6. März 2020

Stabilität und Strategie – vier Grundsätze

Götz Kubitschek / 72 Kommentare

Es gibt neue Chiffren: Hanau und Erfurt. Die Nennung dieser beiden Ortsnamen sortiert etwas, wenn wir untereinander oder mit anderen sprechen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Im Falle "Hanau" ist dieser Sortierungsvorgang eindeutig: Der Mord an neun Menschen mit ausländischen Wurzeln wird "gegen rechts" instrumentalisiert, der mutmaßliche Mörder gilt als Rassist, sein gegen die gesamte Menschheit gerichtetes Pamphlet als rassistisches Dokument, und wir (AfD, publizistisches Vorfeld, Protestbewegungen) sollen mitgeschossen und mitgeschrieben haben.

"Erfurt" eignet sich weniger gut für eine Begriffsaufladung gegen rechts, und das ist auch der Grund, warum die medialen und zivilgesellschaftlichen Bemühungen so vehement sind und so angestrengt wirken: Die Stabilisierung der Parteienfront gegen die AfD funktioniert nur, wenn die Markierungen und Feindbilder eindeutig sind, schwarz und weiß, und keinen Spielraum für Ambivalenz und Graustufen lassen.

Das ist tatsächlich ein Mammutprojekt: Die CDU und die FDP, die Grünen, die SPD und die Linkspartei einzubinden in eine Parteienfront gegen die einzige Alternative – je nach Bundesland und Koalitionsmöglichkeit unter wechselnder Führung. Inhaltlich können diese fünf Parteien eigentlich nicht auf einen gemeinsamen Nenner (und das bedeutet in diesem Fall: auf Linie) gebracht werden. Dies gelingt nur über den gemeinsamen Kampf gegen einen grundsätzlichen Gegner.

Man muß solche systemischen Beziehungen kalt betrachten und sollte in ihrer Beschreibung die Wörter "ungerecht" und "unfaßbar" vermeiden. Es handelt sich um Stabilisierungsmaßnahmen einer hohl gewordenen Herrschaft.

Ereignisse durch Weglassung oder Behauptung ins Eindeutige zu wenden und damit politisch verwertbar zu machen, ist ein Vorgang, den auch das AfD-Milieu kennt. "Die Migranten" und "das Establishment" sind ebenso Markierungswörter von rechts wie "Lügenpresse" und "Großer Austausch", und natürlich instrumentalisiert (also: nutzt) die AfD jeden Vorfall, der ihre Wirklichkeitsbeschreibung stützen könnte.

Daß aber die Altparteien und der mediale Komplex zur Lüge greifen und den politischen Kontrahenten denunzieren und kriminalisieren, hat eine andere Qualität. Offensichtlich ist, daß die Machtmittel und Möglichkeiten, aber auch die Skrupellosigkeit ungleich verteilt sind. Das wissen wir seit langem, aber die Grundsätze, die daraus abgeleitet werden müssen, sind noch immer nicht verinnerlicht. Vier davon bilden den Kern:

1. Der Mensch ist auf stabile Verhältnisse angewiesen. Arnold Gehlen hat diese Notwendigkeit, Stabilisierung in instabile Daseinsbedingungen zu bringen, in seiner Institutionenlehre beschrieben: Institutionen, also auf Dauer gestellte Einrichtungen, entlasten den Menschen dadurch, daß er nicht immer wieder aufs neue Verhaltensweisen entwickeln und nach Mustern suchen muß. Er kann vielmehr Regeln einhalten, das Festgelegte wiederholen, das Bewährte bestätigen, das Entlastende aufsuchen – und jede dieser Handlungen stabilisiert wiederum die einmal eingerichtete Institution.

Aufs Politische übertragen lautet der Grundsatz: Eine bestehende Herrschaft hat stets das Trägheitsmoment derjenigen auf ihrer Seite, die an ihre Sprache, ihre Verfahrensweisen, ihre Feinderklärungen, ihr andauerndes, also wahrnehmbar stabiles Vorhandensein gewöhnt sind. Das Wort von der Alternativlosigkeit hat da tatsächlich einen Sitz: Jede Alternative zu dieser Alternativlosigkeit muß erklären, warum sie vom Leser, Wähler, Bürger den Aufwand einer Abkehr vom Gewohnten zurecht fordert.

Diese Forderung muß rational, aber vor allem emotional an die Einsicht Einsicht und das Gefühl geknüpft werden, daß es sich lohne, mit den Gewohnheiten, den stabilen Verhältnissen zu brechen und eine Phase der Unruhe und der Verwerfung in Kauf zu nehmen. Wir sprechen nicht von den Überzeugungstätern in Politik und Vorfeld, wohlgemerkt. Wir sprechen von den zehn, zwölf, fünfzehn Millionen Wählern, denen es innerlich möglich sein muß, der Alternative eine Chance zu geben.

2. Auch die Sprache ist eine Institution, eine Bedeutungsvereinbarung, und genau aus diesem Grund ist die Umdeutung von Wörtern ein Vorgang von eminent politischer Bedeutung. Jede Neuaufladung der Wortbedeutung ist ein destabilisierender Vorgang, der zugleich aber in eine neuen Bedeutungsgewohnheit übergehen und damit eine neue Sicht und Wertung der Dinge stabilisieren soll.

Ob eine Umdeutung erfolgreich ist oder nicht, ob eine Wortsetzung gelingt oder nicht, hängt nicht von Stimmigkeit und tatsächlichem Realitätswandel ab. Es kommt auf die Deutungsmacht und auf den Resonanzraum an. Auch Unterstellungen, Denunziationen, Lügen, Kriminalisierungen wirken stabilisierend, wenn sie mit Macht und über alle Kanäle vorgetragen werden können und beispielsweise das Wort "Hanau" mit einer politischen Feinderklärung verknüpfen.

Die AfD spürt stärker als jede andere Partei am eigenen Leibe, daß solche Falscherzählungen und Unterstellungen nicht gerecht sind und daß es in den eigenen Reihen zu Exzessen der Verzweiflung kommt vor einer Wand aus ZDF, ARD, Spiegel, Welt, Süddeutscher, FAZ undsoweiter. Aber weder wird Verzweiflung prämiert noch ist "Ungerechtigkeit" eine politische Kategorie.

3. Stabilität ist an und für sich bereits ein Argument. Dieser Umstand ergibt sich aus den ersten beiden Grundsätzen, und die Ableitung daraus ist eminent wichtig. Wer das Bestehende infrage stellt, weil es auf verantwortungslos wackligen Beinen steht, muß Stabilität anbieten können, und das bedeutet: Zunächst muß die eigene Truppe diese Stabilität ausstrahlen. Es geht also um Geschlossenheit.

Uneinigkeit und Richtungskämpfe sind für Medienleute und Politologen interessant, nicht aber für Wähler. Wer darüber nachdenkt, hohle (also eigentlich bereits instabile) Verhältnisse zu verlassen und eine Alternative aufzusuchen, will nicht zuallererst in einen Familienstreit geraten.

Geschlossen aufzutreten, Selbstsicherheit und Selbstbewußtsein auszustrahlen und zu zeigen, daß man weiß, was einen untereinander verbindet und vom Gegner trennt, ist eine Grundvoraussetzung für jedes politische Projekt. Und das ist im Gegenzug der Grund, warum AfD-interne Kritiker stets ein offenes Ohr bei denjenigen Medien finden, deren Ziel es ist, diese Partei aufzuspalten.

4. Die Übernahme der gegnerischen Erzählung ist keine Option, denn weder stabilisiert sie die AfD selbst noch würde eine solche Verbeugung vom Gegner als ehrlich empfunden oder als Annäherung begrüßt.

Wer meint, daß er durch grundsätzliche Zugeständnisse an den politisch-medialen Block aus der Schußlinie käme, täuscht sich. Um eine ältere Formel zu wiederholen: Es gibt keinen Zustand einer starken AfD, der für das Establishment akzeptabel wäre. Wäre die AfD auf FDP-Niveau, ließe man sie vielleicht in Ruhe; wäre sie bei 35 Prozent, käme es zu Koalitionsverhandlungen – aber nicht aus inhaltlichen, sondern nur aus machtpolitischen Erwägungen.

Ihr derzeitiger Zustand ist für die AfD gefährlich, von außen und innen zugleich – von außen, weil die Gegner alles veranlassen, um die Partei unter der Schwelle gedrückt zu halten, hinter der es zu einem freimütigen Bekenntnis zur AfD auch in bürgerlichen Milieus käme; von innen, weil dieses Verharren auf einem Erfolgsplateau eine Form der Stagnation ist, die zu gegenseitigen Vorwürfen führt.

Für die Gefährdung von außen steht beispielhaft die neuerliche Verschärfung der Sprache, die der Verfassungsschutz anschlägt. Er markiert die AfD als Prüf- oder Verdachtsfall, um noch unbeteiligte Bürger von einer möglichen Wahl oder sogar Mitgliedschaft abzubringen.

Nach innen wirkt dieses Vorgehen auf sprengende Weise, weil der Verfassungsschutz sich Parteiteile und einzelne Führungspersönlichkeiten herauspflückt, um sie in einen besonderen Rechtfertigungsdruck zu bringen: den nämlich, der von den Parteifreunden ausgeht, die sich den Umstand, selbst nicht besonders genannt und eingestuft zu werden, als Verdienst anrechnen – als Folge einer gemäßigten Sprache oder einer überprüfbar harmlosen Gesinnung.

Auf diese Weise entsteht ein parteiinternes Klima des permanenten Vorwurfs, man stünde längst besser da, wenn es "die Radikalen" oder "die Unversöhnlichen" nicht gebe. Damit einher gegen stets Abgrenzungsforderungen und Aufrufe zur Mäßigung, kurzum: aufreibende Dialoge, leider oft öffentlich gespielt.

Daß dies eine Verkennung der Rolle des Verfassungsschutzes ist, habe ich bereits erwähnt: Er beobachtet ja nicht nach objektiven Kriterien oder um tatsächlich eine Bedrohung für die Verfassung abzuwehren – er beobachtet und verkündet diesen Umstand nur deshalb öffentlich, weil er parteipolitisch mißbraucht die regierenden Parteien vor einer neuen, mit Macht auftretenden Konkurrenz zu schützen versucht.

Sind wir uns entlang solcher Stabilisierungsvorgänge dessen bewußt, daß es mehr denn je strategischer Einsicht und taktischer Disziplin bedarf, um eine gefährliche Zeit zu überstehen.

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Ich komme damit zur Bewertung eines Artikels, der in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4. März zu lesen war. Es geht darin um die Einordnung der Erfurter Vorgänge durch die AfD selbst. Namentlich wird der zuletzt aus dem Bundesvorstand gewählte Georg Pazderski als jemand genannt, der das Agieren Höckes während der Erfurter Ministerpräsidentenwahl kritisiere.

Die FAZ stützt sich auf ein Analysepapier, das Pazderski verfaßt hat und in dem er davon spricht, daß der "strategische Kollateralschaden für die AfD nicht unerheblich" sei. Konservative CDU-Landesverbände wie die in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt seien nun abgeschreckt, Koalitionsoptionen für die AfD damit in weiter Ferne.

In seinem Papier schiebt Pazderski die Schuld dafür unter anderem Höcke zu, dessen taktischer Streich Vertrauen zerstört habe und dessen radikale Rhetorik es selbst willigen CDU-Kreisen schwer bis unmöglich mache, sich der AfD anzunähern. Der Flügel habe daher, so schließt Pazderski, eine klare Grenze nach rechts zu ziehen und von politischen Abenteuern Abstand zu halten. Man liefere dem Gegner sonst billige Argumente und verschrecke bürgerliche Kreise.

Soweit, so öffentlich. Man sollte sich nun für die Einordnung dieser Analyse die oben genannten vier Punkte zur Frage der Stabilität ins Gedächtnis rufen:

Höcke nimmt sich innerparteilich stets zurück. Er hat Schuldzuschreibungen abgewehrt, starke Ergebnisse erzielt, Parteistrukturen ausgebaut und bis heute keine Rolle auf Bundesebene beansprucht. Er hat im vergangenen Sommer selbst den "Appell der 100" hingenommen und mit Erfolgen gekontert. Zuletzt hat er in Erfurt die Möglichkeiten des Parlamentarismus ausgeschöpft und die "möglichen Koalitionspartner" dazu gezwungen, Farbe zu bekennen.

Die CDU dazu zu zwingen, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie lange und zu welchem Preis man sich noch in eine Einheitsfront mit der Linken gegen die AfD zwingen lasse, war dringend notwendig. Auch die Frage, inwiefern sich selbstständige Landesverbände von Kanzlerin Merkel weiterhin zurechtweisen ließen, mußte gestellt werden. Beide Fragen sind nun beantwortet – und wenn wir heute hören, es rumore in der WerteUnion oder im Thüringischen Landesverband der CDU kräftig, so sollte sich dieses Rumoren in Austritten, Übertritten oder wenigstens in einem scharfzüngigen Analysepapier niederschlagen – oder es bleibt das Gegrummel in der Kabine nach der Niederlage auf dem Platz.

Folgenlos blieb Höckes Agieren jedenfalls nicht: Kramp-Karrenbauer, Mohring, Hirte – sie sind allesamt über Erfurt gestolpert und wurden schon oder werden noch ersetzt. Das zusammengenommen bedeutet: Höcke hat mit "Erfurt" seine eigene Partei stabilisiert und den Gegner (vor allem die CDU) destabilisiert, indem er sie in eine Entscheidungssituation zwang, die sie als beschwichtigungskonservativ und unentschieden entlarvte:

Warum sonst nämlich stimmte im dritten Wahlgang der Wiederholungswahl in Erfurt nur einer von einundzwanzig CDU-Landtagsabgeordneten gegen Ramelow, obwohl eine Nein-Stimme keine Ja-Stimme für Höcke bedeutet hätte? Niedriger kann man die Schwelle kaum hobeln, aber selbst über diese kleine Unebenheit zu treten war den CDU-Leuten trotz geheimer Wahl nicht möglich.

Pazderski verkennt, was seinem Parteikollegen Höcke und der AfD-Fraktion in Thüringen gelang. Stattdessen sendet er Signale der Instabilität nach innen und nach außen.

Und mehr: Wer sich nur ein wenig mit den Denunziationsmechanismen des Verfassungsschutzes beschäftigt hat, weiß, daß diese Behörde händeringend nach Stimmen aus der AfD selbst sucht, die Höcke und den "Flügel" brandmarken. Warnende oder sogar wertende Äußerungen von Parteimitgliedern sind mehr wert als "Expertisen" von Gegnern.

Wer Geschlossenheit, mit einem anderen Wort: Stabilität will, sollte nicht bei einem der bekanntesten und erfolgreichsten AfD-Politiker nach Ansatzpunkten für den Verdacht extremistischen Gedankenguts suchen. Er sollte auch nicht die falsche Hoffnung pflegen, daß die Umsetzung von Hygienemaßnahmen, die der Gegner fordert, diesen Gegner zufriedenstellen könnte. Vielmehr gilt: Wer zeigt, daß er blutet, zieht die Haie an.

Ich drehe eine kurze Schleife: Natürlich sind mir, sind uns Verbalradikalismen oder Gewaltphantasien nicht nur aus parteistrategischen, sondern tatsächlich aus grundsätzlichen Erwägungen zuwider; aber vielleicht kann mir jemandem dabei helfen, eine Wortmeldung aus den Reihen der AfD zu finden, öffentlich geäußert während einer prominent besetzten Diskussion, die an das herankäme, was sich jüngst eine Linke leistete: Sie setzte Einmütigkeit voraus, als sie sagte, man müsse nach der Revolution (Gewaltphantasie Nummer 1) "ein Prozent der Reichen erschießen" (Gewaltphantasie Nummer 2). Ich habe weder Höcke noch sonst jemanden in der AfD je von Revolutionen oder Erschießungen reden hören.

Ich würde, zweitens, außerdem gern noch den AfD-Vorsitzenden ausfindig machen, der nach einer solchen Äußerung cool auf dem Podium sitzen bliebe wie der Linken-Vorsitzende Riexinger und die Erschießungspläne bloß umböge in Zwangsarbeitskonzepte (Gewaltphantasie 3).

Solche Äußerungen und ein solches Verhalten habe ich weder bei der AfD noch bei uns, also im Vorfeld dieser Partei, je erlebt. Dennoch rate ich jedem, der mich fragt, vor Reden, Vorträgen, Äußerungen das Manuskript, das Herz und das Gehirn für ein paar Minuten in den inneren Gefrierschrank zu legen und nicht von dem abzuweichen, was man notiert hat und verantworten kann. Sich nicht mitreißen lassen – das ist ein Grundsatz.

Dazu gehört auch, sich nicht bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund zu spielen – und sei es auf Kosten dessen, der gerade im Fokus steht. Das ist für einen bestimmten Typ Politiker sicherlich sehr schwierig, vor allem dann, wenn die Bedeutung aufgrund innerparteilicher Wahlniederlagen abgenommen hat. Man hat dann die Neigung, Aufmerksamkeit zu generieren. Im Sinne der Geschlossenheit wäre jedoch ein interner Brief an einen kleinen Verteiler die bessere Äußerungsform.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (72)

Grobschlosser

6. März 2020 09:35

erschreckend ist wie der sog. "deutschlandfunk" und die staatlichen Sender ard & zdf pausenlos das falsche Narrativ eines Herrn Schäuble wiederholen und kommentieren ; der brd - Staat verspielt jeden politischen Rückhalt beim deutschen Volk ; die politische Klasse ist dumm , grausam und kriminell ,ich rechne mit erheblichen Verwerfungen ; auch ein Bürgerkrieg scheint nicht mehr ausgeschlossen wenn sich der brd - Staat weiterhin aggressiv verhält .

Franz Bettinger

6. März 2020 10:15

"Zunächst muß die eigene Truppe Stabilität ausstrahlen. Es geht also um Geschlossenheit.“ Richtig, aber das ist die Sache der AfD nicht. Manche AfD-Politiker sollten sich mal fragen, wie es möglich war, dass Trump Präsident wurde, und Duterte in den Philippinen, Bolsonaro in Brasilien, und dass Salvini in Italien immer mehr Wähler holt. Sicher nicht mit Mäßigung und Defensive! Die SPD verliert massiv in der Arbeiterschaft. Und wen will Meuthen + Co. erreichen? Die sogenannten Bürgerlichen! Wie dumm! Nein, wir müssen polarisieren, attackieren, frech sein, sagen, was ist und was die Leute denken. Fangen wir mit der unsäglichen, unsere besten Leute ausgrenzende Unvereinbarkeits-Liste der AfD an. Die muss weg, bzw. radikal überarbeitet werden. Die Identitäten gehören mit Sicherheit dort nicht drauf!

Franz Bettinger

6. März 2020 10:19

Es ist doch die AfD, die für Stabilität steht. Es sind doch die Block-Parteien Merkels, die das Alte destabilisieren durch ein Experiment ungewissen Ausgangs; obwohl der Ausgang gewiss ist: der Untergang Deutschlands, wie wir es kannten. Warum kapieren die Wähler nicht, WER der Bewahrer des Guten im Lande ist, und wer die Karre an den Klippenrand steuert? Wegen der Propaganda! Die Lügenpresse wäscht die Hirne, kämmt die Gedanken, sie macht stromlinienförmig, denn die Menschen sind unfähig (gemacht geworden), sich ein eigenes Urteil zu bilden. Sie haben keine Bildung mehr, und keine Intelligenz. Sie dumm zu machen und dumm zu halten, war das große Anliegen der ewigen Versager, der Grünen und Linken. Es ist ihnen gelungen, aber mit dem Tod des Wirtes, auf dem sie äßen, werden auch sie den Jordan runter gehen.

Franz Bettinger

6. März 2020 10:31

Ja, es gibt ihn noch, meinen alten Lehrer. Obwohl er lange abgetaucht war. Während der Hanau-Hetze gegen die AfD wurde er von einer Journalistin der Saarbrücker Zeitung gefragt, ob er mit Ein-Prozent oder gar mit den Identitären zu tun habe. Er antworte, wie man ihn kennt, kurz, klar und auf den Punkt:
"Selbstverständlich! Für Ein-Prozent spende ich sogar regelmäßig Geld. Warum fragen Sie?" "Aber… Blabla … die stehen doch auf der Abschuss-, will sagen der Ausschluss-Liste der AfD.“ "Ein-Prozent? Nee, die stehen nicht auf der Liste. Und was die Identitären betrifft: Die stehen drauf, und genau das halte ich für falsch. Die Jugend-Bewegung der Identitären ist prima. Diese jungen Leute sind meine Hoffnung." "Aber… Blabla … das sind doch Faschisten.“
"Nee, sind sie nicht. Da sind Sie der Propaganda auf den Leim gegangen. Wären sie Faschisten, wären sie verboten.“
"Aber … Blabla … die werden doch vom Verfassungsschutz beobachtet.“ "Na und? Das wurden der Oskar (Lafontaine), die Sarah (Wagenknecht) und die SED / PDS / Linke oder wie sie sich heute gerade nennt auch. Ebenso die Grünen, die Jusos und Willi Brandt. Die schlechtesten und auch die besten Leute wurden schon vom VS beobachtet - welcher übrigens kein wirklicher VS ist, sondern ein Regierungs-Schutz. Das können Sie drucken. Genau, wie ich’s gesagt habe.“ (Es wurde nicht gedruckt.) Ja, wir leben heute nun mal in einer Gesinnungs-Diktatur, auch innerhalb der AfD. Also das Thema doch besser umschiffen? Mein alter Lehrer tut’s nicht, und ich auch nicht.

Fritigern

6. März 2020 11:16

Der Dauerbeschuss der polit-medialen Einheitsfront ist natürlich noch heftiger und intensiver geworden nach dem Amoklauf.
Man merkt an einigen Reaktionen von AfD Männern wie viel Druck diese niedere Art der BRD-Berichterstattung auf ihre Psyche wohl haben muss. Der Druck muss immens sein und leider ist zu befürchten, dass in nächster Zeit nicht jeder so souverän und intelligent mit dem Gegner interagieren wird wie beispielsweise Höcke, Curio, Kalbitz oder Gauland es tun.
Das polit-mediale Kartell ahnt, dass eventuell nun das Sagbare weiter eingeengt werden kann und Stichwortgeber aus dem Antifa Milieu stoßen wirksame Twitter Kampagnen an. Vor allem das Aussprechen des großen ethnokulturellen Austausch soll möglichst zeitnah kriminalisiert werden.

Chrupalla ist zwar ein sympathischer Typ von nebenan und er ist bestens geeignetes Personal um den solidarisch patriotischen Weg in Mitteldeutschland weiter zu verfolgen aber ich denke er ist nicht geeignet für Auftritte in Gesprächsrunden und wenn er in ein paar Tagen bei Maischberger sitzen wird dann wird das ZDF diesen Auftritt von ihm nutzen um eine widerliche Propagandanummer durchzuziehen auf niederste Art und Weise wie man es von Linken halt kennt ...Chrupalla wird dort sitzen und sich traurige Einspieler über Hanau ansehen müssen und danach wird 95% Prozent der Sendung auf ihn eingefeuert werden von den jeweiligen Clowns die dort sitzen werden. Das wird definitiv kein guter Auftritt und er sollte diesem bundesrepublikanischen circle jerk fern bleiben.
Die Staatsfunk Einschaltquoten sinken sowieso seit Jahren warum will er sich dort hinsetzen. Er sollte sich diese 2 Stunden sparen und lieber seine Zeit in einen AfD YouTube Kanal stecken.
Wünschenswert wäre es, wenn er ein paar Minuten vorher absagt und Maischberger, Dunja Hadrodi, Illner, Anna Will und wie sie auch heißen alleine dort ihre BRD Tagung abhalten und über traurige Einspieler diskutieren.

marcus

6. März 2020 11:21

Ich glaube Herr Pazderski ist nicht der Spalter für den viele halten.
Er will nachhaltige Veränderung der Verhältnisse in Deutschlands.
Und er weiß, dass dazu eben auch die Wahlen in NRW, BW, Hessen... gewonnen werden müssen. Und der potentielle westdeutsche AfD-Wähler wählt die AfD entweder trotz Höcke oder er wählt sie genau wegen Höcke eben nicht. Ob uns das gefällt oder nicht: Mit Höcke und Flügel wird die AfD im Westen bleiben, wo sie jetzt ist. Zu dieser Tatsache kommt noch die Schwäche der zerstrittenen Landesverbände im Westen der Republik hinzu. Ich will das nicht als Kritik an Höcke und Flügel verstanden wissen. Sondern einfach als Feststellung einer problematischen Tatsache.

BG
marcus

Gelddrucker

6. März 2020 11:41

"Vor allem das Aussprechen des großen ethnokulturellen Austausch soll möglichst zeitnah kriminalisiert werden. "

Habe ich da was verpasst? Wo, wann? Mein Eindruck ist, dass demographische Daten eins der Dinge sind, die man überall ungestraft posten kann.

Grobschlosser

6. März 2020 11:53

die Bourgeoisie kollaboriert mit den berliner Volksfeinden

Benjamin Kaiser

6. März 2020 12:13

Die AfD ist allerdings auch stabilisierender Faktor für unsere gegenwärtige Demokratie-Simulation.

Ich wette, gäbe es die AfD als „bösen Gegner der Demokratie“ nicht, würden die Massenmedien einfach eine andere „Bedrohung von rechts“ erfinden.

Der gegenwärtige Umbau der Gesellschaft schreit geradezu nach einem politischen Gegner, der durch die Massenmedien dämonisiert werden kann, um die Reihen im „Kampf gegen rechts“ geschlossen zu halten und die Menschen von den wesentlichen Fragen abzulenken.

Wer z. B. eine multikulturelle Gesellschaft schaffen möchte, braucht einen „wirklich bösen“ Feind des Multikulti, um diesen Schritt zu rechtfertigen. Und was taugt in dieser Argumentationslinie besser, als eine vermeintliche Wiederkehr des Nationalsozialismus. Die Zeit von 1933-45 ist in den Köpfen der Menschen als das absolut Böse verankert. Insofern spielt man erfolgreich mit archaischen Bilder: Licht gegen Finsternis, Gut gegen Böse.

Die AfD ist also bei allem Engagement sehr wohl stabilisierender Teil der massenmedial inszenierten Demokratie-Show. Sie sorgt für die nötige Aufregung bei ARD, Spiegel und Co.

Ein Ausbrechen aus dieser Show muss meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Es gilt die Macht der Massenmedien in Deutschland zu brechen und eine neue Kultur des politischen Argumentierens zu finden. Inwieweit dies in den westlichen Massendemokratien gelingen kann, weiß ich jedoch nicht. Die Kulturrevolution hat das geistige Fundament der Völker Westeuropas vielleicht schon viel zu lange unterspült.

Sandstein

6. März 2020 12:37

"Ereignisse durch Weglassung oder Behauptung ins Eindeutige zu wenden und damit politisch verwertbar zu machen, ist ein Vorgang, den auch das AfD-Milieu kennt. "Die Migranten" und "das Establishment" sind ebenso Markierungswörter von rechts wie "Lügenpresse" und "Großer Austausch", und natürlich instrumentalisiert (also: nutzt) die AfD jeden Vorfall, der ihre Wirklichkeitsbeschreibung stützen könnte."

Für diesen Absatz könnte ich Sie knutschen!

"Rechts" ist Wahrheit und ja dazu muss man mutig stehen. Allerdings ist das in der Soziologie so eine Sache.
Wer stets die Wahrheit sagt, ist eben auch sehr schnell allein.

"Wünschenswert wäre es, wenn er ein paar Minuten vorher absagt und Maischberger, Dunja Hadrodi, Illner, Anna Will und wie sie auch heißen alleine dort ihre BRD Tagung abhalten und über traurige Einspieler diskutieren."

@Fritigern

das sehe ich diametral anders. Die AfD bekommt wenige Einladungen, diese dann auch noch kurzfristig abzusagen liefert "denen" doch nur weiteres Futter. Ich sehe die Schlagzeilen schon vor mir. Nein, dann lieber gut vorbereitet ins Haifischbecken steigen, als da Futter reinzuwerfen und den "feeding frenzy" zu beobachten.
Und natürlich werden "die" wieder zu 95% auf ihn feuern, aber da müssen wir so oder so durch. Die Römer nannten die dafür erforderliche Eigenschaft "Aequitas" und davon können wir alle verdammt viel gebrauchen.

Grüße

quarz

6. März 2020 13:52

@Benjamin Kaiser

"Es gilt die Macht der Massenmedien in Deutschland zu brechen"

Das ist der alles entscheidende Hebel in der Misere. Wer die Medien auf seiner Seite hat, der hat die Macht. Würden diese so nachdrücklich und so einhellig für die AfD trommeln wie sie es für die Linie des Regierungskartells tun, dann hätte die AfD innerhalb weniger Monate die relative Mehrheit und aufgrund der inneren Plausibilität ihrer Position sogar Chancen auf die Absolute. Gegen das propagandistische Wirken der "vierten Gewalt" kommen hingegen die besten Argumente nicht an. Im Kampf "Ideologie gegen Fakten" ziehen (in Deutschland) unterhalb einer sehr hoch angesetzten Grenze des Leidensdruckes die Fakten den Kürzeren. Zu sehr wird in Michels Kopf das selbständige Denken von der Angst überlagert, zu den Bösen gerechnet zu werden.

Fritigern

6. März 2020 14:03

@Gelddrucker

Linksextreme Stichwortgeber wie z.B Böhmermann haben über Twitter meiner Meinung nach sehr großen Einfluss auf die parlamentarische Politik der Altparteien und auf die großen Medienhäuser ja sowieso.
Böhmermann weiß natürlich um diese metapolitische Macht, die er da hat und ich finde insbesondere er aber noch viele andere Linksextreme, die im Mainstream hofiert werden z.B Mathias Quent, Christian Bangel, Dunja Hadrodi , Georg Restle und hunderte weitere schreiben seit Wochen über den großen Austausch und wie gefährlich es doch sei solch eine angebliche Verschwörungstheorie zu verbreiten.

Ist mir generell schon mehrere Male aufgefallen, dass die Linken ihre metapolitische Macht über Twitter nutzen und damit auch Politik in der Republik gestalten können.

Elvis Pressluft

6. März 2020 14:22

Kernproblem der alternativen Partei ist, daß in ihr das Lucke/Petry-Leichengift nachwirkt; daran hat sie zu arbeiten. Schlimmer, schädlicher als das ernüchternde Hamburg-Ergebnis war Gaulands Reaktion: Man müsse „verbal abrüsten“ … um dem Gegner nicht die Denunziation zu erleichtern – als ob daran irgendetwas hinge. Als ob es der AfD zu irgendetwas verhülfe, daß sie nicht öffentlich erwägt, irgendwen erschießen zu lassen. Gaulands Selbstbezichtigung bedeutete eine fatale Annäherung an das Merkel-Undeutsch, dieses Nochbessererklärenmüssen nach jeder Niederlage: „Wir müssen noch besser erklären, daß wir eigentlich gar keine N*zis sind.“ - „Ja, wenn das so ist! Wenn ihr also eigentlich gar keine N*zis seid, dann willkommen im demokratischen Reigen, liebe Geschwister (w/m/d/x)!“
Stattdessen wird natürlich das Linkskartell solche Einlassungen als das verstehen, was sie darstellen, nämlich als Schwäche – und auf diese entsprechend reagieren. (Daß man allgemein den Verräter liebt, ist kaum eine Fußnote wert.) Die AfD wird jenes Leichengift ausscheiden müssen, notfalls auch um den Preis einer (Ab-) Spaltung. Bedingungslos darf man die Reihen nicht schließen wollen, zumal sich ohnehin immer ein Pazderski findet.

Laurenz

6. März 2020 15:26

Zu Punkt 1 kann man sagen, auf der philosophischen Ebene knallhart analysiert.

Auf der realen Ebene findet etwas anderes statt. Die einstige, schon immer angekratzte Stabilität eines Nachkriegs-Deutschlands, welches nie ganz den Sprung in einer souveräne Demokratie schaffte, wird von den ehemaligen Amateur-Stabilisatoren destabilisiert. Die AfD verkörpert den Weg zurück in die Stabilität.

Aktuelle nehmen das nur die Betroffenen wahr, welche Instabilität fühlen müssen und diejenigen, die intellektuell in der Lage sind, abstrakt Instabilität wahrzunehmen und Stabilität zu denken. Beide Gruppen bilden die Wähler der AfD.
Nur die ignoranten Dumpfbacken aus allen Schichten beten das Mantra des bundesrepublikanischen Stürmers nach, weil die lauten Einschläge in des Nachbars-Garten mit Ohren-Stopfern gemildert werden.

Die Schwachstelle Höckes befindet sich in Seinem Bedürfnis der historischen Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit. Ein Orban kann eine solche nach und nach entwickeln, weil er an der Macht ist, aber bei einem deutschen Orban sind wir noch lange nicht, obwohl das Original den Weg des politischen Erfolgs genau/exakt vorgibt.
Der ganze Planet ist rechts. Welche Nation erwartet nicht ein "wir zuerst" von der eigenen Regierung? Nur Europäer.
Grundsätzlich ist gegen linke Weltbürger-Phantasien auch nichts einzuwenden, solange die Linke die Finanzmittel dafür selbst erwirtschaftet. Das tat sie aber noch nie. Links sitzen die größten Ausbeuter des Planeten.

Jedem meiner Parteifreunde, der interessiert erscheint, erkläre ich Punkt 4. Es existiert kein Willen zur politischen Zusammenarbeit der Merkel-Front mit der AfD. Es ist uns mit den ewig gestrigen Pazderskis auch kein nachhaltiger Wahlerfolg beschieden. Das Wahl-Volk bemerkt schnell, daß ein Pazderski sie nur benutzt und innerlich nichts mit dem eigenen Wähler zu tun hat. Hier beschreitet man den Weg in die Bedeutungslosigkeit, ob mit Absicht oder unbewußt, sei dahin gestellt.
Es geht aktuell um eine fundamentale Zeitenwende, die keinen Raum mehr für eigene Befindlichkeiten, richtig oder falsch, zuläßt und weltweit stattfindet.
Was spielt es noch für eine Rolle, ob man Trans-Atlantiker oder Rußland-Freund ist, wenn Merkel und ihre gewissenlose Mischpoke weg, ins politische Nirwana muß?

Politische Gestaltung hat auch keinen Platz mehr für kleingeistigen Lobbyismus. Kein Markt rettet uns.
Trump, Orban, Putin sind Leute, Populisten, die bereit waren/sind, auf die Wünsche der Mehrheit ihrer Nation zu hören, und auch tatsächlich für die Durchsetzung ihrer Wahl-Versprechen haften, laut Merkel & ihrer feudalistischen Schergen undenkbar.

Laurenz

6. März 2020 15:27

@Franz Bettinger .... eine Distanz zur APO schadet gar nichts, Nähe schon.

Maiordomus

6. März 2020 17:10

Die Macht der Massenmedien wird von vielen offensichtlich nicht als der Papiertiger erkannt, dessen Bedeutung schon länger im Rückgang ist, heute schwächer als vor 20 Jahren und sich wohl weiterhin abschwächend.

Es gibt allerdings Situationen, wie "Hanau", wo es sogar bei ganz anderen herrschenden Verhältnissen in den Medien schwierig geblieben wäre, den dabei entstandenen - nebst dem primären Schaden für die Opfer - enormen politischen Schaden für die sofort verdächtigte Opposition zu begrenzen. Bei dem diesem Ereignis vorangehenden Erfurter Parlamentsskandal jedoch inszenierte und präsentierte sich die Propaganda der Medienmachthabenden so durchsichtig hilflos, dass sie - bis zu "Hanau" - einen beträchtlichen Schritt in Richtung ihrer Selbstdemontage getan haben, nämlich "Glaubwürdigkeit à la DDR 2.0.. Ohne das fürchterliche "Hanau", den faktischen Befreiungsschlag für Regierung und herrschende Meinung, würde deswegen die deutsche Opposition so günstig dastehen wie noch nie seit ihrer Reorganisation im Gefolge der Krisen ab 2008. Ich wundere mich nicht, dass es in Sachen dieser spektakulären Umkehrung der Verdachtverhältnisse Verschwörungstheorien aufkommen konnten ähnlich denjenigen vom weiland Reichstagsbrand und vom 11. September 2001, nur dass solche Theorien medial natürlich unterdurchschnittlich wenig Chancen haben.

Würden die zwangsgebührenfinanzierten Massenmedien ab morgen durch die Weber, Gärtner, Sellner, Elsässer, Carsten Jahn, Lutz Bachmann usw. ersetzt, anstelle von Slomka die derselben durchaus mindestens ebenbürtige Claudia Zimmermann die Fragen stellen, meinetwegen eine so kluge, differenzierende und Meinungsdifferenzen aushaltende Frau wie Caroline Sommerfeld anstelle von Maischberger als Talkshow-Masterin amtieren (was ich noch am ehesten ernsthaft vorschlagen würde), an den kulturellen, gesellschaftlichen, bildungsmässigen und sonstigen wesentlichen Machtverhältnissen würde sich kaum was ändern. Zu schweigen von den Meinungen, die international gemacht werden. Und was ist mit den im Vergleich zu ganz früher doch viel bequemer zu handhabenden alternativen sogenannt sozialen Medien?
Immer peinlicher wird der Befund, was für eine kontraproduktive Zumutung der immer grinsende Sprachbehinderte meist mit Hut darstellt, trotz noch guten technischen Voraussetzungen, und noch diverse andere, die heute einen Teil eines regel-rechten Horrorkabinettes darstellen. Das sollen alternative Nachrichten und Kommentare sein? Wenn es so weitergeht, sind nicht die Schikanen von YouTube und Facebook, jedenfalls nicht die primär, daran schuld, dass der Grenznutzen solcher Alternativkanäle erreicht wird, falls er nicht schon bereits überschritten ist.

Niekisch

6. März 2020 17:16

Besonders gut an diesem Artikel gefällt mir die Bewertung des Verfassungs(schm)utzes. Alles, was Götz Kubitschek hier treffend kurz und bündig beschreibt, deckt sich mit meinen Erfahrungen aus den 60iger Jahren. Abweichungen liegen nur darin, dass damals die Oppositionspartei totgeschwiegen werden konnte und mehr mit Zeitungsanzeigen agiert wurde z.B. unter dem Motto "der Export bricht ein" oder "Sie sagen nichts, sie fragen nichts, um aktive Parlamentsarbeit in Abrede zu stellen. Damals hatte man damit Erfolg, trieb vorzeigbare Leute mittels Diskriminierung und Kriminalisierung aus der Partei, bis nur noch ein unqualifizierter und sich zunehmend radikalisierender Bodensatz übrigblieb, der jede Wirksamkeit verlor. Vor dieser allergrößten Gefahr steht heute die AfD. Bereits jetzt ist zu konstatieren, dass Beamte und Geschäftsleute sich völlig zurückziehen oder austreten, andere treten gar nicht erst ein.
Die zweitgrößte Gefahr sehe ich darin, dass eine innere Geschlossenheit wegen zu weit auseinanderklaffender Ansichten, die immer wieder zu Reibereien bis zu tödlichen Hahnenkämpfen führen, nicht erreichbar ist. Einigkeit in Abwehr gegnerischer Machenschaften reicht nicht aus. Echte Parteikameradschaft mit starker Solidarität ist nur durch Einigkeit im "großen Ziel", bei innerer Übereinstimmung in wenigstens einigen wenigen politischen Herzensangelegenheiten und unter Beachten eines anerkannten Verhaltenskodex herzustellen und zu bewahren.
Bevor wieder an mich der Vorwurf des substanzlosen Pathos erhoben wird versichere ich, genau das von mir Geforderte von 1965 bis Anfang der 70iger Jahre in praxi mit erlebt zu haben und noch heute davon zu zehren.

Franz Bettinger

6. März 2020 17:26

@Laurenz: Distanz der AfD zur APO? Meinetwegen. Aber die Ziele der Identitären als "unvereinbar" mit den Zielen der AfD zu erklrären und sie deshalb auf diese blöde Liste zu setzen, das ist ja wohl etwas anderes. Es ist nicht nur Distanzierung, es ist Ablehnung, und das geht nicht. Das ist schändlich für die AfD und schädlich für die Mitglieder der Identitären, die man entmutigt und im Regen stehen lässt, vor allem in Österreich.

@Zeitschnur: Eine Antwort auf Ihre Frage aus dem Corona -Strang erfolgt (hoffentlich) später, wenn es besser zum Thema passt. So, delayed, not deleted.

Fritigern

6. März 2020 18:32

@Sandstein

Wenn Curio dort hingesetzt werden würde, dann würde ich Ihnen zustimmen, aber Chrupalla ist meiner Meinung nach nicht geeignet.
Anfang Dezember wurde Chrupalla schon mal in so eine eigenartige Verhörsituation reingesetzt und der ZDF Moderator Theo Koll hat ihn richtig vorgeführt um ehrlich zu sein.

Nordlicht

6. März 2020 18:38

Was der Herr Pazderski in seinem (internen?) Strategiepapier geschrieben hat, dass nämlich (a) Höckes Erfurter Taktik geschadet habe und (b) Höcke überhaupt dem Aufstieg der AfD schade, wird sicherlich in etlichen AfD-Zirkeln gedacht.

Für die Ausstrahlung nach aussen ist es jedoch wichtiger, was ausserhalb der AfD gedacht und geschrieben wird, denn es muss der Partei um Wachstum gehen.

Zu (a): Nach aussen hin steht "Erfurt" für einen Bankrott der Altparteien, die Abwahl von FDP-Kemmerich und Wahl von SED-Ramelow wird sehr vielen Wählern die Augen geöffnet haben. Man sieht, wie scheinheilig die "Demokraten" sind, wenn es um Machtergalt geht. (Dazu passt, dass Ramelow gerade für einen AfD-Mann ls Landtagsvizepräsidenten gestimmt hat.)
Ich denke, der Gewinn von "Erfurt" für die AfD ist immens.

Zu (b): Dass Höcke polarisiert, ist nicht zu bestreiten, und das ist gut so. Denn was nützt eine AfD, die nur eine umbenannte CDU oder FDP ist, also nicht an den Kernfragen des Volkes (- Sicherheit, Bewahrung des Eigenen) festhält? Eine AfD-light (- "alles bleibt, wie es 2010 war, nur mit weniger Migration") brauchen wir nicht, denn diese kleine Kurskorrektur macht die CDU selbst.

Es ist wichtig für die AfD, Grundsatzpositionen zum "Deutschsein", zu Volk und Nation, zu vertreten. Das müssen keine Einheitsmeinungen sein, aber für einen Höcke und für Identitäre sollte Platz sein. (Für Rassisten nicht, wobei ich natürlich Sarrazin nicht als Rassisten sehe.)

Ein Schmusekurs der AfD wäre auch für ihre unter Druck gesetzten Politiker, Mitarbeiter und Unterstützer sinnlos. An dem fortgesetzten Wüten gegen Lucke sieht man, dass man als AfD-ler mit Anpassung an das System oder gar Submission so lange nicht mehr aus der Schusslinie kommt, bis diese (oder eone andere) "rechte Partei" in Deutschland Normalität geworden ist.

Dass diese Partei dann - möglichst bald - die Tagespolitik verändern kann, ist zu wünschen.

MARCEL

6. März 2020 19:41

Es ist eine Art "drôle de guerre" oder Sitzkrieg, in welchem jede Seite ihre Positionen verbessern bzw. stabilisieren will, falls aus dem Sitzkrieg irgendwann (durch andere Umstände, die heute keimhaft vorhanden sind) ein echter würde. Gewaltphantasien der Gegner müssen solche nicht bleiben - wo steht das geschrieben?
Es gilt immer noch, ererbte Reflexe aus der alten BRD abzulegen und zugleich auf die Stabilitätssehnsucht aus dieser alten Zeit einzugehen. Es gilt präsent zu sein und zugleich unsichtbar, gewaltlos und kampfbereit, einladend und geschlossen, vielfältig und geeint, reflektiert und leidenschaftlich, illusionslos und gläubig.
Würde die AfD eines Tages verboten werden, müsste es uns weiterhin geben.

Gelddrucker

6. März 2020 22:14

@Fritigern

Ja natürlich, der Austausch muss solange wie möglich als VT gelten, da er das zentrale Kernproblem ist. Ich sehe allerdings keine Ansätze zur Kriminalisierung des Ansprechens. Auf der Seite des statistischen Bundesamts sind alle demogaphischen Daten einsehbar, auch auf vielen offiziellen Seiten städtischer Verwaltungen. Man kann den Austausch ledilglich dann als VT abstempeln, wenn man der komplett hirnrissigen Annahme folgt, alle Menschen wären gleich und Afrikaner wären nur Europäer mit dunkler Haut, oder umgekehrt.

@quarz
Das ist in der Tat so, mittlerweile bin ich der Meinung, man könnte den Leuten jeden Mist einreden, es reicht, wenn alle Leitmedien einstimmin das Gleiche berichten. Ist aktuell schlecht für uns, sollte man aber als Chance begreifen. Tatsächlich ist die Medienmacht deren größter Trumpf und er ist am bröckeln, siehe Widerstand gegen ARDZDF, CNN, und in England ist man tatsächlich drauf und dran, die BBS abzusägen.

limes

6. März 2020 22:23

@ Benedikt Kaiser: Es gilt aus meiner Sicht (eine Generation älter als Sie) nicht etwa, eine neue Kultur des politischen Argumentierens zu finden, sondern die, die wir schon hatten, mit anderen gemeinsam zurückzuerobern.

Es sind noch Bastionen demokratischer Kultur erhalten, die ich in meiner Umgebung entdeckt habe. Man hält sich bedeckt, und die Aufgabe besteht darin, einander dennoch zu entdecken und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, das in gemeinsame Aktion politische mündet.

Die Unzufriedenheit wächst, und was meine persönliche Umgebung angeht, auch in verantwortungsbewussten bürgerlichen Kreisen. Ein Thema fließt ins andere, man muss nur den richtigen Einstieg finden.

AndreasKsienzyk

6. März 2020 23:23

"Sich nicht mitreißen lassen – das ist ein Grundsatz."
Von was sollte man sich nicht mitreißen lassen? Oder wer möchte einen mitreißen - wohin?

Mboko Lumumbe

7. März 2020 08:11

@ AndreasKsienzyk, 6. März 2020, 23:23
"Sich nicht mitreißen lassen – das ist ein Grundsatz."
Von was sollte man sich nicht mitreißen lassen? Oder wer möchte einen mitreißen - wohin?
----------------------------

Ihre Fragen sind mMn komisch, denn die Antworten stehen im sehr guten Artikel von GK, zumindest in den letzten 4 Absätzen, dort wo auch der von Ihnen zitierte Textausschnitt steht.

U.a. nicht mitreißen lassen von Gefühlen, die in unserer Gesellschaft bewusst und gezielt geschürt werden von gewaltbereiten und gewalttätigen Linken und deren Gewaltphantasien wie "Revolution", "ein Prozent der Reichen erschießen" und "Zwangsarbeitskonzepte" zu deren angestrebtem Systemwechsel.

Die Linke ist eine sehr große und akute Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft.
Die Linke steht unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung feindlich-extremistisch gegenüber.
Linke sind Brandstifter.
Konservativ-Rechte sind Brandmelder und Feuerlöscher.
Stimmen Sie dem zu oder wie sehen Sie das, AndreasKsienzyk?

Dieter Rose

7. März 2020 08:46

@Nordlicht
". . . denn das macht die CDU selbst . . ."
diese Hoffnung ist schon längst gestorben.
Und ich möchte nichtmal
ein "leider" dranhängen.
da müssten ganz andere
Charaktere auftauchen - und die
scheinen dort nicht mehr da zu sein
oder am Auftauchen gehindert zu werden.

Jan

7. März 2020 09:54

Das Krisenmanagement der AfD ist leider völlig unkoordiniert und offensichtlich nicht vorhanden. Es scheint keine einheitliche Strategie darüber zu geben, wie man auf die ständigen Nazi-/Faschisten-Vorwürfe und Hanau reagieren muss. Oft wird darauf mit Empörung reagiert, wie z.B. Pazderski vor ein paar Wochen, als er in einer Talkshow neben Polenz saß und dieser die AfD als faschistisch bezeichnete. Mehr als die emotional heftige Zurückweisung ("sind wir nicht") kommt dann nicht. Das offenbart Hilflosigkeit und vor allem, wie unvorbereitet die AfD ist.

Den Faschismus-Vorwurf pariert man so:

"Faschisten gibt es nicht mehr. Das ist ein Begriff von vor 100 Jahren, der nicht mehr ins 21. Jahrhundert passt. Die meisten Menschen können nicht genau erklären, was ein Faschist ist und manche wissen noch nicht mal, wie man das schreibt. Heute verwendet man den Begriff Faschist, um Menschen als politische Bösewichte zu markieren und aus der Diskussion auszustoßen. Der Begriff wird immer dann gezogen, wenn man keine Sachargumente mehr hat. Der Faschismus-Vorwurf ist irrational und ein Kennzeichen von moderner Hexenjagd. Grundsätzlich ist es in der Bundesrepublik so, dass jeder, der konsequenter gegen Migrationsprobleme vorgehen will, früher oder später den Stempel mit Nazi, Rassist oder Faschist auf die Stirn gedrückt bekommt."

Den Vorwurf zur angeblichen Anstiftung zur Gewalt (Hanau) pariert man so:

"Nicht der Hinweis auf Migrantengewalt schafft Gewalt, sondern die Tabuisierung dieses Themas bei gleichzeitig zahlenmäßiger Zunahme von immer derselben Problemgruppe. Es ist, als ob man auf einen Topf mit heißem Wasser von oben einen Deckel drückt und von unten die Wärmezufuhr erhöht. Irgendwann fliegt der Deckel weg und das Wasser kocht über. Druck erzeugt Gegendruck und Gewalt erzeugt Gegengewalt. Niemand läuft Amok, weil die AfD Migrantenprobleme diskutiert, sondern weil die verantwortungslose Regierung Migrantengewalt durch Dauermigration ständig vergrößert und die Diskussion darüber unterdrückt".

So oder so ähnlich muss jeder AfD-Politiker die bekannten und immer gleichen Vorwürfe parieren. Das ist noch nicht mal eine ausgeklügelte Taktik, sondern schlicht die Wahrheit. Gibt es da keine professionelle Politikberatung? Stattdessen versucht man es mit Anbiederung in gebückter Haltung. Das ist peinlich. So geht man den Weg der FDP. Ich erwarte aufrechten Gang, durchgedrücktes Kreuz und dass den Altparteien ihre politischen Schandtaten verbal um die Ohren gehauen werden.

Simplicius Teutsch

7. März 2020 11:34

@Götz Kubitschek:
„Pazderski verkennt, was seinem Parteikollegen Höcke und der AfD-Fraktion in Thüringen gelang. Stattdessen sendet er Signale der Instabilität nach innen und nach außen.“

Eigentlich ist mir Herr Pazderski gar nicht unsympathisch, und ich denke, deutsche Interessen wären mit ihm als einem führenden AfD-Politiker ganz gut vertreten.

Aber dann frage ich mich, wie zurechnungsfähig sind Rechte (AfD-Funktionäre oder AfD-Wähler und national denkende Sympathisanten), die in Kenntnis der Lage beispielsweise die Meinung vertreten, dass Björn Höcke durch sein Verhalten im Zusammenhang mit der Wahl des Thüringischen Ministerpräsidenten der AfD geschadet habe?

Grobschlosser

7. März 2020 11:47

re Jan : migrantische Gewalt wird seit mehr als 40 Jahren von roten Lehrern und bestimmten Teilen der westdeutschen Gesellschaft gefördert und geduldet - bereits im Jahre 1982 schrieb ein Mitarbeiter einer Lehrergewerkschaft (sinngemäß ) : " ohne Unterstützung durch die türkische Gemeinschaft wird es keinen sozialen Fortschritt in der BRD geben ; zwar wird das positive Bild der türkischen Neubürger im wdr/ndr Kinderprogramm verbreitet - ABER die reaktionär-konservative Arbeiterklasse wird die (neue) Zuwanderungspolitik niemals hinnehmen .... ").

die bildungsbürgerlich-bolschewistische Bourgeoisie konnte relativ früh erkennen wer Widerstand gegen die Landnahme leisten würde - schaut man sich die Soziologie der aktuell herrschenden Klasse genauer an erkennt man : es sind Lehrer und Akademiker , "Künstler" ; Verwaltungsfachangestellte ; ich verallgemeinere jetzt: unproduktive Teile der Gesellschaft . (Sinnstiftung durch den neuen ,"progressiven" Auftrag ! )

Die Anbiederung an die o.g. Klasse durch die aufstrebende (untere ) Sozimittelschicht hat GRÜN und später rotrotgrün überhaupt möglich gemacht .

wer effektiv gegen die erklärten Feinde unseres Landes vorgehen will sollte sich mit der erfolgreichen Infiltration der bürgerlichen Gesellschaft durch stasi-geschultes Personal seit `82 ( Beginn Ära H. Kohl ) beschäftigen ( DKP - Aktivitäten an deutschen Hochschulen und Schulen ; systematische Unterwanderung westdeutscher Sportvereine ( UND KIRCHEN ) durch kulturbolschewistische Multiplikatoren .

wer seinerzeit beispielsweise im Bereich der wehrtechnischen Industrie gearbeitet hat wurde auch vor bestimmten Einflussagenten gewarnt - allerdings haben die bundesdeutschen Dienste den Einfluss der stasi auf die Massenmedien entweder nicht erkannt ODER ganz einfach unterschätzt - wer seinerzeit öffentlich bestimmte Kindersendungen kritisierte wurde gemobbt ( "Verschwörungstheorie" / "alles frei erfundener Unsinn" - wir haben nach `89 die stasi nicht aus Deutschland entfernt - heute bezahlen wir für dieses Versagen einen sehr hohen Preis.

17000 Mitarbeiter der stasi in Westdeutschland wurden bis heute nicht enttarnt ( Rosenholz-Datei ) - wer aber die Klarnamen dieser Agenten kennt kann problemlos Teile der westdeutschen Verwaltung manipulieren - ich unterstelle : Teile der westdeutschen Justiz und Teile der westdeutschen Medien werden von Nachrichtendiensten kontrolliert .

( Widersprüche sind leicht erkennbar : eine Frau Schwesig propagiert zwar die Gesamtschule , lässt aber ihren eigenen Sohn privat beschulen - vielleicht fargt mal ein kluger Journalist nach weshalb sie sich genau so verhält ).

lange Rede , kurzer Sinn : die sog. "Schulen" verdummen die Kinder systematisch - das sozialdemokratische Versprechen "Aufstieg durch Bildung" kann an den dysfunktionalen Schulen niemals eingelöst werden ; in Berlin das gleiche Bild : private Kindergärten ; Privatschulen für die Kinder der herrschenden Klasse ( und ja : der marxistische Begriff ist hier berechtigt ; die herrschende ( linksliberal-globalistische ) Klasse verordnet Zuwanderung für die Masse - MEIDET aber konsequent ALLE Sozialkontakte zu Migranten ( Alibiveranstaltungen mit einer Greta und einigen schwarzen Kindern zähle ich nicht ) .

Hartwig aus LG8

7. März 2020 11:54

@ Jan
Sie sprechen ein wichtiges Thema an, zu dem ich auch schon etwas schreiben wollte, es dann aber doch unterließ.
Sie gehen hier schon einen Schritt weiter, in dem Sie eine Handreichung vorformulieren.
Ich für meinen Teil würde anregen, dass sich das AfD-Personal extern und professionell beraten lassen sollte, wie man als Faschist, Nazi oder Rassist Geschmähter in die Offensive kommt.

Apostat

7. März 2020 11:54

Ich denke, in der AfD ist Platz für Herrn Pazderski und B. Höcke. Nur, im politischen Wettbewerb akzeptiert- meiner Einschätzung nach, B. Höcke seinen Platz als Paria. Das macht ihn freier und wirkmächtiger.

Phil

7. März 2020 12:22

Ihr letztes Wort in Gottes Ohr... Schwierig in Zeiten von Twitter und Co.

Laurenz

7. März 2020 12:44

@Nordlicht ... exakt, das Denken über Höcke hat mit Denken an sich nichts zu tun. Höcke stört beim Mauscheln, weil er unbestechlich ist. Einige in der AfD sind schlicht in der Welt der 80er und 90er stehen geblieben. Diesen Leuten ist schlicht die Tragweite der totalitären Merkel-Front nicht bewußt. Von 1001 Bundes-Delegierten der CDU sind ca. 870 Mandatsträger von Merkels Gnaden, Landräte, Bürgermeister, sonstwas. Und die wissen haargenau, wenn Merz dran kommt, sind sie in spätestens 5 Jahren ausgetauscht. Die kämpfen alle um das Überleben ihres Lebens-Models.
Es geht hier einzig nur um die totale Vernichtung der AfD. Das kann sich die im wesentlichen bürgerliche Partei-Spitze einfach nicht vorstellen.
Die Merkel-Front ist selbst bis Riexinger zutiefst rassistsisch und überholt uns weit rechts außen. Der schlimmste Rassismus überhaupt ist die Verleugnung von Kulturen und Ethnien, wie der globale linke Herrschaftsanspruch.

@Fritigern ... die gesamte AfD-Spitze ist nun mal bürgerlich, denkt eben auch so. Die verbale Vernichtung des politischen Gegners liegt außerhalb der bürgerlichen Vorstellungswelt. Die Sendung mit Padzerski war ja keine Ausnahme. Meuthen, Weidel, Gauland, Kalbitz, auch Höcke sind deswegen im Interview eher alle schwach, zu harmlos, keine Aggression. Weder Gauland noch Kalbitz hatten im jung&naiv-Video mit Tilo Jung, diesem Gulag-Buchhalter, Anstalten gemacht, eine Debatte gewinnen zu wollen, permanenter Rechtfertigungs- und Erklär-Modus. Nicht der AfD-Granden beantwortet blöde Fragen mit Gegenfragen.

@Jan .... man pariert Faschismus-Vorwürfe überhaupt nicht. Man zieht einfach schneller, und macht den Vorwurf vorher. Immer schön angreifen und diskreditieren. Und ungedeckte Stellungen hat die Merkel-Front doch genug. Einfach mal aus dem defensiven Modus raus, und Attacke.

Gebhardt

7. März 2020 13:24

So sehr ich m Großen und Ganzen zustimme - die contradictio in adiecto, daß die AfD ist die einzige Alternative sein soll, ist unbedingt zu vermeiden. Sie wäre nämlich keine Alternative, wenn sie die einzige wäre.

Simplicius Teutsch

7. März 2020 13:25

Endergebnis von „Erfurt“:
Das politmediale Establishment muss vom Verfassungsschutz beobachtet werden, nicht die AfD.

Björn Höcke und seine 21 thüringischen AfD-Abgeordneten haben sich bei dem lehrreichen Schauspiel auf offener BRD-Bühne demokratisch und diszipliniert verhalten, Respekt(!), um dem hektischen und gar hysterischen Treiben der politmedialen Demokratiefeinde den für alle sichtbaren Lauf zu lassen. - Daraus Höcke einen (auch innerparteilichen) Strick drehen zu wollen? - Das soll einer verstehen?

zeitschnur

7. März 2020 13:36

In einem unserer Kinderbücher hieß es nach Seiten humorvoller Beschreibung täglicher Spielplatzkrisen "So spielen wir täglich was Neues...", so kommt mir auch wieder dieser Strang vor. Man fachsimpelt wieder über "Strategien" und ob der Herr P. nun wirklich so ungeschickt oder dämlich oder spalterisch ist oder nur so tut oder es doch gut meint und ob die AfD nicht sogar einen Systemzweck erfüllt oder gar wirklich eine Alternative ist, und wie immer besetzt der Herr Maiordomus wieder mal Schlüsselpositionen in seiner erträumten Gesellschaft inklusive Ausspielens von Personen gegeneinander, die eins ums andere Mal wirkt wie ein Abziehbild hypertrophen Spießertums und eigentlich nur eine etwas zwanghafte Rettung unrettbarer Verhältnisse meint, und um das zu bestärken muss man keilen gegen die alternativen Medien. Unterm Strich: die AfD als Garant der Erstarrung, als Fluchtpunkt der Angst älterer Herrschaften, es könnte sich je doch noch mal ihre schöne neue Wirtschaftswunderwelt noch zu ihren Lebzeiten entlarven als das, was sie ist, und zwar im eigenen Land und nicht bloß anderswo.

Handelte davon übrigens der Artikel oben?

Würde ich eigentlich eher verneinen.
Was mich an dem Text spontan "ansprang" war diese Beschreibung der Paradoxie von der "Stabilisierung durch Destabilisierung".
Ich habe den Eindruck, dass an diesem Paradoxon alles leidet - die unglücklichen letzten Luftblasen aus der CDU ebenso wie die AfD-interne Verzweiflung, aber auch das sinnlos-aggressive Gestrampel aller anderen Parteien.
Ob man das durch Appelle an "Geschlossenheit" nach außen wirklich abmildern kann? Ob der Hai nur dann merkt, dass wir bluten, wenn wir ihm zurufen, dass wir bluten?
Kubitscheks Sprache ist die der Militärstrategie. Reicht sie aus, um das zu beschreiben und abzufangen, was sich abspielt?
Er beschreibt ja selbst das Paradoxon.
Wann geraten aber Gesellschaften in ein solches Paradoxon?
Es gibt nur eine Antwort darauf: wenn sie am Ende sind, wenn sie eigentlich untergehen.
Für mich ist der Untergang unglaublich, nie hätte ich das so schnell für möglich gehalten.
Eigentlich gälte jetzt: rette sich, wer kann.
Für mich ist die Frage, was das politisch bedeuten könnte, und der Herr Lehrer Lämpel möge mir verzeihen, aber um dies zu bewerkstelligen müssen tatsächlich ein paar Grundsatzfragen durchdacht und recherchiert werden wie gewisse Herren mit Hut dies tun, die natürlich auch nicht der liebe Gott, sondern nur kleine arme Männlein sind wie auch alle zensurgebenden Lehrer dieser Welt, aber immerhin stellt er sich diesen Fragen und hält seinen Kopf mit Hut dafür hin, was ich bei vielen anderen vermisse. Er scheint das Paradoxon auf seine Weise so zu beantworten, was letztendlich das Schlechteste nicht ist, denn es bedeutet Verweigerung gegenüber dem Zugriff des System wo es nur machbar ist.

Ob ein untergehendes System, sei es nun mit Absicht in den Untergang getrieben oder natürlicherweise lassen wir dahingestellt, noch irgendwie "gerettet" werden kann?
Ich bezweifle das.
Aber ich denke, dass man, wenn man in das tragische "Stabilisieren durch Destabilisieren" gedrängt werden soll, sehr wohl aussteigen kann.
Die auch politisch wirksame Strategie müsste dann ein persönliches, individuelles paradoxes Intervenieren gegen das Paradoxon sein. Nicht in Institutionen, nicht in "Gruppen", denn das wird immer Anlass für Unterwanderung, Spaltung und Verzettelung sein.
Der Spruch "Nur gemeinsam sind wir stark" ist in der derzeitigen Situation strategisch gewissermaßen überholt.
(Das soll eine Anregung zum Weiterdenken sein.)

AndreasKsienzyk

7. März 2020 13:43

@ boko Lumumbe // 7. März 2020 08:11

Ich bitte um Entschuldigung, falls es komisch geklungen haben sollte.

Man kann sich doch eigentlich nur von etwas mitreißen lassen, was in einem "drin" ist, was man vielleicht sonst nicht so zugeben würde, aber wo einem dann - im Eifer des Gefechts- das Herz überläuft. Oder so ähnlich.

Aber es war halt schon in einem drin - diese Gedanken, Überzeugungen, Haltungen.

Deswegen würde ich für Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit plädieren. Sagen, was man wirklich denkt. Und wenn man meint, etwas nicht sagen zu dürfen, weil man dann vielleicht nicht gewählt werden würde... Tja dann.

Eine kurze Bemerkung noch. An der Eingangstüre des Kindergartens (in den mein jüngster Sohn geht) fand ich neulich die Einladung zum "Patriotischen Singen". Eingeladen hatte die Direktorin und die gesamte Elternschaft - eingeladen wurden die Kinder und natürlich die Eltern.

Undenkbar in Deutschland.

Herzliche Grüße aus Warschau! Noch ist Deutschland nicht verloren ;-).

Ihr Andreas Ksienzyk

Niekisch

7. März 2020 17:04

Zu Nr. 1): Gehlens Gedanke klingt für Lagen einleuchtend, die aus "konventionellen" geschichtlich-politischem Ablauf und Verwerfung vor der "französischen " Revolte 1789 resultierte. Seither sind nicht instabile Daseinsbedingungen durch Einrichten und Erhalt von Institutionen in ein dauerhaft Sicherheit gewährendes Gleichgewicht zu bringen. Nun herrschen hinter Demokratie und Menschenrechten Kräfte, die die Aufklärung pervertierend alle, aber auch alle bisherigen traditionalen Werte und Begriffe gottstürzend, Satan anbetend von oben nach unten und von unten nach oben kehren, dafür ohne jeden Skrupel Umstürze, Kriege, gewaltsame Systemwandelinszenieren oder steuernd begleiten. Deswegen geht es heute nicht darum, zuerst Alternativen zu geben; es ist zunächst angreifend klarzustellen, dass der Gegner permanent aus Sicherheit absichtlich Unsicherheit erzeugt und wir ihn zwingen, revoltierend, also rückwälzend selber wieder Ordnung zu schaffen, die durch ihn selbst zerstörten Werte und Institutionen wieder aufzurichten. Erst dann, wenn er bloßgestellt ist oder selber nicht wieder aufbaut, dann greift die Konsequenz aus 1), íst uns aufgegeben, selber (wieder)aufbauend zu wirken.

Es ist wirksamer, dem Sicherheit heischenden Volk vor Augen zu halten, wer es in Unsicherheit stürzt, nämlich die Herrschen, als selber primär Alternativen zu benennen, wobei der Gegner dann von seiner zerstörerischen Tätigkeit ablenken kann. Mit Saul Alinsky sollen Alternativen nur in der Hinterhand gehalten werden, um den Angriff im Rücken abzustützen, falls es dem Gegner gelingt,zum Gegenstoß überzugehen.

Daraus folgt zu Nr. 2): Ausgehend davon, dass Begriffshoheit tatsächlich das Zerstörungswerk des Gegners stabilisierend wirkt, ist jeweils zu recherchieren, welche Begriffsvariationen der Gegner auf seiner Tastatur spielt und was er damit beabsichtigt. Bevor eigene Gegenbegriffe kreiert und als Geschosse in unser Angriffskatapult eingelegt werden, sollten wir immer wieder aufzeigen, dass des Gegners Begriffe und abgewandelten Begriffe nicht aufbauen und Sicherheit gewähren sollen, sondern der Unterhöhlung und endlichen Zerstörung des Bestehenden dienen. Dieser Angriff unter Entlarvung seiner Absichten darf, muss sogar manchmal mit absichtlicher Übertreibung und beißendem Spott einhergehen. Zum Absichern des Angriffs wiederum müssen in seinem Rücken kreative eigene Begriffe im Köcher gehalten werden für den Fall eines unvermuteten Gegenangriffs. Kommen wir auf diese Art und Weise aus der permanenten Verteidigungsposition heraus, so dürfte es um so weniger zu Empfindungen der Ungerechtigkeit kommen, auch sind "Verteidigungsexzesse" weniger wahrscheinlich. Schon Ernst Jünger machte als Stoßtruppführer an der Westfront im ersten Weltkrieg die Erfahrung, dass allzulanges Verharren in Verteidigungsstellung oder der Etappe die Kampfkraft lähmt.

Daraus folgt für Nr. 3): der selbstbewußte Angriff gegen den alle Dinge auflösen wollenden Gegner wirkt auf die eigenen Reihen stabilisierend, fördert deren Geschlossenheit. Er gibt zugleich dem Gegner weniger Gelegenheit, spaltend zu wirken, indem er auf eigene Leute einwirken, sie desavouieren oder herauslösen kann. Streit in den eigenen Reihen, so meine eigene Erfahrung, wird in permanenter Abwehrlage eher hervorgerufen und bestärkt als im kameradschaftlichen Vorwärtsstürmen. Gemeinsames Erleben in Gefahr schweißt auch das Denken zusammen.

Zu Nr. 4): Zugeständnisse an den Gegner erhöhen dessen Appetit. Er möchte Bissen für Bissen nachlegen, Schritt für Schritt zerkauen und verdauen, bis unser Bestand bedeutungslos geworden, ja aufgelöst ist so wie alles andere, was er in seiner satanischen Wut bereits verspeist hat.

Angriff ist fast immer die beste Verteidigung- Mit heißem Herzen und kaltem Verstand- In der höchsten Gefahr wächst das Rettende auch!

Mboko Lumumbe

7. März 2020 18:40

@ AndreasKsienzyk
Das sehe ich anders, auch wenn ich nicht ausschliessen möchte, dass Sie sich auch von etwas mitreißen lassen können, das in Ihnen selbst steckt.

Mitreißen lassen kann man sich mMn nur von etwas, das ausserhalb von einem selbst ist, denn man wird ja mit-gerissen.
Einfaches plastisches Beispiel: eine Welle reisst jemanden mit.
Die Welle kann nun das Wasser eines wilden Flusses sein oder eine politische Ideologie oder...
Darüber gibt es sogar ein Buch mit dem Titel "Die Welle"- wie passend :-)

Was Sie implizieren ("was in einem "drin" ist, was man vielleicht sonst nicht so zugeben würde, aber wo einem dann - im Eifer des Gefechts- das Herz überläuft.") ist genau und exakt geschehen auf dem Strategiekongress der Partei "Die Linke", wo es zur Nennung der im Text von GK genannten Gewaltphantasien kam durch Linke.
Dort wurde bewusst und gezielt brandstiftend provoziert durch gewaltbereite Linke mit deren Gewaltphantasien wie "Revolution", "ein Prozent der Reichen erschießen" und "Zwangsarbeitskonzepte" zu deren angestrebtem Systemwechsel.

An Hand dieses aktuellen Beispiels kann man sehen wie Wort und Tat direkt zusammen hängen, wie das linke Wort die linke (Gewalt-)Tat vorbereitet, rechtfertigt und ergibt. U.a. auf dem Strategiekongress der Partei "Die Linke" wurden die Worte geschmiedet auf deren Rechtfertigungsbasis die gewalttätigen urlinken antiFASCHISTEN regelmässig vermummt aufmarschieren um deren Gewaltphantasien an Menschen und Sachen bittere Realität werden zu lassen. Und das immer wieder und wieder und wieder...
Und hierzu gilt:
Wehret den Anfängen!!
No pasaran - kein Durchkommen!!

Deutschland braucht längst den Kampf gegen Links, natürlich mit hundertmillionenfacher staatlicher Finanzierung.

Deshalb nochmals: Die Linke ist eine sehr große und akute Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft.
Die Linke steht unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung feindlich-extremistisch gegenüber.
Linke sind Brandstifter.
Konservativ-Rechte sind Brandmelder und Feuerlöscher.

Waren Sie mit Ihrem Kind beim"Patriotischen Singen" dabei und haben mitgesungen?

Herzliche Grüße nach Warschau!

heinrichbrueck

7. März 2020 19:24

@ zeitschnur
Interessant. Das angesprochene Paradoxon und die Hausordnung. Europa in die Spur zu bringen, eine demographische Erfordernis, Einstellungssache und Änderung der Gesetzeslage. Um Gesetze zu ändern, den Kontinent auf Vordermann bringen zu können, müßte man gegen Gesetze verstoßen. Es ist aber nicht möglich, solange die Voraussetzungen nicht gegeben sind. An der griechischen Grenze stehen keine Spartaner. Sonst hätte Erdogan niemanden losschicken können. Wird Stärke angegriffen, sind die Konsequenzen andere. Erdogan kann erpresserisch handeln, ohne den europäischen Teil der Türkei verlieren zu müssen. Wird Schwäche angegriffen, fließt mehrheitlich das Blut der Schwachen. Das Problem nicht an den Außengrenzen zu lösen, es aufzuschieben, und es wird in den europäischen Innenstädten gelöst. Unsere Lebensordnung, unser Lebensraum, unsere Hausordnung. Sind diese Dinge klar, gibt es kein Paradoxon mehr. Es geht nicht darum, ob Blut fließt oder nicht, wir sind schließlich nicht erst seit 2015 im Krieg. Sondern die Menge, der Zeitpunkt, die zur Debatte stehen. Solche Dinge bedürfen der geistigen Aufklärungsarbeit. Es kann bestimmt auch freundlicher formuliert werden, damit die Spartaner nicht vom Stuhl fallen, und gegen Schlüsselpositionen und Nachhilfeunterricht ist nichts einzuwenden.

Alexis

7. März 2020 20:35

Das Problem an Pazderski ist, dass er in einer totalen Traumwelt lebt, die er zu verlassen sich beständig weigert. Gleiches gilt für andere im sog. "gemäßigten" Flügel.

Es ist ganz einfach so, wie ich es schon vor rund einer Woche hier auf dieser Seite schrieb:

Hanau und in noch stärkeren Hanau "zeigen eindrücklich, dass jegliche Koalitionsträumereien auf Sand gebaut waren. Die CDU wird niemals mit einer Partei koalieren, die sie öffentlich als „Nazis“ und „Faschisten“ bezeichnet, und obendrein noch von ihrem Verfassungsschutz beobachten lässt." (https://sezession.de/62213/netzfundstuecke-43-antimodern-pegida-katyn Siehe Kommentarspalten)

Nach der Wahl Kemmerichs waren die notorischen Höcke-Verächter zunächst ganz euphoriert und sahen sich wohl vor ihrem geistigen Auge schon in die Ministerien einziehen. Jetzt sind die Koalitionsträume in so weite Ferne gerückt wie noch nie. Wenig überraschend also, dass sie enttäuscht und verägert sind.

Wenn Pazderski in der Wahl Kemmerichs ein „strategische[r] Kollateralschaden für die AfD" sieht dann handelt er getreu nach dem Motto blame the messenger.

Tatsächlich hat Höcke mit der Kemmerich-Wahl gezeigt, dass der von Pazderski bevorzugte bieder-bräsige, "realpolitische" – in Gänze auf eine schnellstmögliche Koalition mit der CDU ausgerichtete – Kurs der Distanzeritis und Mainstream-Anpassung in Wahrheit ein gigantischer "strategischer Kollateralschaden für die AfD" war.

Was Pazderski anscheinend nicht wahrhaben kann oder will, ist, dass CDU & FDP schlicht gar nichts mit der AfD zu tun haben wollen.

Aber wie eingangs schon erwähnt trifft diese Art des Wirklichkeitsverleugnung nicht allein auf Pazderski zu, sondern auch für andere Führungskader der AfD unter anderem Jörg Meuthen und leider auch dem viel-gerühmten Alexander Gauland.

Sie alle haben – wie zuvor schon Petry & Pretzell – den Kurs der AfD darauf ausrichtet, die AfD "regierungsfähig", im Klartext also "CDU-kompatibel" zu machen. Eine schnellstmögliche Koalition mit der CDU - dies war das "große Ziel" ihres Kurses.

Rückblickend kann man sagen, dass der letzte Parteitag im Dezember ein Ausdruck kollektiven Wahns war. Wir erinnern uns: Der ganze Parteitag stand ganz im Zeichen einer schnellstmöglichen Regierungskoalition mit der CDU. Noch vor wenigen Wochen empörte sich Meuthen über eine Demonstration gegen den SWR öffentlich empört, weil diese die "Regierungsfähigkeit" der AfD gefährde. "Wir müssen regierungsfähig und regierungswillig werden, das geht nur mit einem bürgerlich-konservativen, freiheitlichen Profil, und das geht nicht mit Radikalisierung" erklärte Jörg Meuthen damals (https://www.badische-zeitung.de/meuthen-aergert-sich-ueber-martialischen-auftritt-von-afd-funktionaer-mandic--181298480.html)

Dabei war eine Koalition mit der CDU schon damals eine nur geringfügige weniger unrealistisch als heute. Schon damals war die Verfassungsschutz-Beobachtung der AfD geplant. Und bereits nach der Ermordung von Walter Lübcke wurde der AfD aus den Reihen der CDU etwa als "parlamantarischer Arm des Rechterrorismus" diffamiert.

Alexis

7. März 2020 21:04

@marcus

Und der potentielle westdeutsche AfD-Wähler wählt die AfD entweder trotz Höcke oder er wählt sie genau wegen Höcke eben nicht. Ob uns das gefällt oder nicht: Mit Höcke und Flügel wird die AfD im Westen bleiben, wo sie jetzt ist.

Was sie anscheinend übersehen haben, ist, dass weder Höcke noch der Flügel in Westdeutschland eine sonderlich dominante Rolle spielen.
Die Landesvorstände im Westen werden von Vertretern des selbsternannten "gemäßigten" Flügels dominiert. Dafür, dass die AfD im Westen so schwach ist und etwa in Hamburg, wo die AfD ganz besonders "gemäßigt" ist, ein noch schlechteres Ergenis einfuhr als vor der "Flüchtlingskrise", und beinahe aus dem Landtag geflogen wäre, haben vorrangig diese Leute zu verantworten.

Dieses Narrativ, demzufolge Björn Höcke und der Flügel auf mysteriöse Weise die Wahlergebnisse der AfD im Westen negativ beeinflussen, wird von einigen Vertretern dieses Flügels verbreitet, um vom eigenen Versagen abzulenken. Dieses Narrativ ist so durchschaubar wie absurd. Nicht selten sind es nämlich die gleichen Leute, die behaupten, die starken Wahlergebnisse der AfD im Osten hätten rein nichts mit Höcke und dem Flügel zu tun. Sie widersprechen sich selbst: Dort, wo die Flügel den Kurs und Strategie der AfD maßgeblich prägt, soll er komplett ohne Wirkung sein. Aber gleichzeitig soll der Flügel so eine starke Wirkung haben, dass er ausgerechnet dort, wo er keine oder kaum Macht besitzt und ganz andere Fraktionen die Geschicke der Partei bestimmen, eine große veheerende Wirkung zeigt. Beide Narrative passen einfach nicht zusammen.

Alexis

7. März 2020 21:39

@Jan

Das Krisenmanagement der AfD ist leider völlig unkoordiniert und offensichtlich nicht vorhanden. Es scheint keine einheitliche Strategie darüber zu geben, wie man auf die ständigen Nazi-/Faschisten-Vorwürfe und Hanau reagieren muss. Oft wird darauf mit Empörung reagiert, wie z.B. Pazderski vor ein paar Wochen, als er in einer Talkshow neben Polenz saß und dieser die AfD als faschistisch bezeichnete. Mehr als die emotional heftige Zurückweisung ("sind wir nicht") kommt dann nicht. Das offenbart Hilflosigkeit und vor allem, wie unvorbereitet die AfD ist.

Das ist vollkommen richtig. Das ist auch meine Einschätzung.

Die Parteiführung der AfD ist mit ihrem Latein komplett am Ende. Dies demonstrieren auch die hilflosen Forderungen nach einer einseitigen "verbalen Abrüstung".
So als würden die Mainstream-Medien und die Altparteien die AfD auch nur ein bisschen weniger hart anpacken, so als würden die "Faschisten-", "Nazi"-, "Terroristen"-Vorwürfe aufhören, nur wenn die AfD ihre Kritik zurückfährt.

Das ganze zeigt auch leider, dass die aktuelle AfD-Führung nicht begriffen hat, dass gerad eine gezielte Dämonisierungs-Kampagne abläuft. D. h. sie bezeichnen es zwar korrekt als "Kampagne" aber begreifen anscheinend nicht, was dieses Wort wirklich bedeutet. Eine Kampagne ist eine Aktion, in diesem Fall eine Diffamierungsorgie, die systematisch mit einem bestimmten Ziel ausgeführt wird. Und von diesem Ziel werden sich die herrschenden Eliten nicht abbringen lassen, nur weil die AfD einseitig die Samthandschuhe anzieht.

Phil

7. März 2020 22:26

AndreasKsienzyk: "Aber es war halt schon in einem drin - diese Gedanken, Überzeugungen, Haltungen."

Im Menschen ist alles angelegt, auch die Bereitschaft zu töten.
Nein, man muss sich schon beherrschen und kontrollieren, auch verbal.

Homeland

8. März 2020 09:04

1. Was ist der Markenkern der Alternative?
2. Welche Markenwerte beschreiben diese Markenessenz?
3. Werden Markenkern und Markenwerte stringent kommuniziert?

Das Paradebeispiel exzellenter Markenpositionierung ist das Unternehmen BMW. Markenkern: "Freude". Beschrieben wurde dieser Kern durch die Attribute "kultiviert", "dynamisch" und "herausfordernd". Die Wiederholung von Kern und Attributen war bedingungslos konsequent. Der Erfolg umwerfend. Unnachahmliches Setting. War.

BMW vergaß sich und wurde austauschbar. Ein charismatischer Rest lebt in den USA, wegen der in die SUV verliebten Kundschaft, und trotz des Managements. Und die Fehler gehen weiter. Der Vorstandschef wirft hin. Die Nachfolge kommt auf die Tageskarte.

E-Chef Fröhlich, mit kantiger Agenda, wird es nicht. Zipse siegt. Ersterer ein Mann der klaren Worte, Letzterer ein mit BMW-Milch aufgezogenes Eigengewächs, der in Städten U-Bahn fahren für die bessere Alternative hält. Ersterer könnte vielleicht oder gewissermaßen auch Höcke heißen, Letzteter sicher Meuthen. Und so ist der thematische Wechsel in die politische Alternative ein Abziehbild der Armseeligkeit. Während Chrupalla noch sich selbst und seinen Platz sucht, sucht Gauland, den Blick fest an den Boden gekettet, dort Sicherheit, vielleicht seine Standortbestimmung. Kommunikation, die die Bürger, auch die Wähler, bindet, sieht anders aus, und hört sich ganz sicher anders an.

Zur Frage 1: Ich weiß es nicht.
Zur Frage 2 : Ich weiß es nicht.
Zur Frage 3 : Nein.

Mit Professionalisierung war offensichtlich Mitarbeiter-Gewinnung gemeint. Vieles andere nicht. Social Media ist für die Alternative weitreichend ein Selbstläufer, getragen von Alternativen, die dort tausendfach unterwegs sind. Wenn man ergänzende Professionalität selber nicht kann, kauft man sich Kompetenz ein. Wenn es rhetorische Mängel hagelt, besorgt man sich Trainer, die bis zum Erbrechen trainieren. Fortlaufend. Und zwar schneidende Rhetorik, die die Lanz'schen Phrasen seziert. Gauland wird das nicht mehr wollen, für alle anderen, ob sie wollen oder nicht, verpflichtend. Ab Weidel und Meuthen abwärts. Auch wenn Limofahren und  Ausschüsse "sexier" sind.

P.S. Es gibt Leute, die machen so genanntes Branding. Die suchen den Markenkern und Pflanzen ihn in die Welt. Nachhaltig. Es sei denn, man ist mit dem Stempel der anderen zufrieden. Der verwischt zwar regelmäßig, aber irgendwas mit "Rassismus" kann man immer wieder auf der Stirn da und dort mal lesen.

P.P.S. Wenn die beiden Flügel um Meuthen da und Höcke dort wissen würden, wie diese Richtungen in einer Partei "für die Öffentlichkeit gemeinsam bespielt" werden, würden sie es wahrscheinlich machen. Offensichtlich fehlen beiden Lagern auch diese Basics.

sok

8. März 2020 18:47

Wenn man die Ursachenforschung für den politischen Wahnsinn in Deutschland auf den Punkt bringt, dass die anitnationale Erziehung die Mutter aller Probleme ist, dann kann man das an Hand der vier Punkte erläutern.

In unsicheren Zeiten streben die Menschen nach stabilen Verhältnissen. Da das durch die antinationale Erziehung verloren gegangene Zusammengehörigkeitsgefühl die Grundlage der Volksparteien zerstört, gibt es keine Stabilität mehr. Wenn die AfD darauf hinweisen würde, könnte sie die Zustimmung in breiten Kreisen der Bevölkerung gewinnen. Sogar Schäuble hat erkannt, dass wir keine Krise der Demokratie sondern eine Krise der Volksparteien haben.

Das Problem der Umdeutung von Wörtern, würde nicht auftreten, wenn man der Forderng der Erziehungs- und Idenditätsforschung folgen würde, eine Evaluation unserer Erziehung zuzulassen. Schon um eine Hexenjagd auf einzelne Vertreter der AfD zu vermeiden, wäre es sinnvoll, genau die Formulierungen der Forscher zu benutzen.

Die Geschlossenheit würde sich von selbst einstellen, wenn klar würde, dass die AfD stark genug ist, um einen Meinungsumschwung in Gang zu setzen. Welchen Einfluzss das auf die Parteienlndandxhaft hätte, kann man natürlich schwer vorrausagen.

Eine Übernahme der gegnerischen Erzählung ist natürlich völlig unsinnig, da die Gegner eine Unterwerfung wie bei Seehofer anstreben. Man müsste eher Berührungsängste überwinden. Die Idenditäre Bewegung könnte sich z. B. mit der Idenditätsforschung befassen und eine Jugendbewegungt "Mondays against the past" gründen.

Martin Heinrich

8. März 2020 19:03

Derzeit geplant ist, dass um den 13. September 2020 der EU-China-Gipfel in Leipzig stattfinden soll. Der G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg mit seinen chaotischen Ausschreitungen ist der Bevölkerung noch in guter Erinnerung. Der EU-China-Gipfel wird jedoch noch größer ausfallen, entsprechend größer dürfte das anreisende linksradikale Lager sein. Den dazu relativ wenigen Artikeln im Internet merkt man jetzt schon die Sorge der Regierenden vor einem maßlosen Ausbruch linksradikaler Gewalt an. CDU, LINKE, GRÜNE werden sich eindeutig positionieren müssen. "Leipzig" könnte vor der BT-Wahl im September 2021 zu einer entscheidenden Chiffre werden.

limes

8. März 2020 22:12

@ Homeland - Sie schrieben: »Es gibt Leute, die machen so genanntes Branding. Die suchen den Markenkern und Pflanzen ihn in die Welt. Nachhaltig.«

Helmut Roewer, der ehemalige Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, erklärt den Markenkern der Alternative für Deutschland so: »Falls mich jemand um Rat fragte … würde ich anraten, strikt zu den … genannten politischen Aussagen zurückzukehren, … denn das ist es, was den Bürger wirklich interessiert. Er will, dass die Landfremden verschwinden, dass der Strom wieder sicher und bezahlbar wird und er mit dem Diesel zur Arbeit fahren kann.«

Quelle: Compact-Spezial Magazin »Tiefer Staat – Geheimdienste und Verfassungsschutz gegen die Demokratie«

Simplicius Teutsch

8. März 2020 22:22

Ich rate Björn Höcke als Verhaltensstrategie nur das, was er meiner Meinung nach eh schon sehr souverän tut: Mürrische Gleichgültigkeit gegenüber den stereotypen, antiflügel'schen Zwangsventilationen westlicher AfD-Partei-“freunde“. Die haben es wirklich nicht leicht unter dem umfassenden Vernichtungsdruck der veröffentlichten Meinung. Was da pausenlos abläuft in den Regierungs- und angeschlossenen Qualitätsmedien, ist auf Dauer unerträglich.

Ich habe Respekt vor jedem AfD-Funktionär, der sich mit seiner Person (Ruf, Ansehen, Nachbarn, Bekanntenkreis, Familie, Beruf) weitgehend ohne Schutz und Rückhalt in diesen feindseligen Giftwind stellt. Kein Wunder, wenn immer wieder welche umfallen.

Gracchus

8. März 2020 22:39

Man kann Erfurt so oder so lesen. Natürlich sind da die "demokratischen" Parteien in ihrem seltsamen demokratischem Verständnis vorgeführt worden. Aber ob dies der AfD nutzt, solange sie nicht die Deutungshoheit hat, sondern sich die offizielle Lesart durchsetzt. Stimmen hat sie - soweit mir bekannt - dadurch nicht gewonnen, was sich noch ändern kann und nicht das definitive Kriterium sein muss: Langfristig wird sich eine klare Linie auszahlen, allerdings kann ich diese klare Linie nicht erkennen. Die Diskussion hier wiederholt sich bei jeder "Empörungswelle", die über die AfD hereinbricht, und nicht umsonst mahnt Kubitschek Geschlossenheit an. Woher soll die aber kommen?

Der mit dem Wolf tanzt

9. März 2020 00:14

"Ein Ausbrechen aus dieser Show muss meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Es gilt die Macht der Massenmedien in Deutschland zu brechen und eine neue Kultur des politischen Argumentierens zu finden. Inwieweit dies in den westlichen Massendemokratien gelingen kann, weiß ich jedoch nicht. Die Kulturrevolution hat das geistige Fundament der Völker Westeuropas vielleicht schon viel zu lange unterspült." -

Ich habe gegenüber einigen Bundespolitikern der AfD schon die Idee geäußert, in den Militär-Stützpunkten die es in Deutschland gibt, einen freien Radio- und TV- Sender zu betreiben, der frei und unabhänig über die politische Situation in Deutschland berichtet.
Das kriminelle Altparteien-Kartell wäre demgegenüber machtlos, da es sich hier ja um US-Hoheitsgebiet handelt. Hinzu kommt die Tatsache, daß Trump diese Idee wohl unterstützen würde, schließlich sollte ihm ja an stabilen innenpolitischen Verhältnissen in Deutschland gelegen sein.

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergwöhnliche Lösungsansätze, um diesen Linksstaat mit Wahrheit zu schlagen!

Homeland

9. März 2020 00:41

@limes, Sie zitieren Roewer, korrekterweise. Ich weiß nicht, ob genau das der Markenkern ist oder sein kann. Ich bin skeptisch. Die Anfänge waren das Euro-Thema. Die Migration kam danach. Zu diesem Zeitpunkt lag die Alternative in der Wahrnehmungskrise.

Wenn wir auf die Altparteien in der ferneren Vergangenheit schauen, so sehen wir in der öffentlichen Wahrnehmung die Union als Garanten in Wirtschaft und Sicherheit, die SPD als Arbeiterpartei und Garant des sozialen Aufstiegs. Die FDP als Die Liberalen. Die Grünen als Inbegriff des Umweltschutzes. Diese Bilder sind heute verschwommen, mMn haben einzig die Grünen ihren Nimbus erhalten (auch wenn sie im Schlepptau Sozialismus transportieren, worum es eigentlich geht).

Die Alternative steht ebenso verschwommen daneben. Was es braucht, ist eine Botschaft. Ich hatte BMW angeführt. Die Botschaft aus dem Markenkern "Freude" war "Freude am Fahren". Diese Botschaft wurde konsequent gesetzt. Die Remigration ist negativ besetzt, weil es verschiedener Formen von Gewalt (auch) bedarf. Dieses "auch" gerät in der öffentlichen Meinung in den Vordergrund, weil es dem Ansinnen des Gegners nutzt, der defacto die Machtkontrolle besitzt. Als Botschaft der Alternative wäre dies also bewertungsabhängig und somit ungeeignet. Im Vergleich ist ein Markenkern "Bürgerrechte" nicht negativ zu besetzen, sagen wir besser, zu belasten.

Es geht also darum, ein Setting zu liefern, das vom politischen Gegner (das schließt den Mainstream ein) nicht verkehrt werden kann. Eine in jedem Fall ausschließlich positiv zu nutzende Botschaft,cdie dem Bürger, dem Wähler, meinetwegen Deutschland einen Mehrwert verspricht und ein attraktives Ziel ist. Eine Botschaft, die das Kartell aufbrechen kann.

Laurenz

9. März 2020 08:23

@Der mit dem Wolf tanzt .... in konservativen Kreisen gilt Geld als unfein, man spart es lieber. Es dient eher nur seinem angestammten Zweck, dem es rational und begreifbar dienen soll.
Um Banken oder Medien-Konzerne zu unterhalten, sind aber abstrakte Summen notwendig. Nicht umsonst ließ sich Strache im Ibiza-Video mit dem Kauf einer etablierten Zeitung verführen. "Wir" haben daher sowas nicht, philosophieren eben lieber in elitären Zirkeln. Und unsere "Wohlhabenden" sind nicht wohlhabend genug, und neigen, aufgrund ihrem Drang zur Besitzstandswahrung eher zum Liberalismus, gleich ökonomischer Feudalismus.
Das hat auch etwas mit Passion zu tun. Ein konservatives Klima fördert keine lebenslange Leidenschaft, Geld in abstrakten Summen anhäufen zu wollen. Aber ohne Geld in abstrakten Größenordnungen, keine Markt- und keine Medien-Macht. Wir müssen also ohne auskommen, revolutionär denken, weg vom Bürgertum handeln und das Netz nutzen.
Trotz Liz Mohn und Friede Springer ist die Merkel-Front am Wackeln. Von daher sollten wir uns eher inhaltlich orientieren, um Mehrheiten zu gewinnen, und damit den journalistischen Hof-Narren ins Gesicht lachen.

Franz Bettinger

9. März 2020 08:32

Warum nicht Slogans wie: "Zurück zum Rechtsstaat, zur Meinungsfreiheit, zum Diesel, zur D-Mark, zur Wahrheit, zum wahren Umweltschutz, zur Stabilität. Grenzen dicht! Deutschland den Deutschen made in Germany!“ Dies ist der Markenkern der AfD. (Es sollte nicht zu kompliziert klingen.)

Gustav Grambauer

9. März 2020 10:34

Panzer sind heute im Drohnenzeitalter nur noch im Bürgerkrieg und dabei im Wesentlichen nur noch zur Kontrolle von Großstädten brauchbar. Die vergleichsweise hohe Zahl von - insgesamt - 3.000 NVA-Panzern versteht man nur vor dem Hintergrund, daß diese für Stoßkeil-Panzerschlachten à la Kursker Bogen / "Zitadelle" bereitstanden. Wozu also die 1.000 - allein zusätzlichen - Panzer jetzt von Bremerhaven her?! Antwort: Putin macht in Abstimmung mit Trump und Johnson (aber ohne Macron) in diesen Tagen mit der Jalta-Konferenz 2.0 (bitte googeln und die ganze epochale Dimension langsam sacken lassen...) Nägel mit Köpfen.

Insofern macht jetzt die Hauptsiegermacht - und zwar ausdrücklich angekündigt als "National Defense Strategy" (sic!) - auf dem deutschem, deutsch-polnischem, russisch-polnischem und polnischem Boden mobil, und zwar nachdem Polen aufs Abstellgleis geschoben wurde, was der Weltöffentlichkeit mehrmals qua Düpierungen zu Holo-Gedenken auf der Ebene der Diplomatie signalisiert wurde. (Nie vergessen: im Potsdamer Abkommen sind die Grenzen von `37 festgeschrieben.) Der Inspekteur der DEFENDER-Streitkräftebasis der Bundeswehr im Range eines GenLtn spricht am Freitag ganz im Duktus der zweiten Hälfte der 40er Jahre von den "Alliierten".

https://www.youtube.com/watch?v=byGoYfBqNYw

Drehhofer war letzten Montag schon zur Gegenseite übergelaufen (war mit Reichskrawatte bei Muttis "Integrationsgipfel" aufgeschlagen, woraufhin sie ihm den Handschlag verweigerte), v. d. Leyen in Brüssels Herzkammer hat am Dienstag sehr vernehmlich "ihrer" eingebunkerten Mutti das Wort "Schach" zugerufen, und nach dem geostrategischen Muster von `45 ist halb Italien vorige Woche besetzt (befreit) worden, im Prinzip herrscht dort Kriegsrecht; im Wesentlichen, um die dortigen bunten Partikularkräfte zu paralysieren, von oben her und notfalls mit militärischen Mitteln.

Das allein ist das Resümee einer einzigen Woche - und die Sezession, sowieso verbissen in im Ausland völlig unverständliche lokalressentimentelle Faschismus-Antifaschismus-Theoriekonstrukte (die in der jetzt beginnenden Phase mit ihren so starken Parallelen zu `45 erst recht nur noch absurd sind) blendet komplett den Bühnenumbau hinter den Kulissen aus und und verausgabt sich beim jetzigen exponentiellen Hochschießen der Hitzekurve lieber an Nebenschauplätzen wie Äußerungen von irgendwelchen verzweifelten linken Nerds, oder krepelt, - wie immer sehr beliebt -, bei Fußballbetrachtungen, panem ..., herum.

Die vier Grundsätze schön und gut - aber Vorsicht, daß, wenn jetzt die Stabilisierung von ganz anderer Seite her konkret wird, die Fühlung des Pulses nicht abbricht!

Leute, die Zukunft hat längst begonnen!

Z. B. beim Analysieren der der AfD-Parteipolitik würde ich es in diesen Tagen doch mindestens ebenso wichtig wie die Auseinandersetzung mit Padzerski finden, hierzu

https://www.youtube.com/watch?v=tGGV6-i2ExE

eine in den kommenden Monaten tragfähige Position zu finden. Kleine Hilfestellung von mir: der sinnbildlich in die Hand des Arztes beißende "Experte", der offenbar noch unter der Käseglocke der Obama-Zeit festklebt, sagt, - ich habe mitgezählt -, siebenmal mal "NATO", obwohl DEFENDER ausdrücklich außerhalb des NATO-Rahmens stattfindet: Thema verfehlt - Note Sechs! (Wäre es eine NATO-Operation, würde dies mit Müh und Not die BRD gerade noch ihr Gesicht wahren lassen, aber die BRD wird jetzt viel mehr verlieren als ihr Gesicht.)

- Kommentariat Grambauer

RMH

9. März 2020 10:54

"Ich habe Respekt vor jedem AfD-Funktionär, der sich mit seiner Person (Ruf, Ansehen, Nachbarn, Bekanntenkreis, Familie, Beruf) weitgehend ohne Schutz und Rückhalt in diesen feindseligen Giftwind stellt."

Und ich habe außerdem auch noch Respekt vor jedem einfachen Mitglied, welches sich auf eine Wahlliste für eine Kommune oder einen Kreis, so klein das jeweils auch sein mag, mit seinem Namen aufstellen lässt. Alleine aus diesem Grund werden ich am kommenden Sonntag bei der Kommunalwahl in Bayern von meiner sonst üblichen Gewohnheit, von der Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch zu machen, insoweit abrücken, dass ich überall dort, wo ich eine AfD-Liste wählen kann, auch nur und ausschließlich diese wähle und niemanden anderen. Die jeweiligen Mitglieder, die sich namentlich haben aufstellen lassen, haben diese Respekt verdient.

Phil

9. März 2020 11:15

Das Medienkartell (ein Thema für sich) ist nicht zu knacken. Alternative Medien sind eine notwendige Ergänzung zu Verkürzungen und Verdrehungen durch Mainstreamjournalisten, aber sie sind eben das nicht und können es nicht sein: Mainstream.
So ist auch im extrem wichtigen Bereich des Journalismus das Machtverhältnis sehr unausgewogen, aber wem erzähle ich das.

Taktiken und Strategien mögen noch so durchdacht sein, ich sehe zwei große Hemmnisse:

– Menschliche Schwächen/das Ego: Woher soll die Geschlossenheit (und Disziplin) kommen, wie auch Gracchus oben fragt. Mein Gedanke: Durch einen Führer, dem sich alle unterordnen. Ja, ich weiß, wie "daneben" das klingt, aber rein intellektuell und logisch ein naheliegender Gedanke?!

– Die NS-Zeit ist zu nah, das jahrzehntelange "Framing" usw. zu stark und erfolgreich, zu tiefsitzend im "braven Bürger", als dass jeglicher Verweis auf diese Zeit und Warnung vor einer Wiederholung nicht eine Superwaffe in der Hand des Gegners ist. Solch eine Waffe haben wir nicht, und auch keine Rüstung dagegen. Diese Waffe wird indirekt übrigens auch gegen Linke angewandt, z.B. wenn Linke die Medien kritisieren: solche Linke rückt man in die Nähe von Rechten, und Rechte rückt man in die Nähe von "Nazis".
So stabilisiert sich unser Gegner.

Der Wind muss sich drehen, und dann mag es zu spät sein.
Ja, ehrlich gesagt, das ist meine pessimistische Sicht.

Alexis

9. März 2020 13:15

@Homeland

Sie scheinen die emotionale Kernbotschaft einer Werbekampagne mit dem inhaltlichen Markenkern einer Partei zu verwechseln. Jedenfalls verschwimmt beides in ihren Aussagen.
BMW verkauft am Ende eben keine "Freude" sondern immer noch Autos.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich kann wirklich vielem, was sie schreiben, durchaus zustimmen.
Was sie schreiben, erinnert mich an die - erfolgreiche - Kampagne der Pinochet-Gegner zur Volksabstimmung 1988 in Chine, die stark auf klassische Strategien der Werbeindustrie setze und, wie der Zufall so will, auch die Kernbotschaft "Freude" hatte.

Statt einer Negativkampagne, die düstere Bilder von Polizeigewalt und Folteropfern beschwor, setzte man auf eine fröhliche, heitere, optimistische Kampagne unter dem Slogan "la alegría ya viene" - "die Freude kommt schon".

Hier ein Werbespott der Kampagne:
https://www.youtube.com/watch?v=IFAMpW0hPNY

Ich könnte mir eine ähnlich gestaltete Kampagne für die AfD sehr gut vorstellen.

Aber trotzdem dürfen wir emotionale Botschaft einer Kampagne und das eigentliche "Produkt" gleichsetzen.
Wie bereits beschrieben, verkauft BMW keine "Freude" sondern Autos und auch die Anti-Pinochet-Koalition hinter der 1988er-Kampagne wollten nicht, dass die "Freude" nach Chile kommt, sondern dass Pinochet verschwindet!

Alexis

9. März 2020 13:25

Simplicius Deutsch

Ich rate Björn Höcke als Verhaltensstrategie nur das, was er meiner Meinung nach eh schon sehr souverän tut: Mürrische Gleichgültigkeit gegenüber den stereotypen, antiflügel'schen Zwangsventilationen westlicher AfD-Partei-“freunde“. Die haben es wirklich nicht leicht unter dem umfassenden Vernichtungsdruck der veröffentlichten Meinung. Was da pausenlos abläuft in den Regierungs- und angeschlossenen Qualitätsmedien, ist auf Dauer unerträglich.

Ja, aber das ist doch gerade kein Grund und keine Ausrede, auch noch gegen Teile der eigenen Partei zu agitieren, die dem "umfassenden Vernichtungsdruck" nicht weniger ausgesetzt sind.

Genau dieser "Vernichtungsdruck" sollte eigentlich Motivation dafür sein, die innerparteiliche Solidarität zu wahren.

Simplicius Teutsch

9. März 2020 21:06

@Alexis, - da stimme ich Ihnen voll und ganz zu:

„Genau dieser "Vernichtungsdruck" sollte eigentlich Motivation dafür sein, die innerparteiliche Solidarität zu wahren.“

Die AfD kann, außer sie wird schlicht verboten, von außen nicht vernichtet werden, nicht durch noch soviele Schmutz- und Hasskampagnen gegen sie, - nur von innen kann sie zerstört werden.

Der Großteil der Wähler, der bisher die AfD gewählt hat, gehört zu den Aufgeklärten, zu denen, die wissen, was abläuft in Deutschland. Denen macht das verlogene politmediale Establishment vielleicht Angst, aber nichts mehr vor.

Laurenz

9. März 2020 23:28

@Gustav Grambauer ... hab nix gegen Ihren Beitrag. Nur bei der Panzerfrage hängt das rein an der Technik. Als die ersten türkischem Leos über die syrische Grenze sind, gingen einige drauf, weil die Türken keinen Cent in eine sehr wohl käufliche erwerbbare Panzer-Abwehr gegen MPATGMs investiert hatten. Die syrische Armee wählte die billigere Variante und hat ihre alten Panzer mit schweren Drahtgestellen umwickelt. Die Frage ist, was für einen Krieg Sie führen wollen. Die Panzer der irakischen Armee hatte gegen Apache-Hubschrauber mit Nachtsicht-Modulen keine Chance. Aber der Vormarsch gegen Bagdad und an Bagdad vorbei, wurde im wesentlichen von Abrams-Panzern getragen. Auch in einem Konflikt-Fall Saudi-Arabien versus Iran, wären die iranischen Panzer-Spitzen in 4 Tagen in Riad. Wie wollen Sie sonst einen teilweise symmetrischen Krieg führen?

Homeland

9. März 2020 23:32

@ Alexis, ich habe nur am Beispiel von BMW versucht zu erklären, wie ein so genanntes Markenei entsteht. Und glauben Sie mir, der Autoverkauf dort (in diesem Segment) geht, neben der Qualität, über die Emotion.

@ Bettinger hat ja ein paar Schlagwörter in den Raum gestellt, ich halte eine nachhaltig tragfähige Markenbotschaft der Alternative für sehr wichtig, es ist so etwas wie ein Schild.

Ich gebe den Foristen hier Recht, die die Auffassung vertreten, dass quasi ein Grundstock an Wählern für die Alternative geschaffen ist. Das reicht aber nicht. Die Alternative muss ein Faktor werden. Das ist auch Marketingsache. Die Leistung von Höcke und die Geschlossenheit der Fraktion in Thüringen sind vorbildlich. Dass die Altparteien zum Schwur gezwungen wurden, ist deren Verdienst. Die Angelegenheit wird aber verblassen. Die Partei muss deshalb kampagnenfähig werden. Sie braucht eine überragende Botschaft, und darum ging es mir.

Ansonsten mein Respekt vor den Mitgliedern, den Mandatsträgern, dafür, dass sie sich unerschütterlich in den Wind stellen. Gerade jene, die auf kommunaler Ebene ihre Gesichter zeigen.

Wahrheitssucher

10. März 2020 00:08

@ Phil

„Mein Gedanke: Durch einen Führer, dem sich alle unterordnen.“

Sehen schon einen oder gibt es schon einen?

Und angesichts der Zwietracht schon im eigenen Lager:
Würde er je eine Chance bekommen?

Laurenz

10. März 2020 11:53

@Homeland .... schon recht gut erkannt,

Emotionen sind elementar, gerade im Verkauf der physikalischen Schwachmaten-Karren. https://deutsch.rt.com/inland/98815-deutschland-versuvt-zahl-neuzulassungen-um-20-prozent-gestiegen/

In Deutschland leben Mio. von masochistischen Möchtegern-Förstern.
Die französische Firma, Citroen, welche das komfortabelste Federungs-System auf schlechten Straßen baute, welches dem Präsidenten-Ehepaar de Gaulle das Leben rettete, stellte die Produktion der Hydro-Pneumatik ein, da die Nachfrage zu gering war.
Wir fahren quasi blöd Auto. Noch schlimmer wird es mit der Intelligenz, wenn man E-Auto-Fahrer sieht, mir kommen die Tränen aus Mitleid, gerade für die armen Schweine von der Post. Keiner dieser Akkus hält 4 Jahre. Und immer ungeheizt unterwegs, außer die Fahrt währt nur bis zum Kindergarten und zurück. Und nichts brennt besser als Akkus.

Und in der Politik ist es nicht anders. Ein Robert Redford für Arme im Geiste, machte die Wende für die Grünen. Der alawitische Türke in Schwarzwald-Tracht hatte keine Chance.
Der grün-gefärbte Amateur-Gigolo labert 24/7 belangloses dummes Zeug. Und im Ösireich wird der ideale Schwiegersohn bereits nach dem 1. Staatsexamen zum Kanzler gewählt.
Wem gibt das nicht zum Denken? Ja, meinen SiNnes-Freunden anscheinend wenig. Hier wird vor allem philosophisch bis in die Redaktion hinein über richtig oder falsch debattiert.

Mit Verlaub, das spielt doch gar keine Rolle. Wenn ich die Umfrage-Werte in allen möglichen politisch bestimmten Bereichen studiere, greift man sich permanent an den Kopf, weil die völlig widersprüchlichen Meinungs- und Haltungs-Bekundungen meiner Mitbürger dem denkenden Hirn massiv weh tun. Das Volk sucht anscheinend nach Erlösern, nicht nach Diktatoren.

Eine der Katholischen Damen, die auf SiN schreiben, (es könnte Monika gewesen sein), meinte mal, wir müßten (in der AfD) mehr christliche Werte vertreten, nach @Franz Bettinger - Definition, "Gott mit uns" und alles wird gut. Das will nach 2 verlorenen Weltkriegen einfach niemand wissen.
Ich entgegne doch nur auf SiN, für uns hier, daß der Humanismus für den Allerwertesten ist, als Entgegnung. Das gesamte deutsche Volk lügt und vermutlich lügen alle christlich geprägten Völker. Humanismus wird vor sich hergetragen, wie eine Götze, eine Monstranz, aber kein Schwein will auch nur einen halben Centavo dafür bezahlen. (Deswegen ziehen Muslime ja auch grundsätzlich in nicht-muslimische Länder, denn nur dort leben Dhimmis, welche die eigene Existenz finanzieren müssen). Bezahlen ist das Stichwort. Schon auf kommunaler Ebene wird das Wahlvolk am meisten durch mehr oder weniger Gebühren/Steuern bewegt. Nichts motiviert die Bürger mehr, den Protest ins Rathaus zu tragen, als wenn die Kindergarten- oder Beerdigungs-Gebühren um 30 Euro steigen sollen. Was ist das auch für eine Unverschämtheit, wenn die Mitbürger die Kosten für die horrenden Entertainment-Kosten der eigenen 0-begabten Rotzlöffel nicht übernehmen wollen....
Wer Mehrheiten für sich gewinnen will, muß vor allem die monetären Interessen von Mehrheiten im Auge haben. Den Reichen das Geld wegnehmen ist für die Masse der Armen im Geiste ein gutes Argument, wenn das auch mit dem Erschießen und dem Gulag etwas zu weit ging. Und wir sollten gut-aussehende Schauspieler für unsere Partei gewinnen, die permanent das Blaue vom Himmel labern.

limes

10. März 2020 21:09

@ Homeland: Ihren Worten stimme ich grundsätzlich zu. Sie schrieben:

»Es geht also darum, ein Setting zu liefern, das vom politischen Gegner (das schließt den Mainstream ein) nicht verkehrt werden kann. Eine in jedem Fall ausschließlich positiv zu nutzende Botschaft, die dem Bürger, dem Wähler, meinetwegen Deutschland einen Mehrwert verspricht und ein attraktives Ziel ist. Eine Botschaft, die das Kartell aufbrechen kann.«

Einschränkend merke ich an, dass ich das Vertrauen daran, dass eine Tatsache nicht verkehrt werden kann, verloren habe.

Entscheidend wird sein, dass die Deutschen schlagartig ihre gemeinsamen Interessen erkennen, egal, wozu man sie in den letzten Jahrzehnten als Schulden erbende Ja-Sager und Konsumenten gedrillt hat. Interessanterweise mussten wir (biodeutsche und russlanddeutsche Kollegen und Kolleginnen) uns schon vor ein paar Jahren bei einem Workshop von einer arabischen Migrantin im Kollegenkreis als – so wörtlich - »deutsche Ja-Sager« beschimpfen lassen.

In einem der vergangenen Wahlkämpfe plakatierte die AfD in unserer Region: »Hol Dir Dein Land zurück!« DAS ist der Markenkern der AfD, DAS ist unsere Botschaft!

Alexis

11. März 2020 00:28

@homeland

Die Partei muss deshalb kampagnenfähig werden. Sie braucht eine überragende Botschaft, und darum ging es mir.

Ich befürchte, Jörg Meuthen weiß noch nicht mal, was das Wort „Kampagne“ überhaupt bedeutet.

Welche konkrete Aktionen, die man irgendwie unter den Begriff „Kampagne“ zusammenfassen könnte, plant die AfD-Bundesführung denn?

* Irgendwelche Aktionen auf Social Media ?
– Abgesehen von der Bespielung der Social-Media-Kanäle mit den immer gleichen oberflächlichen Beiträgen für die immer gleichen Facebook-Jubelperser - nichts!

* Die Produktion und Verbreitung hochwertigen Informationsmaterialien - Broschüren, Doku-Filme, Informations-Webseites zu relevanten, volksschicksalentscheidenen Entwicklungen?
– So gut wie gar nichts.

* Demonstrationen?!
– Gibt es keine - sind gar nicht gewollt.

* Sonstige Informationsveranstaltungen für die breite Öffentlichkeit mit nicht demonstrativen Charakter?
– Abgesehen von bestimmten Landesverbänden - so gut wie keine. (In meinem Bundesland gab es nur eine Handvoll solcher Veranstaltungen. Diese wurden aber ausschließlich von Flügel-nahen Personen organisiert ohne Beteiligung des Landesvorstandes.)

* Irgendwelche anderen intelligenten Aktionen, um für sich selbst zu werben oder irgendwie ein Umdenken in der Bevölkerung in Gang zu setzen?
– Fehlanzeige!

Der AfD-Bundesvorstand hat keine „Strategie“, wie die AfD neue Wähler erreichen oder wie sie überhaupt die Massen erreichen könnte, und hat daher auch keine Maßnahmen der öffentlichen Kommunikation in diesem Sinne, die man als „Kampagne“ bezeichnen könnte.

Ihre einzige „Strategie“ ist: Anpassung, Anpassung und noch Mals Anpassung. Und ihre einzige Form von „Öffentlichkeitsarbeit“ sind Beiträge auf Facebook und Parlamentsreden mit denen sie natürlich immer nur das gleiche Publikum erreicht.

Die traurige Wahrheit ist: Die steht momentan außerhalb des politischen Diskurses. Die AfD kommt zwar auch noch im Diskurs gelegentlich vor – als Hassobjekt – aber sie hat es nicht geschafft, dass ihre Themen, Narrative und Positionen den Diskurs prägen. Man spricht über sie (und das sehr negativ), jedoch nicht über ihre Themen und Positionen.

Das hat sie ihrem Bundesvorstand und dessen Anpassungs- und Unterwerfung-Kurs zu verdanken!

Denn um den Diskurs zu prägen, muss man logischerweise irgendwie in den Diskurs hineinwirken. Dazu wiederum muss die AfD für ihre Positionen öffentliche Aufmerksamkeit erregen. Das kann sie – in einer ihr so feindlich gesinnten und einheitlich linken Medienlandschaft wie im heutigen Deutschland – nur indem sie entweder mit provozierenden, die Grenzen der linksgrünen Meinungshoheit überschreitenden Äußerungen die Journalisten zur Berichterstattung quasi „nötigt“ (Methode Trump) - oder indem sie eigene Massenmedien schafft. Oder eben indem sie sich anderer Öffentlichkeits-Maßnahmen bedient, wie ich sie weiter oben beschrieben haben (z. B. Sozial-Media-Aktionen, Info-Material, Demonstrationen, Info-Veranstaltungen).

Aber wie gesagt macht der aktuelle Bundesvorstand NICHTS dergleichen. Seine „Strategie“ ist die der Anpassung und der weitgehenden Untätigkeit und er führt die AfD damit immer mehr ins Abseits.

Lumi

11. März 2020 00:54

» Hol dir dein Land zurück! « - Gefällt mir sehr gut!

Hanau. Das Schicksal der Familie Rathjen. Sollte doch auch mal erwähnt werden.

Die Polizei soll dem angeblichen Täter über einen Zeugenhinweis das Tatfahrzeug betreffend auf die Spur gekommen sein. Wie hat man sich das vorzustellen? Amtliches Kennzeichen, Halter ermitteln, Adresse. Zur Sicherheit noch Abgleich mit Melderegister.

Es hieß zunächst, der Täter sei an seiner Meldeadresse tot aufgefunden worden. Es habe auch noch eine weitere tote Person dort gegeben, und zwar, wie dann bekannt gegegben wurde, seine Mutter, die an Parkinson und Demenz gelitten haben soll.

Weiter wurde bekannt, daß es einen Zugriff durch ein SEK gegeben habe. Ein ARD Reporter berichtete von einem lauten Knall und "Polizei, Polizei!" Rufen. Eine Scheinwerferdrohne schwebte am Reihenhaus und beleuchtete die Fassade.

Also ein gewaltsamer SEK Zugriff auf ein Reihenhaus Mitte in einer durch und durch bürgerlichen Gegend.

Weiter wurde bekannt, daß auch der Vater zugegen gewesen und von der Polizei weggeschickt worden sei. Er sei aber nicht tatverdächtig, sondern habe Zeugenstatus. Inwieweit genau zugegen? Direkt in der Wohnung bei seinem toten Sohn und seiner toten Frau?

Es ist alles schon sehr seltsam, wird aber noch seltsamer. Bei der Wohnung handelte es sich nicht primär um die des Sohnes, sondern um die seiner Eltern. Tobias Rathjen war offenbar aus München in seine Heimat zurückgekehrt und wohnte wieder bei seinen Eltern.

Also ein gewaltsamer SEK Zugriff auf ein Reihenhaus Mitte, wo gemeldet sind das Ehepaar Rathjen, beide über 70, und ihr Sohn. Der vermeintliche Täter wäre also mit seinem eigenen Pkw durch Hanau gefahren, um neun Menschen zu erschießen, und hätte sich danach ordnungsgemäß an seine Meldeadresse begeben, wie das ein rechtschaffener Deutscher eben so macht. Klare Sache, muß sich der Einsatzleiter gedacht haben, jetzt hilft nur noch ein SEK Zugriff. Ja was denn sonst?

Am 23.02.2020 um 23:14 Uhr meldet BILD.de:

Von der Polizei abgeführt - Terroristen-Vater in Psychoklinik - Sein rechtsextremer Sohn ermordete zehn Menschen in Hanau

Ein Photo zeigt, wie ein älterer Mann, offenbar Hans-Gerd Rathjen, dem man die Hände mit Handschellen auf dem Rücken fixiert hat, von einer schwarzhaarigen Polizistin und einem Mann in Einsatzmontur, offenbar ein weiterer Polizist, abgeführt wird.

Der BILD Artikel ist offenbar abopflichtig, aber Ö24.at hat ein paar Infokrümel kopiert.

https://www.bild.de/bild-plus/news/inland/news-inland/von-der-polizei-abgefuehrt-terroristen-vater-in-psychoklinik-68985248,view=conversionToLogin.bild.html

https://www.oe24.at/welt/Vater-des-Attentaeters-in-Psychoklinik/418634922

24. Februar 2020 07:09 Uhr

» Wie die deutsche "BILD" berichtet, wurde in der Nacht auf Donnerstag der Vater des Hanau-Terroristen von der Polizei abgeführt. Hans-Gerd R. wirkte dabei leer und bleich. Unklar ist, ob der 72-Jährige von den Anschlagsplänen seines Sohnes wusste, der Pensionist wurde erneut vom BKA befragt.

Laut BILD wird Hans-Gerd R. Aber nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge geführt. Er soll nach seiner Festnahme in die Vitos-Psychatrie nach Gießen gebracht worden sein. Dort wird er wegen des schweren Schocks behandelt. «

Ich habe alle Nachrichten des sogenannten Deutschlandfunks vom Tatzeitpunkt bis zum Mittag des 20.02.2020 gesichert und abgehört. Es ist zunächst von mehreren Tätern die Rede, wie ja auch einige Zeugen gesagt haben, es seien mehrere Täter gewesen. Erst im Laufe des Morgens wird nach und nach das absurde Narrativ vom Einzeltäter erstellt.

Hanau ist nun eine Chiffre. Aber wofür? Niemand muß das absurde Narrativ vom Einzeltäter akzeptieren.

Drei weitere Massenmorde der letzten 20 Jahre mit absurden Einzeltäter-Narrativen:

(1) Der 17-fache Mord am 26.04.2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt, welcher dem 19-jährigen Robert Steinhäuser zugeschrieben wurde, der selber unter den Opfern war.

(2) Der 16-fache Mord am 11.03.2009 an der Albertville-Realschule in Winnenden, welcher dem 17-jährigen Tim Kretschmer zugeschrieben wurde, der selber unter den Opfern war.

(3) Der 150-fache Mord am 24.03.2015 an den Insassen des Airbus A320 des Fluges *GermanWings* 9525 von Barcelona nach Düsseldorf, welcher dem Copiloten Andreas Lubitz zugeschrieben wurde, der selber unter den Opfern war.

Solche Sachen können meiner Ansicht nach passieren, wenn eine BRD Regierung sich ausnahmsweise mal geopolitisch selbständig verhält …

https://de.wikipedia.org/wiki/Minsk_II

Wie Obama es ausdrückte: "We occasionally have to twist the arms of countries that wouldn't do what we need them to do."

Nicht so bei Hanau, denn das war Wasser auf die Mühlen des Systems. Trotzdem fand ich es auffällig, daß Hanau am 20.02.2020 mit dem Auftakt zu Defender Europe 2020 und der Ernennung des Botschafters Grenell zum Koordinator der Geheimdienste koinzidierte.

Phil

11. März 2020 11:58

Wahrheitssucher, nein, ich sehe so jemanden nicht.

Herr Höcke und Herr Kubitschek strahlen eine natürliche Authorität aus, und vereinen in sich Härte und eine feine Sensibilität, aber die wichtigste Eigenschaft solch einer Person wäre eine Art "Magie", die tatsächlich vereinend wirkt...

links ist wo der daumen rechts ist

11. März 2020 13:21

Treffen sich zwei Trojanische Pferde … – Verzahnung auf Wienerisch

Auch hier noch kurz vor Schluß ein Zurück zum Thema.

Kubitschek hat vor einiger Zeit eine für mich bis dato unübertroffene Strategie-Anleitung geliefert, nämlich – neben Angriff und Verteidigung - die der „Verzahnung“.

https://sezession.de/59584/selbstverharmlosung

Zur Erinnerung: feindliche Soldaten „verzahnen“ sich an der Front, um das Feuer der eigenen und gegnerischen Artillerie unmöglich zu machen.
Ich habe dieses Beispiel damals um eine eigene Interpretation erweitert:
Auf den Firmenschildern der Rüstungslieferanten für die Artillerie steht einmal „Globalismus“ und einmal „Neoliberalismus“; also ein gemeinsamer Gegner.

Carl Schmitt hat das in seiner „Theorie des Partisanen“ in der Figur des „interessierten Dritten“ mit Schlußfolgerungen, die ich etwas anders gewichte, ähnlich erläutert (S. 77ff).
Zitat Schmitt:
„Wenn mehrere interessierte Dritte miteinander konkurrieren, hat der Partisan einen Spielraum eigener Politik.“

Meine – jawoll! – Utopie hingegen lautet nun, daß sich nur im gemeinsamen Schützengraben eine neue Form von „Gemeinsinn“ entwickeln läßt.

Und um ein paar engstirnige Rechte zu ärgern:
Es war übrigens das Verdienst funktionierender multiethnischer Städte in der Vergangenheit wie etwa Sarajevo – ohne daraus bevölkerungspolitische Handlungsanleitungen für die Zukunft abzuleiten - , daß sich die diversen Ethnien tatsächlich während des Jugoslawienkriegs gegen die Figur des Dritten, den gemeinsamen Angreifer (und Hasser städtisch-selbstbewußter Kultur) verbündet hatten.

Die große historische Chance aber, daß sich linke Globalisierungsgegner und rechte Nationalstaatsbefürworter Ende der 90er verbündet und damit in gewisser Weise einem Wiederaufleben der „Ideen von 1914“ den Weg bereitet hätten, ist leider vertan.

Ein kleines Seitenstück.
Vor kurzem traf ich bei einer Lesung einen zu Recht gefeierten Übersetzer aus dem Russischen (die ganze Veranstaltung wirkte ein bißchen wie ein rechtes Familientreffen, sei’s drum).
Zu meinem nicht geringen Erstaunen erinnerte er sich an ein paar Zeilen, die ich hier nach einer Lesung von ihm im letzten Oktober geschrieben hatte (mir ging es damals eher um die Koinzidenz zu Kästners „Aufstand der Dinge“).
Er: Also Sie waren das… (versunken): ein Trojanisches Pferd… aber ich bin ja auch eines…
Ich habe diesem unvorteilhaften Vergleich gegenüber natürlich Vorbehalte, aber die Vorstellung zweier Trojanischer Pferde, die sich treffen, hat etwas amüsiert Befreiendes; Verzahnung auf Wieherisch, äh Wienerisch eben.

Cugel

11. März 2020 20:17

@links ist, wo der daumen rechts ist
"Die große historische Chance aber, daß sich linke Globalisierungsgegner und rechte Nationalstaatsbefürworter Ende der 90er verbündet und damit in gewisser Weise einem Wiederaufleben der „Ideen von 1914“ den Weg bereitet hätten, ist leider vertan."

So sieht's tatsächlich aus.
Im Bewußtsein "rechter" Verantwortung an der Misere: Sieht man sich Attac an, dann erkennt man, an wem das in der Hauptsache liegt. Unterwanderung, Übernahme und Zersetzung haben auch hier perfekt funktioniert. Nicht wenige haben damals Hoffnung in dieses Gesocks gesetzt. Hüben wie drüben dieselbe Malaise, was nicht wunder nimmt, da der Feind derselbe ist.

Etwas OT, in der Hoffnung, auf die Gnade der Badeaufsicht:
Habe Ihren Kommentar zu Sommerfelds "100 Jahre Waldorf, oder: der Bumerangeffekt" vom 4.10.19 nióchmals gelesen. Darin:
"Auch frage ich mich z.B. hier in meiner Fischpredigt zu den "Ideen von 1914" via Sieferles "Konservative Revolution", warum absolut niemand darauf eingeht.
Lieber eine Problemwälzung a'la Watzlawicks "mehr desselben"?"

Sieferle hat die Konservative Revolution insgesamt verworfen. Wenn ich ihn recht verstehe, dann sieht er ihr Scheitern wesentlich in ihrem ungenügenden Verständnis der technischen Revolution begründet, wobei Sieferle selbst keinen Ausweg gesehen und für sich einen existenziellen Schluß gezogen hat. Ich bin nicht so pessimistisch, Sie offenbar auch nicht. Wir würden beide sonst hier nicht schreiben. Welche Vertreter der KR sehen Sie als wegweisend?

Ratwolf

11. März 2020 22:03

Aus Wikipedia über Georg Pazderski:

"Als einer von drei Leitern einer internationalen Planungsgruppe („Combined Planning Group“), die aus ca. 30 Stabsoffizieren aus den Partnerländern der Operation Enduring Freedom gebildet wurde, diente er von 2005 bis 2010 unter mehreren Kommandeuren, unter anderem US-General David Petraeus, im Hauptquartier der United States Central Command auf der MacDill Air Force Base in Tampa, Florida/USA. Zuletzt war er zwei Jahre als Abteilungsleiter für Logistik im Allied Joint Force Command Lisbon der NATO in Oeiras nahe Lissabon in Portugal tätig."

Götz Kubitschek

12. März 2020 09:22

badeschluß.

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