Sonntagsheld (134) – Anschlag auf die Traumfabrik

Hollywood muß sterben, damit wir leben können.

 Gastbeitrag

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Hol­ly­wood muß ster­ben, damit wir leben können.

Der Beruf des Komi­ker hat meist wenig Hel­den­haf­tes – in der Regel lebt ein sol­cher auf die Kos­ten ande­rer Leu­te, und zwar indem er sich über sie lus­tig macht. Auch hat sein Ruhm – falls er sich unter sei­nen wild ver­bal­fä­ka­li­sie­ren­den Kol­le­gen einen Namen machen kann – eine sehr gerin­ge Halb­werts­zeit, sofern er nicht zu den weni­gen Men­schen gehört, die ein­fach wirk­lich lus­tig sind.

Behält man die­se Punk­te im Hin­ter­kopf, so ist es wenig ver­wun­der­lich, daß sich mei­ne heu­ti­ge Lau­da­tio nicht der Wit­zig­keit, wohl aber der Vor­wit­zig­keit des Bespro­che­nen wid­met. Denn unter allen Arten des Lächelns ist wohl jenes des ein­ge­fro­re­nen Unge­machs, wie es sich vor weni­gen Tagen auf dem Gesicht des Schau­spie­lers Tom Hanks wie­der­fand, das­je­ni­ge, wel­ches beim Ver­ur­sa­cher die größ­te Genug­tu­ung her­vor­ru­fen wird; vor­aus­ge­setzt er hat es genau dar­auf angelegt.

Am 5. Janu­ar hielt der bri­ti­sche Komi­ker Ricky Ger­vais als Gast­ge­ber die Eröff­nungs­re­de der 77. Gol­den Glo­be Awards. Für Ger­vais war es, wie er gleich zu Beginn fest­stell­te, das fünf­te und letz­te Mal, daß er die­se Rol­le ein­neh­men wür­de. Was folg­te, das wäre unter nor­ma­len Umstän­den wohl rela­tiv unan­ge­nehm anzu­schau­en gewe­sen – kaum etwas ist lau­ter als die pein­li­che Stil­le in der absicht­lich gesetz­ten Kunst­pau­se nach einem schlech­ten Witz.

In die­sem spe­zi­el­len Fall aller­dings konn­te es kaum etwas Köst­li­che­res geben, han­del­te es sich bei den Adres­sa­ten doch um das “Who is Who” der ame­ri­ka­ni­schen Unter­hal­tungs­in­dus­trie: “Laßt uns ein wenig Spaß auf Eure Kos­ten haben”, kün­dig­te der Bri­te der ver­sam­mel­ten Schau­spie­ler­schaft an, ein Ver­spre­chen, dem er gerecht wer­den sollte.

Bei sei­ner anschlie­ßen­den Rede geht er kei­nes­wegs zim­per­lich vor: Regel­recht unge­schlacht zieht er die immer grö­ßer wer­den­den schmut­zi­gen Fle­cken der eins­ti­gen “Traum­fa­brik” Hol­ly­wood ins Licht der Spot-Schein­wer­fer. Bereits jetzt zur Netz­le­gen­de gewor­den ist zum Bei­spiel ein Abschnitt sei­ner Rede, in wel­chem er vom Haupt­cha­rak­ter einer Serie berich­tet: “Es gibt eine Fort­set­zung, am Ende hat er sich also offen­sicht­lich nicht umge­bracht. Genau wie Jef­frey Epstein. (empör­tes Rau­nen im Saal) Seid ruhig! Ich weiß, daß er Euer Freund ist, aber es ist mir egal!”

Mehr als ein­mal kehrt er zu den im Raum ste­hen­den Vor­wür­fen des Kin­des­miß­brauchs und Pädo­phi­lie zurück, denen sich Mit­glie­der der “High Socie­ty” in immer kür­zer wer­den­den Abstän­den aus­ge­setzt sehen, ein The­ma, das die meis­ten der pro­mi­nen­ten Gäs­te offen­sicht­lich lie­ber ver­drängt hät­ten. Schnell wird klar: Ger­vais führt sein Publi­kum vor, und zwar nicht etwa auf jene sub­ti­le Art und Wei­se, die ihm im nach­hin­ein noch als köst­li­che Eulen­spie­ge­lei aus­ge­legt wer­den könnte.

Ful­mi­nant ist das Fina­le sei­ner Anspra­che: Nach­dem er mehr oder weni­ger ernst­haft beklagt hat, daß das Phä­no­men Hol­ly­wood im Ster­ben lie­ge, weil inzwi­schen kaum noch jemand ins Kino gehe und die meis­ten Zuschau­er inzwi­schen auf Strea­ming­diens­te zurück­grei­fen wür­den, ändert sich der Stil sei­ner Rede von einer Sekun­de auf die andere.

Mit Ver­weis auf die Glo­ba­li­sie­rungs­vor­rei­ter Apple, Ama­zon und Dis­ney rich­tet er sich direkt an die anwe­sen­den Schau­spie­ler: “Nun, Ihr behaup­tet zwar Ihr wäret cou­ra­giert (“woke”), aber die Fir­men für die Ihr arbei­tet… Unglaub­lich! Ich mei­ne: Apple, Ama­zon, Dis­ney… Wenn der IS eine Strea­ming­platt­form eröff­nen wür­de, wür­det Ihr Euren Agen­ten anru­fen, oder nicht?”

Wäh­rend eini­ge ver­hal­te­ne Lacher durch den Saal gehen fährt Ger­vais fort: “Also, wenn Ihr heu­te abend einen Preis gewinnt, nutzt ihn nicht als Platt­form für eine poli­ti­sche Anspra­che. Ihr seid in kei­ner Posi­ti­on die Öffent­lich­keit über irgend­et­was zu beleh­ren. Ihr wißt nichts über die ech­te Welt, die meis­ten von Euch haben weni­ger Zeit in der Schu­le ver­bracht als Gre­ta Thun­berg. Also: Wenn Ihr gewinnt, kommt auf die Büh­ne, nehmt Euren klei­nen Preis, bedankt Euch bei Eurem Agen­ten und Eurem Gott und ver­pißt Euch. Okay?”

Wer möch­te, der kann sich die Rede hier anschauen.

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Kommentare (18)

RMH

13. Januar 2020 08:19

"Netzlegende"
aka 15 minutes of fame …

"britische Komiker" …
Wenn es der britische Humor schafft, die Gürtellinie zu überschreiten und dann die Zone der Goose-Step, Hitlerbärtchen und SS-Ledermantel-Parodie zu verlassen, also in seiner 1- max 5%igen Restregion angekommen ist, dann liefert er echte Sternstunden ab, an die in Europa meiner Meinung nach fast keiner heran kommt. Hoffen wir, dass mit dem Brexit auch diese britische "brilliance" wieder erstarkt - so etwas importiert man dann gerne.

" … kehrt er zu den im Raum stehenden Vorwürfen des Kindesmißbrauchs und Pädophilie zurück, denen sich Mitglieder der “High Society” in immer kürzer werdenden Abständen ausgesetzt sehen,"

Damit sollte man in der Tat auch sehr vorsichtig umgehen und keine Vorwurfs-Inflation aufkommen lassen, in deren Flut die wahren Täter dann ihrem Ungemach unerkannt weiter frönen können. Der Missbrauchsvorwurf ist der Giftmord der heutigen Zeit. Wer kann schon wissen, was ihm so alles en passant auf seine Speichermedien geschmuggelt wird?

Wie auch immer, der letzte Satz
"nehmt Euren kleinen Preis, bedankt Euch bei Eurem Agenten und Eurem Gott und verpißt Euch"
ist wahrhaft remarkable, da angesichts der Selbstgefälligkeit und Heuchelei der Branche deren Selbstbeweihräucherungsveranstaltungen zu meiden wie die Pest sind (konnte es noch nie verstehen, wie hierzulande Leute sich doch tatsächlich die Oscar Verleihung im TV angesehen haben). Das verdient einen eigenen Artikel, auch wenn es nicht heldenhaft ist, als "Komiker" nur seinen job zu machen. Aber in der heutigen Zeit …

Gustav Grambauer

13. Januar 2020 08:48

"Hollywood muß sterben, damit wir leben können."

Hollywood wird aber nicht sterben, im Gegenteil, es soll nur moralisch gesäubert werden, denn es wird, erneut unter der Egide, unter der es bis in die 50er Jahre geführt wurde, noch sehr gebraucht.

Der Kern dessen, was wir hier vor uns sehen, ist aber ein anderer: viele "Stars" durften die Scientology für ihre Trittbrettfahrt mißbrauchen. Das war im Sinne des Wachstums dieser "Religion" jahrzehntelang auch so gewollt, aber diese Phase wird jetzt beendet, d. h. vor allem die Scientology wird jetzt von allem Dauergrinsgesindel gesäubert und auf ihre neue Aufgabe vorbereitet (über welche Der_Juergen sehr, Beobachter mit Augenmaß weniger vor Freude jauchzen werden ...).

- Kommentariat Grambauer

Ein gebuertiger Hesse

13. Januar 2020 09:04

“Es gibt eine Fortsetzung, am Ende hat er sich also offensichtlich nicht umgebracht. Genau wie Jeffrey Epstein. (empörtes Raunen im Saal) Seid ruhig! Ich weiß, daß er Euer Freund ist, aber es ist mir egal!”

Das ist scharf und beachtlich. Es impliziert, daß der Kindersex-Dealer Epstein um die Ecke gebracht wurde und die Zuhörenden zu seinen Kunden gehörten. Toll, daß Gervais den Mut hatte, sowas im Rampenlicht zu sagen.

qvc1753

13. Januar 2020 09:37

Fahrende Gesellen, Gaukler und Schausteller. Was will man erwarten.
Das Wesen Hollywoods ist eben die Überhöhung von einzelnen Personen zum "Star" - einer überirdischen Figur, die mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt. Nirgendwo dürfte das öffentliche und das private Bild so weit auseinander klaffen.
Kein Wunder das sich gerade Hollywoodstars bisweilen für wichtiger halten als sie es tatsächlich sind.
Da jetzt mit der mehr oder weniger feinen Nadel hinein zu pieksen, das ist fast schon zu einfach.
Solche Ziele mit den Pfeilen des Humors zu treffen ist kein Hinweis auf eine besondere Treffsicherheit oder Mut.
Auch Mr Gervais ist da durchaus Bestandteil des Starsystems. Auf die Golden Globe Bühne hat er sich ja nicht reingeklagt oder geschlichen.
Daraus nun irgendetwas ableiten zu wollen ist vermutlich fast zu viel der Ehre.
Einfach eine gute Show geniessen - nicht mehr und nicht weniger.

Gustav Grambauer

13. Januar 2020 10:34

Wenn man weiß, wie der Knast auf Neueinlieferungen von Pädos reagiert, drängt sich einem dann nicht der Eindruck auf, daß mit dem Eliten-Pädo-Sumpf gezielt eine Solterdijksche Zornbank / Honigfalle erschaffen wurde, deren bevorstehende Opferung vonvornherein eingepreist ist (... und daß Gervais Auftritt nur das Grundrauschen hierfür herstellen bzw. verstärken soll)?!

- Für mich steht, nebenbei gesagt, auch außer Frage, daß die GEZ, der WDR usw. nichts als Zornbanken des Systems sind, die auf dem Höhepunkt der Krise dem Wutbürgermob gern zur Lynche vorgeworfen werden. Hat sich eigentlich noch niemand gefragt, warum man den "Rotfunk" (Kohl) nicht einfach geräuschlos aus "klassischen" Steuern finanzieren läßt? Fürchtet Meuthen womöglich auch um die eigenen Pläne mit dem Staatsfunk nach dem Tag X? -

Kein Land ist mehr als drei Tage von der Revolution entfernt. Wie Propagandaanstalten umstandslos abgewrackt werden können, kann man am Beispiel Mühlfenzl / Adlershof studieren. Man sollte jedoch nicht vergessen, hinter allem Bruch, aller Umbenennung, aller Panegyrik auf die neuen Machthaber oder etwa hinter Ortswechseln wie in dem Fall von Adlershof nach Leipzig die Linien der Kontinuität in den Blick zu nehmen.

- Kommentariat Grambauer

Andreas Walter

13. Januar 2020 14:55

Das sieht Hollywood aber genau anders herum. Jojo Hase und sein Freund müssen sterben (umerzogen, geläutert werden), damit Elsa und Rosie frei sein können.

Netflix sieht das allerdings genauso. Das haben nämlich darum auch der Kommunismus und der Kapitalismus gemeinsam. Beide sind penetrant.
Neal Gabler behauptet sogar, dass die VSA erst durch Hollywood zu dem geworden ist, was es heute repräsentiert: https://youtu.be/iHfGuYiKlF4

Deutschland war lediglich und ist zu schwach, um sich zu wehren, wie die meisten anderen übrigens auch. Ich bin mir trotzdem sicher, dass der Erfolg des "Neuen Hollywoods“ (Marvel und Co.) etwas mit China zu tun hat: https://daxueconsulting.com/film-industry-china-succesful-model/

Weil sich phantasy Filme und SF inhaltlich völlig frei und beliebig gestalten lassen. China macht sich so die Schwäche Hollywoods, nämlich auch Hollywoods Schwäche für Gold und Glitzer, zu nutze (wobei das die Schwäche der meisten Menschen ist, die von beidem zu wenig haben oder glauben zu haben).

Laurenz

13. Januar 2020 16:07

Herr Wessels hat den Helden diesmal schon gut ausgewählt, kuhle Nummer. Aber da es sich um ausgewählte Schauspieler im Publikum handelt, wird deren Mimik weitestgehend gespielt sein. Die Komödie basiert grundsätzlich auf der Überziehung der Wahrheit, niemand lacht über Lügen. Und wenn man die Nummer kommerziell betrachtet, hat sich das Engagement dieses britischen Komikers für die Veranstalter absolut bezahlt gemacht, selbst SiN sorgt kostenlos für die Erhöhung der Reichweite. Und wer nach der Dutroux-Affäre in Belgien und der NSU-Affäre in Deutschland noch an den Rechtsstaat glaubt, dem ist nicht zu helfen. Diese zwei Beispiele lassen sich endlos fortführen.

heinrichbrueck

13. Januar 2020 16:23

Schauspieler werden in den westlichen Gesellschaften als Sprachrohre benutzt. Will man der Gesellschaft etwas mitteilen, werden solche politisch unbedarften Plappermäuler dann gebraucht, wenn ein Politiker es nicht gerade so ausdrücken darf. Hätte sich dieser Komiker über die Mißbraucher der Sprachrohre lustig gemacht, wäre es interessanter geworden. Er wollte ihnen bloß mitteilen, daß sie nicht ungefragt ihre eingetrichterte Meinung loszwitschern sollten. Hätte man ihre gesellschaftliche Stellung ändern, also der Realität anpassen wollen, verschwänden solche Medienereignisse in der Bedeutungslosigkeit. Stattdessen kämen die Ingenieure in den wahren Nutzbereich ihrer Nation. Eine andere Stimmung entstünde, Medien könnten ihre gegenwärtigen Ausrichtungen nicht mehr bewerkstelligen.
Ohne die Medien, wäre dieser Sonntagsheld nicht möglich gewesen. Hat auch etwas zu bedeuten.

wandersman

13. Januar 2020 20:22

Charisma und Dickes Fell

"Fun" , so wird dem hier wenig beliebten Th. W. Adorno, seinerzeit gelegentlicher Drehbuchschreiber ebendort, als Zitat zugeschrieben: "Fun ist ein Stahlbad".
In dieser Dialektik von stardom & prole-cred bereitet RickyD'Anone die actors&agents nur auf die nächste Stufe nötiger Clearness auf dem Weg zum BeyondOT vor: ostentativ trashig-zerrüttete Persönlichkeit voller Selbstverachtung apart gepaart mit epiphanen Momenten allerhöchster Gnade (extasy, wozu 'us mere mortals' nur 'enhanced' gelangen, Sterne hingegen qua Talent) . 'F*ck decency' -soweit nicht zentrale Elemente des Konsum(er)ismus berührt werden, wie etwa Klimarettung oder andere Globallösungen (Ausrottungen) der contidionellen calamitas humana mit Verzicht, gar Selbstbeschränkung zu verbinden (fun killer). Um als Star -ever brighter in contrast- strahlen zu düfen verlangen die masters (of the universe aka MOTUs) nunmal immer höhere Sublimationsleistungen -bei Verheißung ep(stein)ischer Freuden..
Wie weit darunter -in deren, der master Hierarchie- man als politisch orientierter, *gerichteter* Mensch (der zumeist nur einen Ausgleich außerhalb seiner selbst sucht; innerlich, auto-stabil wäre man ja souverän: über Schemata wie links/rechts, progressiv/konservativ erhaben ) steht, lässt sich daran ermessen, wie man auf snippets der ersehnten Wahrheit (der Differenz zur Ganzheit) anspringt - und dem per Hoch-Achtung selbterzeugten Charisma eines Komikers (oder dickfelligen Zynikers) erliegt. Alter Wein ward vergessen, nicht mehr gehört, und kaum spricht wer das Unerhörte aus, imaginert das Publikum noch neue Schläuche um den vermeintlichen Tabubruch. So wie die Dystopien Orwells, Huxleys schon Vor-, selbst UrZeitgenossen alte Hüte waren: dass Vertrauen und Arglosigkeit (Ergebnis von) Gewalt und Domestizierung sind, Zivilisation, die nichts ändert an des Menschen Hasenfüßigkeit. Dass Angehörige einer mitteleuropäischen Kulturnation der abgetakelten Staffage amerikanischer soaps und Kulissenfilmchen bzw Themen aus einer von und mit ihnen in irgendeinem Satellitenstädtchen veranstalteten opera buffa Beachtung schenken, hätte wohl manch Urgroßeltern der Leserschaft hier schwer verwundert. Doch s'ist numnal aus mit Kultur wie Nation, übrig sind gerade mal Abkömmlinge.
"Unterhaltsam war's aber allemal". Nun denn,

@G.G: Scientology (oben nur als Blaupause verwendet) demnächst also *out*, what next? Full Mormom Overdrive, oder versammeln sich die Evangelikalen um ihr ältestes herrschaftserfindendes Vorbild aka Religion, zur apokalyptischen Globale? Wie ihre MitStreiter im z(uk)ünftigen armageddon scharren Einige doch vernehmlich mit den Hufen - nicht dass ihnen von irren Trans- und Posthumanisten noch die Party verdorben wird. Der jüngste iranische Kotau - Offenbarung internen Kontrollverlusts - muss doch zu was nützen: Okay, doomer!

Maiordomus

14. Januar 2020 11:54

Wie an anderer Stelle schon genannt, war für mich der Film "Doktor Sleep" in der Tat ein Indiz, dass Hollywood zumindest für mich gestorben ist, wobei dies von Ausstrahlung und Wirkung leider wohl bis auf weiteres nicht gesagt werden kann. Im Vergleich zum oben genannten Film kommt mir "Jud Süss" von Veit Harlan immer noch als relativ seriöses Werk vor, wobei ich mich noch aus meiner Jugend an Demonstrationen in Zürich gegen den letztgenannten Film erinnere. "Heim ins Reich mit Nazi-Seich" stand auf einem Transparent.

Laurenz

14. Januar 2020 18:06

@heinrichbrueck ... grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Die me2-Kampagne war wohl deswegen nicht durchschlagend, weil selbst dem Dümmsten klar ist, was Extrem-Narzißten, wie Hollywood-Schauspieler, bereit sind, für die Karriere zu tun. Prostitution wäre als Terminus wohl noch geschönt. Bei dieser Skrupellosigkeit, auch gegen sich selbst, sind politische Stellungnahmen wohl selten glaubhaft. Marlon Brando ist hier sicher eine interessante Figur. Er lebte tatsächlich seine politischen Überzeugungen und lehnte sich gegen das jüdische Bildungs-TV aus Hollywood öffentlich auf. Ob das der Realität immer gerecht wird, muß jeder selbst entscheiden. Eine Kultur wird immer durch ihre dürftigsten Vertreter limitiert.

@Maiordomus ... viel interessanter ist, was Shoah.de zu diesem Film äußert.

RMH

15. Januar 2020 08:04

"Die me2-Kampagne war wohl deswegen nicht durchschlagend, weil selbst dem Dümmsten klar ist, was Extrem-Narzißten, wie Hollywood-Schauspieler, bereit sind, für die Karriere zu tun. Prostitution wäre als Terminus wohl noch geschönt."

@Laurenz,
die me2 Kampagne war das tarnende und politisch opportune Beiwerk. Die Hauptattacke diente der Beseitigung eines der letzten mehr oder weniger "Independent"-Players mit ordentlicher Marktwirkung sowie der Disziplinierung aller Anderen und Verbliebenen. Ich habe oben nicht ohne Grund geschrieben, dass der Missbrauchsvorwurf der Giftmord der heutigen Zeit ist. Und wer "Marvel & Co." sagt (@Andreas Walter), der sollte eigentlich Disney sagen, denn dieser Konzern hat eine marktbeherrschende Stellung erlangt.

Da kann dann schon ein britisches Mietmaul das Personal einmal ordentlich anpöbeln. Das Personal weiß, dass es ja eigentlich nur noch 1 Chef hat und sich deshalb das gefallen lassen muss bzw. auch noch wohlwollend zu lachen hat (diese Konfiguration ist eigentlich die typische "Missbrauchs"-Ausgangslage). Und mit der bezahlten Attacke aufs Personal lenkt man dann auch wieder schön vom eigentlichen Chef ab …"Everybody's someone else's nigger" … (Eine Wahrheit von Marilyn Manson aus dem Song "Irresponsible Hate Anthem")

Der Fisch stinkt immer von oben. Und der Komiker komikt auch nur das ab, wofür er bezahlt wird …

Laurenz

15. Januar 2020 09:21

@RMH

https://www.gevestor.de/details/das-sind-die-5-groessten-filmunternehmen-der-welt-816005.html

RMH

15. Januar 2020 10:14

@Laurenz,

die von Ihnen verlinkte Übersicht bzw. der Artikel berücksichtigt noch nicht, dass 21th Fox zum größten Teil von Disney aufgekauft wurde, vgl.

https://de.wikipedia.org/wiki/21st_Century_Fox

Maiordomus

15. Januar 2020 12:55

@RMH. "Der Komiker komikt nur das ab, wofür er bezahlt wird." Auf den ersten Blick, im Hinblick vielleicht auf das deutsche Fernsehen zutreffend, dessen Sendungen in meiner verbleibenden Lebenszeit zwar nicht mehr vorgesehen sind. In Wirklichkeit waren dem Komiker bzw. dem alten Hofnarren schon immer Grenzen gesetzt, die von der Mehreit der Ungenialen entweder eingehalten wurden oder dann plump verletzt nach der Regel "selber schuld", wenn man die in der Tat von Zeit zu Zeit wechselnden Tabus nicht in Rechnung stellt. Auf den zweiten Blick ist es so, dass Komik und Satire für den genialen Produzenten über ein ungeheures Unterwanderungspotential verfügen, das keine Zensur völlig zu neutralisieren versteht. Und selbst noch am Wiener Hof verstand es der Kapuziner Abraham a Sancta Clara eine Predigt zu dementieren, wonach "die Hälfte der Hofdamen Huren" seien. Er entschuldigte sich in der Tat: "Die Hälfte der Hofdamen sind keine Huren!", liess er zu seiner Entlastung verlauten. Wobei das immer noch ein relativ plumper Humor ist. In der Sowjetunion und im 3. Reich musste man subtiler vorgehen; besitze da einen tollen Band "Der Flüsterwitz im 3. Reich", aus dem jetzt aber nicht gleich zu zitieren wäre.

Laurenz

15. Januar 2020 13:40

@Maiordomus ... in der jetzt mehrfach wiederholten Albert & Hermann Göring - Doku kamen mehrere Nazi-Witze zum tragen. Die waren noch nicht mal schlecht, aber im Prinzip mit jedem politischen - oder religiösen System austauschbar.

Andreas Walter

15. Januar 2020 15:51

Wenn also Frankreich und England auch noch zerstört werden (Islam), welche machtvollen und souveränen Nationen bleiben dann noch übrig?

China, VSA/Israel, Russland.

Der Rest sind Satellitenstaaten, arme Schweine, Vasallen, Zulieferer. Wobei Russland auch nur ein Zulieferer ist, von Rohstoffen, Waffen, Energie.

Den Filmmarkt (die Massenkultur der Welt) werden daher Chinesen und "Amerikaner“ unter sich ausmachen, aufteilen, Indien nur noch regional einen Beitrag leisten, denn die haben sich jetzt auch mit dem Islam überworfen.

@RMH

“Marvel“ als Stichwort drückt es trotzdem besser aus, weil dadurch der Charakter der Filme und damit auch des kleinsten Nenners besser klar wird.

Habe in meiner Aufzählung daher lediglich die Kategorie “Manta, Manta" noch vergessen (Automobilität, The Fast and The Furious, zum Teil auch Transformers), die in China auch sehr populär ist. Die grössten chinesischen Blockbuster in China waren aber Wolf Warrior 2 (eine Art chinesischer Rambo), Ne Zha (chinesische Mythologie) und The Wandering Earth (SF, Weltrettung).

Dazu dann noch die Zensur wie bei Google und Facebook, also im westlichen Netz, und man bekommt in etwa ein Gefühl für die Zukunft.

Wir gehören daher zur Freiheitsbewegung, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel.

heinrichbrueck

15. Januar 2020 18:23

Ablenkungsmanöver und Propaganda, besonders im Vergleich sichtbar. Kommt dann der "Nazimentalitätsdurchsetzungsschuppen" ins Gespräch, eine politische Unzulänglichkeit auf höherem Niveau, wird die systemgebundene Haltung, demokratisch positiv vorausgesetzt, auf eine politisch unzurechnungsfähige Ebene gestellt. In einem Vernichtungskrieg die Polizei anzurufen, zeigt auch ein Systemverständnis. Warum die Strukturabläufe nicht das Vorstellungsvermögen logisch beeinflussen können, damit nicht ständig Hitler an der Malaise aller weißen Völker Schuld sein kann, steht auf einem anderen Blatt.

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