Sonntagsheld (139) – Wie es das Gesetz befahl

#IStandWithGreece

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

#IStand­Wi­th­Greece

76.358. Die­se Zahl gaben die tür­ki­schen Behör­den am Sonn­tag mor­gen an die Welt­öf­fent­lich­keit aus. 76.358 Migran­ten hät­ten in den ver­gan­ge­nen Tagen unge­hin­dert den tür­ki­schen Grenz­über­gang in Edir­ne pas­siert und sei­en jetzt auf den Weg nach Grie­chen­land und Bul­ga­ri­en. 76.358 Migran­ten sei­en auf dem Weg nach Europa.

Ob die Zah­len stim­men ist einst­wei­len irrele­vant; die UN-Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) mel­det die Ankunft von 13.000 Ein­wan­de­rungs­wil­li­gen an der grie­chi­schen Gren­ze, die Grie­chen spre­chen von 10.000 ver­hin­der­ten Grenz­über­trit­ten – das reicht in jedem Fall aus und die Bil­der spre­chen für sich: Wäh­rend auf der tür­ki­schen Sei­te Züge, Bus­se und sogar Taxis für einen ste­ti­gen Zufluß von Migran­ten ins Grenz­ge­biet sor­gen, sind in Grie­chen­land inzwi­schen mehr als 10.000 Poli­zis­ten und Sol­da­ten im Ein­satz, um die Gren­ze zu halten.

Wir wis­sen: Die Kri­se kommt mit Ansa­ge und war bereits in der DNA des Flücht­lings­de­als von 2017 ange­legt, der zwar Euro­pa eine ver­meint­li­che Ruhe­pau­se bescher­te, der tür­ki­schen Regie­rung und damit Erdo­gan aber gleich­zei­tig jene mäch­ti­ge Migra­ti­ons­waf­fe in die Hand leg­te, die er jetzt auf Grie­chen­land gerich­tet hält.

Wäh­rend der Som­mer 2015 indes in vie­lem an Sze­nen aus Jean Ras­pails Dys­to­pie „Das Heer­la­ger der Hei­li­gen“ gemahn­te, ist die Optik der momen­ta­nen Vor­gän­ge an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze eine ande­re: Die Zei­ten, in denen ver­meint­li­che und tat­säch­li­che Flücht­lin­ge ihr Elend als ihre ein­zi­ge Waf­fe vor sich her­tru­gen, schei­nen vorbei.

Bei aller Rück­sicht­nah­me dar­auf, daß es natür­lich im berech­tig­ten Inter­es­se der Tür­ken liegt, die Vor­komm­nis­se so dra­ma­tisch wie mög­lich zu orches­trie­ren, las­sen die Sze­nen vor den Grenz­zäu­nen kaum eine ande­re Asso­zia­ti­on zu, als die eines Fron­tal­an­griffs auf die Außen­gren­ze Euro­pas. Die Bil­der, die im Moment aus Edir­ne um die Welt gehen, sehen tat­säch­lich aus, wie jene düs­te­ren Schre­ckens­vi­sio­nen, die sich man­cher in den ver­gan­ge­nen Jah­ren – nicht ohne eine gewis­se Kri­sen­lust – ausmalte.

Die grie­chi­schen Grenz­pos­ten sehen sich seit Tagen einem Regen aus Stei­nen, Metall­stü­cken, Feu­er­werks­kör­pern und (unbe­stä­tig­ten Berich­ten zufol­ge) sogar tür­ki­schen Trä­nen­gas­gra­na­ten gegen­über, auf den sie ihrer­seits mit dem Ein­satz von Reiz­gas, Was­ser­wer­fern und inzwi­schen schar­fen Warn­schüs­sen ant­wor­ten. Wie in die­sem Video zu sehen ist, set­zen ein­zel­ne Migran­ten­grup­pen sogar impro­vi­sier­te Ramm­bö­cke ein, um die Grenz­an­la­gen zu über­win­den – audio­vi­su­ell unter­malt durch den erho­be­nen Zei­ge­fin­ger und die all­ge­gen­wär­ti­gen Lob­prei­sun­gen Allahs.Durch die akti­ve Unter­stüt­zung der Tür­ken, die der­weil im gan­zen Land Migran­ten ein­sam­meln und zur Gren­ze kut­schie­ren, erhält die seit Beginn des Jah­res andau­ernd laten­te Migra­ti­ons­dy­na­mik eine kana­li­sier­te Rich­tung und damit eine neue, bis­her unge­kann­te Qualität.

Die Aus­gangs­la­ge der sich jetzt am Hori­zont abzeich­nen­den Ein­wan­de­rungs­wel­le ist dabei in Grie­chen­land eine ande­re als noch 2015. Ins­be­son­de­re die Bewoh­ner der ägäi­schen Inseln, im Grund genom­men aber alle Grie­chen haben in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren die Aus­wir­kun­gen der kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­flie­ßen­den Migra­ti­ons­strö­me mas­siv zu spü­ren gekriegt.

Eine staat­lich bemüh­te, geför­der­te, ja for­cier­te „Will­kom­mens­kul­tur“, für die sich damals man­che noch begeis­tern lie­ßen, wird 2020 nicht ohne unmit­tel­ba­ren Zwang durch­setz­bar sein. Bereits jetzt ste­hen die Zei­chen im Mit­tel­meer auf Sturm: Auf Les­bos ver­trie­ben die Insel­be­woh­ner erst vor weni­gen Tagen meh­re­re Ein­hei­ten der Bereit­schafts­po­li­zei, die den Bau eines neu­en Abschie­be­la­gers auf der Insel durch­set­zen sollten.

Die Uner­bitt­lich­keit mit der die Insu­la­ner gegen die Sicher­heits­kräf­te vor­gin­gen ist dabei für uns kaum vor­stell­bar: Neben dem obli­ga­to­ri­schen Hagel aus Wurf­ge­schos­sen und Molo­tow-Cock­tails wur­den in min­des­tens zwei Fäl­len Schrot­flin­ten ein­ge­setzt, um die Beam­ten zurück­zu­drän­gen; als bekannt wur­de, in wel­chem Hotel die Ein­hei­ten unter­ge­bracht waren, stürm­ten wüten­de Demons­tran­ten die Zim­mer und prü­gel­ten deren über­rasch­te Bewoh­ner die Trep­pe hinunter.
Nach­dem es den Insu­la­nern in der Nacht schließ­lich gelun­gen war, die Poli­zis­ten unter „Grie­chen­land den Griechen“-Rufen in einer Kaser­ne ein­zu­kes­seln, kapi­tu­lier­te die Regie­rung in Athen und zog die eigens ein­ge­schiff­ten Ver­bän­de wie­der von der Insel ab.

Ohne­hin scheint man auf der Insel nun wild ent­schlos­sen, wei­te­re Ein­wan­de­rungs­be­we­gun­gen not­falls eigen­hän­dig zu ver­hin­dern: Im Netz kur­sie­ren Vide­os, die auf­ge­brach­te Ein­woh­ner bei der Blo­cka­de von Bus­sen zei­gen, die Migran­ten in das mit 21.000 Insas­sen heil­los über­füll­te Zen­tral­la­ger auf der Insel über­füh­ren sol­len, das den düs­te­ren Namen „Moria“ trägt. Am Sonn­tag vor­mit­tag ver­wehr­ten Demons­tran­ten zudem den Insas­sen eines Schlauch­boo­tes den Aus­stieg am Kai und wie­sen sie an, wie­der zurück in die Tür­kei zu fahren.

Es scheint also so, als ob nicht nur die grie­chi­sche Regie­rung gewillt sei, ihre Gren­zen zu schüt­zen, auch die grie­chi­sche Bevöl­ke­rung ist offen­bar bereit, das Not­wen­di­ge zu tun, um Euro­pa vor der nächs­ten Ein­wan­de­rungs­wel­le abzu­schir­men. Es bleibt abzu­war­ten, was sich in den nächs­ten Tagen auf dem poli­ti­sche Par­kett tut, für den Moment steht aber fest: Es sind die Grie­chen, die all­mäh­lich die Angst vor den unan­ge­neh­men Bil­dern der Fern­seh­ka­me­ras und ihren Fol­gen able­gen. Es sind die Grie­chen, die seit Jah­ren die Haupt­last einer ver­fehl­ten euro­päi­schen Grenz­po­li­tik tra­gen und sich für die Erfül­lung ihrer Grenz­schutz­pflich­ten auch noch den Vor­wurf unver­hält­nis­mä­ßi­ger Grau­sam­keit anhö­ren müs­sen. Es sind die Grie­chen, die sich trotz­dem heu­te, wie schon unzäh­li­ge Male zuvor, zwi­schen Euro­pa und die Bedro­hung von Außen stel­len. Dafür gebührt ihnen Dank und Solidarität!

 

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (23)

Franz Bettinger

1. März 2020 19:01

"Wenn endlich die Wut die Angst übersteigt...", ja, die ortsansässigen Griechen auf den Inseln sind würdige "Sonntagshelden".

Ratwolf

1. März 2020 21:23

Warum leiten die Griechen die Menschenmassen nicht einfach weiter?

Hat dieses Form der Erpressung nicht funktioniert?

Laurenz

1. März 2020 21:58

Finde den Artikel klasse, er zeigt aber nur eine Ebene des Zeitgeschehens.
Wenn deutsche Hof-Berichterstatter seit 2015 bis heute über "unmenschliche" Zustände in griechischen "Lagern" und über eine Überforderung der Griechen berichten, bleibt festzustellen, daß Griechenland in demselben Zeitraum keine Probleme hatte, jährlich 6 Mio. Touristen fürstlich zu versorgen.
Eine tatsächlich nicht existente, erdichtete Moral wird von den Schein-Moralisten auf die Versorger der Schein-Moralisten abgeschoben. Meine Verachtung für diese Propagandisten sitzt so tief, daß ich, zumindest hier, keine Worte dafür finde.
Ein kleiner Blick auf die Geschichte schadet nicht. Seit muslimisch arabische Djihadisten auf Schiffe stiegen (etwa 780 nach 0), sind die Inseln der Ägäis Schauplatz fürchterlicher Massaker und Sklavenjagden. Das prägt bis heute.

Gelddrucker

1. März 2020 23:13

Hoffentlich werden durch diese Bilder mal ein paar Dauerschlummerer aus dem Schlaf gerissen und merken, dass das

1. keine normale Migration ist, sondern eine Invasion
2. dass es kein Ende nimmt, außer Europa sagt Nein
3. dass man als Zeichen geschlossener Türen anfangen sollte, Menschen zu remigrieren

Kahlenberg

1. März 2020 23:42

Es drängt sich die Idee auf, daß eine Inselbevölkerung heute eher in der Lage ist, gemeinschaftlich aufzutreten, und zu handeln, als eine große Festlandpopulation. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nehme ich an, daß die Menschen einander vielfach persönlich kennen. Somit dürfte es für das System schwieriger sein, sie jeweils in die oft beschriebene „Vereinzelung“ zu treiben, welche letztere sicher ein Merkmal der modernen liberalen und hyperindividualistischen Gesellschaft ist.
Sie müssen sich nicht erst vernetzen, sie sind es bereits.
Guter Sonntagsheld !

Imagine

2. März 2020 12:41

Die nationalen Rechten lieben völkische Romantik. Und verlieren dabei den Bezug zur Realität.

Leonidas – der König der Spartaner – und seine Getreuen opferten ihr Leben für ihr Volk - „wie das Gesetz es befahl“.

Heute ist es ganz anders. Das Volk wählt demokratische Herrscher - so wie unsere liebe Führerin. Aber ulF will die Migranten gar nicht fernhalten, geschweige denn gegen die Invasion illegaler Grenzüberschreiter kämpfen. Im Gegenteil, hier werden Verfassung und Gesetz ignoriert. Und mittel legislativer, exekutiver und judikativer Gewalt wird gegen die vorgegangen, die sich wehren.

Und die AfD?

Niekisch

2. März 2020 12:43

"Dafür gebührt ihnen Dank und Solidarität!"

Ja, evcharisto!!!!!!!!!!!!!

Amos

2. März 2020 13:48

Frage, wäre es möglich freiwillige Grenzschützer nach Griechenland zu entsenden? Müsste man nicht kurzfristig dafür eine Struktur aufbauen, wenn das Ganze auf einen Ermüdungskampf hinaus läuft?

Waldgaenger aus Schwaben

2. März 2020 16:33

Was mich etwas wundert, ist dass man nichts hört vom Coronavirus-Infekten in Flüchtlingslagern- in Griechenland, der Türkei oder unter den Flüchtlingen, die jetzt im Niemandsland zwischen den Grenzen ausharren. Eigentlich müssten die Lager ideale Brutstätten für Viren sein, zumal da viele Iraner darunter sind.
Coronavirus und Flüchtlinge das wäre die perfekte Mischung für ein politisches Erdbeben in der ganzen EU.
Große Teile der Bevölkerung würden sofortige Grenzschließungen fordern, andere würden vehement dagegen sein.

Könnten wir wirklich Schwerkranke in den Lagern verrecken lassen? Aber könnten wir sie in EU-Krankenhäuser verteilen, wo sie Isolierstationen belegen und das Gesundheitssystem an die Grenzen bringen? Vielleicht brauchen wir alles in Kürze für die eigene Bevölkerung ?
Und wie kann man Infizierte und Kontaktpersonen in den Lagern in Quaratäne unterbringen?

Apropos Coronavirus:
Eine "normale" Grippewelle kann schon bis zu 20 000 Tote kosten in Deutschland. Man stelle sich vor, wir hätten nur 2000 Tote aufgrund von Coronavirus-Infekten? Wir haben jetzt schon Hamsterkäufe und Panik wegen ca 100 Infizierten und 0 Toten.

Lotta Vorbeck

2. März 2020 19:59

@Amos - 2. März 2020 - 01:48 PM

"Frage, wäre es möglich freiwillige Grenzschützer nach Griechenland zu entsenden?"

~~~~~~~~~~~~

Tatjana Festerling beschäftigt sich auch mit diesem Thema, allerdings in Bulgarien.

Über ihre gleichnamige Netzseite besteht die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Frau Tatjana Festerling.

nom de guerre

2. März 2020 21:38

@ Waldgänger

„Was mich etwas wundert, ist dass man nichts hört vom Coronavirus-Infekten in Flüchtlingslagern- in Griechenland, der Türkei oder unter den Flüchtlingen, die jetzt im Niemandsland zwischen den Grenzen ausharren. Eigentlich müssten die Lager ideale Brutstätten für Viren sein, zumal da viele Iraner darunter sind.“

Das würde voraussetzen, dass die Leute auf Corona getestet werden, was wiederum voraussetzt, dass sie, wenn erkältet, grippig etc., zum Arzt gehen. Und dass ausreichend Ärzte vorhanden sind. Nichts davon dürfte im Niemandsland zwischen den Grenzen gegeben sein bzw. wenn dort Ärzte sind, kommen die vermutlich von migrationsfreundlichen NGOs, die wiederum kaum Interesse daran haben können, dass evtl. Corona-Fälle unter den Migranten bekannt werden. Außerdem sind die Tests ja auch nicht ganz billig.

Was die Hamsterkäufe angeht: Die finden bzw. fanden m.E. nicht statt, weil die Hamsterer unmittelbar Angst vor der Krankheit haben, sondern wegen der Möglichkeit einer häuslichen Quarantäne, die ohne jede Übertreibung jeden ohne Vorwarnung treffen kann. Insofern finde ich die Hamsterei nicht übertrieben – was soll jemand, der sich, wie die meisten, bisher keine Vorräte angelegt hat, denn sonst tun?

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: „Es sind die Griechen, die sich trotzdem heute, wie schon unzählige Male zuvor, zwischen Europa und die Bedrohung von Außen stellen. Dafür gebührt ihnen Dank und Solidarität!“ – Ja!

W. Wagner

3. März 2020 01:02

Ich will Europa verteidigt sehn - nichts anderes ! Unsere Kultur, unsere Völker ! Bedauerlicherweise ist dies nun Aufgabe der Griechen und Italiener ... weil unser Land und Volk und “Staat” (wenn’s den noch gibt) unfähig ist.

Laurenz

3. März 2020 05:39

@Waldgaenger aus Schwaben .... auch Gretchen kommt bei den Migrations-Ursachen quasi gar nicht zu Wort. Schon interessant .... aber ich bin sicher, irgendeiner beim Relotius wird es schreiben. Der Klimawandel und die Rechten sind schuld am Virus.

Franz Bettinger

3. März 2020 08:15

@nom de guerre: Ich habe gerade von einem Laborarzt erfahren, dass ein Corona-Test für Kassen-Patienten seit kurzem per mit 55€ vergütet wird. Es wurde eigens eine EBM-Abrechnungsziffer dafür geschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Test für Kassen-Patienten wesentlich teurer berechnet, wie bei Privat-Patienten. (Überprüfen konnte ich die Aussagen bisher leider noch nicht.)

Franz Bettinger

3. März 2020 09:20

Die von der Leyen reist heute an die griechische Grenze. Sie wird sich vorsehen und gut abschirmen müssen. Es wäre nicht erstaunlich, wenn sie von den grenznahen Griechen mit einem Hagel gut gemeinter Pflastersteine empfangen würde! Damit die Dame mal aus erster Hand erfährt, was die Griechen (trotz all des Geldes und der Teerstraßen, die ihnen gebaut werden) mittlerweile von der EU halten!

Imagine

3. März 2020 09:37

Früher kämpfte der König gemeinsam mit seinem Volk gegen äußere Feinde.
Leonidas kämpfte gegen die Perser. Gegen die Wiener Türkenbelagerung kämpften Adel und Volk gemeinsam.

Heute belügen, betrügen, verraten und verkaufen die herrschenden Eliten ihr eigenes Volk. Sie öffnen die Grenzen, weil sie die Eindringlinge nicht als Konkurrenz und Bedrohung erleben, sondern als „Bereicherung“. Was ja auch die Realität ist. Denn die herrschenden Eliten profitieren von den Immigranten in mehrfacher Hinsicht.

Dies wiederum durchschaut das Volk nicht. Wobei unter „Volk“ hier die Arbeits- und Nutzmenschen verstanden werden.

Anders als früher in den tribalistischen Gesellschaften findet der Kampf nicht mehr zwischen den Völkern statt, sondern im Volk statt, nämlich als Kampf der Herrschenden gegen die Beherrschten, als Kampf der Reichen gegen die Armen, als Kampf der Ausbeuter gegen die Ausgebeuteten.

Das sind Win-Lose-Strukturen. „Des einen Leid, des anderen Freud“ – wie der Volksmund sagt.

Die Minorität des privilegierten Establishments, also der Gemeinschaft der Herrschenden, der Reichen und der Ausbeuter, organisiert sich heute nicht mehr (nur) national, sondern supranational. Verschwunden ist seit 1990 auch die Blockkonkurrenz, d.h. der Kampf der Eliten der jeweiligen Blöcke um die Weltherrschaft gegeneinander.

Heute schließen die Eliten in den jeweiligen Nationalstaaten mit den Eliten der anderen Nationalstaaten „Deals“ untereinander ab. Der welthistorisch bedeutendste Deal ist „Chimerika“ mit „Win-Win“ für die Eliten von beiden Seiten.

Anders als soziologisch geschulte linke Opportunisten und Pseudo-Linke in den Systemparteien durchschauen die tribalistisch orientierten Rechten nicht das „Spiel“, was heute global abläuft.

Früher bis zum Ende der Blockkonfrontation konnten sich anti-sozialistische Rechte erfolgreich als „Dienstleister“ für den System- und Herrschaftserhalt, nämlich als Ideologen und Funktionäre im „Kampf gegen den Kommunismus“, anbieten. Heute haben die „Linken“ diese Dienstleister-Funktion als Herrschaftserhalter inne und die völkischen Rechten sind zu Parias geworden.

Die von den Pseudo-Linken propagierten Ideologien funktionieren im Zeitalter von Neoliberalismus und Globalismus besser zum Zweck des System- und Herrschaftserhalts.

In der globalisierten Welt läuft das „Spiel“ anders als früher.

Grobschlosser

3. März 2020 09:43

beide Systemkirchen fordern & fördern die Landnahme durch die orientalischen Asylforderer; Teile des griechischen Volkes leisten Widerstand , Europa muss sich jetzt entscheiden : Widerstand gegen die Landnahme organisieren oder untergehen .

Lotta Vorbeck

3. März 2020 12:30

@Grobschlosser - 3. März 2020 - 09:43 AM

"... Europa muss sich jetzt entscheiden : Widerstand gegen die Landnahme organisieren oder untergehen."

~~~~~~~~~~~~

Die Entscheidung dürfte längst gefallen sein.

"Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n und dann werden tausend Märchen wahr.
Ich weiß, so schnell kann keine Liebe vergeh'n,
Die so groß ist und so wunderbar."

https://youtu.be/xp6l59mZojM

Dieter Rose

3. März 2020 15:57

@W.Wagner

die von Demokratie zu degenerierter "Demokratie" fehlt noch
in der Aufzählung.

Nordlicht

3. März 2020 18:40

Eine gute Wahl diesmal, der Sonntagsheld.

Das Thema "Grenzsicherung" könnte für die parlamentarische Rechte nicht besser illustriert werden als durch die von Erdogan an die Grenze transportierten Schlägertruppen. Die AfD sollte einiges Geld investieren um zu dokumentieren, was für Leute das sind, die uns in den Mainstream-Medien als "Flüchtlinge" verkauft werden.

ullrich

3. März 2020 21:03

Erdogan gibt die Offensive der Syrischen Armee in Idlib als Grund für die Grenzöffnung an. Ich sehe aber nur Afghanen, Marokkaner, Schwarzafrikaner und Iraner unter den Migranten. Wo sind die syrischen Araber die angeblich vor Putin und Assad auf der Flucht sind? Vielleicht ist der wahre Grund hinter der Aktion, dass sich die Türkei ähnlich wie Libyen zu einem Transitland für Wirtschaftsflüchtlinge entwickelt hat und das die Gelder der EU nicht mehr ausreichen um die in die Türkei hineinströmenden Menschenmassen aus aller Welt zu versorgen. Vielleicht hat auch das Geld der EU die Migranten erst angelockt. Ein Großteil soll direkt an Hilfsorganisationen fließen die es dann weiter verteilen. Hier ist auf jeden Fall nicht alles wie es scheint und wie die Medien und Politiker uns erzählen.

Lotta Vorbeck

3. März 2020 22:33

@ullrich - 3. März 2020 - 09:03 PM
"Erdogan gibt die Offensive der Syrischen Armee in Idlib als Grund für die Grenzöffnung an. Ich sehe aber nur Afghanen, Marokkaner, Schwarzafrikaner und Iraner unter den Migranten. Wo sind die syrischen Araber die angeblich vor Putin und Assad auf der Flucht sind? ..."

~~~~~~~~~~~~

Als "Hilfe für notleidende Flüchtlinge" etikettiert, läßt sich Erdogan seine in Syrien und neuerdings in Libyen geführten Kriege finanzieren.

Deklariert als "Sozialversicherungsabkommen" finanziert die BRD seit Jahrzehnten einen der nach dem Militär ganz großen Brocken im Staatshaushalt der Türkei.

RMH

4. März 2020 08:42

Manche freuen sich schon, auf die vielen neuen Menschen, die wir "geschenkt" bekommen.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-tausende-menschen-demonstrieren-vor-kanzleramt-fuer-grenzoeffnung-a-b1449b53-be72-4c00-a17d-747a2d9b1834

Merkel, do it again …. werden wir bald bei irgendeiner Demo zu hören bekommen.

PS: Am 15. März ist in Bayern Kommunalwahl. Bislang spielt das Thema der drohenden Wiederholung von 2015 im dortigen Wahlkampf noch keine Rolle.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.