14. Februar 2020

Nach Erfurt: Gärung

Gastbeitrag / 73 Kommentare

von Heino Bosselmann -- Die turbulente Ministerpräsidentenwahl in Thüringen ließ tief blicken.

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Es handelte sich nämlich um weit mehr als nur einen „Coup“, insofern eindrucksvoll eine Symptomatik offenbar wurde. Eine Wendesymptomatik. Im Politikteil und im Feuilleton lasen wir tiefgreifende Analysen und pointierte Kommentare; vor allem aber wurde gezählt und gerechnet: Stimmen, Wähleranteile, Konstellationen, Minderheiten, Mehrheiten, Koalitionen in allen Farbspielen außer blau.

Nur kommt es darauf nicht an. Es kommt ebensowenig auf Thüringen an. Ja, vielleicht auf Björn Höcke, denn er und sein „Flügel“ gehören ebenfalls zur Symptomatik, die darauf hindeutet, daß wir vor den prinzipiellsten Veränderungen seit der Wiedervereinigung, vermutlich gar seit der Gründung der Bundesrepublik stehen.

Bevor Politik Gewalt wird, ist sie Sprache und Kommunikation, so wie Sprache und Kommunikation überhaupt dem Denken kongruent sind. Letztlich wäre ja selbst Gewalt Kommunikation. An der Semantik sowie den Konnotationen und Nuancierungen der Sprache liest sich direkt sachlich oder indirekt psychologisch alles Wesentliche ab.

Was nach dem Thüringen-Ereignis von den politisch Etablierten wie von deren Deutungsmedien gesagt und geschrieben wurde, zeigt vor allem, daß der Sprache der Bundesgenossen von Ex-SED bis Neu-CSU nicht nur die Kraft zur Inspiration, sondern selbst billigste Redlichkeit abhanden kam. Was bleibt, sind Beschwörungsformeln und politische Heils- und Segensbegriffe nach innen und fiese Pauschaldenunziationen nach außen.

Bevor nun der Riß hart durchgeht und die Berliner Republik vollends spaltet, bevor unweigerlich Wende und Wandel beginnen und alte vermeintliche „Grundvereinbarungen“ durch neue ersetzt werden, wird die Phrasendrescherei noch mal kräftig forciert, weil bisherige Entscheidungsträger und Funktionäre angesichts ihrer schwindenden Macht zum einen rhetorischer Selbstvergewisserung bedürfen, zum anderen aber gegen die andrängenden Gegner hochfahrend austeilen wollen.

Das Pfeifen im Walde wird schriller; es schwillt zum Getöse an. Weil das Establishment ideell erschöpft ist und schmerzlich spürt, den selbst generierten Lebenslügen höchst verhängnisvoll aufgesessen zu sein, reitet es hysterisch Verbalattacken, die tragikomisch wirken, während erste Überläufer bereits die Fahnenflucht planen, um bei der neuen Postenvergabe gleich dabei zu sein und weiter Gehälter abfassen zu können. Die ersten Wendehälse zwitschern doch schon.

Und die alte, verbrauchte Riege der Macht beschleichen düstere Ahnungen, weil sie sich und ihren bisherigen Gefährten nichts Vitales mehr zutraut. Kompensation der eigenen Frustration verspricht den Einheitsfrontlern von Rot-Grün bis Schwarz beinahe nur noch die Verunglimpfung der einzigen Opposition, also der „Alternative für Deutschland“.

Das Vokabular der Schmähungen ist in Deutschland den „Anständigen“ sogleich zur Hand und erprobt wirksamer als anderswo. Deshalb hören wir andauernd von „brauner Gefahr“, von „Nazis“ und „Faschisten“, von Auschwitz, von Schuld, schlimmer noch: von der Gefahr neuer, noch schwerer Schuld, von „Kein Millimeter nach rechts!“ als einziger Vorbeugung gegenüber drohender Totalverderbnis in einer Katastrophe. Deshalb wird bis zur asozialen Antifa, in der nicht mal mehr ein Stück Geist steckt, jeder unterstützt, der noch „gegen rechts“ mitmacht.

Kognitiv ist das unaufwendig; besser man macht links einfach so mit, ahnungslos und gefühlig. Dabei war doch namentlich die zur Folkloretruppe abgestiegene Linke bis in die Künste hinein mal von beträchtlichem intellektuellen Format! Übrig blieben nur etwas Lifestyle und Retro-Gehabe.

Jedenfalls vergewissern sich die Verbrauchten wider besseres Wissen noch einmal ihres dicken Zusammenhalts, deklarieren sich als jugendlich hip und „bunt“, „europäisch“, „weltoffen“, „demokratisch“, gar als „tolerant“ und spielen vertraute Choreographien durch, allein mit dem Erfolg, daß in den inszenierten Kampagnen selbst die engere Anhängerschaft spürt, wie spät es bereits ist. Zu spät nämlich. Für sie. Es kann nur Ausdruck der Verzweiflung sein, wenn die gesamte kritische Opposition im Land als faschistoid verunglimpft wird! Keine Frage: Die Rechte hat die Initiative und damit die Verantwortung.

Mit etwas Erfahrung vermag man durchaus den Geist der Zeiten zu spüren, wiederum an der Sprache, am Duktus und Gestus. „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!“, so Erich Honecker bei der Präsentation des 32-bit-Chips aus DDR-Produktion. Gewollt markig und keck, dennoch lächerlich und armselig.  Passend zu 32 Bit. –

„Die Mauer wird so lange bleiben, wie die Bedingungen nicht geändert werden, die zu ihrer Errichtung geführt haben. Sie wird auch noch in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.“ –

Das machte kurz vor dem Zusammenbruch den SED-Kreisleitungen noch mal Mut, wenn man ein paar Gläser Wilthener Goldbrand darauf kippte, aber die schlimmen Zweifel gingen schon tiefer, die schlechten Träume häuften sich, und die selbstsuggerierte Tapferkeit reichte nur noch für die letzte Jubiläumsfeier. Unmittelbar danach wurden so zügig wie wortlos die SED-Mitgliedsbücher abgegeben. –

Nun kann man eine sklerotische Diktatur nicht mit einer immerhin dynamischen freiheitlichen Gesellschaft vergleichen, deren Basis nach wie vor beindruckend funktioniert und deren Wirtschaft brummt. Aber das Psychologische ist vergleichbar, etwa hinsichtlich der Entfremdung zwischen Regierenden und Regierten.

Weil substantiell notwendige Veränderungen in der Flüchtlings-, Europa- und Finanzpolitik gegenwärtig einzig und allein von den Strukturen der AfD ausgehen können, insofern alles, was bisher nahezu sprachverboten war, sich über diese Partei artikuliert und sie den Widerstand gegen die Einheitsfront der selbsterklärten Mitte zu institutionalisieren beginnt, erntet sie den ganzen Haß der gerade noch Mächtigen und wird geradezu verteufelt, als stünde ein Fackelzug durch das Brandenburger Tor zu erwarten.

Nein, es wird einfach eine Korrektur geben müssen, die als Revision der offiziösen Sprache beginnt. An die jetzt noch bestimmende Verlautbarungsrhetorik der Regierenden wird man sich bald als eines Beispiels fader Selbstrechtfertigung erinnern. Dann aber folgt Klartext. Ja, der wird hier und da plump überziehen und rüpelhaft auf den Putz hauen; manches wird lächerlich bis peinlich, allzu vieles allzu begeistert klingen, aber das alles gehört zur Wiedererlangung freier Rede dazu. Es übt sich bereits.

Übrig bleiben später die kernigen Argumente und Urteile im Sinne pessimistischen Lebensernstes. Und die große Mehrheit der Zuhörenden wird wie immer nach einer Wende kleinlaut feststellen, daß sie das alles – ob wohl oder übel – ja eigentlich längst gewußt hatte, denn klar, der Kaiser war schon eine ganze Weile nackt unterwegs, man hatte es nur nicht gleich wahrhaben wollen und schon gar nicht laut sagen dürfen.

Zu Euphorie besteht indessen kein Anlaß, denn Veränderungen des Systems verleiten zwar zu Revolutionsromantik, sind aber Zeiten höchster Gefahr, in denen wir einen klaren Kopf behalten und so skeptisch wie demütig bleiben sollten. Der fatalen Illusion, daß der Mensch zuerst und vor allem vernünftig wäre, folgt die Rechte ihrer anthropologischen Grundüberzeugung nach nicht. Das ist von Vorteil.

Was bieten die anderen gegen die AfD noch auf? Friedrich Merz? Der hätte beispielsweise Gewicht. Aber vor allem ist er selbst ein Rechner und Honorarempfänger, zudem eitel und getrieben von Geltungsdrang – wie naturgemäß alle, die nach vorn wollen, gerade wenn noch alte Rechnungen offen sind, die man nicht vergessen konnte. Es ist auch für Merz zu spät, weil es längst um Wesentlicheres geht als um eine innere Reform der CDU.

Worum geht es? Um die Nation. Allein das ruhig auszusprechen gilt bislang als quasifaschistisch verpönt.


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Kommentare (73)

Gelddrucker
14. Februar 2020 23:11

"Weil das Establishment ideell erschöpft ist und schmerzlich spürt, den selbst generierten Lebenslügen höchst verhängnisvoll aufgesessen zu sein"

Der zentrale Satz dieses Artikels.

In fast jeder Diskussion mit Linken, zumindest denen aus dem moderaten Spektrum, die sich nicht aggressiv den Untergang des Westens auf die Fahne geschrieben haben, ist es das gleiche Muster: Der Linke in der Defensive und in der Rechtfertigung, meist mit abgedroschenen Phrasen, wie im Artikel beschrieben.

Leider ist es (noch?) so, dass sich aus dieser Defensivhaltung und dem quasi-Eingeständnis, dass man irgendwie auf dem Holzweg zu sein scheint, keine Änderung der Aktion ergibt. Lieber grenzt man den rechten Übelredner aus und vergewissert sich dann beim nächsten Mitstreiter für die falsche Sache, dass man doch schon irgendwie richtig liegt und somit hat man den Suppenspucker wieder da wo man ihn haben will: am Rand.

Darum ist auch Vernetzung eminent wichtig, denn sobald man lokale Mehrheiten hat, und sei "lokal" nur beim Familienfest oder im Sportverein, ist es viel leichter, Umfaller zu erzeugen.

Ratwolf
14. Februar 2020 23:25

Die Einschläge kommen näher und werden härter.

Vera
14. Februar 2020 23:47

So viel Optimismus, das ist wirklich rührend! Als ob die AfD tatsächlich Fundamentalopposition wäre, als ob ein neues Denken im Land einzöge, sich eine echte Alternative böte! Doch: das System gebiert sich immer wieder selbst, die technokratische Gesellschaft erschafft sich stets den gleichen Rahmen, sie ist die DNA, die immer das gleiche Muster hervorbringt, welchen Namen das System sich auch geben mag. Sollte es der Partei der Blauen gelingen, die Regierungsgewalt zu erlangen – sie würde doch nichts Grundsätzliches verändern, Prozesse nur verlangsamen, nicht aufhalten können. Sie ist nur ein mittelmäßiger Abklatsch der alten, konservativen CDU, wird den Leichnam vielleicht noch eine Weile künstlich am Leben halten, während in schon die Würmer zerfressen…

Atz
15. Februar 2020 00:14

Stimme voll zu!

Es gibt keinen guten Grund - das wissen in Thüringen alle - warum die gewählte CDU im Land nicht mit der Linken unter Ramelow die Regierung hätte stellen können. Denn genau das war der demokratische Wählerwille. Die Wahl des Oppositionskandidaten der FDP war auch eine Rebellion gegen die Kanzlerin und die taktischen Vorgaben aus Berlin, die auf die Tolerierung einer Minderheitsregierung von Linksaußen hinausliefen - mit allen Folgen im Bundesrat.

Der ungewohnt "agile" Regierungsstil der Kanzlerin mit ganz direkter Einmischung in Landtagsfraktionen und die Unabhängigkeit der Abgeordneten kündet auch staatspolitisch das endgültige Ende der Bonner Republik, und somit des bundesrepublikanischen Staatsverständnisses. Man sieht ganz offen wer wirklich staatsgefährdend handelt.

Das zunehmend hasserfülltere Getöse von ÖR-Journalisten gegen "Faschisten" mag noch so manchen unschuldig unter die Räder fallen lassen aber des weist auf den nahen politischen Bankrott des Merkel-Regimes. Die - man kann das sagen - Chuzpe mit der ein Volljurist Ramelow behauptet Höcke sei quasi gerichtsfest als Faschist zu bezeichnen, ist bezeichnend. Der Faschismus meint für die Kommunisten nicht mehr primär die Sozialdemokraten wie noch in den frühen 30ern, sondern den Anlass zur Staatstrauer, und dann eben auch den angeblichen Ausschwitzbauer unserer Zeit. Bittere, bittre Ironie: die gruseligsten Pläne der Nachkriegszeit wurden von den linksextremen Tupamaros West-Berlins gemacht (und den ollen Ohnesorg erschoss ein Zonen-Spitzel).

Wer soll aufsammeln die Scherben der Merkel? Friedrich Merz ist als Blackrock-Mann untragbar nach dem Cum Ex Milliardenbetrug am Staat. Er weiß es nur noch nicht. Ich würde in der CDU eher auf Leute wie Hermann Gröhe tippen. Harmlos ländlich kernige Bodenständigkeit an Stelle der Homoerotiker der letzten Jahre und der Steigbügelhalter der urbanlinken Mobber, oder wie man sagt Zivilcouragierten gegen "den Hass und die Hetze", das ginge noch.

ZDF klärt über die Hufeisentheorie auf:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/hufeisentheorie-hufeisenschema-rechtsextremismus-afd-linke-thueringen-102.html

Zitat:
"Höcke dagegen ist ein faschistischer Agitator, dessen Jugendorganisation sich nicht zufällig mitunter Höckejugend nennt", erklärt der Forscher [Feustel]. Er kritisiert die Verwendung des Hufeisenschemas: "Wer solche Vergleiche mithilfe einer so falschen und eingeübten Extremismusrhetorik anstellt, macht sich schuldig.""

Mitte meint heute nur noch die geballte philiströse Dummheit. Das Irrlicht der CDU wird auch nach Merkel scheinen und "Konservative" anlocken. Auf die kann man verzichten. Reicht, wenn CDU wieder ist was drauf stand, bevor Merkel mit ihrem Nichtwissen über die dubiosen Luxemburger Vermächtnissen den Parteivorsitz an sich riss und die CDU zersetzend umbaute.

zeitschnur
15. Februar 2020 00:24

Schöner Artikel, hoffnungsvoll und vorsichtig. Bloß ist er zu "innerdeutsch" der Perspektive nach. Dass alles so ist, wie es ist, liegt ja nicht nur an unseren verkommenen Eliten.
Es wäre interessant zu hören, ob Sie, @ Herr Bosselmann, eine ähnliche Wende des ganzen Westens erwarten. Denn nur das könnte diesen stinkenden EU-Kadaver samt einem Geldsystem, das nur wenige Köpfe durchschauen und regelrecht "besitzen", noch einmal ändern.
Ich gebe zu, dass ich skeptisch bin und nicht glaube, dass die Lenker, die, die mit Geld die Welt regieren, nicht auch diesen Zusammenbruch längst streng kontrolliert vollziehen lassen durch uns, die geschickt in die Zukunftspläne eingebunden werden und sich vielleicht andersherum auch als käuflich erweisen werden. Sie deuten es ja selbst an.

Franz Bettinger
15. Februar 2020 00:28

Situation erkannt. Ins Herz getroffen! Ob ein paar der ehemals denkenden Linken bei dem Text zittern? Sicher. Aber wovor? Vor Wut? Vor Scham? Oder beschleicht sie sogar eine Einsicht? Dass sie Mitläufer sind, Mit-Tuer gar? Hexen-Verfolger? Langsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich fürchte: zu langsam.

Wahrheitssucher
15. Februar 2020 00:47

“Worum geht es? Um die Nation.“

Recht haben Sie! Doch warum sagen wir nicht einfach:
Um Deutschland!
Ist doch irgendwie griffiger, prägnanter...

Habe noch immer die stets wiederkehrenden Worte meines Vaters (Jahrgang 1911, verstorben 1986) in der Erinnerung, im Ohr: „Was wird aus Deutschland?“

Das mag hier und heute nicht wenigen als lapidar erscheinen, aber unsere Altvorderen waren ungleich mehr und stärker von der Sorge um den Zustand, die Zukunft und den Bestand unseres Vaterlandes erfüllt als die allermeisten der heutigen Zeitgenossen.
Daran fehlt es heute so sehr, bei den Regierenden wie bei den Regierten...

Laurenz
15. Februar 2020 06:01

Finde den Artikel so gut, daß ich versucht bin, diesen meinen verbliebenen linken Freunden und Bekannten zu schicken. Viele sind es nicht mehr, auch in meiner Welt ist das Land gespalten.

Eine Frage hätte ich dann doch.

Zitat- Dabei war doch namentlich die zur Folkloretruppe abgestiegene Linke bis in die Künste hinein mal von beträchtlichem intellektuellen Format! -Zitatende

Könnten Sie, Herr Bosselmann, denn da jemanden benennen? Wer sollte das sein? Sollten wir uns alle mal auf einen Fettstuhl setzen, damit wir wissen, wie es sich links anfühlt?

dreamingplanet7
15. Februar 2020 07:08

Merz ist ein mutloser Charakter, das weiss man spaetestens seit er damals gekniffen hat mit dem netten und harmlosen Roland Tichy auf einer Buehne zu sitzen.
Und aehnliche Beispiele seiner opportinistischen, halbgaren Art sind inzwischen Legion, der macht im richtigen Moment immer einen Rueckzieher.
Soll er mal AKKs Job machen, wenn es soweit ist verputzt den die Merkel noch vor dem Fruehstueck und dann sind wir den Schwaetzer auch endlich los. :-)

Fritigern
15. Februar 2020 07:57

Friedrich von Hayek Merz gilt also für die sogenannte Mitte als konservative Hoffnung und für manche Linke gilt er als das kleinere Übel oder gar als Retter vor dem Faschismus.
Der Kerl steht stellvertretend für den Cuckservatismus und liebäugelt offen mit einer Koalition mit den Grünen Europa Feinden und ihrer menschenverachtenden Politik gegen Indoeuropäer.
Ab und an ein bisschen 0815 Islamkritik traut er sich gerade so eben noch aber das Aussprechen von ethnischer Fragmentierung und der damit verbundenen Schicksalsfrage der europäischer Völker würde diesem BRD Clown niemals über die Lippen gehen also wird der auch nie zur Gefahr für die AfD.

Merz ist ein Witz, da helfen auch seine Auftritte als Law and Order Sheriff nicht und die Tatsache, dass er bei dem Haupthaar nicht längst zur Maschine gegriffen hat sagt auch so einiges über ihn aus.
Haarausfall trifft viele irgendwann mal mit zunehmendem Alter, ist ja an sich auch nichts schlimmes dabei aber dann nicht mal dieses Resthaar runter zu schneiden und dreist weiterhin mit 2 Haaren auf dem Schädel herumzulaufen hat für mich irgendwie etwas von Verwahrlosung.

Gustav Grambauer
15. Februar 2020 08:00

"Und die alte, verbrauchte Riege der Macht beschleichen düstere Ahnungen, weil sie sich und ihren bisherigen Gefährten nichts Vitales mehr zutraut." - Heino Bosselmann

Ich wundere mich über die Schlaffheit auf beiden Seiten.

Beim Anschauen der Wahl Kemmerichs auf Phönix schoß es mir durch den Kopf: der muß jetzt wie ein Leistungssportler im Wettlauf mit dem Gegner irreversible Tatsachen in der Regierung und in den Verwaltungen schaffen und wird dafür Ellbogen wie aus Stahl brauchen.

Und was kam? Er ist subito "abgetaucht"! Womöglich gar nicht mal so sehr um seine Wunden zu lecken, vielmehr auf "politische Empfehlung" seiner eigenen Partei ("um niemanden mit seiner schieren Anwesenheit zu provozieren")! Die "bürgerliche Mitte" braucht gar keinen Gegner mehr, das Ergebnis sieht so aus!:

http://www.pi-news.net/2020/02/thueringen-sind-ramelows-minister-etwa-noch-im-amt/

Die Open-Society-Achse der kunterbunten Zivilgesellschftsframer hatte 2014 in Kiew nach der Flucht Janukowitschs die Zeit von der ersten Millisekunde an ausgenutzt. Sie hat, wie wir damals gesehen haben, für solche Fälle bewaffnete mobile Einsatzkommandos in Regimentsstärke Gewehr bei Fuß stehen, die sofort mit Militärhubschraubern in jedes beliebige Land der Welt eingeflogen werden, brachial die oberen Stockwerke einer jeden Behörde, eines jeden Senders usw. für sich freiräumen und rund um die Uhr Telefonleitungen kappen, Verordnungen, Durchführungsbestimmungen u. dgl. erlassen, Entlasungsurkunden ausstellen, Kündigungen aussprechen, Dienstausweise einkassieren, Hausverbote erteilen, Projekte und Geldflüsse stoppen, Kompromate sichern, Schlüsselpositionen mit eigenen Kadern besetzen usw.

Aber bei der deutschen Sektion dieser Weltmacht sieht es nicht anders aus, Ramelow ist auch errstmal Heulen gegangen, siehe:

https://www.youtube.com/watch?v=DeF-1YRJ1Fw

Schöne "Putschisten"!

- Kommentariat Grambauer

quarz
15. Februar 2020 09:20

"Dabei war doch namentlich die zur Folkloretruppe abgestiegene Linke bis in die Künste hinein mal von beträchtlichem intellektuellen Format!"

Es gibt eben auch eine intellektuelle Verhausschweinung, nicht nur eine des Gemüts. Wem die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit gegnerischen Argumenten abhanden kommt, weil ihm von der Macht versichert wird, ohnehin auf der richtigen Seite zu stehen, dem verkümmert der Intellekt. Wie in der physischen Welt ist es nur eine Minderzahl von Zeitgenossen, die nach Wegfall der äußeren Herausforderung den Erhalt der Konflikttauglichkeit durch innere Disziplin aufrecht erhalten, weil sie in ihr nicht nur ein Mittel zum Zweck des Machtgewinns sehen, sondern auch eine Bedingung, um vor dem Urteil der Selbstachtung zu bestehen.

Leider gerät diese Situation auch dem Dissidenten in dem Maß zum Nachteil, in dem die Mächtigen ihm die inhaltliche Auseinandersetzung verweigern und ihn zum Schädling erklären, den auszumerzen offenkundige und deshalb nicht weiter zu rechtfertigende Pflicht der Mächtigen sei. Dieser Nachteil besteht nun aber nicht nur in der offensichtlichen Unbill der Ächtung und Verfolgung, sondern auch im Wegfall der geistschärfenden sachlichen Auseinandersetzung mit dem Gegner, die ihm von diesem ja verweigert wird und zu der der Gegner im Zuge fortgeschrittener geistiger Verwahrlosung wohl auch gar nicht mehr fähig ist. Dadurch wird der Dissident nolens volens in den Prozess der Verhausschweinung integriert, der zu einem gesellschaftlichen Strukturproblem wird, das alle darin wirkenden Kräfte erfasst. Das mag teilweise die Lähmung weiter Kreise von Konservativen erklären, an deren mangelnder Widerstandsdynamik die Hoffnung des „Fähnleins der Aufrechten“ regelmäßig scheitert.

Angesichts all dessen ist es wenig überraschend, dass empirische Untersuchungen zu dem Schluss kommen, dass die innovativsten Gesellschaften einerseits ethnisch homogen sind, zugleich aber (und vielleicht gerade deshalb) eine Vielfalt geistiger Entwicklungen im Rahmen eines Klimas gegenseitiger Anerkennung und intellektuell fordernder Auseinandersetzung zulassen. Wir erleben derzeit genau das Gegenteil: geistige Engführung der Meinungskorridore im Verbund mit exzessiver Sabotage der ethnischen Homogenität.

Nemo Obligatur
15. Februar 2020 09:36

Um die CDU mache ich mir keine Sorgen mehr. Nach Merkel können auf Jahre hinaus nur noch Figuren des Übergangs kommen. Stimme @dreamingplanet7 voll zu. Auch Merz würde sich nicht lange halten.

Aber es gibt noch einen polit-medialen Komplex. Drahtzieher und Bescheidwisser, Lenker der Geldströme und Meinungen, Schattenmänner und Schattenfrauen. Woher kommen die Kampagnen gegen unliebsame Personen wie Maaßen oder Sarrazin? Wer hat die Anschläge auf FDP-Büros nach der Wahl in Erfurt orchestriert? Oder das mediale Trommelfeuer gegen die nun wirklich marginale "Werteunion"? In einem Hamburger Wochenblatt mit Z gab es dieser Tage einen Artikel, der Verbindungen der Werteunion ins neurechte Lager thematisiert. Dort wurden Banküberweisungen mit Höhe, Datum und Empfänger genannt. So etwas kann man nicht einfach mal im Internet herunterladen. Ich rate zur Vorsicht: Das Establishment hat noch lange nicht ausgespielt. Die Repression wird härter werden bis hin zum Parteienverbot.

Gelddrucker
15. Februar 2020 09:52

Das mit der Käuflichkeit und die Frage, ob die AfD eine echte Alternative ist, wird sich zeigen und zwar darin, ob der Flügel die Oberhand hat oder nicht. Höcke ist sicher nicht käuflich, ihm geht es um Deutschland und er würde auch die nötige millionenfache Remigration angehen. Andere sind sicher käuflich, keine Frage. Die gilt es dann im Falle der Einflussnahme eben in der zweiten Reihe zu halten.

Gustav Grambauer
15. Februar 2020 10:13

"Schöner Artikel, hoffnungsvoll und vorsichtig. Bloß ist er zu 'innerdeutsch' der Perspektive nach." - zeitschnur

Empfehle auch, den Blick zu weiten, um Gründe für Pessimismus und Optimismus, die offenbar die Leserschaft hier gerade sehr bewegen, besser ausloten zu können. Die Einkreisung geht zügig voran, jetzt sogar mit einem alten-neuen, erstmals hochoffiziell (durch den US-Außenminister) signalisierten Spin. Ich habe schon beim Tode von "RK" Ebel gesagt: er war ein einfach gestrickter Sonderling, aber ich wette, daß die US-Botschaft diskret einen Kranz auf sein Grab legt. Ich betone noch mal, er war ein Spinner, aber er war in den Niederungen der KRR-Szene der - seinerzeit nicht ausgespielte - Trumpf im Ärmel von Reagan/Bush-Baker-Kornblum:

https://www.youtube.com/watch?v=3Vq8JkTrtbg

Jetzt wird der 1985 im Vorfeld der "Wiedervereinigung" installierte und seitdem trockengehaltene Knaller womöglich gezündet - was fällt den verehrten SiN-Lesern an diesem Foto anläßlich des 30. Jahrestages des "Mauerfalls", welcher ja ein Affront gegen die Viermächte war, auf?!:

https://de.usembassy.gov/de/pompeo-trifft-kanzlerin-merkel/

Oder z B. bitte hier mit dem Seitensucher auf "bismarck" gehen; alles kleine Signale für die, die sie verstehen:

https://www.blick.ch/news/ausland/regierungschef-spart-steuerzahlern-zehntausende-mit-flug-an-bord-von-gewoehnlicher-linienmaschine-britischer-premier-boris-johnson-und-seine-freundin-reisen-economy-class-in-die-karibik-id15683250.html

Der absehbare Handelskrieg

https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/interview-mit-hwwi-oekonom-andre-wolf-experte-warnt-vor-trump-deutschland-ist-mit-aller-wahrscheinlichkeit-sein-naechstes-ziel_id_10913871.html

wird sicher auch politisch und vielleicht sogar besatzungshoheitlich ausgetragen, Grenell untersteht als weltweit einziger US-Botschafter nicht dem Dpt. of Foreign Affairs sondern Trump direkt. Popcorn & Coke bereitstellen, es wird spannend - Trump: "The best is yet to come!"

Wermutstropfen in der Cola: die Feindstaatenklauseln gelten nicht der BRD sondern Deutschland gegenüber - und diejenigen, die sie annullieren könnten, werden angesichts dessen, was die Deutschen in ihrer Mutti-Gefolgschaft an Unreife offenbart haben, erst recht vorerst keine Veranlassung sehen, sie zu annullieren ...

- Kommentariat Grambauer

Gustav
15. Februar 2020 10:45

@ Nemo Obligatur

"Die Repression wird härter werden bis hin zum Parteienverbot....."

„Wenn einer, der mit Mühe kaum
gekrochen ist, auf einen Baum,
schon glaubt, dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der!“ (Wilhelm Busch)

Der Kommentar von @ Zeitschnur ist der realistische. Die Schattenmänner werden seit 1789 regelmäßig unterschätzt und verkannt, bestimmen aber immer weitgehend den Lauf der Dinge.

"Was wir zu fürchten haben, ist nicht die Unmoral der großen Männer, sondern die Tatsache, daß Unmoral oft zu Größe führt."

Alexis de Tocqueville

Utz
15. Februar 2020 11:00

Ihren Optimismus kann ich nicht teilen, Herr Bosselmann. Darin stimme ich Vera zu. Auch die klarsichtigen Anmerkung von quarz geben keinen Anlaß zur Hoffnung.

Was dämpft zusätzlich meine Hoffnung?
* Wir haben die Jugend (trotz IB) nicht auf breiter Basis auf unserer Seite.
* Wir haben gegen uns eine breite Front aus Linken, Antideutschen und Antifa und deren Sympathisanten und momentan auch noch Migranten. Letztere passen da zwar nicht dazu, aber das macht für uns die Sache nur noch schlimmer. So wäre meine Prognose, daß sich das Licht am Ende des Tunnels nur als Zug herausstellt, der auf uns zurast. Wenn die Übergriffe von Migranten und die No-go-Areas mehr werden, werden einige unserer Gegner zwar die Fronten wechseln, aber zu diesem Zeitpunkt sind die ethnische Wahl wahrscheinlich schon Fakten geschaffen. In diesem Chaos werden sich dann muslimische Organisationen anbieten, wieder Ordnung zu schaffen. Dann, fürchte ich, wird den einen die Ordnung wichtiger sein als alles andere, so daß sie jede Kröte schlucken und die anderen werden sich selbst in die Tasche lügen und sagen: "Ist doch gut, endlich bekommen konservative Werte wieder eine Chance." Der kleine Teil, der sich nicht beirren läßt und daran festhält, daß es nicht der Lauf der Zeit ist, den man angeblich nicht aufhalten kann, daß mit unserer Kultur und auch unserem Menschenschlag (was nicht ganz zu trennen ist) etwas verloren geht, der steht dann auf verlorenem Posten und bekommt bestenfalls noch ein Reservat (eins in einer unwirtlichen Gegend im Osten und eins in einer ebenso abgelegenen Gegend in den Alpen) zugewiesen.

tearjerker
15. Februar 2020 12:04

„Aber es gibt noch einen polit-medialen Komplex. Drahtzieher und Bescheidwisser, Lenker der Geldströme und Meinungen, Schattenmänner und Schattenfrauen.“
Das Land und der Staat und viele seiner Institutionen sind komplett unterwandert. Und während man die Einflussnahme durch den Gegner im Osten in den vergangenen 30 Jahren teilweise erhellen konnte, sind die verborgene, über bloße Einbindung ins Institutionelle herausgehende Beeinflussung durch die „Verbündeten“ und das dahinter stehende Prinzip unentdecktes Land.

Andreas Walter
15. Februar 2020 12:30

@Nemo Obligatur

Richtig. Leute die auch vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken, nur um die "richtigen" Schlagzeilen dadurch zu schaffen. Die Notfalls auch noch einen 3. Weltkrieg anzetteln, nur um ihre Vormachtstellung in der Welt dadurch weiter zu behalten.

https://youtu.be/n7fT6Mur6Gg

Gelddrucker
15. Februar 2020 12:32

@Utz:

Da kann ich nur noch einmal dieses Video posten, welches zeigt, dass wir die Mehrheit auf unserer Seite haben:

https://www.youtube.com/watch?v=JDOW2refPPU

Und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Jugend, wenn man die antideutsche Propaganda eindämmt, was ja immer besser funktioniert. Hinzu kommt, dass viele der linken Seite abschwören, wenn sie die Jugend verlassen. War bei mir und vielen die ich kenne auch so. Bis die ethnische Wahl landesweit zuschlägt vergeht noch mindestens 1 Jahrzehnt. Selbst in Frankreich kann Le Pen 2022 Präsidentin werden und wird es wahrscheinlich auch.

Der_Juergen
15. Februar 2020 12:50

Abgesehen davon, dass Heino Bosselmann die BRD unerklärlicherweise als "freiheitliche Gesellschaft" bezeichnet, obwohl dort manche Menschen aus rein politischen Gründen X Jahre lang einsassen und einsitzen und und die Zensur zu bestimmten Fragen so unerbittlich ist wie in Stalins UdSSR, ist dies ein guter Artikel.

Die Parallele zur DDR im Jahre 1989 drängt sich natürlich gebieterisch auf, aber es gibt doch sehr gewichtige Unterschiede. Zum abgewirtschafteten SED-Regime und dem Fortbestand eines Staates, dessen ideologische Grundlage der inzwischen völlig diskreditierte Marxismus-Leninismus gewesen war, gab es damals eine reale Alternative: Die deutsche Wiedervereinigung, die man, weniger taktvoll, auch als Anschluss der DDR an die BRD bezeichnen konnte. Es war klar, dass Gorbatschow nicht gewillt war, die Panzer rollen zu lassen; die Honecker-Regierung hatte also keinen Verbündeten von Gewicht mehr.

Heute ist zu dem abgewirtschafteten Kartell der antideutschen Parteien, deren gemeinsame Ideologie der Hass auf das eigene Volk und seine Kultur ist, keine Alternative ersichtlich. Abgesehen davon, dass die AFD - wie z. B. @Vera richtig festhält - keine konsequent nationale Partei ist, wird sie nie die absolute Mehrheit erhalten. Den Weg zu einer Koalition mit ihr hat sich die Union mit dem Thüringen-Theater selbst verbaut, und wenn sie nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von morgen" doch eine eingeht, wird die AFD dadurch kastriert und zu einer um ein bisschen Islamkritik erweiterten FDP2 umfunktioniert (eine Rolle, in der sie Karrierejäger wie Meuthen schon heute gerne sähen). Sie wird dann, um abermals @Vera zu zitieren, zu einem blossen Aufhalter des Verfaulungsprozesses, zum "Katechon".

Nur ein (in Deutschland sehr unwahrscheinlicher) Militärputsch oder eine Volksrevolution können einen Regimewechsel herbeiführen. Auf einen solchen würden die USA aber bestimmt mit einer bewaffneten Intervention reagieren, auch unter Trump, der trotz seiner Rhetorik den traditionellen imperialistischen Kurs seines Landes weiterführt. Sollte das System in den USA zusammenbrechen und es dort zum Bürgerkrieg kommen, würden die Karten allerdings neu gemischt, zumal die Lage in Frankreich extrem instabil ist und das Land schon bald so sehr mit sich selbst beschäftigt sein wird, dass es keine Kraft für grosse Abenteuer jenseits seiner Landesgrenzen mehr finden wird. Der Weg wäre dann frei für die unabdingbare Zuwendung Deutschlands zu Russland.

Natürlich ist die Entwicklung in Thüringen mitsamt ihren bundespolitischen Folgen für die Rechte ein Gottesgeschenk. Jene Minderheit der Deutschen, die noch denken kann und will, erkennt spätestens jetzt, dass eine geschlossene antideutsche Front, von den Grünen bis zur CSU reichend und von den Qualitätsmedien sekundiert, die AFD als Todfeind betrachtet und mit allen Mitteln vernichten will. Hockten an deren Spitze lauter Meuthens und Bystrons, könnte man sich mit denen wohl arrangieren, aber mit Höcke und dem Flügel wird das nicht gehen. Dass gerade der betont patriotische Flügel der AFD die mit Abstand besten Wahlergebnisse einfährt, verunmöglicht es der Parteispitze, sich seiner durch den Hinauswurf von Höcke und anderen Patrioten zu entledigen.

Wie man es auch dreht und wendet: Die Höllenfahrt eines Staates, der von Beginn an auf den Lügen der Besatzer aufgebaut war und dessen im Grunde antideutscher Charakter jahrzehntelang durch seine grossen wirtschaftlichen Erfolge und die vielen Freiheiten, die er seinen Bürgern gewährte, verdeckt worden waren, vollzieht sich in immer rasanterem Tempo. Und das ist schon einen Asbach Uralt wert!

Elvis Pressluft
15. Februar 2020 14:07

„I stand corrected“: Hinsichtlich früherer Kommentare meinerseits muß ich mich in der „guten“ linken Praxis der Selbstkritik üben. Höckes Handstreich hatte Berliner Resonanzeffekte, die ich nicht erwartet hätte. Zum Problem könnte allerdings die Person Merz‘ werden. Er würde manchen Wankelmütigen täuschen und einfangen können, der sich von der Union bereits abgewandt hatte. Zur von einem cdu-Präses Merz zu erwartenden Politik muß man effektiv nichts sagen; es reicht hin, seine jüngsten Äußerungen zu den Grünen zu rezipieren – die übrigens auch nachweisen, daß er tatsächlich das Kanzleramt anstrebt (und also mit den Grünen koalieren müßte). Die Grünen ihrerseits werden/würden kurz murren, aber alle Beteiligten würden letztlich ihrem Machtinstinkt folgen.
Ein bedeutendes Fragezeichen bleibt Merkel. Ihre unvergleichliche Fähigkeit, allen anderen linken Kräften die Themen wegzunehmen und jede Art demokratischer Debatte präventiv zu unterbinden, stellt sie über alle Anderen, auch Merz und Konsorten. Die deutsche Pathologie ist ohne diese Person nicht zu denken, und ich zweifle weiterhin daran, daß sie uns in absehbarer Zeit von sich erlösen wird.
Die AfD? „Ausgrenzung macht uns stärker“ – aber der tiefe Einbruch in bürgerliche Wählerschichten gelingt nach wie vor nicht und steht m.E. auch nicht zu erwarten. Zur Zuversicht besteht insofern wenig Anlaß.

A. Kovacs
15. Februar 2020 14:14

– „ Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!“
———
Mich wundert immer, dass nie explizit gesagt wird, gegen wen sich dieser Satz gerichtet hat, nämlich nicht gegen „den Kapitalismus“ oder gegen „die Imperialisten“ oder gegen „die Faschisten“, sondern gegen das Christentum. Über die Rolle des Christentums als Aufhalter des sozialistischen Laufs sollte mehr nachgedacht werden.

Maiordomus
15. Februar 2020 14:37

Ich glaube, dass im vorigen Strang, im Zusammenhang mit der Debatte um das gedruckte Heft "Sezession", mit mehr Hintergründen, die einem Herrn Bosselmann angemessen wären, diskutiert wird, und zwar von allen Foristen durchgehend. Keine Kleinigkeit ist im Zusammenhang mit Dresden die Sache mit den Opfer-Zahlen. Das ist selbstverständlich weder bloss Statistik noch "nur" die unbedingt angemessene Trauer. Es geht tief ins Geschichtsbild rein. Im Zusammenhang mit Erik Lehnert, Benedikt Kaiser, David Engels usw. wird über dieses Geschichtsbild diskutiert. Dabei wird auch die Theorie-Debatte aufgerollt. Muss man die rechten Klassiker, von welchen u.a. auch im Video von Kubitschek und Kaiser vergangene Woche die Rede war, wirklich unbedingt gelesen haben? Oder genügen, um in die Tiefe zu gelangen, Johann Peter Hebel und Heinrich von Kleist? Erkennt vielleicht ein Lokalhistoriker von Ostfriesland Dinge, die Hegel, Marx, Engels, Fukuyama nicht beachtet haben? Das Leben eines jeden einzelnen findet letztlich vor Ort statt.

Ich grüsse an dieser Stelle noch Heino Bosselmann als hochgeschätzten Kollegen. Natürlich ist es lächerlich, die Hochschätzung der Nation und ihre proportionale Einordnung in eine vernünftige Theorie des Gemeinwohls als "faschistisch* einzuschätzen. Aber das wahre Leben findet "weiter unten" statt, sozusagen in jedem Hotzenwälder Dorf oder auch in Tuttlingen oder meinetwegen in Amsterdam, um es mit Johann Peter Hebel zur Sprache zu bringen. Ich versuche zu erklären, warum Hebel -nicht nur für Literaturfreunde - sondern unter Kriterien einer kritisch durchdachten Philosophie der Geschichte, für das Verständnis Deutschlands wichtiger wurde als Marx und Engels und im Grunde auch als bedeutsamer als die von Kubitschek und Kaiser empfohlenen rechten Klassiker, die ich freilich stets durchaus ernst genommen habe.

Nordlicht
15. Februar 2020 14:40

Der Satz "Nein, es wird einfach eine Korrektur geben müssen ..." regt mich zum Kommentieren. Ohne hier sprachliches Klein-Klein zu betreiben: Ich sehe das "müssen" nicht. Korekturen wären extrem wünschenswert und für das Wohl unseres Volkes erforderlich, aber ob sie in die von uns gewüschte Richtung kommen, ist offen.

(Etliche Kommantatoren teilen den im Artikel enthaltenen Optimismus nicht.)

Die hier in SiN versammelte Opposition ist in sich gespalten und hat unterschiedliche Vortellungen über das Wünschenswerte. Man ist sich in der Ablehnung von Merkels-Offene-Tore-Politik seit 2015 einig, 90 Prozent der in Deutschland aufgenommene Flüchtlinge verdienen kein ASsyl und müssten aureisen: Man ist sich einig in der Ablehnung der erfolgten Übertragung nationaler Souveränität auf die EU, auch der ominösen UN-Aktivitäten in den div. Compacts (- hier trifft man sich zB mit Trump).

Auf das Misstrauen etlicher Kommentatoren gegen die AfD sei hingewiesen. Das Mosaik ist sehr bunt, der damit zu erbauende Boden dürfte nie die Belastbarkeit von Beton oder auch nur von Holz haben.

Sollte es einmal eine Bundesregierung mit Beteiligung der AfD geben - was eine sehr optimistische Vorschau wäre -, dann werden aussenpolitisch erhebliche Gräben innerhalb der aufbrechen. (Die Debatte de vorigen Woche über USA zeigt das exemplarisch.)

Den Begriff "Gärung" für die Erfurter Vorgänge würde ich durch "Selbstentlarvung der Gegner" ergänzen. Merkel hat sich - einmal mehr - zur Kenntlichkeit entblösst, die offizielle veröffentlichte Meinung verteidigt Verstösse gegen Demokratie und Bundes- sowie Landeserfassung, die Links-SA bedroht Gewählte und ihre Familien, in der CDU redet man von Parteikollegen als "Krebsgeschwür", FDP-Lindner enteiert sich auf offener Bühne.

Wie werden sich diese Vorgänge für die Nationale Sache auswirken? Abweichler in der CDU und FDP werden entweder noch stiller werden oder zur AfD wandern, deren Wahlerfolge zunehmen dürften. Wenn diese Neuankömmlinge hier in SiN als "cuckservatives" geschmäht werden, welche "nur" die gute alte konservativen Zeiten von Dregger und Mende zurückhaben möchten, ist das in Ordnung. Die AfD ist nicht die Partei der Sezession, sondern bleibt hoffentlich inhaltlich so breit, wie es für die Erringung von Wähler-Mehrheiten nötig ist.

Gracchus
15. Februar 2020 16:00

Ich frage mich, welche System-Wende wohin Bosselmann hier eingeleitet und eingeläutet sieht. Da müsste er konkreter werden und vermutlich Ebenen abschichten. Der Schlusssatz, dass es nun um die Nation gehe - ist er mehr als ein Raunen? Meint er dies im Sinne nationaler Remythisierungen? Und sieht darin mehr als Kompensationseffekte globalistischer Zumutungen? Sieferle eingedenk (welcher dafür vielfach gescholten wurde) könnte man ironisch anmerken, dass der bundesrepublikanische Mythos des "Nie wieder!" nun umso lauter beschworen wird - natürlich unter völliger Verkennung der konkreten Situation - und darin die paradoxe deutsche Renationalisierung besteht.

Das globalistische System und supranationale Institutionen wie die EU sind ausserdem auf funktionierende Nationalstaaten - genauer: deren innenpolitische Durchsetzungsmacht - bis auf Weiteres angewiesen. Der Vergleich mag die Komplexität ungehörig reduzieren, dennoch: Die FIFA ist ein durch und durch globalistisches Unternehmen, aber ohne Nationalmannschaften wäre das Geschäftsmodell ruiniert. Ebenfalls wäre das Geschäftsmodell ruiniert, wenn die Mannschaften nicht mehr gegeneinander Fussball spielen, also miteinander konkurrieren, sondern sich im Sinne einer One World-Peace-Utopie bei Anpfiff in die Arme fallen und knuddeln würden.

Vom politischen System aus geht es m. E. darum, die AfD und ihre Wähler einzubinden und zu domestizieren, und man kann beobachten, wie die etablierten Parteien, vorneweg die CDU, dabei versagen, den Systemanforderungen also nicht genügen. Woran das liegt, dazu müsste man ins Detail gehen, es ist natürlich ein Gemisch. Wenn die etablierten Parteien im Verbund mit den Medien keine konstruktive Strategie finden, mit der AfD umzugehen, wird aber m. E. ebenfalls keine Wende geben; es wird vielmehr weiter destruktiv zur Sache gehen.

Maiordomus
15. Februar 2020 16:44

PS. Bosselmann. "Die grosse Mehrheit der Zuhörenden." Gewöhnt man sich als zur Minderheit gehöriger rechter Lehrer oder Professor an sprachpolizeiliche Vorschriften?

Es hätte noch deutlicher gesagt werden dürfen, dass der mutmassliche Umgang mit einem Bundesland, auch mit Landesparteien, ein verfassungspolitisch unerhörter Vorgang war: schlimmer als es selbst ein Verbot der SPD in Nordrhein-Westfalen hätte werden können, nämlich in NRW als Sanktion für den (gescheiterten) Antrag, die Stimmen der Opposition im Parlament als für die Gesetzgebung ungültig zu erklären. Dies wäre rechtsqualitativ wohl nicht weit vom Antrag entfernt, die Stimmen von Juden und Personen mit Migrationshintergrund analog für ungültig zu erklären. Also sagen wir mal: Zehn Jahre Zuchthaus für den Hauptverantwortlichen des Antrags! Allenfalls Begnadigung, aber nur wenn er quasi Urfehde schwört, nie mehr mit solch "menschenverachtenden" Anträgen zu kommen, wie heute die Sprachregelung für immer mehr Diskriminierungen lautet, seien diese nun tatsächlich oder nur angenommen.

Sollten Parteien den Antrag für Annulierung der Stimmen der Opposition in ihr Programm aufnehmen, müsste ein Parteiverbot nahe liegen, weil nicht Gesinnungen, sondern konkret vorgeschlagene Verfassungsbrüche primär zu verfolgen wären, bei vorheriger Aufhebung der Immunität der Angeschuldigten.

Im kritischen Rückblick auf die Zeit nach 1933 glaube ich, dass es zu einer Rechtsopposition gegen Hitler hätte gehören müssen, dass man sich lieber erschiessen lässt, als die Gleichschaltung der Länder zu akzeptieren; zumindest in Friedenszeiten. In dem zeitgenössischen verbotenen "Weissbuch" über die Erschiessungen des 30. Juni 1934, in meiner Hausbibliothek greifbar, Edition de Carfour, Paris, 23. November 1934, sind Personen genannt, darunter Leopold-Ziegler-Freund und Konservativer Revolutionär Edgar Julius Jung und noch andere, zum Beispiel der Katholik Dr. Erich Klausener, die genau deswegen Opfer des frühesten und für jene Zeitphase schlimmsten Verfassungsbruches im 3. Reich wurden.

Rücksichtslose Gleichschaltung widersprach zumal dem älteren Verfassungsrechts, welches stärker vom Kollektiv und von Korporationen her orientiert war. Unter meinem i Im älteren Verfassungsrecht galt ein Eingriff von Exekutivbehörden des Bundes in Angelegenheiten von Gliedstaaten und Gemeinden, so weit nicht von der Verfassung erlaubt oder gar vorgeschrieben, als Verfassungsbruch schlechthin. Aber klar wäre die heutige Situation in Deutschland, z.B. Nichtausschaffung von Schwerstkriminellen fremder Nationalität und faktisches Recht auf Einwanderung mit der Begründung Klima, für frühere auch liberale Verfassungsrechtler undenkbar gewesen. Dabei müsste für heute, wenigstens im Prinzip, das ungesetzliche Verfügen über die Rechte eines Bundeslandes schwersten Menschenrechtsverletzungen gleichgesetzt werden, was heute jeder linke patriotische Katalane gewiss unterschreiben würde. In einem entsprechenden Gerichtsfall, Thüringen betreffend, wäre die Lage selbst bei parteipolitisch unabhängigen Gerichten aber trotz der ärgerlichen Situation so kompliziert, dass Merkel, Lindner und andere wohl kaum mit einer Verurteilung rechnen müssten. Insofern haben veranlasste Anzeigen wohl nur propagandistische Bedeutung. So wie es eine brutale und zum Teil Existenzen bedrohende politische Lüge ist, im Zusammenhang mit den Handelnden von Erfurt von "Faschisten" zu sprechen, kann man die mehr in plumper Drohform in Aussicht gestellten mutmasslichen Verfassungsbrüche von Merkel, Lindner und anderen mit der Schreckensherrschaft von 1934 vergleichen.

TheBlackCat
15. Februar 2020 16:46

Soben wurde Alice Weidel mit relativ großer Mehrheit zur Landesvorsitzenden der AfD Baden Würtemberg gewählt.

Dies ist ein weitere große Niederlage für den Flügel und die wirklich veränderungswilligen Kräfte in der AfD.

Damit haben die AfD-Delegierten ganz brav die Kandidatin, die das politisch-mediale Establishment wollten.

Diese Wahl zeigt einmal mehr, dass es einen starken "Anti-AfD"-Flügel in der AfD gibt. Ganz egal, welche Höchst-Leistungen die Flügel-dominierten Parteiverbände auch erbringen, ganz gleich wenn Höcke praktisch im Alleinganh Merkels Statthalterin AKK stürzt, diese Leute wählen auf Parteitagen zielgerichtet und stur die Nicht-Flügel-Leute.

Diese Wahl zeigt aber auch noch einen weiteren, noch viel gefährlicheren Trend: Das Hineinwirken der Mainstream-Medien in den innerparteilichen Machtkampf der AfD. Wie bereits erwähnt, scheint Weidel die Wunschkandidatin des politisch-medialen Establishment gewesen zu sein. Die Mainstream-Medien haben Weidel im Vorfeld des Parteitag regelrecht gepusht. War es denn beispielsweise wirklich reiner Zufall, dass Frau Weidel, ausgerechnet wenige Tage vor dem Landesparteitag, zu "Anne Will" geladen wurde?

Dieser "Anti-Flügel"-Flügel und die politisch-medialen Eliten vereint ein gemeinsames Ziel: Den "Flügel" möglichst zurückzudrängen und klein zu halten.

Ich stelle hier auch – vorsichtig – die Frage, ob die bisherige die Strategie des Flügels - Einigkeit beschwören und darauf hoffen, dass sich am Ende die "Qualität" durchsetzt, wirklich die Richtige ist. Vielleicht wäre es angemessener, unter den "unentschlossenen" Mitgliedern, die keinem Flügel wirklich zuzurechnen sind, offensiv für den richtigen Kurs zu werben (und dabei auch klarzustellen, welche Kurs der falsche ist). Ich kann das als Außenstehender, dem das nötige Wissen über das Innenleben der AfD fehlt, selbstverständlich nicht angemessen beurteilen.

Denn wenn Herr Bosselmann tatsächlich richtig liegt, und wir tatsächlich an der Schwelle einer Wendezeit stehen, dann sollte die AfD als führende Kraft innerhalb des patriotischen Widerstands-Milleus auch von veränderungswilligen Personen geführt werden, die den Mut haben, diese historische Chance auch zu ergreifen - und nicht von Leuten, die sich sowieso nur ins bestehende System eingliedern wollen.

Maiordomus
15. Februar 2020 17:09

@Nordlicht. Muss es am Schluss Ihres Beitrages von 14.40 Uhr nicht umgekehrt heissen: "ist das nicht in Ordnung"? Wenn man nämlich Spätentschlossene, die sich zum Teil aus lebenslangen Bindungen mit enormem beruflichem und wohl auch familiärem Risiko umbesinnen, noch dafür zu bestrafen geneigt ist, versteht man mit Sicherheit nichts von praktischer Politik. Dann müsste auch ein Stauffenberg in jedem Geschichtsbuch immer zuerst und allenfalls noch am Galgen als "Nazi" betitelt werden, was bei Linken, besonders bei den zivilreligiösen "Antifaschisten", untergründig und zu einem nicht kleinen Teil auch schon offen die Lesart ist.

Maiordomus
15. Februar 2020 18:21

Zu 14.37. Dass alle Foristen, etwa beim vorhergehenden Strang, mit zum Teil Beschimpfungen statt Begründungen, sich über "hohes Niveau" ausweisen würden, wird spätestens dann falsch, wenn die oder jene Wortmeldungen (es kann immerhin dann und wann was "Richtiges" dran sein) dann auch noch geschaltet sind. Und wahrscheinlich benötigen Langbeiträge sogar mehr Geduld als Kurz-Polemiken. Gegenseitige Geduld ist erforderlich. Dass bei der Debatte um rechte Klassiker und bei der Metakritik des gedruckten Heftes zum Teil weit ausgeholt werden musste, ist dem hochakademischen Charakter des Heftes geschuldet. Absolut interessant bleibt für mich als Leser, aber mangels Kompetenz nicht als Schreibender, die heftige Diskussion über Tolkien.

Laurenz
15. Februar 2020 18:27

@zeitschnur, Vera & Gustav

Sicherlich kann man Ihre jeweils ähnliche Sicht vertreten, sie klingt aber so desperat, daß man sich wundert, warum Sie Alle Sich nicht bereits auf Bahngleise gekettet haben.
Es geht auch bei den Blauen immer nur um das Machbare, eingedenk dessen, daß auch hier nur politische Schlagkraft unter der Akzeptanz des Kompromisses entsteht. Eine revolutionäre Erwartung taugte über 6 Jahrzehnte nichts, scheiterte an unserem Volkscharakter, warum auch, das Volk hungerte nicht. Andererseits begibt sich dann der Forist Gustav in den historischen Widerspruch und beschwert sich dann über die Freimaurer-Revolution in Frankreich, wieder mal historisch schlecht recherchiert, weil man sich, wie viele SiN-Foristen, zu sehr den französischen Autoren des damals real existierenden Zeitgeistes widmet.
Fakt ist, die us amerikanische Freimaurer-Revolution fand vor der französischen Revolution mit Unterstützung des französischen Königs und seines Adels statt. Somit sorgte man in Frankreich quasi für die eigene Hinrichtung unter dem Fallbeil der Guillotine. Frankreich und Spanien forcierten seinerzeit ihre maritime Rüstung um Britannien anzugreifen, ohne die militärischen Investitionen auf dem Kontinent zu kürzen und auf dortige Einflußnahme zu verzichten. Das überforderte beide Staaten finanziell, da man sich nicht auf gemeinsames Vorgehen gegen Britannien einigen konnte, um Britannien die ertragreichen Kolonien und den Welthandel abzunehmen. Hier handelte es sich um eine der seltenen Gelegenheiten, in der das britannische Weltreich vor seinem Exitus stand und die verpaßt wurde.
Von daher ist Ihre, zeitschnur, Vera & Gustav, gemeinsame Haltung nur eine billige Entschuldigung, die Hände in den Schoß zu legen. Jaja, die Welt ist zu schlecht für uns Begnadete.

Gracchus
15. Februar 2020 18:33

Wo ich Bosselmann zustimme: Die AfD zieht anscheinend deshalb den Hass derer auf sich, die sich ansonsten gegen "hate speach" so ins Zeug legen, weil sie an bundesrepublikanische Tabus rührt. Das betrifft den Umgang mit der Vergangenheit, und da sehe ich derzeit am ehesten Potential für eine mentalitätsmässige oder psychosoziale Wende: Die eigenen Traumata und Opfer des Krieges bzw. der Kriege lassen sich nicht länger verdrängen. Das scheint mir in der Luft zu liegen bzw. im Keller zu gären, deshalb kann man es in der Luft riechen. Da könnte das von @Maiordomus vorgeschlagene Denken in Geschichten, also das Erzählen, weil es unselige Schuldzuschreibungen zunächst ausklammert, helfen, um zu einem würdigen Gedenken zu gelangen. Letztlich würde das natürlich das aktuell herrschende geschichtliche Deutungs-Korsett und die daraus resultierenden Sprachregelungen sprengen oder zumindest auflockern und birgt daher auch politische Brisanz. Die etablierten Parteien und Medien haben dafür kaum ein Gespür. Ihre offiziellen Verlautbarungen bei Gedenk-Anlässen muten daher eigentümlich hohl an. Es dürfte klar sein, dass es mir nicht um ein Aufrechnen oder Ausspielen von Opfern geht; in meiner Deutung waren die ersten Opfer des NS jüdische Deutsche und damit auch das eigene Volk.

Simplicius Teutsch
15. Februar 2020 19:24

Das „Gesindel“ muss wieder verschwinden. - Eine böse „Verbalattacke“, die aber nur kurz in den Mainstream-Nachrichten aufblitzte, leistete sich vor wenigen Tagen Friedrich Merz gegen das Erstarken der Rechten, wie der AfD. Auf dem „Mittelstandsforum“, einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin, hatte er sich in seiner hohlen Halbstarken-Art aufgeplustert und getönt:

„Wenn ich da etwas beitragen kann, dass dieses Gesindel wieder verschwindet, dann leiste ich diesen Beitrag.“

War das wirklich in erster Linie gegen die AfD gerichtet, oder wollte oder musste Friedrich Merz damit nur überdeutlich signalisieren, dass er als künftiger Bundeskanzler keinesfalls an den herrschenden Machtverhältnissen rütteln würde? Im Gegenteil sie stabilisieren und erhalten würde. - Wie auch immer, eine böse Schmähung der sechs Millionen AfD-Wähler war diese Verbalattacke trotzdem.

Solution
15. Februar 2020 19:37

Das Volk steht über der Nation.
Wir brauchen natürlich beides.

RMH
15. Februar 2020 19:43

Ja, die Vorgänge von Thüringen machen vieles deutlich, was mancher evtl. nur geahnt haben mag, aber aus notwendig falschem Wunschdenken heraus nicht wahrhaben wollte.

Für das Umfeld der nicht-linken Opposition steigt die Repression trotz der "Offenbarung" der Altparteien unaufhaltsam an, die Überwachung, die Denunziationen, das Mobbing etc.

Aus grundsätzlichem Liberalismus erfolgende Einwände bei Rechtsstaats- und Repressionsfragen werden wir zukünftig keine mehr von seiten einer verdampfenden FDP oder einer die Restbürgerlichkeit verlierenden Union hören. Der Aktionsraum für uns wird deutlich enger.

Der Rest der Gesellschaft bzw. die klare Mehrheit scheint gleichzeitig hingegen lieber "All In" in Richtung dunkelrot-grün-multi-kulti-Sozialismus gehen zu wollen, wenn man aktuellen Umfragen trauen darf.

Gerade die sog. Baby-Boomer Generation zeigt deutliche Erscheinungen davon, auf diese Karte setzen zu wollen, in der Hoffnung, dass es für ihre Rente, ihre 5-6 Wohnmobil-Touren im "Ruhestand" und danach für "helfende Hände" langt, die ihnen in der Pflege den Hintern abputzen. Da ist man dankbar über jeden, der unser Land von seinem "demografischen Problem" zu erleichtern verspricht und geht beim Wählen entsprechend staatstragend-sozialistisch auf Nummer sicher. Nach uns die Sintflut.

Zusammengefasst: Thüringen hat Höcke persönlich rein gar nichts gebracht, er wird noch mehr verteufelt, als zuvor (ja, auch das war/ist noch steigerbar - man hatte es fast nicht gedacht) und der AfD bringt es auch nicht viel, außer noch mehr Druck. Dennoch war der Schritt letztlich richtig - was hätte man sonst machen sollen?

Die AfD mag ihre überzeugten Wähler halten, aber von Mehrheiten ist sie nach wie vor entfernt. Man kann nur hoffen, dass der Druck die Partei zusammenschweißt und nicht zerreißt.

Ich denke, die gesamte rechte, patriotisch soziale Opposition wäre gut beraten, sich einmal nur für einen Moment von ihrem verinnerlichten, z.T. unreflektierten dialektischen Denken zu verabschieden. Auf Regen muss eben gerade nicht zwangsläufig Sonne folgen oder für alle "Klimakritiker", auf Sonne Regen. Es kann auch Flut, Überschwemmung oder Dürre folgen bis hin zur vollständigen Verwüstung. Ich denke, wir sind genau am Beginn dieser "Anflutungs"-Phase oder Dürreperiode.

Mal sehn, wie viele das standhaft überhaupt überleben (durchaus auch physisch gemeint). Es geht gerade erst los.

Der_Juergen
15. Februar 2020 22:35

Die Vorgänge in und um Thüringen sind für die nationale Rechte ein wahres Gottesgeschenk. Sie tragen entscheidend zur Klärung der Lage bei. Alle Masken sind nun gefallen: Ein antideutsches Parteienkartell, das von den Grünen bis zur CSU reicht, will die einzige parlamentarische Opposition mit allen Mitteln vernichten. Dass es in der AFD jede Menge Karrieristen gibt, die von einer Koalition mit einer entmerkelten Union träumen, ist jedem von uns klar, aber nach dem hysterischen Trommelfeuer der letzten beiden Wochen kann von einer solchen keine Rede mehr sein. Die AFD wird sich zwangsläufig radikalisieren, d. h. die Kompromissler werden die Partei verlassen, wie es Lucke und Petri vor ihnen getan haben. Dies wird eine noch klarere Absteckung der Fronten bewirken.

Simplicius Teutsch
15. Februar 2020 22:43

Friedrich Merz ist die erste Ratte, die zu einem sinkenden Schiff hin-schwimmt.

Das ist nicht von mir. Das habe ich von einem „Comedian“ in einer ÖR-Sendung (BR) gehört. Ein entspannendes Betthupferl; - bei all den langen, hochgeistigen Kommentaren hier.

Maiordomus
16. Februar 2020 00:49

@RMH. Stocknüchterne, leider wohl zutreffende Analyse.

@An Bosselmann, betr. meine Wortmeldung vom 15.2. 2020: Man kann natürlich potentielle mutmassliche Verfassungsbrüche von Merkel, Lindner und andere, die Kompetenzen der Bundesländer betreffend, selbstverständlich n i c h t mit der Gleichschaltung der Länder im 3. Reich vergleichen. Ohnehin ist die rein verfassungsjuristische Situation im Hinblick auf eine Verurteilung Merkels aufgrund einer getätigten Anzeige allzu kompliziert, die vorliegende Situation viel zu komplex, als dass eine Verurteilung der Kanzlerin, selbst wenn deren Immunität aufgehoben würde, die geringste Aussicht auf Erfolg haben könnte. Und dies nicht allein wegen der parteipolitischen Situation im Bundestag und beim Bundesverfassungsgericht, sondern weil die verfassungsrechtliche Situation in diesem Falle dies mutmasslich objektiv nicht erlaubt. (Auch wenn ich nicht als Spezialist für deutsches Verfassungsrecht gelten kann, war ich doch 8 Jahre lang in einem verbindlichen Amtsverhältnis, das mich zwang, mich fast täglich mit der Rechtslage in einem föderalistisch organisierten Land zu beschäftigen und die Fachliteratur dazu bestens zu kennen. Ohnehin wäre die Lage in Thüringen mutmasslich erst dann wirklich ein Verfassungsfall geworden, wenn Thomas Kemmerich als Ministerpräsident durchgehalten hätte, zum Beispiel letzte Woche seinen ihm zustehenden Platz als Vertreter des Landes Thüringen im Deutschen Bundesrat eingenommen und allenfalls zu einem Stichentscheid beigetragen hätte. Dass dies nicht der Fall war, wurde von dem in solchen Fragen erfahrenen und keineswegs abenteuerlich denkenden Schweizer Politiker Christoph Blocher bedauert.)

limes
16. Februar 2020 07:27

Gärung, wenn sie recht kultiviert wird, verwandelt reife Früchte in guten Wein und Feldfrucht in nährendes Brot. Man kann aber auch schlechte Hefe in den Most werfen.

Am 5. Februar, dem Tag der Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten von Thüringen, twitterte der AfD- und JA-Funktionärs Tomasz M. Froelich: »Die Auswanderung Michel Friedmans rückt näher«. Froelich muss bei seinem Tweet klar gewesen sein, dass die Aussage Friedmans, auf die er sich bezog (»Wäre die AfD in einer Bundesregierung, würde ich gehen«) nur sehr wenigen Rezipienten seiner Botschaft bekannt sein würde. Dem jungen Politiker bot diese Unkenntnis Gelegenheit, seine Kritiker auf Twitter vorzuführen und sich seinen Bewunderern als Held zu präsentieren: »Seht her, wie kühn ich mich auf dem schmalen Grat bewege.«

Schon so manchen narzisstischen Ausritt der jungen Garde habe ich beobachtet, der anscheinend folgenlos blieb. Froelichs Tweet jedoch bot dem jungen Generalsekretär der KPCDU eine Steilvorlage, und so wurde in den Fernsehnachrichten der Narzi zum Nazi.

Damit hat Froelich seinen Beitrag zu dem Phänomen geleistet, das @ RMH so beschreibt: »Thüringen hat Höcke persönlich rein gar nichts gebracht, er wird noch mehr verteufelt, als zuvor (ja, auch das war/ist noch steigerbar - man hatte es fast nicht gedacht) und der AfD bringt es auch nicht viel, außer noch mehr Druck«.

Und – mit Verlaub – Froelichs Tweet wirkt auf mich ebenso abstoßend wie seine Instrumentalisierung gegen die AfD.

Grobschlosser
16. Februar 2020 09:54

nach Erfurt : kommende Wahl in Hamburg ( auch wenn dieser Kommentar nicht unbedingt zum Thema passt ) :

eine Bitte an alle Mitstreiter : wer Zeit und Lust hat : blaue Flugblätter besorgen und in Hamburg ( und Umgebung ) verteilen - DANKE !

deutscheridentitaerer
16. Februar 2020 11:04

@RMH

Sie haben Recht, es ist absurd naiv, dass die Rechten so oft denken, sie hätten einen Sieg errungen, wenn sie noch ein Stück krasser und unverhohlen unterdrückt werden.

Aber wie Sie auch richtig sagen, gibt es keine Alternativ dazu, die Herrschenden offensiv herauszufordern.

Monika
16. Februar 2020 11:11

Der Höcke-Coup hat das „Establishment“ ( grausliches Wort, gesprochen noch grauslicher) zum Zittern gebracht. Für ein/zwei Tage wehte ein frischer Wind durch die Republik. Das ist Herrn Höckes großer Verdienst, diese kurze Lüftung.
Wie reagierte das „Establishment“? Ganz nach den Prinzip:
Mehr desselben! Anschaulich beschrieben in Paul Watzlawicks Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“.
Noch mehr Kampf gegen Rechts, noch mehr Abgrenzung, noch mehr Werteunion ( Hüstel), noch mehr Kampf gegen Gesindel und Krebsgeschwüre....
Allein:
„Wer seine Politik nur noch in der Negation, in der Abgrenzung von radikalen Kräften definieren kann, hat eigentlich seine Existenzberechtigung verloren.“ Eric Gujer in der NZZ am 14.2.20 ( Die CDU und die Krankheit zum Tode)
(Ergänzende Anmerkung: die im Zitat includierte Negation linksradikaler Kräfte erfolgt m. E. nur Pro forma )
Was aber wäre eine Politik der Position?
„Worum geht es ? Um Nation.“ ( Bosselmann)
Aber genügt das ? Wo bleiben die Werte ?
Ich zitiere den russischen Religionsphilosophen Wladimir Solowjow ( 1853-1900):
„Alle Völker gründen ihre Bedeutung und festigen ihr Volkstum in den Epochen der Blüte und der Größe nicht in diesem Volkstum selbst ( abstrakt genommen), sondern in etwas Allgemeinen, etwas Übernationalen, an das sie glaubten, dem sie dienten und das sie verwirklichten in ihrem Schöpfertum, das seinem Ursprung und seinen Ausdrucksformen nach national, seinem Inhalt oder seinen gegenständlichen Ergebnissen nach völlig universal war. Die Völker leben...nicht im Namen ihrer materiellen Interessen, sondern im Namen einer Idee, das heißt im Namen dessen, was für sie am wichtigsten ist und was die ganze Welt braucht, womit sie ihr dienen können...“ in :
Die Nationale Frage vom sittlichen Standpunkt aus, Rechtfertigung des Guten
SCHNITT
In Schweinfurt marschierten „Geflüchtete“ vom Ankerzentrum in die Stadt und forderten eine „Zukunft in Deutschland“ . hüstel
Wissen diese Menschen nicht, dass nach derzeitigem Stand nicht mal mehr die Deutschen eine Zukunft in Deutschland 🇩🇪 haben ?
Und was folgt daraus als Position ???
@ Kovacs Über die Rolle des Christentums als Aufhalter des sozialistischen Laufs sollte mehr nachgedacht werden. Dem stimme ich zu. Fündig wird man immer wieder bei Nikolai Berdjajew und Wladimir Solowjow

Phil
16. Februar 2020 12:17

deutscheridentitaerer: "Sie haben Recht, es ist absurd naiv, dass die Rechten so oft denken, sie hätten einen Sieg errungen, wenn sie noch ein Stück krasser und unverhohlen unterdrückt werden."

Kein Sieg. Keine Naivität. Aber ich beginne, wenn auch mit "galligem Gelächter", die Reaktionen der Gegner zu genießen. Nichts fällt ihnen ein als Panikmache. Sie sind durchschaubar und wirken recht hilflos. Bei weitem kein Sieg, aber ein Schlag, der saß.

Imagine
16. Februar 2020 12:49

Aus wissenschaftlicher Perspektive ist dem Kommentar von @Vera (14.2.20 - 23:47) voll zu zustimmen. Das System ist die Matrix, die Politik operiert systemimmanent. Die Politik muss die Megamaschine am Laufen zu halten. Alle sozialen Systeme funktionieren nach dem Gesetz der Systemerhaltungslogik.

Systemtransformation ist nicht das Ziel der AfD, sie hat dazu auch keinerlei Konzept.

Die Macht in diesem System liegt bei der Plutokratie. Sie verfügt über Medienmacht und Korruptionsmacht.

Selbst wenn die AfD eine Systemveränderung wollte, sie hätte nicht die Macht dazu. Denn sie hat der Medienmacht der Plutokratie nichts entgegenzusetzen und kann sich auch nicht gegen deren Korruptionsmacht immunisieren.

Diese Realität wird aber jene Parteigänger, die ihre Hoffnungen in die AfD setzen und an die Systemveränderung durch die AfD glauben, nicht davon abhalten, dies weiterhin zu tun.

Bekanntlich sind Wunschdenken und Glauben gegen eine realistisch-rationale Argumentation immun.

Die Frage ist, wie man mit dieser Realität umgeht?

Seit 50 Jahren hat die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland für das deutsche Volk nur eine Richtung, nämlich abwärts. Wobei eine Minderheit, nämlich die Vermögenden, von der herrschenden Politik profitiert: Die Reichen werden immer reicher.

Vor 50 Jahren gehörte ich zu denen, die sich für ein klassenloses Krankenhaus und gegen eine Klassenmedizin engagierten. Das Gegenteil ist eingetreten. Aber dies ist nur EIN Beispiel:

Durch die gesamte Gesellschaft hat sich die kapitalistische Profitlogik durchgefressen wie ein Krebsgeschwür.

Der Raubbau an der Natur wurde nicht eingeschränkt, sondern verstärkt. Die Demokratie wurde nicht gestärkt, sondern zu Postdemokratie.

Gab es in den vergangenen finsteren Zeiten einen Führerstaat, so gib es heute einen Führerin-Staat, in dem die Politik mit dem Argument der Alternativlosigkeit Verfassung und Recht ignoriert. Und fast alle akzeptieren dies widerstandslos.

Wenn man eine politische Veränderung will, so gibt es grundsätzlich zwei Alternativen, nämlich einen kollektiven und einen individuellen Weg. Der kollektive Weg geht über die politische Veränderung des Systems.

Beim individuellen Weg geht man dorthin, wo man freiheitlicher und besser leben kann. Niemand kann auswählen, in welchem Land und welchem System er geboren wird. Was für unsere Eltern und Großeltern mit extremen Erschwernissen und Hindernissen verbunden war, ist für uns Deutsche in der globalisierten Welt viel leichter geworden, nämlich sich ein anderes Land mit einem anderen System auszuwählen und dorthin zu emigrieren.

Es ist heute viel leichter als in meiner Jugend, Sprachkompetenz in Weltsprachen zu erwerben. Fremdsprachenerwerb und Internationale Mobilität werden gefördert. Schon als Schüler kann man an Schüleraustauschprogrammen teilnehmen, Studenten können problemlos und mit Stipendien gefördert Auslandsemester und Auslandsstudien machen. Das gab es zu meiner Schul- und Studienzeit nicht.

Früher haben wir die Älteren gefragt, was sie uns für Empfehlungen und Ratschläge für unseren Lebensweg geben können. Davon habe ich sehr profitiert und bin gut und erfolgreich durchs Leben gekommen.

Heute ist es extrem selten, dass mich ein jüngerer Mensch nach meinen Erfahrungen und Empfehlungen fragt, noch nicht einmal in der nächsten Verwandtschaft.

Wenn ich gefragt werden würde, dann wäre meine Antwort: Vorbereitung auf die Möglichkeit eines Worst Case, so wie ihn meine Eltern und Großeltern erlebt haben mit Weltkriegen, Faschismus, Totalitarismus, Bombenterror, Repression, Verfolgung, Vertreibung, Hunger, Verstümmelung, Vergewaltigung etc.

Egal, ob man als junger Mensch in Deutschland weiterhin leben möchte oder auswandern will, man braucht einen Plan B – einen Notfallplan - für den Fall des Eintritts eines Worst Case, einen Plan und eine Vorbereitung mit allem, was dazu gehört.

Was die Zukunft der Menschheit betrifft, so bin ich heute optimistischer als vor 50 Jahren, auch wenn meine Erwartung für die nächsten Jahrzehnte ist, dass es in den kapitalistischen Gesellschaften und insbesondere auch in Deutschland immer weiter abwärts geht. Deutschland hat eine Tendenz zur Autodestruktion. Das zeigt die Geschichte.

Auf der anderen Seite geht der wissenschaftlich-technische Fortschritt voran. Immer mehr unkreative, repetitive Arbeit wird durch Maschinen ersetzt. Der Zugang zu Informationen und die Kommunikation haben eine Revolution erlebt. Man muss diese Möglichkeiten nur nutzen (können). Das gilt individuell wie auch kollektiv.

Der Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen führt im kapitalistischen System zu massenhafter Arbeitslosigkeit, Überflüssigkeit und Prekarisierung von Menschen. In einem anderen System wäre es die Möglichkeit zu einer zunehmendem Befreiung vom Zwang zur Arbeit.

Aus der unipolaren, von US- und NATO-Imperialismus „full spectrum“ dominierten Welt vor 30 Jahren ist inzwischen eine multipolare Welt geworden. Während es in der „alten“ Welt immer weiter abwärts geht, sehen wir in der „neuen“ Welt Fortschritt.

zeitschnur
16. Februar 2020 13:10

@ Laurenz

Meine Hände lagen nie im Schoß und liegen nicht im Schoß, wie Sie mir freundlicherweise und unbekannterweise konstatieren.
Aber es war schon seit Menschengedenken eine Tatsache, dass nur der einen Siegerkranz erhält (bildlich gesprochen), der "recht gekämpft" hat.
Man muss sich also vor Illusionen, Irrungen hüten. Es haben schon viele Ihr wertvolles Leben verschwendet für das Falsche, weil sie sich dieser Frage gegenüber verweigert haben. Sie wollten emotional mitgenommen werden, sie wollten kämpfen und siegen nach einem Verstand, der seine eigene perspektivische Begrenztheit nicht erkannte und daraus durch Aufblasen von Zeit und Raum, umgegossen in Macht und Ehre, etwas hinzusetzen wollte. Sie haben aber hier nur zwei schlechte Möglichkeiten: Sie überschreiten damit Ihren Horizont, dessen Perspektivität durch Ihre Ausstattung als Mensch festgelegt ist, oder sie verlieren den Blick für das immerhin mögliche Sichtfeld, wenn Sie sich einbilden, durch Heranzoomen des zu weit Entfernten nun einen Vorteil zu haben.
Wie Hans im Glück kann man auf diese Weise alles verlieren und am Ende noch ärmer da stehen als zuvor - auch bildlich gesprochen.

Wer also ein bisschen tiefer bohrt, wird sich doch klar machen müssen, dass unsere historische Lage so viele innere und äußere Gründe hat, dass sie alle nicht einfach unberücksichtigt bleiben können, wenn man wirklich etwas "retten" will. Man muss zuerst einmal wissen, was man retten will, und alleine schon hier sehe ich überhaupt kein klares Bild bei den Rechten. Der zweite schwierige Punkt ist, dass die Deutschen einen ganz großen Teil der wahren Zusammenhänge bis heute nicht kennen, nicht wissen und auch nicht realisieren wollen. Symptomatisch dafür fand ich die Rezension von Stefan Scheil von Schulte's "Fremdbestimmt", die an dessen Buch den Maßstab eherner akademischer Wissenschaft anlegt und es daher ziemlich pauschal und auch wesentlich inhaltlich argumentfrei abwertet. Was will man dann aber bitte wie "retten"? Dass ein Nichthistoriker wie Schulte solche Bücher schreibt, ist doch symptomatisch für die Situation, wenn Sie mich fragen - eben weil die Historikerzunft sich in gepflegter Methodik, kleinfingrigem Palaver, einem Verlust des Überblicks über die größeren Linien als völlig unfähig erwiesen hat, noch so etwas wie ein historisches Selbstverständnis zu stärken. Schulte will ja kein wissenschaftliches Werk vorlegen, sondern er wühlt sich durch Lektüre und stellt Fragen, die unbedingt ernst zu nehmen sind. Symptomatisch an der Buchbesprechung auch wieder die nur süffisante, aber inhaltich leere Abweisung von Schultes Verweis auf die ungute ideologische Rolle Coudenhove-Kalergis - auch hier, @ Laurenz fragt man sich doch nüchtern: Was wollen solche Rechten eigentlich? Hätte glatt noch gefehlt, dass Scheil das Wort "Verschwörungstheorie" einfließen lässt, jedenfalls hätte es im mich nicht gewundert. Jeder, der Coudenhove-Kalergi gelesen hat (und ich habe das sattsam getan!), erkennt doch schnell, dass der Mann entweder einen juvenil-pubertären Wahn hatte, den man mit ernster Sorge oder kopfschüttelnd abgetan haben müsste (es klingt kaum weniger wahnhaft und vor allem auf seine Weise kaum weniger rassistisch als manche Texte eines gewissen später groß gewordenen Politikers!), oder tatsächlich eine innere Verbindung zwischen diesem damals aufgeschriebenen Wahn und dem, was sich heute real abspielt, geben dürfte, zumal der jugendliche Spinner mit seinen grauenvollen machwerken, die ja real auf dem Markt sind, ein ebenso realer politischer Strippenzieher geworden war - genügt das eigentlich nicht, um nachdenken zu dürfen? Warum diese Realitätsverweigerung der Rechten so oft? Oder gehören sie am Ende mit ins große Spielchen und sind nur Avantgarde für die nächste Stufe der Weltenpläne, die bis jetzt durchgeführt wurden? Ja, pardon, aber diese Frage stelle nicht nur ich. Da einen Zusammenhang kategorisch zu leugnen, wie dies auch Dvorak-Stocker schon tat, der zwar von außen selbst als "Rechtsextremer" betitelt wird, wenn es um die heilige Kuh Coudenhove-Kalergie geht, aber bereit ist, dessen Kritiker als "dumme Rechte" zu beschimpfen in seiner "Neuen Ordnung" (Welche Neue Ordnung eigentlich?! Kennt man das nicht von ganz anderen Leuten, dieses Schlagwort?).
Wie kommt es also, dass ich den ganz dichten Eindruck gewinne, dass es gerade auch die Rechten sind, die alles dafür tun, dass man die Hintergründe der sichtbaren Geschehnisse möglichst nicht ins Visier nimmt?
@ Laurenz - ich denke bloß etwas länger nach, bevor ich handle. Und ich lasse mich nicht einfach nur von Gefühlen leiten bzw ich will das nicht (gelingt nicht immer) und möchte wachsam bleiben. Und ich lasse mich durch die Zunft irgendwelcher Methodiken auch nicht dazu erpressen, nicht notwendige, eigentlich all zu offensichtlich offene Fragen zu stellen.
Ich kann Ihnen nur raten, an diesem Punkt vielleicht etwas verständnisvoller zu werden und nicht mit Ihren Entweder-Oder-Fuchteleien zu kommen ("Wer jetzt nicht für die AfD kämpft, der kann nur verlieren" oder so ähnlich: für solche Parolen bin nun ich mir zu schade) - die passen für mich nicht.

Ich ziehe allerdings auch in Erwägung, dass es im Leben tragische Situationen gibt, ganz klassisch. In diesen Situation kann man nichts "richtig" machen, aber alles zu aktive "Machen" ist tödlich, und Vorsicht ist nun die allergrößte Maxime, um nicht unfreiwillig das zu befördern, was man verhindern wollte. Erst mal alle Hinderer- und Befördererattitüden ruhen lassen, beobachten, nachdenken, in Ruhe Inspirationen erwarten können. Das ist manchmal das Beste.

Niedersachse
16. Februar 2020 14:03

@TheBlackCat

"Dies ist ein weitere große Niederlage für den Flügel und die wirklich veränderungswilligen Kräfte in der AfD."

Die Einteilung Flügel/ nicht Flügel ist meiner Meinung nach übertrieben. Weidel hat ihre Aversion gegenüber Höcke offenbar überwunden, sei dies nun taktischer Natur oder einem wirklichen Bewusstseinswandel geschuldet. Der Besuch in Schnellroda lässt hoffen, das Letzeres der Fall ist. Und selbst wenn man die die strenge Einteilung Flügel/ nicht Flügel als Maßstab nimmt, ist doch zur Kenntnis zu nehmen, dass das Kräfteverhältnis in BaWü fast gleich ist. Weidel hat die Wahl ja nicht mit 90 Prozent gegen Spaniel gewonnen, sondern sie bekam 54 Prozent.

Wahrheitssucher
16. Februar 2020 15:31

@ Der_Jürgen

Dank für Ihre klaren Worte.
Einer der allerbesten Kommentare zur Sache und zur Lage!

limes
16. Februar 2020 16:48

@ Imagine
»Selbst wenn die AfD eine Systemveränderung wollte, sie hätte nicht die Macht dazu. Denn sie hat der Medienmacht der Plutokratie nichts entgegenzusetzen …«, schreiben Sie. Genau das ist einer der wesentlichen Gründe dafür, dass ein deutscher Sonderweg zur Befreiung aus den Klauen der Globalisten in die Irre führen würde. Nur im Bündnis mit Patrioten der anderen bedrohten Nationen können wir gegen den sozialistisch-postindustriellen Komplex gewinnen.

Der Begriff »Systemveränderung« ist übrigens in diesem Zusammenhang missverständlich, da die AfD ja nicht den gesellschaftlichen Umsturz betreibt, sondern - ganz im Gegenteil - die angestammten Rechte der Nation wiederherzustellen trachtet. Den Umsturz betreibt vielmehr die Gegenseite:

@ Monika erwähnt den »Wir-wollen-«-Afrikanermarsch durch Schweinfurt. Kaum vorstellbar, dass die radebrechenden Migranten (unter anderem mit dem Schild »keine Deutsch lernen«) diesen Aufmarsch mit Deutschland- und EU-Fahne und mit teilweise ausführlich formulierten Texten auf Pappschildern selbst organisiert haben!
https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Nach-Ankerzentrum-Demo-So-sind-die-Reaktionen-im-Netz;art742,10406474,B::pic16669,9079448
Erklärtermaßen ist für Linksextreme »Die migrantische Forderung nach gleichen Rechten für wirklich alle … heute der massgebliche Anlass, Gesellschaft emanzipatorisch zu verändern«, sprich der Anlass für gesellschaftlichen Umsturz. Das Zitat ist aus dem Interviewbeitrag »Wer die Kanakisierung unserer Gesellschaft zurückdrängen will, ist in der Sache rechts« der Schweizer Wochenzeitung WOZ vom 07.06.2018 (online verfügbar).

Fast schon vergessen ist, dass die Versammlungsfreiheit nach GG (Art. 8 Abs. 1) ursprünglich kein Jedermann-Grundrecht ist, sondern ein Deutschen-Grundrecht.
Jedoch »… leitet das Bundesverfassungsgericht aus der Völkerrechtsfreundlichkeit des Grundgesetzes ab, dass die gesamte deutsche Rechtsordnung einschließlich der Grundrechte im Lichte der EMRK [Europäischen Menschenrechtskonvention] auszulegen ist …«.

https://www.bundestag.de/resource/blob/573410/f29bbbe26976b23f666f0ddb2608e9be/WD-3-302-18-pdf-data.pdf

In solchen Details zeigt sich, wie weit die Systemveränderung schon fortgeschritten ist, ohne dass das Volk über die Radikalität der Veränderung aufgeklärt und nach seiner Zustimmung dazu gefragt worden wäre.

Maiordomus
16. Februar 2020 18:38

@Monika betr. Kovacs. Beachten Sie im benachbarten Strang, was ich über die domestizierende Rolle des Mitwirkens von orientierungsstarken Christen bei politischen Bewegungen schrieb, nicht zuletzt im sogenannten "Rechten Lager". Einige der Besseren unter diesen wurden am 30. Juni 1934 und, wie verschiedene Autoren der Weissen Blätter, im Gefolge des 20. Juli 1944 hingerichtet.

Und im Grunde gehörten Berdjajew und Solowjew, wie erst recht Solschenizyn als russischer christlicher Rechter in den von Kaiser und Kubitschek vorgeschlagenen Kanon, zu schweigen von der Legende vom Grossinquisitor von Dostojewskij, welcher Text als säkulare Ideologiekritik fast alles in den Schatten stellt, was in den letzten 200 Jahren geschrieben wurde, Friedrich Nietzsche inbegriffen.

Dostojewskij: Ja, "Knechte uns, aber mach uns satt!" bleibt eine für Jahrhunderte gültige Losung. Ja, der Mensch braucht "Brot", Ordnung, Unterhaltung und als Konsument von Religion oder Ersatzreligionen "Wunder". Dem gegenüber stellt der für Kirche und Staat unbrauchbare schweigende Jesus die absolute und radikale Alternative dar, womit Dostojewskij die Theologie von Kierkegaard in einem einzigen Erzählabschnitt genial zusammengefasst hat. Wobei gerade Dostojewskijs Jesus kein einziges politisches Problem löst, im Gegensatz zu den durchaus rationalen Vorschlägen des Grossinquisitors. Am Ende ist es trotz dieser Rationalität ideologischer Schrott. Was von Dostojewskij zu beweisen war und bewiesen wurde. Noch ähnlich starke Texte sind "Der Tod des Ivan Ilijich" von Tolstoi und, als beste Gefängnissatire der Weltliteratur, "Das Lächeln des Buddha" von Solschenizyn als eingeschobene Novelle im Roman "Der erste Kreis der Hölle", welcher Buchtitel an Dante anschliesst, den bis heute bedeutendsten politischen Autor Italiens. Schade, wissen wir nicht, in welche Abteilung der Hölle oder allenfalls des Fegefeuers Dante die Kanzlerin Merkel platziert hätte.

Laurenz
16. Februar 2020 19:22

@Imagine ... Wieder kippen Sie Wasser in den Rhein bei Hochwasser.
Wenn Sie das System verändern wollen, muß der Kapitalismus baden gehen, sonst ergibt sich kein gesellschaftlicher Prozeß, das System verändern zu müssen.
Was die Konzepte der AfD angeht, so wäre sie bescheuert, System-verändernd agieren zu wollen, denn sie würde sofort verboten.
Haben Sie nichts aus der Deutschen Geschichte gelernt? Wollen Sie den Fehler Hitlers 1923 wiederholen? So blöd waren die Alt68er auch nur 1968.

@Phil ... was gibt es zu mosern? Mehr, als den totalitären Apparatschiks der DDR 2.0 die Maske vom Gesicht zu reißen, ist aktuell nun mal nicht drin. Ich erachte das als eine exorbitante Leistung, die tatsächlich 2 Kubitschek'schen Stühlen in Berlin den Boden entzog. Die Kurzschluß-Handlung der Staatsrats-Vorsitzenden, Hirte zu feuern, zeigt doch, deren Hütte brennt. Denn alle wissen doch, jede solche Nummer, Mio. von Wählern aus dem politischen Diskurs auszugrenzen, treibt weitere Wähler in das ausgegrenzte Lager. Man verschiebt in Berlin, wie immer, alles in die Zukunft. Von daher ist Geduld heutzutage eine wichtige Tugend.

Simplicius Teutsch
16. Februar 2020 19:48

Gestern noch:
„Nach Aussagen zu AfD: Druck auf CDU-Abgeordneten Zimmer steigt.“

Heute:
"Nach umstrittener AfD-Aussage im ZDF: CDU-Politiker lässt Vorstandsposten ruhen."

Im Establishment wird gesäubert.

„Im Streit in der CDU in Sachsen-Anhalt um den Umgang mit der rechtspopulistischen AfD scheidet der Fraktionsvize im Landtag, Lars-Jörn Zimmer, aus dem Landesvorstand aus … Er hatte vergangenen Sonntag im ZDF-Magazin "Berlin direkt" gesagt, er halte eine CDU-Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt für denkbar, auch mit Stimmen der AfD. Dies war innerhalb und außerhalb der CDU auf Kritik gestoßen.“

Simplicius Teutsch
16. Februar 2020 20:15

Vielleicht (im Zusammenhang hier) interessant, in welcher Weise der oben in Berlin (oder auch aus Afrika) erzeugte und von den Mainstream-Medien aufgeheizte Säuberungs-Druck konkret nach unten durchgedrückt werden kann:

Parteikollege beendet Bürogemeinschaft.

>Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kees de Vries aus Zerbst hat seine Bürogemeinschaft mit dem Parteikollegen Lars-Jörn Zimmer "mit sofortiger Wirkung" beendet. De Vries und Zimmer hatten sich bislang ein Abgeordnetenbüro in Bitterfeld geteilt.

Als Grund für den Entschluss nannte de Vries Zimmers politische Ansichten, die nicht mehr zumutbar seien. In einer Mitteilung erklärte de Vries die Beweggründe. Verschiedene Äußerungen und Positionspapiere sowie sein Verhalten beim Parteitag hätten "das Fass zum Überlaufen gebracht." Deswegen sei es "ein längst überfälliger Schritt, mich auch räumlich von ihm zu distanzieren".

Mit dem Auszug steigt der Druck auf Zimmer weiter.<

MARCEL
16. Februar 2020 20:30

Ein Kanzler Merz, ein Kanzler Söder (schwer vorstellbar mit dem grünen Koalitionspartner, aber sei's drum) wird das neurechte Spektrum "brutalstmöglich" verfolgen, da die Demütigung durch die AfD zu tief sitzt. Es gilt, vorbereitet zu sein.
Der unsichtbare Teil der neuen Rechten wird den Charakter eines "Schwertbrüder-Ordens" annehmen. Ein Ex-Ordensangehöriger sagt das ohne romantische Verklärung.

Laurenz
16. Februar 2020 21:25

@MARCEL .... hören Sie doch auf mit Ihren alten Retro-Kamellen. Solche Orden, die Sie meinen, dienten bisher nur als vorzuführende Staatsfeinde und wurden meist liquidiert. Dieses Schicksal machte weder die Templer noch die SS zu Märtyrern. Alles blanker Unfug. Oder sollten wir alle in Freimaurer-Orden eintreten und den reversen Weishaupt spielen? Nicht Ihr Ernst, oder?
Lassen Sie Sich doch mal was Neues einfallen.

Rautenklause
16. Februar 2020 21:28

Es ist faszinierend, welch weites Gedankenfeld sich bei dem ein oder anderen hier öffnet - alles richtig und korrekt, aber in meinen Augen wird hier auch gerne l'art pour l'art betrieben (eine Kunst, in der "die Rechte" schon immer ziemlich gut war) - und ich bemerke gerade, daß ich auch in dieses Fahrwasser rutsche. Also: "vorne halt!"

Ich stimme völlig mit den Gedanken von "Der_Juergen" in seinem Beitrag vom 15. Februar 2020 22:35 überein und möchte diese noch weiter verschärfen:

Regelmäßig höre ich in Gesprächen, daß der "normale Bürger" dumm gehalten wird, daß er mehr Informationen benötigt, diese oder jene Broschüre lesen muß, oder ein bestimmtes Buch, daß er sich im Netz umtuen müsse, Kanäle abonnieren etc. pp. Das alles zählt in meinen Augen nicht mehr: es ist jetzt alles in der Welt, vor aller Augen ausgebreitet. Und jetzt heißt es für "den Bürger", seine Schlüsse daraus zu ziehen.

Und wenn er diese gezogen hat, dann muß er zur Tat schreiten - ganz unheroisch zur Wahl gehen und alleine und unbeobachtet (ja, das glaube ich noch immer) ein Kreuz auf einem Zettel machen, diesen zu falten (keiner sieht das Ergebnis) und in einen großen Kasten zu werfen (keiner ordnet ihm den Zettel zu). Nichts anderes muß er tun und dann gilt es, ein Ergebnis zu beurteilen: es ist § 78 ...

Wie hoch ist denn die vorhandene Truppenstärke überhaupt? Was bringen "wir" an "boots on the ground" (wobei es hier um schiere Zahlen, nicht "Qualität" geht)? Warten wir Hamburg ab (ich befürchte ein Fiasko) und behalten wir die Wahlen 2021 im Auge. Ich befürchte, das Ergebnis wird "uns" nicht freuen ...

Ratwolf
16. Februar 2020 22:05

Interessant wie das eigentliche Ereignis nun in der Medialen Berichterstattung und in den Köpfen zum Verschwinden gebracht wird:

1. AKK hat sofort brav ihren Rücktritt bekannt gegeben (wer hat jemals geglaubt das diese Frau Kanzlerkandidatin wird?)

2. Die CDU sucht einen neuen Kandidaten (oder nicht) und die Medien machen die Nachrichten davon voll.

Das eigentliche und unverschämte bis unglaubliche Ereignis in Thüringen ist "weg"

Alles wie aus dem Lehrbuch

Die Rechts-Konservativen in ihren eigenen tendenziell hermetischen Medien- und Gesprächsrunden können sich noch auf etwas einbilden...

Aber der politisch-mediale Komplex arbeitet zuverlässig und wirkt weiter auf das Wahlvolk ein.

Laurenz
16. Februar 2020 22:46

Hier ein Bezahlt-Fault-pas aus Der Relotius, geschrieben von Andreas Reckwitz. Alleine die Überschrift zeigt die Wahrheit des politischen Ist-Zustands, der sonst von allen Profiteuren und der NomenKlatura geleugnet wird.....

https://www.spiegel.de/kultur/wie-die-cdu-das-buergertum-zurueckgewinnt-essay-von-andreas-reckwitz-a-00000000-0002-0001-0000-000169470965

Franz Bettinger
17. Februar 2020 05:24

@limes: Haben Sie gar keinen Humor mehr? Der AfD- und JA-Funktionär Tomasz M. Froelich hat mit seinem Tweet »Die Auswanderung Michel Friedmans rückt näher« doch einen wunderbaren Witz gemacht, ähnlich dem gegen H. Göring „Dann heiße ich Meyer.“ Die Grünen machen ganz andere Witze! Mensch, Limes! Wenn wir uns von den MSM sogar den Humor verbieten lassen, dann Gute Nacht! Nein, mehr davon! meine ich. Selbstbewusst sagen, was ist! Den Gegner vorführen, was denn sonst!

RMH
17. Februar 2020 07:33

"ein Kanzler Söder (schwer vorstellbar mit dem grünen Koalitionspartner, aber sei's drum)."

Wer gestern Abend im TV Herrn Söder bei Anne Will gesehen hat, der konnte jemanden sehen, für den schwarz grün Fakt für die nächste Legislatur zu sein scheint und der dermaßen ambitioniert ist, dass ihm offenbar das Butterbrot Bayern nicht genug ist.

Im Übrigen war klar erkennbar, dass die AfD zum Karthago, welches bekanntermaßen zu zerstören ist, der der Altparteien geworden ist.

PS: Das heutige Fernsehen zeigt uns in HD hässliche Menschen in Talk-Shows. Anhänger der Physiognomie haben die ihre helle Freude. Da helfen auch keine Maskenbildner mehr.

Franz Bettinger
17. Februar 2020 07:52

@Grambauer fragt oben (15.2. um 10:30), was an dem Foto von Merkel mit US-Außenminister Pompeo auffällt. Antwort: Pompeos Krawatte. Sie ist schwarz weiß rot: die Farben des Dritten Reiches und der Dt. Handelsflagge.

MARCEL
17. Februar 2020 08:58

Lieber @Laurenz,
ich fürchte mittlerweile, dass niemandem von uns etwas Neues einfällt. Ein Orden, wie ich ihn verstehe ist durch Zusammenhalt, innere Disziplin und Verschwiegenheit nach außen gekennzeichnet. Es sind diese Charaktereigenschaften, die es brauchen wird, dafür darf man sich nicht zu schade sein. Litaneien, Endlos-Traktate und Schimpfereien über vergossene Milch helfen jedenfalls auch nicht.

EviGeblumenkraft
17. Februar 2020 09:22

Bedanke mich bei dem Teil der Kommentierenden die meine Antwort halb vorweggenommen haben. Ich fasse mich gerne kurz. Der eigentlich schon fast pennälerhaft naive Text von Bassermann ist das bisher Schwächste was ich hier von ihm gelesen habe. Entschuldigend kann man einwerfen daß der " Coup" der Afd eine gewisse händereibende Freude hier und da hervorgerufen hat, die dem leiderprobten konservativen Deutschen selten gemacht wird. Das ist aber auch schon das Einzige. Gestaltungsspielraum weiterhin gegen Null, die "Brandmauern" werden intensiviert, das Klima noch frostiger. Auch Sellner fiel etwas befremdend auf, als er freudestrahlend auf seinem Kanal Mails von Sympathisanten verlas. Wobei sein Hang zum Stil des "rasenden Reporters" einmal mehr etwas unangenehm auffiel. Nebenkriegsschauplätze allenthalben. Der Mehrwert hier und jetzt sind einmal mehr die Kommentare. So gerne bei Einigen nach einem Ausweg, einer Lösung, einer Befreiung gesucht wird - auch die AfD wird nicht die Lösung sein - die Zusammenhänge der Player sind viel größer als das deutsche Puppentheater, vermute ich. Am Ende ist jeder Einzelne gefragt, die eigene Lebensführung, das Umfeld, die kleinen und größeren Entscheidungen. Mut und Zusammenhalt sind gefragt. Und eine klare Sprache. Wunschdenken oder Agression bringen uns nur in die Honigfallen des großen Systems.

Hartwig aus LG8
17. Februar 2020 09:47

@ Der_Jürgen
Ihr Asbach Uralt in allen Ehren. Aber Sie wissen: Wenn @Grambauer Popcorn und Coke bereitstellt, dann brauchen wir bald mehr als nur ein Schnäpschen.

Imagine
17. Februar 2020 11:02

@limes 16. Februar 2020 16:48
„Der Begriff »Systemveränderung« ist übrigens in diesem Zusammenhang missverständlich, da die AfD ja nicht den gesellschaftlichen Umsturz betreibt, sondern - ganz im Gegenteil - die angestammten Rechte der Nation wiederherzustellen trachtet.
Den Umsturz betreibt vielmehr die Gegenseite.“

Systemveränderung wird gerade von Rechten – wie auch von Leninisten, Maoisten etc. – häufig missverstanden, nämlich als „Umsturz“, wobei eine Führungsschicht durch eine andere ausgetauscht wird. So wie bei der russischen Revolution oder beim Austausch der alten Führungspersonen durch Nazis im Hitler-Regime.

Systemtransformation meint aber etwas anders, nämlich die Veränderung der Funktionslogik in einem System. So wie wenn man in einem Unternehmen die Produktionsprozesse oder die Logistik umstellt.

Oder die Unternehmensziele verändert.

Gutes Beispiel sind die Systemveränderungen im Gesundheitswesen. Früher waren die Krankenhäuser im öffentlichen (kommunalen) Eigentum. Da war das Ziel des „Unternehmens Krankenhaus“ eine möglichst gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.

Heute sind die Krankenhäuser privatisiert und das Ziel ist ein möglichst hoher Gewinn für die Shareholder. Diese Systemveränderung war eine Revolution, weil die Krankenhäuser heute ganz anders funktionieren, nämlich als Profitmaschine für die Anteilseigner und nicht mehr im Interesse einer möglichst guten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.

Das war eine grundlegende Systemveränderung aka „Revolution“, aber KEIN „Umsturz“. Das Personal, also Ärzte, Pflegeleute, Verwaltung etc. wurden NICHT ausgetauscht, aber das System funktioniert seitdem mit ganz anderer Zielsetzung.

Zu glauben, dass das bestehende System anders funktionieren würde, wenn die bisherigen Politiker und Parlamentarier durch AfD-Leute austauschen würden, ist politisch naiv. Wie man bei der SPD und den Grünen gesehen hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie im Interesse der Mächtigen funktionieren.

SPD und Grüne haben nach ihrer Wahl 1998 in der Regierungszeit von Schröder-Fischer die Politik von Kohl rechts überholt, obwohl sie vor der Wahl genau das Gegenteil versprochen haben.

Und die Wahl Hitlers brachte nicht – wie versprochen - das „Tausendjährige Reich“, also das zukünftige Paradies für das deutsche Volk, sondern genau das Gegenteil, nämlich die Hölle.

Monika
17. Februar 2020 11:37

@ Maiordomus
„Das Mitwirken von orientierungsstarken Christen bei politischen Bewegungen“ ist in der Tat von großer Bedeutung. In den rechten ( hier trifft rechts es besser als konservativ) Kanon gehören Berdjajew, Solowjew, Dostojewski, Tolstoi etc. Sie zu vernachlässigen ist sträflich! Das kulturelle russische Erbe ist letztlich auch grundlegend für die (geo) politische Annäherung an Russland. Kritik an den Ideologien des Liberalismus und Kommunismus durch diese russischen Denker liefern wesentliche Ein-sichten in der Berurteilung aktueller westlicher Dekadenzerscheinungen.
1. Das menschenverachtende Verhalten der linksjugend solid am 13. Februar auf dem Heidefriedhof in Dresden („Dresden, deine Nazis haben’s verdient“ ( Anmerkung: Den Brand) versteht man besser, wenn man Berdjajews „Sinn der Geschichte“, dort die „Fortschrittsreligion“ liest. Tenor:
„Die Fortschrittsreligion ist erbarmungslos gegenüber Gegenwart und Vergangenheit.“
2. Der „Großinquisitor“ von Dostojewski beschreibt anschaulich die Last der Freiheit, die man nur zu gerne bereit ist aufzugeben für das Materielle. Eine tiefere Kritik des „Liberalismus“ gibt es nicht.
3. Von Wladmir Solowjew gibt es eine Islamkritik, die es in sich hat. Das würde hier zu weit führen.
Auf die heutigen politischen und geopolitischen Probleme bezogen @ Limes
Der „Afrikanermarsch durch Schweinfurt“ ( vielleicht ein Buchtitel ?)
Natürlich werden die „Geflüchteten“ (= eine seelenlose Worthülse) von den Linken instrumentalisiert. Als neues Prekariat, das den Kommunisten die Arbeiterklasse ersetzt. Es geht eben genau nicht um das Leid entwurzelter Menschen aus Somalia, Afghanistan, Nordafrika oder um die abenteuerlichen Reisen junger Männer, die sich zum Paradies auf Erden aufmachen.

Phil
17. Februar 2020 14:19

Laurenz, Sie haben mich wohl missverstanden – ich moser nicht.
Und ich bin froh, dass gerade "mein Mann" Höcke mit diesem Coup in Verbindung gebracht wird. Ich gönne und wünsche ihm jeden Erfolg.

Imagine
17. Februar 2020 14:22

Die Überlegenheit der repräsentativen Demokratie gegenüber anderen Herrschaftssystemen ist, dass sie den sozialen Frieden bewahrt, indem sie die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung durch Wahlen aufrechterhält. Insofern bietet das Parteiensystem ein breites Spektrum von Wahlmöglichkeiten an. Alle großen Parteien hatten in der Vergangenheit immer einen rechten und einen linken Flügel. So dass sie von fast allen gewählt werden konnten. Die SPD hat ihren linken Flügel verloren bzw. abgestoßen und bei der CDU/CSU sieht der rechte Flügen seine Interessen in der Merkel-Regierung nicht ausreichend vertreten. Ein Teil ist zur AfD gegangen, ein anderer Teil opponiert in der Partei als „Werteunion“.

Genau das ist das zentrale Problem der der Merkel- und GroKO-Regierung. Denn es existiert keine parteipolitische Konstellation, welche die Hoffnung auf grundlegende gesellschaftliche Veränderungen für die mit der bestehenden Politik Unzufriedenen macht.

Die Linken – ob SPD oder Linkspartei – und ebenso die Grünen sind systemkonformistische Parteien (geworden), die CDU, CSU und FDP sowieso seit eh und je. Das sind keine Hoffnungsträger für prekarisierten Massen und die abstiegsbedrohte Mitte.

Die einzige Partei, in die ein Teil der Bevölkerung noch Hoffnung auf Veränderung hineinprojizieren kann, ist die AfD. Aber es ist nur eine kleine Minderheit, welche die AfD wählt. Bundesweit weniger als 10% der Wahlberechtigten. Die große Mehrheit der deutschen Bürger will keine offen rechtsorientierte Partei an die Macht bringen, die zudem noch in einem mehr oder minder großem Ausmaß Anti-Liberale, verfassungsfeindliche Rechtsextremisten, Rassisten etc. als Mitglieder und Sympathisanten hat.

Aber die AfD ist die einzige Oppositionspartei und deshalb kann sie auch Stimmen bei Protestwählern akquirieren.

Dass sie rechtsextremistisches Potential an sich bindet, ist keineswegs unerwünscht, sondern aus Gründen des Erhalts des sozialen Friedens und der Sicherheit von Vorteil. Man kann so diese Leute besser in Datenbanken erfassen, überwachen und lenken.

In dem die AfD verteufelt wird, kann sich das Establishment als Demokratiebewahrer und Schutzherr gegenüber einem „inneren Feind“ darstellen und diesen „Kampf gegen Rechts“ führen.

Da viele Rechte politisch in Freund-Feind-Kategorien denken und dies auch so propagieren, werden sie von denen, welche sie „Feind“ deklarieren, vice versa als Feind angesehen und bekämpft. Und indem sie den gesellschaftlich Riss zwischen „links“ und „rechts“ vertiefen wollen, werden sie umso mehr bekämpft. Inzwischen ist es sogar dazu gekommen, dass unpolitische Omas als „OMAS GEGEN RECHTS“ gegen sie arbeiten und demonstrieren.

Trotzdem glauben die Rechten unbeirrt weiter, dass die Mehrheit des Volkes hinter ihnen steht.

Viele verstehen nicht, dass und wie die repräsentative Demokratie aus ehemaligen Oppositionellen konformistische Parteigänger des herrschenden Systems macht. Obwohl eine Vielzahl von 68-er-Konvertiten, die bis in höchste Staatsämter kamen bzw. noch darin befinden, bestes Anschauungsmaterial bietet.

Lotta Vorbeck
17. Februar 2020 20:21

@Utz - 15. Februar 2020 - 11:00 AM

"... Der kleine Teil, der sich nicht beirren läßt und daran festhält, daß es nicht der Lauf der Zeit ist, den man angeblich nicht aufhalten kann, daß mit unserer Kultur und auch unserem Menschenschlag (was nicht ganz zu trennen ist) etwas verloren geht, der steht dann auf verlorenem Posten und bekommt bestenfalls noch ein Reservat (eins in einer unwirtlichen Gegend im Osten und eins in einer ebenso abgelegenen Gegend in den Alpen) zugewiesen."

~~~~~~~~~~~

Das System wird sich hüten, "dem kleinen Teil, der sich nicht beirren läßt" ein Reservat zuzuweisen.
Um real zu sezessionieren braucht's schieres Land, wohin man überhaupt sezessionieren könnte.

Egal wie abgelegen, das vom modernden BRD-Kadaver separierte Reservat derer, "die sich nicht beirren lassen" würde nach einer gewissen Anlaufphase unvermeidlich zu prosperieren beginnen.

Deshalb dürfte es wesentlich wahrscheinlicher sein, daß, um mit "denen, die sich nicht beirren lassen" fertig zu werden, stillschweigend praktiziert werden soll, was im Süden Afrikas seinen erfolgreichen Probelauf bereits absolviert hat.

Lotta Vorbeck
17. Februar 2020 20:23

@Der_Juergen - 15. Februar 2020 - 12:50 PM

"... Wie man es auch dreht und wendet: Die Höllenfahrt eines Staates, der von Beginn an auf den Lügen der Besatzer aufgebaut war und dessen im Grunde antideutscher Charakter jahrzehntelang durch seine grossen wirtschaftlichen Erfolge und die vielen Freiheiten, die er seinen Bürgern gewährte, verdeckt worden waren, vollzieht sich in immer rasanterem Tempo. Und das ist schon einen Asbach Uralt wert!"

~~~~~~~~~~~~

Die BRD war ein gegen die DDR gerichteter "Schaufensterstaat" [Gerhard Wischnewski].

Nachdem der "Schaufensterstaat" die DDR erledigt und gefressen hat, ist dieses aufwendig und hübsch dekorierte, jahrzehntelang nahezu perfekt ausgeleuchtete, ziemlich kostspielige Schaufenster aus Sicht des Systems obsolet geworden.

Die Auslage hinter dem schon lange nicht mehr beleuchteten Schaufenster ist leergeräumt. Die blind gewordene, mehrfach gesplitterte Schaufensterscheibe wird seit geraumer mit Spanplatten vernagelt. Das gesamte Gebäude mit diesem überdimensionierten Schaufenster im Paterre ist offenbar dem Verfall preisgegeben.

Eine Frage scheint noch nicht ganz entschieden zu sein: Soll das desolate Gebäude so lange weiter verrotten, bis es von selbst in sich zusammenstürzt? Oder taugt die Ruine womöglich doch noch dazu, ein wenig Budenzauber in Form einer zünftigen Häuserkampfübung zu veranstalten?

limes
17. Februar 2020 20:58

@ Franz Bettinger
Es geht nicht ums Possenreißen, Herr Doktor. Sondern darum, den Deutschen klarzumachen, dass die AfD nicht »Nazi« ist. Denn obgleich die Mehrheit der Deutschen gewiss keinen Sozialismus und keinen Ökototalitarismus will, scheuen unsere Mitbürger vor der AfD zurück wie vor dem Gottseibeiuns. Deshalb verbieten sich frivole Spiele mit dem Nazi-Image.

Helmut Roewer, der ehemalige Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, erklärt im Compact-Spezial Magazin »Tiefer Staat – Geheimdienste und Verfassungsschutz gegen die Demokratie«: »Falls mich jemand um Rat fragte … würde ich anraten, strikt zu den … genannten politischen Aussagen zurückzukehren, … denn das ist es, was den Bürger wirklich interessiert. Er will, dass die Landfremden verschwinden, dass der Strom wieder sicher und bezahlbar wird und er mit dem Diesel zur Arbeit fahren kann.«

Genau das will auch ich. Frivole Tänze um den »schmalen Grat« mache ich nicht mit!

Wahrheitssucher
17. Februar 2020 21:52

@Franz Bettinger

Das waren auch und zuerst die Farben des Deutschen Kaiserreiches...

Cugel
17. Februar 2020 22:20

quarz 15. Februar 2020 09:20

"Angesichts all dessen ist es wenig überraschend, dass empirische Untersuchungen zu dem Schluss kommen, dass die innovativsten Gesellschaften einerseits ethnisch homogen sind, zugleich aber (und vielleicht gerade deshalb) eine Vielfalt geistiger Entwicklungen im Rahmen eines Klimas gegenseitiger Anerkennung und intellektuell fordernder Auseinandersetzung zulassen."

Haben Sie ein paar gute Quellen?
Habe hartnäckige Fälle von Gläubigen des "Diversity is Strength"-Mantras im Bekanntenkreis, denen ich die gerne um die Ohren hauen würde.

Gracchus
17. Februar 2020 22:56

Ich stelle mir vor: Was wäre passiert, wenn Merkel in ihrer unnachahmlichen Diktion gesagt hätte: Nun ist er (der Kemmerich) eben gewählt. Natürlich hätte sie dies unter keinen Umständen gesagt. M. E. wäre es aber von CDU-Seite her taktisch klüger, eine Koalition mit der AfD nicht auszuschließen (allein um Verhandlungsdruck gegenüber anderen möglichen Koalitionspartnern aufbauen zu können). Ganz offensichtlich fehlt der CDU ein Post-Merkel-Konzept - oder sie will das von ihr verlorene konservative Terrain gar nicht zurückerorbern. Die Vorgänge rund um Thüringen zeigen einmal mehr, dass für Konservative, selbst für moderate, kein Platz in der CDU ist. Auch Fziedrich Merz wird daran wenug ändern. Wie sich das weiter entwickeln wird: wer weiß?