Winterakademie – 100 Stühle für Schnellroda

Aktion "100 Stühle für Schnellroda" - es sind bereits 87 Stühle finanziert (Stand: 8. Januar, 16.00 Uhr).

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Die (hof­fent­lich) besinn­li­chen Weih­nachts­ta­gen und der (wie­der­um hof­fent­lich) geglück­te Schritt ins neue Jahr waren durch­wirkt von Vorfällen.

Wir haben in unse­rem Netz-Tage­buch eini­ges davon auf­ge­grif­fen und kom­men­tiert, und es ist dabei stets unser Anlie­gen, die grö­ße­ren Bögen zu schla­gen. Rück­blick und Aus­blick also: Zeich­net sich einen Hoff­nungs­schim­mer am Fir­ma­ment ab oder bestä­tigt die lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve die Kul­tur­pes­si­mis­ten unter uns (man den­ke nur an die Bildungseinrichtungen)?

Deutsch­land wird von sei­nen Eli­ten in Fra­ge gestellt und in vie­len Berei­chen irrever­si­bel in der Sub­stanz ver­än­dert. Gleich­zei­tig ver­schwin­det der Mehl­tau der letz­ten Jahr­zehn­te. Es ist Bewe­gung in die poli­ti­sche Are­na gekom­men, die Gras­wur­zel­rech­te steht nicht mehr völ­lig allein der Pha­lanx sei­ner über­mäch­ti­gen Geg­ner gegenüber.

Ob sich das als Trug­schluß erwei­sen wird, und die Pha­lanx bald eini­ge neue Hopli­ten in ihren Rei­hen begrü­ßen darf, ist die Fra­ge der nächs­ten Mona­te und Jahre.

Auf der einen Sei­te ste­hen die Wahl­er­fol­ge der AfD, die vor allem in den mit­tel­deut­schen Bun­des­län­dern errun­gen wur­den. Man ist dort auf­grund der DDR-Erfah­rung offen­bar weni­ger anfäl­lig für die Droh­ge­bär­den des Estab­lish­ments und hat sich noch nicht völ­lig damit abge­fun­den, daß Dre­sen und Erfurt bald wie Mann­heim oder Offen­bach aus­se­hen werden.

Auf der ande­ren Sei­te ste­hen die ille­ga­le Ver­kün­dung des VS-Prüf­falls für die AfD und sala­mi­tak­tisch aus­ge­wei­te­te Kampf­zo­ne des Ver­dachts­falls für eini­ge Par­tei­mit­glie­der und ‑for­ma­tio­nen. Die Kon­se­quen­zen sind immer die­sel­ben: Nach Sprech­ver­bo­ten fol­gen Aus­schlüs­se in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam, alles um den Levia­than ruhig zu stel­len. Eine medi­al geschür­te Hys­te­rie tut ihr übri­ges, um den Staats­bür­ger, von dem die Zukunft unse­res Gemein­we­sens abhängt, nach­hal­tig zu ver­schre­cken. Ibi­za liegt zwar nicht in Deutsch­land, aber der Sturz der ÖVP-FPÖ-Regie­rung in Öster­reich wur­de hier­zu­lan­de ordent­lich aus­ge­walzt und als Blau­pau­se abgeheftet.

Um den Staats­bür­ger wie­der auf­zu­bau­en, wird sein Blick medi­al und mora­lisch gewei­tet: Nicht Dein Land gilt es zu bewah­ren und zu erhal­ten, das ist unwich­tig. Die gan­ze Welt sollst Du ret­ten, kos­te es, was es wol­le. Anders läßt sich die Freu­de, mit der sich das poli­ti­sche Estab­lish­ment auf eine Bewe­gung wie „Fri­days for Future“ stürzt, nicht erklä­ren. Es mag sein, daß es sich dabei nicht nur um ein Ablen­kungs­ma­nö­ver han­delt, son­dern auch die psy­cho­lo­gi­sche Sei­te einer Schuld­ideo­lo­gie der wei­ßen Mensch­heit eine Rol­le spielt. Das Ergeb­nis ist Selbst­auf­ga­be, die die­sen Pla­ne­ten ganz sicher nicht zu einem lebens­wer­te­ren Ort machen wird.

Um zu den posi­ti­ven Din­gen zu kom­men: Unse­re Aka­de­mien im letz­ten Jahr (zwei­mal in Schnell­ro­da, ein­mal in Sem­riach, Öster­reich) haben mit den The­men, den Teil­neh­mer­zah­len und den Refe­ren­ten neue Maß­stä­be gesetzt.

Gleich am kom­men­den Wochen­en­de star­ten wir nun mit der nächs­ten Aka­de­mie in ein wich­ti­ges Jahr. Wie­der sind 150 Schü­ler und Stu­den­ten ange­mel­det, wie­der muß­ten wir eine lan­ge War­te­lis­te füh­ren, wie­der wer­den wir etwas erle­ben, das in Deutsch­land ein­zig­ar­tig ist.

Das The­ma ist ein grund­le­gen­des: „Lek­tü­ren“, die den Nach­wuchs zum einen auf den rich­ti­gen Kanon füh­ren, zum ande­ren der Lese­faul­heit, die man Kon­ser­va­ti­ven nicht sel­ten nach­sagt, ent­ge­gen­wir­ken soll. Die Wor­te Oswald Speng­lers in sei­nem Unter­gang des Abend­lan­des klin­gen uns dabei in den Ohren:

Wenn unter dem Ein­druck die­ses Buches sich Men­schen der neu­en Genera­ti­on der Tech­nik statt der Lyrik, der Mari­ne statt der Male­rei, der Poli­tik statt der Erkennt­nis­kri­tik zuwen­den, so tun sie, was ich wün­sche, und man kann ihnen nichts Bes­se­res wünschen.

Dafür benö­ti­gen wir Ihre Unter­stüt­zung, weil bei einer sich an Schü­ler und Stu­den­ten rich­ten­de Ver­an­stal­tung die Gebüh­ren nicht in kos­ten­de­cken­der Höhe erho­ben wer­den kön­nen. Es bleibt eine Finan­zie­rungs­lü­cke von rund 5000 Euro, die wir schlie­ßen müssen!

“100 Stüh­le für Schnell­ro­da” nen­nen wir die­se Unter­stüt­zer-Run­de immer, denn 100 x 50 € wer­den unse­re Deckungs­lü­cke schlie­ßen. Und eben­falls wie immer wer­den wir oben die in den Hör­saal gestell­ten Stüh­le von 100 auf null her­un­ter­zäh­len. Die Bank­ver­bin­dung fin­den Sie hier. Dank im Vor­aus für Ihre Beteiligung!

Schließ­lich: Im nächs­ten Jahr wird das Insti­tut für Staats­po­li­tik sei­nen 20. Geburts­tag bege­hen! Dar­auf sind wir natür­lich stolz, nicht nur weil das IfS für sich in Anspruch neh­men kann, in den Zei­ten des poli­ti­schen Still­stands die Flam­me des natio­nal­kon­ser­va­ti­ven Erbes bewahrt und wei­ter­ge­tra­gen zu haben, son­dern wir sind dar­auf auch beson­ders des­halb stolz, weil uns das ohne jede staat­li­che Unter­stüt­zung gelun­gen ist.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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Kommentare (6)

Hartwig aus LG8

6. Januar 2020 14:56

Ein Stuhl von mir.
H.

Solution

6. Januar 2020 17:40

1 Stuhl auch von mir. Gute Aktion.

Simplicius Teutsch

6. Januar 2020 20:42

Auch von mir 1 Stuhl. Gut, dass es euch gibt.

Der_Juergen

7. Januar 2020 16:26

Soeben haben Sie einen Stuhl mehr erworben. Viel Erfolg!

Leo

9. Januar 2020 13:04

Ein Stuhl für Schnellroda. Vorgestern überwiesen.
Good luck, wie der Deutsche sagt...

alter weisser Mann

12. Januar 2020 14:50

Sehr gute Aktion. Das ist echte nachhaltige politische Bildung. Ein Stuhl von mir