16. Januar 2020

Kraft und Nation

Heino Bosselmann / 27 Kommentare

Fitneß ist fester Bestandteil des „Lifestyles“, insbesondere der „jungen urbanen Schichten“.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Das liegt vermutlich an ästhetischen Gründen einer narzißtischen und sexualisierten Selfie- und Instagram-Gesellschaft vereinzelter Einzelner. Aber überhaupt ist der Begriff dauerpräsent: Fit machen für die Zukunft, fürs „Abi“, für den „Job“, fit sein für neue Herausforderungen, „Slim fit“ als schlanker Schnitt derer, die es geschafft haben. – Starke Körperbezogenheit ist ansonsten für Bereiche oder in Situationen symptomatisch, in denen man über kaum mehr verfügt als noch über seinen Körper, meist dort, wo Ästhetik wichtiger ist als Ethik, wo also der äußere Körper – wichtiger als Denken und Sprache – gänzlich Ausweis der Persönlichkeit ist oder sogar Waffe.

Aber wie fit ist die Nation? Mal abgesehen davon, daß ihre Bevölkerungspyramide bereits einer Urnenform gleicht. Inwiefern sind wir rein physisch – als Deutschland – noch widerstandsfähig, vital, „resilient“ im Sinne des „Volkskörpers“, so es den überhaupt noch – als ausgemacht deutschen Corpus – geben mag.

Unsere moderne Zivilisation ist gekennzeichnet von enormen Entlastungen, ermöglicht von einer alle Bereiche durchdringenden Hochtechnologie. Die entstand auf der Basis der noch körperliche Arbeit leistenden, aber mittlerweile gegenüber den smarten Computer- und Webjobbern alternden Industriegesellschaft und sichert einen Komfort, der – als allzu selbstverständlich empfunden – die Gefahr einer forcierten physischen und kulturellen Degenerierung im Sinne von „Verhausschweinung“ (Konrad Lorenz) birgt.

Zum einen bedarf man immer weniger praktisch anwendungsbereiter Kenntnisse, da vielfältige Dienstleistungen oder einfach Computerprogramme und Apps das übernehmen, wofür Kopf und Hand nicht mehr befähigt sind; zum anderen überlebt man in einer technisch abgesicherten Welt weitgehend ohne Kondition und Kraft und darf fürs Alter darauf hoffen, vom medizinisch-pharmazeutischen Komplex klinisch richtig „eingestellt“ zu werden, bevor es schmerzarm ans Sterben geht.

Technisch ist ganz markttauglich für beinahe alles und jeden gesorgt. Zudem strebt die Inklusionskampagne an, dass Stärke und Schwäche hinsichtlich gerechter Teilhabe keinerlei Unterschiede bedingen mögen.

Umstandslos kann jedes materielle Bedürfnis befriedigt werden, wenn das Geld stimmt. Neuerdings schon per Mausklick. Allerdings: Die erste Begegnung mit dem Super-Markt des Westens bedeutete für die damals noch den Mangel gewohnten Ostler nicht nur die Erfüllung ihrer Intershop-Träume, sie war für nachdenkliche Neukunden durchaus bedrückend. Plötzlich sollte alles nicht nur vorhanden, sondern permanent zuhanden sein.

Die ganze Welt, eben nicht nur der Pfennigartikel Banane, im Discounter verbraucherfreundlich versammelt: Welch unheimliches, sichtlich ungesundes, völlig entgrenztes Übermaß! Alles, aber auch wirklich alles war endlich zur Ware geworden. Eingestanden, dies um den Preis, daß man sich selbst als Ware feilzubieten hatte, aber immerhin: Ein hedonistischer Gewinn, wie man ihn sich vor der Währungsunion nicht vorstellen konnte, als man um Lebensgenuß noch zu ringen hatte, das Holz für das Anfeuern des Ofens selbst hacken und die Kohlen aus dem Schuppen oder Keller herbeischleppen mußte.

Nicht mal der Winter stellte jetzt mehr eine Herausforderung dar: Die Fenster erst zweifach, dann dreifach, schließlich vierfach verglast, die Wohnung in sich keimfrei und hermetisch gegenüber der Natur abgedichtet, das Belüftungssystem so leise wie verläßlich arbeitend, die Temperatur über Sensoren stufenlos regelbar. Nichts mehr unmöglich, von Kommunikation bis Einparkhilfe. Alles algorithmisiert, was früher noch Abenteuer war.

Die echten Herausforderungen beginnen erst mit Havarien und Blackouts, die dank Mehrfach- und Backupsicherungen immer unwahrscheinlicher wurden. In der alten DDR waren nicht mal die Städte „urban“, sondern gerade sie eine Herausforderung. Mit der Sterilisierung ihrer Lebensverhältnisse sterilisierten die Menschen zunehmend ihre eigene Epidermis bis zur Ganzköper- und Intimrasur und wirken überhaupt in dem Maße immer uniformer, in dem sie als individuell und unverwechselbar gelten wollen. Schöne neue Welt.

Aber irgendwie packt oder bedrückt uns dieser Gedanke des Abenteuers noch. Rührt daher die Vorliebe für Dystopien und Katastrophenfilme, dieser Schauerromane der Gegenwart? Die Fortschrittshoffnung nimmt jedenfalls ab. Greta Thunberg wirkt wie ein düsterer Engel. Die Baby-Boomer, schon immer im Vorteil, gelten als die letzten, die als Erbnehmer noch einigermaßen heil durchkommen werden.

Wie fit aber ist die Jugend, der angeblich die Zukunft gehört? Interessant wären Studien, die das physische Leistungsvermögen Heranwachsender über Jahrzehnte verglichen, wenn das möglich wäre. Keine Frage, wir werden gerade verhausschweint dank Medizintechnik und Pflegeversicherung immer älter, wir sind immer gesünder; „Studierende“ leben aus ethischen Gründen vegan, solvente Greise sind multifit mit E-Bikes unterwegs, und wie man liest, wird in Ergebnis der penetranten Gesundheitspropaganda weniger gesoffen und geraucht, wie überhaupt wohl Leidenschaften seltener und die Amplituden immer flacher werden.

Aber wie steht es mit Kraft und Ausdauer? Alle so langlebig schick und gesund! Aber was ist mit Mumm? Will man in Form bleiben, braucht es Leistung, ansonsten nimmt die Entropie zu. Das Konsequenz des zweiten Hauptsatzes des Thermodynamik ist fürs Alltagsleben nun mal der Verfall.

Klischees drängen sich auf: der adipöse Dauergamer, der bleiche Hikikomori, der „Lauch“mit dem Hänge-Seitenscheitel. Als Oberschüler warteten wir bei Radtouren und Wanderungen einst höflich darauf, daß unsere Lehrer, ältere Damen und Herren, bitte schön gut mitkamen. Heute ist’s umgekehrt: Die vergleichsweise trainierten Alten ermutigen freundlich und mit viel Zuspruch die Jungen, wenn es mal ärger bergauf geht. – Täuscht der Eindruck, daß das deutsche Kiezkind gegen das orientalische grundsätzlich schlechte Chancen hat, wenn die Gebote der Toleranz mal nicht befolgt werden und es was auf die Fresse gibt?

Welcher Stellenwert kommt dem physischen Leistungsvermögen heutzutage zu? Nur etwa zwanzig Prozent des BIP Deutschlands werden noch vergleichsweise kraftvoll in der Industrie erarbeitet, und die gegenwärtige Maloche ist mit der des Wirtschaftswunders nicht mehr vergleichbar. Hier und da sieht man noch „den Arbeiter“, aber als seltenes Exemplar, zudem technisch weitgehend entlastet und in spielzeugbunter Kluft. Während vom „Bauer“ oder „Landwirt“, überhaupt vom Mythos des Bodens, rein gar nichts übrig blieb.

Braucht es dennoch Kraft für anstehende Auseinandersetzungen? – Die DDR organisierte alljährlich Wettkämpfe unter der Berufsschuljugend um den Titel „Stärkster Lehrling“ und „Sportlichstes Mädchen“. Die kleine poststalinistische, aber so preußisch anmutende Republik bedurfte in sich athletischer Kraft, weil die marode Technik die „Arbeiterklasse“ dort weniger entlastete und das Ländchen im Kalten Krieg auf seine Verteidigung vorbereitet sein wollte. Vermutlich würden solche Wettkämpfe heute als faschistisches Turnen gelten.

Andererseits war der Aufstieg der großen kultur- und kapitalexportierender Nationen in der Geschichte ohne starke Physis und die damit verbundene ästhetische Dimension leistungsfähiger Körper nicht zu denken. Das betrifft nicht allein die Antike, sondern ebenso etwa England mit seiner normannischen Härte wie überhaupt alle imperialen Mächte, die ihre Jugend wehrfähig gestählt wissen wollten, was das postheroische Zeitalter heute ja gleichfalls als faschistoid verachtet. –

Was aber, wenn die Zeiten, pauschal ausgedrückt, härter werden, weil Ressourcen und damit im Zusammenhang gleich noch internationales Vertrauen schwinden? Wären dann die erforderliche Stärke und gar ein Wehrwillen wieder herstellbar? Den alten Nationen fehlt der früher so signifikante „Youth-Bulge“, während die Flüchtlingsregionen fast ausschließlich davon bestimmt werden, als Ursache ihrer Probleme, die sich bei Gunnar Heinsohn beschriebenfinden.

Afrikanische Länder galten mal als „junge Nationalstaaten“, waren aber nie Nationen im herkömmlichen Sinne und sollen es heute nach linkshumanitärer Weltsicht auch gar nicht sein, insofern doch vielmehr „eine Welt“ in „Weltbürgerschaft“ angestrebt wird. Was aber, wenn daraus nichts wird, nicht etwa nur, weil die böse Rechte das verhindert, sondern weil dem objektive Differenzen entgegenstehen? – Doch wieder Zeit für „faschistisches Turnen“?

Das normative Projekt des Westens könnte scheitern. Er ist etwa ohne die USA nicht denkbar, aber die beschreiten mit Trump rückbesonnen einen sehr eigenen Weg. Großbritannien verläßt zudem vermutlich die EU, und die NATO erscheint eher geschwächt als gestärkt.

Wesentlicher noch: Die westliche Demokratie funktionierte nach dem Zweiten Weltkrieg bislang ausschließlich als Wohlstandsprojekt – zu Lasten der Natur und in Ausbeutung der einstigen Drittweltländer. Steht dieser Wohlstand als Selbstverständlichkeit in Frage und wächst er nicht mehr, drohen gar ungewohnte Einschränkungen, dann bleibt vom Westen in seiner bisherigen Verfaßtheit nicht viel. Selbst grüne Öko-Träume akzeptiert die „neue Mitte“ nur solange, bis ihr Lebenskomfort spürbar eingeschränkt wird.

In Zeiten neuer Entbehrungen und Unsicherheit mag von der Demokratie hoffentlich noch die Rechtsstaatlichkeit übrig bleiben. Die alten Demokratien gefährden sich jedoch am allermeisten selbst, indem etwa Gerechtigkeitsphantasien so weit getrieben werden, daß sie der conditio humanageradezu widersprechen.

Über Jahrzehnte versprach die Demokratie, was sie eigentlich nicht halten kann, indem eben nie und nirgends allen alles rechtzumachen ist, auch nicht, wenn sich der Westen seit der Aufklärung als politischer Lernprozeß versteht. Im letzten Jahrzehnt strukturierten sich die einstigen Industrienationen ihrem Anspruch nach mindestens verbal und rhetorisch geradezu sozialistisch um, während das mindestens in seiner Herrschaftsform kommunistische China auf seine Weise zeigt, wie Zufriedenheit und wachsender Wohlstand ganz ohne Demokratie und Pluralismus möglich sind, indem aus Marxismus und Konfuzianismus eine tragende Staatsideologie generiert wird.

In Ost- und Südeuropa werden zudem Tendenzen der Rückbesinnung auf Nationalismus und autoritäre Herrschaft deutlich. Darauf regiert der noch satte Westen mit solcher Hysterie, weil seine Leitlinienbestimmer offenbar unbewußt spüren, daß uns Gleiches erwartet. Worauf die ultrarechten Bewegungen im Osten und Süden reagieren, inwiefern sie Konsequenzen aus Fehlentwicklungen zu ziehen versuchen, das sollte man sich höchst aufmerksam und kritisch anschauen.

Was dort geschieht, ist nicht zuletzt der Versuch, die eigene Nation und das eigene Volk wieder fit zu machen – geistig, mental, physisch. Weil es eine neue Stärke braucht, um als Land von eigener Kultur und Würde doch weiter bestehen zu können.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (27)

Nordlicht

16. Januar 2020 16:56

Zu:
"... Bevölkerungspyramide (hat) bereits einer Urnenform ..."

Japan hat mE dazu eine bessere Lösung gefunden als Deutschland.

Zu: Fitness

Der Anteil der Migranten-Männer in den Mucki-Buden scheint mir extrem hoch zu sein. Wer weder studiert noch arbeitet und auch sonst wenig geistige Interessen hat, kann Stunden um Stunden für den Muskelaufbau aufbringen. Im Hinblick auf zu erwartende Auseinandersetzungen müsen wir wohl auf Intelligenz setzen.

Gustav Grambauer

16. Januar 2020 18:05

Habe gerade vor ein paar Tagen einen kleinen Einblick in eine Paralellwelt der totalitären Selbstoptimierung nehmen dürfen, wo nur noch "positiv gedacht" (gedacht???) wird, alle vor Lebensfreude und Erfolg platzen, sich unentwegt gegenseitig versichern, wie "toll" (sic!) und "geilo" alles sei und wo alle ihre "Entspanntheit" unter ständiger Betonung des Wortes wie die Monstranz vor sich hertragen. Das kam so:

Es wurde von guten Bekannten ein Anschlag auf mich verübt, von wachen, ambitionierten Akademikern, er Wirtschaftsingenieur (!), beide auf der Suche nach "passivem Einkommen", die sicher Don Alphonso, Berger, Boehringer, Bolz, Fest, Freie Welt, Fritz, Lengsfeld, Wendt u. ä., sogar - mir bekannt - Wagandt in ihren Browser-Lesezeichen haben, sehr gut situiert. "Anschlag" nennt man in der Call-Center-Szene die fernmündliche "Erstansprache", man kann - indirekt - sagen Kaltaquise, des ins Beuteschema genommenen potentiellen neuen Downliners / Coaching-Mündels. Sah mich nach einer längeren sogenannten Ice-Breaker-Stufe ("Wie geht`s dir denn so?"), die mir schon verdächtig war, in einem nicht genau definierbaren Moment zum Objekt einer Marketingtaktik erniedrigt.

Wer mich kennt, weiß, daß ich mich aber nicht erniedrigen lasse, außerdem gute Bekannte nicht mit einem knappen Ja oder Nein abspeise sondern mich nachvollziehbar erkläre, außerdem immer neugierig auf obskur-bizarre Paralellwelten bin und dementsprechend sofort tief und gründlich nachbohre. ... und es tat sich der ganze Abgrund der liberalen Verwahrlosung auf.

Sie konnten nicht verstehen, daß ich allein den Schematismus der Gesprächsführung nach der Retorte der Marketing-Kommunikationsindustrie mit ihren sattsam bekannten vorgestanzten Bausteinen ("Erst war ich ja auch skeptisch, aber jetzt bin ich begeistert von den Produkten ..." usw.) von Grund auf würdelos fand. Die Anspielung meiner Erfahrung mit anderen Bekannten, Nachbarn usw., daß MLM zwischenmenschliche Beziehungen vergiftet, haben sie nicht verstanden. Sie haben nicht verstanden, daß ich einmal einen Arztbesuch schon im Wartezimmer wegen dort in einer Vitrine stehender einschlägiger "Nahrungsergänzungsmittel" habe platzen lassen, weil ich dies für berufsständisch mies und vor allem, in Erwartung der Nötigung, dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses vonvornherein entgegenstehend ansehe, statt einer Beratung hätte ich mich wohl einem suggestiven Verkaufsgespräch ausgesetzt gesehen. Sie haben nicht verstanden, daß ich unter keinen Umständen meine eigenen Freunde, Bekannten oder Nachbarn anklingeln würde, um diese als "mein Netzwerk" in "Mind Maps" und "Priority Lists" zu kategorisieren und dann mit allerhand Marketinghokuspokus über den Tisch zu ziehen. Würde ich einen einzigen Rappen ausgeben, um dies in "Kommunikationsworkshops" zu lernen? Niemals, kriege schon Kotzkrämpfe bei dem Gedanken daran! Sie haben nicht verstanden, daß ich keinerlei Interesse an den "vielen netten Leuten,

https://www.youtube.com/watch?v=CaDmUZ3z76o

die man im 'Netzwerk' kennenlernt", habe. Sie haben nicht verstanden, daß ich, statt "Selbstmanagement" und "Selbstoptimierung" zu Götzen zu erheben, der Unvollkommenheit und sogar dem Fragment zuneige. Nun zur fachlichen Seite. Frage mich, warum mir, der ich auf dem Gebiet Laie bin, - und sie sind selbst völlige Laien -, seriöserweise jemand NEM abkaufen sollte; wahrscheinlich gehen sie davon aus, daß jedermann nach dem ersten "Motivationsseminar" sogar als "Power Seller" Sch... als Gold verkaufen könne und sich nach gar nichts anderem sehne. (Sie wollten mich gleich zu einem Vortrag von einem dauerlächelnden, zwanghaft mit den Zähnen dauerbleckenden Rolf Schmiel, bitte googeln, einladen.) Sie haben nicht verstanden, daß meine Frau und ich eine Philosophie jenseits eines trivialmechanistischen Welt- und Menschenbildes à la Kinderbaukasten pflegen, das mit einem durchgeistigten Verständnis von Krankheit und Gesundheit einhergeht und mit dem das Brimborium des Yankee um Nährstoffsubstitution für uns nur absurd ist. Falls es darum gegangen sein sollte, daß ich wenigstens für den Eigenbedarf unserer Familie die Präparate abbonieren sollte, hätten diese Trampel nicht verstanden, wie unhöflich sie damit meine Frau abqualifizieren, von der sie wissen, daß sie Naturheilpraktikerin mit 25 Jahren Berufserfahrung und ganzen Stapeln an Zertifikaten ist. Sie haben keinen Gesichtspunkt verstanden, unter dem ich ihnen ihr ganzes Auftreten als aufdringlich und sogar übergriffig, banausenhaft, mich zum Objekt instrumentalisierend und - grundsätzlich sowie zusätzlich in vielen Einzelheiten - verlogen seziert habe. (Ich erspare den werten Teilnehmern die Aufzählung all der einzelnen Marketing-Lügen, beginnend damit, es handle sich doch angeblich gar nicht um MLM.) Wichtig war ihnen nur, daß der Marketinggott um jeden Preis das letzte Wort behält: "wir kennen viele, bei denen das erstmal reifen mußte, und die einem Jahr oder so doch noch auf das Angebot zurückkamen und begeistert waren".

Ergebnis: stattdessen haben sie sich wie die Kletten an meine Frau, bei der sie aber ebenfalls subito die harte Abfuhr einkassiert haben, drangehängt und ihr dabei mitgeteilt, daß der weitere Umgang mit mir für sie nur noch, wörtlich:, "Zeitverschwendung" sei. Im Analogon: wir sind die schöne bunte Community und du bist die störende Nazisau, wobei die Betreffenden womöglich am meisten mein Rekurs auf die Bergpredit zu dieser Aussage provoziert hatte - ich hatte ihnen zu verstehen gegeben, daß meine Frau und ich der Selbstoptimierungsraserei ganz bewußt und zumal ganz entspannt das biblische "Die Letzten werden die Ersten sein" entgegensetzen.

Wie gesagt: ambitionierte Akademiker, alles andere als Merkelisten, in Deutschland wären sie wahrscheinlich stramme AfD-Wähler. Ich fürchte, es gibt nur noch ganz wenige Menschen, die diesen, und ich wiederhole, - liberal-entgrenzten - Abgrund überhaupt noch als Abgrund erkennen. Wieviele Ärzte vertickern ihren Patienten, vieviele Pfarrer ihren Gemeindemitgliedern, wieviele Lehrer ihren Schülern, wieviele Bestatter den trauernden Hinterbliebenen eigentlich Lifestyle-Gadgets und bemerken nicht mal die Niedertracht, die menschliche Schäbigkeit, die Kulturlosigkeit dabei?!

Die meisten Leute würden wohl die skandalösesten Auswüchse ablehnen (sich z. B. über die überzogenen Preise für die Erzeugnisse oder besonders aggressives Geschäftsgebaren aufregen). Aber wieviele Zeitgenossen würden überhaupt wenigstens dumpf die kalte Verachtung ahnen, mit der - hoffentlich - so manche SiN-Teilnehmer als Aristokraten und als Fichte-Deutsche respektive Tell-Schweizer auf diesen Sumpf, ja auf diese ganze grassierende Alles-ist-Möglich-Endemie herabblicken?

- Kommentariat Grambauer

Gelddrucker

16. Januar 2020 18:40

@Nordlicht
Falls es zu irgendwelchen Auseinandersetzungen kommt, sind Muskeln denke ich ziemlich egal. Sollten sie kommen, werden sie nicht durch Raufereien entschieden.

Zum deutschen "Volkskörper": Warum sollte es den nicht geben? Sogar wenn man jede Person mit Migrationshintergrund abzieht, sind es über 60 Millionen. Unter den Migranten befindet sich auch eine gewisse Anzahl Assimilierter. Das dänische Volk besteht auf 5 Millionen Individuen. Schweden 8 Millionen. Wer das liest bekommt den Eindruck wir sind kurz vom Aussterben.

Phil

16. Januar 2020 18:42

Sie haben in ihrer Schimpftirade das Wort "Selbstoptimierung" vergessen, ha. Aber im Ernst:
– Ich finde gut, wenn Menschen, insbesondere Deutsche / Weiße, trainieren. Wer gut trainieren will, braucht übrigens Hirn. Auch ein zu großes Ego ist gutem Training abträglich.
Wer daran Freude hat, warum nicht? Die Mischung aus Intelligenz und Muskeln ist doch ein wunderbares Ideal.
– weniger Fleisch, weniger Alkohol, weniger Nikotin: finde ich positiv

Ist es nicht ur-menschlich, es sich möglichst bequem einrichten zu wollen? Die Möglichkeiten sind heute halt da. Die Gefahr einer Degeneration besteht. Liest man nicht bei Jünger, wie die Menschen wieder zu affenartigen Geschöpfen geworden sind?

Online-Shopping ist befriedigend. Ein Klick und man belohnt sich selbst. Ich kritisiere die Konsumgesellschaft und bin doch ein Teil von ihr.

Ihr letzter Absatz in Gottes Ohr. In Deutschland sieht die Realität so aus, dass man schon Dicke in Polizei- und Militärdienst holt: die Anforderungen werden heruntergeschraubt.
Und die Nation wird überfremdet und schlussendlich "abgeschafft".
"Kinder statt Inder" wagte mal einer zu sagen. Er konnte sich nicht durchsetzen.
In Russland gibt's jetzt 6.700 Euro fürs erste und 8.800 Euro fürs zweite Kind.

RMH

16. Januar 2020 18:56

"An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter." (Konfuzius)

Ich möchte ergänzen: Zu einem edlen Charakter gehört auch Kraft.

Das gesamte Paket sollte stimmen - in allen Belangen.

Insofern spricht Bosselmann wieder wichtige Themen an.

Ich persönlich mag aber das Wort "fit" überhaupt nicht. Ich möchte nicht "fit" sein für die Aufgaben, die mir andere diktieren. Ich möchte keine "human resource" sein. Ich möchte - aus aktuellem Anlass - kein Organ-"Spender" sein, so lange daran andere sich eine goldene Nase verdienen.
Die Liste des
etiam si omnes - ego non!
ließe sich noch deutlich verlängern.

Nemesis

16. Januar 2020 21:20

@Gustav Grambauer
Da drauf einen Dujardin! (oder meinetwegen auch einen Aspach Uralt)
:))

Es gibt aber - zum Glück - auch noch andere Menschen...

Maiordomus

16. Januar 2020 21:41

@RMH. "Fit" sein ist im Sinn von Josef Pieper die Eigenschaft eines Funktionärs und nicht zu verwechseln mit Orandum est ut sit mens sana in corpore sano.

Maiordomus

17. Januar 2020 09:01

@Grambauer. Ich glaube, dass Sie sich auch schon mal verrannt haben, wofür ja dann Spruch und Widerspruch auf dieser Seite sinnvoll sein könnten. Gilt für alle und auf Gegenseitigkeit. Ihre Formulierung von gestern gehört aber, mit einem hinzuzufügenden Vorbehalt zum Besten, was ich auf dieser Seite schon gelesen habe:

"Wieviele Ärzte vertickern ihren Patienten, wieviele Pfarrer ihren Gemeindemitgliedern, wieviele Lehrer ihren Schülern, wieviele Bestatter den trauernden Hinterbliebenen eigentlich Lifestyle-Gadgets und bemerken nicht mal die Niedertracht, die menschliche Schäbigkeit, die Kulturlosigkeit dabei?"

Der Vorbehalt: diese Kulturkritik, obwohl sie hundertprozentig trifft, wirkt auf den ersten Blick elitär., und wohl nicht nur auf den ersten Blick, siehe Gerd-Klaus Kaltenbrunners grundlegendes Buch über "Elite". Die wahre Prüfung derselben ist der "Ernstfall". Aber diejenigen, die hier schreiben, ob oben oder "nur" unten, der dieses Schreibende inbegriffen, sind noch längst nicht so gut, wie man im Sinne dieser Ihrer Kritik sein müsste.

"Zur Masse gehört heute jeder", formulierte einst der höchst tiefsinnige Arzt und Kulturkritiker und Jean-Paul-Leser Joachim Bodamer, ich glaube in seinem grundlegenden Buch "Der Mann von heute", vor bald 60 Jahren im damals noch konservativen Herder-Verlag erschienen. Es bleibt wohl dabei, dass wir uns, wenn wir schon selber das Wort ergreifen, ebenfalls via diese kritischen Massstäbe messen lassen müssen. Immerhin habe ich in den letzten Jahren einen Geistlichen aus einem Bergdorf Graubündens kennenlernen dürfen, der meines Erachten, @Grambauer, diesen Anforderungen genügt. Ich glaube, dass Sie ebenfalls wissen, um wen es sich handelt. Einen Namen zu nennen an dieser Stelle wäre höchst ungeschickt. Man kennt schliesslich die Geschichte des Pfarrers in Baden-Württemberg, der in der Jungen Freiheit eine hervorragende Würdigung von Gerd-Klaus Kaltenbrunner schrieb. Dem eigenen Bischof geistig haushoch überlegen, wurde er trotzdem faktisch versetzt und überdies noch mit einem diesbezüglichen Publikationsverbot belegt, dem er sich gemäss seines Gehorsam-Gelübdes freiwillig unterzog.

zeitschnur

17. Januar 2020 09:06

„Der menschliche Körper ist das beste Bild der menschlichen Seele.“ (Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen) _____

Wir finden uns in der Welt vor, wir müssen differenzieren, wo unser Leib unserem Willen untersteht und wo nicht.
Das ist bei genauerem Nachdenken nicht ganz so einfach zu differenzieren, wie es uns suggeriert wird.

Mens sana in corpore sano, sagte man und schien sich so eindeutig sicher zu sein darüber, was ein gesunder Geist ist und was ein gesunder Leib.

Das erste wäre, anzuerkennen, das unser Leib uns oft im Wege steht, oft unbewusster Ausdruck innerer Vorgänge, noch öfter äußerer Einwirkung ist.
Im Mittelalter sprach man vom "defectus materiae" und meinte damit, dass der Mensch nicht ohne Schweiß schöpferisch tätig sein kann. Das war selbstverständlich nicht "leibfeindlich" gedacht, wie man später aus Ignoranz behauptete, in dem Sinn, dass es doch ein Ideal sei, sich zu verausgaben, sich selbst zu spüren, wenn man schafft.
Gott spricht, und es wird, und wenn er mit den Händen formt, den Menschen etwa, dann ist es ohne jeden materiellen Widerstand. In Gott fallen Materie und Geist gewissermaßen in eins, wirken ohne jede Reibung zusammen, es muss keinerlei Widerstand überwunden werden. Das Zusammenfügen und Formen geschieht auf einer völlig anderen, reinen Ebene. Wir müssen Holz und Stein mühevoll bearbeiten bis ein Gegenstand unseres Schöpferwillens daraus wird. Und wenn der Leib versagt, sind auch keine seelisch-geistigen Werke mehr möglich.

Die Situation, die der Autor beschreibt, muss in mehrerlei Hinsicht befragt werden:

1. Der Leibeszustand des einzelnen Menschen entspricht in vielem nicht seinem Willen, sondern ist
a. abhängig von intersubjektiven Trends
b. abhängig von biologischen "Programmen", die genetisch vorliegen und nicht direkt beeinflussbar sind

2. Es gibt in der Tat einen "Volkskörper", eben diesen intersubjektiven Zustand. Wir erdulden gemeinsam vergiftete Himmel, verseuchte Böden, Epidemien, es sind immer viele, die von bestimmten Erkrankungen befallen werden und viele, die in den Sog bestimmter Körperkulte gezogen werden. Viele tätowieren sich heute. Bloß: warum eigentlich? In meiner Kindheit waren nur ehemalige KZ-Häftlinge, das Schlachtvieh und Seeräuber tätowiert. Warum tun sich das heute freiwillig und ohne Not (sollte man meinen) so viele an? Hätten sie das im Klima meiner Kindheit auch "schön" gefunden? Warum finden sie es jetzt schön? Sie finden es schön, weil es einen Trend gibt, den es ohne Anteil und Willenlosigkeit einzelner mehr oder weniger doch an diesem Punkt Willenloser im "Schwarm" nicht gäbe. Ich bin überzeugt, dass in den Think Tanks mit ihrer hohen manipulativen Kompetenz auch Körpertrends geplant werden.

Was heißt das alles nun?
Es bedeutet, dass wir alle ein Abbild der Gesamtheit sein wollen, die natürlich auch damit spielt, dass sie in sich Widerparte und Dichotomien kultiviert. Wer also behauptet, es gäbe keinen Volkskörper, der belügt sich selbst.
In diesem Volkskörper ist allerdings das migrantische Implement Teil des Spiels der Widerparte bis hin zum Verebben der vormaligen Sprachspiele in eine postmoderne Pidgin-Glossolalie. Man will uns leiblich davon überzeugen, dass wir Tiere sind. Und Tiere haben nichts zu wollen als das Rudel, und was das Rudel will, bestimmt der Rudelführer.

Auch die Veggie-Kampagne stinkt bestialisch und ist Teil der Programms zur Nochmehr-Vertierung. Der Mensch wird aus seinem bisherigen Raubtierstatus gedrängt und zum Weidenvieh, das Gras frisst, umgepolt. (Nicht, dass ich diesen beiden Entwürfen irgendetwas abgewinnen wollte, bitte nicht missverstehen! Ich analysiere nur...) der Grasfresser ist immer Beutetier. es gibt wohl kaum etwas Künstlicheres und Unökologischeres als diesen Veggiefraß.

Ich möchte dazu anmerken, dass ich als Christ einen völlig anderen Blick auf diese Dinge habe. Der Mensch ist insgesamt schwer verwundet und dem Geist nach von seinem Urgrund abgekoppelt ("Sündenfall") und harrt seiner Auferweckung und Verwandlung. Er ist eigentlich im Bild und in der Gestalt Gottes und wollte sich experimentell aus dieser Gestalt hinausdenken. Nun muss er sich hinausdenken, ob er will oder nicht, täglich rudert er am Abgrund hängend zwischen Sein und Nichtsein.
Aus diesem Zustand kann es nur Erlösung geben. Wer so am Abgrund hängt kann sich nicht mehr selbst retten.

Wenn man aber übersetzen will, was uns der physische Zustand in unserem Volk (ich zähle hier die Migranten dazu, weil sie mit ins Design dieses Zustandes gehören, mit einem fiktiven oder idealisierten Volkskörper habe ich nichts am Hut) "als Bild der Volksseele" sagt (auch zur Seele zähle ich die Migranten!), dann konstatiere ich eine Steigerung der Tendenz zur Geistfeindlichkeit. Langsam aber sicher wird der letzte Funken einer Potenz zu geistigen Akten ausgelöscht.

Das aber muss niemand mitmachen.

qvc1753

17. Januar 2020 09:54

Mich lässt der Artikel etwas ratlos zurück.
Die Alterspyramide und das - offenbar nur nach rechts - leuchtende Beispiel Japans, die schwindende Kraft der Nation, Köperkult und Selbstoptimierung.
Unterm Strich schimmert die These durch, das der Volkskörper der Deutschen altert und, in Konkurrenz zu den "jungen" Migranten, bald nicht mehr den drohenden Stürmen erwehren kann.
Aber - gottlob - aus dem Süden schimmert eine Gegenbewegung durch. Und der Westen ermüdet und bedarf der Stärkung und muss wieder fit werden.
Man darf dabei eines nicht vergessen:
Diese Art der Krokodilstränen über drohenden Verfall und Dekadenz müffelt doch ein wenig nach bereits bekannten, aber nicht wirklich überzeugenden Modellen.
Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts mag China sein, aber dessen unveränderter Erfolg als Modell beruht darauf, dass es nicht an durchaus vorhandenen Konflikten zerbricht. Überalterung, Nationalitätenfrage, ungeklärte territorial eFragen, die potentielle Falle des Thukydides im Gegensatz zu den USA etc.
Es lässt sich jedenfalls aus der Gegenwart schwerlich ein Zukunftsbild erahnen.

Man darf dabei nicht vergessen:
Vor fünfzig Jahren war mein Großvater (Industriearbeiter) ein körperliches Wrack nach Jahrzehnten Maloche. Heute dürfte ein Greis seines Alters körperlich fitter, gesünder und insgesamt besser ausgebildet sein.
Heute 60jährige sind keine moribunden Greise, weswegen sich die Jugend als Zeitperiode auch immer weiter nach hinten verschiebt.

Ob es deswegen notwendig ist den schalen Sirenengesängen des Autoritarismus zu folgen, das vermag ich nicht sehen.

Herr von Suenden

17. Januar 2020 09:57

"Hard times create strong men. Strong men create good times. Good times create weak men. And, weak men create hard times."
(G. Michael Hopf)

Franz Bettinger

17. Januar 2020 09:59

@Grambauer: Ihre Anekdote, ein Lesegenuss! Besonders auch die Passage mit dem geplatzten Arztbesuch wegen der im Wartezimmer platzierten „Nahrungs-Ergänzungs-Mittel“. Berufsständig mies, in der Tat! Die ersten Opfer dieser "Selbst-Optimierer" sind immer die eigene Familie, die Verwandtschaft und Freunde. Zum Trost (den Sie nicht brauchen): Sie sind nicht allein mit solchen Erfahrungen.

Franz Bettinger

17. Januar 2020 10:10

Eine, zugegeben charmante, Frau aus der Nachbarschaft (in NZ) lud mich mal zu einer therapeutischen Gruppen-Sitzung zu sich ein, die zum Thema hatte: „How to boost your Ego“. Lachend wiegelte ich ab und sagte: „Wenn Sie mal zum Gegenteil referieren, komm ich gern, also etwa zum Thema: How to dampen your exaggerated Ego.“ Ich weiß bis heute nicht, ob sie verstand, was ich meinte.

Maiordomus

17. Januar 2020 11:06

qvc1753. Dass Leute wie Sie sich hier zu Wort melden, spricht für die Breite und Differenzierung der hier ermöglichten Debatte, auf eine ganz andere Art anregend als etwa das Kommentariat der "Jungen Freiheit". Zu Ihrem Hinweis auf die "Sirenengesänge des Autoritarismus". Sicher scheint mir, dass zum Beispiel ein Putin in keiner Weise ein Modell für Westeuropa sein kann oder gar werden sollte. Was zum Beispiel die russischen Medien betrifft, besonders das Fernsehen, was ich vor zwei Jahren - trotz schwacher Sprachkenntnise - vor Ort durchaus mitbekommen konnte, ist das Propaganda-Niveau eindeutig tiefer als in der unterdessen auch klar skandalanfälligen Bundesrepublik. Meine gelehrten und sehr gut informierten Freunde in Russland, von denen kein einziger zur westlichen Mainstream-Weltanschauung neigt, verzichten auf den Medienkonsum für die Masen und orientieren sich untereinander in entsprechendem Austausch, lesen vor allem hervorragende Bücher aus dem In- und Ausland und sind historisch, geistesgeschichtlich und in einem aufgeklärten Sinn religiös orientiert. Dass z.B. die Krim für sie zu Russland gehört usw. ist so selbstverständlich wie dass heute die Meinung kaum bestritten wird, Berlin sei die legitime Hauptstadt Deutschlands. Wobei aber klar sein muss, dass vieles, was für Russland pragmatisch vielleicht vertretbar ist, zumindest nicht gerade falsch, in Westeuropa in keiner Weise modellfähig ist. Das ändert noch einmal nichts daran, dass rein denkerisch und von den strategischen Fähigkeiten her ein Wladimir Putin heute das Problem hat, dass er im In- und Ausland es fast ausschliesslich mit massiv dümmeren oder wenigstens ungeschickteren, unerfahreneren oder wenigstens orientierungsschwachen Politpersonen zu tun hat, das Personal der Europäischen Union und den amerikanischen Präsidenten inbegriffen, nicht zu vergessen die deutsche Kanzlerin, die nicht über einen Hauch der weltpolitischen Analysefähigkeit Putins verfügt. Das Kompliment sei hier nicht überbewertet, solche Eigenschaften hatte ja auch Napoleon, der trotzdem für viele Länder mindestens teilweise eine Katastrophe war und sich die Aussage leisten konnte: "Für die Kollektivverbrechen ist niemand haftbar."

Es bleibt also dabei, dass sie mit einigem Recht vor "den schalen Sirenengesängen des Autoritarismus" gewarnt haben, wobei offenbar das, was damit gemeint ist, hier im Blog und erst recht in Schnellroda noch nicht ausdiskutiert zu sein scheint.

PS. Sogenannte Informationen aus dem Russischen Fernsehen, deren Wahrheitsgehalt - mit anderen und aus anderen Perspektiven - im Einzelfall hinter demjenigen etwa deutscher oder amerikanischer Stationen nicht zurückstehen muss, werden dann und wann mit gezielten geheimdienstlichen Absichten verbreitet. Es handelt sich im Einzelfall nicht mal immer um Desinformation, sondern eben um "gezielte Information".

AfDHSKind

17. Januar 2020 11:06

Ich oute mich an dieser Stelle mal als Befürworter der Selbstoptimierung. Allerdings nicht im Sinne meiner Generation.

Für mich bedeutet das nichts anderes, als den Grundsatz "Mens sana in corpore sano" zu leben. Sämtliche Optimierung ist ein Verbesserungsprozess.
Wer seine Ausdauer steigert, ob durch Joggen, Schwimmen, Radfahren etc, betreibt Selbstoptimierung.
Wer beim Kampfsport oder Schießtraining seine Wehrfähigkeit steigert, betreibt Selbstoptimierung.
Wer langfristig das Ideal des Universalgenies anstrebt und sich eine breite Bildung sichert (-was Neugier und Freude am Lernen nicht ausschließt!-) betreibt Selbstoptimierung.
Wer sich aktiv mit seiner Stimme und Körpersprache befasst und dadurch seine rhetorische Wirkungskraft steigert, betreibt Selbstoptimierung.

Wer seinen Körper photoshopt, anstelle ihn tatsächlich zu stählen, betreibt keine Selbstoptimierung, sondern Selbstbetrug.
Wer sich ein gewisses Vokabular aneignet, ohne die Bildung dahinter zu beherrschen, betreibt Selbstbetrug.
Wer nicht aus Sehnsucht nach dem Abenteuer, sondern um der sozialen Geltung willen Herausforderungen sucht, betreibt Selbstbetrug.

Weiterentwicklung aus inszenatorischen Gründen sollte man nicht als Optimierung betiteln, da sonst der positive Kern negativ konnotiert wird.

Laurenz

17. Januar 2020 12:24

Die Deutsche Jugend muß sein: "Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl"!

https://youtu.be/r5E7xhO1Z4w (3 min)

Einer muß das ja unseren links-liberalen Bolschewisten unter der SiN-Leserschaft bieten. Ob die mediale bundesrepublikanische Interpretation aus obigem Video oder im Gegensatz die Aussage Hitlers an sich stimmt, vermag ich nur bedingt zu sagen.
Seit einer fast jenseitigen Krankheits-Erfahrung vor knapp 10 Jahren, bin ich, Dank Kortison, das Gegenteil, nämlich dick und fett, aber eben doch besser als tot. Und mental geht es mir seither besser als zuvor. Alle Blessuren, Makel, Gebrechlichkeiten stammen aus einem harten Mannschafts-Ballsport, den ich in meiner Jugend verübte.
Was mich eher am Zeitgeist (Herrn Bosselmanns) stört, ist die politische Frage, wie früher die Bonner - und jetzt die Berliner Junta mit dem Werkzeug Brüssel unsere noch vorhandene Bauernschaft aufstellt/e. Das ginge auch anders. Hier ist die Ökonomie fehl am Platze und etwas mehr Naturschutz, Tier- und Pflanzenschutz ohne viel Radikalismus mit guten Lösungen wäre angesagt.
Am wohlsten fühle ich mich diesmal mit dem Kommentariat Grambauer.
Hinzu kommt, daß mich "Marken" einen feuchten Kehricht interessieren. Ich hätte an Hitlers Stelle wohl das gleiche gesagt, aber den Kruppstahl wohl mit dem Diamanten vertauscht.
Den hanebüchenen Beitrag lieferte diesmal zeitschnur.
Das Christentum, der Islam, das Judentum entfernten den Menschen am weitesten von jeder Körperlichkeit.
Erst der preußischen Generalstab besann sich darob, weil er gesündere Rekruten brauchte, und in der Folge war es Turnvater Jahn, der Körperlichkeit auch im Geiste wieder akzeptabel machte. Von daher, @zeitschnur, ist es in Ihrem Falle wieder der Dieb selbst, der "haltet den Dieb" ruft, und das Prinzip von Ursache und Wirkung verleugnet.
Wollten wir tatsächlich wieder "Mensch" sein, müßten wir uns der Steinzeit vor der Seßhaftigkeit zurückbesinnen, so wie hier in der SWR-Doku aus 2010 "Das Steinzeit-Rezept" https://youtu.be/OB_L9mPdHR4 (43:00)

Nordlicht

17. Januar 2020 14:13

Für die Kraft eines Staates sind sicherlich der Gesundheitszustand und die "Fitness" (- damit meine ich nicht im so benannten Studio aufgebauten Muskeln) wichtig, sondern die politische, wirtschaftliche und militärische Stärke.

In allen drei Bereichen hat ein Niedergang stattgefunden: Über die regierende Klasse kann man nur den Kopf schütteln, die Wirtschaftskraft hat nicht nur wegen der gewachsenen Konkurrenz relativ nachgelassen, sondern auch ist akut gefährdet wegen der Energiepolitik.

Über den Zustand der BW wird viel - wohl zu Recht - gelästert, ich möchte hier auf das Problem der Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht hinweisen. Die Folgen bestehen nicht nur darin, dass es im Verteidigungsfall keine Personalreserven gibt, die eingezogen werden könnten, sondern der Wehrgedanke generell scheint mir eingeschlafen zu sein. (Im Unterschied zB zu der Schweiz.) Es fehlt an militärischer Grund-Fitness.

"Wer sollte Deutschland angreifen?", wird abgewunken, wenn man solche Bedenken äussert. Der vorgelagerte Schritt aber ist die Erpressbarkeit, und hier vermag ein Hinweis auf NATO-Gemeinsamkeit oder evtl. EU-Armee nicht zu helfen. Weder die USA noch Frankreich noch GB würden grössere Risiken eingehen, um Deutschland so zu schützen, dass unser Land selbstbestimmt bleiben kann.

Schon zu den Zeiten Adenauers wäre Deutschland bei einem Ost-West-Krieg allenfalls ein nukleares Schlachtfeld geworden, es wäre nicht geschützt worden. Schützen kann sich ein Land nur mit eigenen Kräften. In der gegenwärtigen Situation gehört dazu die Entscheidung über einen nuklearen Gegenschlag. Wenn zB Israel diese Option nicht hätte, würde es wahrscheinlich nicht mehr existieren.

Maiordomus

17. Januar 2020 14:50

@Laurenz. Entgegen einer zwar begreiflichen Mahnung der Bademeisterei, weil es auf die Proportionen ankommt, scheinen mir zwischendurch "Ich-Botschaften" aus dem Kommentariat für die Einschätzung und Glaubwürdigkeit von Aussagen nicht überflüssig. Es gibt einen Unterschied zwischen lächerlichen Bekenntnissen oder Aufplusterungen, auf die niemand wartet, und Hinweise auf die biographischen Hintergründe der eigenen Zeitgenossenschaft. Z.B. war es für mich nicht nur eine Aufmöbelung von dessen Prestige, dass sich @Bettinger als Arzt outete. Aus Lebenserfahrung entsprungene "Hintergrundkenntnisse" (habe ich oben falsch geschrieben) machen einen Unterschied aus zum "Medienkonsum der Massen* (nicht der Masen), wobei letzteres für eine glaubwürdige Meinungsperspektive nun mal nicht genügt.

Wahrheitssucher

17. Januar 2020 15:18

@ Herr von Suenden

„Hard times create strong men. Strong men create good times. Good times create weak men. And, weak men create hard times."
(G. Michael Hopf)

Dank für das Ausgraben und die Weitergabe dieses Zitates.
Wie viel kann man in so wenigen Worten sagen!
Ist der Zitierte der Buchautor?

Andreas Walter

17. Januar 2020 15:35

Nation? Welche Nation. Es gibt kein Land auf der Welt das weniger Nation ist als Deutschland.
Ein Land von Einzelkämpfern ist Deutschland, die darum auch von jeder halbwegs funktionierenden Truppe, Gruppe, Clan oder Organisation geschlagen, eingeschüchtert, missbraucht und ausgeraubt werden können. Zu diesen Gruppen gehören darum auch Konzerne und die Regierung und ihre Orgs.
Halbwegs wirksam bewaffnet sind davon die Bundeswehr, die Polizei, die SKs, Jäger und Sicherheitsdienste. Neben etwa 5,5 Millionen registrierte Schusswaffen in Privatbesitz:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-05/waffengesetz-amnestie-straffreiheit-waffen-bundestag-gesetz/komplettansicht?print

https://www.welt.de/vermischtes/article143346240/Immer-mehr-Waffen-immer-weniger-Morde.html

Muskeln und flache Bäuche aber können keine Kugeln und marodierende Banden von ihrem Zerstörungswerk abhalten, was soll also auch das ganze Gerede von Fitness. Wer sein Volk fit machen will stattet es mit Sturmgewehren aus, so wie die Schweizer und Israelis. Der versteht Wehrsport als eine Erziehung zur Verteidigung und Selbstverteidigung, und nicht als Nazijargon. Bei dem ist die Wehrpflicht Pflicht, sowohl für Frauen und Männer, und das 2 Jahre lang. Soviel daher zur Volksgesundheit der Deutschen, die eher Muskelwahn ist. Als Ersatz für echte Potenz, firepower, empowerment of the people.

Den Deutschen erlaubt dieser "Staat" nicht einmal die Sicherung ihres Eigentums, ihres Ersparten:

https://www.goldseiten.de/artikel/437342--Deutsche-Regierung-spitzt-ihren-Krieg-gegen-Gold-zu.html?seite=4

Patriotische Pfadfinder so wie auch in Polen (Szare Szeregi, Graue Reihen? Kann man in Deutschland auch vergeblich suchen. Hier sind fast alle Pfadfinderorganisationen kirchliche Einrichtungen, und die sind in Deutschland auch fast alle antideutsch (und nicht nur das).

https://en.wikipedia.org/wiki/Gray_Ranks

https://www.mdr.de/nachrichten/osteuropa/ostblogger/polen-maas-jahrestag-warschau-aufstand-100.html

Typen wie Maas loben und feiern die Patrioten und Widerstandskämpfer anderer Länder, bekämpfen aber gleichzeitig die Patrioten in dem Land, das auch ihn als Politiker gewählt hat und sogar bezahlt. Macht mich gerade etwas sprachlos.

Das Relikt

17. Januar 2020 17:56

@ Andreas Walter

Als den Samurai das Waffentragen verboten wurde, entwickelten sie Karate und Judo, um weiter im Alltag verteidigungsfähig zu sein.

Heute ist man in ähnlicher Situation und muss eben die nackte körperliche Gewalt ausbauen, denn damit werden die Kämpfe im öffentlichen Raum ausgetragen. Für die Mehrheit der Menschen ist der Besitz einer Schusswaffe unrealistisch und das Führen noch unrealistischer. Bekanntlich sind in Deutschland nur wenige tausend Waffenscheine ausgegeben, z.B. an Politiker wie Claudia Roth und bald vielleicht an jenen SPD-Bürgermeister, der so pressewirksam auf einen Waffenschein klagt, weil er sich von sogenannten Rechtsextremen verfolgt fühlt.

Der gemeine Pöbel muss auf das zurückgreifen, was in seiner Reichweite liegt und das sind nur Kraft, Größe und Kampfkunst.

Sie zeigen hier jenen typisch rechts-intellektuellen Autismus, der die Erfordernisse der Gegenwart abwiegelt, mit dem Verweis, im Schützengraben des 1. Weltkrieges wäre ja auch anderes gefordert gewesen.

zeitschnur

17. Januar 2020 18:48

@ Laurenz

Ihr Christentumshass in Ehren - aber haben Sie begriffen, was ich geschrieben habe? Ich habe weder "Haltet den Dieb!" geschrien, noch bin ich ein Dieb. Lesen Sie eigentlich die Kommentare, auf die Sie antworten? Es wäre schon angemessen, wenn Sie meine Gedanken wenigstens mal verstehen würden, bevor Sie irgendetwas heraushauen.

Nur ein Hinweis zum Nachdenken: es gibt verschiedene Konzepte von Leiblichkeit. Der Animalismus, der sich zwangsläufig aus dem Materialismus ergibt kann das nicht mehr erkennen und hält alles, was nicht animalisch konzipiert ist, für leibfeindlich. Bedenken Sie bitte, dass die Auferweckung Jesu leiblich war und eigentlich kaum eine größere Wertschätzung des Leibes denkbar ist als die neutestamentliche. Der Leib sei der Tempel des Heiligen Geistes, schreibt Paulus: sagen Sie mir, womit man den Leib mehr ehren kann als mit einer solchen Aussage!

Herr von Suenden

18. Januar 2020 00:04

@ Wahrheitssucher

"Ist der Zitierte der Buchautor?"

Ja.
Das Zitat stammt aus dem 7. Band der Reihe "The New World Series" aus dem Jahre 2016 mit dem Titel "Those Who Remain: A Postapocalyptic Novel" von ebenjenem Autor. Science-Fiction-Literatur.
Selbst las ich keines seiner Bücher. Ich stolperte einst über dieses Zitat und bin immer wieder faszinierend von seiner Anwendungsmöglichkeit in so vielen "realen" Debatten, u.a. dieser hier.

Laurenz

18. Januar 2020 10:17

@kommentariat zeitschnur .... werte Foristin. Ich hasse das Christentum nicht, ich identifiziere es nur als etwas uns artfremdes und analysiere seine Wirkung auf uns. Und exakt die Ignoranz von Ursache und Wirkung ist das, was ich Ihnen vorhalte, nicht mehr und nicht weniger. Sie haben es doch wieder selbst geschrieben, Zitat- Der Animalismus, der sich zwangsläufig aus dem Materialismus ergibt kann das nicht mehr erkennen und hält alles, was nicht animalisch konzipiert ist, für leibfeindlich -Zitatende
Einerseits ist Ihre Interpretation eines Zusammenhangs zwischen Animalismus und Materialismus eine rein subjektive, und andererseits schwingt da schon die fast kirchliche Sündhaftigkeit mit. Im Ernst, woher wollen Sie das wissen? Ohne Animalismus wären wir als Säugetier längst ausgestorben, ebenso nicht mehr und nicht weniger. Ich kann da auch @Frau Sommerfeld und ihrer Trennungs-Problematik nicht zustimmen. Menschliche Paar-Beziehungen werden von Frauen bestimmt. Frauen binden Männer aus ihrem Willen heraus, und sie tun es mit der Aussicht auf permanenten Sex, auch nicht mehr und nicht weniger. Frauen vermitteln fälschlicherweise auch ganz animalisch, daß sie permanent schwanger werden können, was natürlich absurd ist, um Sex abzuwehren. Christliche/Abrahamitische Moral ist natürlich ein Relikt eines Rituals, dessen eigentliche Bedeutung wir mit dem abrahamitischen Genozid am Schamanismus/Heidentum vergessen haben. Natürlich geht es hier um Lebensenergie. Karl Grammer besagt in seinem Buch "Signale der Liebe" schlicht, Frauen haben den Sex und Männer wollen ihn haben. Und wenn Sie in Ihrem Leben körperlichen Kontakt zu einem Mann oder Männern hatten, und in sich hineinhorchen, werden Sie wissen, daß Körperlichkeit mit Männern, Frauen Energie kostet. Und Frauen wenden genau soviel Energie auf, wie sie meinen, daß es zur Bindung des Mannes reicht, wenn sie ihn denn binden wollen. Manche Frauen meinen auch, meist ab einem gewissen Alter, daß sie für Mann/Männer keine Energie mehr auszugeben wünschen, und werden vom "sie" zum "es", schneiden sich die Haare kurz usw.
Das können Sie, zeitschnur, selbst beobachten. Beobachtung bringt uns oft mehr über uns bei, als philosophische oder religiöse Traktate zu lesen. Sie können das auch gesellschaftlich nachprüfen. Im europäischen Patriarchat, seit ca. 5.000 Jahren haben Männer aus sozialer Hinsicht heraus bezüglich der Seßhaftigkeit, durch die weniger Männer im Krieg oder auf der Jagd starben, dafür gesorgt, daß, zumindest formal, jeder eine abbekommt. Spätestens nach Karl, dem Karolinger, wurde die Einehe durch das patriarchalische Christentum als Gesetz in Zentral-Europa eingeführt. Vor der Seßhaftigkeit lebten wir im Matriarchat. Bis heute existiert in matriarchalischen Gesellschaften die Mehrehe, mehrere Frauen teilen sich freiwillig einen Mann, was der Frau einige Vorteile bietet. Erstens braucht sie zur Bindung weniger eigene Lebensenergie aufwenden, 2tens, sie ist freier und kann bei eigenen Projekten, die Kinder bei den anderen Frauen lassen, und drittens, falls der Mann nicht in der Schlacht oder auf der Jagd fällt, ihn, wenn alt und verbraucht, leichter loswerden und ersetzen. Frauen wissen auch genau um ihre erotisch weibliche Wirkung und können sich exakt unter Frauen einordnen, was sie in der Regel dazu befähigt, einschätzen zu können, welchen genetischen Grad von Mann sie binden können. Wählen sie einen zu perfekten Mann aus, besteht die Gefahr, daß er sie mit den Kindern sitzen läßt und die Kinder hübscheren Nachbarin versorgt. Daher kommen auch die Kuckuckseier. Offiziell jedes 10te Kind ist ein Kuckucksei, in der Dunkelziffer jedes 5te. Manchen ihrer Kinder möchte die Frau doch bessere Gene ermöglichen, als die des gebundenen Versorgers. Frauen stehen, zumindest unter 40, auf charakterliche Schließmuskel, weil sie intuitiv glauben, daß diese besser die Kinder durchkriegen, als die "netten" Kerle. Erst über 40 kommt die Erkenntnis, daß das Rest-Leben mit einem "netten" Kerl angenehmer ist. Aber da ist die Fortpflanzung weitestgehend abgeschlossen, und so bleiben die charakterlichen Schließmuskel in der menschlichen Welt, Frau-bestimmt. Davon machen auch Feministinnen keine Ausnahme.
Hexen oder Zauberinnen, das gilt auch für die männlichen Pendants, verzichten/verzichteten auf sexuelle Handlungen um die Energie, die beim Akt verbraten wird und Bewußtsein kostet (man ist danach meist etwas dumpf im Kopfe), für die Spiritualität, die jeglichen Bewußtseins bedarf, das man zusammenkratzen kann, aufzusparen. Hier ist auch der Hund des Zölibats begraben, aber eben ohne den tatsächlichen wissentlichen Hintergrund. Geblieben ist eine schwachsinnige Moral aus der Wüste. Ein letztes, der Wert der Frau bestimmt sich nach ihrer Lebensenergie, eben das, was sie für einen Mann "übrig" hat. Von daher dienen die großzügigen Schlampen (gut, daß es sie gibt) nur der Unterhaltung und der Stützung des männlichen Egos, sparsame Frauen sind als Partnerinnen begehrter, weil sie die meiste Energie bieten und natürlich wollen Männer nicht teilen und reagieren im Falle des Falles unangenehm. Wenn Sie das ausführlicher studieren wollen, als hier in meiner Kurzfassung, lesen Sie die Werke von Carlos Castaneda, der selbst kein Kind von Traurigkeit war. Auch Karl Grammer zu lesen, schadet nichts. Allerdings muß man sich bei diesem Evolutions-Biologen darauf einstellen, daß Er einem jegliche Illusionen über unsere Gefühlswelten nimmt.

zeitschnur

18. Januar 2020 12:31

@ Laurenz

Sie haben enorm viel geschrieben, ich erkenne aber keinen Zusammenhang zu meinem Kommentar, außer in Ihren Anfangszeilen, die offenbaren, dass ich mit dem von Ihnen zitierten Satz etwas getriggert habe bei Ihnen. Warum und wieso, kann ich nicht beurteilen - meine Aussage enthielt all das nicht im geringsten.

Bitte, versuchen Sie nüchtern nachzuvollziehen, was ich ein letztes Mal erkläre: Materialismus leugnet Transzendenz in aller Regel, jedenfalls iS einer der Welt, dem Menschen nicht nur immanenten, sondern auch gegenüberstehenden geistigen Welt.
Die Sicht auf den Leib ist für einen Materialisten daher immer animalisch. Damit meine ich "animalisch" im klassischen philosophischen Sinn: "seelisch". Zugrunde liegen die ebenfalls klassischen neuplatonischen Emanationsmodelle, die in der europ. Kultur eine enorme Rolle gespielt haben und spielen: Aus dem Hen, dem "Einen" (Gott) fließen Energien "nach unten" aus: erst in den Nous, den Geist, dann die Psyche, die Seele, dann die Physis, die leibliche Natur, am Ende steht die Abwesenheit der Emanate, das Böse.
Ich hänge diesem Modell als Hierarchiemodell nota bene nicht an, benutze aber die Begriffe schon, weil sie eine Realität treffen, die wahrnehme. Für mich ist Psyche nicht "geringer" als Nous, aber ein materialistisches Modell kennt dann nur noch Psyche, Physis und die Abwesenheit von beidem (Tod), ist eine höchst reduzierte Weltsicht, weil sie den Geist als Zugang des Transzendenten zum Menschen, zur Welt, weil sie den Geist als den Link zur Transzendenz leugnet. Was der Materialist "Geist" nennt, ist in der alten philosophischen Definition zur "Anima" gehörig, zur Seele.
Modelle, die den Geist berücksichtigen, werten den Leib dann ab, wenn sie traditionell hierarchisch gedacht werden. Das stimmt und wird von mir abgelehnt.
Das tue ich also nicht und glaube auch, dass das im NT nirgends zu finden ist. Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich es sehr genau, und auch die hebräische Bibel kenne ich und liebe ich und forsche darin, übrigens auf Hebräisch, da klingt vieles anders als in hartem Herrendeutsch (ganz ehrlich - das meine ich auch nur sachlich). Diese Hierarchiegedanken kommen aus anderen Quellen, nicht aus der Bibel. Man hat aber beides verrührt miteinander, wobei es gar nicht zusammenpasst. Zu zeigen, dass das nicht zusammenpasst und -gehört, ist mein Forschungsprojekt. Zahlreiche vereinnahmende Lesarten der Bibel vonseiten dieser Hierarchiefestischisten sind sehr leicht zu entlarven.

Noch ein persönliches Wort: Sie erwähnen oft, aus einer Familie von Kommunisten und "Hardcorechristen" zu stammen. Mit letzteren hätte ich vermutlich noch mehr Ärger als Sie, glauben Sie mir das.

quarz

18. Januar 2020 13:24

@Laurenz

"Das Christentum, der Islam, das Judentum entfernten den Menschen am weitesten von jeder Körperlichkeit."

Das stimmt in allen drei Fällen nicht. Insbesondere in Bezug auf das Christentum ist zu vermerken, dass in dessen Geschichte hauptsächlich neuplatonisch inspirierte Gruppierungen mit ausgeprägter Leibfeindlichkeit als die gravierendsten Häresien bekämpft wurden.

Cugel

19. Januar 2020 01:10

@Nordlicht
Japan scheint leider dem Druck allmählich nachzugeben und, wenn auch langsam, zu verwestlichen. Die jüngste Gesetzesänderung zum Import von Fremdarbeitern weist, obzwar noch recht zaghaft, in diese Richtung. Die jüngeren Generationen ticken schon deutlich anders als die älteren, und ich fürchte, daß auch dort die Dämme brechen werden. Ich kenne einen in der Wolle gefärbten Linksliberalen, gleichzeitig glühenden Bewunderer alles Japanischen, der diese Entwicklung mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt. Schizophreniedoppelwhopper.

"Der Anteil der Migranten-Männer in den Mucki-Buden scheint mir extrem hoch zu sein. Wer weder studiert noch arbeitet und auch sonst wenig geistige Interessen hat, kann Stunden um Stunden für den Muskelaufbau aufbringen..."

Ihr Eindruck ist korrekt. Einer meiner Bekannten, gläubiger Moslem und zutiefst anständiger Mensch, klagte mir unlängst, daß er im Fitneßstudio seit etwa 2015 praktisch keinen Deutschen mehr begegne. Ein Merkel-Syrer, den er kürzlich dort angetroffen und ein Stück des Wegs mitgenommen habe, habe sich bitter und wütend über die Arroganz der Deutschen beschwert und sich dabei in einen Furor hineingesteigert, den mein Bekannter auch mit dem Hinweis auf die Hilfe, die der Syrer schließlich von den Deutschen bekomme, verbunden mit einer Ermahnung zur Dankbarkeit, nicht dämpfen konnte. Er war froh, als sein Fahrgast ausstieg. Bunte Zeiten.

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