6. Mai 2020

Pandemie, De-Globalisierung, Rückkehr der Nation

Gastbeitrag / 32 Kommentare

von Jan Moldenhauer -- Seit dem Ausbruch der Weltfinanzkrise im Jahre 2008 befindet sich die ökonomische Globalisierung in der Krise.

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Die seit einigen Jahren vorherrschenden De-Globalisierungstendenzen werden durch die Corona-Pandemie und ihre politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgewirkungen wie durch ein Brennglas gebündelt, offengelegt und weiter verschärft.

Erster Krisenakt – Verbreitung des Corona-Virus: Bei der lauffeuerartigen Verbreitung des Corona-Virus rund um den Globus handelt es sich unstreitig um eine direkte Folge globaler Reise- und Migrationsbewegungen.Dementsprechend ist dem Globalisierungsforscher Ulrich Menzel zufolge

ins öffentliche Bewusstsein gedrungen, dass die Pandemie auch ein Ausdruck von Globalisierung ist. All das hat den Globalisierungskurs radikal delegitimiert.

Zweiter Krisenakt – Zusammenbrechende Lieferketten und Produktionsprozesse: Bei räumlich und zeitlich entgrenzten sowie nach dem ‚Just-in-Time‘ Prinzip organisierten Lieferketten, die der Minimierung von Lagerkosten zwecks Gewinnmaximierung dienen, und nach dem Prinzip der Vertikalen Spezialisierung global aufgesplitteten Produktionsprozessen für Vor-, Zwischen- und Endprodukte handelt es sich um die Achillesferse der Handelsglobalisierung.

Bereits geringfügige Störungen können zu drastischen Versorgungsengpässen führen und Produktionsprozesse lahmlegen. Eben jene Schwachstelle wurde durch die grassierende Corona-Pandemie und damit verbundene weltweite Lieferkettenzusammenbrüche und Produktionsausfälle schonungslos offengelegt. Die direkten Folgen dieser Entwicklung und damit verbundener Dominoeffekte sind Massenentlassungen, der Zusammenbruch des Welthandels und eine globale Rezession historischen Ausmaßes.

Dritter Krisenakt – Verschärfung der Weltfinanzkrise: Der globalkonjunkturelle Einbruch infolge der Pandemie wird nicht ohne Auswirkungen auf die seit 2008 schwelende Weltfinanzkrise bleiben.Ein Wiederaufflammen der ungelösten Euro- und Verschuldungskrise in der EU rückt somit in den Bereich des Wahrscheinlichen. Diesmal springt die Krise nicht – wie in den Weltfinanzkrisenjahren 2008/2009 – von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft über, sondern von der Realwirtschaft auf die Finanzmärkte.

Zur Stabilisierung nehmen zahlreiche Notenbanken Zinssenkungen vor, kaufen (Schrott-)Anleihen auf, fluten die Finanzmärkte mit Billionensummen und erhöhen somit im Ergebnis die im Umlauf befindliche Liquiditätsmenge. Hinzu kommen Rettungsprogramme auf nationaler aber auch auf supranationaler Ebene. In der Folge wird – nach deflationären Tendenzen zu Krisenbeginn – die Gefahr inflationärer Tendenzen signifikant zunehmen.

De-Globalisierung als Menetekel einer Kapitalismuskrise: Die zuvor beschriebenen ökonomischen Folgewirkungen der Pandemie sind geeignet, die De-Globalisierungstendenzen voriger Jahre zu verstärken. Letztlich manifestiert sich in der Globalisierungskrise auch eine System- bzw. Kapitalismuskrise. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Kernziele vor dem Hintergrund des nun eingetretenen Ernstfalls von nationalkonservativen (vor-)politischen Kräften in Deutschland verfolgt werden sollten.

1. Kernziel – Festung Europa und nationale Grenzkontrollen: Die Corona-Krise zeigt, daß europäische Außengrenzen und nationale Grenzen wirksam geschützt werden können, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Im Zuge der Wiedereinführung nationaler Grenzkontrollen zur Eindämmung des Virus kam die illegale Zuwanderung nach Deutschland praktisch zum Erliegen.

Das in Deutschland vorherrschende neoliberale Ökonomieprimat – demgemäß es sich bei illegalen Zuwanderern um eine lohndrückende Reservearmee des Kapitals handelt – muß durch ein konservatives Gesundheits-, Sicherheits- und Identitätsprimat ersetzt werden, wobei sich letztgenannte Prioritätensetzungen und ökonomische Prosperität keinesfalls wechselseitig ausschließen.

2. Kernziel – Regionalisierung von Wirtschaftskreisläufen: „Seit einiger Zeit“, schreibt der Ökonom Henrik Müller,

nehmen die Beschränkungen des internationalen Handels wieder zu. Regierungen erklären Branche um Branche für strategisch relevant, also schützenswert. […] Die Coronakrise lenkt nun den Blick auf immer weitere Wirtschaftszweige, wo das alte Konzept der nationalen Selbstversorgung wieder zum Maßstab werden könnte.

Wir halten fest: Sofern der politische Wille dazu vorhanden ist, ist es mithilfe eines selektiven Protektionismus durchaus möglich, die Regionalisierung oder Renationalisierung von Lieferketten sowie die Renationalisierung der Produktion von Gütern und Dienstleistungen der nationalen Sicherheit zu gewährleisten und wirtschaftliche Konzentrationsprozesse zugunsten von Großkonzernen zu verhindern.

3. Kernziel – Rückkehr der Nation: Die Institutionen der Europäischen Union versagen im Umgang mit der Corona-Krise – wie bereits beim Umgang mit Weltfinanz-, Euro- und ‚Flüchtlingskrise‘ – dramatisch. Wenn die EU-Institutionen beim Eintreten und der Bewältigung jedweder krisenhaften Entwicklung grandios scheitern, welche Existenzberechtigung haben sie dann noch?

Diese Frage stellen sich immer mehr Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten und fordern eine Rückbesinnung auf das Prinzip der Nationalstaatlichkeit und damit ein Primat des Nationalen über das Supranationale.

Ob die Corona-Pandemie tatsächlich – wie von der englischen Zeitschrift The Times suggeriert – „die Totenglocke für die Globalisierung läuten lässt“ und ob das Läuten dieser Glocke auch das Ende des Euro, der Europäischen Union und die Wiederauferstehung des Nationalen in Europa einläutet, wird die stets ergebnisoffene Zukunft weisen.

Daß es sich bei der Corona-Krise um einen weiteren Nagel im Sarg der ökonomischen Globalisierung* handelt, und daß durch sie bereits seit einigen Jahren wirkmächtige entschleunigende De-Globalisierungsprozesse weiter beschleunigt werden, steht hingegen fest.

-- --

*Unter "ökonomischer Globalisierung" wird die Intensivierung, Beschleunigung und geographische Ausdehnung weltweiter Menschen-, Waren- und Finanzströme verstanden.

Dr. Jan Moldenhauer promovierte zur De-Globalisierung des Welthandels an der University of Liverpool. Moldenhauer ist Vorsitzender der Friedrich-Friesen-Stiftung, Vorstandsmitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung und Autor der IfS-Studie Japans Politik der Nullzuwanderung – Vorbild für Deutschland?. Der vorliegende Beitrag beinhaltet Auszüge aus einem Grundlagentext, der in der 96. Druckausgabe der Sezession 96 (Juni 2020, Schwerpunkt: Metapolitik) erscheinen wird.


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Kommentare (32)

Gotlandfahrer

6. Mai 2020 17:55

Ob sich mit der Renationalisierung der anderen dann schon Deutschlands gemütsbasierte Lebensrisiken einhegen lassen, bleibt fraglich. Womöglich bleiben wir unseren Menscheitshampelmännern ausgeliefert, selbst wenn Dänen uns nur noch mit Visa einreisen lassen und es holländische Tomaten bei uns nur auf Lebensmittelkarte gibt.

Laurenz

6. Mai 2020 19:20

Wir, Patrioten, können die Haltung des Artikels sicherlich mehrheitlich gut vertreten. Auch kann man die generelle Haltung aus dem Artikel des Herrn Menzel, ein Menschen-Flüsterer, zwar nachvollziehen, aber auf dessen Artikel berufen sollte man sich nicht. Jeder 2. Satz ist entweder gelogen, schlichtweg falsch oder schlecht recherchiert. Ich gebe nur 3 Beispiele, wegen der neuen Zeichen-Beschränkung. 1. Bretton Woods war 1944 und nicht 1947. 2. Corona (Sterbe-Quote unter 0,5%) ist nicht mit der Pest (Sterbe-Quote zwischen einem drittel und 50%) vergleichbar. 3. Die Finanz-Krise wurde in Europa durch durch die private Kreditaufnahme in Spanien verursacht, welche wiederum durch die massive Aufwertung Spaniens von der Pesete in den Euro veranlaßt wurde. Die Lehman-Pleite machte nur auf andere Kredit-Portfolios und Immobilien-Krisen aufmerksam. Ohne die falsche Umsetzung des Euros hätte Europa die Pleite-Engagements in den USA wegstecken können. Lassen Sie Menzel weg und alles ist gut.

Homeland

6. Mai 2020 22:40

Der Nationalkonservative bekommt absehbar keinen Fuß auf den Boden. Das muss er schnell begreifen.

Erstens: Die Herrschenden werden Regionalisierung im Nationalen promoten. Im europäischen Rahmen wird es Subsidiarität heißen. Also Fleisch vom Landwirt aus der Region (grüne Agenda) und Regionalverantwortung (CSU-Traum).

Zweitens: Krisenmanagement ist national, gelernt aus Corona, das ist der Joker gegen die Rechten. Welche "Nationale Kraftanstrengung" wollen denn die Alternativen noch liefern, was nicht die Regierung schon leistet?

Hier ist also kein Platz für die Nationalkonservativen. Sie sollten sich demgemäß Rechsliberale nennen. Denn der Megatrend ist die Freiheitsbewegung. Die Felder der deutschen Rechtsliberalen heißen a.) Staatl. Souveränität, b.) Durchsetzung der Grundrechte und c.) Verfassungsgebung (auch direkte Demokratie) und Rechtssicherheit. Klassisch rechts, nicht reaktionär.

Ratwolf

7. Mai 2020 00:44

Die Migrationsströme sind nicht notwendig für eine globalisierte Wirtschaft. Alles geht über "Online-Meetings" und "Home-Work". Und es gibt auch einen Wettbewerb der besten Nationen um das Bewältigen von solchen Seuchen. Einige asiatische Länder haben sich ausgezeichnet geschlagen. Man wird wieder bei ihnen bestellen. Auch wenn die Lieferketten betroffen sind... Wenn die Bauteile dann da sind, können diese Ländern/Produktionsstätten schnell wieder loslegen. Wenn man mit de-Globalisierung anfängt, muss man sich auch die Startvoraussetzungen anschauen. Da sieht es in Deutschland und in der EU schlimm aus. Aber auch mit zunehmender Zeit immer schlimmer. Wenn man das alles will, muss man auch den globalen Handel einschränken. Und da bin ich gespannt.

RMH

7. Mai 2020 07:39

So - jetzt nochmal zu den 1500 Zeichen:

Word zeigt mir 13xx Zeichen bei der Zeichenprüfung an - Kommentar wird nicht akzeptiert. Was ist da los? Ist nicht das erste mal.

Bei einem komplexen Artikel wie dem hier Veröffentlichten, ist die Zeichenbeschränkung eher daneben. Warum nicht gleich nur noch so wie bei Twitter, was ja recht beliebt zu sein scheint. Dann rotzt man 2 Zeilen raus, bettet noch ein Video eines Dritten ein (bloß nichts selber formulieren) und willkommen in der globalen Welt, deren De-Globalisierung sich der Autor des Artikels irgendwie herbei zu träumen scheint. Und das gerade hier ..

quarz

7. Mai 2020 08:45

@Ratwolf

"Die Migrationsströme sind nicht notwendig für eine globalisierte Wirtschaft"

Und übrigens auch nicht für die zur Verteidigung des Multikulturalismus notorisch und quasiliturgisch gepriesene Vielfalt der Speisekarten. Heute haben Sie in Deutschland an jeder Ecke Sushi, ohne dass deswegen Millionen von Japanern immigrieren mussten.

Valjean72

7. Mai 2020 08:50

Die Corona-Pandemie und der politische Umgang damit, offenbaren tatsächlich auch für politisch eher unbedarfte Mitbürger die Verletzlichkeit globalisierter Volkswirtschaften.

Allerdings folgen diese politischen Maßnahmen mE einer bestimmten, übergeordneten Agenda, u. a. in der Konditionierung der Bevölkerungen auf den Verzicht von Freiheits- und Persönlichkeitsrechten.

Die Institutionen der Europäischen Union versagen ... dramatisch.

Und insofern meine ich keineswegs, dass die Institutionen der EU versagen, viel mehr erfüllen sie gerade ihren Zweck.

Das ... neoliberale Ökonomieprimat – demgemäß es sich bei illegalen Zuwanderern um eine lohndrückende Reservearmee des Kapitals handelt

Auch hier geht es meinem Verständnis nach um wesentlich mehr als nur um Profit. Die ethno-kulturelle Zusammensetzung der europäischen Völker soll aufgelöst werden, koste es was es wolle …

Valjean72

7. Mai 2020 09:49

@RMH:

Word zeigt mir 13xx Zeichen bei der Zeichenprüfung an - Kommentar wird nicht akzeptiert. Was ist da los? Ist nicht das erste mal.

Das ging mir gestern Abend und heute vormittag ebenso, als ich versuchte von meinem PC aus einen Kommentar zu hinterlassen. Obwohl dieser deutlich weniger als 1500 Zeichen enthielt, wurde er nicht akzeptiert. Selbst als ich fast alles löschte und nur noch ein kurzes Statement übrig blieb, änderte es nichts daran. Heute gab ich den Kommentar dann über meinen Laptop ein und es funktionierte.

kommentar kubitschek:
wir überprüfen das jetzt mal.

Adler und Drache

7. Mai 2020 10:44

"Daß es sich bei der Corona-Krise um einen weiteren Nagel im Sarg der ökonomischen Globalisierung* handelt, und daß durch sie bereits seit einigen Jahren wirkmächtige entschleunigende De-Globalisierungsprozesse weiter beschleunigt werden, steht hingegen fest."

 

Amazon ist während der Krise wie blöde gewachsen, unter den regionalen Unternehmen dagegen Kahlschlag ... 

Setzen Sie die ideologische Brille ab, dann klappt die Analyse vielleicht besser! 

Andreas Walter

7. Mai 2020 12:18

Diese Krise ist in meinen Augen kein "unglücklicher Zufall", wovon Herr Moldenhauer aber anscheinend noch ausgeht. Doch selbst wenn es so wäre werden die Pfeffersäcke der kapitalistischen Internationale sich nicht so schnell von ihren lukrativen Einnahmequellen abwenden so wie er sich das erhofft. Der Artikel wird daher meiner Meinung nach hauptsächlich von Wunschdenken getragen ohne dabei die Natur der Akteure und auch deren Kollaborateure zu berücksichtigen.

 

zeitschnur

7. Mai 2020 12:26

Das ist mE eine tragische Fehlanalyse. Im Gegensatz zum rechten Lager habe ich niemals daran geglaubt, dass Nationalstaaten aufgelöst werden. Ohne sie kann man die Menschheit nicht global knechten. Ich denke, es wird sogar auf noch kleinere Regionaleinheiten herauslaufen, auf Diözesen wie im alten römischen Leviathan. Hörte von jemandem, der in Nordbaden auf einer Straße fuhr, die kurzfristig die bayerische Grenze übertrat: dort wartete schon die Polizei und verdonnerte den Armen zu einem saftigen Bußgeld wegen "unerlaubten Grenzübertritts". Das klingt wie nicht wahr, hätte er die kurzen bayerische Trasse etwa überfliegen sollen? Wir haben es mit chaotischen Mächten zu tun, es ist mehr als psychopathisch, was sich hier abspielt. Grenzen werden willkürlich auf- und zugemacht wie die die Wehre in Bewässerungsgräben, je nach momentaner Laune. Ihr Rechten sucht viel zu viel Sinn im Chaotischen. Die Finsternis hat keinen Sinn, und sie sucht auch keinen. Das Satanische kann nichts Geordnetes "schaffen", weil es nur einen guten Ordnungsbegriff gibt: den der absolut freien und schöpfungsgemäßen Ordnung. Sobald man Menschen zu irgendetwas zwingt, ist das bereits chaotisch. Selbst der eher linksalternative Kanal von KenFM brachte gestern einen Artikel von Rüdiger Lenz, der das, was sich derzeit abspielt, als "dämonisch" bezeichnet.

Auf dieser Basis gibt es keine Rückkehr zu irgendetwas, das die Patrioten hier favorisieren.

ff

zeitschnur

7. Mai 2020 13:05

ff

Es ist vielmehr mehr als deutlich, dass sich hier ein zentralistischer Zugriff auf alle Nationalstaaten ereignet. Wie kann man das nur so tragisch verkennen? Es ist eine eindeutig konzertierte, aber in sich dennoch chaotische Aktion. Es würde mich nicht wundern, wenn es zum Jahresende keinen dieser Nationalstaaten mehr im alten Sinn gibt, stattdessen die kleineren Diözesen bzw einen Zwischenzustand. Es gibt auch keine Pandemie, die angeblich wegen der Globalisierung möglich wurde: das ist das abscheuliche und bösartige Narrativ von der Gates-Seite. Gates hat ein pervertiertes Verständnis von "Viren", es sind angeblich kleine Partikel, die Systeme unterwandern und umprogrammieren. Von einer vernünftigen Gesundheits- und Krankheitslehre hat dieser Oligarch keine Ahnung! Das einzige echte "Virus", das alles unterwandert hat, besser gesagt, ein "Trojaner", ist er selbst in seinem Sinn. Und die Welt kapiert es immer noch nicht, weil sie sich hat ins Bockshorn jagen lassen und wie gelähmt ist, in Schockstarre. Globaler Handel ist etwas völlig Normales! Was nicht normal ist, ist aber die Ungerechtigkeit und Verzerrung echter freier Märkte durch den Korporatismus. Nur dadurch entstanden die Probleme. Pandemien allerdings nicht - das wird seit Jahren herbeigeredet. Wir sind außergewöhnlich gesund und die durchschnittliche Lebenserwartung ist sehr hoch angestiegen. Dass wir alle auch mal sterben müssen, wird zum Skandalon. Am besten jeden in seine Parzelle sperren, damit keine Viren übern Zaun fliegen?!

Andreas Walter

7. Mai 2020 13:33

Der Kampf der gerade beginnt sieht eher nach etwas anderem aus:

Jetzt auch noch die Schwarz-Gruppe, Politiker, Milliardäre, die Banken und Lizenzpresse und der VS sowieso, versus Bürger jeder Art und Hautfarbe, die auf die Machenschaften der Etablierten keinen Bock mehr haben:

https://www.welt.de/vermischtes/article207783489/Vitalia-und-Kaufland-verbannen-Attila-Hildmann-aus-dem-Sortiment.html

https://www.focus.de/kultur/medien/randale-vor-dem-reichstag-angriff-auf-kamerateam-starkoch-und-verschwoerungstheoretiker-hildmann-zettelt-demo-an_id_11963683.html

Ein prominenter Veganer mit türkischen Wurzeln erlebt daher gerade Ähnliches wie auch Martin Sellner (oder aber auch wie Xavier Naidoo oder Akif Pirinçci, wie Rolf Peter Sieferle und noch viele andere mehr, die Liste wird immer länger), nur weil deren Meinung und Überzeugungen nicht eliten- und establishmentkonform sind.

Die beste Analyse des schon länger währenden Konflikts ist und bleibt daher weiterhin diese hier:

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/die-kaste-der-sicheren-die-kaste-der-unsicheren/

 

 

 

Andreas Walter

7. Mai 2020 13:38

Teil 2

Es geht daher um Geld, um Ressourcen, denn die Welt wird immer enger und immer mehr Menschen erheben darum Ansprüche. Bei gleichzeitig immer weniger benötigter Arbeitskraft, wenn diese sich nicht für Armutslöhne anbietet (die jedoch eine jeweils regional unterschiedliche Untergrenze haben, je nach Klimazone und Lage):

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Ende_der_Arbeit

https://www.welt.de/wirtschaft/plus207797351/Bedingungsloses-Grundeinkommen-Gut-fuer-die-Psyche-ohne-Effekt-fuer-den-Arbeitsmarkt.html

Hartz4-Empfänger sind billiger als Arbeiter und alles darunter bringt soziale Unruhen. Wie bekommt man also möglichst viele Menschen dazu, ein Existenzminimum zu akzeptieren?

Ein neue Runde Klassenkampf, wieder verursacht durch Mehrbevölkerung und gleichzeitig stattfindende technische Rationalisierung. Die Flüssigen gegen die Überflüssigen, was man in beide Richtungen richtig verstehen kann.

Valjean72

7. Mai 2020 13:59

Werte zeitschnur, Sie widersprechen sich selbst in ihren letzten beiden Beiträgen:

(12:26) Im Gegensatz zum rechten Lager habe ich niemals daran geglaubt, dass Nationalstaaten aufgelöst werden.

(13:05) Es würde mich nicht wundern, wenn es zum Jahresende keinen dieser Nationalstaaten mehr im alten Sinn gibt, stattdessen die kleineren Diözesen bzw einen Zwischenzustand.

Darum geht es doch: Etablierung einer übergeordneten, supranationalen (bis hin zu gloablen) Struktur bei vermeintlicher Stärkung regionaler Klein- und Kleinst-Einheiten in Bezug auf eher vernachlässibare Politikfelder.

Dabei soll der klassische Nationalstaat, als "unbequemer" Schutzraum hinsichtlich Arbeitnehmerrechten, Natur-und Lebenschutz, kultureller Eigenheiten etc., geschliffen werden.

 

 

 

Valjean72

7. Mai 2020 14:15

Passend zu obigen Artikel, veröffentlichte ZEIT.de heute folgenden Artikel:

"Rechte Propaganda im Corona-Podcast" (hier)

„Die Krise ist die Zeit der Nationalstaaten!“ Ein typischer Satz des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke. Nur, dass er ihn nicht auf der Bühne einer Pegida-Demo gesagt hat, sondern in einem Podcast. Lagebesprechung heißt das Angebot, mit dem sich der rechte Verein Ein Prozent seit Ende März regelmäßig zu Themen der Corona-Krise zu Wort meldet. Auf populären Portalen wie Spotify und Apple Podcasts – frei zugänglich, auch für junge, unbedarfte Hörer […]

Der prominente Gast behauptet anschließend, die Presse in Deutschland betreibe seit Jahren „Regierungspropaganda“; sie orakeln, dass der Nationalstaat vor „seiner großen Renaissance“ stehe […]

„Die Corona-Krise verunsichert viele Menschen. Rechte Gruppen versuchen, diese Verunsicherung zu nutzen, um ihre Propaganda zu verbreiten“, sagt Sprecher David Kiefer. Unter dem Deckmantel einer Diskussion über die Krise würden „Verschwörungstheorien und Ideologie der Neuen Rechten“ verbreitet.

Die Globalisten verteidigen ihre Ideologie...

Waldgaenger aus Schwaben

7. Mai 2020 14:18

Ein rundherum gelungener Artikel. Anstatt sich in finsteren Vrschwörungstheorien zu suhlen (sit venia verbo) und pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu frönen, muss die Rechte das Potiential der Krise für sich sehen.

Die Idee Merkels und anderer, zig Millionen Afrikaner, Araber, etc nach Europa umzusiedeln, dürfte angesichts der jederzeitigen  Gefahr einer neuer Pandemie plus anschließender Rezession hinfällig sein.

@Mod

Die Begrenzung auf 1500 Zeichen begrüße ich ausdrücklich. Mehr meint, zu einem Thema mehr schreiben zu müssen, kann ja einen Gastbeitrag einreichen und wenn der durch die Qualitätssicherung fällt, ist der Schaden nicht groß.

Ein gebuertiger Hesse

7. Mai 2020 14:25

Es wird wichtig, bei der Verwendung des Wortes "Nationalstaat" ergänzend zu unterscheiden: zwischen dem durch Generationenfolge und Geburtsgemeinschaft geprägten, kollektiv-lebendigen Gebilde und dem bloßen technokratischen Vehikel im Sinn seiner Zersetzer.

AndreasausE

7. Mai 2020 15:02

@Valjean72, 7. Mai 2020 14:15

Nicht nur "Zeit", auch DLF müht sich zum Thema "Verschwörungstheorien" wacker ab. VT ist ja bekanntlich alles, was Regierungshandeln hinterfragt, und natürlich ist das immer "rechts", jedenfalls immer da, wo es weh tun könnte.

Dabei ist so mancherlei, was angeblich "rechte Verschwörungstheorie" sei, ganz offiziell nachlesbar, etwa die Sache mit der Migration. Das nennt sich dann auf NWO-Sprech "Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration", in deutscher Sprache ließe sich das schlicht mit "Umvolkung" benennen.

Immerhin: Der Teufel hat Humor, hat der Pakt doch - rein zufällig natürlich, "Tron" läßt grüßen - genau 23 Ziele...

Laurenz

7. Mai 2020 15:44

Die Frage der Krisen-Ursache, ob ein Fehler in den Labors Wuhans, gezinkte Karten der Ostküste, was auch immer, kann @Andreas Walter, @Lotta Vorbecks & @zeitschnurs Visionen Recht geben, oder eben auch etwas ganz anderes bewirken, und zwar wer kommt aus der Krise am besten heraus & gewinnt global an Macht & Einfluß. Asiatische Regierungen können Ihren Bevölkerungen mehr zumuten als der Westen. Nicht umsonst wird behauptet, Trump fordert Kompensation von China. Daß unsere Polizei hart gegen die Bevölkerung agiert, mag dem geschuldet sein, daß man will, daß Prügel-Vids virulent gehen. Aber im Grunde kippt dadurch die Stimmung & Umfrage-Werte. Ohne irgendwas getan zu haben, rutscht die AfD wieder über die 10%-Marke. Daß diese Kunst-Krise vordergründig Super-Reiche begünstigt, Klein- & Mittelstand benachteiligt, liegt an der aktuellen Deflation. Kippt durchs Gelddrucken die Deflation in die Hyper-Inflation, dann haben Arme nichts außer dem Leben zu verlieren, arm werden dann die Reichen & über einen Impfstoff braucht sich hierauf keiner mehr Gedanken machen. Moldenhauers SiNptomatischer Hang, entsprechende Referenzen zu suchen, versumpft hier die Globalisierungs-Debatte.

Corax

7. Mai 2020 16:48

@zeitschnur

Gates hat ein pervertiertes Verständnis von "Viren", es sind angeblich kleine Partikel, die Systeme unterwandern und umprogrammieren.

Gates denkt, dass die „biologischen“ Viren so etwas sind wie Computerviren, denn davon versteht er wohl schon etwas. Und genauso, wie man der computergestützten Welt Antivirenprogramme verkaufen kann, so meint er, die Welt durchimpfen zu können. Gates verwechselt die Welt mit einem Computerbetriebssystem, das von Schadprogrammen freigehalten werden muss. Der Programmierer als Weltarzt.

Hartwig aus LG8

7. Mai 2020 20:08

"" Diese Krise ist in meinen Augen kein "unglücklicher Zufall"" (@Andreas Walter)

Natürlich nicht! Deshalb gilt: Wer imstande ist, so etwas wie die Corona-Krise zu inszenieren, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf halben Wege stehen bleiben, sondern sein Ziel erreichen. Ob nun Corona_2 folgen wird oder etwas ganz anderes, bleibt abzuwarten. Aber die hier viel beklagten "Einschränkungen von Freiheit", "Bargeldverdrängung", "app-basierte Überwachung", "Impfpflicht" etc. sind m.E. Kollateralerscheinungen, nicht aber Sinn und Zweck der Übung.

Moldenhauer liefert eine mögliche Antwort, die De-Globalisierung; andere sehen es ganz und gar gegenteilig.

Jedenfalls ist Corona ein Hammer; ein Gamechanger, wie Fasbender (rt) sagt. Und wer glaubt, dass sich circa ab Herbst alles wieder irgendwie einspielen wird (nur schlimmer), der ist auf dem Holzweg. Ich wittere nach den kaum mehr erträglichen Verhöhnungen der letzten Jahre (Baerbock, Habeck, Kühnert, Thunberg ... Chemnitz, Halle, Hanau) Morgenluft.

 

Augustinus

7. Mai 2020 20:31

@Valjean72

Kleiner Tipp:

Wenn ich ein Kommentar mit einem Textverarbeitungsprogramm erstelle, kopiere ich ihn nie direkt in das Eingabefeld eines Webformulars, sondern im Zwischenschritt in den Windows-Editor um die nicht sichtbaren Steuerzeichen zu eliminieren.

Gerade bei so einem Textverarbeitungsprogramm wie Word von Microsoft ist viel Müll in der Datei. Man kann das sehen, wenn man die Word-Datei mit einem anderen Editor öffnet. Selbst gelöschte Zeichen sind noch vorhanden.

 

quarz

7. Mai 2020 21:24

@gebürtiger Hesse

"Es wird wichtig, bei der Verwendung des Wortes "Nationalstaat" ergänzend zu unterscheiden: zwischen dem durch Generationenfolge und Geburtsgemeinschaft geprägten, kollektiv-lebendigen Gebilde und dem bloßen technokratischen Vehikel im Sinn seiner Zersetzer."

Es wäre schon eine Sprosse auf der Leiter der Aufklärung erklommen, denn das Bewusstsein für den Umstand geweckt würde, dass "Nationalstaat" kein Pleonasmus ist.

RMH

7. Mai 2020 21:30

@Augistinus & Valjean72,

ich habe nicht von Word hier rein kopiert, sondern von hier in Word, damit ich dort die Zeichenzählfunktion nutzen kann - dort waren es dann unter 1500, hier dann doch zu viel. 

Wenn man so etwas einführt, dann sollte es schon möglich sein, dass man nicht erst beim Absenden mitgeteilt bekommt, dass es zu viele Zeichen sind. Bei XING bspw. läuft ein Zeichenzähler mit.

Und wenn Geld für etwas Gescheites nötig ist, dann lasst eben mal wieder den Hut herumgehen, wie beim Start des Portals.

Kositza: Haben wir bereits leicht verbessert. Pardon.

Valjean72

7. Mai 2020 22:13

@Hartwig

Wer imstande ist, so etwas wie die Corona-Krise zu inszenieren, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf halben Wege stehen bleiben, sondern sein Ziel erreichen.

 

Jedenfalls ist Corona ein Hammer; ... Ich wittere nach den kaum mehr erträglichen Verhöhnungen der letzten Jahre (Baerbock, Habeck, Kühnert, Thunberg ... Chemnitz, Halle, Hanau) Morgenluft.

Dieser "Wer" wird gewiß nicht auf halbem Wege stehen bleiben aber letzten Endes werden diese Kräfte meiner Meinung nach ihr Ziel nicht erreichen. Insofern wittere ich mit Ihnen Morgenluft und sehe ähnlich wie Jan Moldenhauer eine Renaissance für die Idee des Nationalstaates.

 

---

@Augustinus: Vielen Dank für den Tipp!

 

 

 

Valjean72

7. Mai 2020 22:45

@AndreasausE:

Nicht nur "Zeit", auch DLF müht sich zum Thema "Verschwörungstheorien" wacker ab ...

Immerhin: Der Teufel hat Humor, hat der Pakt doch - rein zufällig natürlich, "Tron" läßt grüßen - genau 23 Ziele...

DLF ist natürlich ebenfalls ganz übel. Wenn ich ab und an beruflich mit dem Auto lang unterwegs bin, stolpere ich gelegentlich über diesen Sender (anonsten konsumiere ich kein TV und Radio mehr) und ich meine schon, dass der ideologische Auftrag zunehmend unverhohlen zum Vorschein kommt: globalistisch, anti-Trump, Anti-AFD, anti-patriotisch, pro-Einwanderung, pro-Klimarettungspolitik etc. pp.

Bez. der ominösen Zahl 23 kommt mir immer folgendes  - natürlich humoriges -  und seit meiner Jugend von mir sehr geschätztes Gedichtlein Christian Morgensterns in den Sinn.

    Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem

    und sprach: Ich heiße unbequem.

    Als hieß' ich etwa Drei-Vier

    statt Sieben – Gott verzeih mir!

    Und siehe da, der Zwölf-Elf nannt' sich

    von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.

zeitschnur

7. Mai 2020 23:15

@ Valjean

Nein, ist kein Widerspruch - ich meinte "Nationalstaat" nicht so festgelegt, sondern iS einer national geprägten kleineren Einheit: ohne das kann man die Menschheit nicht knechten.

Rosenkranz

7. Mai 2020 23:42

Was uns diese Krise auch gezeigt hat, ist die politische Unfähigkeit sich auf neue Situationen schnell einzustellen. Die politische Opposition könnte genau an diesem Punkt einhaken.
Wir hatten so viel Zeit geschenkt bekommen, was Süd-Korea z.B. nicht hatte und trotzdem steht Süd-Korea besser da. Was macht in Taiwan die CDC (Taiwan Centers for Disease Control) besser als unsere Behörden? Übrigens werden dort jetzt Veranstaltungen bis 1000 Personen wieder zugelassen. 
Kann es sein, daß die Asiaten uns in einigen Bereichen weit voraus sind? Wir eher von ihnen lernen müssten? Ist unser Überlegenheitsgefühl in Bereichen wie Organisation noch angebracht?

Man muß nur warten können. Die kommende Wirtschaftskrise wird mehr verändern, als Demonstrationen es je zu leisten vermögen. 

Hartwig aus LG8

8. Mai 2020 14:18

@ Valjean

Tja, wer "diese Kräfte" sind und welches Ziel sie ansteuern, ist genau die Frage. Ich denke nur folgendes: Die supra-nationalen Gebilde (EU) waren einigermaßen etabliert. Der Euro war "zur Ruhe" gekommen. Die Migration in die europäischen Nationalstaaten lief auf Hochtouren. Der Kulturmarxismus hatte sich über den gesamten Westen ausgebreitet. Die Mär von der Klimakatastrophe begann sich weltweit durchzusetzen (mitsamt der Schuld-und-Sühne-Story).

Wer "so gut auf dem Wege" ist, der inszeniert doch keine Corona-Krise!?  Oder doch?  Ich denke, eher nicht.

 

 

Hartwig aus LG8

8. Mai 2020 20:21

Leicht OT:

Man schaue sich diese "corona-bedingte" Szenerie an:

https://www.youtube.com/watch?v=aVBAXJ6SkDI

Es genügen die ersten 3 Minuten ...

nom de guerre

8. Mai 2020 21:09

@ Hartwig aus LG8

Danke für den Link. Habe mir das jetzt 3 min lang ohne Ton angeschaut und muss es erstmal auf mich wirken lassen, bevor ich passende Attribute dafür finde. Wieso haben die diese Veranstaltung nicht einfach abgesagt? Der Eindruck, den so ein Auftritt beim Betrachter hinterlässt, kann doch kaum im Sinne dieser Herrschaften sein.