4. Februar 2020

Syrien – Notizen einer politischen Reise (1)

Gastbeitrag / 12 Kommentare

Unser Autor John Hoewer bereiste mit einer Gruppe von AfD-Bundestagsabgeordneten um Frank Pasemann Syrien. Hier sind seine Notizen.

 Gastbeitrag

Gastbeitrag

  • Sezession

Ende November 2019 - Als der kleine Konvoi die Grenzstation erreicht, ist es plötzlich stockdunkel. Die Sonne – verschwunden hinter den Bergen des Libanon-Gebirges, das sich majestätisch zwischen der Hauptstadt Beirut und dem Grenzort Masnaa erhebt. Unser Wagen parkt am Straßenrand. Ein unauffälliger Kleinbus, etwas überfüllt. Nicht alle Sitze haben eine Rückenlehne. „Alman!“ frotzeln wir einem Delegationsteilnehmer lachend entgegen, der nach Anschnallgurten fragt.

Glaubte man der offiziösen Medienwelt, liegt er nun direkt vor uns, der Bürgerkrieg. Faßbomben, Artilleriehagel, Diktatur, Mord und Folter. Am Grenzübergang erinnert nichts an einen Krieg. Wenig Sicherheitspersonal ist zu sehen, die militärischen Strukturen wurden hier mittlerweile auf das notwendige Minimum reduziert. Auf der linken Spur staut sich der Verkehr. Es ist Feierabendzeit. Auffällig sind zahlreiche stark beladene PKW, auf deren Dächern sich Koffer und Matratzen stapeln, als kämen sie direkt aus einem neunziger Jahre Gastarbeiter-Sketch. Offenbar sind es Syrer, die mit Sack und Pack zurück in ihre Heimat zurückkehren. Soldaten sieht man kaum. Dafür herrscht eine fast beruhigende bürokratische Profanität, die eine gewisse Restanspannung nahezu vollständig verfliegen läßt.

Auch an die massiven Proteste im Libanon erinnert an diesem Montagnachmittag kaum etwas. Nur einmal passieren wir die Reste einiger verbrannter Mülltonnen, die wohl noch in der Nacht als Barrikaden in Brand gesetzt worden waren. Die Ereignisse im Libanon waren nur eine von unzähligen Unabwägbarkeiten, die der Reise ihren orientalischen Charme verliehen. Ein politischer GAU, wäre die Delegation im Beiruter Stau stecken geblieben, weil gewalttätige Demonstrationen das öffentliche Leben und die Transitrouten lahmgelegt hätten.

Am Abend vor dem Abflug: ein letztes Telefonat mit der syrischen Botschaft, deren freundlicher Mitarbeiter einen problemlosen Transfer versicherte. Tatsache. Bereits am Gate erfolgt die herzliche Abholung durch Mitarbeiter der syrischen Botschaft in Beirut.

Die Fahrt zur Grenze verläuft ostwärts, entlang slumähnlicher Gegenden ebenso wie an luxuriösen Häusern, vorbei an teuren Boutiquen und wilden Werkstätten. Ein buntes Riesenrad ragt über einen kleinen verlassenen Freizeitpark hinaus und rostet vor sich her. Die Grenzen zwischen normaler Metropole und favelaähnlichem Notstandsgebiet sind fließend. Stromkabel verlaufen am Rande der libanesischen Hauptstadt meist überirdisch. Wüster Kabelsalat zieht sich von Haus zu Haus, von Block zu Block und quer über die wellige Fahrbahn. Fast wie riesige Vogelnester prägen sie die Landschaft. Abgaswolken liegen über der Stadt, überhaupt ist die Luft merklich schlecht. Eilig haben wir es eigentlich nicht, aber der Fahrer gibt konsequent Vollgas.

Voraus ein ziviler Polizeiwagen. Die Beamten pressen unsere kleine Kolonne regelrecht durch den brutalen Stau. Sirene, Schimpfen durch den Lautsprecher, rufen und winken durch die geöffneten Fenster gibt den anderen Verkehrsteilnehmer zu verstehen, daß sie anhalten oder Platz machen sollen. Auch unser Fahrer lässt per Fernbedienung Sirenengeräusche über selbsteingebaute Außenlautsprecher ertönen. Im Radio spielt es abwechselnd westliche Mainstreamhits und arabische Volksmusik.

Nachdem wir uns aus dem Würgegriff des Beiruter Berufsverkehr befreit haben, rasen wir zu geräuschhaften arabischen Klängen in den Sonnenuntergang der Levante. Die obertonreichen Spaltklänge lassen die Fahrgeschwindigkeit gefühlt verdoppeln. 130 Km/h zeigt der Tacho, als wir uns nach rund anderthalb Stunden der Grenze nähern.

Am Rande der Autobahn erstrecken sich wilde Flüchtlingssiedlungen. Manche wohnen in behelfsmäßigen Behausungen, andere haben als Dach nur Plastiktüten, während nur wenige Meter nebenan neue Häuser für den Speckgürtel entstehen. Gegensätze prägen die ersten Eindrücke dieser uns Deutschen völlig fremden Welt, deren Bevölkerungsüberschuß dennoch mittlerweile in jede Busfahrt in der bundesrepublikanischen Provinz übergegriffen hat.

Der Fahrer schießt über die halbfertige Autobahn. Nur eine Fahrtrichtung ist geöffnet. Alle fahren auf den drei befahrbaren Spuren einfach aneinander vorbei. Absperrungen gibt es genau so wenig wie Fahrbahnmarkierungen. Wessen Ziel kurz vor der Grenze an dieser Autobahn liegt, der fährt einfach in die Ausfahrt der Gegenrichtung, mitten hindurch durch den Gegenverkehr. Welch furchtloses Volk, das bei dieser Verkehrssituation die Autobahn dennoch zu Fuß überquert. An und neben der Fahrbahn spielen Kinder, die interessiert den vorbeirasenden Autos hinterhergucken. Unseren Fahrer interessiert all das wenig. Bei Höchstgeschwindigkeit ist er vertieft in sein Handy, in nicht enden wollendes Versenden und Abhören von Sprachnachrichten bei WhatsApp und in Gespräche über das Funkgerät.

Die einsetzende Dunkelheit fühlt sich an, als lege sie sich fester über dieses Land, als über das unsrige in Deutschland. Nach wenigen Minuten bringt ein stämmiger Wachtmeister den Stapel Reisepässe zurück. Auf seinem Uniformärmel prangt der Zedernbaum. Im Schritttempo passieren wir den Checkpoint, an dem Soldaten lässig die Papiere der rein- und rausfahrenden Fahrzeuginsassen kontrollieren.

Hinter den Wachhäuschen prägen Handyläden, Restaurants, Duty-Free-Geschäfte und Tankstellen das Bild. Es sind moderne Tankstellen, die aussehen, als könnten sie so auch an einer deutschen Autobahn stehen. In gleißendem Neonlicht erhellte Tankstellenshops inklusive, in denen die Sonnenbrillen, Zeitschriften und Kaffeebecher ebenso ordentlich in den Regalen feilgeboten werden, wie am Rasthof Peppenhoven-West.

An einem großen Steinbogen hängen die ersten Bilder des Präsidenten Bashar al-Assad. Vor einem Verwaltungsgebäude der Behörden stehen bereits zahlreiche wichtig aussehende Personen vor dunklen Limousinen, die uns offenbar zu erwarten scheinen. Hinter den tadellosen Gebäuden in landestypischem Architekturstil ist bereits die Straße erkennbar, die sich bedrohlich mitten hinein in die Hügel fräst. Der unbeleuchtete Highway nach Damaskus, der mitten hinein führt in das Land, aus dem die deutschen Behörden jeden Bundesbürger zur sofortigen Ausreise auffordern. In der Regierungspropaganda ist dieses Land ein Biest; es zu bereisen – eine Provokation.

Es ist dies ein Skandal, mit dem man sich auch nach innen nicht nur Freunde macht. Monatelange Vorbereitung, Behördengänge, Bürokratie, stapelweise Antragspapiere, Fraktionsgezerre, Strategiefindung, Koordinierung, Feinplanung. Ein halbes Jahr intensiver Organisation unter größtmöglicher Geheimhaltung zieht nun scharf.

Das Biest, es liegt direkt vor uns in der Dunkelheit, die sich hinter der letzten Leuchtreklame über die bergige Wüste legt. Ein Beamter in schwarzem Anzug und Krawatte öffnet die Seitentür unseres Fahrzeugs, reicht die Hand hinein und lächelt freundlich: Welcome. Welcome to Syria!


 Gastbeitrag

Gastbeitrag

  • Sezession

Kommentare (12)

Lotta Vorbeck

4. Februar 2020 11:17

"Es ist dies ein Skandal, mit dem man sich auch nach innen nicht nur Freunde macht." - notiert John Hoewer

Offenbar ist's ein unverzeihliches Sakrileg, den BRD-Gartenzaun zu übersteigen, um den eigenen Blick mal auf die Dinge zu richten, von denen der Gärtner fortwährend erzählt.

"uE", das Kürzel für "unerlaubte Entfernung" stellte einst einen Militärstraftatsbestand dar.

Maiordomus

4. Februar 2020 12:23

"Welcome to Syria" - dies zeigt, dass man letztlich wohl nur so zu recherchieren vermag wie Chinareisende, die des Mandarin und anderer dortiger Sprachen nicht mächtig sind. Und auch nichts gegen "Highway nach Damaskus", man kann auch Deutschland auf der Autobahn kennenlernen. Auf diese Weise kommt man aber hauptsächlich zu den Resultaten, die dem entsprechen, was man schon vorher gewusst hat und was man, vielleicht mit ein paar Differenzierungen, bestätigt sehen möchte.

Laurenz

4. Februar 2020 13:07

Beirut, vor dem Bürgerkrieg das "Paris des Nahen Ostens", wer kommt heute noch auf die Idee, da Urlaub zu machen, oder im Anti-Libanon Kreuzfahrer-Burgen zu besichtigen oder Drusische Kultur zu erfahren?

Damaskus, alte Kulturhauptstadt, Namensgeber für Damast-Webe- und Schmiedekunst. Man wird nicht behaupten können, daß der Tourismus dort buhmt.

Sewastopol, Europa, seit vielen Jahren fliegt keine wöchentliche Maschine der Lufthansa mehr nach Sinferopol, um deutsche Rentner-Ausflüge nach Jalta (Krimskoye), Zaren - oder Khanspalast, oder in die geschichtsträchtige Metropole mit Kriegshafen am Schwarzen Meer zu organisieren.

Die Reise der Pasemann-Gruppe nach Damaskus ist deswegen so wichtig, weil sie deutlichst aufzeigt, wie sich deutsche Außenpolitik im aktuellen Zeitgeist oder vielleicht auch schon immer (seit 70 Jahren) gestaltet.
Liegt es tatsächlich im Interesse der Deutschen Nation, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen?
Angesichts unserer Geschichte, zweifelhaft.

Liegt es tatsächlich im Interesse der Deutschen Nation, andere Staaten mit Embargos und Sanktionen zu belegen?
Angesichts unserer Export-Industrie und unserer Abhängigkeit von externen Rohstoffen, zweifelhaft.

Liegt es tatsächlich im Interesse der Deutschen Nation, andere Staaten, nach us amerikanischer Manier, willkürlich mit dem Prädikat "Schurken-Staat" zu belegen?
Angesichts dessen, daß Deutschland selbst politische Dissidenten inhaftiert, bleibt jegliche Bewertung anderer Staaten zweifelhaft bigott.

Wenn wir die Syrische Administration unter Präsident Assad mit unseren saudi-arabischen Freunden vergleichen, brauchen wir das Recht syrischer Frauen, Auto zu fahren, nicht als Erfolg feiern. Wir müssen auch nicht Herrn Assad auffordern, das Aufhängen schwuler Männer an Baukranen zu unterlassen, ebensowenig das Abschlagen von Köpfen oder Händen zu vermeiden. Aber besucht unsere Reinkarnation von Heinrich Himmler Damaskus? Nein, aber Saudi-Arabien. Hier ein Artikel unserer Nazi-Jäger-Avantgarde vom Tagesspiegel aus dem letzten Jahr. https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-entfuehrungsfall-kaschoggi-ist-heiko-maas-zu-weich-gegenueber-saudi-arabien/23161986.html

Das mindeste, was wir vom Tagesspiegel bezüglich des Handschlags unseres Außenminister-Darstellers mit dem Halsabschneider-Prinzen erwarten dürften, wäre, daß der Tagesspiegel das Willy-Brandt- und Konrad-Adenauer-Haus verbal abfackelt.
Oder wollen die Leser des Tagesspiegel genau das lesen, was sie vorgesetzt bekamen?

Wessen Interessen vertritt die Bundesregierung und das Außenministerium tatsächlich?

Andreas Walter

4. Februar 2020 15:08

Die Medien leben eben von der Sensation und alles was Regierungen sagen und schreiben ist Politik und Diplomatie.

Darum hat auch niemand im "jüdisch christlichen Westen" ein Problem mit der Familie Saud oder mit İlham Əliyev, sehr wohl aber mit Bashar al-Asad.

RMH

4. Februar 2020 21:46

Wie hieß das Buch gleich noch mal, welches ich als Jugendlicher schon gelesen habe?

Ohne Auftrag in … ?
...
Ohne Auftrag in Damaskus!
:)

Franz Bettinger

5. Februar 2020 09:36

Schöne Erzählung! - Erinnert mich an eine Radtour 1980 durch Irland und Nord-Irland, wo auch alles ganz anders (lockerer, ungefährlicher) war als es in der Zeitung stand. Die eigenen Anschauung ist doch eigentlich unschlagbar!

zeitschnur

5. Februar 2020 11:35

Manche Formulierungen hier im Artikel verstehe ich nicht oder ist das verunglückt:

"...rasen wir zu geräuschhaften arabischen Klängen in den Sonnenuntergang der Levante. Die obertonreichen Spaltklänge lassen die Fahrgeschwindigkeit gefühlt verdoppeln..."

Was sind "geräuschhafte arabische Klänge"?
Und wie kann etwas, das man als "Spaltklang" bezeichnet, "obertonreich" sein?
Pardon, dass ich es genau wissen will, aber das interessiert mich als Musikerin.

quarz

5. Februar 2020 13:34

Dass man Syrer unmöglich in ihr Land zurückschicken kann, gehört zu den Dogmen der Merkelschen Staatsräson. Daran wird kein empirischer Befund der Welt etwas ändern. Wie die Lage ist, wird man im Kanzleramt immer besser wissen als vor Ort. Kennt man ja von den "Hetzjagden" her.

heinrichbrueck

5. Februar 2020 14:25

@ Laurenz
„Wessen Interessen vertritt die Bundesregierung und das Außenministerium tatsächlich?“

Es sind wohl keine 200 Firmen weltweit im Einsatz, deren Verschachtelungen die Weltökonomie steuern. Das Führungsmanagement dieser Konzernmasse kontrolliert die Ressourcen; sowas wie Bundeskanzler sind deren Filialleiter einzelner Wirtschaftsstandorte. Die gekaufte Medienmacht besorgt die Propaganda und gibt die Wegbeschreibung vor.
Ihre Nazivergleiche sind total daneben, in ideologischer, historischer, politischer und ökonomischer Hinsicht nicht mehr aktuell. Solche unzeitgemäße Betrachtungen, auch von älteren DDRlern zu hören, verschleiern reale Führungsmöglichkeiten und zeigen politisches Desinteresse.

Maiordomus

5. Februar 2020 22:21

@Zeitschnur. Sie sehen, die Zitate bestätigen es, dass es sich um Wahrnehmungsschrott handelt, nicht um Äusserungen von Spezialisten, die uns in Sachen Syrien über die touristische Horizonterweiterung hinaus weiterbringen könnten. Des Arabischen nicht Mächtige, die aber was von Deutschland verstehen, sollten sich mit dem befassen, was jetzt für ihr eigenes Land wichtig wird. Es wäre also insofern zum Beispiel besser, die Lage um Thüringen zu analysieren. Hier sehen wohl selbst Debattierer mit etwas holzschnittartigem Weltbild und undiplomatischer Ausdrucksweise immer noch längst so gut durch, erst noch unentgeltlich, wie der Professor vom Zwangsgebührensender, der als Experte für die richtige Gesinnung bei der Thüringer Wahl von einer "Posse" zu sprechen geruhte.. Interessanterweise wurde auch in der Schweiz die überraschende Abwahl Christoph Blochers aus der Landesregierung, vor 13 Jahren, von Enttäuschten als "Posse" bezeichnet, war es aber nicht. Die Abwahl war keineswegs nur eine theoretische Möglichkeit.

Wie auch immer, ohne taktisches Geschick kann man bei so knappen Mehrheitsverhältnissen nicht arbeiten. Meines Erachtens gab es in Erfurt aber keine Vorkommnisse wie bei der Nichtwahl Barzels beim Misstrauensvotum gegen Willy Brandt: Das Wahlverhalten der AfD ist garantiert von niemandem gekauft worden, das war wirklich professionelle parlamentarische Arbeit, taktisch und strategisch. Es musste wenigstens einmal bewiesen werden, dass man mit der eigenen Stimmkraft etwas bewirkt, und zwar nicht nur indirekt. Das ist nun mal geleistet, es sei denn die Bundesparteien blocken den Versuch ab. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, Björn Höcke, als strategiefähiger Politiker mit taktischem Geschick nun bestätigt, habe sich damit auch als gesamtdeutscher Parteiführer empfohlen.

Laurenz

5. Februar 2020 23:53

@heinrichbrueck ... ich lese regelmäßig die Zahlen, wie viele Lobbyisten einen Abgeordneten bearbeiten.
Ihre Kritik an Nazi-Vergleichen mag berechtigt sein, aber es ist doch nur ein Symptom, weil man sonst nichts auf der Pfanne hat.

zeitschnur

6. Februar 2020 10:48

@ Maiordomus

Thüringen ist ein Lotstein, der in einen tiefen Seelengrund abgestiegen ist... Kennen Sie den Witz von "Sellem", der es schaffte, bei welchem Gesprächsgegenstand auch immer, nach einem Satz zur Sache auf sein Lieblingsthema, die Erforschung der Pantoffeltierchen zu kommen?
Spaß beiseite - ja: Wahrnehmungssschrott.
Und: was wollte uns der Dichter damit sagen?
Fazit: Undicht. Lasst uns über das Wetter (inzwischen "macht" die Stadt in der ich wohne, das "Klima": "Wir machen Klima") oder Machbares und Erreichbares reden, Thüringen oder so.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.