27. April 2020

Sonntagsheld (145) – Schmunzel-Phalanx

Till-Lucas Wessels / 16 Kommentare

Fragmente der Selbstentlarvung

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Zugegeben: Beim heutigen Sonntagshelden handelt es sich eigentlich mehr um einen kleine Partie Netzfundstücke, gespielt zu drei Runden und zwar allein, ohne Beteiligung oder Mitwissen von Kollege Schick.

Den Anfang der dieswöchigen Völkerschau macht ein junger Hoffnungsträger mit mutmaßlich afghanischem Migrationshintergrund, der als einer von 47 wackeren Gefährten Mitte April den heiligen Boden der Bundesrepublik betrat. Von Belang ist dabei weniger die wundersame Verwandlung einer Handvoll unbegleiteter Flüchtlingsmädchen zu einer Gruppe Jungmänner, als der offensive Wappenspruch, welche die schmächtige Brust des Burschen zierte.

Vor der Kulisse Konstantinopels konnte das kundige Empfangskomittee dort lesen: "Istanbul 1453" – die Referenz ist offenbar und muss in dieser Runde nicht erklärt werden. Unserem einstweiligen (und hoffentlich bald wieder heimreisenden) Gast dürfte in diesem Kontext weniger ein Vorwurf zu machen sein, als den türkischen Fluchthelfern, die sich bei der Einkleidung der Reisewilligen offenbar einen Scherz erlaubten. Eigentlich sind wir auch selbst Schuld: Wir sprachen von Invasoren, nun sind sie halt da.

Ernst, ja, sogar todernst, so muss man sagen, geht es hingegen bei unserem nächsten Fundstück zu. Es ist ein kleines Comicbildchen, das – eigentlich dazu gedacht, Leben zu retten – nun unfreiwilligerweise Eingang gefunden hat in das pittoreske Absurditätenkabinett des Spätmultikulturalismus. Stammen tut es aus einer (vermutlich für Kinder gedachten) Broschüre mit dem knackigen Namen "Das Coronavirus und ich". Wie es bei solchen Leitfäden inzwischen üblich zu sein scheint, war auch hier das fürsorgliche Bedürfnis der Verfasser groß, möglichst viele Farbige unterzubringen – frei nach der Devise: Je dunkler, desto bunter.

Dass in einer durch ein hochansteckendes Virus bedrohten multiethnischen Realität die Mindestabstandsgebote auch für multiple Ethnien gelten müssen, leuchtet jedem vernunftbegabten Menschen und also auch jeder quotengesteuerten Broschüren-Erstellerin ein. Vollkommen nachvollziehbar also, um des diversitären Verständnisses Willen bei den Hinweisen zum Kontaktverbot neben einem braunhaarigen Mädchen auch einen farbigen Buben abzudrucken.


Kam natürlich nicht so blendend an, das Ganze. Welcher Herkunft die Broschüre ist, darüber kann ich leider keine Auskunft geben; allerdings bin ich fast sicher, dass wir noch lange nicht den letzten Quotenausrutscher gesehen haben.

Apropos Quote: Die dürfte beim heutigen Tatort gleich im doppelten Sinn nicht ganz schlecht gewesen sein, schließlich hatte man sich ein echtes Kracherthema rausgesucht: In der aktuellen Folge des allsonntäglichen BRD-Kondensats fahndete diesmal  die schwarze Polizistin Anais Schmitz neben der altgedienten Fernsehkomissarin Charlotte Lindholm nach einer neuen spektakelstabilisierenden Antipodenleinwand und fand sie in der der IB holzschnittartig nachgezeichneten "Jungen Bewegung".

Gleich vorweg: Alles nichts neues. Rechtsradikale tragen heute keine Glatze und Springerstiefel mehr, sondern Scheitel und Turnschuhe usw. usf. ad nauseam. Am Ende bleibt jedenfalls die für Bürger jeglicher Herkunft beruhigende Erkenntnis: Solange es noch eine Jugend ohne Migrationshintergrund gibt, so lange reißt weder der Bedarf an Fernsehfaschos, noch derjenige an gutbezahlten Kasumba-Frauen, die selbige einknasten, ab.

Zwar dürfte Florence Kasumba als frischer Tatort-Nachwuchs nicht ganz soviel verdienen wie die 220.000€, die ihre Kollegin Maria Furtwängler (tatsächlich verwandt, Großonkel) pro Folge einstreicht, vom großzügig aus Steuermitteln geschöpften Budget der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dürfte indes noch der eine oder andere Notgroschen für sie übrig geblieben sein, sodass auch die gebürtige Uganderin nicht am Hungetuch nagen muss. Lassen wir zu diesem Thema daher einfach die Volksunterhalter vom Tatort selbst das letzte Wort haben – besser hätte man es denke ich nicht ausdrücken können:

In diesem Sinne: Wakanda forever.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (16)

Nemo Obligatur

27. April 2020 06:45

Ah, ein ganzes Wochenende in teils selbsgewählter, teils coronöser Isolation. Heute Rückkehr. Das erste, was ich lese, ist dies hier. Habe sehr gelacht. Vielen Dank. So darf es weitergehen.

Laurenz

27. April 2020 06:55

Kuhl dem Äther entnommen, Herr Wessels, mußte herzhaft lachen.

Ich hatte übrigens auch sowas wie einen Deutschen Helden diese Woche entdeckt, Reichspräsident und Gastwirt Friedrich Ebert (SPD), in irgendeiner der üblichen Phoenix-Hanswurst-Historien-Dokus. Man ließ in der Sendung tatsächlich einen O-Ton Friedrich Eberts anläßlich seiner Wahl laufen. Und wissen Sie, wie Friedrich Ebert sein Volk ansprach? Ich bin fast vom Stuhl gefallen.

Er sagte "Liebe Volksgenossen",

auch noch Gender-Sprach-Kodex-feindlich der Mann. Und das, obwohl Ihn wohl viele Frauen wählten, unter denen die Wahlbeteiligung angeblich höher lag als bei den Männern. Insgesamt ansehnliche 83% Wahlbeteiligung, da können wir uns am damaligen deutschen Volke, vor gut 100 Jahren, eine Scheibe abschneiden.

pBackfisch

27. April 2020 09:43

Ja der Tatort, meine Frau hat nach 10 Minuten zu Inga Lindström geschaltet. Schmalzige Liebesstory, aber wie beim Tatort waren die Heldinnen absolut nicht Gendergerecht. Ob das Absicht war?

Der_Juergen

27. April 2020 10:19

Wir haben uns krank gelacht über das Flugblatt.

Maiordomus

27. April 2020 12:01

@"Bild Kontaktverbot". Man kann ein Fussballspiel auch wegen einem dummen Eigentor verlieren. So sieht es offenbar in diesem Fall bei denjenigen aus, die hier den "Gender"-Unsinn mit der ebenfalls vorgeschriebenen Multikulti-Antisrassismus-Erziehung wohlmeinend-kontraproduktiv zu verbinden versuchen.

A propos Gender: Ein Standardwerk der Kritik der einschlägigen Ideologie las ich über dieses Wochenende.

Bemhard Lassahn: Frau ohne Welt, 3 Bände, Leipzig 2013 - 2019. Wurde dieses Hauptwerk der Gender- und Feminismus-Kritik eigentlich bei Sezession schon mal besprochen?

Das Buch wäre, über das engere Publikum der bereits ähnlich Denkenden hinaus, wohl noch wirksamer, wenn es etwas weniger in Form eines Pamphletes geschrieben wäre.

hagustaldaz

27. April 2020 14:37

Um Kasumbas Finanzen würde ich mir keine Sorgen machen. Da sie im Gegensatz zu Furtwängler mehrfache Hollywood-Erfahrung hat, wird sie aus dem GEZ-Topf gewiß nicht weniger als die kühle Blonde bekommen. Das wäre ja auch Rassismus.

Bezeichnend am "Tatort: National feminin"war aber, wie hier wieder einmal die Kriminalstatistik auf den Kopf gestellt wurde. In der Realität ist die AfD die Partei, die am häufigsten von ideologischen Gegnern gewaltsam angegriffen wird. In den feuchten Träumen von Drehbuchautoren ist es am Ende stets ganz anders: Wann immer in einem Krimi ein echtes oder fingiertes Attentat auf Rechte stattfindet, stecken natürlich deren eigene Gesinnungsgenossen dahinter, in diesem Fall aus gekränkter Eitelkeit, in der Regel aber, um aus der Tat Kapital zu schlagen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit nenne ich die US-Produktion "Günstling der Hölle" ("Favorite Son"), den "Tatort: Dunkle Zeit" und "Der Wolf: Tote Hunde beißen nicht" mit dem norwegischen Privatdetektiv Varg Veum, durch dessen Namen der Autor schon einen Hinweis gibt, daß er gerne schleifen möchte, was anderen heilig ist. Im Altnordischen bezeichnet nämlich der Begriff "vargr í véum" ("Wolf im Heiligtum") den Schänder einer Sakralstätte.

Ganz selten, fast nie kommt es in einem Fernsehkrimi vor, daß der Anschlag auf einen rechten Politiker nicht aus dem eigenen Lager kommt. In diesem Falle hat der Täter natürlich ein menschlich nachvollziehbares Motiv, z. B. die Rache für die Vergewaltigung einer Minderjährigen, die der Rechte auf dem nicht vorhandenen Gewissen hat. So geschehen im "Tatort: Der doppelte Lott".

nom de guerre

27. April 2020 15:47

"Spektakelstabilisierende Antipodenleinwand" - Ich ziehe meinen Hut!

Gelddrucker

27. April 2020 16:00

Und wie lange gibts die Jugend ohne Migrationshintergrund noch? Oder gibts 2030 wieder weniger Jugend mit Migrationshintergrund hier?

Im Idealfall ohne den psychologischen Knacks, der ausschließlich weißen Linken zueigen ist, alle Erhaltung des Eigenen als rechts und somit schlecht anzusehen....

brueckenbauer

27. April 2020 19:04

@Laurenz
Nach meinem Wissensstand verpasste die SPD ihre erwartete Wählermehrheit in der Weimarer Republik dadurch, dass sie das Frauenwahlrecht durchsetzte: Die Frauen, damals noch weit frömmer als ihre Männer (so auch z.B. in Frankreich), wählten relativ häufiger das Zentrum.

Ratwolf

27. April 2020 22:39

AfD und die Rechte scheinen eingeschlafen zu sein.

Man versucht, mit Flüchtlingsjugendlichen und Kritik an Medienpropaganda ihre eigenen Leute bei Strange zu halten.

Die ÖVPler waren fleißiger und angriffslustiger: Kickel in in seiner Rede die Wut der Bürger aufgegriffen. Nun gibt es auch eine Onlinepetition dort.

Es zeigt sich wieder und wieder: Wenn man sich an den Aktionen des Gegners abarbeitet, dann hängt an der Kette und läuft ihn hinterher. Mit Widerstand macht man sich steuerbar. Man darf nicht so stark schauen, was der Gegner macht, sonder muss eigenes starten.

Wie schnell das gehen kann, zeigt die Bewegung Widerstand2020:

Hansjörg Müller auf PI-News kennt die Bewegung nur von der Internetseite. Er hat offensichtlich kein einziges Video von Bodo Schiffmann gesehen.

Viele von der Bewegung2020 wollen keinen Höcke, keine erste Strophe des Deutschlandliedes, kein "ausschwitzen" und keinen rechten Popanz oder keine rechtes Theaterschauspiel, sondern Inhalte. Sie wollen keine alten Hymnen singen, sondern Freiheit und das jetzt!

Jetzt müsste es die Zeit der Freiheitlichen und Liberalen in der AfD sein. Aber da kommt nichts.

Ein gebuertiger Hesse

28. April 2020 10:20

@ Ratwolf
"Aber da kommt nichts."

Genau, da kommt gar nichts seitens der Partei. Den Corona- bzw."Fakedemie"-Ball auf dem Elfmeterpunkt liegen gelassen zu haben, ist ein Kardinalvergehen der AfD. Wer so hasenfüßg agiert, hat als Fundamental-Opposition bereits ausgespielt.

Niekisch

28. April 2020 11:10

"nach der Devise: Je dunkler, desto bunter."....und anschließend A l l e s dunkel, so wie es die Auflöser aller Dinge seit Adam Weishaupt konsequent durchsetzen. Ihr Vorbild war seit jeher der schwarze Mensch.

Maiordomus

28. April 2020 13:00

@Ratwolf. Dass Kickl eine ganz andere Nummer ist, in Richtung "politikfähig", als wohl beide Flügel der AfD und gewiss auch Sellners "Identitäre", zeigt sich gerade zu Corona-Zeiten. Das ändert aber wohl wenig, dass heute die Exekutiven fast überall im Vorteil sind, ausser dass Trump diesen Vorteil, wohl nicht bloss aus medienspezifischen Gründen, bis jetzt nicht angemessen nutzen konnte. Irgendwie kam er nun mal nicht zufällig widersprüchlich durch, was ihm bei der Wahl im November, die er wohl kaum verhindern kann, noch das Genick brechen könnte.

Lotta Vorbeck

28. April 2020 13:48

@Ein gebuertiger Hesse - 28. April 2020 - 10:20 AM

Genau, da kommt gar nichts seitens der Partei. Den Corona- bzw."Fakedemie"-Ball auf dem Elfmeterpunkt liegen gelassen zu haben, ist ein Kardinalvergehen der AfD. Wer so hasenfüßg agiert, hat als Fundamental-Opposition bereits ausgespielt.

~~~~~~~~~~~

+ Eine Opposition, die mit Wonne nahezu ausschließlich via Systemmedien kommuniziert ...

+ Eine Opposition, die nun seit Jahren schon nahezu ihre gesamte Kraft in internen Machtkämpfen verschleißt ...

+ Eine Opposition die von Außen betrachtet, als inkompetenter, hoffnungslos zerstrittener Haufen wahrgenommen wird ...

+ Eine Opposition, die blasiert meint, ohne metapolitisches Vorfeld auskommen zu können ...

+ Eine Opposition, die konsequent an den Anliegen derer die sie tragen vorbei agiert ...

+ Eine Opposition, die während die Regierenden in einem nie dagewesenen Machtrausch die Axt an die materiellen Existenzgrundlagen von Volk & Land legen, statt diese zu hinterfragen die in den kollektiven, ökonomischen Selbstmord führenden Maßnahmen" gutheißt ...

Wer braucht eine solche Opposition?

"Unter dem Schottenrock ist garnix,
da ist nix und da war nix, außer einem großen Sack mit Pfeifen."

[Nico Haak]

Ein gebuertiger Hesse

28. April 2020 14:55

@ Lotta Vorbeck

Hossa! Das Bild mit dem Dudelsack wird, wie ich fürchte, nicht nur mir eine Weile hängen bleiben.

Ratwolf

28. April 2020 23:37

Maiordomus 28. April 2020 13:00 -
"@Ratwolf. Dass Kickl eine ganz andere Nummer ist, in Richtung "politikfähig"
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Hier gibt es keine Entschuldigungen
Genau so schnell, wie die AfD rein gekommen ist, so kann sie das Parlament wieder verlassen.

Sie (die AfD) kann sich von mir aus auch den Verlust er Regierungsbeteiligung in Österreich als Warnung vor Augen führen. Das geht ganu schnell.

Die Executive hat zunächst einen Vorteil, und lässt sich diesen durch Umfragen bestätigen. Aber die Umfrage-Institute schweigen nun natürlich, denn jetzt kommen der Ärger für die Bürger. Und hier muss man angreifen.

Die Schließungen sind weg
Das war ein Erfolg!
Nun müssen die Masken weg!
Die sind eine Schikane und ein Ärger

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