Ethnizität und Exterritorialität

PDF der Druckfassung aus Sezession 88/Februar 2019

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Volk, Nar­od, Eth­nos oder selbst Demos – kon­sti­tu­ie­ren­de Gemein­schaf­ten für ein Staats­we­sen schei­nen der indi­vi­dua­lis­ti­schen Ten­denz des im atlan­ti­schen Raum hau­sen­den Welt­geis­tes nichts mehr zu bedeu­ten. Völ­ker, gleich wie man sie an die­ser Stel­le defi­niert, gel­ten als nicht exis­tent, als blo­ße Kon­struk­te, als Relik­te ver­gan­ge­ner, vor­auf­klä­re­ri­scher Epo­chen und Erdteile.

Und dort, wo sie in rele­van­ten Antei­len noch Lebens­wil­len zei­gen, sich regen, ja sich als poli­ti­sches Sub­jekt begrei­fen und aus­drü­cken, ent­spricht es der herr­schen­den Auf­fas­sung, man müß­te sie »in einer ega­li­tä­ren rain­bow coali­ti­on der zehn­tau­send Haut­far­ben und Lebens­ar­ten« aufheben.

Frank Böckel­mann ver­wies in die­sem Kon­text auf die welt­wei­te Vor­bild­rol­le der Glo­ba­li­sie­rungs­na­ti­on USA:

Ame­ri­ka, sagt man, bestim­me den Kurs des Raum­schiffs Erde. Es sei der Rest­welt stets um zehn bis zwan­zig Jah­re voraus.

Doch heu­te erle­ben wir eine bis­wei­len mili­tan­te Zer­split­te­rung der Bevöl­ke­rung gera­de inner­halb der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ent­lang genu­in eth­ni­scher (nicht nur sozia­ler) Bruch­li­ni­en; die Zen­tri­fu­gal­kräf­te der Gesell­schaft wer­den stär­ker, und ver­schie­de­ne Com­mu­nities – jen­seits der exter­ri­to­ria­li­sier­ten, libe­ral-urba­nen Eli­ten – leben mehr denn je neben- oder gar gegen­ein­an­der ihre spe­zi­fi­sche Lebens­wei­se; ana­lo­ge Vor­gän­ge erle­ben wir zuneh­mend auch in Staa­ten der Euro­päi­schen Union.

Die Wucht, mit der neue oder wie­der­keh­ren­de Erschei­nungs- und Arti­ku­la­ti­ons­for­men von »Eth­ni­zi­tät« heu­te und künf­tig in die Sphä­re US-ame­ri­ka­ni­scher und west­eu­ro­päi­scher Poli­tik ein­schla­gen, zumal in einer Situa­ti­on, die von zykli­scher Kri­sen­ver­schär­fung und ‑aus­ta­rie­rung bei einer sich tie­fer gra­ben­den glo­ba­len Ver­net­zung geprägt ist, ver­blüfft nur jene, die den der­zei­ti­gen gesell­schafts­po­li­ti­schen Kurs für rich­tig hal­ten oder ihn sogar bewußt vertreten.

Die Rück­kehr neu­er Pro­ble­me der Eth­ni­zi­tät irri­tiert und ver­un­si­chert mit­hin also jene als »Eli­ten« bezeich­ne­te sozia­le Grup­pen von Jour­na­lis­ten, Wis­sen­schaft­lern, Poli­ti­kern und Wirt­schafts­ak­teu­ren, die a prio­ri davon aus­gin­gen, daß deren eige­ne, ein­sei­tig als mora­li­sche und ideo­lo­gi­sche Norm dekla­rier­te »eth­no­kul­tu­rel­le« Selbst­auf­lö­sung nicht etwa als eine west­le­ri­sche Beson­der­heit im glo­ba­len Maß­stab anzu­se­hen ist.

Es han­delt sich dabei um Per­so­nen­grup­pen, die tat­säch­lich der Über­zeu­gung sind, daß die­se Auf­lö­sung aller Din­ge die Befrei­ung des Men­schen von sei­nen Ket­ten dar­stel­le, uni­ver­sell gel­te und suk­zes­si­ve von der Anhäu­fung aller Indi­vi­du­en die­ser Erde voll­zo­gen würde.

Man geht in jenen Krei­sen davon aus, daß die Glo­ba­li­sie­rung aller Lebens­wel­ten und ‑berei­che – d. h., die »Ten­denz zur Ver­ein­heit­li­chung der Erde« (Alain de Benoist) – etwai­ge »eth­ni­sche Fra­gen« qua Tot­al­eman­zi­pa­ti­on obso­let wer­den ließe.

Guil­laume Faye hat dem­ge­gen­über früh­zei­tig skiz­ziert, wie gera­de eth­ni­sche Fra­ge­stel­lun­gen im Zeit­al­ter der Glo­ba­li­sie­rung ihr Come­back fei­ern müß­ten, daß poli­ti­schen Ter­mi­ni wie dem Volk gera­de­zu »futu­ris­ti­sche« Dimen­sio­nen innewohnten.

Dies kon­sta­tiert er, weil die kos­mo­po­li­ti­sche Leh­re von der »Einen Welt« durch­fort­schrei­ten­de Pro­zes­se der Glo­ba­li­sie­rung (Migra­ti­on, Han­del, Kom­mu­ni­ka­ti­on und ande­ren) nicht an Glaub­wür­dig­keit gewinnt, son­dern, auf­grund ihrer Beschrän­kung auf die soge­nann­te west­li­che Welt, von den Men­schen und Völ­kern jen­seits eben­die­ser Gegen­den – und das ist glo­bal gese­hen eine gewal­ti­ge Mehr­heit – wider­legt wird.

Daß Fayes Gedan­ken dar­auf auf­bau­end in einem ver­ab­so­lu­tier­ten eth­ni­schen Block­den­ken auf­gin­gen und sich des­halb nicht mehr auf sozia­le Fra­gen inner­halb wie außer­halb euro­päi­scher Staa­ten bezo­gen, bedarf einer kri­ti­schen Revi­si­on, aber ändert nichts an der zen­tra­len Dia­gno­se einer Rück­kehr des Volks- und Eth­ni­zi­täts-Sujets; eine Rück­kehr, die aus­drück­lich (und ent­ge­gen libe­ral-uni­ver­sa­lis­ti­scher Vor­stel­lun­gen) in Zei­ten neu erreich­ter Gra­de der Glo­ba­li­sie­rung erfolgt und die nicht nur von Faye, son­dern auch von lin­ken Den­kern wie dem bri­ti­schen Sozio­lo­gen Stuart Hall als die bestim­men­de poli­ti­sche Fra­ge unse­rer Zeit bewer­tet wird.

Eth­ni­zi­tät ist hier­bei kein blo­ßer sozio­lo­gi­scher Aus­weich­be­griff, der kon­ta­mi­nier­te alt­be­währ­te Begriffs­bil­dun­gen erset­zen soll. Der Gehalt der Eth­ni­zi­tät – »als Bezeich­nung für kul­tu­rel­le Dif­fe­ren­zen zwi­schen Grup­pen« (Stuart Hall) – ent­wi­ckel­te sich im Gegen­satz zu Ein­hei­ten wie Nati­on oder Volk erst mit der Her­aus­bil­dung moder­ner, kom­ple­xer und zuneh­mend mobi­ler Gesell­schaf­ten ab dem 19. Jahrhundert.

Max Weber beschrieb Eth­ni­zi­tät 1921 als Kon­sti­tu­ie­rung »eth­ni­scher Grup­pen«, die dann begrün­det sei­en, wenn eine gewis­se Anzahl von Men­schen »einen sub­jek­ti­ven Glau­ben an eine Abstam­mungs­ge­mein­schaft hegen, der­art, daß die­se für die Pro­pa­gie­rung von Ver­ge­mein­schaf­tun­gen wich­tig wird, (…) ganz einer­lei, ob eine Bluts­ge­mein­schaft vor­liegt oder nicht«.

In die­sem Sin­ne spielt nicht nur die blo­ße Abstam­mung an sich eine Rol­le, mit­ent­schei­dend ist der Wil­le zur Her­aus­bil­dung einer eige­nen Eth­ni­zi­tät, eines eige­nen Bewußt­seins – im Sin­ne Webers mit oder ohne vor­her­ge­hen­de iden­ti­sche Herkunft.

Heu­te täti­ge Eth­no­lo­gen wie Hans Peter Hahn bestä­tig­ten Webers Defi­ni­ti­on, nicht ohne sie zu ergän­zen. Es läge, so der Frank­fur­ter For­scher, »nicht in der Ent­schei­dungs­macht einer ein­zel­nen Per­son oder ein­zel­nen Grup­pe, spon­tan eine eth­ni­sche Grup­pe zu bilden«.

Eth­ni­sche Grup­pen (Eth­ni­zi­tät) sind (ist) ein Ergeb­nis his­to­ri­scher Pro­zes­se, die über meh­re­re Genera­tio­nen andau­ern oder andau­ern kön­nen. Eth­ni­zi­tät heu­te meint dar­an anschlie­ßend und zugleich dar­über hin­aus­ge­hend (nach der Defi­ni­ti­on des Kul­tur- und Sozi­al­an­thro­po­lo­gen And­re Ging­rich) das dyna­misch-rela­tio­na­le zeit­ge­nös­si­sche Ver­hält­nis zwi­schen min­des­tens zwei Grup­pen, die davon über­zeugt sind, daß sie sich ins­be­son­de­re in bedeu­ten­den Fra­gen kul­tu­rell und ver­hal­tens­spe­zi­fisch unter­schei­den und dif­fe­ren­te – wie wir sagen wür­den: eth­no­kul­tu­rel­le – Iden­ti­tä­ten herausbilden.

Das kann gänz­lich unab­hän­gig von der Zuge­hö­rig­keit zu einem Natio­nal­staat gesche­hen. Und wäh­rend eine »Nati­on« meist eine gewach­se­ne poli­ti­sche Gemein­schaft in einer staat­li­chen Orga­ni­sa­ti­on dar­stellt (deren Eth­ni­zi­tät durch­aus hete­ro­gen sein kann), ist Eth­ni­zi­tät ins­be­son­de­re in Zei­ten der Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rung hal­ber Kon­ti­nen­te nicht an eine natio­na­le Glie­de­rung, an Staat­lich­keit oder auch nur an eine ein­zi­ge Orga­ni­sa­ti­ons­form gebun­den, son­dern zeigt sich – trotz aller heu­ti­gen Durch­läs­sig­keit – an Grund­be­din­gun­gen geknüpft, deren eth­ni­sche Fun­da­men­te frei­lich ganz unter­schied­lich gewich­tet werden.

Wäh­rend für Alain de Benoist und ande­re dem »Pri­mor­dia­lis­mus« (i. S. v. »vom Ursprung her«) nahe­ste­hen­de Den­ker die ursprüng­li­che, auto­chtho­ne eth­ni­sche Sozia­li­sa­ti­on (letz­ten Endes: Abstam­mung) nicht ohne wei­te­res negiert wer­den kann, geben Ging­rich und ande­re an, daß eth­ni­sche Gren­zen für sie flu­ide und vola­til erschei­nen; eth­no­kul­tu­rel­le Iden­ti­tät wird damit – nach Mehr­heits­auf­fas­sung in der Eth­no­lo­gie wie her­un­ter­ge­bro­chen auf leich­te­re For­meln in der »Zivil­ge­sell­schaft« – zu einer Iden­ti­tät unter vie­len wei­te­ren denk­ba­ren Iden­ti­tä­ten herabgestuft.

Der Wan­del der Eth­ni­zi­tät einer Per­son sieht sich dann gleich­ge­stellt mit dem treu­lo­sen Fuß­ball­fan, der sei­nen Ver­ein nach wie­der­hol­ten Rück­schlä­gen wech­selt, mit dem Künst­ler, der einem Stil folgt und her­nach einem neu­en, mit dem Mann, der sich nach einer psy­chisch ein­schnei­den­den Lebens­kri­se nun als Frau füh­len mag, undsoweiter.

Ein »neu­rech­ter« Stand­punkt ver­wei­gert sich auch in der Cau­sa Eth­ni­zi­tät dem binä­ren Den­ken. Man ver­schreibt sich weder dem Ras­sen­bio­lo­gis­mus völ­ki­scher Dicho­to­mie noch dem kon­struk­ti­vis­ti­schen Post­mo­der­nis­mus und sei­nen ver­schie­de­nen Aus­wüch­sen und bezieht einer­seits eth­ni­sche Rea­li­tä­ten sowie anthro­po­lo­gi­sche Kon­stan­ten eben­so ein, wie man sich ande­rer­seits mit allen Impli­ka­tio­nen ein­ge­steht, daß sich die Lebens­wel­ten im 21. Jahr­hun­dert fun­da­men­tal wandeln.

Gleich­wohl gilt auch in glo­ba­li­sier­ten Zei­ten, daß es von Geburt an ein »Schon­Vor­han­de­nes« gibt, »einen Hin­ter­grund, der den Rah­men bil­det für die Kon­struk­ti­on des Selbst« (Alain de Benoist) – eben ein Volk nicht nur im Sin­ne von Demos als bür­ger­li­chem Wahl­volk oder Bevöl­ke­rung, son­dern auch, aber wie­der­um nicht aus­schließ­lich, im Sin­ne von Eth­nos als Gemein­schaft glei­cher Spra­che, Abstam­mung usf.

Die Eth­ni­zi­tät in moder­nen Mas­sen­ge­sell­schaf­ten, in wel­che hin­ein und aus wel­chen her­aus Migra­ti­on erfolgt, erscheint so von rechts gese­hen durch­aus prin­zi­pi­ell änder­bar, aber weder quan­ti­ta­tiv noch qua­li­ta­tiv belie­big form­bar. Ver­ein­facht gesagt bedeu­tet das auch, daß die Inte­gra­ti­on von Ein­wan­de­rern, die glo­ba­li­sier­te Zei­ten mit sich brin­gen und zumin­dest auch teil­wei­se mit sich brin­gen müs­sen, nur in bestimm­tem Maße, behut­sam und unter Aner­ken­nung der Hege­mo­nie der auf­neh­men­den (Mehrheits-)Gemeinschaft erfol­gen kann.

Das ist ein »neu­rech­ter« Stand­punkt, der nur in Deutsch­land (oder in ande­ren Tei­len des Wes­tens) so her­aus­ge­stellt wer­den muß: In allen ande­ren Regio­nen der Welt ist das com­mon sen­se weit über poli­ti­sche Milieus hin­aus und bedarf kei­ner expli­zi­ten Rechtfertigung.

Die Aner­ken­nung der Hoheit einer (reli­gi­ös, poli­tisch, gesell­schaft­lich usw.) rich­tungs­wei­sen­den Auto­ri­tät gilt selbst für das spa­ni­sche Mit­tel­al­ter, das »Kon­vi­via­lis­ten« (von »Zusam­men­le­ben«) über­has­tet als Ort des mul­ti­kul­tu­rel­len Mit­ein­an­ders idea­li­sie­ren und gar als Vor­bild für das heu­ti­ge Euro­pa darstellen.

Mit dem Sozio­lo­gen Frank Adloff kann ein rela­tiv pro­mi­nen­ter Ver­fech­ter des zivil­ge­sell­schaft­lich ton­an­ge­ben­den links­li­be­ra­len Milieus ange­führt wer­den, der im alten und von Stell­ver­tre­tern des Kali­fen regier­ten Spa­ni­en Ansät­ze für heu­te zu fin­den meint, wenn er den kas­ti­li­schen Begriff der con­vi­ven­cia aufgreift.

Adloff benennt die­se Kon­vi­via­li­tät zwar kor­rekt als das Zusam­men­le­ben von Juden, Mus­li­men und Chris­ten auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel wäh­rend des Mit­tel­al­ters; Kon­vi­via­li­tät stel­le »eine Form von mini­ma­ler Sozia­li­tät und einen Mini­mal­kon­sens dar, eine Kom­pe­tenz der kul­tur­über­grei­fen­den all­täg­li­chen Aushandlung«.

Ver­schwie­gen wird aber frei­lich der ent­schei­den­de Ein­wand, näm­lich daß die »all­täg­li­che Aus­hand­lung« inso­fern nicht statt­fand, als daß die Herr­schaft der unter­schied­li­chen Kali­fen­dy­nas­tien nicht als sol­che zur Dis­po­si­ti­on stand. Man konn­te als Christ und Jude im Kali­fat leben, aber man hüte­te sich vor der offe­nen Infra­ge­stel­lung der herr­schen­den Klas­se oder auch nur ihrer Wer­te, Lebens- und Denk­wei­sen, wes­halb ein Ver­gleich mit dem West­eu­ro­pa der Jetzt­zeit im höf­lichs­ten Fal­le als eigen­wil­lig ein­zu­stu­fen ist.

Das Gros der zeit­ge­nös­si­schen bun­des­deut­schen Lin­ken hängt Stand­punk­ten an, wonach Eth­ni­zi­tät, Volk und Nati­on samt jeweils zuge­hö­ri­ger Wer­te, Lebens- und Denk­wei­sen wan­del­bar, frei zu gestal­ten, letzt­lich Kon­struk­te, also frei »erfun­den« seien.

Dies wird, als reich­te dies nicht bereits als Her­aus­for­de­rung zum Wider­spruch, wie­der­keh­rend mit dem lapi­da­ren Ver­weis auf den Titel der grund­le­gen­den Stu­die des Natio­nen- und Natio­na­lis­mus­for­schers Bene­dict Ander­son verknüpft.

Die Crux ist, daß Ander­sons Ima­gi­na­ted Com­mu­nities (1983) mit dem von Ver­lag und Über­set­zer frei gewähl­ten Titel Die Erfin­dung der Nati­on in deut­scher Über­set­zung erschien (1988). Frei­lich war bei Ander­son nur gele­gent­lich die Rede von »Erfin­dung«, sehr häu­fig indes­sen von »vor­ge­stellt«.

Es han­delt sich im Ver­ständ­nis von Ander­son bei jeder Form von Gemein­schaf­ten, »die grö­ßer sind als die dörf­li­chen mit ihren Face-to-Face-Kon­tak­ten« um »vor­ge­stell­te Gemein­schaf­ten«, weil ein Mensch ande­re, ent­fern­te Men­schen, die gleich ihm zu einer Nati­on, einem Volk oder einem Staat gehö­ren, im Regel­fall nicht per­sön­lich ken­nen kann.

Aber über gemein­sa­me Merk­ma­le (etwa Mut­ter­spra­che, Tra­di­ti­on, Lebens­art, kon­tin­gen­te Kon­stel­la­tio­nen usw.) stellt man sich vor, in einem meist geschicht­lich ver­stan­de­nen, inte­gra­len Zusam­men­hang einer sou­ve­rä­nen (Ver­hält­nis­se wer­den selbst gere­gelt) und begrenz­ten (wer gehört dazu?) Gemein­schaft zu stehen.

Die Theo­rien Ander­sons zur Gene­se der Natio­nen und des Natio­na­lis­mus über den min­des­tens zwei Jahr­hun­der­te andau­ern­den his­to­ri­schen Wan­del von kapi­ta­lis­ti­scher Pro­duk­ti­ons­wei­se und sei­ner Pro­duk­te, Dynas­tien, Klas­sen, Ras­sis­mus, patrio­ti­scher Ima­gi­na­ti­on sind dis­ku­tier­bar, und gera­de von rechts öff­net sich aus­rei­chend Raum zur Kritik.

Doch die Schlag­wort­po­li­tik deutsch­spra­chi­ger Lin­ker jeder Cou­leur, die, sich ver­meint­lich aka­de­mi­scher Auto­ri­tä­ten sicher füh­lend, dort von »Erfin­dung« im Sin­ne künst­li­cher Kon­struk­ti­on spre­chen, wo es um »Vor­stel­lung« als Bil­dung einer Asso­zia­ti­ons­ket­te geht, ist nicht nur ver­kürz­tes Den­ken, son­dern aus­drück­lich ver­fäl­schend: Ander­son kri­ti­sier­te etwa den radi­kal­kon­struk­ti­vis­ti­schen popu­lä­ren Natio­na­lis­mus-For­scher Ernest Gell­ner expli­zit für des­sen Theo­rie, wonach (meist bür­ger­lich-intel­lek­tu­el­le) Natio­na­lis­ten sich ihre Nati­on erst von oben her­ab schu­fen, mit­hin die Nati­on »erfan­den«, also »aus­dach­ten«. (Gespie­gelt fin­det sich die­se Argu­men­ta­ti­on übri­gens auch bei Alex­an­der Dugin, für den Nati­on und Natio­na­lis­mus moder­nis­ti­sche Erschei­nun­gen sind, die durch die anvi­sier­te Umset­zung von mate­ri­el­len und imma­te­ri­el­len Eigen­in­ter­es­sen der jeweils herr­schen­den Bour­geoi­sie her­vor­ge­ru­fen wurden.)

Just dies ist nach Ander­son, der ein »demo­kra­ti­sches« Ver­ständ­nis einer Nati­ons­ge­burt durch die medi­al ver­brei­te­te Ima­gi­na­ti­on der Vie­len hat­te, immer­hin Aus­druck eines ver­kehr­ten Bewußt­seins, das heu­te, im kos­mo­po­li­ti­schen libe­ra­len und lin­ken Milieu, durch­aus als hege­mo­ni­al anzu­se­hen ist.

Die­ser Exkurs zur Natio­na­lis­mus-Theo­rie ist aus zwei Grün­den wich­tig: Einer­seits wird ver­ständ­li­cher, mit wel­cher Leich­tig­keit heu­te ton­an­ge­ben­de lin­ke und libe­ra­le Krei­se gemein­schafts­stif­ten­de Kate­go­rien wie Nati­on, Volk oder Eth­ni­zi­tät ver­wer­fen kön­nen, weil sie mei­nen, bei einer ver­kür­zen­den Anzi­tie­rung eini­ger aka­de­mi­scher The­sen die »Erfin­dung« eben­je­ner Kate­go­rien »bewie­sen« zu haben.

Der Rest der Agi­ta­ti­on ist dann mora­lis­ti­sches Zubrot, das wei­ter­füh­ren­de Dis­kus­sio­nen ethisch ver­werf­lich erschei­nen läßt. Ande­rer­seits nahm Ander­son vor­weg, daß Bezug­nah­men auf Nati­on und Zusam­men­ge­hö­rig­keits­be­wußt­sein (vul­go: Eth­ni­zi­tät) in Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung kei­nes­wegs unab­wend­bar obso­let wer­den müs­sen, wie bei­spiels­wei­se ein wei­te­rer Natio­na­lis­mus-For­scher, Eric Hobs­bawm, meinte.

Denn daß Men­schen migrie­ren, ihr Land ver­las­sen und in neu­en, eth­no­kul­tu­rell anders ver­wur­zel­ten Gesell­schaf­ten auf­ge­nom­men wer­den, ist, durch­aus mit Ander­son gedacht, gera­de kein Beleg für die Über­win­dung der bis­he­ri­gen Gemeinschaften.

Aus­wan­de­rer-Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten und die Rück­be­sin­nung auf die eth­ni­sche oder natio­na­le Her­kunft, auch wenn die Nati­on qua Glo­ba­li­sie­rungs­er­geb­nis der Migra­ti­on in geo­gra­phi­sche Fer­ne gera­ten ist, zei­gen heu­te viel­mehr, daß auch in glo­ba­li­sier­ten Zei­ten natio­na­lis­ti­sche und eth­no­po­li­ti­sche Stand­punk­te zuneh­men – spe­zi­ell an Orten fern der eige­nen Herkunftsregion.

Man­cher Tür­ke oder Kur­de knüpft erst im Aus­land eine beson­ders inni­ge Ver­bin­dung zu sei­ner eth­no­kul­tu­rel­len Her­kunft (anders als bei­spiels­wei­se Deut­sche oder Nie­der­län­der in den USA oder anders­wo, die sich zügig assimilierten).Mit Ver­weis auf den libe­ra­len bri­ti­schen His­to­ri­ker Lord Acton pro­kla­miert Bene­dict Anderson:

Das Exil ist die Pflanz­schu­le des Nationalismus.

Heut­zu­ta­ge, da der geschicht­li­che Fort­schritt wei­ter vor­an­ge­rückt ist als im spä­ten 19. Jahr­hun­dert Actons oder im spä­ten 20. Jahr­hun­dert Ander­sons, muß man die­ses Dik­tum in bezug auf den Natio­na­lis­mus um Eth­ni­zi­tät, eth­no­kul­tu­rel­les Bewußt­sein etc. erwei­tern – sie alle neh­men gera­de auch im ört­li­chen Exil an Bedeu­tung zu, nicht trotz, son­dern auf­grund der Glo­ba­li­sie­rung, der Aus­wan­de­rung und von ihr her­vor­ge­ru­fe­nen Fremd­heits­er­fah­run­gen sowie den Ver­wer­fun­gen der Migrationsprozesse.

Durch­läs­si­ge Gren­zen und Mobi­li­täts­schü­be wer­den dabei von unter­schied­lichs­ten ideo­lo­gi­schen Inter­es­sens­grup­pen im trans­at­lan­ti­schen Wes­ten posi­tiv taxiert. So befür­wor­ten libe­ra­le Kos­mo­po­li­ten bei­spiels­wei­se offe­ne Gren­zen und Gesell­schaf­ten, weil es – schein­bar – ihr Ide­al eines Welt­bür­ger­tums oder der Einen Welt begünstigt.

Und auch liber­tä­re Säu­len­hei­li­ge wie F. A. von Hayek kön­nen als Gewährs­leu­te für eine sol­che bor­der­less world her­an­ge­zo­gen wer­den. Hayek, dar­auf weist Frank A. Mey­er aktu­ell im Cice­ro hin, träum­te von einem Unter­gang der Grenz­li­ni­en als unver­meid­li­chem Schritt zur »Hege­mo­nie der Markt­ge­rech­tig­keit über sozia­le Gerechtigkeit«.

Selbst »die Regu­lie­rung der Arbeits­zeit« wer­de dann »den Ein­zel­staa­ten schwer­fal­len«. Wenn, so schwärm­te der heu­te auch rechts oft­mals gewür­dig­te Vor­den­ker der liber­tär grun­dier­ten neo­li­be­ra­len Spiel­art, »erst ein­mal die Gren­zen geöff­net sind und Bewe­gungs­frei­heit gesi­chert ist«, ver­lö­ren alle dezi­diert natio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen und Hül­len ihre Stellungen.

Mey­er spitzt Hay­eks Agen­da zu: »Im Klar­text: Schluss mit der Nati­on gleich Schluss mit dem Sozi­al­staat«. Glo­ba­le Gren­zen­lo­sig­keit, exter­ri­to­ria­le und offe­ne Märk­te, Über­win­dung von Gemein­schafts­den­ken, das auf Volk, Nati­on, Eth­ni­zi­tät fußt: Hier tref­fen sich liber­tä­re Reak­ti­on und post­mo­der­ne Linke.

Die pri­mä­ren Geg­ner neu­rech­ter Poli­tik in die­sem Feld sind jedoch nicht liber­tä­re Alt­meis­ter und markt­ra­di­ka­le Phan­tas­ten auf der einen Sei­te und eben­so­we­nig polit-eso­te­ri­sche Ver­fech­ter links­li­be­ra­ler Ent­wür­fe sowie post­mo­der­nis­tisch-iden­ti­täts­po­li­ti­sche Anti­fa-Akteu­re in ihren Wahr­neh­mungs­bla­sen auf der ande­ren Seite.

Das sind nur die meta­po­li­tisch ver­nehm­ba­ren, aber letzt­lich lun­a­tic-frin­ge-arti­gen Pres­su­re groups, bewußt oder unbe­wußt der ver­län­ger­te ideo­lo­gi­sche Arm der glo­ba­len Eli­te, die­ses so viel wirk­mäch­ti­ge­ren Gegners.

Es han­delt sich dabei – ob mit Alex­an­der Gau­land oder Sah­ra Wagen­knecht, ob mit Alain de Benoist oder Sla­voj Žižek argu­men­tiert – um eine neue Klas­se in zahl­rei­chen Län­dern der Welt öko­no­misch und poli­tisch Herr­schen­der. Die­se neue Klas­se ist kul­tu­rell ent­wur­zelt, in der Welt, also über­all und zugleich nir­gends, zu Hau­se, und bringt, wie Peter J. Bren­ner in der Zeit­schrift Tumult resü­mier­te, das Ide­al einer glo­ba­li­sier­ten, moral­ge­sät­tig­ten Welt­ge­sell­schaft mit sich, »ohne Gren­zen, ohne Iden­ti­tä­ten und ohne Konflikte«.

Eth­ni­zi­tät, einer­lei ob mit Wil­len zu ihr (mani­fes­tiert in eth­no­kul­tu­rel­lem Bewußt­sein) oder »nur« qua Abstam­mung, spielt so wie die Zuge­hö­rig­keit zu natio­na­len Kul­tu­ren kei­ne Rol­le mehr; selbst die Dis­kus­sio­nen dar­ob sind bereits überflüssig.

Zyg­munt Bau­mann hat in sei­ner Betrach­tung Gemein­schaft mit Recht dar­auf ver­wie­sen, daß die Welt der neu­en glo­ba­len Eli­ten kei­ne Anschrift mehr kennt »außer der E‑Mail-Adres­se und der Han­dy­num­mer«. Man denkt, fühlt, lebt »exter­ri­to­ri­al«, denn nur die selbst gewähl­te »Exter­ri­to­ria­li­tät allein garan­tiert einen gemein­schafts­frei­en Bereich«, sichert also die erfolg­te und in Gated com­mu­nities mate­ria­li­sier­te »Flucht vor der Gemeinschaft«.

Die glo­ba­le Wirt­schafts- und Kul­tur­in­dus­trie ver­bringt so die Groß­zeit ihres Lebens in einer selbst­ge­schaf­fe­nen Bla­se, bean­sprucht aber Gestal­tungs­macht über gan­ze Gesell­schaf­ten, deren All­tag sie zur Gän­ze fremd gegen­über­tre­ten muß. Ihre wirt­schafts­po­li­ti­schen (man­che Liber­tä­re) und kul­tur­po­li­ti­schen (diver­se lin­ke Milieus) Aus­läu­fer und Leug­ner jeder Eth­ni­zi­tät sind fak­tisch irrele­vant für die­se Entwicklung.

Ob Kwa­me Antho­ny Appiah (Der Kos­mo­po­lit, Mün­chen 2007), der durch­aus begie­rig eine Kos­mo­po­li­ti­sie­rung des Lebens auf Erden pro­phe­zeit, oder Fran­çois Jul­li­en (Es gibt kei­ne kul­tu­rel­le Iden­ti­tät, Ber­lin 2017) der – gleich Aydan Özo­guz (Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung) in Deutsch­land – die spe­zi­fi­sche Dimen­si­on einer bestimm­ten Kul­tur leug­net: Sie lie­fern zum Pro­zeß der Welt­ver­ein­heit­li­chung durch die ursprüng­lich west­le­risch sozia­li­sier­ten glo­ba­len Eli­ten ledig­lich den pas­sen­den Soundtrack.

Das Rin­gen um Eth­ni­zi­tät (um Iden­ti­tät, Migra­ti­on, Selbst­be­haup­tung) und die Bedeu­tung der Exter­ri­to­ria­li­tät (für Märk­te, für die neue Eli­te, für eth­no­na­tio­na­le Min­der­hei­ten­po­li­tik, für Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten) in glo­ba­li­sier­ten Zei­ten sind Geschwis­ter; man kann sie nur schwer­lich tren­nen vom gemein­sa­men Stamm­baum der glo­ba­len Spätmoderne.

Mit die­sem Stamm­baum ver­knüpft sind zwei zen­tra­le Fra­gen, die wie­der man­nig­fal­tig unter­glie­dert wer­den kön­nen. Ers­tens erle­ben wir eine mas­si­ve Rück­kehr der sozia­len Fra­ge auf natio­na­ler wie inter­na­tio­na­ler Ebe­ne: Zahl­rei­che ver­schie­de­ne Ver­tei­lungs­fra­gen des glo­ba­li­sier­ten Kapi­tals und sei­ner neu­en herr­schen­den Klas­sen wer­den sich zuspit­zen, die Raum­nah­me der Digi­ta­li­sie­rung und des »Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus« (Shosha­na Zub­off) beglei­ten und ver­schär­fen die­se Entwicklungsgänge.

Zwei­tens ist die Rück­kehr der Bedeu­tung von Eth­ni­zi­tät evi­dent: Inner­halb der Natio­nen Euro­pas wird sich zei­gen, ob ein eth­no­kul­tu­rel­les Bewußt­sein der Auto­chtho­nen in anhal­ten­den Kri­sen­si­tua­tio­nen akti­viert wer­den kann oder ob sich die Auf­lö­sung aller Din­ge im Wes­ten als ein unauf­halt­sa­mer Pro­zeß erweist.

Die Rück­kehr der Eth­ni­zi­tät der Migran­ten in Form von orts­un­ty­pi­schen Erschei­nun­gen eines neu-alten Tri­ba­lis­mus und einer Wie­der­be­sin­nung auf die Her­kunfts­re­gi­on- und / oder Her­kunfts­re­li­gi­on wird davon unab­hän­gig wei­ter­ge­hen. Aus bei­den gro­ßen Fra­gen – der kul­tu­rell-poli­ti­schen (Stich­wort Eth­ni­zi­tät) und der sozio­öko­no­mi­schen (Stich­wort Exter­ri­to­ria­li­tät) – und ihren Aus­dif­fe­ren­zie­run­gen ergibt sich die Not­wen­dig­keit einer dop­pel­ten Front­stel­lung: Zunächst gegen die Auf­ga­be der eth­no­kul­tu­rel­len Iden­ti­tät, danach sowohl gegen das Auf­ge­hen der Völ­ker (ob in mel­ting pots oder im Sta­tus eines Neben­ein­an­ders iso­lier­ter Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten) als auch gegen die abs­trak­te Macht des Kapi­tals und sei­ner kon­kre­ten Satra­pen in den Zivil­ge­sell­schaf­ten die­ser Welt.

Zuge­spitzt aus­ge­drückt: gegen die kos­mo­po­li­ti­schen »Wohl­mei­nen­den und Wohl­ha­ben­den« (Bernd Ste­ge­mann). Wenn man nun die aller­orts auf­tre­ten­den For­men des neu­en »Popu­lis­mus« im Sin­ne des Poli­tik­wis­sen­schaft­lers Phil­ip Manow als »Pro­test­ar­ti­ku­la­ti­on gegen Glo­ba­li­sie­rung« inter­pre­tiert, »und zwar gegen­über zwei ihrer haupt­säch­li­chen Erschei­nungs­for­men: dem inter­na­tio­na­len Han­del und der Migra­ti­on, also der grenz­über­schrei­ten­den Bewe­gung von Geld und Gütern einer­seits und von Per­so­nen ande­rer­seits«, dann ist die theo­re­ti­sche wie prak­ti­sche Affir­ma­ti­on des Popu­lis­mus der ers­te Schritt in einer rech­ten Gegen­be­we­gung zur herr­schen­den Ten­denz unse­rer Zeit. (Vgl. dazu Alex­an­der Gau­lands Auf­satz in die­sem Heft.)

Es geht in die­sem Kon­text, d. h. im Sin­ne eines authen­ti­schen, aus der Zeit her­aus not­wen­dig gewor­de­nen »Popu­lis­mus«, selbst­er­klä­rend nicht um einen Kampf zwi­schen den Völ­kern und ihren For­men, Eth­ni­zi­tät zu den­ken und zu leben, son­dern um »ein Bünd­nis aller star­ken kol­lek­ti­ven Iden­ti­tä­ten, aller Kul­tu­ren, die sich nicht damit abfin­den, unter der Dampf­wal­ze der Glo­ba­li­sie­rung zu ver­schwin­den« (Alain de Benoist).

Die­se Dampf­wal­ze rollt auf brei­ter Front, weil »die von der welt­wei­ten Zir­ku­la­ti­on von Kapi­tal und Infor­ma­ti­on ver­kör­per­te Macht« ein »exter­ri­to­ria­les Phä­no­men« ist (Zyg­munt Baumann).

Sie wirkt aber zugleich ter­ri­to­ri­al, weil sie alle Län­der in ihren Ein­fluß­be­reich bringt; das Netz der Abhän­gig­keit wird glo­bal auf­ge­spannt, wäh­rend die Migra­ti­ons­ur­sa­chen und ‑fol­gen ganz kon­kre­te Gebie­te der Welt tref­fen. Es bleibt indes­sen die unver­gäng­li­che Schwä­che poli­ti­scher (Gegen-) Ansät­ze, daß inter­na­tio­na­ler Wider­stand an den auf so vie­len Ebe­nen porös gewor­de­nen Gren­zen Halt macht: Der Geg­ner, der mit die­sem Fak­tum grenz­über­schrei­tend arbei­tet, ist einst­wei­len so den ent­schei­den­den Schritt voraus.

Die not­wen­di­ge Reak­ti­vie­rung eines selbst­be­wuß­ten Umgangs mit Eth­ni­zi­tät in Deutsch­land und West­eu­ro­pa müß­te daher mit einer Akti­vie­rung eines poli­ti­schen wie wirt­schaft­li­chen Sen­so­ri­ums für die neu auf­ge­wor­fe­nen Wider­sprü­che der Exter­ri­to­ria­li­tät ein­her­ge­hen. Dies umreißt die schwers­te Her­aus­for­de­rung für 2019 ff.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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