Das andere China

PDF der Druckfassung aus Sezession 83/April 2018

 Gastbeitrag

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Ein Land wie Chi­na vol­ler Wider­sprü­che dar­zu­stel­len, und zwar abseits der gän­gi­gen Bil­der von Umwelt­ver­schmut­zung, über­be­völ­ker­ten Metro­po­len, Kor­rup­ti­on und Migra­ti­ons­pro­ble­men, ist kei­ne leich­te Auf­ga­be. Die heu­te zweit­größ­te Volks­wirt­schaft der Erde hat bin­nen weni­ger Jahr­zehn­te den Sprung vom ärms­ten Staat der Welt hin zu einer Öko­no­mie geschafft, die ihrer Bevöl­ke­rung ein Durch­schnitts­ein­kom­men über dem Welt­mit­tel bie­tet. Nach wie vor bestehen gro­ße Ein­kom­mens- und Wohl­stands­un­ter­schie­de zwi­schen Land und Stadt; die Pro­spe­ri­tät der Küs­ten­re­gio­nen wirkt sich aber auf die Land­be­völ­ke­rung aus und hebt deren Niveau ebenfalls.

Inzwi­schen lebt mehr als die Hälf­te der Chi­ne­sen in Städ­ten. 2030 wer­den es min­des­tens 70 Pro­zent sein. Die Urba­ni­sie­rung treibt Löh­ne, Prei­se und Arbeits­kos­ten in die Höhe, för­dert die Bin­nen­nach­fra­ge und sorgt damit für wei­te­ren Wohl­stand. Die Kehr­sei­te ist der immense Inves­ti­ti­ons­hun­ger: Die Regie­rung muß über die Bil­lio­nen-Euro-Gren­ze hin­aus in die städ­ti­sche Infra­struk­tur inves­tie­ren, um die neu­en Stadt­be­woh­ner ver­sor­gen zu kön­nen, und darf zugleich die länd­li­chen Pro­vin­zen nicht ver­nach­läs­si­gen. Schon vor zehn Jah­ren flos­sen 48 Pro­zent aller staat­li­chen Aus­ga­ben in Infra­struk­tur­pro­jek­te im länd­li­chen Raum.

Neben den staat­li­chen Inves­ti­tio­nen und dem Außen­han­del treibt der Inlands­kon­sum als drit­ter Motor die Ent­wick­lung des chi­ne­si­schen Brut­to­in­lands­pro­dukts an. Die städ­ti­schen Mit­tel- und Ober­schich­ten Chi­nas leben auf einem in Euro­pa weit­ge­hend unbe­kann­ten Wohl­stands­ni­veau. Ein Rent­ner­ehe­paar, das sich sei­ne Ren­te (Ein­tritts­al­ter 60 für Män­ner, 55 für Frau­en) mit ein­fa­chen unter­neh­me­ri­schen Tätig­kei­ten (etwa als Inha­ber eines klei­nen Ladens oder durch Ver­pach­tung) auf­bes­sert, kann ohne beson­de­re Mühe net­to mehr ver­die­nen als ein berufs­tä­ti­ges Ehe­paar in Deutsch­land. Das sorgt für eine enor­me Kauf­kraft, die wie­der­um die Bin­nen­kon­junk­tur anheizt. In Chi­na wird es daher auf abseh­ba­re Zeit eine sehr gro­ße Mit­tel­schicht geben.

Gleich­zei­tig hat das Land eine der höchs­ten Spar­quo­ten der Welt. Die Wohl­stands­ent­wick­lung geht von Pri­vat­un­ter­neh­men aus, und so wird wirt­schaft­li­cher Erfolg gesell­schaft­lich sehr geach­tet. Dabei ist der im All­tag »gefühl­te« Abstand zwi­schen den Super­rei­chen und den sehr Armen in chi­ne­si­schen Städ­ten rela­tiv gering, da das chi­ne­si­sche Sys­tem und die Leit­kul­tur in Chi­na eine zu extre­me Spal­tung nicht erlau­ben. Mehr als jeder vier­te Mil­li­ar­där welt­weit ist Chi­ne­se; Mil­li­ar­dä­re und Mul­ti­mil­lio­nä­re tre­ten aber in der städ­ti­schen chi­ne­si­schen Gesell­schaft unauf­fäl­lig auf, füh­ren kei­ne abge­kap­sel­te oder extra­va­gan­te Sonderexistenz.

Über­ra­schen­der­wei­se ist in die­sem Sys­tem, das wirt­schaft­li­chen Erfolg so hoch schätzt und daher auch sozia­len Auf­stieg ermög­licht, nicht etwa maxi­ma­ler finan­zi­el­ler Ertrag das obers­te Steue­rungs­ziel der Regie­rung, son­dern die Sta­bi­li­tät der poli­ti­schen Ver­hält­nis­se. Des­halb läßt sich die chi­ne­si­sche Regie­rung sehr viel Zeit mit der Aus­wei­tung wirt­schaft- lich erfolg­rei­cher, aber sozia­les Kon­flikt­po­ten­ti­al ber­gen­der Maß­nah­men wie der Aus­wei­sung von Son­der­wirt­schafts­zo­nen. Die­se haben zu einem explo­si­ons­ar­ti­gen Wachs­tum und enor­men posi­ti­ven Wohl­stands­ef­fek­ten geführt, den­noch wird das markt­wirt­schaft­li­che Modell nur zöger­lich wei­ter zugelassen.

Immer­hin liegt die Staats­quo­te im ver­meint­lich kom­mu­nis­ti­schen Staat bei nur 31 Pro­zent (BRD: 44 Pro­zent) Chi­na und der »Wes­ten« koexis­tie­ren seit 150 Jah­ren in pro­ble­ma­ti­schen Ver­hält­nis­sen, her­vor­ge­ru­fen durch euro­päi­sche Inter­ven­tio­nen und Qua­si-Kolo­nia­lis­mus. Wegen über­le­ge­ner Waf­fen­tech­nik der Euro­pä­er und Ame­ri­ka­ner in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts unter­wor­fen Chi­na ist nicht zu ver­ste­hen ohne die­se Geschich­te, der Blick des Vol­kes auf Euro­pa schwankt zwi­schen Begeis­te­rung und Skep­sis – und gro­ßer Naivität.

Ein Mul­ti­mil­lio­när, mit dem wir spre­chen, weiß nicht, daß die Ber­li­ner Mau­er gefal­len ist. Auf die »alte« Zeit der Dich­ter und Den­ker Euro­pas wie auf west­li­che Tech­no­lo­gie blickt man vol­ler Bewun­de­rung, jedoch weni­ger im Sin­ne eines Vor­bil­des, son­dern weil Sicher­heit und Qua­li­tät als Sie­ges­zei­chen gelten.
Oft begeis­tern sich his­to­risch inter­es­sier­te Chi­ne­sen für die weni­gen ver­blie­be­nen Relik­te der eige­nen Ver­gan­gen­heit im frü­hen 20. Jahr­hun­dert. Dabei ist die Erin­ne­rung an eine hei­le Welt der zwan­zi­ger bis vier­zi­ger Jah­re eine rei­ne Fik­ti­on, waren doch die­se Jahr­zehn­te von mas­si­ven inne­ren Ver­wer­fun­gen geprägt.
Aber es war die letz­te Zeit vor den Kata­stro­phen der Mao-Peri­ode. Die Kul­tur­re­vo­lu­ti­on wird als die »dunk­le Zeit« in der Geschich­te Chi­nas begrif­fen und ist weit­ge­hend tabui­siert. Eine »Auf­ar­bei­tung« jener Jahr­zehn­te fin­det nur lang­sam statt. Denn das chi­ne­si­sche Volk ist kol­lek­tiv tief trau­ma­ti­siert. Jahr­tau­sen­de­al­te Tra­di­tio­nen wur­den abge­schnit­ten, wich­ti­ge Iden­ti­täts­an­ker gin­gen ver­lo­ren. In der aktu­el­len Pha­se des Wachs­tums und der Pro­spe­ri­tät führt das zu schmerz­haf­ten Nach­we­hen, da dem Selbst­be­wußt­sein das iden­ti­tä­re Fun­da­ment fehlt.

Als Sur­ro­gat wer­den west­li­che Lebens­sti­le bis zum Kitsch imi­tiert – und nur sel­ten so stil­voll wie in Xia­men. Bestimm­te Vor­stel­lun­gen von euro­päi­schen Bräu­chen sind weit­ver­brei­tet und wer­den durch hoch­pro­fes­sio­nel­le Hoch­zeits­agen­tu­ren und Hol­ly­wood­fil­me tradiert.

Sie fül­len das Iden­ti­täts­va­ku­um und bedie­nen die Sehn­sucht nach Roman­tik und Har­mo­nie, weil Eige­nes abwe­send scheint. Eine hal­be Mil­li­on chi­ne­si­scher Stu­den­ten hält sich jedes Jahr im Aus­land auf. Wäh­rend Aus­lands­stu­den­ten in ver­gan­ge­nen Zei­ten, vor allem Ende des 19./Anfang des 20. Jahr­hun­derts, bei ihrer Rück­kehr Bot­schaf­ter west­li­cher Lebens­art waren und damit zur Moder­ni­sie­rung des Lan­des bei­tru­gen, brin­gen sie heu­te kei­ne nen­nens­wer­ten neu­en Impul­se mehr mit.

Heu­ti­ge chi­ne­si­sche Stadt­be­woh­ner sind in der Mas­se nicht nur ihrer Tra­di­ti­on, son­dern auch ihrer Natur und ihrem Kör­per ent­frem­det. Abtrei­bun­gen und die »Pil­le danach« sind All­tags­phä­no­me­ne. Städ­tisch leben­de Müt­ter stil­len viel­fach ihre Säug­lin­ge nicht, son­dern füt­tern sie mit euro­päi­schem Milch­pul­ver, weil sie den­ken, daß ihre Kin­der dann genau­so stark und gesund wer­den, wie sie das von euro­päi­schen Kin­dern in der Wer­bung gese­hen haben. Gegen Alters­er­schei­nun­gen sind sofort wir­ken­de und poten­ti­ell gesund­heits­schäd­li­che Mit­tel beliebt, etwai­ge Nben­wir­kun­gen inter­es­sie­ren nicht.
Anti­bio­tika­miß­brauch ist ver­brei­tet. Ahnungs­lo­sig­keit in bezug auf gesund­heit­li­che und phy­sio­lo­gi­sche Sach­ver­hal­te steht in merk­wür­di­gem Kon­trast zum teils beacht­li­chen tech­ni­schen Bil­dungs­ni­veau. Um hin­ter die Ursa­chen der chi­ne­si­schen geis­ti­gen Mise­re zu kom­men, genügt kei­ne Kon­sum­kri­tik: Chi­na hat mit einem Tra­di­ti­ons- und Iden­ti­täts­ab­bruch zu kämp­fen, der in Euro­pa kein Gegen­stück hat.

Ein Wie­der­an­schlie­ßen an Tra­di­tio­nen ist bis­her nicht ver­brei­tet gelun­gen. Der Kon­fu­zia­nis­mus ist in der aktu­el­len Pha­se zumin­dest im All­tag eine rei­ne Illu­si­on und hat nur noch eine Daseins­be­rech­ti­gung in teu­ren inter­kul­tu­rel­len Mana­ger­se­mi­na­ren in Euro­pa. Die Vor­stel­lung einer kon­fu­zia­ni­schen oder auch nur irgend­wie phi­lo­so­phi­schen Begrün­dung wirt­schaft­li­chen Han­delns spie­gelt nicht annä­hernd die Situa­ti­on in der chi­ne­si­schen Wirt­schaft wider. Das Aus­maß an Ego­is­mus, Berech­nung und Über­vor­tei­lung, das im chi­ne­si­schen Wirt­schafts- han­deln all­täg­lich begeg­net, ist wie »Tho­mas Hob­bes auf Crys­tal Meth«.

Nicht ver­schwie­gen wer­den darf hier, daß die Suche nach Iden­ti­tät von den Macht­ha­bern gern aus­ge­nutzt wird: Sie ver­läuft in der brei­ten Mas­se ent­lang vor­ge­ge­be­ner Mus­ter, auch Iden­ti­tät wird zur Ware und kon­su­mier­bar und damit kontrollierbar.China hat nach Aus­sa­gen chi­ne­si­scher Chris­ten die größ­ten und am schnells­ten wach­sen­den christ­li­chen Gemein­den der Welt. Das ist beson­ders erstaun­lich in einem Land, in dem eine jahr­hun­der­te­lan­ge, von Hege­mo­ni­al­mäch­ten geför­der­te Mis­sio­nie­rung nur schwa­che und vor allem kaum blei­ben­de Effek­te hat­te. Der Bedarf nach spi­ri­tu­el­ler Hil­fe und Erleuch­tung scheint gewaltig.

Nach Schät­zun­gen christ­li­cher Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen gibt es in Chi­na mehr Chris­ten als Mit­glie­der der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (KPCh). Etwa sie­ben Pro­zent der Chi­ne­sen sol­len Chris­ten sein. Das erklärt, war­um die sonst an meta­phy­si­schen Fra­gen so des­in­ter­es­sier­te Par­tei Chris­ten immer wie­der mit Repres­sio­nen über­zieht: Grund für Chris­ten­ver­fol­gun­gen sind nicht kämp­fe­ri­scher Athe­is­mus oder kom­mu­nis­ti­sche Reli­gi­ons­lo­sig­keit, son­dern die Angst vor aus­län­di­scher Beein­flus­sung und dem Ent­ste­hen einer orga­ni­sier­ten Gegen­macht zur KPCh. Die Ver­fas­sung garan­tiert die Bekenntnis‑, nicht aber die Religionsausübungsfreiheit.

Für Kir­chen­bau­ten der staat­lich lizen­sier­ten und über­wach­ten Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten wer­den sogar Flä­chen zur Ver­fü­gung gestellt und dafür not­falls Land ent­eig­net. Staat­li­che Über­wa­chung ver­ei­nigt sich auf eine Euro­pä­ern unge­wohn­te Wei­se mit Libe­ra­li­tät: Gut ist, was der Sta­bi­li­tät dient. Erwei­sen sich die Chris­ten als folg­sa­me Staats­bür­ger, kön­nen sie öffent­lich unter­stützt wer­den. Pri­va­te Gebets­krei­se außer­halb der Lizenz­kir­chen wer­den in der Regel gedul­det. Trotz­dem kommt es im Rie­sen­reich immer wie­der zu Repres­sio­nen gegen Chris­ten. So kann es gesche­hen (wie im Janu­ar 2018 im Bis­tum Zhouzhi), daß ein Kir­chen­bau urplötz­lich wegen angeb­lich feh­len­der Bau­ge­neh­mi­gung abge­ris­sen wird.

Kommt danach Pro­test auf, mag sich die ört­li­che Ver­wal­tung ent­schul­di­gen und ein annä­hernd rechts­staat­li­ches Ver­fah­ren zur Auf­klä­rung in Gang kom­men – aber das Gebäu­de ist erst­mal weg.
Die­ses Hin und Her zwi­schen Will­kür und Recht­lich­keit, Repres­si­on und staat­li­cher Unter­stüt­zung ist All­tag für chi­ne­si­sche Chris­ten. Und es weist auf den Schlüs­sel hin, der zum Ver­ste­hen auto­ri­tä­rer Maß­nah­men in Chi­na nötig ist: nicht Repres­si­on aus ideo­lo­gi­scher, auf­ge­setz­ter Klas­sen­feind­schaft her­aus ist die Absicht.

Das wich­tigs­te Regie­rungs­ziel im Reich der Mit­te, heu­te wie vor tau­send Jah­ren, ist die Erhal­tung von Sta­bi­li­tät und Har­mo­nie. Son­der­in­ter­es­sen müs­sen zurück­ste­hen. Aus der Suche nach Har­mo­nie wird auch ver­ständ­lich, war­um die vor­pro­zes­sua­le Streit­bei­le­gung obli­ga­to­risch ist. Selbst die bei vie­len Ver­bre­chen dro­hen­de Todes­stra­fe wird nicht voll­streckt, wenn die Ange­hö­ri­gen des Opfers dem Täter verzeihen.

Im poli­ti­schen Bereich wer­den Kon­flik­te mög­lichst gewalt­los gelöst oder schon vor einer Eska­la­ti­on ent­schärft: Demons­tran­ten wer­den vor der Anwen­dung poli­zei­li­cher Gewalt mehr­fach vor­ge­warnt, ent­eig­ne­te Bau­ern wer­den fürst­lich ent­schä­digt. Eth­ni­sche Min­der­hei­ten sind im Natio­na­len Volks­kon­greß über­re­prä­sen­tiert und waren von der (2015 abge­schaff­ten) Ein-Kind-Poli­tik weit­ge­hend ausgenommen.

Die­se Bevor­zu­gung dient der Frie­dens­si­che­rung. Die ver­meint­lich »unter­drück­ten« Volks­grup­pen­mi­no­ri­tä­ten genie­ßen vom erleich­ter­ten Zugang zu Uni­ver­si­tä­ten und zur Beam­ten­lauf­bahn über Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen bis zu Zins­zu­schüs­sen für Unter­neh­mens­kre­di­te wei­te­re Pri­vi­le­gi­en. Nur das Sezes­si­ons­recht wird ihnen ver­wei­gert, was dann von an der Desta­bi­li­sie­rung Chi­nas inter­es­sier­ten Mäch­ten als Repres­si­on gedeu­tet wird.

In der chi­ne­si­schen Kul­tur genießt die Fami­lie bis heu­te Vor­rang und das wirkt sich auf die Behand­lung von Kin­dern aus. Bil­dung und Erzie­hung wer­den groß­ge­schrie­ben, den­noch spre­chen auf­merk­sa­me Chi­ne­sen, gera­de im Bil­dungs­sek­tor Beschäf­tig­te, von einem dro­hen­den Nie­der­gang des Sys­tems. Ein effi­zi­en­tes, geplan­tes und gesteu­er­tes Bil­dungs­sys­tem ist die wohl best­mög­li­che Form, Eli­ten­nach­wuchs für den Staat zu fin­den und wei­ter aus­zu­bil­den. Die chi­ne­si­sche Kul­tur hat schon in der Kai­ser­zeit ein nicht kurz­fris­tig wir­ken­des Sys­tem geschaf­fen, das im wesent­li­chen bis heu­te besteht.

Beam­te wer­den wie vor 2000 Jah­ren von der Zen­tral­re­gie­rung beru­fen, wobei sich das Sys­tem immer wei­ter­ent­wi­ckelt hat und momen­tan sehr raf­fi­niert funk­tio­niert. Mit Kom­mu­nis­mus hat die­ses Sys­tem nichts zu tun, er hat es weder geschaf­fen noch ver­bes­sert. Zen­tral gesteu­er­te Aus­le­se­pro­zes­se schu­fen die ein­zi­ge gerech­te Auf­stiegs­mög­lich­keit der chi­ne­si­schen Geschichte.

Leis­tungs­prin­zip: Jedem Befä­hig­ten ist ein Klas­sen­sprung mög­lich. Die her­kömm­li­che Kri­tik an der chi­ne­si­schen Wirt­schafts­po­li­tik über­sieht, wel­cher gewal­ti­ge Wohl­stands­zu­wachs erreicht wur­de. Es ent­steht eine mate­ri­ell abge­si­cher­te städ­ti­sche Mit­tel­schicht, die abseits vom Kon­sum auch die Zeit­re­ser­ven, das Inter­es­se und (theo­re­tisch) das Bil­dungs­po­ten­ti­al hät­te, die chi­ne­si­sche Kul­tur zu einer neu­en Blü­te zu füh­ren. Die von der west­li­chen Pres­se gern zur Beru­hi­gung der eige­nen Bevöl­ke­run­gen als Zei­chen für den enor­men Auf­hol­be­darf Chi­nas beton­te öko­no­mi­schen und Sta­bi­li­täts­vor­sprung haben und die Welt in der Tat in ein »asia­ti­sches Jahr­hun­dert« ein­tre­ten wird.

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