2. Mai 2020

Netzfundstücke (50) – Podcast, Die Kehre, Planet

Jonas Schick / 36 Kommentare

Die Coronamaßnahmen sind seit bald zwei Wochen gelockert; das »normale« Leben läuft langsam wieder an.

Doch die wirtschaftlichen Folgen beginnen erst jetzt in ihrem vollen Ausmaß sichtbar zu werden. Mit diesen verbindet die Rechte unterschiedlichste ökonomische  Hoffnungen und Forderungen: die einen sehen in ihr die Möglichkeit zur Deglobalisierung, die anderen erblicken in ihr wiederum den Katalysator des generellen Trends hin zu Digitalisierung und Plattformkapitalismus.

Einer, der letztere Position vertritt, ist Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser. Im Rahmen der „Lagebesprechung“, dem in den Fundstücken bereits vorgestellten Podcast des Bürgernetzwerks EinProzent e.V. unter Beteiligung von Sezession und Freilich, hatte ich die Gelegenheit, mit ihm über die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen zu sprechen und von ihm zu erfahren, warum er der Ansicht ist, daß insbesondere der Mittelstand unter den getroffenen Maßnahmen leidet und große Multikonzerne die Krise als Profiteure überstehen werden.

Hier kann das informative Gespräch angehört werden, das unser Gesprächspartner Kaiser gerne über Stunden ausgedehnt hätte – aber so müssen 40 Minuten zunächst ausreichen.

Der Podcast ist auch auf allen gängigen Plattformen von iTunes bis Spotify zu finden!


Eigenwerbung ist eine schwierige Angelegenheit; ihr haftet etwas Anrüchiges an und es ist ein schmaler Grat, nicht ins Lächerliche abzudriften. Nichtsdestotrotz möchte ich Ihnen dieses »Fundstück« nicht vorenthalten, halte mich deswegen aber kurz und bündig:

Seit Ende 2019 arbeite ich an einer Zeitschrift, die sich voll und ganz dem Themenkomplex »Ökologie« widmet. Nun hat sie endlich das Licht der Welt erblickt.

Die Kehre – Zeitschrift für Naturschutz ist ein vierteljährlich erscheinendes Periodikum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die anhaltenden Vernutzung unserer Industriegesellschaften offenzulegen und einen Orientierungspunkt dafür zu geben, was »konservative Ökologie« überhaupt ausmacht und wie diese im 21. Jahrhundert zu realisieren ist.

Dabei ist es das Anliegen des Projektes, sämtliche Facetten der Ökologie zur Geltung zu bringen und wieder mit Leben zu füllen, so daß ihrer einseitigen Verengung auf den »Klimaschutz« Einhalt geboten wird. Die Erstausgabe trägt den Titel »Klimaschutz contra Naturschutz?« und stellt die Frage, inwieweit die Mode des Klimaschutzes die Prinzipien eines klassischen Naturschutzes konterkariert.

Dazu findet sich im Heft über die einzelnen Artikel ein weitgespannter Rahmen, der von der Architektur über den Arten- und Heimatschutz bis zur Landwirtschaft reicht. Damit Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können, haben wir zum Start drei Artikel der Druckausgabe auf unserer Netzseite zum freien Lesen eingestellt. Außerdem werden auch unabhängig von der Druckausgabe immer wieder Artikel auf dem Blog veröffentlicht werden.

Besuchen Sie uns unter www.die-kehre.de! Kaufen Sie eine Einzelausgabe und schließen Sie ein Abonnement ab! Die Erstausgabe ist auch hier auf Antaios, dem größten konservativen Versandbuchhandel, verfügbar. Außerdem sind wir auf Instagram, Twitter und Facebook vertreten. Schauen Sie auch dort vorbei.


An das Konzept der Kehre anschließend, ist es interessant zu sehen, was passiert, wenn Linke ihre (ökologischen) Lebenslügen selbst entlarven. Wenn Ihnen ein Licht aufgeht, daß die von ihnen unterstützten »grünen Technologien« ein einziger Selbstbetrug sind und ihre progressiven Gesellschaftsprojekte auf fossilen Voraussetzungen beruhen. Also an den Prozeß der Industrialisierung gekoppelt sind, dessen Auswirkungen sie, seitdem sie in den 1970ern zu »Grünen« wurden, vehement anprangern.

Die Dokumentation/Reportage des Amerikaners Jeff Gibbs, zeichnet diesen Weg der Ernüchterung am eigenen Leib in der typischen Machart des linken »Doku-Filmers« Michael Moore, der ihn auch vertreibt, nach:



Kommentare (36)

Lotta Vorbeck

2. Mai 2020 11:47

Gelockerter Strafvollzug und eine neue Zeitschrift - Tanz in den Wonnemonat Mai 2020!

RMH

2. Mai 2020 12:38

"die einen sehen in ihr die Möglichkeit zur Deglobalisierung, die anderen erblicken in ihr wiederum den Katalysator des generellen Trends hin zu Digitalisierung und Plattformkapitalismus."

Die Anzeichen für letzteres verdichten sich und damit ist letzteres aus meiner Sicht auch klar wahrscheinlicher.

Wir rollen auf eine Insolvenzwelle von Klein- und Mittelständlern zu, die durch die aktuellen Hilfsmaßnahmen der Regierung ihr Kapital aufzehren, ad hoc zu spät Insolvenz anmelden werden und denen dann das Kapital fehlt, für einen Neustart aus der verspäteten Insolvenz.

W. Wagner

2. Mai 2020 12:40

Hervorragend! Notwendig! Mein Abonnement schließe ich da herzlichst gerne ab. Beim Thema Heimatschutz biete ich schon jetzt gerne meine Hilfe an. Bin sehr gespannt! 

Homeland

2. Mai 2020 12:42

Sehr geehrter Herr Schick,

unterstütze das Projekt

Die Kehre – Zeitschrift für Naturschutz

durch ein Abo ab sofort (ist schon veranlasst). Vergessen Sie Roger Scruton nicht. Und die Jagd. Grüße.

zeitschnur

2. Mai 2020 13:46

Prinzipiell ein interessantes Projekt (die neue Zeitschrift). Ich befasse mich seit einigen Monaten mit der Frage "Wo ist die Natur - Tagebuch einer Suche" auf meinem eigenen Blog, heute etwa mit dem Text "Der Covid geht um".

Die "linke" Ökologiebewegung fußt voll und ganz auf längst überholten Auffassungen von der Natur. Ich kann nur anmahnen, nun "rechts" nicht in denselben Fehler zu verfallen. Große Teile der Physik, aber auch der Biologie und Medizin brechen zusammen. "Corona" ist die Chiffre dafür. Dr. Lankas Kampf wegen der Nachweisbarkeit des Masernvirus war einer der Anfänge: Vor Gericht wurde abschließend geklärt, dass dieses Virus tatsächlich noch niemals wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Es gibt eine manifeste Erkrankung, die man auch ohne Virentheorie kennt, aber die Theorie ließ sich niemals nachweisen und steht deshalb zur Disposition. Der Coronazirkus offenbart dasselbe Dilemma. Wir gehen eher mit einem Krankheitsaberglauben um als einer echten und manifest sichtbaren Erkrankung. Die meisten sind aber so naturentfremdet, dass ihnen gar nicht auffällt, dass sie an ein Phantom glauben, das sie selbst weder erleben noch irgendwie wahrnehmen. Die Natur wird so pervertiert zum Raum von Spukgeistern und irrationalen Ängsten und hohen Tabusetzungen.

Heinrich Loewe

2. Mai 2020 14:15

Läuft: Das Thema Ökologie von rechts her zu mit einer Zeitschrift zu be-ackern! Erste Ausgabe ist bestellt. Ich bin selbst in der Ökoszene unterwegs. Da gib es derart massig Widersprüche, Zielkonflikte, Double-Binds, Ideologie. Dort mal aufzuräumen, das gibt Stoff für Jahre.

Rheinlaender

2. Mai 2020 14:34

Ein Versuch, ein Kompendium des konservativen Ökologie-Denkens zu erstellen, findet sich auch hier: 

https://renovatio.org/wp-content/uploads/Ganzheitliche-%C3%96kologie-und-Nachhaltigkeit-Renovatio-Impulse-Nr.-1.pdf

Allerdings ist das Dokument eher aus der christlich-konservativen Perspektive verfasst, die zuletzt Roger Scruton vertreten hat. Scruton wird dementsprechend häufig zitiert. Die volkskonservative Perspektive unterscheidet sich von dieser z.T. deutlich.

Das im Dokument ebenfalls ausführlich dargestellte, vor allem von Joseph Ratzinger geprägte Konzept der ganzheitlichen Ökologie bzw. der "Ökologie des Menschen", die auch Volk und Nation zu den bewahrenswerten Gütern zählt (im Dokument ab Seite 9 erwähnt), könnte als Impuls für andere Strömungen im Konservatismus von Interesse sein.

Imagine

2. Mai 2020 15:10

@RMH  2. Mai 2020 12:38
„Wir rollen auf eine Insolvenzwelle von Klein- und Mittelständlern zu …“
 

Es entsteht eine Abwärtsspirale. Unternehmen – ob KMUs oder Großunternehmen – werden Angestellte entlassen (müssen). Den Arbeitslosen fehlt Kaufkraft. Dadurch gehen die Umsätze in jenen Bereichen zurück, deren Produkte und Dienstleistungen nicht unbedingt zum Leben benötigt werden. Das führt zu neuen Entlassungen und Insolvenzen. Daraus resultiert weiterer Kaufkraftverlust ...

Steigende Massenarbeitslosigkeit ist eine Profitmaschine, weil Lohndumping möglich wird. Diejenigen  die noch einen Job haben, kann man mit Änderungskündigen dazu bringen, auf Lohn zu verzichten. Wer wiedereingestellt wird, muss schlechtere Konditionen akzeptieren.

Wie immer im Kapitalismus: Des einen Leid, des anderen Freud. Es kommt zu weiterer Konzentration und Zentralisation für die großen und globalen Konzerne. Sie sind die Gewinner.

Die globalen Konzerne bezahlen keine oder (zu) wenig Steuern.

Die Staatseinnahmen werden sinken, Gebühren und Bußgelder werden steigen. Die Infrastruktur wird noch schlechter werden.

Der Gehenkte

2. Mai 2020 15:39

@ zeit_

"In der Natur ist alles irgendwie schlüssig. Wenn mich eine Zecke befällt, braucht sie mein Blut... Was aber braucht ein „Virus“, wenn es mich angeblich „befällt“? Den Zombiespaß, sich mal riesig zu vermehren und danach wieder im Zustand des Nicht-Lebewesens abzuwarten, bis man wieder einen Organismus befallen kann? Klingt absurd und ist es wahrscheinlich auch. Wir haben vielleicht noch gar nicht verstanden, was Viren sind."

Das kann man auch nicht verstehen, wenn man von einer natürlichen Schlüssigkeit ausgeht oder von einem "Brauchen" - also einer Teleologie - in der "Natur". Der Schlüssel liegt im Verstehen der evolutionären Prozesse. Das fällt den meisten Menschen deswegen so schwer, weil sie sich selbst nicht aus der Rechnung herausnehmen können.

Übrigens ist damit nichts gegen die Teleologie als Denkmethode gesagt, die in bestimmten Kontexten ihre Berechtigung hat, wie Spaemann und Löw in "Die Frage Wozu?" aufgezeigt haben, man sollte aber Denken und Sein auseinanderhalten können. Auch ist nicht ausgeschlossen, das jedem Leben ein innerer Telos, ein "inneres Werdeziel" (Herbert Fritsche) innewohnt.

"Im Sein gibt es Unterschiede, aber nichts Negatives." - sagte ein bedeutender Denker, dessen Name man hier nicht allzugern hört. 

Laurenz

2. Mai 2020 16:01

Hand auf's Herz, Herr Schick, die Offensichtlichkeit der Ereignisse ist von den Kommentatoren inspiriert.

Niekisch

2. Mai 2020 17:00

"zu spät Insolvenz anmelden"

 @ RMH 2.5. 12:38: Ich meine gehört oder gelesen zu haben, dass im Rahmen der Hilfemassnahmen die Insolvenzanmeldefrist verlängert worden ist, so dass der von Ihnen genannte Grund entfallen dürfte.

 

RMH

2. Mai 2020 17:32

@Niekisch,

Mit verspätet Insolvenz anmelden habe ich nicht das Strafbarkeitsrisio gemeint. Das ist aktuell scheinbar etwas abgemildert (Die Tücke steckt aber im Detail). Das Trügerische ist, dass die Leute in der Hoffnung, eine Insolvenz vermeiden zu können, jetzt wirklich alles Kapital verbrennen. Manchmal ist rechtzeitig die Reißleine ziehen besser als zu spät - und genau davon lenkt man die Leute ab.

 

Niekisch

2. Mai 2020 18:21

"Manchmal ist rechtzeitig die Reißleine ziehen besser als zu spät - und genau davon lenkt man die Leute ab."

@ RMH 2.5. 17:32: i.O. Dennoch glaube ich nicht, dass Geschäftsleute - kenne mich da etwas aus:-) grob fahrlässig Kapital verbrennen. Unsichere Lagen, wenn auch unter Hilfe, steigern eher die Vorsicht. Im übrigen bestehen immer Möglichkeiten, in eine zivilrechtliche Schadenersatzpflicht hineinzugeraten. Auch diese zwingt zur Vorsicht. Wir sollten nicht zu viel in diese Corona- Sache hineingeheimsen.

H. M. Richter

2. Mai 2020 21:09

Die Kehre - wichtig, notwendig.                                                                           Vielversprechendes Konzept.

Gut auch, daß Michael Beleites von Anfang an mit dabei ist. Derartiges sagt viel und strahlt aus.

Diese Kehre möge zum neuen Anfang werden - viel Erfolg und Wirkung!

zeitschnur

3. Mai 2020 00:30

@ Der Geh___icks

Na schön, aber dann halten bitte auch Sie Sein und Denken auseinander. Ich bat um eine schlüssige Antwort und nicht irgendein Geschwafel, das letztenlich auch nicht erklären kann, warum man sich dann eine x-beliebige Theorie halten sollte, die auch bloß Gedachtes ist, das mit dem Sein nix zu tun hat. Die Theorie ist derart brüchtig, dass sie noch nicht mal zeigen konnte, dass in einem lebendigen Organismus das behauptete Vermehrungsgeschehen der Viren stattfindet. Vielleicht wissen Sie es ja nicht: aber die Vermehrungsprozesse finden nur im Labor statt. Von Teleologie kann man auch nur dann reden, wenn man annähernd eine Idee hat, worin sie überhaupt besteht. O Mann!

KlausD.

3. Mai 2020 11:16

Vielen Dank, Herr Schick, daß Sie sich brennenden ökologischen Themen annehmen, den „Nebenwirkungen“ der Energiewende und des Klimaschutzes. Mich stört am meisten die Verspargelung der Landschaft. Beim Durchlesen der Artikel braucht man schon ein dickes Fell, um nicht depressiv zu werden. Und ich sehe leider wenig Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen wesentlich zu beschränken. Hier regiert das Großkapital mit seiner Gier nach Rendite.

Zu Ihren Beispiele aus dem Raum Halle/Saale. Trotz der bedrückenden Fotos sollte man die Sache etwas differenzierter sehen. In diesem Gebiet sind seit über einhundert Jahren chemische Großbetriebe angesiedelt (Leuna, Buna, Bitterfeld) mit angeschlossener Energieerzeugung (früher Braunkohletagebaue) und verheerender Umweltbelastung. Im Vergleich dazu geht es heute wesentlich sauberer zu! Außerdem sind last but not least die Arbeitsplätze als Existenzgrundlage der hier lebenden Menschen nicht zu vergessen. Und zum Glück (und unserem Trost) finden sich in und um dieser Industrielandschaft etliche wunderschöne Refugien, in denen man dieses ganze Industrie- und Energiechaos (zumindest zeitweise) vergessen kann (z.B. Harz, Fläming, Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Dübener Heide, Saale-Unstrut-Tal) ...

Der Gehenkte

3. Mai 2020 11:24

@ Zeitschnur

Die "Schnur" _ war der Zeichenlimitierung geschuldet - mitdenken!

Die Art und Weise Ihrer Reaktion zeigt ein weiteres Mal, auf welches niedrige Niveau das Forum dank einiger weniger Leute in den letzten Monaten gesunken ist. Man wird das Problem nicht durch Raumbeschränkung - wie gerade erwiesen wurde - beseitigen können ... vorausgesetzt, ich habe Ellen Kositza richtig verstanden.

Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: der Antrieb sich in diese Unkultur einzuklinken schwindet mit jeder Lektüre mehr und mehr.

 

Laurenz

3. Mai 2020 12:10

@der Aufgeknüpfte & zeitkordel

Neuer Streit um des Kaisers Bart? Geben Sie es doch beide zu, wir wissen rein gar nichts über Viren, selbst die Virologen, wissen, wie Theologen, Astrophysiker und Juristen rein gar nichts über irgendwas. Das stellte Goethe schon im Faust fest. 

Daß unser Universum abseits jeglichen Gefühls und jeglicher Moral funktioniert, sollte einem jedem klar sein, es ist räuberisch. Die Natur nutzt allenthalben vielleicht ein Kindchen-Schema, um uns zu bewegen, etwas weniger grausam zu einer etwaigen Aufzucht zu sein. Aber auch das findet bei vielen uns anverwandten Säugetieren schnell ein Ende, siehe Frau Albright im Falle einer halben Mio. toter irakischer Kinder.

Uns allenthalben moralisch über die vergleichbare Wirkung von "Mensch-Virus" abzuheben, bleibt dann vergeblich, egal, ob es Viren nun gibt oder nicht. Wahrscheinlich ist der Mensch als Schädling effizienter in der Wirkung.

Nordlicht

3. Mai 2020 12:33

Konservative Umweltpolitik kann nicht Anti-Industriepolitik sein, weil die Indsutrie seit 150 Jahren das Rückgrat von Deutschlands Wohlstand und damit auch politischer Stärke ist. (Über die Wohlstand und Stärke kann man im Detail diskutieren, aber relativ zu den Nachbarn gilt das immer noch.)

Ab den 70er Jahren gelang es konservativen Regierungen, Luft und Flüsse zu säubern, ohne die industrielle Stärke zu gefährden, das waren Erfolge von CDU/CSU und FDP. Ihnen gelang es aber nicht, etwas gegen die Zersiedelung der Landschaften zu unternehmen, obwohl Millionen Seiten an Raum- und Landungsplanungs-Ideen vollgeschrieben wurden. Seit die Produktion sog. Regenerativer Energien oberstes Gebot ist, um das Weltklima zu retten und dabei Profit zu generieren, ist Naturschutz in diesen Plänen Nebensache.

Weltversteher

3. Mai 2020 13:18

Gehenkter:

Kein Sein ohne Sinn. Den Menschen einfach mal aus der Natur herauszudenken (der er ja nur zum Teil angehört), ist ebenso irreführend wie die meisten Laborexperimente, deren Ergebnisse man auf die Wirklichkeit übertragen will.
Der Mensch ist die zentrale Erscheinung der Erde. Wenn diese Einsicht schwer fällt, dann beschäftige man sich doch mit der Frage "Was ist der Mensch?" Und vielleicht nicht im Reflektieren über das, was man dazu schon gehört hat, sondern was sich dem (bis ins tiefste hineingehenden) Betrachter selbst zeigt.

 

Der_Juergen

3. Mai 2020 13:55

Ich habe mir die Debatte mit Gewinn angehört. Der Ruin der kleinen und mittleren Betriebe, die dann von den Finanzhaien zu einem Spottpreis aufgekauft werden können, ist ein unvermeidlicher und beabsichtigter Teil der inszenierten Krise. Sie wird die Konzentration der Kapitals in den Händen der ohnehin schon Superreichen, die Marx bei all seinen sonstigen Irrtümern richtig voraussah, drastisch beschleunigen.

Der Schwachpunkt der Diskussion ist, dass Kaiser und Schick das Narrativ von der Gefährlichkeit des Virus nicht in Frage stellen und somit zumindest stillschweigend bestätigen. Mittlerweile sind die Beweise dafür, dass die Hysterie um die "tödliche Pandemie" von Anfang an geplant war, um die Errichtung einer supranationalen Tyrannei zu ermöglichen, die Solidarität zwischen den Bürgern zu untergraben und den ohnehin unvermeidlichen Kollaps der Wirtschaft so zu organisieren, dass er vom System zur Durchsetzung seiner Ziele genutzt werden kann, geradezu überwältigend.

Pferdefuss

3. Mai 2020 19:04

Kehre!

Ich bin dabei! Erstes Heft schon bestellt!

Naturschutz? Ja! Vor Ort! Das heißt, da kennen wir uns, wenn überhaupt, immer noch am meisten aus.

Wir machen uns was vor, wenn wir von Natur im Sinne von 'naturbelassen' sprechen. Ganz Deutschland, ja ganz Europa,  ist nichts anderes als eine einzige, über Jahrhunderte gewachsene  Ku l t u r landschaft, der Boden (agri culture) um- und umgeackert Wälder gerodet, Bäume nachgepflanzt, umgesetzt, abgeholzt, Vorgärten mit Koniferen neutralisiert, Rasen jedes Wochenende als größte sterile Fläche auf einem Grundstück mit dem Rasenmäher glattgemacht. 

Wenn wir die Natur als Kulturlandschaft mit ihren Gärten, Parks, Lauben, Alleen, Chausseen, Feld-Wiesen-Hainen, Streu-Obstwiesen, Waldwegen, Wäldchen, Feldrainen, Hecken, Auen noch einigermaßen schützen wollen,  dann gelingt uns das nur  v o r  O r t . Nur hier kennen wir uns einigermaßen aus.  

Ratwolf

3. Mai 2020 23:29

Leider funktioniert der Audio-Link nicht.

Die Probleme der Natur sehe ich immer noch als Problem der Überbevölkerung.

Würden Nationen ihre Einwohner begrenzen, könnten diese Einwohner auch besser ausgebildet werden. Die Einwohner wären dann das Kapital und nicht das Kanonenfuttr im Konkurrenzkampf mit den anderen Nationen.

Das ist ein Punkt, wo die neue Bewegung W2020 mit Herrn Bodo Schiffmann angreifbar ist. Er hat gesagt, dass man die Weltbevölkerung auf eine kleine Fläche unterbringen könnte (...das wären dann bei 8 Mrd Menschen etwa 8000 km²). Ich schätze mal, dass er dann einen qm an der Ecke bekommen will.

Der_Juergen

4. Mai 2020 07:34

Die Begrenzung der Kommentare auf 1.500 Zeichen ist begrüssenswert. Sie zwingt die Foristen zur Disziplin und blockiert endlose Exkurse, die allzu oft wenig bis nichts mit dem Thema zu tun haben.

Der von Ellen Kositza beklagte Schwund an Kommentatoren dürfte u. a. auf die Verflachung der Debatte zurückgehen. Diese ist insofern unvermeidlich, als manche Themen, insbesondere der Komplex Migration/Umvolkung, so eingehend debattiert worden sind, dass es zusehends schwierig wird, neue Aspekte aufzugreifen, und man sich ständig wiederholt. Dies gilt nicht zuletzt für den Schreibenden. Ein anderer Grund ist bestimmt die Verrohung der Sprache. Warum zwei kenntnisreiche und intelligente Kommentatoren wie @Zeitschnur und @der Gehenkte einen so aggressiven Ton anschlagen müssen, erschliesst sich mir nicht. Noch sehr viel weniger erschliesst sich mir freilich, warum der Blogpöbler, der diesen beiden (und praktisch allen anderen Foristen) bezüglich logisches Denkvermögen turmhoch unterlegen ist, hier Narrenfreiheit geniesst und die Hausherren seine Ergüsse dulden. Den Beiträgen von @Imagine wohnt trotz dem ärgerlichen Dogmatismus, der das Denken ihres Verfassers kennzeichnet, wenigstens eine Logik inne, und er verzichtet auf Pöbeleien.

Laurenz

4. Mai 2020 09:20

@Der_Juergen .. -Der von Frau Kositza beklagte Schwund an Kommentatoren dürfte u. a. auf die Verflachung der Debatte zurückgehen.-

Das interpretieren Sie so. Man kann das anders sehen, "mehr Abonnenten, weniger Co-Referenten, die man im Detail unter hohem Aufwand gegenlesen muß". Auch Ihre Notwendigkeit zur Disziplin hat für und wider. Wenn jemand jetzt mehr zu sagen hatte, wurden längere Beiträge auch freigeschaltet. Inhalte müssen auch permanent wiederholt werden, damit sie hängen bleiben. Und gute Argumente werden nicht schlechter, weil sie häufig wiederholt werden. Und wenn ich an eine Aussage Frau Kositzas bezüglich der Schnellroda-Reichweite denke, war diese nicht eindeutig. Mutmaßlich wird man zwischen der Exklusivität eines erlaucht elitären Kreises und dem Sinn von mehr Reichweite schwanken. Ich möchte Ihnen zu Bedenken geben, daß auf uns ausnahmslos der deutsche Volks-Charakterzug zutrifft, sich selbst für "unendlich" gescheit zu halten und alle anderen für strunzhohl. Von daher schließen Sie Sich natürlich von einer etwaigen Abflachung der Debatte auf SiN aus. Darauf brauchen Sie nichts geben. Sie gehören dazu, sind mit verantwortlich, wenn dem so "abgeflacht" sein sollte.

RMH

4. Mai 2020 09:48

Die Diskussion flacht weniger ab, als die Themen und Sachverhalte, die zu Diskutieren sind. Manchmal steht man daneben und denkt sich einfach, ja, es ist so banal, akzeptiere es. Die Lust mancher an Verschwörung und Esoterik erscheint einem da wie unbefriedigte Intellektualität, die zur Handlung am Ersatzobjekt greift. Man schaue sich doch nur die Langweiler- Physiognomien der Herrschenden an. Da geht jeder Esprit gleich freiwillig stiften. 

Der_Juergen

4. Mai 2020 10:01

@Laurenz

"Von daher schließen Sie Sich natürlich von einer etwaigen Abflachung der Debatte auf SiN aus."

Wenn Sie meinen Kommentar halbwegs aufmerksam gelesen hätten, wäre es Ihnen aufgefallen, dass ich mich persönlich eben NICHT von einer Mitverantwortung für die Verflachung der Debatte ausschliesse. Aber das aufmerksame Lesen gehört nicht zu Ihren Stärken, welcher Art diese auch immer sein mögen.

 

Der Gehenkte

4. Mai 2020 10:51

@ Der_Juergen

Wo sehen Sie bei mir einen aggressiven Ton? – das ist ja gerade die Differenz. Ich könnte eine Menge  - aus meiner Sicht - abstruser Gedanken ertragen, aber der unerträgliche Ton der Besser- und Alleswisserei vergällt mir alles. Wenn jemand ein Gespräch mit dem Impetus beginnt, daß alle, die es nicht so sehen, wie diese Person, geistig benachteiligt oder gesteuert oder sonst was seien, dann braucht man gar nicht erst reagieren. Egal.

Sie sprechen da sicher einen wesentlichen Punkt an, weshalb das Niveau im Forum gesunken ist. Aber hier muß man weiter bohren. Wer es nicht glaubt, der sollte sich mal die Gesprächsfäden von vor einigen Jahren anschauen und sich einiger Namen erinnern, die nun verschwunden sind.

Sicher war die Einführung einer Bezahlschranke damals ein Fehler, der wesentliche Beiträger verschreckt hatte – sie kamen dann leider nicht mehr wieder, als sie aufgehoben wurde. Die jetzige Begrenzung auf 1500 Zeichen dürfte auch eher kontraproduktiv sein, weil komplexe Gedanken da oft nicht hineinzupressen sind. Wichtiger wäre eine qualitative Hürde, die sich an Inhalt und an Stil und Ton orientieren müßte. Man braucht das einfach nicht frei zu schalten und die Konditionierung tut den Rest. …

Der Gehenkte

4. Mai 2020 10:52

… Gleiches gilt für notorische Fluter, die Gegenargumente durch schieren Wortschwall niederringen wollen. Ebenso sind siegmotivierte Beiträger – hier sollte es um Erkenntnisgewinn und nicht um das letzte Wort gehen – und Monothematiker - die jedes Thema auf ihr Steckenpferd herunterbrechen - sanft zu erziehen. Verdächtig sind auch Alleswisser, die zu jedem Thema etwas zu sagen haben, mitunter aber nur Einblicke in Popphilosophie offenbaren.

Und schließlich sollte man überlegen, ob Dieter Steins Kritik in der Sache nicht ein wichtiges und richtiges Argument enthält. Daran, welche Leute man anzieht, kann man auch erkennen, wie die Texte wirken, die man verfaßt. Vielleicht würde eine Neubesinnung auf die breite metapolitische Basis langfristig auch hier helfen.  

Maiordomus

4. Mai 2020 11:20

[email protected] Das Thema Oekologie wurde längst und ursprünglich von "rechts her" beackert, in der Schweiz zum Beispiel vor Jahrzehnten durch eine Arbeitsgruppe für Bevölkerungsfragen, in der der Politiker Valentin Oehen engagierte: heute Ecopop, die aber Wert darauf legen, nicht als "rechts" eingeordnet zu werden, was ihnen jedoch aus Sicht des Mainstream nichts hilft. @¦Niekisch. Sie verweisen glaubwürdig auf ein Gebiet, in dem Sie sich auskennen. Hier erwarte und erhoffe ich von Ihnen weiterführende Beiträge. Glaube aber nicht, dass Sie auf dem Gebiet der Geschichte mit in Archiven recherchierenden Spitzenforschern, auch von Rechten, bezüglich Leistungsausweis mithalten.Insofern müssen Sie Kubitscheks indirekten Verweis (Er ist wohl das Gegenteil eines Maintream-Opportunisten) von letzter Woche nun mal einstecken können.

Niekisch

4. Mai 2020 11:49

@ Red., Der_Juergen + Laurenz: Auch wenn mir als relativer Frischling ohne allzugroße Intellektualität Kritik kaum zusteht: Verflachung kann auch an zu enger Themenauswahl, zu langen Artikeln, bisher zu umfangreichen Kommentaren liegen, ebenso der Angst, in behördliche Fallen zu geraten.

2-3 Leserblogs als Unterblogs, breitere Themenauswahl und Artikelverkürzung helfen vielleicht weiter.

Der Gehenkte

4. Mai 2020 11:56

Übrigens ist Nichtfeststellbarkeit, Überraschung, Vielfalt etc. auch ein gutes Mittel ein Forum gesund und frisch zu erhalten. Aus dieser Warte wiesen die Beiträge von Mousavi, Poensgen oder Vogt zuletzt schon den richtigen Weg. Noch zwei, drei solcher Arbeiten und die Spreu wird sich vom Weizen trennen.

Bran

4. Mai 2020 13:01

Ich gebe @der Jürgen weitestgehend Recht. Ich sehe allerdings vor allem den Tonfall als Grund, weshalb sich hier alles, mit einigen wenigen Ausnahmen, nur noch um die selben Bauchnabel dreht. Egal in welchem Thema liest man ständig genau die selben in-alles-hochkompetenten Kommentatoren mit den ständig selben solipsistischen verbalen Diarrhoen. Wer einem widerspricht, muss zwangsläufig "schwafeln" und das muss dann auch sofort raus, weil es ja dringend notwendig ist, dass man auf diese Weise Psychohygiene betreibt.

Gewisse Kommentatoren, die heute fehlen, z.B. Raskolnikow oder der ehemalige Meyer, konnten jeweils auch ganz gut allen die Leviten lesen, aber dieses plumpe Umsichbeissen hatten sie nie nötig. Sie @der Jürgen und andere, die zu nennen die Zeichenbegrenzung nicht erlaubt, sind meiner Ansicht nach einer der letzten dieser aussterbenden Gattung. Schade darum. Ich hoffe, Sie lassen sich am Ende nicht anstecken und bleiben alleine für mein Lesevergnügen dem Kommentariat erhalten.

Bran over and out.

Niekisch

4. Mai 2020 18:37

Geschätzter @Maiordomus (11:20): Trotz Studiums der neueren Geschichte ohne formellen Abschluss und vielfacher Archiv-Recherche  will ich selbstverständlich nicht mit Historiker- Koryphäen mithalten. Ich habe mich hier gegen Graf Stauffenberg gestellt, weil ich ein Versprechen erfüllen will und muss: die unter dem Hoheitszeichen bis zum Schluss und darüber hinaus eidgetreuen Soldaten vor den Eidbrechern zu beschützen und daran halte ich mich bis zu meinem letzten Tag.

Natürlich halte ich Götz Kubitschek und seinen Kreis nicht für mainstream-Opportunisten. Den indirekten Verweis akzeptiere ich, habe ja auch nicht dagegen rebelliert.

RMH

4. Mai 2020 21:42

"die unter dem Hoheitszeichen bis zum Schluss und darüber hinaus eidgetreuen Soldaten vor den Eidbrechern zu beschützen"

Nur zur Erinnerung für alle, die es ggf. nicht präsent haben. Bei der Wehrmacht wurde ab 1935 folgender Eid geleistet:

„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“

Ich denke, dass spricht für sich ... @niekisch ist ein wunderbarer Beleg für alle, die eine Verknüpfung zwischen alten und neuen Rechten herbeikonstruieren wollen. Und das will ich ausdrücklich nicht als persönlichen Angriff gewertet wissen. In der Rechtsordnung, die ich befürworten würde, dürften Leute wie @Niekisch nun wirklich alles schreiben, sagen, behaupten etc. - müssten sich dann aber auch einer kritischen Gegenmeinung stellen ohne sagen zu können, dass sei nur Auftrags- oder Siegerarbeit.

Götz Kubitschek

5. Mai 2020 07:12

badeschluß.

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