Hier bin ich. Wo bist du?

Die Sommerpause in unserem Netz-Tagebuch ist zu Ende. Wir haben sie -- wie sollte es anders sein -- auch dafür genutzt,...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

über den Fort­gang die­ses Blogs zu bera­ten, und zwar prin­zi­pi­ell. Details (wie­vie­le Arti­kel pro Tag?/ wel­che Län­ge ver­kraf­ten Autoren und Leser?) sind näm­lich gar nicht wich­tig, wenn es um die Fra­ge geht, ob wir das Netz-Tage­buch machen – oder ob es etwas mit uns macht.

Es macht etwas mit uns: Wir lesen ver­nut­zend und neh­men ver­nut­zend wahr. Wir machen unse­re Beob­ach­tun­gen am Bade­see, in einer Aus­stel­lun­gen, bei der Zei­tungs­lek­tü­re oder im Gespräch. Und im Kop­fe brin­gen wirs schon für den Blog­le­ser auf den Punkt und for­mu­lie­ren die Moral von der Geschicht. Das muß zu allem Über­fluß auch noch schnell gehen, denn andern­orts sit­zen auch Kom­men­tie­rer bereit, las­sen nichts sacken, son­dern erset­zen Qua­li­tät durch Reaktionsschnelligkeit.

Das scheint mir der ent­schei­den­de Aspekt zu sein: Es kommt im Netz nicht dar­auf an, daß etwas stand­hält. Es ist eh nach vier Tagen ver­schwun­den. Wich­tig ist, daß es rasch in der Welt ist und über die unzäh­li­gen Ver­net­zungs­kno­ten­punk­te rasch wei­te Ver­brei­tung fin­det. Es ist wie das dau­ern­de Geschrei der Gän­se: Hier bin ich, wo bist du? Hier bin ich, wo bist du?

Leu­te wie der “Genera­ti­on-Upload-Papst” Sascha Lobo haben die­se Ver­wechs­lung von Qua­li­tät mit Stim­men­ge­wirr und Geräusch­ku­lis­se zur Per­fek­ti­on getrie­ben, und er ist einer der weni­gen, die damit sogar rich­tig viel Geld ver­die­nen kön­nen. Nun ist uns Sascha Lobo wirk­lich herz­lich egal, aber wir sehen, wie das, was er auf die Spit­ze treibt, als Epi­de­mie in unter­schied­li­chen Inten­si­täts­gra­den um sich gegrif­fen hat: Wir sehen jun­ge Autoren ihre halb­ver­dau­te Lek­tü­re in ent­we­der alt­klu­gen oder rein epi­go­na­len Bei­trä­gen ver­öf­fent­li­chen. Wir sehen, daß sie das bera­tungs­re­sis­tent tun, weil sie auf ihren Blogs und Platt­for­men kei­ne Lek­to­ren und Redak­teu­re akzep­tie­ren müs­sen. Wir sehen, daß es den Lesern mitt­ler­wei­le ziem­lich egal ist, ob ein Bei­trag duch­ge­feilt oder zusam­men­ge­stot­tert ist: netz­taug­lich ist irgend­wie alles, denn nichts gilt ja lan­ge. Wir sehen, daß also die Ruhe des Rei­fens abhan­den gekom­men ist, das Abla­gern, Abhän­gen, Abwar­ten. Und wir sehen, daß die ver­meint­lich lus­ti­ge Ver­net­zung nur eine Chi­mä­re ist, die Ver­tu­schung der Pflicht, sich ins “wah­re Leben” zu stür­zen. Ein­sa­mer nie als vor dem Rechner …

Schluß­fol­ge­rung: Wir ver­rin­gern hier­mit die Schlag­zahl. Wir berich­ten und kom­men­tie­ren, wenn es etwas gibt, das
a) kein ande­rer aufstöbert,
b) kein ande­rer aus unse­rer Sicht beur­tei­len kann,
c) einer von uns gründ­lich nach­ge­dacht hat.

Das schafft jetzt kei­ne neue Netz-Kul­tur, Gott bewah­re! Aber es sorgt dafür, daß unser Tage­buch unver­wech­sel­bar und unty­pisch bleibt, und daß wir das Ping-Pong aus Twit­ter, eMail und Kom­men­tie­rung nicht mit­spie­len müs­sen. Es ist ganz ein­fach auch in der Form, in der der Art der Her­an­ge­hens­wei­se nicht das, was heu­te als “blog­gig” gilt, son­dern –Sezes­si­on.

Es ist dabei übri­gens ganz kon­se­quent, daß die Abon­nen­ten- und Absatz­zah­len unse­rer Druck­aus­ga­be durch unser Blog nicht zurück­ge­gan­gen sind. Ande­ren Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten geht das so, ich habe auf­schluß­rei­che Gesprä­che geführt in den ver­gan­ge­nen Wochen. Uns geht es aber nicht so, wir gewin­nen sogar Abon­nen­ten über unser Blog. Der Grund: Die Druck­aus­ga­be der Sezes­si­on ist von der for­ma­len, hand­werk­li­chen und inhalt­li­chen Qua­li­tät so weit von jedem Inter­net­auf­tritt ent­fernt, daß unser Netz-Tage­buch kei­nes­falls ein Ersatz dafür sein kann. Ande­re (auch “befreun­de­te”) Publi­ka­tio­nen haben es da schon schwieriger…

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (15)

kolkrabe

3. August 2009 10:43

Hab mir schon gedacht, dass sich nach der Sommerpause was ändern wird bei der SiN, von daher kam die Botschaft nicht überraschend. Dies zum Trost und zu weiterer Ermunterung: Manche Dinge im Netz sind nach vier Sekunden vergessen - andere nicht. Ich stöbere immer wieder mit Gewinn auch in euren älteren Beiträgen. Von daher ist es schade, wenn sich die Schlagzahl nun verringert. Mit Blick auf das Ruhen und Reifen ist es allerdings nachvollziehbar, das ist auch bei gutem Käse nicht anders (oder etwas weniger despektierlich: gutem Wein). Weiterhin produktives Schaffen und guten Erfolg!

Corvusacerbus

3. August 2009 11:24

Yep, das hat sich angekündigt, in der Tat war machens Gesagte unnötig, unangemessen oder auch mal aufgeblasen. Andererseits, wer jemals Tagebuch geführt hat, weiß, daß einem beim Nachlesen immer manches närrisch, irrelevant, unnötig oder einfach gänzlich unverständlich erscheint. Nils Bohr hat mal gesagt, es gebe triviale Wahrheiten und es gebe große Wahrheiten. Das Gegenteil einer trivialen Wahrheit sei einfach falsch. Das Gegenteil einer großen Wahrheit sei auch wahr. Insofern müssen wir Normalsterblichen uns sowieso damit abfinden, beim Entdecken einer trivialen Wahrheit "Heureka" zu rufen, uns immer strebend bemühen, nix Falsches zu denken und uns an von anderen entdeckten großen Wahrheiten, seien sie falsch oder wahr, zu erfreuen und unser Denken daran zu erproben. Ich finde es nicht wirklich überzeugend, den Versuch, Falsches zu enthüllen und trivial Wahres zu schreiben, mit der Begründung einzuschränken, man käme ansonsten nicht dazu, die großen Wahrheiten auch die auch wahren Wahrheiten zu suchen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Bereiche, denn dazu braucht man kein Tagebuch, sondern einen Sonderforschungsbereich bzw. einen Gelehrtenzirkel, der sich nach außen abschottet, um innen umso intensiver arbeiten, und je nach Bedarf auch zusammenarbeiten, kommunizieren und twittern zu können. Die Gefahr ist groß, wenn dem Diskurs des trivial Wahren und substantiell Falschen - und nur darum kann es wohl an dieser Stelle gehen - die Elemente des schnell Glossierenden, der ahnungsvollen, assoziierenden und klug vermutend suchenden Randbemerkung oder auch der mal schnodderig hingworfenen Frechheit genommen wird, daß er dadurch nicht wahrer wird, sondern nur langweiliger. Das wäre ärgerlich, zumal es doch Autoren gibt - vor allem eine Autorin - die eben dieses journalistische Talent zum treffenden und frechen Aufspießen und Deutlichmachen haben.

Hohenstaufer

3. August 2009 14:26

Bei mir hinterließ Weißmanns "Faschismus"- Beitrag den bleibendsten Eindruck und veranlaßte mich, diesen ordentlich auszudrucken, in Ruhe zu lesen und anschließend in die entsprechende Abteilung meiner kleinen Hausbibliothek einzuorden. Dies bestätigt auf paradigmatische Weise die Eindrücke von Herrn Kubitschek: diese Artikelserie Weißmanns ähnelte am deutlichsten den Beitragen der Druckausgabe (inhaltlich, strukturell und methodisch).

Gardeleutnant

3. August 2009 16:03

Auf mich hat keiner der bisherigen Beiträge bei SiN den Eindruck des (zu) schnell Hingeworfenen gemacht. Insbesondere die aus der Momentaufnahme entstandenen kurzen Beiträge von Ellen Kositza haben mir immer Lesevergnügen bereitet. Und ich hoffe doch, daß obiger Text keine generelle Diskreditierung des (auch) Leichten, des Eindrucks, der Teilhabe am Lebensgefühl - und auch hier: am Denken! - eines Anderen darstellt. Hierfür sollte bei SiN auch weiterhin Platz sein.

Dennoch begrüße ich den beschlossenen Schritt. In der Tat hatte ich bei vielen Beiträgen die Furcht, dieser lesenswerte Text könnte irgendwann im Orkus verschwinden (Hack-Angriff, Server-Absturz, etc.) und nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich habe eben, wie mein Vorredner, lieber Gedrucktes im Regal stehen als eine Datei auf der Festplatte oder die Zugriffsmöglichkeit auf eine Internetseite.

Da aber diese Seite hier meiner Ansicht nach viel Potential zutage gefördert hat: Beiträge, die lesenswert waren, es aber vielleicht (oder wegen der Kürze sicherlich) nie in die Druckausgabe geschafft hätten; hier ein Vorschlag/eine Frage. Ist eine Erweiterung der Sezession nicht denkbar, auf monatliches Erscheinen oder als 120-Seiter? Material genug scheint ja da zu sein und der Mehrpreis sollte - da ausgeglichen durch mehr Inhalt - kaum zu einer Absenkung der Abonnentenzahl führen...

Thorsten

3. August 2009 18:12

Nachvollziehbar und eigentlich auch meiner eigenen rational-geprägten Auffassung entsprechend. Und man hat es tatsächlich schon erwartet.

Über zwei Dinge könnte man aber nachdenken. Erstens, dass zwar viel gesagt ist und Widerholungen vermieden werden sollten, dass es allerdings auch darauf ankommt WER etwas sagt. Ich denke Weißmann und Kubitschek haben durchaus auch eine Jüngerschaft, die manches was woanders zu lesen ist und was andere schon gesagt haben, von den Meistern selbst hören oder durch die Meister selbst bestätigt haben wollen. Das trifft vor allem auf Neulinge und jüngere Semester zu, die noch nach Orientierung suchen und sich an Vorbilder halten.

Zweitens fand ich bisher jeden Artikel wertvoll; auch die eher belangloseren Artikel - wobei diese Einschätzung von den jeweiligen Interessen abhängig ist -, waren in positivem Sinne unterhaltsam. Wir Nationalen sollten nicht den Fehler machen zu rational zu sein. Auch der Augenblick zählt und kann genossen werden. Das Leben selbst ist vergänglich und besteht aus einer Aneinanderreihung von Vergänglichem, von dem rückblickend viel als verzichtbar und belanglos erscheint, vor allem für Außenstehende, die an den Situationen und Erlebnissen nicht teilhatten. Und doch hat alles zu seiner Zeit Anlass, Absicht, Sinn und Wert - letzteres aber nicht unbedingt für jeden. Insofern ist so ein Blogtagebuch symptomatisch für das Leben selbst. Laßt Raum für vergängliche Schönheit, und wenn es nur die Schönheit mancher Formulierung ist. Die "Strahlungen" wären mit dem neuen Ansatz der SiN auch deutlich ausdünnbar. Würde das aber nicht den Wert des ganzen Werkes schmälern?

Ellen Kositza

3. August 2009 21:13

Witzig fand ich dies: Als wir mit diesem Netztagebuch begannen, herrschte zunächst die Vorstellung, das jedes blog-Vorhaben für alle Mitschreiber angekündigt werden müsse, damit nicht etwa drei Mann zugleich – am Ende redundant – zum gleichen Thema schreiben. War aber nie so. So bunt ist die Welt – oder so unterschiedlich unsere Interessen.
Ausnahme: heute. Ohne, daß zwischen Kubitschek und mir jemals unangenehme Chiffren wie Sascha Lobo oder Generation upload debattiert wurden, hatte ich gedanklich einen Beitrag dazu fertig. Nun wurden mir die Worte gleichsam aus dem Mund genommen. Es wäre - kurz gesagt - um Lobos Äußerung gegangen, daß unzählige Leute heute ihren L e b e n s(!!)mittelpunkt (mal bei Bergson oder G. Simmel nachschlagen…) „im Netz“ haben und dabei konkret um eine Freundin von mir, die nun endlich einen Netzfreund wirklich, also im sog. RL getroffen hat. Sie kannte den Typ aus diversen Foren, er war über ein knappes Jahr ihr Superheld geworden. So charmant, so klug, dabei so kampflustig, nie um ein Argument verlegen. Photos kannte sie bereits – die waren der großen Hoffnung nicht gerade abträglich. Nun hat der Mensch also sein Dasein für einen Abend (mit ihr) von seinem Lebensmittelpunkt Internet in eine Cafébar verlagert – es soll grotesk gewesen sein. Ein Spinner, erzählte die Freundin übelst aufgebracht, ein Klemmi, ein richtiger Psycho, ein "Gespenst" – mit den lauten, beeindruckenden Stimmen im Netz mendele sich doch ein „Pack“ aus, das außerhalb von web 2.0 nie einen Fuß auf den Boden kriegen würde. Diese „Netzaffinen“, meinte sie jetzt ganz apodiktisch, seien für sie fortan nur „Netzaffen“; ihr sei es wie Schuppen von den Augen gefallen, daß einer, der fünf, sechs Stunden pro Tag /Nacht mit klugen Kommentaren im web verbringe, gar nichts „Wirkliches“ zu bieten haben könnte.
Und, nebenbei gesagt: schon allein des Terminus wegen muß man doch eigentlich alles dransetzen, keinesfalls unter „Generation upload“ subsummiert zu werden.

derherold

3. August 2009 23:06

Im Internet weiß niemand, daß Du ein Hund bist.

Die "hohe Schlagzahl" bei Posts in einem Blog führ(t)en häufig dazu, daß das Selbstereferentielle stark in den Vordergrund rückt. Gerade bei den dt. Blogs hat(te) man den Eindruck, daß zu vieles am Kern einer (polit.) Diskussion vorbeigeht.

Lobo ist ein wenig die Ingrid Steeger der Blogosphäre: "Dann mach ich mir ´nen Hahnenkamm und find es wunderbar."
Man darf nicht vergessen, daß er einerseits Vorbild und andererseits Symbol des Scheiterns einer von vielen erhofften Monetarisierung von Blogs ist.

Harki

4. August 2009 00:35

Also, ich finde die Bezeichnung "Generation Upload" so irreführend wie "64er-Generation" und ähnliches -- jedenfalls insofern es diese Altersgrenze schon in Deutschland kaum noch gibt und in netzaffinieren Ländern (USA, Skandinavien, Israel) erst recht nicht.

Das Durchschnittsalter von Twitterern beispielsweise ist (auch in Deutschland) relativ hoch, wie wie inzwischen wissen.

Diese „Netzaffinen“, meinte sie jetzt ganz apodiktisch, seien für sie fortan nur „Netzaffen“; ihr sei es wie Schuppen von den Augen gefallen, daß einer, der fünf, sechs Stunden pro Tag /Nacht mit klugen Kommentaren im web verbringe, gar nichts „Wirkliches“ zu bieten haben könnte.

Hm. Ich habe in den letzten Jahren ein große Zahl von Leuten (Dutzende), die ich im Netz kennengelernt hatte, schließlich auch persönlich kennengelernt -- und habe da nie eine Erfahrung der geschilderten Art gemacht. Das Bild, daß ich mir von den Leuten gemacht hatte, stimmte eigentlich immer. Meistens (nicht immer) hat sogar die Optik, der Habitus dem entsprochen, was ich erwartet hatte.

Natürlich, die Leute sind meist schüchterner und defensiver als im lautstarken Netz, das versteht sich von selbst.

Wer sich allerdings von irgendwelchen Zampanos oder Diven beeindrucken läßt, die "auf alles eine Antwort haben", ist selbst schuld, würde ich sagen. Ich würde da einfach einmal unterentwickelte Menschenkenntnis und/oder schlichte Naivität unterstellen.

Und von "uns Netzaffinen" hält auch nicht jeder "Sascha Lobo" für einen Star. Ich habe den Namen vor drei Wochen, oder so, zum erstenmal gehört. Natürlich, es gibt diese Sternchen seit Jahr und Tag, natürlich, sie haben ihre Groupies und eine sehr große Leserschaft. Aber auch die ist nur ein sehr kleiner Teil der "Netzaffinen". 134.000 Leute haben die Zensursula-Petition unterzeichnet. (Ich war unter den ersten 4000 :-) ) Es glaubt hoffentlich niemand, daß sich von denen mehr als, sagen wir, 5 % dafür interessieren, was Sascha Lobo oder Don Alphonso zu sagen haben. Ruhig Blut, mithin.

Was haben ein Bibliothekar des mittleren Dienstes in Hannover, eine Hausfrau in Bergisch-Gladbach, ein Freelance-Webdesigner in Halle, eine Buchhändlerin in Wien, ein vergammelter Student in Bremen, eine Beamtin in Trier, ein Zahnarzt in Hagen, eine Hartz-IV beziehende Alkoholikerin in Mannheim und ein Anwalt in Unna gemeinsam? Richtig, einen Arbeitsplatz mit Internet-Anschluß. Und damit spielen sie eben nebenher rum. Und zwar schon seit Jahren.

Das Netz ist heute einfach Teil des normalen Lebens von ganz normalen Leuten. Wenn das mal in die Schädel reinwollte.

Bauer Gerhard

4. August 2009 08:38

Schlußfolgerung: Wir verringern hiermit die Schlagzahl. Wir berichten und kommentieren, wenn es etwas gibt, das
a) kein anderer aufstöbert,
b) kein anderer aus unserer Sicht beurteilen kann,
c) einer von uns gründlich nachgedacht hat.

Richtig.
Qualität vor Quantität.

Regor

4. August 2009 14:00

Hallo Sezessionisten,
ich bin schon seit Jahren Abonnent der Sezession und sehe SiN nur als Ergänzung, sehr schöne Ergänzung. Eure Zeitschrift bohrt dicke Bretter - das ist so im Netz nicht ohne weiteres möglich. Hier will man kurze Texte lesen, sich kurz aufregen oder über den politischen Gegner amüsieren ("Ilse Bilse").
Weißmanns Faschismus-Reihe war auch für mich ein Höhepunkt, kurzweilig, aber prägnant wurde über einige Facetten des Themas referiert. Ich habe selbstverständlich alle Teile ausgedruckt und zu den "Akten" gelegt. Gegen Ende die Bitte: Macht weiter so und verliert Eure Bissigkeit nicht!
Grüße!

benjamin jahn zschocke

5. August 2009 14:27

eine chance von sezession.de besteht gerade im zeitweiligen abweichen vom druck-konzept. ich denke, man spricht hier sicher einen partiell anderen leserkreis an, was auch bedeutet, daß ein überzeugter sezessions-leser, texte, die nach dem üblichen druck-prinzip verfaßt sind, nicht automatisch auch online lesen wird.
gerade die frische und der humor so vieler k.u.k.- texte sind ein aspekt, welcher der nach außen hin leider allzuoft recht vergeistigten "neuen rechten" bislang fehlte. artikel wie "madame cordhose", "twitter" oder "zeit des niedergangs" möchte ich keinesfalls missen.

Thomas

6. August 2009 15:43

Den Vorrednern, denen SiN lieb geworden ist, kann ich mich nur anschließen. Ich freue mich über die meisten Beiträge, ganz besonders über die von Ellen Kositza. Daß hin und wieder auch mal Artikel von SiN nicht die gewohnte Qualität besitzen, muß man hinnehmen, das gilt auch für die Druckausgabe.
Insgesamt ragt auch der Szession-Blog unter den zigtausenden von Blogs weit heraus, macht euch also keine Sorgen. Wer SiN liest, erwartet Qualität und erhält Qualität.
Und die Rechten brauchen nicht nur wohldurchdachte, tiefgeistige Lektüre, sondern auch das Freche, Frische, mal eben Hingeworfene und vor allem auch Humorvolle. Als ich die liebenswerte Ernst Jünger - Parodie in "Warum Sezession" gelesen hatte, mußte ich meine Arbeit für ein paar Minuten unterbrechen, weil es mich vor Lachen geschüttelt hat.

Und wenn ihr das beherzigt, zu bringen, was
"a) kein anderer aufstöbert,
b) kein anderer aus unserer Sicht beurteilen kann",
dann werdet ihr auf jeden Fall genug Material haben.

Vulture

6. August 2009 20:14

Hält sich denn auch die Frau Kositza daran? Sieht nicht so aus, oder?

Antwort Kubitschek:
Aber doch! Hamsun ist aus der Druckausgabe.

W.Wagner

6. August 2009 20:21

Eigentlich ist durch die "Vorredner" wohl alles gesagt, schließe mich z.B. "Thomas" (6.8.) gerne an, wobei ich bei "Friedrich dem Großen" sehr schmunzeln musste - man sah ihn geradezu vor sich stehen.

Für mich selbst ist SiN der Morgengruß von Euch/Ihnen - und dann kann ich an die Arbeit gehen und weiß, dass auch Ihr schon wieder daran sitzt, und weiß, dass wir auf einem gemeinsamen "Feldweg" gehen, oder vielleicht auf Feldwegen in verschiedenen Gegenden, Landschaften, aber sie treffen sich, fügen sich (einmal) zusammen.

Hesperiolus

7. August 2009 08:20

Ein erfreulicher Ansatz, diese SiN, zu deren Fortführung ich das Beste wünsche! Vor allem Gelassenheit und Mut, mit karger Ungefälligkeit und hartem Eigensinn unbeeindruckt und widerständig Stil zu wahren! Auch das Flüchtige, Splitter und Brosamen, hat sein Recht und reichert Atmosphäre an. Der Leser dankts!

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