7. März 2020

Notizen zu Dietmar Hopp

Jonas Schick / 30 Kommentare

Dietmar Hopp und der deutsche Fußball, das ist eine Beziehung mit tiefen Schlaglöchern.

Wenn es nach den Offiziellen ginge – dem DFB, der DFL, den Vereinsbossen – dann wäre es eine ungetrübte (Geschäfts-)beziehung. Doch das gemeine Fußballvolk auf den Rängen reibt sich am Mäzen aus dem Kraichgau.

Für die Unbefleckten: Dietmar Hopp ist Mäzen des Fußballvereins TSG 1899 Hoffenheim, der nun seit mehreren Jahren in der 1. Bundesliga reüssiert. Hopp ist Mitgründer der Software-Firma »SAP« und milliardenschwer. Er gehört zu den reichsten Deutschen. Bevor er 1989 seinen Heimatverein übernahm (Hopp ist gebürtiger Hoffenheimer) spielte dieser noch in der Kreisliga A. Hoffenheim liegt im Kraichgau und hat 3266 Einwohner.

Die letzten Fälle, bei dem beide Welten wieder einmal aufeinanderprallten, ereigneten sich am zurückliegenden Samstag, als diverse Fanblöcke (Dortmund, Köln, Union, Dynamo Dresden, SV Meppen, FC Bayern) an Hopp adressierte Schmähplakate präsentierten. Die meiste Aufmerksamkeit erhielten jedoch die Banner der Bayern-Anhänger beim Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern München.

Zuallererst hatten die linksgerichteten Ultras des FC Bayern, die »Schickeria München«, während des Spiels ein Spruchband entrollt, auf dem zu lesen war: »Alles beim Alten: Der DFB bricht sein Wort, Hopp bleibt ein Hurensohn!«  Daraufhin kam es zur ersten Unterbrechung des Spiels. Zehn Minuten nachdem der Ball wieder über den Rasen gelaufen war, legte die Gruppe »Red Fanatics« nach und verkürzte die vorige Nachricht der »Schickeria« auf ein prägnantes »Du Hurensohn!«.

Der Schiedsrichter brach die Partie erneut ab. Als ob das nicht an sich schon lächerlich genug gewesen wäre, folgten nun peinlichste Solidaritätsszenen für einen dünnhäutigen Milliardär, der mit aller Macht als gutherziger Philanthrop wahrgenommen werden möchte. Während die Spieler in die Stadionkatakomben trotteten, liefen der Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidžić, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und der Vorstandsvorsitzende in spe Oliver Kahn zur Bayern-Kurve und versuchten mit dem Verweis auf das aus Bayernsicht positive Ergebnis von 6:0, die Lage zu beruhigen.

Keiner der Bayernoffiziellen hatte wirklich verstanden, daß es dem Anhang beim Zeigen dieser Spruchbänder nicht in irgendeiner Weise um das Ergebnis ging, sondern insbesondere auf die DFB-Praxis der Kollektivstrafen abzielte, die zuletzt aufgrund von Schmähungen gegen Hopp seitens Borussia Dortmund-Fans wieder eingesetzt worden waren.

Derweil verließ der gekränkte Milliardär seine Loge und gesellte sich zu den Spielern in den Katakomben. Das Spiel wurde nun zum zweiten Mal wieder angepfiffen. Es folgten 13 Minuten, in denen sich beide Mannschaften den Ball lediglich locker hin und her schoben – Protest gegen das Vorgefallene.

Nach Abpfiff stehen Rummenigge und die Bayernspieler zusammen mit Dietmar Hopp im Regen auf dem Platz; man beklatscht sich gegenseitig. Auf die Geschehnisse in Sinsheim folgen völlig überzogene Reaktionen: man kann von der »schwarzen Stunde« der Bundesliga lesen. Rummenigge spricht vom »häßlichen Gesicht« des Fußballs und nennt Hopp einen »feinen Ehrenmann«. Der DFB-Präsident Fritz Keller verlautbarte: »Jetzt muß durchgegriffen werden!«

Selbst der Bundessprecher der AfD, Jörg Meuthen, sah sich dazu veranlaßt, Dietmar Hopp zu einem »modernen Helden« zu erklären:

Um das einmal ganz deutlich zu sagen: Dietmar Hopp ist ein großartiger Mensch! Er ist in dem, was er seinem Land und seiner Heimatregion mit seiner enormen beruflichen Lebensleistung wie mit seinem aus den Erträgen dieser Pionierleistungen gespeisten sportlichen Mäzenatentum für den Spitzen- wie insbesondere auch den Breitensport gegeben hat und immer noch gibt, ein moderner Held unserer Zeit!

Nein! Absoluter Widerspruch: Dietmar Hopp ist vieles, aber sicherlich kein »moderner Held«. Der eigensinnige SAP-Mitgründer hat seiner Heimatregion seelenlose Kunstprodukte geschenkt, die steril konsumiert werden sollen. Er hat mit mehreren Fußballmannschaften auf verschiedenen regionalen Ebenen den Sport in der Region mit seinem kommerziellen Verständnis durchdrungen.

Denn abgesehen von seinem zentralen Projekt »Hoffenheim« genießen der in der Verbandsliga Baden beheimatete FC Zuzenhausen und der in der Regionalliga Südwest spielende Verein »Astoria Walldorf« (in Walldorf befindet sich der SAP-Firmensitz) seine Zuwendungen.

Über seinen Sohn wurde der traditionsreiche Eishockeyverein Mannheimer ERC zu den Adler Mannheim transformiert und der Kraichgauer Handballverein SG Kronau/Östringen zu den Rhein-Neckar-Löwen geformt, die man mit diesem Etikettenschwindel zu einer kurpfälzischen Mannschaft deklarierte. Man baute beiden mit der SAP-Arena in Mannheim eine gemeinsame Spielstätte, die schon qua der Namensgebung signalisiert, wer hier den Ton angibt.

Dabei versprüht speziell die TSG Hoffenheim den Charme des Projekts eines Mannes, dem eine Märklin-Eisenbahn als Hobby zu klein ist und der mit den ganz großen Bauklötzen spielen möchte. In diesem Kontext läßt es tief blicken, daß die TSG bis ins Jahr 2007 ihre Spiele im Dietmar-Hopp-Stadion bestritt und das Vereinshaus des FC Zuzenhausen am Dietmar-Hopp-Weg steht.

Die Namensgebungen transportieren die implizite Forderung, die sich auch in seinen Reaktionen auf die an ihn adressierten Beleidigungen seitens auswärtiger Fangruppen widerspiegelt: Seid gefälligst dankbar, denn ich vollbringe Gutes! Doch bevor ich mich an dieser Stelle in den Details, warum Hopps Engagement keinesfalls als Segen für seine Heimatregion zu bewerten ist, verliere, zurück zum Wochenende und einer Einordnung der Vorfälle:

+ Zuallererst: Fußball ist nichts für Zartbesaitete. Die Stimmung auf den Rängen ist rauh. Jedes Wochenende wird dem Gegner unterstellt, Inzest und Sodomie zu praktizieren oder eben der Sohn einer Frau zu sein, die sich prostituiert. Die Sprache ist drastisch. Das Überschreiten von Grenzen gehört zum festen Programm. Daran mag man sich stoßen, die Beleidigung Hopps ist in diesem Zusammenhang jedoch nichts Außergewöhnliches, beinahe schon banal. Reagierten Schiedsrichter ähnlich sensibel, wenn wieder einmal das Töten der gegnerischen Fans glorifiziert wird – kein einziges Spiel könnte mehr stattfinden.

+ Es gibt mit dem österreichischen Red Bull-Gründer und Milliardär Dietrich Mateschitz einen zweiten Fußball-Mäzen, der mit dem ebensowenig liebenswürdigen Kunstprodukt RB Leipzig in der Bundesliga sein Unwesen treibt. Jedoch reagiert Mateschitz auf entsprechende Anfeindungen mit souveräner Ignoranz, weswegen er auch die schlechtere Zielscheibe abgibt.

Denn nichts macht so sehr Spaß und läßt die wechselseitig angeheizte Erregungsspirale in die Höhe schießen, wie wenn der Adressat der Beleidigung damit aus der Reserve gelockt wird und unverkennbar signalisiert, daß ihm die Schmähungen nahegehen.

+ Es ist eine verlogene Aufregung. Als die linksextremen Ultrà Sankt Pauli 2017 beim Spiel gegen Dynamo Dresden am 12. Februar, also einen Tag vor dem Jahrestag der verheerenden alliierten Bombenangriffe auf Dresden, das Spruchband mit der Aufschrift »Eure Großeltern haben schon für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos« zum besten gaben, hielt sich die Betroffenheit des DFB und der Medien erheblich in Grenzen, geschweige denn, daß der Schiedsrichter das Spiel deswegen unterbrochen hätte.

Darüber hinaus spricht die dafür vom DFB verhängte Strafe Bände: Gerade einmal 5000 Euro mußte Sankt Pauli dafür berappen. Normalerweise steht beim DFB auf den Tatbestand der »Diskriminierung« eine Mindeststrafe von 18.000 Euro. Ebenjene Summe mußte Eintracht Frankfurt 2011 noch zahlen, da beim Spiel in Dresden die Ultras Frankfurt das Plakat »Bomben auf Dynamo« entrollt hatten. Gegenüber dem Antifa-Kommerz-Club vom Millerntor zeigte man sich jedoch gnädig.

+ Der Schlagabtausch mit Hopp ist nur ein vorgelagertes Gefecht. Die eigentliche Konfliktlinie verläuft zwischen den organisierten Fangruppen und dem DFB. Auch die Plakate am Wochenende richteten sich zuvorderst gegen die Etablierung von Kollektivstrafen, also Strafen, die die Schließung eines ganzen Blocks bis hin zu Geisterspielen in leeren Stadien beinhalten.

Im Frühjahr 2017 war dieses Instrument vom DFB gegen die Fans von Borussia Dortmund gezückt worden, da diese beleidigende, an RB Leipzig adressierte Plakate gezeigt hatten. Beim Dortmunder Heimspiel gegen den VFL Wolfsburg mußte die berühmte Südtribüne geschlossen bleiben. Daraufhin entbrannte ein heftiger Streit zwischen Fans und DFB, der schließlich in Gestalt des damaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel einlenkte.

Dieser empfahl dem Kontrollausschuß des DFB, daß »bis auf Weiteres darauf zu verzichten« sei, »Strafen zu beantragen, die unmittelbare Wirkung auf Fans haben, deren Beteiligung an Verstößen gegen die Stadionordnung nicht nachgewiesen ist«.

+ Doch, wie zu erwarten, währte dieser Friede nicht lange. Jüngst hatte das DFB-Sportgericht eine für zwei Jahre geltende Sperre des Auswärtsblocks für Dortmunder Fans im Stadion der TSG Hoffenheim ausgesprochen, weil diese wieder einmal das von ihnen popularisierte Plakat von Dietmar Hopp im Fadenkreuz gezeigt hatten. Der DFB brach also wegen der »Causa Hopp« den ohnehin schon brüchigen Burgfrieden.

Betrachtet man, aus welchem Anlaß der Fußballbund zur Kollektivstrafe greift, drängt sich einem der Verdacht auf, daß es den Funktionären hauptsächlich um den Schutz der von ihnen protegierten Milliardärsvereine geht. Deren Modell aus sterilem, friedlichem Konsumfußball ohne nennenswerte Zwischenfälle stößt in der Otto-Fleck-Schneise 6 in Frankfurt am Main auf ausgesprochene Gegenliebe.

+ Überhaupt der BVB – würde man eine Akte zur »Causa Hopp« führen, sie wäre vor allem mit Seiten gefüllt, die sich mit den Auseinandersetzungen der Dortmunder Anhänger mit dem Hoffenheimer Mäzen beschäftigten. 2008, als die TSG ihre Premiere in der Bundesliga feiert, zeigen Dortmund-Fans beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Kraichgauer Verein das mittlerweile zum Standardrepertoire der Fanszenen avancierte Fadenkreuz-Plakat mit dem Konterfei von Dietmar Hopp und dem Untertitel »Hasta la Vista, Hopp!«.

2011 kommt es beim Auswärtsspiel der Dortmunder in Hoffenheim zu einem äußerst fragwürdigen und skurrilen Vorfall: Ein schriller Pfeifton ertönt über die Lautsprecheranlagen im Gästeblock, der die Schmähgesänge des Dortmunder Anhangs übertönen soll. Es wurde eine Lautstärke von 130 Dezibel gemessen. Elf Dortmunder erstatten daraufhin Anzeige. Die TSG Hoffenheim schiebt die Schuld auf einen übermotivierten Hausmeister. Hopps Reaktion: »Wer mich 90 Minuten lang permanent beleidigt, sollte nicht so empfindlich reagieren.«

2018 gibt die Polizei Heidelberg bekannt, daß sie aufgrund von Schmähungen beim Spiel zwischen Hoffenheim und Dortmund im Mai 2018 gegen 30 BVB-Fans wegen Beleidigung ermittelt – rund 60 Anzeigen hat der Hoffenheimer Mäzen bisher gegen Fußball-Fans wegen Beleidigung erstattet.

September 2018: Zehn Jahre sind seit dem ersten »Hasta la Vista«-Plakat vergangen. Der BVB spielt wieder auf Hoffenheim und die Dortmunder Fans begehen dieses Jubiläum mit einem großen Banner im Gästeblock. Darauf zu sehen: natürlich Dietmar Hopp im Fadenkreuz und dazu das Spruchband »Strafverfahren & Hausverbote wegen beleidigenden Gesängen? Was soll die Scheiße, du Hurensohn?«. Der DFB reagiert: Sein Sportgericht verhängt Stadionverbote auf Bewährung gegen BVB-Fans in Hoffenheim und setzt eine Geldstrafe von 50.000 Euro fest (das zehnfache der Strafe, die St. Pauli aufgrund der antideutschen Entgleisungen seiner Ultras zahlen mußte).

Am 20. Dezember 2019 legen die Dortmunder die nächste Schippe drauf. Den Anhängern ist die vom DFB verhängte Bewährung herzlich egal. Sie zeigen mehrere Transparente: »@Hopp: Wir scheißen auf dich«, »Du Hurensohn!!!« und »Wir wünschen allen ein frohes Fest und dir dein letztes!« zieren den Gästeblock. Als Folge verhängt der DFB im Februar dieses Jahres ebenjene Kollektivstrafen, die zu den Bannern am zurückliegenden Wochenende führten.

+ Ein weiterer essentieller Grund für die aufgeheizte Stimmung ist, daß der DFB für Hopp auf die Einhaltung der 50+1 Regel verzichtete. Die Regel besagt, daß nur Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb der Lizenzligen teilnehmen können, an denen der jeweilige Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält. Damit soll eine Übernahme der teilnehmenden Gesellschaften durch Investoren verhindert und abgesichert werden, daß die Vereine die Entscheidungshoheit behalten. Doch bei Hoffenheim hält Dietmar Hopp 96 Prozent der Anteile an der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH.

Normalerweise dürfte der Verein gar nicht in der 1. Bundesliga spielen, nur eine Ausnahmegenehmigung des DFB macht das möglich. Für die Fanszenen der Traditionsvereine ist das ein rotes Tuch – Hopps Projekt »Hoffenheim« steht repräsentativ für einen drohenden Tod der deutschen Fußballkultur.

+ Die damaligen Kontroversen um die Aufhebung der 50+1 Regel für die TSG Hoffenheim können derweil als weiteres Beispiel für Hopps Selbstherrlichkeit herangezogen werden. 2007 äußerte Christian Heidel, zu diesem Zeitpunkt noch Manager des FSV Mainz 05, diesbezüglich: »Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profi-Fussball weg nimmt.«

Dietmar Hopp reagierte darauf gewohnt dünnhäutig und verstieg sich in verqueren Diskriminierungsvorwürfen: »Wir würden uns wünschen, dass man Diskriminierung, wie sie Herr Heidel betreibt, mit Konsequenz verfolgt. Denn diese infame Diffamierung unseres Clubs, die wohl bewusst den Hass auf Hoffenheim schüren soll, ist auch geeignet, Gewalt gegen uns auszulösen«, schrieb er an den FSV-Präsidenten Harald Strutz, den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, den Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert, und den Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.
Heidel zeigte sich daraufhin verblüfft: »Ich bin von der Dynamik überrascht. Ich kann nicht eine Zeile finden, mit der ich diskriminiere oder zur Gewalt aufrufe. Ich habe nur das Modell Hoffenheim kritisch hinterfragt, das muss in einer freien Gesellschaft möglich sein.«

Es ist offenkundig, wie Hopp hier mit der gleichen Diskursverengungsdynamik spielt, die wir aus dem politischen Alltag nur zu gut kennen.

Alles in allem ist die Aufregung um die »Causa Hopp« eine scheinheilige Farce. Der ständig vorgebrachte Verweis auf das zivilgesellschaftliche Engagement Dietmar Hopps ist gelinde ausgedrückt billig und ein äußerst dünnes Argument, um ihn zur ehrenhaften Persönlichkeit zu erklären.

Es wird kaum einen Milliardär geben, der sich nicht wohltätig engagiert. Die Ausnahme bilden eher Schwerreiche, die keine Stiftungen unterhalten oder Spendengalas organisieren. Es gehört zum guten Ton in diesen Kreisen.

Dietmar Hopp ist definitiv keiner von »uns«; die Person Dietmar Hopp ist vielmehr Ausdruck einer kommerzialisierten bzw. kommodifizierten Gesellschaft, in der das sterile, aseptische Produkt die letzten Orte, in denen noch Magie bzw. eine Seele steckt, sukzessive verdrängt und austrocknet. Dietmar Hopp steht exemplarisch für eine Gesellschaft, in der der »Kaufmann« die Macht übernommen hat und alles den ökonomischen Gesetzen der Verwertung unterliegt.

Für uns kann es also im übertragenen Sinne nur heißen: »Hasta la Vista, Hopp!«



Kommentare (30)

Solution

7. März 2020 11:00

Ein durchaus informativer Artikel. Für mich persönlich ist das dennoch unnützes Wissen. Die Fernsehsportarten - allen voran der Fußball - sind kommerzielle Multikulti-Propagandaveranstaltungen. Seit Jahren schon wird der Fußball auch noch zu einer endlosen Antifa-Veranstaltung ausgebaut. Wie man die rechten Fans aus dem Fußball drängt, hat sich bereits in Italien gezeigt. Hierzu empfehle ich das Buch "Hated & Proud" von Mark Dyal über die rechten Ultras. Wer sich diesen Fußball-Müll freiwillig reinzieht, sollte sich fragen, wie viel an kognitiver Dissonanz zu verkraften ist, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen.

Phil

7. März 2020 11:55

Den Spielabbruch fand ich auch lächerlich. Der folgende Nichtangriffspakt hat den Hoffenheimern wohl weitere Gegentore erspart.

Interessante Analyse und Zusammenfassung des Hopp-Problems.
Mein Niveau sind "Hurensohn" und Fadenkreuze zwar nicht. Aber solch Deftigkeit ist im Stadion normal, und die BVB-Fans sind eh die besten... Fußball ist halt 'ne emotionale Angelegenheit.

t.gygax

7. März 2020 12:46

Ein ausgezeichneter Artikel! Endlich mal eine klare Sprache zu Figuren wie Hopp, der sich neuerdings als großer Klimaschützer inszeniert.
Nebenbei: gestern Gespräch mit einem Fan des KSC, einem durch und durch bürgerlichen und biederen Mann von 50 Jahren, Akademiker, der auch schon mehrfach im Ultra -Fanblock im Wildparkstadion weilte..Originalzitat: " es geht nicht um Hopp, der ist nur Projektionsfläche für die Fans. es geht um den DFB und dessen heuchlerisches Gebaren"
Sehr gut, dass sezession einmal ein so "alltägliches" Thema aufgreift.

Laurenz

7. März 2020 13:04

Herr Schick, erstmal wieder ein Danke für den erneuten tiefen Einblick in die aktuelle Brot & Spiele - Welt.
Allerdings, mit Verlaub, Sie haben Unrecht und Meuthen ebenso. Was unterscheidet Hoffenheim von Wolfsburg oder Bayern? Genau, nichts. Anhänger sind irrelevant. Sie generieren nur noch knapp ein fünftel der Einnahmen und sind austauschbar. Solange Geld fließt, kommt die gesamte Antifa ins Stadion.
Profi-Fußball-Vereine sind rein gewerbliche Gladiatoren-Klubs. SAP spielt gegen Volkswagen oder die Telekom. Diese Dax-Konzerne werben tatsächlich doch mit modernen Menschen-Handel.

Und warum hält Meuthen nicht einfach die Klappe?
Als ob Hopp, Höttges oder Diess der AfD auch nur einen einzigen Cent spendieren würden. Diese Dax-Herren müssen am eigenen Leibe spüren, wie es ist, die links-mediale Keule über die Rübe zu bekommen. Erst wenn diese Oberschichts-Repräsentanten ihre gesponsorten Vereins-Fürsten anweisen, Angriffe gegen die AfD zu unterlassen, kann man mal ein häßliches Wort gegen die Fifaschiste Antifa verlauten lassen. Momentan macht aber diese Linke im Stadion unsere Arbeit.

Uodal

7. März 2020 14:58

Guter Kommentar zur Causa Hopp, der die Geschehnis-se und Hintergründe treffsicher auf den Punkt bringt.

Der SAP-Mitgründer hat sich eine balltretende Boygroup erschaffen, die sein globalistisches Weltverständnis in Idealform zum Ausdruck bringt. Sein Privatverein fun-giert dabei als lebendige Huldigung an die kapitalistische Ideologie des optimierten Faktoreinsatzes.

An die Stelle von Sportler-Persönlichkeiten und realer, verorteter Mannschaften, tritt der effiziente Einsatz global eingekaufter Torproduktions-Faktoren. So wurde und wird die Nation jedes Wochenende, gleich einem Pawlow’schen Hund, auf die linke Multikulti-Ideologie abgerichtet.

Wenn jedoch sogar ein Frontmann einer alternativen, rechten Weltsicht, wie Jörg Meuthen, das offensichtliche Zusammenspiel von linker MultikultiIdeologie und seelen-loser, kapitalistischer Sportsimulation nicht durchschaut, kommen bei mir Zweifel auf, ob die AfD aktuell so klar aufgestellt ist, wie viele das einfach erwarten.

Thueringer

7. März 2020 15:02

Es freut mich, daß man auf sezession.de ab und zu etwas kritisches zur "kritischen Fankultur" lesen kann. Gerade komme ich von meiner Joggingrunde um das Stadion des FC Carl Zeiss Jena (noch 3. Liga). Die Fanblöcke sangen vereint "Scheiß DFB", der Stadionsprecher bat mit etwas verzweifelt klingender Stimme ein ums andere mal, sich doch auf fairen Fußball zu beziehen. Erfolglos natürlich.

Da hat der deutsche Fußball eine linksradikale Fanszene hochgepäppelt und wundert sich auf einmal, daß diese sich gegen die Oberen in DFL und DFB wenden kann. Daß es keine gute Idee ist, die gewalt- und alkoholaffine Fankultur der Hooligans durch eine durchideologisierte, gewalt- und alkoholaffine Fankultur der Ultras zu verdrängen, hätte jeder mit klarem Verstand sagen können. Haben die etwa geglaubt, daß man mit "Fanprojekten", denen Vereinshäuser und Vollzeitstellen spendiert werden, Einfluß auf die Fans selbst ausüben kann? Haben die geglaubt, daß sich der Einsatz der Ultras gegen angeblichen Rassismus nur für eine Sache kanalisieren läßt? In Jena hätte man sich spätestens bei den Spruchbändern für den wegen Landfriedensbruch in Rädelsführerschaft, schwerer Sachbeschädigung und versuchter schwerer Körperverletzung von einem Wiener Gericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilten Josef Slowik (m. W. kein Stadiongänger) fragen müssen, ob es eine guite Sache ist, die Ultras weiter zu unterstützen. Man hat es getan und erntet nun, was gesät wurde.

Fritigern

7. März 2020 18:25

Ich habe das Spiel live gesehen und war fassungslos. Sogar die Unterhaltungsindustrie in Form von Leistungssport hierzulande hat es geschafft mir eine ordentliche black pill zu verpassen.

Ich wollte nur ganz entspannt den Bayern beim spielen zu sehen und sehen wie Thiago auf der 6 elegant das Spiel dirigiert aber dann bot sich mir ein Schauspiel was die drei Buchstaben BRD wieder einmal verdient hätte.
Die Ultraszenen bei uns im Lande sind natürlich zu 90% auf Linie mit dem Regime und auch generell finde ich deren kleines Hobby eher lächerlich und auch ein wenig degeneriert aber die stören mich ehrlich gesagt nicht besonders auch wenn diese Szenen natürlich eine Brutstelle für Linksextremismus sind.

Nachdem die Bayern Ultras ihre Banner zeigten folgte ein unfassbar lächerliches Schauspiel. Der Hauptakteur in diesem Schauspiel war der Kommentator.
Der geistige Boomer Moderator sprach doch ernsthaft von "Hass, und wir alle wissen wozu Hass führen kann wenn man mal ins Geschichtsbuch schaut".
Dieser Witz Moderator sagte in den folgenden 20 Minuten locker 10x das Wort "Hass". Der Kommentator legte nach "Und solch ein Hass und eine Hetze in diesen Zeiten, in Zeiten von Hanau und Rassismus"
Der Moderator, der mich schon während dem normalen Spielgeschehen sehr aufregte mit Aussagen die bewiesen, dass dieser Herr selbst höchstens mal in einer C4 spielte, legte immer weiter nach mit Aussagen eines geistigen Boomers, er sagte zum Beispiel noch Sätze wie "Mann, Mann , Mann ihr Idioten in den Rängen macht unseren Fussball kaputt, ich hab auch ehrlich gesagt jetzt kein Bock mehr, aber wir lassen uns nicht unterkriegen , diese Chaoten in den Rängen sind wenige und eine Minderheit und wir sind mehr."

Ich saß mit meinem Bruder vor dem Bildschirm und wir mussten einfach immer wieder laut loslachen wenn der Kerl irgendetwas zum Geschehen sagte.
Als die 22 Söldner sich dann anschließend den Ball hin und her schoben um den "Chaoten" auf den Rängen kein Spektakel mehr zu bieten, fing der Moderator an fröhlicher zu werden, man merkte an seinen folgenden Aussagen, dass er nun zufrieden war. Der Hass hatte verloren und das Gute gesiegt. Die Szenerie war urkomisch und typisch für unser Zeitalter, das Kali Yuga.

Sehr lustig war auch die Reaktion vom Bayern Trainer Hansi Flick. Der Kerl rannte auf den Block zu mit einem roten Schädel und wütendem Gesichtsausdruck und rastete komplett aus. Er wusste natürlich, dass die Kameras alles einfangen werden und Hansi sah seine Chance gekommen, jetzt war die Zeit für ihn gekommen um zu beweisen, dass er nicht nur ein guter Trainer ist sondern auch ein guter Mensch.
Immer wieder schüttelte Hansi aggressiv reinschauend den Kopf und rief irgendwelche Sätze in den Block der Bayern Ultras um der berüchtigten Zivilgesellschaft zu signalisieren, dass bei "Hass" der Spaß aufhört.

Dieser "Hass" man kennt ihn.

Nemo Obligatur

7. März 2020 20:30

Lesen Sie auch in der nächsten Woche wieder rein, wenn Jonas Schick an dieser Stelle einen investigativen Artikel zur Begrünung des Verkehrskreisels im Gewerbegebiet Nord in Klein-Winternheim schreibt.

Franz Bettinger

7. März 2020 20:37

Wie beim Tennis und beim Golf sollte in Fußballstadien ein Dress- und Verhaltens-Code eingeführt werden. Ironie off.

Laurenz

7. März 2020 21:53

@Uodal (...) Was unterscheidet die Boygroup mit Hoffenheim als Logo von den "Bayern"-Genannten? Sie spielen halt schlechter, weil Höppchen "Bayern" nicht aufgekauft hat. Aber nur zu, mal Fakten auf den Tisch.

Kositza: Laurenz, ab sofort wird hier nur noch der "Ton" freigestellt, der zwischen Ihnen und den anderen Diskussionsteilnehmern sicherlich im nichtdigitalen Austausch vorherrschen würde.

Simplicius Teutsch

8. März 2020 13:03

@Jonas Schick. - Super Beitrag!

Eigentlich habe ich seit einigen Jahren bereits mit diesem kommerziellen, multikulturellen Umerziehungs-Zirkusspektakel Fußballbundesliga abgeschlossen. Aber heute habe ich mal wieder in Erinnerung an mein früheres Hobby den „Doppelpass“ im TV eingeschaltet, weil ich den kenntnisreichen und tiefgründigen sportpolitischen Beitrag von Jonas Schick hier gelesen habe.

Und prompt sehe und höre ich im „Doppelpass“ auf „Sport1“ die absterbende Art von konservativen CDU-Politikern, Wolfgang Bosbach, zum Thema. Bosbach ist schon in Ordnung. Aber auch dabei der GEZ-Schmarotzer bzw. Schwätzer Reinhold Beckmann im Kampf gegen rechts, der das Thema links-moralisch und karrierestabilisierend auflädt bis auf die Ebene „in Zeiten der Hinrichtung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke“. Das (jedenfalls so ähnlich) musste er wohl sagen.

Simplicius Teutsch

8. März 2020 13:30

@Fritigern, - Sie schauen noch! - Ich nicht mehr.

Sehr gut, Ihre Beschreibung des TV-Moderators und der Fußballverantwortlichen. Stark. Ich hab's nicht gesehen, aber ich kann voll mit Ihnen nachempfinden.

Sie sind – nicht nur in diesem Kommentar bei diesem Thema – sehr nah dran an der Beschreibung der oft irren Alltags-Realität. Ich selber gehe vielleicht noch einmal in der Saison mit alten Freunden ins Fußballstadion, doch habe ich irgendwann aufgegeben Fußballspiele (vor allem auch „Die Mannschaft“) im Fernsehen anzuschauen, nachdem allzu häufig, immer wieder, der für mich völlig unerträgliche Rela Bledi als Spiel-Kommentator sein Gutmenschen-Geschwätz über den Bildschirm abgesondert hat.

DanielKnight

8. März 2020 14:50

Nichtsdestotrotz bleiben Leute, die andere als "Hurensohn" bezeichnen, selbst Abschaum und ehrlos. Leute die so ein Wort benutzen um die Mutter eines jemanden zu beleidigen, kommen meist aus der muslimischen oder der linken Ecke. Anonym im Block ein Banner hochzuhalten ist feige und erinnert an die Antifa.

RMH

8. März 2020 15:40

Ich bin ganz bei Meuthen. Hopp hat nicht nur eine Weltfirma mitbegründet, er hat mit dem fantastischen Aktienkurs von SAP seit den 90ern vielen, auch kleinen Anlegern viel Freude bereitet, so auch mir. Meuthen hatte als kleverer Mensch sicher auch schon SAP Aktien in seinem Depot.
Alles reiner Neid der Besitzlosen. Und die Anlage in Aktien ist eine der letzten demokratischen Refugien, jeder, auch Rechte, können und dürfen mitmachen.

Franz Bettinger

8. März 2020 16:24

Für mich ist Fußball gestorben seit dem Spiel Deutschland gegen Österreich bei der FB-Weltmeisterschaft in Spanien. Richtig wäre damals gewesen, wenn der Schiedsrichter das Idioten-Spiel abgepfiffen und beide Mannschaften wegen Unsportlichkeit disqualifiziert hätte. Ich habe seitdem fast nie wieder ein Fußballspiel im TV angesehen. Freuen oder gar identifizieren kann ich mich mit den anywhere, wo sie verdienen können, spielenden Ball-Legionären schon lange nicht mehr. - Und seit September 2015 ist das Fernsehen für mich insgesamt tot (wie auch die ganze Lügenpresse).

Martin Heinrich

8. März 2020 18:01

Lieber Herr Schick,
"11 Freunde müsst ihr sein". Heute sind daraus 11 Millionäre geworden. Gehen Sie einmal auf fussball-geld.de : Spielerjahresdurchschnittsgehalt bei 1899 Hoffenheim = 1,35 Mio. und beim FC Bayern 7,2 Mio.

Das "große Geld" lockte jedoch schon sehr früh:

"Fritz Walter galt als der beste Fußballer Deutschlands und erhielt Angebote von großen europäischen Spitzenvereinen. 1951 bot Atlético Madrid für einen Zweijahresvertrag 500.000 DM Handgeld, dazu Gehalt, Prämien, Auto, mietfreies Wohnen – damals enorme Summen und Privilegien. „Dehäm is dehäm“ sagte er lapidar zu seiner Entscheidung in der Pfalz zu bleiben." (Auszug aus Wikipedia.)

"Dehäm", das macht den Mann sympathisch. Zweifelsohne. Aber hier waren vor 70 Jahren doch längst die Wurzeln für die Auswüchse gelegt, die wir heute sehen.
Bitte sagen Sie mir, wann und wo war der Profifußballsport denn je "unverfälscht"? Hat es ihn je unverfälscht gegeben? Oder ist das vielleicht nur Wunschdenken aus den Zeiten der Fußball-Hinterhof-Bolzplatz-Romantik?

Gracchus

8. März 2020 22:54

Hopp ist sicherlich nicht für die Kommerzialisierung des Fussballs verantwortlich, deshalb wirkt das ein wenig lächerlich. Was an Hopps Engagement negativ ist, erschließt sich mir auch nicht: Hoffenheim dümpelt im Mittelfeld der Liga rum, die "Wettbewerbsverzerrung" hält sich in Grenzen. Mit SAP hat sich Hopp m. E. durchaus große Verdienste erworben, da gebe ich RMH recht.

limes

8. März 2020 23:11

@ Fritigern – Sie schrieben: » Der Moderator, der mich schon während dem normalen Spielgeschehen sehr aufregte …, legte immer weiter nach mit Aussagen eines geistigen Boomers …«.
Was bitte soll ein »geistiger Boomer« sein? Ich – Angehörige der von der heutigen Jugend so genannten »Boomer«-Generation – bitte um Antwort. Sind Sie der Meinung, qua Generation müssten wir »Boomer« eine bestimmte Auffassung vertreten?

Auch wir waren einmal jung und wähnten uns der vorangegangenen Generation überlegen. Meinen Sie, Ihre Generation wird eines Tages als diejenige gefeiert, die das Ende der Geschichte herbeigeführt hat? Ihre Altersgenossen von der AntFa würden dies wohl ebenfalls gerne für sich beanspruchen …

So gesehen könnte man wohl gewisse Aussagen kommentieren mit: »… Bemerkung eines geistigen AntiFa-Agers«.

Lasst doch diese dämliche Jugend-Arroganz aus dem Spiel!

Fritigern

9. März 2020 07:17

@limes

Sie haben leider teilweise recht, einige unerzogene Leute in meinem Alter benutzen diesen Begriff tatsächlich abwertend und in arroganter Manier für die gesamte Boomer Generation.
Ganze Generationen verallgemeinernd zu verunglimpfen lag mir fern und falls Sie das so wahrgenommen haben, tut es mir leid.
Der Begriff kam mir ehrlich gesagt direkt in den Sinn um den Moderator zu beschreiben, einfach weil er sich überschlug mit absurden Aussagen zum Geschehen auf dem Rasen und als er dann plötzlich aufgrund einer Beleidigung auf einem Transparent anfing von „Hass in Hanau“ und „Wir alle wissen wozu Hass führen kann wenn man mal ins Geschichtsbuch schaut“ zu sprechen hatte er sich endgültig als geistiger Boomer entlarvt. In seinem Kopf lief anscheinend ein merkwürdiger Denkprozess ab als er das „Hurensohn“ Banner der Bayern Ultras sah und er musste direkt an NS Kriegsverbrechen denken , der arme Kerl.

Geistige Boomer finden sich aber meiner Meinung nach in allen Altersklassen, der rechte Youtuber „never forget nicki“ ist ein gutes Beispiel für ein sehr junges Exemplar. Die Arbeit die er auf YouTube leistet ist natürlich trotzdem zu begrüßen.

Meine Lieblingsautoren gehören vom Alter her auch der sog. Baby Boomer Generation an, sind aber meilenweit davon entfernt geistige Boomer zu sein.
Generell würde ich behaupten, dass es in der Boomer Altersklasse einen höheren Prozentsatz an „guten“ Leuten gibt als in meiner eigenen.

Mit stets zunehmender Degeneration geht leider auch einher, dass einige jüngere Leute respektlos über ältere Landsleute sprechen oder gar ganze Generationen beleidigen deswegen verstehe ich Ihre Kritik an dem Begriff.

Laurenz

9. März 2020 08:07

@Franz Bettinger .... wenn das TV langweilt, und die Phrasen die üblich wiederholten sind, schalte ich auch weg. Meist lasse ich politische Sendungen, wie "Phoenix der Tag" im Hintergrund laufen, (da ich Sendungen nur noch auf dem Rechner laufen lasse, mein letztes TV-Gerät wurde vermutlich in Ghana zerlegt.) Aber die eigene Aufklärung mit Nutzung/Konsum der Propaganda des politischen Gegners ist, zumindest in meinen Augen, Überlebens-wichtig.

@Frau Kositza .... Es ist Ihr Medium, das können Sie halten, wie die Schuster oder die Kesselflicker.

Herrn Hopp zu verteidigen, liegt mir fern. Nur wer Ihn direkt angreifen kann, kann auch einstecken. Und Hopp ist zumindest der letzte Gründer eines deutschen DAX- und Weltkonzerns. Wer will Ihm Sein Hobby neiden? Und es war der Verein Bayern München, welcher als erster die Bundesliga professionell kommerzialisierte und das "Merchandising" wertloser "Fan-Artikel" aus der Musikbranche (Erfinder Gene Simmons/Chaim Witz von KISS) adaptierte und "kultivierte". Der 1. FCBM ist, zumindest in Deutschland, der Inbegriff einer sportlichen Kommerzialisierung. Schon die Begrifflichkeit "Bayern" im Vereinsnamen ist übergriffig, als ob es sonst in Bayern keine Fußball-Vereine gäbe. Man könnte Herrn Hopp also vorwerfen, daß er Hoffenheim nicht in "Württemberg Hoffenheim" umbenannt hat, und es versäumte weitere 40.000 Vereinsmitglieder zu kaufen oder seine Belegschaft für den Verein Hoffenheim zu zwangs-rekrutisieren. Von daher hat @Uodal weder nachgedacht, noch recherchiert, was schlicht eine Zumutung ist.

Das bürgerliche Denken, daß Ihnen, Frau Kositza innewohnt, führt generell dazu, daß die Konservativen grundsätzlich verlieren. Die (mangelnde) Kultur der Diffamierung, Diskreditierung und Herabwürdigung soll wie bei uns Einzug halten, wenn sie schon unter uns selbst abgewürgt wird?
@Maiordomus hat sich mittlerweile an mich gewöhnt, aber zu Anfang mindestens 20 oder 30 rein persönliche "ad-personam"-Posts ohne jeglichen sachlichen Inhalt gegen mich abgefeuert, die ausnahmslos "ad personam" durchgingen. Und vom "Ton" her, waren die so beleidigend, professioneller geht's nur noch mit sachlichen Argumenten. Sie sehen, ich habe dies Maiordomus nicht übel genommen, ich habe nichts dagegen, wenn wenigstens einer mir diesbezüglich gewachsen ist, dagegen hält, und seine verbale Kampfkraft verbessert.
Denn, halten Sie es tatsächlich für relevant, ob jemand "Sie charakterlicher Schließmuskel" oder stattdessen "Du charakterlicher Schließmuskel" schreibt?

Kositza: Ich kann kaum glauben, daß Maiordomus mal die Schließmuskelmetapher verwendet hätte? Im Ernst? Ich stelle nicht immer die Kommentare frei, das machen auch Kubitschek, Kaiser und gelegentlich die jeweiligen Autoren.
Stellungnahmen mancher Autoren (wie Lotta, Zeitschnur oder RMH) stelle ich bei Zeitmangel auch mal ungelesen frei, weil ich weiß, daß die nie über die Stränge schlagen. Ich hab dabei nichts grundsätzlich gg heftige Worte - wenn ich weiß, daß die Leute auch in Aug`in Aug´ so wären. (Bspw. weiß ich es bei Lichtmesz.)Die vielbemühte Rede davon, daß "Haß & Hetze" den Leuten digital zu leicht (leichter als im echten Leben, das immer noch gilt) über die Lippen kommt, halte ich nicht für unbegründet.

Niekisch

9. März 2020 12:15

"der deutsche Fußball"....der deutsche (?) Fußball...das deutsche (?) Fußball (spiel?) Oh Gott, es gibt so schöne Sport- und Spielarten...

AlbertZ

9. März 2020 13:14

Als die einzige Szene mit Sinngehalt empfand ich die Bilder, als die Bayern-Spieler nach dem Abpfiff auf dem Spielfeld in die Hände klatschten.
Hier klatschen Millionäre für einen Milliardär. Das ist stimmig.

Halenberg

9. März 2020 20:06

Dieser Artikel bestätigt die Anhänger der sog. Hufeisentheorie. Auf der Ordinate hier: Neid.

Laurenz

9. März 2020 23:54

@Frau Kositza ... ich finde es gut, wenn jemand über meine Beiträge schaut, da ich natürlich desöfteren über die Strenge schlage, und, zugegeben, mich auch darauf verlasse, daß jemand sich die Zeit nimmt und mitliest.

Aber generell ist die Sprache eines "Schreiberlings" im Verständnis eine Frage der persönlichen Wahrnehmung. Daher habe ich rein gar nichts dagegen, wenn Ihnen die Sprache von Maiordomus, RMH oder Lotta Vorbeck mehr liegt, als meine. Ich habe, im Grundsatz, überhaupt keinen Grund zur Beschwerde. Der Nachteil von GKs Mosaik-Rechten gereicht auch zum Vorteil, den "unsere" Intelligenz unterscheidet sich ebenso viel mannigfaltiger als es im strammen Deutttschen KadeRR-GehoRRsam der Linken je möglich wäre.
Und Ihre Erinnerung trügt Sie nicht. Der charakterliche Schließmuskel ist meine Kreation. Die Herren, stellvertretend für andere, Maiordomus, RMH oder Lotta Vorbeck bemühen Sich sehr wohl, für jeden verständlich zu schreiben. Dadurch ist es auch mir möglich, im Verständnis eine doch relativ große Schnittmenge zu ziehen. Und daher verstehe ich auch sehr genau, wenn die Herren beleidigen wollen. Explizit Maiordomus fehlt zB die Empathie in Seinem lexikalen Wissensschatz das Relevante vom Irrelevanten zu unterscheiden, macht ja auch nix, wessen Charakter ist schon perfekt? Meine persönliche Wahrnehmung zielt immer darauf ab, Plausibilität in der Argumentation festzustellen, weil ein Mangel an Plausibilität, sofort die Flanken des anderen zum eigenen Angriff öffnet.

AndreasausE

10. März 2020 12:37

Wesentlich finde ich diese Feststellung: "Fußball ist nichts für Zartbesaitete. Die Stimmung auf den Rängen ist rauh."

Sicher halte ich die Schmähungen gegen Hopp für albern. Fußball ist eben Profisport und damit Bestandteil der Unterhaltungsindustrie, da fließt üblicherweise viel Geld. Kein einziger Fußballverein kommt ganz ohne Sponsoren aus, sogar in den untersten Spielklassen haben wenigstens die Dorf-Sparkasse oder ein Schrotthändler oder der dickste Bauer ihre Bandenwerbung.
Viel hängt auch von fähiger Geschäftsführung ab, manche haben die (etwa der FC Bayern München), andere eben nicht und kämpfen dann regelmäßig um ihre Lizenz.
Und eben auch (oder nicht) guten Draht zu Wirtschaft und Politik, wenn dann noch das Zusammenspiel von Mannschaft und Trainer stimmt, gibt es Erfolge, wenn nicht geht's abwärts.

Lächerlich geradezu Vorwürfe, ein Verein "verkaufe seine Seele", wenn die beispielsweise ihren traditionellen (Stadion-)Namen im Sinne eines Sponsors ändern. Ich kenne einige Altfans es HSV, für die deren Spielstätte noch immer Volksparkstadion heißt, völlig egal, was da gerade an Reklamenamen draufpappt.
Weit "seelenloser" finde ich, wenn in einer Mannschaft nur noch "Zugezogene" kicken, und das ist in gesamter Bundesliga so, geht runter bis in Ameteurligen. ("Rasserein" sind, nebenbei bemerkt, praktisch nur Ausländervereine, da muß ich immer lachen über solch tolle Integrationserfolge...)

Mir ist es völlig egal, ob da ein reicher Mensch Millionen in einen Verein pumpt, oder nicht. Nicht egal ist mir aber, wenn Zwangsgebührensender Gelder in die Sache pumpen - Profifußball hat im Ö-R nichts verloren, das ist letztlich nichts als eine Dauerwerbesendung.

Allenfalls Erwägungen zu gesellschaftlichen Begleiterscheinungen haben da m. E. ihre Berechtigung, und damit komme ich zum eigentlichen Punkt:

Diese primitiven Schmähungen sind mir widerlich, aber das ist eben Fußball. Es geht da wohl um etwas anderes, nämlich um weitere Umerziehung. Das Volk soll auch in rohen Refugien durchverweichlicht werden, sich weiter dran gewöhnen, daß eben nicht frei Schnauze gegrölt werden darf.
Deutlicher noch als mit der Causa Hopp wird das anhand des Gejammers wegen angeblich rassistischer Entgleisungen. Daß ein Oliver Kahn auch gern mit Bananen beworfen wurde (weil der Banane quer...), war seinerseits allenfalls einen Lacher wird, Affenlaute gab es auch schon immer, Breitner beispielsweise mit seinen behaarten Beinen. Trifft derlei einen farbigen Spieler, wird es zum Politikum, das ist doch lächerlich, Rassismus andersrum. Der gegnerische Spieler wird immer damit beleidigt, was am meisten bei dem auffällt, das ist eben so. Gilt genau so für die Anhängerschaft der anderen Mannschaft.

Dazu passt auch, wie der Damenfußball propagiert wird. Sollen die doch gern spielen, aber es interessiert eben nur wenige Leute, entsprechend weniger Gelder fließen darum. Allein die ö-r-Sender berichten darüber in epischer Breite (besonders penetrant der Deutschlandfunk) und jammern über "Gender-Pay-Gap" - lächerlich.

Aber es geht da um Umerziehung. Man soll Migration und Genderei toll finden und wissen, daß man sein Maul zu halten hat - das allein ist Gegenstand der Diskussion und ich bin "Verschwörungstheoretiker" genug anzunehmen, daß es genau die Aufgabe der Dirigenten der linken Ultras ist, Aufreger zu orchestrieren, zu provozieren, damit Restvolk sich betroffen fühlt und freudig nächstem Verbot zustimmt.

Mir kann es sonst ja egal sein, als einer, der schon AfD gewählt hat, darf ich ja eh nicht ins Stadion :-)

PS: Eine kleine Anmerkung zum Spiel Deutschland gegen Österreich bei der FB-Weltmeisterschaft in Spanien... Das Ereignis habe ich noch vor Augen, aber kann die Kritik daran nicht verstehen. Alle Aktiven schonten den Rasen, ihre Schuhe, den Ball, brauchten weniger Luft als manche Zuschauer - das war gelebte Nachhaltigkeit und sollte vor dem Hintergrund der Klimadebatte Vorbild sein!

RMH

10. März 2020 15:29

""Rasserein" sind, nebenbei bemerkt, praktisch nur Ausländervereine, da muß ich immer lachen über solch tolle Integrationserfolge..."

@AndreasausE,
sobald solche Vereine dann aber profimäßig arbeiten und aufsteigen wollen, gilt das auch für diese Vereine nicht mehr, siehe Türkgücü München, welcher in diesem Jahr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den Aufstieg in die 3. Bundesliga (Vollprofis) schaffen wird.

https://www.fupa.net/club/tuerkguecue-muenchen/team/m1

Auch dort gibt es Leute (oder eben einen ganz Besonderen) mit Geld, die dies ermöglichen und die holen sich dann auch die Spieler nach Leistung und nicht nach Pass oder Herkunft.

Im Übrigen ist Profifußball eben alles Teil von "Brot und Spiele "und ich halte sog. "Ultras", die es sich finanziell leisten können, immer schön schick in den szene-spezifischen Edelmarken gekleidet jedes Wochenende ein Bundesligaspiel der ersten Liga vor Ort zu sehen sowie diverse Fahrten zu Auswärtsspielen zu machen, schon lange weit entfernt von dem rauhen Arbeiter-Image, welches im Fußball ab und an noch vor sich hin wabert oder als Klischee gerne bemüht wird. Das angeblich "Raue im Fußball" ist bei Leuten, die sonst im Leben offenbar über jedes Stöckchen springen (denn sonst könnten sie sich solche teuren Hobbies gar nicht leisten) nur eine faule Ausrede für wochenendliches schlicht schlechtes Benehmen für mindestens 105 Minuten. Die übrige Zeit im Leben wird systemkonform gekuscht. Hier wirft mithin eine Heuchlerbande einer anderen Heuchelei vor.

Laurenz

10. März 2020 16:55

@AndreasausE .... Sie verbreiten das üblich emotionale Bild bei dem auch Intellektuelle oder Akademiker ihr Hirn ausschalten. Das war auch noch nie anders. Gemäß Kurt Halbritter ist Fußball Krieg und nicht Sport. Noch in den 50ern gingen alte Frauen mit dem Schlachtermesser auf siegreiche Gegner los.
Nur die Sportler sind im Fußball Profis, denn zum Profi-Kicken braucht man Talent und kein Hirn. Leute wie Jupp Kapellmann sind die Ausnahme und bestätigen die Regel. Der Rest läuft mit einem IQ von 80 durchs Leben. Und diese intellektuellen Giganten leiten dann Vereine, wie Bayern München. Seriöse Vermögensverwalter vermeiden Kundenkontakte zu Fußballern, da die gesamte Berater-Branche (die Manager der Spieler) aus halb-seidenen Schiffschaukelbremsern besteht. Damit will man nichts zu tun haben. Ein gutes Beispiel aus einer anderen Sportart dafür ist Boris Becker. Wer seit der frühesten Jugend zum Spitzensportler herangezüchtet wird, hat eben Defizite in der sonstigen Ausbildung, von dem, was man Denken nennt, ganz zu schweigen.

Wahrheitssucher

10. März 2020 17:40

@ AndreasausE

„...wenn in einer Mannschaft nur noch "Zugezogene" kicken“,

““Diese primitiven Schmähungen sind mir widerlich, aber das ist eben Fußball. Es geht da wohl um etwas anderes, nämlich um weitere Umerziehung. Das Volk soll auch in rohen Refugien durchverweichlicht werden, sich weiter dran gewöhnen, daß eben nicht frei Schnauze gegrölt werden darf.“

Dank für Ihre erfrischenden, klaren Worte!

limes

10. März 2020 21:45

@ Fritigern

Danke für Ihre freundliche Antwort. Dadurch fühle ich mich beschämt, so heftige Worte gewählt zu haben. In meinem »Großmutteralter« freue ich mich über viele Aktionen der IB. Aktuell über ein Bild, das zeigt, wie die IB (und anscheinend Martin Sellner und seine junge Frau selbst) buchstäblich dort Flagge zeigen, wo sich das Schicksal Europas (nicht der EU!) entscheidet.

https://twitter.com/IBDeutschland/status/1235174297368489989

Und auch am Schicksal von Mario Müller, der laut Compact in Griechenland von einer Übermacht Vermummter zusammengeschlagen wurde, nehme ich Anteil. Ebenso am Schicksal von Ignatz Bearth und anderen.

Götz Kubitschek

12. März 2020 09:23

und spielende.

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