14. April 2020

Nach Corona die Remigration?

Martin Sellner / 32 Kommentare

Am Vorabend der Coronakrise plante ich einen Blogbeitrag mit einer nüchternen Lageanalyse.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Ziel war eine Überschau des gewonnenen Bodens seit 2015 im Bereich der rechtspopulistischen Parteien, der Gegenöffentlichkeit sowie der patriotischen Bewegung, samt Gegenkultur und Intelligenz. Mein Text sollte sich um zwei strategischen Fragen drehen: um den Ausbruch aus der Stagnation durch einen Raumgewinn in den Bereichen Gegenöffentlichkeit, Parteipolitik und Bewegung sowie um die Änderung des Bezugsrahmens und die Zusammenfassung der Ressourcen.

Der Text sollte auf einer Zugfahrt nach Dresden entstehen, wohin mich Ellen Kositza und Susanne Dagen zu einer Folge ihres Literaturformats eingeladen hatten. Doch dazu kam es nicht. Kurz vor der Reise spitzte sich alles zu und die Wirklichkeit überholte meine Analyse. Etwas, das ich jedoch außen vor ließ, ist nun eingetreten. Was in diesen Überlegungen fehlte, hat sie nun überholt: das umwälzende Ereignis oder auch "formative event", wie es im Englischen heißt.

Umwälzende Ereignisse ändern den Bezugsrahmen und damit den Bereich des Gangbaren und Möglichen, in dem politische Strategie und Taktiken entwickelt werden. Ihr Eintreten kann jedoch nicht vorhergesagt oder künstlich herbeigeführt werden, sonst wären sie ja Bestandteil der eigenen Strategie.

Von Anhängern des Krisenkults werden diese Ereignisse herbeigesehnt. Terroristen wollen sie mit Gewalt herbeibomben. Da eine kühle Lageanalyse niemals fest mit solchen Ereignissen, den sogenannten „schwarzen Schwänen“, rechnen darf, dürfen sie kein Bestandteil einer Strategie sein.

Es geht immer auch darum, in der Lage zu sein, sich dynamisch und rasch an sie anzupassen, sie nicht zu über-, allerdings auch nicht zu unterschätzen. Ist die Corona-Krise ein solcher „formative event“? Ich denke, daß man das, völlig unabhängig von der Frage nach der Gefährlichkeit des Virus, klar bejahen kann.

Die ökonomischen, parteipolitischen und metapolitischen Auswirkungen der Qurantänegesetze können nicht überschätzt werden. Sogar der ausgemachte Transatlantiker, Globalist und Law & Order-Patriot Sebastian Kurz erkennt die formative Kraft der Pandemie, wenn er sagt:

Danach wird die Welt auch anders aussehen. Das wird große Auswirkungen haben auf die Frage, wie wir miteinander umgehen, wie wir leben, wie vorsichtig wir sind – aber auch die Globalisierung wird in vielen Bereichen hinterfragt werden.

Ich will noch einen Schritt weiter gehen. Ich sehe in der Corona-Krise einen metapolitischen Schock für unsere Gesellschaft, der einen Bewußtseinswandel und eine Bereitschaft hin zur Remigration bewirken könnte. Im Gefolge der Krise wird es zu keiner abrupten Wende kommen, doch das Wachstumspotential des patriotischen Lagers, von Partei über Bewegung bis zur Gegenöffentlichkeit steigt enorm und kann vielleicht sogar in die Nähe politischer Macht führen. Das Overton-Fenster könnte sich ruckartig in unsere Richtung verschieben.

All meine folgenden Überlegungen gehen davon aus, daß die Quarantänemaßnahmen noch längere Zeit aufrechterhalten oder wiederholt werden und eine massive Wirtschaftskrise entstehen lassen. Beide Faktoren wirken wie ein Stresstest für den Multikulturalismus. Die identitäre Kritik am „sozialen Experiment“ (Yascha Mounk), zielt stets auch auf den Abbau des „sozialen Kapitals“, das der Bevölkerungsaustausch bewirkt.

Das wechselseitige Vertrauen in einer multikulturellen Gesellschaft bricht, soziologisch nachweisbar, in sich zusammen, was langfristig Demokratie, Wirtschaftsverkehr und Rechtsstaat gefährdet. Zudem, so der Tenor rechter Kritiker, sind solche Gesellschaften, mögen sie auch vermeintlich stabil und wohlhabend wirken, anfällig für Krisen und Schocks, weil ihnen das soziale Kapital fehlt. Genau auf dieses greifen heute alle Nationalstaaten zurück. Die italienische Bundeshymne auf Balkonen, die (inoffizielle) österreichische Hymne „I am from Austria“, aus den Lautsprechern der Polizeifahrzeuge, die ständigen Appelle von Sebastian Kurz an „die Österreicher“, all das appelliert an das national Gefühl und das soziale Kapital.

Sich an die Ausgangsverbote zu halten, den eigenen Betrieb stillzulegen und keine Hamsterkäufe zu tätigen, macht nur Sinn, wenn sich alle daran halten. Es erfordert also Solidarität und gegenseitiges Vertrauen. Zum Schutz, vor allem der Älteren, die eigene Wirtschaft lahmzulegen erfordert eine generationenübergreifende Solidarität. Das fehlt in einer multikulturellen Gesellschaft in welcher erschwerend dazukommt, daß der Bevölkerungsaustausch in der jungen Alterskohorten bereits weiter fortgeschritten ist.

Die ständigen Krisenansprachen von Kanzler und Kanzlerin werden von einem großen Teil der Untertanen gar nicht gehört, weil sie eher Medien wie Al Jazeera oder TRT konsumieren und kaum Deutsch sprechen. Patriotische Appelle prallen an einem Großteil der Bevölkerung ab, der als importiertes Proletariat, keinen Funken Identifikation mit dem nationalen Narrativ verspürt. Kurz: Soziales Kapital, das in Krisenzeiten benötigt wird, verschwindet.

Währen die Krisengesetze vom indigenen und assimilierten Teil der Bevölkerung fast ohne Murren befolgt werden, kriselt es in den Parallelgesellschaften bereits. Überall berichten Polizisten, daß es vor allem Migranten sind, welche die Ausgangssperren und Versammlungsverboten brechen. In Frankreich gab der Verteidigungsminister gar eine geheime Weisung aus, wonach diese Gebote in den Banlieues gar nicht durchgesetzt werden sollen, um keine Aufstände zu provozieren.

Doch es sind nicht nur identitäre Faktoren, welche zu vermehrtem Widerstand bei Migranten gegen die Coronamaßahmen führen werden. Der knappe und karge Wohnraum, die Kultur der Öffentlichkeit, das soziale Leben in Clans und der bevorstehende Ramadan sind mit Ausgehverboten gänzlich unvereinbar.  

Weiter zugespitzt wird die Lage natürlich in Asylheimen, die, wie Hanau und Halberstadt zeigen, wahre demographische Zeitbomben sind. Der Streßtest von Corona macht so klar und sichtbar wie nie, welche Bevölkerungsteile nicht der „nationalen Solidargemeinschaft“ angehören und nicht bereit sind, die kollektiven Opfer zu bringen. Er zeigt auf ,welche Teile der Bevölkerung durch eine jahrhundertelange Erziehung und Konditionierung, staatsunmittelbar gesetzestreu sind und, trotz moderner Entfernung und Vereinzelung, eine Kultur der Würde vertreten, während andere, in tribalistisch-ethnoreligiöser Denkweise, in einer Kultur der "Ehre", den Staat nur als einen Akteur und Machtblock unter vielen wahrnehmen.

Tritt dieser, als fremder Akteur empfundene Staat auf einmal direkt und brutal im „Block“ auf, den diese Clans ebenso „besitzen“ und verteidigen wie ihre unmittelbaren Vorfahren ein Gebirgstal im Hindukusch oder eine Oase vor Tripolis – dann wird es ernst.  Sollten diese Gesetze weiter bestehen bleiben, bleibt unseren Sozialexperimenteuren nur, entweder ihre Durchsetzung in migrantischen Wohngegenden gleich aufzugeben und zu kapitulieren oder mit einem scharfen Kurs Aufstände zu provozieren.

Daß 300 Moslems, die johlend und lärmend den ersten Muezzinruf einer islamistischen Moschee auf Berlins Straßen feierten, straffrei davonkamen, während gleichzeitig indigene „Coronasünder“, für kleinste Vergehen brutal abgestraft werden, zeigt womöglich für welche Richtung sich die Machthaber entscheiden.

Wirtschaftskrise, Ausgangsverbote, Überwachung und immer schärfere Seuchengesetze werden zu keiner Revolte bei den Einheimischen führen. Bei Migranten und Asylanten besteht dieses Potential aber durchaus. Auf diese Widerstände muß die Regierung entweder mit Nachsicht reagieren, um damit zurecht den Zorn der Einheimischen auf sich zu ziehen. Oder sie muß sie niederschlagen und damit riskieren, das importierte Konfliktpotential von Millionen jungen, geistig fremden Männern auszulösen.

All das findet statt, während eine angespannten wirtschaftliche Lage das Toleranzniveau der einheimischen Bevölkerung radikal senkt. Die kommende Wirtschaftskrise, die Experten zufolge bis zur Hyperinflation führen könnte, wird das einzige Glücksversprechen der liberalen Gesellschaft, nämlich die ständige Steigerung des Wohlstands und Lebensstandards, auf Dauer uneinlösbar machen. Damit stellen sich essentielle politische Fragen, die bisher von Konsum und Zerstreuung überdeckte wurden, erneut.

Der Streßtest, den Corona durch die Quarantänemaßnahmen und das Herunterfahren der Wirtschaft verursacht, wird die Differenzen zwischen Migranten und Einheimischen so klar wie nie zuvor zutage treten lassen. Sie werden von Migranten – erstmals seit Bestehen des Multikulturalismus – in großem Ausmaß nationale Solidarität und Opferbereitschaft für das Gemeinwohl einfordern.

Sie werden die Unvereinbarkeit der importierten Kulturen mit unserer Leitkultur so sichtbar wie nie machen. All das, davon bin ich überzeugt, wird das Problem des Bevölkerungsaustausches sichtbar machen und die Bereitschaft für Lösungen, wie das Konzept der Remigration, stärken.

Vieles, was jetzt nicht denk-, geschweige denn sagbar erscheint, kann nach einer Kette von formativen Ereignissen im Zentrum der gesellschaftlichen Debatten stehen. (Ein Beispiel dafür sehen wir in den Schlagzeilen und Aussagen etablierter Politiker nach Erdogans Wahlkämpfen in Mitteleuropa.)

Das alles kann, muß aber nicht eintreten. Wenn es ausbleibt, weil die Krise sich verflüchtigt, oder sie so gemeistert wird, daß die latenten demographischen Krisenherde nicht aufbrechen, geht es wieder zurück ans Bohren der dicken metapolitischen Bretter.

Wenn die Konvergenz der Katastrophen aber eintritt, kann es sein, daß wir uns bald in gänzlich neuen Rahmenbedingungen für unsere Überlegungen wiederfinden werden.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (32)

Maiordomus

14. April 2020 10:21

Das Wichtigste an der von Sellner ebenfalls angesprochenen "Intelligenz" ist, dass an ihr gearbeitet werden muss, und zwar nach dem uralten Motto: Ad fontes!

Maiordomus

14. April 2020 10:42

Massenhafte Remigration wird nur möglich, wenn der Sozialstaat, nicht ohne enorme Nachteile auch für viele Einheimische, zumindest für einige Jahre massiv heruntergefahren wird.

Gelddrucker

14. April 2020 11:03

Ich stimme in fast allem zu, die Entwicklungen und Ereignisse entblößen viele Nachteile der Einewelt- und Multikulti-Ideologie.

Allerdings glaube ich nicht, dass wir davon ruckartig profitieren werden.

Es gilt, jede Einzelheit aufzuzeigen und den Grundstein, das Wissen dafür zu legen, dass nach und nach die Leute zu uns strömen. Meiner Ansicht nach sollte oberste Priorität haben, die Medienmacht zu brechen. Erst wenn unsere Medien, Youtube-Kanäle etc. für die breite Masse als seriös empfunden werden, kann unsere Botschaft erfolgeich sein. All das Rechthaben, Aufzeigen von Fehlern und Pannen des Multikulturalismus ist zu wenig nütze, wenn die Überbringer der Nachrichten nach wie vor die Seltsamen oder die Bösen sind.

Heino Bosselmann

14. April 2020 11:06

Ein durchdachter Beitrag! –

Unmaßgebliche Anmerkung, abgesehen zunächst vom Migrationsproblem: Zum einen erscheint es kurios, zum anderen aber gefährlich, wie souverän sich die mittelmäßigen Entscheidungsträger der Mitte und die ihnen zugeschalteten Parlamente aufs vormundschaftliche Durchregieren verstehen und dabei zunächst auf keine wirksame Kontrolle oder gar Korrektive gefaßt sein müssen, solange die Hintergrundstrahlung der Angst wirkt.

Bislang duckt der Bürger ab, furchtsam meinend, der Tod stehe vor der Tür oder käme gar in Gestalt der eigenen Enkel über ihn.

Ich habe den Eindruck, daß diese sog. Krise eine Gesellschaft trifft, die schon ohne Gefahr sediert oder angstbesetzt war und die sog. Demokratie eher in der Phrase lebte als kraft Urteilskraft und Verve produktiv, inspiriert und mit Esprit stritt. Bekenntnisse erschienen schon lange wichtiger als Urteile, bloßes Meinen gilt als Ausweis von Mündigkeit. Was die Exekutive sagt, wird erfüllt. Wir erzogen mindestens zwei Generationen in der Gewißheit, daß schon richtig und nötig sein wird, was die Regierung verfügt. Wer zu allem ja sagt, gehört zu den „Anständigen“, die unter staatlichem Wohlwollen „gegen rechts“ aufstehen, weil einzig von dort Einwände zu erwarten sind, die allerdings durchweg als „Hetze“ stigmatisiert werden. Mittlerweile ist schon jeder Grillparty-Teilnehmer sympathisch subversiv, ebenso Leute, die im Park Fußball spielen, und Frisörinnen, die mit ihrer Schere im Gepäck herumreisen … -

Offenbar mangelte es nicht nur den Menschen in ihrer natürlichen, ihrer physischen Existenz an Kraft, sondern ebenso dem sog. Gemeinwesen. Dystopische Grundstimmung, Allergien, Idiosynkrasien, Anfälligkeiten, Intoleranzen gegen dies und das. Es mag das Vorurteil des (noch) Gesunden sein, aber ich erlebe die Angst der vermeintlich couragiert Leben rettenden Daheimbleiber, Balkonsitzer, Gardinengucker und deren Forderungen nach immer geharnischterer Sicherheit als bedrückendes Problem.

Nach meinem Eindruck sollte man in Wahrnehmung von Verantwortung gegenüber sich und anderen aktiv sein, risikobereit, offensiv, die Gefahr hinnehmen und mit ihr leben, wenn es denn überhaupt eine Gefahr ist und es sich bei der „Seuche“ nicht vielmehr um eine tückische selbsterfüllende Prophezeiung handelt, bestimmt von Konstruktionen und Zuschreibungen. Die Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie wird dazu hoffentlich noch Entscheidendes bemerken. Abgesehen davon, daß man dem Tod nur auf eine Weise begegnen kann – ihm nämlich gerade ins Antlitz blickend.

Die einzige Opposition hätte sich jetzt – im Corona-Unterstand – vereinbaren können. Meint man. Aber dazu ist sie offenbar „zu breit aufgestellt“, zu bürgerlich, was stets bedeutet: zu behäbig, zu konsensorientiert, zu verzagt, vermutlich – nachvollziehbar – selbst zu ängstlich, fürchtend, „The Walking Dead“ ziehe durchs Land.

Gefährlich ferner: Wie oft wird die Exekutive mit ihren Zustimmungsparlamenten künftig Lockdown- und Shutdown-Szenarien auslösen, um die Botmäßigkeit der Bürger sicherzustellen? Sie fand Freude daran. Solange Discounter und Getränkestützpunkte geöffnet bleiben und der Versandhandel den Konsumismus ermöglicht, herrscht ein unheimlicher Friede.

Was die muslimischen Migranten betrifft, so sehen sie sich eben nicht zur Loyalität gegenüber dem sie aufnehmenden Staat resp. Land verpflichtet. – Welchen Zwist das auslöst, wird sich weisen, wenn es sekundär zu heftigen Turbulenzen im Sinne sozialer Konflikte kommen mag. Bisher verlassen sich die eigenen Bürger auf Schutz und Fürsorge.

Homeland

14. April 2020 11:27

Persönlich schätze ich Ihre grundsätzlich konsequente, freche (nicht dreiste) Art, Herr Sellner. Anders geht es nicht. Gleichwohl erhalten Sie meinen Widerspruch:

Erstens
Wenn ich mit dem Ende des Beitrags beginne, dort fangen Sie an zu zaudern. Ich weiß nicht, ob Sie der breitbeinige Mut verläßt oder ob Sie den schmallippigen Rückzug für den Fall des Scheiterns des Unterfangens offenlassen wollen, Zweifel macht sich breit. Machen Sie eine Hypothese niemals selbst kaputt.

Zweitens
Sie skizzieren den möglichen Weg hin zu einer Entzweiung entlang der Ethnien und damit zur Konfrontation, die als Konsequenz zur Ablehnung, dann Ausgrenzung, dann zum Ausweichen, will heißen, zur Abwanderung führen soll. Welches Tor machen Sie da auf? Ist es eine Provokation, denn als Hypothese wird es ja nicht wahrgenommen oder in eine Diskussion (dort draussen) eingeführt werden, oder? Wenn dies Höcke sagen würde, was würde wohl passieren, was meinen Sie?

Drittens
Ihre Hypothese stirbt im Bombenhagel. Nicht heute, sondern wenn sich Anzeichen zeigen sollten, dann. Soviele Luftschutzbunker können Sie gar nicht bauen. Wenn das der Anker sein soll, legen Sie sich lieber auf die Couch und lesen Sie ein gutes Buch. Hier um die Ecke ist der Onlineladen dazu.

Viertens
Vor Kurzem schrieb ich hier: "Aus Cherubim und Corin werden Ceozwo und Corona." Die neuen Staatsfeinde, quasi globaler Art, wurden als Kopfgeburten in die Welt gespuckt. Die Durchseuchung des Volkes hat als akutester aller Feinde gerade die besten Karten, um eine neue Solidarität zu begründen. Mitmachen ist angesagt: Mit TrackingApp ("Dort ist ein Infizierter!") und Impfung ("Ich gefährde niemanden!") lernt das Volk gerade Solidarität (und den Umgang mit "absolut notwendiger" Staatshörigkeit).

Wenn Sie nicht mitmachen wollen (oder werden) heften Sie sich einen Judenstern ans Revers. Als Zeichen des Ausgestoßenen, des Nicht-Dabeiseienden. Genauer: als Freiheitlicher. Ich empfehle es den AfD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag und allen anderen Parlamenten. Eine bessere PR-Bombe gibt es nicht. Keine Hypothese. Überzeugung.

EviGeblumenkraft

14. April 2020 12:03

Man kann sicher diskutieren welche Parameter der aktuellen Lage mit dem Konzept der Remigration kollidieren oder strategisch unterstützend wirken. Ich finde nur - bei allem Respekt vor Sellner - diese Einengung der Sichtweise auf die Krise als Irrweg, zumindest aktuell als Sackgasse. Hinterfragen des Notstands und Aufklären der realen medizinischen Hintergründe des weltweiten Ausnahmezustände steht meiner Ansicht nach an erster Stelle. Die Lawine, die evtl. jetzt losgetreten wird, würde eh jedes Konzept von zb. Remigration bis in seine Atome zermalmen. Eine Glorifizierung der Disziplin und Opferbereitschaft der deutschen Bevölkerung diese ganzen NotMaßnahmen gehorsam mitzutragen muss in ihrer Zwiespältigkeit ebenfalls hinterfragt werden. Diese Kerneigenschaft der Deutschen ist janusköpfig und hat in der Geschichte zu vielfältigem Mißbrauch und Manipulation geführt. Deshalb ist auch sie zu hinterfragen. Wenn jetzt die überwältigende Mehrheit den Kurs von Spahn/ Merkel gutheißt -trotz immenser Unschärfen und offenen Fragen zur realen Gefährlichkeit, sowie dem Mundtotmachen diverser Fachleute- dann ist es diese unselige Eigenschaft die dazu führt. Das Murren und die Undiszipliniertheit der Migrantenvölker erscheint mir dabei fast als ein helleres Licht in dem Zusammenhang. Tut mir leid- hätte nicht gedacht das mal sagen zu müssen.

EviGeblumenkraft

14. April 2020 12:15

Nachtrag:
mit "Lawine" meinte ich jenes Szenario daß sich am Horizont abzeichnet und in den letzten Tage immer unverhohlener ausgesprochen wurde:
Bill Gates will " 7 Milliarden Menschen " schnellstens gegen Corona impfen, ( Tagesthemen 12.4.), ausserdem in Planung: ID 2020( digitale Identität für Milliarden, per Mikrochip), Ortungs-Apps als Dauereinrichtung, zügige Bageldabschaffung, Weltregierung unter Ägide von WHO und UNO. Nur ein paar Stichworte, die Planungen scheinen in den Schubladen ganz oben zu liegen.
In diesem Falle geht es dann nur noch darum als Menschen im Sinne der Schöpfung zu überleben, und nicht zu Sklaven einer digitalen Welt zu werden.
Wobei ich den Begriff "Sklave" im reinsten Sinne toternst meine.

quarz

14. April 2020 12:46

@Maiordomus

Der Gedanke ist natürlich verheißungsvoll, die vielen sozialen Trittbrettfahrer aus aller Welt dadurch loszuwerden, dass man den Attraktor "Sozialstaat" ausschaltet. Allein: um sie zum Abzug zu bewegen, bedürfte es zudem eines alternativen Anziehungspunktes, der sie dann von hier nach dort zöge. Aber wo sollte der sein? Europa steht weltweit einzigartig da mit seinen weit offenen Armen für alle, die sich ins gemachte Nest setzen wollen. So steht zu befürchten, dass die Reaktion der Betreffenden auf das Versiegen der sozialstaatlichen Zuwendungen nicht das nomadische Weiterziehen zu anderen Futterquellen ist, sondern das aggressive Entladen ihres Unmutes an Ort und Stelle.

herbstlicht

14. April 2020 12:56

»Remigration« --- dazu wünsche ich mir für "unser Lager" mehr vom Standpunkt des Vorsitzenden der Schwedendemokraten; dieser vertritt set Jahren, z.B. in Propagandafilmen auf YT:

»Zuallererst müssen wir uns frei machen von den erfundenen Konflikten, in welche man uns gelockt hat. Der heutige Konflikt in der schwedischen Gesellschaft handelt nicht von Hautfarbe, von Geschlecht, von sexueller Orientierung oder von Klasse. Der Konflikt besteht nicht zwischen denen, welche im Land geboren sind und denen, welche dies nicht sind. Der wirkliche Konflikt besteht zwischen den Konstruktiven und den Destruktiven. Zwischen denen, welche bereit sind sich anzustrengen, beizutragen, sich einzusetzen für unser Land, und denen, welche hierzu nicht bereit sind. Zwischen denen, welche Autos bauen, und denen, welche Autos anzünden. Zwischen denen welche unser Kinder mit Wissen und Selbstachtung füllen, und denen, welche sie mit Drogen und Selbstmitleid füllen. Kurz gesagt: der Konflikt besteht zwischen denen, welche unser Land stärken, und denen, welche unser Land zerstören.«

(Hatte bei manchen früheren Kommentaren den Eindruck, daß die Mitstreiter unsinnige Vorstellungen mit "Reinrassigkeit" verbinden.)

Franz Bettinger

14. April 2020 13:19

@Waldgänger: Sie weisen im Linkola Strang von Martin Lichtmesz auf die aktuellen Zahlen in euroMOMO hin und wollen darin erkennen, dass die Über-Sterblichkeit der C- Pandemie inzwischen überdeutlich sei. In einigen Ländern übertreffe sie nun die Grippe-Wellen früherer Jahre.

Nein, das stimmt nicht. Sie dürfen nicht den Spitzenwert einer beliebigen Woche herausgreifen. Zur Beurteilung der Gesamt-Mortalität kommt es auf das Integral an; das ist die Fläche unter den sinusartigen Kurven. Diese Fläche ist immer noch auch für Italien viel kleiner als in allen Jahren zuvor. Sogar beim Spitzenwert (der in irgendeiner Woche mal erreicht wird, nicht aber über die ganze Saison, und eben darauf käme es an), liegt der momentane (auch in Italien) unter dem des Grippe-Jahres 2016/17. Außerdem pflichte ich @Laurenz bei: Wenn die Todeszahlen der zwei letzten Wochen hochgingen, so liegt das wahrscheinlich nicht am Virus, sondern an den gesundheitsschädigenden und mitunter tödlichen (1) Fehl-Behandlungen mit estrem toxischen Arzneien, (2) den kontraproduktiven, ebenfalls manchmal tödlichen Maßnahmen der Staaten (wie der Isolation alter Menschen) und (3) der Lahmlegung des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Hätte man wie in all den Jahren zuvor den Virus unbeachtet gelassen, sähe die Statistik besser aus - d. h. noch besser als sie ohnehin immer noch aussieht.

Gotlandfahrer

14. April 2020 13:54

Wenn ich meine Kristallkugel schüttele, also die mit den Schneeflocken, dann sehe ich schemenhaft, dass Corona die dem westlichen Politik-Medien-Konglomerat in den Schoss gefallene Gelegenheit ist, einen gemeinsamen Menschheitsfeind zu präsentieren. Den hatten sie händeringend gesucht, um auf den geschaffenen Pulverfässern noch ein paar Runden länger herumtanzen zu können. Das Klimagedöns war ein Rohrkrepierer, weil Sündenstolz nur unsere blonden Blumenkinder ergreift, in den übrigen ehemaligen Industrienationen aber zu wenig Vortrieb verschuf.

Um den spontanen atavistischen Impuls der autochthonen Schutzsuchenden, unter vertraute Fittiche zu flüchten, abzufangen, wurden zunächst nur lokale, von „unserem gemeinsamen starken Staat“, angeführte Maßnahmen ergriffen. Damit wurde den abgehalfterten Vortänzern neues Vertrauen verschafft. Und vertrauenswürdig, also gut, ist nur was teuer ist, also weh tut.

Spätestens in der nächsten Phase wird das Scheitern lokaler Lösungen dann vor Augen geführt, denn die „zweite Welle wird noch viel schlimmer“ (heute schon zu lesen).

Da der Virus – „erfreulicherweise“ - wie ein außerirdischer Aggressor unterschiedslos (dafür wiederum ist ihm zu danken, endlich mal ein Feind, der nicht rassistisch ist… also, wieso dann eigentlich Feind?…man ist das kompliziert…) also die irdischen Menschenkinder privilegienfrei meuchelt (auch hier ein Einschub: Las neulich ein Transpi: „Staying home is a privilege“, insofern meuchelt er dann doch wieder nicht ganz hierarchiefrei), also deswegen kann dann nur, wie in zahllosen Hollywood-Weltuntergangsblockbustern vorexerziert, eine globale ethnisch-kulturelle Querfront, angeführt von Wie-Du-und-ich-Helden mit Eheproblemen und sympathischer Strubbelfrisur á la Dr. Drosten, die in Kellern ausharrenden Brüder und Schwestern (ob’s dann noch die anderen Geschlechter braucht, wird man sehen), zueinander finden lassen und ihre vor dieser Stunde Null wegen Nichtigkeiten ausgetragenen Streitereien vergessen machen.

Selbstverständlich können sich die migrantischen Brüder und Schwestern diesem Akt der Solidarität gar nicht entziehen, das wäre ja Selbstschädigung. Wenn sie („sie“ ist ja eigentlich unzulässige Ausgrenzung, aber „wir“ sind ja auf SiN), also wenn unser aller migrantische Geschwister nicht nach diesem vernunftgemäßen, also absoluten und damit globalen, Schluss handeln, obwohl - wie jeder weiß - alle Menschen gleich sind, sie also zum Beispiel trotzdem stattdessen einfach Remmidemmi machen: Dann ist das nur umso schändlicher für die, die Schuld daran tragen, dass es unseren migrantischen Geschwistern strukturell verunmöglicht wurde, ihre Teilhabe am gemeinsamen Selbstschutz auszuüben.

Mit anderen Worten: Es ist gar nicht das Ziel des Konglomerats, dass die Migranten kooperieren und sich ihm unterwerfen (psst: denn von denen ist nichts zu holen, und selbst wenn, die rücken das nicht raus). Die sind nur als strategische Waffe „gegen den Zorn der Einheimischen“ notwendig. Jetzt einen Schulterschluss der Menschheit herbeizuführen (der ohnehin nicht gelingen würde) kann also kein tatsächlich angestrebtes, sondern nur vorgebliches Ziel sein, es kann also daran auch nicht tatsächlich daran scheitern.

Das Kartell wird sich nicht zwischen den Optionen „Nachsicht = Zorn Einheimischer“ oder „Niederschlagung = Auslösung migrantisches Konfliktpotenzial“ entscheiden müssen, denn „Nachsicht“ wird den einheimischen Zorn aufgrund der verfügbaren Narrative nicht auslösen. Und selbst wenn: Mit dem „migrantischen Konfliktpotenzial“ lässt es sich bereits heute in Schach halten, denn dies ist ohnehin gegen die Somewheres gerichtet, nicht gegen die Toröffner. Was willste mehr als Kartell?

Jetzt, wo sich der Schnee in meiner Kugel legt, zeigt sich wie immer das alte Bild: Das Kartell bedient seine eigene Gier, so wie bei gierigen Menschen üblich auf kurz- bis mittelfristigen Horizont hin angelegt.

Die Frage ist: Wieviel Kaputtheit braucht es mindestens, damit sich ein altes müdes Volk erhebt (a) und wieviel Kaputtheit verträgt es höchstens, um es überhaupt noch zu können (b)?

Wenn (a) > (b) haben wir ein Problem.

links ist wo der daumen rechts ist

14. April 2020 14:06

Zwei Seelen wohnen ach in seiner Brust…

Ich habe mich schon beim Ansehen der letzten Sellner-Videos gefragt:
Spielt der Mann jetzt wissentlich das good cop/bad cop-Spiel oder sind ihm die Widersprüchlichkeiten im eigenen Denken gar nicht mehr bewußt?

Eben noch wird die letzte Compact-Ausgabe seziert (Tenor eher, würd‘ ich dreist meinen: Corona-kritisch), und im nächsten Augenblick kommt wieder die unterwürfige Nummer eines fremdfinanzierten patriotischen Anywhere: die Polizei dudelt diese gräßlichste aller Austropop-Schnulzen, das Volk rückt zusammen, das ganze? Nein, da gibt es ja die üblichen Verdächtigen, die Abweichler.

In welcher Welt lebt dieser Typ eigentlich?
Die Banlieues sind ein Nachbarbezirk von Wien-Alsergrund, alles klar.
Der Hinterzimmer-Muff eines IB-Treffens repräsentiert das Volk, sowieso.
(Gemeint ist das Video, in dem Sellner während des ganzen Vortrags ein bissl unvorteilhaft neben einer Tür mit der Aufschrift WC steht, find‘ ich jetzt gerade nicht.)
Und im nächsten Augenblick patrouilliert er durch den Türkenschanzpark und schnauzt zwischen historischen Reminiszenzen zwei hell pigmentierte Mädels auf einer Parkbank an, ob sie "eh in einem gemeinsamen Haushalt leben".
Anschließend ärgert er sich, daß er „Mülleimer“ statt „Mistkübel“ gesagt hat, nachdem man eh erst geschätzte 100x das urösterreichische „nee“ vernehmen durfte…
Wiener Aktionismus light der Generation 30+ (Sellner, Kurz, Sigi Maurer et al.)?

Remigration als Maximalziel.
Okay, spielen wir es durch. Und was kommt dann?
Verschwindet die globalistische Spaltung der Gesellschaft von allein?
Was ist mit den ewigen Krisen- und Kriegsgewinnlern? Den üblen Besitzstandswahrern um jeden Preis?
Was verbindet mich mit 90% meiner Amazon-hörigen Landsleute? Nichts. Denkunfähige Trotteln.

Gerade jetzt ginge es doch nicht mehr um das Abspulen schal gewordener Parolen, sondern um das Aufbrechen der je eigenen „totalitären Umhüllungen“ (Canetti ad Broch).
Wie denken wir die Begriffe Nation oder Grenze neu, was bedeutet Abstand als Zeichen von Respekt.
Wann wenn nicht jetzt gäbe es einen durch die Umstände bedingten Minimalkonsens von links und rechts.
Alles was von rechter Seite jemals an Distanz-Theorien seit den glorreichen Tagen der „Philosophischen Anthropologie“ geliefert wurde, hätte jetzt Oberwasser, zur Einstimmung meinetwegen wieder einmal Sloterdijks „Luftbeben“-Bändchen.

Stattdessen feiert ein rechter Vordenker seine Vorstellung einer Heurigen-Volksgemeinschaft - ohne Ausländer halt.

Die Alternative heißt jetzt jenseits dieses Wurschtelprater-Patriotismus: noch mehr Rückzug (i.e. Widerstand) im Sinne der von Sellner (als good cop?) mit Wohlwollen betrachteten Benedikt-Option

https://sezession.de/59527/wir-koennen-der-welt-nichts-geben-wenn-wir-nichts-haben

oder Überwindung aller Gegensätze im Sinne einer großen Synthese a’la „Ideen von 1914“ (lest dazu – wieder einmal, seufz - Sieferles „Die Konservative Revolution“).

Für Deutschland im Speziellen täte sich wieder ein geniales Zeitfenster auf wie zuletzt 1990ff, nachdem jetzt gerade ein europäischer Nachbar um finanzielle Hilfe winselt, aber zugleich die WK2-Karte glaubt spielen zu müssen.
Für souveräne Politiker eigentlich ein gefundenes Fressen einer „erinnerungspolitischen Wende“; aber diese Leute habt ihr ja nicht.
Und so wird wieder alles verspielt werden.
Um dann die nächsten Jahrzehnte wieder die fremdbestimmte, "nationalmasochistische" Karte spielen zu können:
"Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut."

Und bei uns Ösis:
Ein „Seid stolz auf eure Babenberger-Ahnen“-Gesülze (meine Ahnen sind sie nicht), im Hintergrund ein aus Polizeiauto-Lautsprechern schepperndes Fendrich („Ich hab‘ einen Ferrari verkokst“)-Machwerk und mitten drin ein paar patrouillierende Parkwächter mit Ray Ban Sonnenbrille.

Schade um die verpaßte Gelegenheit.

Maiordomus

14. April 2020 14:44

Die Zustimmung zu Sellner hier bleibt reserviert.

@EvimitBumen. Wie ich hier schon mal schrieb, könnte eine deutsche Obrigkeit, sofern sie wenigstens den Bierpreis unangetastet lässt, gemäss Joseph Victor von Scheffel jederzeit das Coupieren der Ohren von Untertanen verfügen, wenn dies als gesundheitspolitische Massnahme allgemein als zielführend angesehen würde. Das Gehört nun mal zum Zusammenstehen! Selber vermute ich, dass die Mehrheit der Migranten selbst auch im Ramadan nicht gross Ungehorsam praktizieren wird, die meisten wissen, was auch für sie auf dem Spiel steht. Die Minderheit der Übereifrigen hat aber klar mehr Gewicht als jene Christen, welche bereit wären, an Untergrundgottesdiensten teilzunehmen. Insofern scheint bewiesen, dass der Islam wohl jetzt schon zur Glaubensgemeinschaft mit dem vergleichsweise stärksten Bekennerpotential geworden ist. Von der im Grundgesetz gewährleisteten Religionsfreiheit scheint dies schwer rückgängig zu machen, es sei denn, der Bundestag entschliesse sich zu einer streng laizistischen Gesetzgebung. Eine wünschbare radikale Trennung von Kirche und Staat würde zunächst mal und zuerst die Privilegien der bisher öffentlichrechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften treffen. Damit könnte man wohl gut leben, sofern einschränkende Kultusgesetze im Geist von Kaiser Joseph II. (Josephinismus) auch Gesetze gegen die weitere Ausbreitung des Islam im öffentlichen Leben ermöglichen würden.

Die jetzt sichtbar zu Tage getretenen Probleme können mit dem Postulat der Remigration nicht gelöst werden. Die entsprechenden Forderungen werden bestenfalls als Bekenntnis der äussersten Rechten zur Kenntnis genommen und mit zusätzlichen Massnahmen zu deren Bekämpfung garniert. Dabei ist dieses Bekenntnis derzeit nicht die Sorge der von Massnahmen schikanös betroffenen. An politischer und juristischer Dummheit schwer zu übertreffen schien mir Sellners Forderung, die zum Stillstand verhaltenen Flugmaschinen mit zur Ausschaffung bestimmten Migranten zu füllen. Die einzige Wirkung solcher Forderungen bleibt wohl, dass die die wenigen Hundertschaften der österreichischen Identitären von der Rechtsopposition weiterhin als möglicher Partner nicht ernst genommen werden können. Hier fehlt es schlicht an praktisch durchführbarem strategischem Denken.

Laurenz

14. April 2020 15:30

Ich will Ihnen das nicht vorwerfen, aber, Herr Sellner, Sie denken zu viel und Herr Bosselmann tut es Ihnen gleich.

Hier eine Reduktion auf das Wesentliche.

Die Faktenlage ist recht einfach zu analysieren. In der Bayerischen Kommunalwahl, eine reine Briefwahl, war die Wahlbeteiligung der Bürger höher als sonst, bei normalen Urnen-Wahlen. Aktuell ergibt sich daraus ein Bonus für diejenigen, die an der Macht sind.

Vergeigen diese Leute, auch Ihr Prinzregent Sebastian I, nach der Krise die ökonomische Nummer, sind die alle geliefert und das Wahlvolk wird sich nach den Alternativen umsehen, wenn Steuern steigen und die reale Kaufkraft des Geldes immer weiter sinkt. Schon jetzt haben wir Deutschland-weit eklatante Gewerbesteuer-Einbrüche zu verzeichnen. Im Ösireich, mit seiner Neo-Donau-Monarchie, wird das nicht viel anders sein.

(Die Kunst-Krise Corona zeigte, die Ösis sind preußischer als die Piefkes und der Führer kam nicht umsonst aus Braunau.)

Das identitäre Thema tritt nur dort auf, wo identitäre Gast-Minderheiten privilegiert werden, ansonsten locken identitäre Themen keine Mehrheiten hinterm Ofen hervor.

Wir brauchen daher mehr politische Fokussierung auf die ökonomischen Themen. Philosophie kann man nicht essen.

Die deutsche Tragödie, die unterschwellig durch ihren Artikel blickt, erreicht aktuell alle alten "Wessis", die über Jahrzehnte Witze über die Versorgungs-Knappheit der DDR machten. Der Ernst hat die Witze dieser Idioten angesichts leerer Regale eingeholt.

Wer die aktuelle politische Situation ganz gut und nüchtern in Worte faßte, ist der linke MDB Dr. Alexander Neu, einer der wenigen klugen Köpfe der Linken. Neu wird das nicht gerne hören, aber er könnte im Grunde auch bei uns zuhause sein. Hier ein aktuelles Interview mit ihm bei RT https://youtu.be/_v2u_ozHF0A

zeitschnur

14. April 2020 15:48

Hier wird aber auch keine Gelegenheit ausgelassen, jedes wie geartete Szenario aufs Migrationsthema zu bringen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Vor allem sehe ich sehr wohl, dass Migrantenleute genauso panisch mit Mundschutz herumrennen und sich bedeckt halten wie die Einheimischen. Und wenn irgendwo in aller Öffentlichkeit Muslime im Gras sitzen, social distanced natürlich, ganz brav, und gemeinsam ihren Rosenkranz beten, dann ist das nicht viel anders, als eine Underground-Ostermesse zu besuchen. Im übrigen ist in Mekka genauso nix los derzeit wie in Jerusalem und Rom. Überall dieselben surrealen Bilder von Security mit langen Desinfektionsdüsen. Und ich dachte immer, Viren können sich in der Wüste eh nicht halten.

Worum geht es hier also?
Ich seh das ganz anders: dieses Coronatheater schweißt Migranten und Einheimische zusammen, dies aber eben in social distancing bis in die letzte Faser des Seins. Wir kommen uns nicht näher, aber wir werden alle demselben Gewaltpotenial unterworfen, und das - pardon - kommt nicht von jungen Männern aus Irgendwo, sondern von älteren weißen Damen und ihren Adlati zu Berlin. Ich sprech mal für Deutschland. Wir sitzen alle im selben Einzelboot, das angekettet wurde an ein bizarres Szenario. Und noch mal Pardon, Herr Sellner: aus diesem Land kommt man derzeit nicht mehr heraus, auch der Migrant nicht, rein immer, raus nimmer. Dass die derzeitig angestrebte Vermummungspflicht das fördert, was man durch bisherige Vermummungsverbote verhindern wollte, erweist sich als sehr real: bei uns in der Nähe überfiel ein bewaffneter, wie es medial auch klar hieß, arabisch aussehender (zumindest was noch übrig war hinter der Maske) Mann mit "Mundschutz" am Ostersonntag ein Rentnerehepaar im Reichenviertel um die Ecke. Ich glaube aber nicht, dass nur Araber diese perfekte, regierungskonforme Vermummungsempfehlung als Gelegenheit verstreichen lassen ... Der Mundschutz lädt ja geradezu ein, in seinem Schutz nun die Verbrechen begehen zu könne, die vorher schwieriger durchzuziehen waren.

Und was ging heut früh über den Ticker:

"Der Präsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina rechnet über einen langen Zeitraum mit Geisterspielen im Fußball. "Es wird sicherlich viele Monate dauern, es kann bis zu eineinhalb Jahre sein", so Gerald Haug den ARD-"Tagesthemen" auf die Frage, wie lange auf Besuche in Fußballstadien verzichtet werden sollte. Der 52-Jährige verweist darauf, dass die Pandemie erst ende, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei. Bis dahin sei es "sicherlich klug", nicht ins Fußballstadion zu gehen."

Na prima - aber Halt: wieso denn?
Hat nicht Prof. Streeck sehr klar gesagt, dass die Pandemie dann zu Ende ist, wenn der für die Corona-Viren gewöhnliche "Immunisierungsgrad" erreicht ist, also so 15% der Bevölkerung?!
Ich dachte, die Pandemie soll "verzögert werden", aber stattfinden? Wieso sollen in anderthalb Jahren, wenn dann Herdenimmunität besteht, alle geimpft werden, obwohl sie vor Antikörpern nur so strotzen, und dann erst, wenn man Geld mit Milliarden Impfungen gemacht hat (Urheber dieses medizinischen Wahnsinns ist Bill Gates, der wohl mal eine Lektion in Basics bekommen sollte, samt dem Leopoldina-Mann: wer eine Krankheit überstanden hat, ist dagegen immun: das ist Grundschulwissen), und erst dann ist es vorbei, wobei es ja so viele andere Bagatellinfekte gibt, dass man uns mit diesen Argumenten nun bis zum St. Nimmerleinstag im "Ausnahmezustand" halten kann?!
Berlin lobt dieses Leopoldina-Institut über den grünen Klee, weil es eben genau das behauptet, was die Politik offenbar vorhat, uns nämlich offenkundig hinzuhalten für nix? Müssen wir nun nachgeimpft werden für jeden Schnupfen, der seit Jahrhunderten durchs Land ging, gegen den wir aber in wenigen Wochen längst immun gewesen wären (so nämlich stellte der kluge Prof. Streeck die Sachlage dar: normalerweise erledigt sich das in wenigen Wochen, es sei denn man zögert es absichtlich endlos hinaus, dabei sei es ja nur nötig, die erforderliche Anzahl an Intensivbetten für die wenigen komplizierten Fälle bereitzuhalten und die Sache einfach natürlich ohne viel Schaden anzurichten, laufen zu lassen)?

Hier wird also Herr Sellner seine unangebrachten Träume verabschieden müssen und sich anpassen müssen an die Realität. Wir erdulden hier leider allesamt dasselbe, auch wenn eine gewisse Willkür bereits jetzt auch im Vorgehen des Staates alleine schon gegen die Indigenen sichtbar wird. Immer wenn Grundrechte und Gesetze zugunsten von "Ermächtigungen" ausgesetzt werden, muss man realistischerweise mit allem möglichen an Widersprüchen rechnen. Auch damit, dass irgendwann testosterongesteuerte, starke Typen nicht ewig eingesperrt sein wollen, geschweige denn auf Sex verzichten und kurzerhand Polizisten vermöbeln, wenn sie sich als allzu unfrei angefasst sehen. Ich denke nicht, dass solche Eskalationen nur von Migranten kämen. Wenn man das Volk - welcher Herkunft auch immer - noch länger übers Maß hinaus reizt, wird es unberechenbar. Mir macht dieses nach allem, was man derzeit sachlich weiß, so unkluge, starrköpfige und sichtlich unsachliche Verhalten der Exekutive deshalb Sorge, denn ich habe zwar weniger ein Sicherheits-, als ein Friedensbedürfnis. Ich will in Frieden und frei leben, mit oder ohne Fremde ist mir vergleichsweise egal.
Mein Appell ist: Alle Rechte, die wir noch haben, sollen wir ausschöpfen. Ansonsten lassen wir uns durch Unfug, Ungerechtigkeit und Ungerechtigkeit nicht reizen und bleiben ruhig, das ist auf Dauer wirksamer.
Und vor allem: Und lassen wir uns nicht gegeneinander aufbringen.

Niekisch

14. April 2020 16:54

"Kette von formativen Ereignissen".. zeigt nicht gerade die jüngere deutsche und europäische Geschichte, dass formative Ereignisse entweder bewusst und gewollt herbeigeführt oder formend bzw. ausnutzend begleitet wurden? Durch wen? Immer durch diejenigen, die über Katastrophen, Unordnung und Aufruhr, ja Kriege ihr uraltes Ziel erreichen wollen, die Eine Welt, repräsentiert durch eine Weltregierung mit knallbunter Weltbevölkerung, deren höchstes Ziel es ist, einmal im Leben zum Tempel in Jerusalem zu pilgern, einer Weltreligion, einem Weltrecht, einer Weltmoral unterworfen zu sein. Der Schlachtruf dieser Auflöser aller Dinge lautet: Gott ist tot - der Mensch ist tot - Satan lebt!

nom de guerre

14. April 2020 16:58

Finde Ihre Ausführungen im Grundsatz schlüssig. Allerdings lassen Sie, soweit ich sehe, die Frage außer Acht, ob am Ende dieser Krise ein politischer Zustand stehen wird, in dem es überhaupt noch darauf ankommt, was das Volk will und was es hinzunehmen bereit ist.

quarz

14. April 2020 17:05

@Maiordomus

Der Gedanke, die vielen sozialen Trittbrettfahrer aus aller Welt dadurch loszuwerden, dass man den Attraktor "Sozialstaat" runterfährt, ist verlockend. Um aber Sozialnomaden zum Weiterziehen zu veranlassen, wäre ein Sozialmagnet in einem anderen Teil der Welt erforderlich, der sie dann von hier nach dort zöge. Europa ist indes die einzige Weltregion, die jeden Glücksritter mit offenen Armen, viel Humanitätstrara und der Verheißung kostenloser Rundumversorgung ins gemachte Nest bittet. Folglich ist zu befürchten, dass der Entzug sozialstaatlicher Zuwendungen die Betreffenden nicht dazu motivieren würde, woanders nach sozialen Weidegründen zu suchen, sondern dazu, an Ort und Stelle ihren Unmut aggressiv zu entladen.

Lotta Vorbeck

14. April 2020 17:37

@zeitschnur - 14. April 2020 - 03:48 PM

Ich denke nicht, dass solche Eskalationen nur von Migranten kämen. Wenn man das Volk - welcher Herkunft auch immer - noch länger übers Maß hinaus reizt, wird es unberechenbar.

~~~~~~~~~~~~

Es gibt zumindest deutliche Hinweise darauf, daß genau dies seitens der Exekutive mit in die Kalkulation eingepreist ist.

Pferdefuss

14. April 2020 18:51

@ zeitschnur

'...mit oder ohne Fremde ist mir vergleichsweise egal...'

Einfach gesagt - einfach gemacht. Gäbe es da nicht 'neben', 'unter', 'gegen' u.a. Verhältnisse.

Gälte die Verhältnismäßigkeit für alle Verhältnisse, nicht nur gegenüber Fremden, auch gegenüber fremden Viren, deren Wirksamkeit eben nicht bipolar nach dem Prinzip 'die Guten ins Töpfchen, die Schlechten aus den Tröpfchen', erlebt wird, sondern unverhältnismäßig in jeder Hinsicht.

Wird das Virus mithin gar zum Gleichnis für das Fremde und die Fremden aus der Fremde?

Augustinus

14. April 2020 18:55

@zeitschnur

Ich verstehe Ihren Kommentar nicht:

"Hier wird aber auch keine Gelegenheit ausgelassen, jedes wie geartete Szenario aufs Migrationsthema zu bringen."

oder

"Hier wird also Herr Sellner seine unangebrachten Träume verabschieden müssen und sich anpassen müssen an die Realität."

Das Migrations-Problem ist das Hauptproblem für Europa. Die Besiedlung des europäischen Kontinents (der bereits besiedelt ist) von Menschen, die nicht beabsichtigen die abendländische Kultur fortzuführen, zerstört diese irgendwann.

Nur weil im Moment Corona obiges Problem überlagert, ist es ja deswegen nicht verschwunden.

Jedem, im entferntesten konservativ, rechts oder patriotisch denkenden Menschen, dem das nicht klar ist, empfehle ich nochmals Grundlagen-Bücher zu lesen.

Beispielsweise Renaud Camus:

https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/14322/revolte-gegen-den-grossen-austausch

Oder, wenn man nicht gerne Bücher liest, sich einige ältere Theorie-Videos von Martin Sellner anzusehen:

https://www.youtube.com/channel/UCZ8uFo1RKSgEg-od3Yu10Pw

RMH

14. April 2020 20:05

"In der Bayerischen Kommunalwahl, eine reine Briefwahl,"

@Laurenz,
das stimmt so nicht. Der erste Wahlgang wurde noch normal durchgeführt, lediglich die wenigen Stichwahlen um Bürgermeister- und Landratsposten wurden als reine Briefwahl durchgeführt. Aus AfD-Sicht war ohnehin der erste Wahlgang, wo es nicht um die Häupter (da ist man ja fast gar nicht mit eigenen Kandidaten an den Start gegangen) sondern um die Gremien ging, interessanter und die AfD hat dort meiner Meinung nach überwiegend versagt. Aber die bayerische AfD ist eben ein ganz besonderes Thema ... mit einer Vorsitzenden, die von pi gnadenlos abgefeiert wird, die eigentlich nur Videos für ihren Youtube Kanal produziert, dafür in der Fläche des Landes Bayern trotzdem komplett unbekannt ist.

Wie auch immer, @zeitschnur hat es richtig beobachtet:
Ich wohne/arbeite in einer westdeutschen Stadt mit im Innenstadtbereich (die Deutschen wohnen überwiegend im Speckgürtel) überwiegend migrantischer Bevölkerung. Die tragen deutlich mehr Masken, als die paar zu sehenden Restdeutschen, die bei weitestgehend geschlossenen Läden auch keinen großen Anlass mehr haben, die Innenstadt zu besuchen.

Im Übrigen hat Maiordomus mit dieser These meiner Meinung nach recht:

"Massenhafte Remigration wird nur möglich, wenn der Sozialstaat, nicht ohne enorme Nachteile auch für viele Einheimische, zumindest für einige Jahre massiv heruntergefahren wird."

Die Pull-und Hold-Faktoren unseres Sozialstaates (Deutschland! Wie es in AT aussieht, kann ich nicht beurteilen) sind nach wie vor da und üben enorme Anziehungs- und Bleibekräfte aus. Und wer aus Ecken der Welt kommt, wo man auch Ebola und noch andere Sachen bekommen kann, den "juckt" so ein bisschen Corona recht wenig, wenn er ansonsten recht gut staatlich alimentiert wird, ohne groß arbeiten zu müssen. Wenn nur 10% der über WhatsApp etc. aktuell verbreiteten Bilder von einreisenden, gerade ankommenden oder am Flughafen abgefertigten Migranten stimmt, dann läuft die Zuwanderung nach Deutschland komplett ungebremst weiter. Ich sehe es daher etwas skeptisch, was M. Sellner prognostiziert.

Maiordomus hat mit seiner Forderung nach einem weitestgehenden Rückbau der Sozialleistungen vor folgendem Hintergrund recht:

In der derzeitigen und auf absehbare Zeit weiterhin geltenden Rechtsordnung, die GG und EU verbindlich vorgeben (so schnell bekommt die auch nicht weg), ist eine Differenzierung von Sozialleistungen nach Deutschen und Ausländern eigentlich nur im absoluten Ausnahmefall möglich (und schon bei Passdeutschen geht gleich gar nichts mehr - zu Recht!).

Die Schreibtischdenker von der sozialpatriotischen Front (das war ironisch gemeint) denken immer, man könnte irgendwie den (Abstammungs-) Deutschen irgendwas zukommen lassen, was nur sie bekommen und die anderen nicht. Das geht faktisch nicht und wer das fordert, der steht auch nachweislich nicht mehr auf dem berühmten "Boden des Grundgesetzes", was im Hinblick auf VS -Verfolgung und Parteiverbot auch nicht ganz ohne ist. Wer mehr Sozialleistungen will, verstärkt mithin unter der geltenden Rechtsordnung die Pull- und Bleibefaktoren.

Möglich ist aber eine Reduzierung des Sozialstaates für alle hier Lebenden und Einreisenden gleichmäßig. Das zeigen viele Urteile zu Hartz IV etc.

Ganz abschaffen kann man den Sozialstaat aber auch nicht (daher ist auch eine Absage an libertäre Phantasien derzeit notwendig). Man kann aber Pull- und Bleibe-Faktoren reduzieren. Zulässig wären auch Anreize für die Ausreise zu schaffen (Holla - das wäre ja komplett "Autobahn" ... ).

Von daher: Sorry, ich wäre eigentlich auch lieber Sozi, aber wer das deutsche Volk als Volk erhalten will, der kann keine großen Sozialleistungen verteilen, da er sonst die Pull- und Bleibefaktoren verstärkt.

Und genau aus diesen Gründen stehe ich dem sog. Sozialpatriotismus skeptisch gegenüber, auch wenn er ggf. beim einen oder anderen Wähler Anklang finden kann.

Wir müssen den süßen, klebrigen Pheromon-Leim von unserer Fliegenrute Sozialstaat Deutschland runter bekommen, dann kommen auch nicht mehr so viele ausländische Fliegen - bitter für die deutschen Fliegen, sorry (ich weiß, ich habe Menschen mit Fliegen verglichen - OMG! - aber manchmal passiert das bei bildhaften Vergleichen. Immerhin: Ich habe alle GLEICH behandelt und verglichen).

PS:
Entschuldigung, jetzt bin ich etwas vom Thema abgewichen - aber ich verspreche, ich werde dafür heute Abend den zum Thema von Herrn Sellner evtl. passenden Artikel von Herrn Wegener zum "Akzelerationismus", erschienen im aktuellen April-Heft der Sezession, lesen.

Pit

14. April 2020 20:22

Ich finde Martin Sellners Artikel genial. Es gibt beliebig viel Grund zur Hoffnungslosigkeit. In dieser Lage dennoch echtes Potential zu finden, das ist eben exzellent; nicht Ausdruck von Nichtverstehen der Situation, sondern Ausdruck von Siegeswille! :1)unsere Mitdeutschen sind vollkommen verblödet; wenn es IRGENDeinen Grund gibt anzunehmen, da könnte sich mal was ändern: so ist es doch gewißlich eine katastrophale Wirtschaftskrise, die da mal was im Kopf bewegen könnte. 2)Unsere Mitdeutschen sind in ihrer totalen Verblödung Unterwerfer ("surrender monkeys") und Mitläufer, Konformisten: das drückt aber eben auch die Bereitschaft zu diszipliniertem, organisiertem Handeln aus; ein Bewußtsein für das Gemeinwohl, also ein Bewußtsein dafür, daß wir sehr wohl eine Gemeinschaft sind, und offensichtlich nur bestimmte Leute gehören zu dieser Gemeinschaft.

Wir haben allen Grund, die Lage negativ zu sehen: aber es wäre dumm, Chancen zu verpassen. Diese Haltung Sellners, konsequent nach der CHANCE zu fragen, DAS finde ich das Geniale an seinem Denken hier! Verzweifeln ist leicht, das kann jeder; seine Chance aufzuspüren aber ist die Eigenschaft des Gewinners.

starhemberg

14. April 2020 20:42

All dies weiß auch die Gegenseite, und wird daher alles Mögliche und auch Unmögliche tun, um unsere gerechte Sache weiterhin moralisch zu entwürdigen. Oder sonst - verweist man eine störrische Person eben kurzfristig in die Psychiatrie. Und ich fürchte, man wird noch ganz andere Prügel auspacken, um mit diesen auf uns einzudreschen.

MartinHimstedt

14. April 2020 21:32

@zeitschnur
Nur eine kurze Anmerkung meinerseits: Ich wohne in einer Region mit über drei Millionen Einwohnern, relativ grün und fast direkt im Zentrum – also dort, wo eine gewisse Freizeitgestaltung noch möglich ist und wo ich diese gut beobachten kann.

Etwa einhundert Prozent derjenigen, die gegen die aktuellen Verbote verstoßen, sind, meiner Beobachtung nach, junge Männer mit, im weitesten Sinne, türkisch/arabischem Aussehen. Diese sind zudem meistens in Gruppen ab 3 Personen unterwegs.

Inwieweit in meiner Heimat "Flüchtlings"-Unterkünfte noch belegt sind und inwieweit das Ganze dann noch als „gemeinsamer Haushalt“ zählt, weiß ich, zugegebenermaßen, aktuell aber auch nicht. Und ich will natürlich auch nicht ausschließen, dass irgendwelche Pärchen, die ansonsten auch noch herumlaufen (oder Eltern mit ihren Kindern), eigentlich gar nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben – und daher die obige Prozentzahl gedrückt wird, so oder so: Der Bärenanteil besteht aus Menschen, die dieses Land und sein Volk zumindest geringschätzen.

zeitschnur

14. April 2020 22:07

@ Augustinus

Ich glaube eben nicht, dass das "wichtigste" Problem, das Sie benennen (das ich aber nicht dafür halte, weil es keine isolierten Probleme gibt!), derzeit einfach nur mal kurz überlagert wird.

Es ist aus mS förmlich beiseite gerückt.
Es wird den Zustand, den wir bis Corona hatten, niemals mehr geben, auch nicht in seiner Problemkonstellation.
Zwar ist mir noch nicht klar, worauf das alles rausläuft, aber der Eindruck, einige hätten hier Narrenfreiheit und andere nicht, bricht gerade in sich zusammen. Aus machttaktischen Gründen lässt eine Exekutive ohnehin die scheinbare Narrenfreiheit auf einer Seite immer nur kalkuliert zu. Die Rechten haben sich da teilweise ins Bockshorn jagen lassen. Ist mir aber auch klar, dass das nicht jeder so sieht, und dass man darüber auch anders denken kann. Wir werden es ja bald erleben, wie sich die Sache verhält. Und angenehm wird sie auch für die Migranten, die man unter Vorspiegelung falscher Hoffnungen hierher gelockt hat, mit Sicherheit nicht.

RWDS

15. April 2020 09:20

Ich teile einige Überlegungen von Sellner, allerdings sehe ich nicht, wie sich dadurch ein Erstarken der Rechten erhoffen lässt.

Ja, die offensichtliche Unvereinbarkeit der Kulturen wird die Gesellschaft, gerade in einer Krisen- bzw. Post-Krisenzeit weiter spalten, aber Kapital daraus schlagen wird man nicht können.

Die Orientalen sind schon zu fest verwurzelt, als dass sie sich ihre eroberten Gebiete und Pfründe nehmen lassen werden. Im Westen werden sie ja bereits als Deutsche wahrgenommen, insofern erübrigen sich Gedankenspiele zur Remigration.

RWDS

15. April 2020 09:58

@Augustinus

Vielen Dank für diese Klarstellung. Wenn man jetzt anhand eines noch nicht vollständig erforschten Virus bereits von "wir" redet, wenn man sich als Deutschen meint und ebenso an Nahostler und Afrikaner denkt, weil die statt im Freien nach Frauen zu glotzen, jetzt mal etwas länger in der Bude hocken müssen, dann braucht es nun wahrlich keine Globlaistenclique mehr, die ihre Agenda durchpeitscht.

Zeitschnurs Behauptung der Virus mache uns alle zu one nation - under Corona, wird sich wie von Sellner angedeutet, in 2 Wochen zum Ramadan als unwahr herausstellen.

Ob man diesen muslimischen "Streikbrechern" dann nicht insgeheim sogar dankbar sein sollte, zeigt nur, in welchem Dilemma Europa steckt.

Franz Bettinger

15. April 2020 12:41

Es ist ja alles noch viel grasser und absurder! Es wird ja nicht einmal auf andere Viren untersucht. Was wenn auch ein Masern-, Rhinoviren-, Adenoviren-, Influenza-, HIV- und 20 andere PCR-, Elisa und Westernblot-Teste gemacht würden und die Hälfte davon positiv anschlagen würden? (Und das täten sie!) An welchem Virus ist der 92-Jährige dann verstorben? Vielleicht doch an seinem Colon-Ca im Endstadium?

Gelddrucker

15. April 2020 13:05

@RWDS:

Sie werden vom Großteil nicht im geringsten als Deutsche wahrgenommen.

Nur von dem kleinen Teil der mit aller Macht jeden zum Deutschen machen will, der hier reinläuft.

Der Großteil der Bevölkerugn denkt klar in "Die" und "Wir", zumindest unterbewusst ist die Unterscheidung völlig klar.

Lotta Vorbeck

15. April 2020 15:32

@RWDS - 15. April 2020 - 09:58 AM

Zeitschnurs Behauptung der Virus mache uns alle zu one nation - under Corona, wird sich wie von Sellner angedeutet, in 2 Wochen zum Ramadan als unwahr herausstellen.

Ob man diesen muslimischen "Streikbrechern" dann nicht insgeheim sogar dankbar sein sollte, zeigt nur, in welchem Dilemma Europa steckt.

~~~~~~~~~~~~

Ob @Zeitschnur sich irrt, oder wie so oft mit ihrer Einschätzung exakt ins Schwarze trifft, werden wir binnen weniger Tage erfahren.

Was solche Dinge angeht, ist immer damit zu rechnen, daß, neuerdings nennt man es "3-D-Schach", auch "über Bande gespielt" wird, um die Billardkugel einzulochen.

Der Billardspieler hat in diesem Falle zwei Optionen:

+ Option 1:

Er geht mit einer zahlenmäßig und materiell überlegenen Streitmacht rigoros gegen die "Streikbrecher" vor und läßt sich dafür, von den sich selbst in Kasernierung und Vereinzelung und unter Kontrolle haltenden Untertanen applaudieren.

+ Option 2:

Die gleichgeschalteten Systemmedien vermeiden jegliche Berichterstattung über die "Streikbrecher".

"Die Macht um Acht" bedeutet: Was nicht in der GEZ-Tagesschau läuft, findet nicht statt.

Wie einst, wenn "Dank der Wachsamkeit der zuständigen staatlichen Organe" mal wieder mal eine "Republikflucht" am Streckmetallzaun scheiterte, hörten die unmittelbaren Anwohner das charakteristische Bellen der AK sehr wohl, ohne daß dieser Vorfall via ADN breit im Lande publiziert worden wäre.

Moony

15. April 2020 22:54

@RMH

Die Schreibtischdenker von der sozialpatriotischen Front (das war ironisch gemeint) denken immer, man könnte irgendwie den (Abstammungs-) Deutschen irgendwas zukommen lassen, was nur sie bekommen und die anderen nicht. Das geht faktisch nicht und wer das fordert, der steht auch nachweislich nicht mehr auf dem berühmten "Boden des Grundgesetzes", was im Hinblick auf VS -Verfolgung und Parteiverbot auch nicht ganz ohne ist.

Es ist doch momentan relativ egal, was die AfD fordert. Solange sie nicht an der Macht ist, und das wird realistischerweise nur mit einer eigenen absoluten Mehrheit sein, kann sie ohnehin nichts umsetzen.

Und GG und EU geben grundsätzlich gar nichts verbindlich vor. Wenn überhaupt sind es die Verfassungsschutzämter und das Bundesverfassungsgericht, die ihre Interpretation der Rechtsordnung vorgeben.
Davon einmal abgesehen, haben Sie aber grundsätzlich recht: So wie Verfassungsschutz und Verfassungsgericht die "Rechtsordnung" interpretieren, ist jegliche wirksame Remigrationspolitik eigentlich unmöglich.
Die Masstäbe, die sie aus dem Grundgesetz ableiten und als verbindlich vorgeben, lauten, kurz zusammengefasst: Deutschland ist eine "internationale Siedlungzone" und der deutsche Sozialstaat muss grundsätzlich allen einwanderungswilligen Menschen offen stehen.

Was Sie hier nun aber fordern, ist vorrauseilender Gehorsam gegenüber Verfassungsschutz und dessen (eigentlich wahnsinnigen) Massstäben. Stattdessen fordern sie etwas, was letzten Endes auf eine neoliberale Politik des sozialen Kahlschlags hinausläuft, und auf die Stammwählerschaft der AfD, die sich überwiegend aus den unteren sozialen Schichten zusammensetzt, abschreckend wirken muss.

Massstäben, die mit dem Überleben des eigenen Volkes und der Zukunft der eigenen Kinder unvereinbar sind, darf man sich niemals unterwerfen - nicht in der Sprache und erst recht nicht im Geiste!

Was die Gefahr eines Parteienverbots angeht. Der einzige sichere Weg ein solches zu verhindern, ist ausländische Hilfe. Jene Länder Europas, die bereits patriotisch regiert werden - ich denke vor allem an Polen und Ungarn, in naher Zukunft könnte auch Italien dazu kommen - müssen als Schutzmacht für die AfD bürgen und für ihre Sicherheit bürgen. Denn den Kampf, den wir hier kämpfen, ist auch ihr Kampf. Das ist auch etwas, wo die aktuelle Parteiführung der AfD um Meuthen komplett versagt - bei der Kooperation mit ausländischen Parteien, die für die AfD einmal überlebenswichtig sein könnte.

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