch die Selbstbeschränkung – bemühen müssen, ist selbstverständlich.

Cugel

22. Dezember 2019 15:34

@links ist wo der daumen rechts ist
Zu Weihnachten ne ordentliche Mütze Schuld, weil's noch nicht genug ist?

"Zur Zeit besteht die Wehr Hattenbach aus 27 Kräften in der Einsatzabteilung und 15 Kindern & Jugendlichen in der Jugendfeuerwehr. Hinzu kommen 19 ehemalige Aktive und 25 fördernde Mitglieder."
http://www.feuerwehr-niederaula.de/standorte/hattenbach/

Scheint nicht alles gräßlich, trost- und hoffnungslos zu sein in Hattenbach.
Hattenbach wie Deutschland hat der Kalte Krieg eine Schonfrist gebracht. Die ist nun um.

Lesen Sie H.-D. Sander.
Dann verstehen Sie Weisman.

Ruewald

22. Dezember 2019 19:48

@Maiordomus (20.12., 8:09)

Ergänzend zu den genannten Autoren Günther Anders, Ludger Lütkehaus ("Nichts"), Arnold Stadler (danke für den Hinweis!) wäre vielleicht noch Ulrich Horstmann ("Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht") zu nennen.
Horstmann befaßt sich mit der 'anthropofugalen' Wünschbarkeit des Verschwindens der gesamten Menschheit und alles Lebenden und damit dem Ende allen Leidens, Fressens und Gefressenwerdens.
"Daß es besser wäre, wenn es nicht wäre, hat sich das Untier [der Mensch] immer schon auf die ein oder andere Weise eingestanden. Retrospektiv und mit der Erleichterung des Noch-einmal-Davongekommenen in der Geschichte von der Großen Flut, die sich im Gilgamesch-Epos ebenso findet wie im Alten Testament oder in griechischen, chinesischen, australischen und ozeanischen Überlieferungen..."

Andreas Walter

23. Dezember 2019 04:45

“Das Kyoto-Protokoll nennt sechs Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), und Lachgas (N2O) sowie die fluorierten Treibhausgase (F-Gase): wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), und Schwefelhexafluorid (SF6) Ab 2015 wird Stickstofftrifluorid (NF3) zusätzlich einbezogen.“

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase

Warum wird vom Umweltbundesamt dann nicht auch H2O, Wasserdampf, mit aufgezählt? Ganz einfach. Damit es etwas weiter unten schreiben kann:

“In Deutschland entfallen 88,2% Prozent der Freisetzung von Treibhausgasen auf Kohlendioxid, 6,0 Prozent auf Methan, 4,2 Prozent auf Lachgas und rund 1,7 Prozent auf die F-Gase (im Jahr 2016).“

Und H2O?

Eine glatte Lüge also, um zumindest mit grossen Zahlen einen grossen aber falschen Eindruck zu erwecken.

Das Umweltbundesamt täuscht daher mit voller Absicht die Öffentlichkeit.

Auch darum lustig: die "positive"[*] Grafik oben auf der gleichen Seite. Doch wie haben sie das bitte berechnet? Denn experimentell gemessen kann es ja nicht sein. Deutschland lebt ja nicht unter einer Käseglocke, in der selbst das CO2 bereits weniger geworden ist.

[*] so aber suggeriert die Grafik, soll sie suggerieren, dass sich bereits etwas zum Guten hin verändert, gewendet hat, nämlich weniger "Treibhausgase". Selbst wenn die Grafik daher richtig wäre, was ich allerdings auch bezweifle, erfüllt sie im Kontext eine andere Aufgabe. Die Gleiche übrigens, die auch die überwiegend wirkungslose deutsche Entwicklungshilfe erfüllt.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele nämlich in den Himmel springt.

https://youtu.be/oG-UJkx0Gxc

Nicht Die der Toten, wie Johann Tetzel damals angeblich für Geld (Gold und Silber) versprochen haben soll, sondern heute die der CO2-"Sünder", die ob all ihrer "Sünden" ein ganz schlechtes Gewissen, ja, manche sogar regelrecht davor Todesfurcht haben, vom ewigen Höllenfeuer der Sonne auf Erden in Zukunft verdorrt zu werden.

Das ist daher alles kompletter Mumpitz, auf den aber gerade die unbedarfte Jugend traditionell reinfällt ebenso wie auf den Marxismus.

https://youtu.be/rkfTTuXiMUA

Phil

23. Dezember 2019 08:29

"2075 sind wir alle nicht mehr"
Das ist ja tröstlich für uns Deutsche, dass die anderen auch weg sein werden. Ha ha.

"Geradezu gespenstisch, wie Politiker und Bosse, die vor ein paar Jahren noch das Muster von Tatsachenmenschen verkörperten, jetzt im Büßergewand erleuchteter Heiliger unterwegs sind, um uns alle zu retten."
Sind sie das wirklich? Ist es nicht vielmehr Geschwätz und Aktionismus?

Ich sehe übrigens die Gefahr, dass durch die ominöse Klima-Hysterie andere Umwelt- und Naturschutzthemen verdrängt, vergessen werden.

PS.: Gegenbild zu "Mona Lisa" – ein einleuchtender Gedanke, gefällt mir.

Maiordomus

23. Dezember 2019 10:42

@Ruewald. Dieser Pessimismus ist für den einzelnen im Schopenhauerischen Sinn wohl als Ersatzreligion nachvollziehbar, aber sicher nicht für die Menschheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einer Million Jahren noch existiert, ist erdrückend (Teilhard de Chardin), zumal die Furcht vor dem Atomtod scheint theoretisch und geradezu lächerlich. In Hiroshima ist es mir wohler als in mancher deutscher Stadt, vergleiche den entsprechenden Film von Kurosawa. Um Tschernobyl können Vögel ungestört nisten. Auch das Klima stellt für das Überleben der Menschheit in keiner Weise ein Problem dar, eher für gewisse Vogel- und Tierarten. Eine Katastrophe mit 6 Milliarden Toten, die ich mir zwar nicht vorstellen kann, würde die Menschheit nicht auslöschen.

Eine ökologische Massnahme, zum Beispiel für die Schweiz, forderte vor 50 Jahren ein mir bekannter sozialistischer Schriftsteller: Stabilisierung der Bevölkerung auf 4,5 Millionen, von wegen Naturschutz. Heute ist es um das Doppelte. Zur Zeit der Gründung des Bundesstaates hatten wir etwas mehr als 2 Millionen Einwohner.

zeitschnur

23. Dezember 2019 16:00

@ Andreas Walter

Treibhaus setzt ein geschlossenes System voraus: also einen Himmel, der nach oben hin die Erde regelrecht verschließt. Angeblich dünnt sich aber doch die Atmosphäre nach oben hin bis in ein Vakuum des Weltraumes hin aus. In einem so offen gedachten System kann es sowieso keinen "Treibhaus-Effekt" geben!
Das bedeutet: wenn es ihn gibt, ist das gesamte kosmologische Konstrukt, das man uns zuvor seit der Neuzeit untergejubelt hat, falsch und erstunken und erlogen.

In jedem Fall stinkt die Sache von vorne bis hinten, und es ist schon ein Ding, dass so viele wie in einer Umnachtung bezgl. einfachster Denkoperationen befangen sind.

Cugel

23. Dezember 2019 20:14

@zeitschnur
Sie dürfen die Analogie nicht wörtlich nehmen.
Wikipedia hilft (Der Kürze wegen die englische Ausgabe; die deutsche schwafelt):

The term "greenhouse effect" continues to see use in scientific circles and the media despite being a slight misnomer, as an atmosphere reduces radiative heat loss[8] while a greenhouse blocks convective heat loss.[2] The result, however, is an increase in temperature in both cases.[9][10]
https://en.wikipedia.org/wiki/Greenhouse_effect

Schopenhauer

23. Dezember 2019 20:30

Vor 20 Jahren sagten sie der Meeresspiegel werde um 5 Meter bis 2020 steigen. Hamburg, London, Venedig, halb Holland, Bangladeh alles werde absaufen. Sogar die Simpsons haben das Thema damals aufgegriffen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern.

Und? Was sehe ich? WAS-SEHE-ICH???

NICHTS dergleichen ist eingetreten. Alles beim alten. Sie lügen heute sogar die gleiche Lüge weiter. Auf Welt Online haben sie sogar eine reißerische Animation veröffentlicht, wie sich die europäische Küstenlinie in 10 Jahren entwickeln werde, wenn wir nicht sofort alles menschenmögliche Unternehmen, um den angeblich menschgemachten Klimawandel zu verhindern. Natürlich ist da wieder halb Europa abgesoffen und die Nordseeküsste liegt bei Kassel.

Man muß endlich hier in die argumentative Offensive gehen und mehr CO2 Emission fordern. Nicht nur um Verwirrung in diesem Krieg zu stiften, sondern auch um den Gutmenschen die eigene Hypermoral links und rechts um die Ohren zu hauen:

CO2 Konzentration der Atmosphäre heute erdgeschichtlich auf bedenklichem Minimum - In prähistorischen Zeiten explodierte das Leben aufgrund hoher CO2 Konzentration - Wer weniger CO2 fordert ist gegen das Leben. So oder so ähnlich könnte eine Gegenstrategie aussehen. Die werde ich jetzt auch in anderen Foren so vertreten und hoffe auf Mitstreiter

Andreas Walter

24. Dezember 2019 03:21

@zeitschnur

Doch, durch Wolken. Aber ich weiß glaube ich, wie Sie das in Bezug auf CO2 meinen. Zudem ist die Erde eine Kugel (Spähre), ebenso wie die Gashülle, die sie umgibt. Sie wird daher nach aussen immer weiter (der Abstand zwischen den unpolaren Molekülen wird immer grösser). Wasser verhält sich aber ganz anders als CO2. H2O bildet Wolken (wegen der "Anomalie", Polarität und dem Winkel des Wassermoleküls).

https://youtu.be/WSmyZDjFqOw

Oder lesen Sie nur mal das hier. Ich gehe davon aus dass Sie wissen, was ein Staatssekretär ist:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/energiewender-flasbarth-erklaert-energiewende/

Der Typ war eine Zeit lang auch der Leiter des Umweltbundesamt. Kobold, sage ich nur. Ein Träumer ohne technischen Sachverstand und ausreichende Kenntnis der MINT-Fächer. Das übliche Grünen-Problem also und deren Wähler.

Fritz Vahrenholt durfte Flasbarth und seine Methoden auch schon mal kennen lernen:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article116455463/Warum-haben-Sie-meine-Biografie-gefaelscht.html

Das Klima erwärmt sich übrigens schon (mit Pausen und zeitweise sogar Umkehrungen) seit etwa 1600, also dem Höhepunkt (Temperatur Tiefpunkt) der Kleinen Eiszeit. Um 1600 war aber noch gar nichts (nicht viel) mit CO2. Richtig los ging es damit erst mit der (dampfgetriebenen) Industriellen Revolution. Sagen wir also mal grosszügig 1800 (eher 1850).

https://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution#Energiebasis:_Regenerative_Energien_und_Dampfmaschine

Mann (et al.) hat dagegen mit seinen Kollegen die berühmte Eishockey Grafik so manipuliert, dass sie beindruckender die CO2-These stützt, die dann auch Al Gore so präsentiert hat. Als es aufflog nannte man das den Climategate:

https://www.forbes.com/sites/larrybell/2012/09/18/climategate-star-michael-mann-courts-legal-disaster/#46b32dba118c

Wobei Al Gore noch ein zweiter Fehler bei der Präsentation der Grafik unterläuft, der jedoch auch dann nie jemand auffällt, selbst wenn ich darauf hinweise. Is' aber nicht schlimm, kann ich mit leben.

Alles in allem müssen wir trotzdem auch in Zukunft mit den Schwankungen zurande kommen, die zum Teil erheblich sein können, auch ohne das CO2 dafür die Ursache ist.

https://kaltesonne.de/der-grose-klima-zyklus-wir-leben-in-einer-tiefen-kaltzeitphase-und-niemand-merkt-es/

Das ist die schlechte Nachricht innerhalb der Guten. Trotzdem allen eine frohe Weihnacht.

zeitschnur

25. Dezember 2019 16:22

@ Cugel, @ Andreas Walter

Frohe Weihnachten allerseits!

Es überzeugt mich nicht: wieso nimmt man ein Bild, das überhaupt nicht passt?! Ob das Ergebnis im Bild und außerhalb des Bildes das selbe ist?! Das sagt sich mal schnell auf Wikipedia. Wer weiß, welcher Lobbyist das geschrieben hat, außerdem ist es auch vage. Wieso hat ein konstanter Wert an CO2 (er war vor 150 Jahren schon anteilig so hoch wie heute, obwohl es seither tatsächlich ein kleines bisschen wärmer wird) solche magischen Kräfte?! Etwa dann, wenn man ihn nach dem Motto "Glas hab voll - Glas halb leer" auf- oder abschäumt?!

"Wolken" sind kein Firmament und keine feste Decke! Zudem ist der Himmel über weite Teile der Erde wolkenlos. Das sollte man doch wissen. Das Argument zählt also nicht.

CO2 ist jedoch dichter (schwerer) als Luft, müsste bei konstanten und ruhigen Verhältnissen also absinken, wird aber in einer breiten Atmosphärenschicht in ungefähr gleicher, allerdings winziger Konzentration gemessen (0,04%). Es muss also einiges an Luftbewegungen stattfinden, dass es aufsteigen kann. Oder aber es gibt doch eine Art "Auftrieb", und die angebliche, so einseitig der Erde zugeordnete Gravitation, die angeblich alles "anzieht" und nichts ohne Gegenzug loslässt, ist ein alberner moderner Mythos. Irgendwann muss man sich mal entscheiden, welchem welchen der postmodernen, angeblich "wissenschaftlichen" Mythen man nun folgen will. Dass man nach Art mittelalterlicher Gaukler und Spielleute auf alles Widersprüchliche mit einer Antwort, die keine ist aufwartet, beeindruckt mich nicht im mindesten. Ich kann sehr wohl denken, auch im System denken. Dass aber die postmoderne Science Fiction, die sich MINT nennt, wie ein Stallhase ungelenke Haken übers Feld schlägt, dabei mal dieses mal jenes Argumentationssystem kreuzt, ist eine Beleidigung der Vernunft.

Cugel

25. Dezember 2019 20:14

Ihnen auch eine Frohe Weihnacht, zeitschnur.

Das CO2 hat der Theorie nach den Effekt des Glashausdachs und seiner Wände; die Analogie ist griffig, einleuchtend, einfach gut, nichts dran auszusetzen. Man sollte da nicht päpstlicher als der Papst sein (wobei dieser Spruch seit Franziskus auch nicht mehr paßt). Bezüglich der Schwerkraft, des Windes und des Auftriebs kann ich Sie beruhigen; alle drei sind real und stehen keineswegs im Widerspruch zueinander. Tatsächlich ist die Schwerkraft eine Bedingung des Auftriebs, der wiederum den Wind verursacht, was übrigens die sogenannte Windkraft im wesentlichen als umgewandelte Sonnenenergie ausweist.

Die Autoren des Wikipedia-Artikels sind wie die ganze Wikipedia selbstverständlich alles andere als neutral, aber das rechtfertigt nicht Ihren Stallhasenvergleich.
Sie werfen Wissenschaft und sogenannte Klimawissenschaft durcheinander. Es ist weder sachgerecht noch fair, der erstgenannten pauschal die Vergehen der letzteren anzulasten, man soll da schon differenzieren. Sie wollen es doch nicht so halten wie die tapferen Antifanten, für die wir alle Nazis sind?
Die Naturwissenschaften sind nach wie vor weitgehend sauber, und ihr Erkenntnisgebäude steht auf solidem Fundament. Wo Unstimmigkeiten bestehen, werden sie als solche benannt und als Ansporn begriffen. In den Geisteswissenschaften ist weit mehr Polemik zu finden (das nicht erst seit der Postmoderne), weil letztere ihrer Natur nach politisch sind. Ist eben so, kein Grund, das abzustreiten oder sich darüber zu echauffieren.
Habe mal Hoimar von Ditfurth gelesen (Im Anfang war der Wasserstoff, Wir sind nicht nur von dieser Welt). Klang für mich plausibel, sein Ansatz der Aussöhnung von Religion und Wissenschaft leuchtete mir grundsätzlich ein, und ich sehe es auch heute noch so, ohne die Bücher im Detail zu memorieren. Es besteht kein Absolutheitsanspruch von Seiten der Wissenschaft; das exakte Gegenteil ist der Fall. Tatsache ist aber, daß unser Alltag auf ihren Erkenntnissen beruht, und Sie und ich würden hier nicht kommunizieren, wenn Ihre Vorwürfe begründet wären.
Sie sollten das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

zeitschnur

25. Dezember 2019 22:22

@ Cugel

"Die Naturwissenschaften sind nach wie vor weitgehend sauber, und ihr Erkenntnisgebäude steht auf solidem Fundament. Wo Unstimmigkeiten bestehen, werden sie als solche benannt und als Ansporn begriffen. "

Sancta simplicitas!
Ich lasse mir gerne gefallen, zur Vorsicht gemahnt zu werden, aber das, was Sie da formulieren, zeugt weder von Vorsicht noch von Kenntnissen über diverse naturwissenschaftliche Mythen. Von welchem "soliden Fundament" sprechen Sie?
Dass von Ditfurths altes Fernsehexperiment bzgl CO2 längst "debunked" ist, haben Sie wirklich noch nicht gehört (das hängt man natürlich nicht an die große Glocke, sondern stilisiert ihn zum prophetischen MINT-Helden)?
Hier das Experiment von 1978: https://www.youtube.com/watch?v=lORAR1nvfjs
Die Naturwissenschaften haben - von vielen leider noch nicht erkannt - ältere, eher mythische Vorstellungen eben nicht durch handfeste, solide "Fakten", sondern "neue Mythen" ersetzt, die sie als "solide" ausgeben. Es gehört ins Arsenal moderner Polit-Strategien, alte durch neue Mythen zu ersetzen, die man aber nicht kenntlich macht. Die Naturwissenschaften spielen dieselbe verheerende und destruktive Rolle wie die Sozialwissenschaften - es wäre ohnehin gewagt zu glauben, im allgemeinen Wissenschaftsbetrieb wäre ein Teil völlig versaut, der andere dagegen bleibe "sauber". Keine naturwissenschaftliche Forschung ohne interessierte Geldgeber (und es sind nicht nur Industrielle, die Interesse haben!).
Neue Mythen wie die neuzeitliche Kosmologie oder die Evolutionstheorie können niemals wissenschaftlich bewiesen werden. Man spinnt da lediglich ein gigantisches Traumwerk zusammen, dessen tönerner Fuß inzwischen geschützt wird wie ein Hochsicherheitstrakt. Im Modell gedacht wirkt alles "schlüssig", aber an den Fakten, auch den gedanklichen und logischen, überprüft, kann man das Kartenhaus kaum noch zusammenhalten.
Diese neuen Mythen sind zu großräumig designed, als dass man dafür ausreichende Daten erheben könnte oder "eindeutige" Funde machen könnte. Sie beruhen wesentlich auf teilweise platonischen Annahmen und nicht auf echtem "Wissen". Ihre Prämissen sind und bleiben unbeweisbar, bleiben Axiome, hinter die man nicht zurückgehen kann.
Dass man im Rahmen solch schwammig-größenwahnsinniger Modelle alles "beweisen" kann, sollte man wissen. Schon gerade diese beiden Wissenschaftsmythen sind der Klimamodellierung sehr ähnlich, die ebenfalls nicht auf Fakten basiert, sondern eben ... Modellen, denen man selektiv Daten zuordnet. Das große Ganze kann man nicht erfassen, und selbst das, was dagegen spräche, wird unter den Tisch gekehrt.
Die Zweifel etwa an der Evolutionstheorie werden inzwischen von weitaus mehr Leuten formuliert als nur bockelharten Kreationisten. Nichts von den entsprechenden Mythen ist wirklich bewiesen. Aus halben Backenzähnen bastelte man ganze Dinos - es sind Märchenerzähler am Werk. Ein Jesuitenpater erfindet den Urknall, und einer der ersten Huldiger ist Pius XII., aber zugleich erzählt uns die Kirche, sie sei der größte Feind dieser "modernistischen Ideen". Die größte Propaganda für die angebliche Mondlandung leistete Paul VI., der schon Wochen vorher dafür die Werbetrommel rührte einschließlich eines Lobpreises auf die menschliche Größe.
Ich möchte ja niemanden unsanft aus seinem naturwissenschaftlichen Opiumrausch herausreißen: man streitet dort nur deshalb nicht, weil man frühzeitig alle Kritiker mit Haifischmethoden ausgegrenzt hat. Wer einmal Kopernikus und seinen ekelhaft großschnäuzigen Ton gelesen hat, der locker mal jeden Kritiker als gleich auf den ersten paar Seiten als Schwätzer" abqualifiziert (und das in einem angeblich seriösen, gedruckten Werk - "De revolutionibus"!), zugleich aber zugibt, nur ein mathematisches Modell vorzulegen (!), dem gehen irgendwann einmal allmählich ein paar Lichter auf. Nicht umsonst schrieb Humboldt über Kopernikus, der habe auch ein größeres Selbstbewusstsein als echtes Wissen gehabt.

In diesem Sinne weiterhin frohe Weihnachten. Möge uns in dunkler Nacht endlich ein Licht aufgehen.

Andreas Walter

25. Dezember 2019 23:10

@zeitschnur

Bewölkte Nächte sind wärmer, bleiben wärmer (länger warm) als klare Nächte.

Selbst wenn Sie also jegliche Wissenschaft ablehnen, müsste auch Ihnen das im Leben doch schon mal aufgefallen sein.

Wenn nicht empfehle ich Ihnen, in Zukunft mal darauf zu achten. Selbst in der Stadt lässt sich das gut beobachten, falls Sie noch nie auf dem Land waren oder dort sogar schon gelebt haben.

Es gibt jedoch tatsächlich Regionen, Kärnten ist auch ein bekanntes Beispiel dafür (Klagenfurter Becken), in der eine häufige Inversionswetterlage der unteren Atmosphärenschichten übliche Beobachtungen womöglich ein wenig durcheinander bringen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Inversionswetterlage

Vielleicht leben Sie ja zufällig in so einer Region.

Wie klar solche Schichten (nicht nur thermisch) getrennt sein können, gerade am Morgen und bei Windstille, sieht man auch in diesem Film über Mazukus in Afrika sehr gut:

https://youtu.be/YEPNYRD09es

Die Homosphäre ist aber im Normalfall sehr gut und gleichmässig durchmischt, eben wegen Wind und Thermik, und das zumindest hoch bis zur Grenzschicht der Tropopause. Darüber ändert sich meiner Meinung nach aber schon einiges, doch das sehen Wissenschaftler unterschiedlich. Für manche geht darum die Homosphäre sogar bis hoch zur Mesopause.

Ratwolf

26. Dezember 2019 01:38

Ich bin gespannt, was man sich bezüglich des sich stark ändernden Erdmagnetfeld ausdenken wird.

Es wird jedenfalls spärlich darüber berichtet.
Vielleicht will man erst einmal die schädlichen Wirkungen der Klima-Hysterie sich entfalten lassen (Arbeitsplätze runter, Kosten & Steuern rauf, etc)

Franz Bettinger

26. Dezember 2019 09:12

@Cugel: Ich danke Ihnen, dass Sie hier oft den Advokaten der Natur-Wissenschaft abgeben, und das auch noch sehr gut und mit überzeugenden Worten. Ihre Vergleiche haben 's in sich. Man muss manchmal drauf hinweisen, dass Milch nichts mit Milchstraße zu tun hat. Gut, dass Sie die Dinge zurecht rücken. Es ist halt ermüdend, immer wieder gegen die sich munter drehenden Windmühlen der Philosophen-Riege anzurennen, denen nichts ohne die Annahme eines Gottes gelingen will. Frohe Weihnachten!

Nordlicht

26. Dezember 2019 10:41

Moin - ich wünsche, Schöne Weihnachten gehabt zu haben, und möhte nach einigen Tagen Abstinenz vom Internet (- und Papier-Lektüre auch aus dem Antaios-Verlag) meinen Senf zum Klima-Thema hinzufügen.

Dass das Klima sich ändert, ist Konsens; ob und ggf. wie viel die anthropogenen CO2-Emissionen dazu beitragen, ist umstritten. Mich erschüttert nicht nur die Penetranz, mit welcher die Klima"schutz"-Lobby die Apokalypse beschwört, sonden auch die Sturheit, mit welcher hier im Forum jeglicher menschlicher Einfluss geleugnet wird.

Beides ist unwissenschaftlich. Ein Schellnhuber arbeitet nicht (mehr) wissenschaftlich, sondern als Lobbyist und Sektenprediger; die Freitag-Demokids von FFF werden von den Puppenspielern der Branche benutzt: Soweit eindeutig.

Daraus folgt jedoch nicht, dass kein anthropogener Anteil am Klimawandel existiert, und wer - wie Fritz Vahrenholt - seine Fünf Sinne beisammen hat, behauptet dies auch nicht. So unvollständig die IPCC-Modelle sind, so dumm wäre es andererseits, Einflüsse der zusätzlichen CO2-, CH4- etc -Emissionen völlig in Abrede zu stellen.

Es kommt darauf an, die gross der anthropogene Anteil ist; darauf aufbauend lautet dann die Frage, ob es sinnvoll, sinnvoll und bezahlbar ist, die anthropogenen Beiträge zu reduzieren.

Wichtig wäre m.E. ls SWusgangspunkt, dass wir (Deutschen) unsere eigenen Interessen klar definieren: Die Finanzmittel sind begrenzt, was in CO2-Minderung gesteckt wird, fehlt bei der Anpassung an den WAndel.

Ruewald

26. Dezember 2019 19:53

@Cugel, @Zeitschnur, et al.
Zur Falsifizierung des sog."Treibhauseffekts" in der Klimadebatte:

eine grundlegende Studie, die allerdings einige Physikkenntnisse voraussetzt – aber gut zu wissen, daß es diese Darstellung gibt:
Prof. G. Gerlich (Inst. f. Math. Physik, TU Braunschweig), Dr. R.Tscheuschner (Hamburg):
Falsifizierung der atmosphärischen CO2- Treibhauseffekte im Rahmen der Physik, (2015),
https://www.fortschrittinfreiheit.de/veroeffentlichungen/falsi.pdf

(Dt. Übers. der Originalpublikation in:)
International Journal of Modern Physics B, Vol. 23, No. 3 (2009) 275–364
https://www.worldscientific.com/doi/abs/10.1142/S021797920904984X

Franz Bettinger

26. Dezember 2019 21:58

@Nordlicht: Wenn Sie ins Meer pinkeln, hebt sich sein Spiegel. Die Frage ist wie beim Thema CO2 und dessen Einfluss aufs Klima: Ist es relevant, was der Mensch hinzu tut. Klare Antwort beim Pinkeln und beim CO2: Nein.

Die CO2 Konzentration der Biosphäre ist erdgeschichtlich heute fast auf einem Minimum, unter dem kein pflanzliches und also auch kein anderes Leben mehr möglich wäre. In prähistorischen Zeiten explodierte das Leben grad wegen hoher CO2-Werte. Es ist Dünger. Es ist der Stoff, aus dem Pflanzen zu 90% bestehen."Wer weniger CO2 fordert, ist gegen das Leben“, so könnte man plakatieren. - Im übrigen erlebe ich in Neuseeland heuer den kältesten Sommer seit Franzens Gedenken. Brrr, wer will da noch auswandern?

zeitschnur

26. Dezember 2019 22:09

@ Andreas Walter

Ich lehne nicht "jegliche Wissenschaft ab" - was soll das? Nur ist Wissenschaft immer nur ein "Vielleicht", ein "wahrscheinlich ist es so" oder "es spricht viel dafür, dass es so ist". Dass ein materialist, der Naturwissenschaft als Religionsersatz braucht, wie @ Franz Bettinger mit dieser Falsifizierbarkeit jeglicher Wissenschaft nicht klarkommt, ist nicht verwunderlich. Der Gottesglaube macht einen erst nüchtern und wissenschaftsfähig ...
Ich habe auch nicht gesagt, dass es unter einer Wolkendecke nicht langsamer abkühlt. Es wäre schön, wenn man nur das versteht, was ich auch wirklich geschrieben habe. Nur: was hat dieses Wärmerbleiben mit CO2 zu tun? Eben - hier hapert es. In meinem Zimmer kühlt es auch langsamer ab als draußen im Hof. Immerhin bestreiten zwei Drittel aller echten Fachwissenschaftler, dass hier ein einigermaßen gesicherter Zusammenhang besteht und haben dafür sehr gute Argumente, darunter die Professoren, die @ Ruewald nennt, aber auch Prof. Kirstein. Umstritten ist alleine schon einmal überhaupt ein eklatanter, CO2-Anstieg, geschweige denn besteht eine Korrelation. Wo keine Korrelation, da auch keine Kausalbeziehung - das ist doch ganz einfach! was lernt man eigentlich in den MINT-Fächern, wenn man diese einfache logische Konstellation nicht mehr kapiert?!
Die ganze Wortschwallerei scheitert ja schon daran, dass es keine vergleichbaren Messwerte über Jahrzehnte und Jahrhunderte weg gibt. Prof. Kirstein (und andere kritische Geister vom Fach) beschreibt ja sehr schön, dass man die Messstationen immer mehr in die "wärmeren" urbanen Zentren verlegt und somit ein völlig verzerrtes Bild darstellen kann, in früheren Zeiten wesentlich ausgewogenere Stationen vorhanden waren, allerdings nur sehr wenige, zu Beginn der Messungen im 19. Jh nur eine einzige in ganz Deutschland (!).

Ich habe noch nie bestritten, dass der Mensch Verantwortung für die Natur trägt.
Ob er deswegen aber gemittelte Wetterwerte über Jahrhunderte (das ist "Klima"!!!) weg wesentlich beeinflussen kann, ist unbeweisbar.

Noch eine segensreiche Weihnachtszeit weiterhin - die hört heute abend ja noch nicht auf.

Simplicius Teutsch

26. Dezember 2019 22:34

@ Cugel, Sie geben von der „sauberen“ wissenschaftlichen Warte souverän zum Besten:

„Das CO2 hat der Theorie nach den Effekt des Glashausdachs und seiner Wände; die Analogie ist griffig, einleuchtend, einfach gut, nichts dran auszusetzen.“

Zunächst dachte ich, das sei sehr trockener, wissenschaftlicher Humor, der für die emotionale Druckentlastung eines „sauberen“ Wissenschaftlers sorgt, aber ich fürchte Sie meinen das ernst.

Die Realität, die ich erkenne, ist die globale Zerstörung von Flora und Fauna und und im Speziellen die Zerstörung des angestammten Deutschlands und Europas. - Dafür brauche ich keine Wissenschaft.

Selbst wenn es den „klimaschädlichen“ CO2-Treibhauseffekt dem Grunde nach gäbe, wie sollte gerade der so überaus winzige Luft-Anteil von menschengemachtem CO2 verantwortlich sein für eine Art abdeckendes „Glashausdach“, um durch Reflexion von Wärme einen menschengemachten Klimawandel herbeizuführen? - Für mich ist das überhaupt nicht einleuchtend.

Das steht als eindeutige wissenschaftliche Erkenntnis vielleicht in den Kinder- und Lehrbüchern für die Vertreter des linken politisch-medialen Establishments. Jedoch Atmosphäre funktioniert anders, „in einschlägigen Lehrbüchern der theoretischen Physik ist der Treibhauseffekt nicht zu finden.“ Prof. Werner Kirstein, Klimatologe.

Als Basis jeder weitergehenden Erkenntnis würde ich diese chemische Analyse mal so stehen lassen wollen: „Also 0,038 Prozent CO2 sind in der Luft; davon produziert die Natur 96 Prozent, den Rest, also vier Prozent, der Mensch“.

Franz Bettinger

26. Dezember 2019 22:42

@Zeitschnur: Es gibt eine sogenannte Evolutions-Theorie (besser wäre hier das Wort Hypothese, da sie eben nicht bewiesen ist), und es gibt sogenannte Naturgesetze (für Mechanik, Gravitation, Elektrodynamik, Thermik...). Den Unterschied zwischen Theorie und Gesetz kennen Sie? Schwadronieren Sie nicht ständig und ermüdend über die Hypothesen und Theorien der Wissenschaft. Die Evolution (nach Darwin) ist zwar weniger hirngespinnstig wie die Annahme eines Gottes, aber eben doch voller Gespenster, Unwahrscheinlichkeiten und Lücken. Dass gewisse Leute die eine wie die andere Vorstellung für ihr Seelenheil oder Geldbeutel brauchen und deshalb mit Klauen verteidigen, geschenkt. Und dass Wissenschaftler sich für Propaganda einspannen lassen, ebenfalls geschenkt. Schön, dass Sie die Mondlandung erwähnen.) Trotz aller Lügen im Bereich der Wissenschaft wird es Ihnen wegen der Auftriebs-Gesetze nie gelingen, über die Wasser zu wandeln. Also: Kirche im Dorf lassen!

Andreas Walter

27. Dezember 2019 02:45

Leider ist es in der Wissenschaft ähnlich wie in der Lückenpresse, da stimme ich @zeitschnur uneingeschränkt zu, verstehe darum seine Einwände und Mahnung zu grösster Vorsicht.

Aus dem Grund hat es mich auch gestern mal wieder aus den Socken gehauen, als ich das hier zum Beispiel entdeckt habe (man achte auf das Datum dieser Nachricht!):

https://www.sueddeutsche.de/wissen/klima-wasserdampf-ist-treibhausgas-nummer-1-1.634180?print=true

Konnte allerdings auch nach über 1 Stunde Recherche nicht herausfinden, welcher Autor oder Autorin bei der SZ das Kürzel ajh verwendet (bzw., 2010 verwendet hat).

Das Forschungsprojekt selbst aber gab und gibt es tatsächlich, habe ich heute recherchiert:

https://youtu.be/nGDK5sZdPoc

Wozu wurde das Flugzeug also für 74 Millionen Euro überhaupt angeschafft, könnte man daher fragen, wenn doch schon vor 2010 alles klar war.

https://fz-juelich.de/portal/DE/Presse/beitraege/2019/happy_birthday_halo/_node.html

https://de.wikipedia.org/wiki/High_Altitude_and_Long_Range_Research_Aircraft

zeitschnur

27. Dezember 2019 10:57

Meine Güte @ Bettinger: davon rede ich doch die ganze Zeit, dass man heute notorisch Theorien mit Gesetzen verwechselt - übrigens auch Sie: die Newtonsche Theorie, es müsse eine "Anziehung der Massen" geben, ist bis heute reine Theorie und basierte wiederum auf unbewiesenen Theorien.
Im übrigen sind auch die einigermaßen validen "Naturgesetze" immer unter dem Vorbehalt, dass sie nur bisher dem Anschein nach galten.
Sie können keine 100% sichere Aussage darüber machen, ob sie morgen auch noch gelten, nur eine hohe Wahrscheinlichkeit.
Und darum kann es durchaus sein, dass ich Ihnen eines Tages vormachen werde, wie man übers Wasser läuft (:-)).
Ein schlechtes Beispiel, mein Lieber, denn schon heute machen uns indische Yogis solche Dinge vor. Sie sind echt. Und woher wissen Sie eigentlich so genau, dass der Bericht vom verklärten Jesus, der durch eine Tür ging, keine Geist war und anschließend Hunger äußerte und einen Fisch aß, falsch war?
Warum diese verdammte Verbissenheit?
Es wird meistens so sein, dass wir nicht auf dem Wasser gehen, die Äpfel nicht gen Himmel fliegen und niemand so ohne weiteres für beide Beteiligten schadensfrei durch eine geschlossene Tür wandel wird - aber wir können nicht mit Gewissheit festlegen, dass es nie geschehen kann.
Es geht um den Gewissheitswahn, irgendetwas in dieser Natur festlegen zu können, nur weil wir meinen, ein "Gesetz" zu erblicken, weil wir Gesetze brauchen, um nicht den Halt zu verlieren ...
Darum ist aber nicht alles relativ, falls das nun einer einwenden will. Nur der verbissene Geist meint, es müsse dann ja alles relativ sein.
Nein - es ist alles ausgeruht, wie es Rilke sagt:

"Alles ist ausgeruht:
Dunkel und Helligkeit,
Blume und Buch"

(XXII. Sonett an Orpheus)

Cugel

27. Dezember 2019 13:39

@zeitschnur
Mit Fundament meine ich z. B. Newtons Gravitationsgesetze (Späßle, weil Sie's anscheinend mit der Schwerkraft haben). Huygens' Entdeckung der Wellennatur des Lichts, Keplers Gesetze der Himmelsmechanik, Plancks Quantelung der elektromagnetischen Strahlung, der Beispiele sind Legion. Diese Männer (fun fact: ein paar Frauen waren auch dabei!) waren Titanen, die ihrerseits auf den Schultern von Riesen standen, wie Newton es ausdrückte. Nur Narren und Ignoranten verkennen das. Es sind in erster Linie Händler, Krämer und Wucherer, die den Tempel entweihen, nicht Naturwissenschaftler (ich schwinge hier mal kräftig das Weihrauchfaß).
Auf von Ditfurth bezog ich mich nicht hinsichtlich seines CO2-Experimentes, über welches man streiten kann, sondern wegen seines philosophischen Ansatzes hinsichtlich des Wissenschafts-Religions-Antagonismus (Der Mann war nicht unfehlbar, aber der letzte seines Kalibers im Staatsfunk, danach kam im wesentlichen Schrott). Evolutionstheorie und Kosmologie erklären wesentliche Eigenschaften des uns erfahr- und beobachtbaren und zugänglichen Universums, was man von den Bibelgeschichten und den darauf aufbauenden Spekulationen nicht behaupten kann. Daß beide hypothetisch sind, widerlegt sie eben nicht. Ein valider Einwand gegen Darwin ist mir bislang überhaupt noch nicht untergekommen, die meisten davon sind naturgemäß von mitleiderregender Einfalt. Lesen Sie, falls noch nicht geschehen, Dawkins' Klassiker "The Blind Watchmaker", ein didaktisch sehr gutes Buch, das die Grundlagen leichtverständlich erklärt und auch einen guten Überblick über die Auseinandersetzungen innerhalb der Evolutionstheorie gibt (man ist sich durchaus nicht einig, es bestehen tiefgreifende Differenzen). Dawkins scheint mir übrigens ein Stinkstiefel zu sein, was mir aber herzlich egal ist, da mich ad-hominem-Argumente nicht interessieren, auch bei Kopernikus nicht. Der Mann hatte recht, seine Feinde nicht, Sache erledigt. Angesichts des damaligen geistigen und politischen Klimas und der Gefahr, die ihm drohte, würde ich es ihm nicht einmal übelnehmen, sollte er im Ton rüde geworden sein. Oder würden Sie immer ruhig bleiben, wenn Intriganten ihnen mithilfe von Deppen ans Leder wollen?
Die Mondlandungen sind Tatsache, Einwände dagegen meist peinlich. Es gibt zahlreiche Seiten im Netz, die das Thema leicht verständlich erklären. Auch wenn der Zeitplan beinahe auch an Schwierigkeiten bei der Landefährenentwicklung gescheitert wäre, war der schwierigste Teil des Apollo-Projekts nicht die Landung selbst, sondern der Sprung in den Orbit. Drei Menschen und 150 Tonnen fragiler Technik unbeschädigt in die Umlaufbahn zu schießen ist kein Pappenstiel, die Russen sind daran gescheitert. Anfang '69 war das alles im Griff. Die Mondlandungen mit der damaligen Technik überzeugend auf der Erde nachzustellen wäre m. E. schwieriger gewesen als die Landungen selbst. Es gab schlicht keinen vernünftigen Grund für die NASA, das Ding zu türken. Dazu muß man bedenken, daß es Hochrisikounternehmungen waren. Die Astronauten waren mit einer Ausnahme sämtlich Testpiloten, für die der Tod Berufsrisiko war. Weiterer fun fact, auch wenn Raskolnikow jetzt wohl die Nase rümpfen würde: Es war ein Sieg deutscher Ingenieurskunst!

Zum CO2: Das Ganze ist ein PR-Stunt zum Zweck der Manipulation im Sinne Der Großen Transformation, Edenhofer und Schellnhuber sprechen es offen aus. Es ist offensichtlich, daß die Modelle die Realität nicht abbilden und aufs Heißlaufen parametrisiert sind. Ebenso klar, daß CO2 eine untergeordnete Rolle für die klimatische Veränderung spielt, deren Ausmaß zudem nicht das propagierte ist. Neben methodischen Fehlern wie UHI ist jede Menge Schwindelei im Spiel, Manipulation bzw. selektive Datenauswahl, Manns Hockeyschläger, man kennt die Tricks. Realiter sind zyklische Prozesse am Werk. Auch dazu gibt es viele Quellen im Netz, darunter Sebastian Lünings Kalte Sonne und seine Interviews wohl die besten im deutschsprachigen Raum.

Aber, Zeitschnur, welchen Sinn hat es, die Schwerkraft zu bestreiten? Wen wollen Sie damit gewinnen, und was nützt es unserer Sache?

Cugel

27. Dezember 2019 13:40

@Simplicius Teutsch:
Sie haben recht, ich meine das tatsächlich so.
Analogien hinken naturgemäß. Denken Sie an den Begriff des Sonnenuntergangs. Zeitschnur mag es anders sehen, aber es sollte klar sein, daß die Sonne nicht im Meer versinkt, um am nächsten Morgen fröstelnd aus dem kalten Wasser zu steigen, sich zu schüttteln und hernach munter über den Himmel zu fahren, und doch ist es täglicher Spprachgebrauch. Auch diese meine Analogie der Analogie hinkt selbstverständlich. Zweck des Treibhausbegriffs ist es, den Leuten den Effekt nahezubringen, es ist ein Verkaufsargument, und als solches gut geraten. Mir fiele jedenfalls kein Besseres ein. Ob der Effekt nun existiert (wie ich annehme) oder nicht, halte ich für sekundär, sozusagen Fliegenschiß. Kommt als Haarspalterei rüber und ändert an der Sache nichts. Auch die Klimaschwindler behaupten im übrigen nicht, daß alleine CO2 die katastrophale Erwärmung macht. Sie führen hochspekulative positive Rückkopplung (Wasserdampf) ins Feld und machen den Leuten mit nicht minder unbelegten Sekundäreffekten angst.

Götz Kubitschek

27. Dezember 2019 13:42

badeschluß, werte badegäste, vermutlich der drittletzte im auslaufenden 19er-becken.

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