Wie man eine Partei anzündet

Dr. Alexander Wolf, AfD-Hamburg, hatte mit seinem Landesverband am 23. Februar bei den Bürgerschaftswahlen 5,3 Prozent der Stimmen erobert.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Vor sie­ben Jah­ren, in der mythi­schen Anfangs­zeit der Alter­na­ti­ve für Deutsch­land, hät­te man über ein sol­ches Ergeb­nis geju­belt. Im ver­gan­ge­nen Febru­ar sah es bis kurz vor Mit­ter­nacht aber so aus, als habe die AfD erst­mals nach einer lan­gen, unun­ter­bro­che­nen Rei­he von Wahl­er­fol­gen den Wie­der­ein­zug in ein Lan­des­par­la­ment nicht geschafft. Am Ende kam man mit zwei blau­en Augen und dem schlech­tes­ten Ergeb­nis seit sechs Jah­ren davon.

Die von Wolf mit­ver­ant­wor­te­ten 5,3 Pro­zent ste­hen dem gegen­über, was Jörg Urban in Sach­sen, Björn Höcke in Thü­rin­gen und Andre­as Kal­bitz in Bran­den­burg eini­ge Mona­te zuvor gelun­gen ist: Wahl­er­geb­nis­se von bei­na­he 25 Pro­zent oder sogar dar­über hin­aus zu errin­gen und in gan­zen Lan­des­tei­len die Direkt­man­da­te für die AfD zu erobern.

Den­noch such­ten Wolf und ande­re die Ursa­che für ihr kata­stro­pha­les Abschnei­den in Ham­burg bei jenen erfolg­rei­chen Prot­ago­nis­ten, die der Par­tei eine Basis­aus­rich­tung emp­feh­len, dem Arbei­ter, dem Ange­stell­ten und dem klei­nen Selb­stän­di­gen eine Stim­me geben und vor allem die Nicht-Wäh­ler zurück­ho­len wol­len für eine Betei­li­gung an der Zukunft Deutschlands.

Lan­ge Zeit hat sich die AfD mit Blick auf die Ver­hal­tens- und Beu­te­ge­set­ze der Alt­par­tei­en gera­de­zu an ein Nach­ah­mungs­ver­bot gehal­ten: Alter­na­tiv sein müs­se bedeu­ten, sich als ein­zi­ge Oppo­si­ti­ons­par­tei zu behaup­ten und nicht zur Ergän­zung des Par­tei­en­sys­tems im Sti­le einer Wer­te­Uni­on zu werden.

Am Frei­tag hat nun der Bun­des­vor­stand, ange­trie­ben von Jörg Meu­then und Bea­trix von Storch und unter ande­rem mit der Stim­me von Dr. Wolf aus Ham­burg, die Mit­glied­schaft des bran­den­bur­gi­schen Lan­des- und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Kal­bitz annulliert.

Vor­ge­wor­fen wird Kal­bitz sei­ne kurz­zei­ti­ge Mit­glied­schaft in der Par­tei “Die Repu­bli­ka­ner” sowie der Umstand, daß sei­ne Fami­lie in einer Kar­tei der spä­ter ver­bo­te­nen “Hei­mat­treu­en Jugend” geführt wur­de, ver­se­hen mit einer Regis­trier­num­mer, die zwi­schen Inter­es­sent und Mit­glied nicht unterschied.

Juris­tisch ist die Aberken­nung der Mit­glied­schaft auf Basis die­ser Fak­ten­la­ge wohl nicht zu hal­ten – Kal­bitz wird mit allen par­tei­in­ter­nen Rechts­mit­teln dage­gen vor­ge­hen und fast sicher gewin­nen. Aber das ist nicht der Punkt. Die Fra­ge lau­tet: Wie konn­te das pas­sie­ren? Was rei­tet Leu­te wie Meu­then und Wolf, von Storch und Paul, Lim­mer, Haug und Kuhs, einen der erfolg­reichs­ten und bekann­tes­ten AfD-Poli­ti­ker mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit im Bun­des­vor­stand gegen die Stim­men unter ande­rem von Wei­del und Chrup­al­la und gegen den ent­schie­de­nen Rat von Gau­land aus der Par­tei zu werfen?

Fünf Punk­te dazu:

1. Jörg Meu­then, neben Tino Chrup­al­la Bun­des­spre­cher der AfD, hat am Tag nach der ver­hee­ren­den Ent­schei­dung im Deutsch­land­funk rein admi­nis­tra­tiv und for­mal argu­men­tiert: Man habe auf­grund von Unver­ein­bar­keits­lis­ten und Par­tei­sta­tu­ten nicht anders ent­schei­den kön­nen. Die­ser Ein­schät­zung wider­spricht nicht nur der Par­tei­en­recht­ler Pro­fes­sor Mar­tin Mor­lok, der nicht den Bun­des­vor­stand, son­dern das Bun­des­schieds­ge­richt der Par­tei für zustän­dig hält.

Auch das knap­pe Abstim­mungs­er­geb­nis im Bun­des­vor­stand selbst wider­spricht der Argu­men­ta­ti­on Meu­thens: Wäre das, was gegen Kal­bitz vor­ge­bracht wird, for­mal ein­deu­tig, hät­ten weder Wei­del noch Chrup­al­la gegen die Annul­lie­rung votiert. Es mag also sein, daß die Ent­schei­dung gegen Kal­bitz in den nächs­ten Tagen bereits juris­tisch kor­ri­giert wird. Eine sol­che Ent­schei­dung wür­de aber den inhalt­li­chen Riß nicht kit­ten kön­nen: Deut­lich gewor­den ist, daß Meu­then, von Storch und ihre Trup­pen eine fun­da­men­tal ande­re AfD for­mie­ren wol­len, eine an Luckes Agen­da ange­lehn­te Mini­mal­va­ri­an­te zu dem, was die Uni­on ohne­hin abdeckt.

Deut­lich gewor­den ist am Frei­tag, daß in der AfD das Sowohl-als-auch einem Ent­we­der-oder gewi­chen zu sein scheint. Das haben die Ver­tre­ter des ehe­ma­li­gen Flü­gels nie gewollt.

2. Die Ent­schei­dung gegen Kal­bitz ist der vor­läu­fi­ge Höhe­punkt einer Kam­pa­gne gegen den Kurs und die Prot­ago­nis­ten des ehe­ma­li­gen “Flü­gels” der AfD. Die­se Kam­pa­gne, die eine Säu­be­rung der Par­tei von ihren grund­sätz­lich und gegen den poli­tisch-media­len Kom­plex aus Alt­par­tei­en, öffent­lich-recht­li­chem Rund­funk, Zivil­ge­sell­schaft und instru­men­ta­li­sier­ten Behör­den auf­ge­stell­ten Tei­len zum Ziel hat, wird auf meh­re­ren Ebe­nen vorgetragen:

In der Par­tei selbst ist es eine Grup­pe um Meu­then und von Storch, die den Anschluß an den Main­stream und die CDU sucht und dafür bereit ist, das eigent­lich Alter­na­ti­ve an der AfD auf­zu­wei­chen oder gleich über Bord zu werfen.

In der par­tei­na­hen Desi­de­ri­us-Eras­mus-Stif­tung ist es die gelern­te CDU-Frau Eri­ka Stein­bach, die Argu­men­ta­tio­nen des Ver­fas­sungs­schut­zes auf­greift, um Vor­stands­mit­glie­der wie Dr. Erik Leh­nert aus der Stif­tung zu drän­gen und über­haupt die Stif­tung von allem zu säu­bern, was einer Art Wer­te­Uni­on im Weg stünde.

Im Vor­feld der Par­tei bil­det die Wochen­zei­tung Jun­ge Frei­heit neben Blog­gern wie David Ber­ger und Por­ta­len aus den Rei­hen der soge­nann­ten Frei­en Medi­en eine in die Par­tei hin­ein wir­ken­de media­le Front gegen Höcke, Kal­bitz und ande­re pro­mi­nen­te Ver­tre­ter des ehe­ma­li­gen Flü­gels. Die­ter Steins Kom­men­tar zur Cau­sa Kal­bitz ist mit “Ein über­fäl­li­ger Befrei­ungs­schlag” über­schrie­ben. Stein, der in der Ver­gan­gen­heit bereits auf Lucke und Petry setz­te, ist sich dies­mal sicher, daß die AfD nur mit Leu­ten wie Meu­then, Storch oder Wolf erfolg­reich sein kön­ne – dies, obwohl es Kal­bitz, Höcke, Kirch­ner und Urban sind, die Frak­tio­nen mit Antei­len von deut­lich mehr als 20 Pro­zent vorsitzen.

Stein greift in sei­nem Kom­men­tar sogar die Argu­men­ta­ti­on des Ver­fas­sungs­schut­zes auf – und wird damit zum Voll­stre­cker von Andeu­tun­gen, mit­hin zu genau dem Typus, auf den der Ver­fas­sungs­schutz gesetzt und mit dem er gerech­net hat: mit Leu­ten, die sei­nen Werk­zeug­kas­ten aus amt­li­cher Denun­zia­ti­on und Dro­hung in die Par­tei tragen.

Auch Stein­bachs Argu­men­ta­ti­on basiert auf der Ein­schät­zung des Ver­fas­sungs­schut­zes: Womög­lich wür­de es schwie­rig, Steu­er­gel­der für die Stif­tungs­ar­beit zu bekom­men, wenn  durch den VS gebrand­mark­te Stif­tungs­mit­glie­der wei­ter­hin an Bord blie­ben. Der Umkehr­schluß lau­tet: Wir wer­den an den Seg­nun­gen des Par­tei­en­sys­tems betei­ligt wer­den, aber nicht mehr als ech­te Alternative.

Auf allen drei Ebe­nen hof­fen die Rädels­füh­rer der Anpas­sungs-AfD also auf Sze­nen­ap­plaus aus den Rei­hen der eta­blier­ten, AfD-feind­li­chen Kräf­te und in einem zwei­ten Schritt auf eine Nor­ma­li­sie­rung der Ver­hält­nis­se. Die­se Nor­ma­li­sie­rung wird jedoch, wenn über­haupt, in die­sem Sze­na­rio zu den Bedin­gun­gen des Estab­lish­ments erfol­gen. Daß die­ses stil­le Ange­bot dem Geg­ner den Riß zeigt, an dem er sei­nen Hebel zur Spal­tung der Par­tei anset­zen kann, scheint für Meu­then und Co. ein­ge­preist zu sein: Mehr­hei­ten beschaf­fen kann man auch mit 8 Pro­zent – das hat die FDP jahr­zehn­te­lang vorgemacht.

3. Björn Höcke hat den Ver­rat, der dadurch am Kern der AfD began­gen wird, in einer knap­pen Video­bot­schaft auf den Punkt gebracht. Man kann sie hier sehen. Der Wortlaut:

Der Bun­des­vor­stand hat ent­schie­den, unse­rem Par­tei­freund Andre­as Kal­bitz die Mit­glieds­rech­te zu ent­zie­hen. Daß das kein glas­kla­rer Ver­wal­tungs­vor­gang war, kann man am Abstim­mungs­er­geb­nis sehen, das sehr knapp aus­ge­fal­len ist. Nein: Wir haben es hier mit einem poli­ti­schen Akt zu tun: Jörg Meu­then und Bea­trix von Storch wol­len eine ande­re Par­tei. Ich möch­te die­sen Sach­ver­halt in drei kur­zen Anmer­kun­gen einordnen:

Ers­tens: Wer die Argu­men­te von Par­tei­geg­nern auf­greift und sie gegen Par­tei­freun­de wen­det, der begeht Ver­rat an der Partei.

Zwei­tens: Wer unse­re Par­tei spal­tet, zer­stört die ein­zi­ge Oppo­si­ti­on, die unser Land noch hat.

Drit­tens: Wer die AfD zu einem Mehr­heits­be­schaf­fer für die CDU machen möch­te, hat nicht begrif­fen, was “Alter­na­ti­ve zur Alter­na­tiv­lo­sig­keit” bedeutet.

Deutsch­land braucht kei­ne schwarz-rot-gol­de­ne FDP, Deutsch­land braucht kei­ne zwei­te Wer­te­Uni­on. Deutsch­land braucht eine breit auf­ge­stell­te, geschlos­se­ne und vor allen Din­gen selbst­be­wuß­te AfD. Die Spal­tung und Zer­stö­rung unse­rer Par­tei wer­de ich nicht zulas­sen und ich weiß, daß unse­re Mit­glie­der und unse­re Wäh­ler das genau so sehen wie ich.

4. Zurück zu Wolf und Kal­bitz, die sich von sehr früh her ken­nen und im Bur­schen­schafts­haus der Danu­bia Mün­chen man­chen gemein­sa­men Abend erleb­ten. Dort brach­te Wolf das von ihm zusam­men­ge­stell­te Lie­der­buch “Schlacht­ruf” unters Volk – es galt in natio­na­len Krei­sen als grenz­wer­ti­ge, jeden­falls här­tes­te erhält­li­che Zusam­men­stel­lung und war in den patrio­ti­schen Jugend- und Wan­der­vo­gel­bün­den nicht zugelassen.

Was bedeu­tet das? Jeder, der schon län­ger dabei ist, kommt von irgend­wo­her, und schon Anfang der Neun­zi­ger gab es Geschmacks­fra­gen und sol­che, die welt­an­schau­lich nicht ver­tret­bar waren.

Der Her­aus­ge­ber des “Schlacht­rufs” jeden­falls war bei uns nicht gut ange­se­hen. Er wur­de dann Rechts­an­walt, Kal­bitz Fall­schirm­jä­ger. Bei­de tra­fen sich in der Par­tei wie­der. Wäh­rend der eine in Ham­burg den Fuß in der Tür behal­ten will, hin­ter der die Musik spielt, hat der ande­re das getan, was er am bes­ten kann und wovon jede Par­tei­en lebt: füh­ren und ackern.

Der eine hat 5,3, der ande­re 23,5 Pro­zent geholt. Der eine hat dabei, von 6,1 Pro­zent her­kom­mend, noch ein­mal 0,8 Pro­zent ver­lo­ren, der ande­re 11,3 Pro­zent dazu­ge­won­nen. Bei­de sind in den Bun­des­vor­stand gewählt wor­den, aber der eine hat den ande­ren nun abge­wäh­len kön­nen, trotz einer Leis­tungs­bi­lanz, die aus­sieht wie ein über­dehn­ter Spagat.

5. Meu­thens und von Storchs, Stein­bachs und Wolfs, Ber­gers und Steins Ver­hal­ten ist schlei­er­haft, wenn es vor den Hin­ter­grund der auf unser Land zurol­len­den Kri­se gestellt wird: Bereits jetzt, nach zehn Wochen Aus­nah­me­zu­stand und trotz Voll­ab­fe­de­rung durch einen extrem leis­tungs­fä­hi­gen Sozi­al­staat und ein exzel­len­tes Gesund­heits­sys­tem, for­miert sich hef­ti­ger Pro­test auf der Stra­ße und im Netz. Die­ser Pro­test ist der­zeit noch idea­lis­tisch, er sucht und for­dert letzt­lich das, was die AfD per se erfül­len möch­te: Ant­wor­ten, Alter­na­ti­ven zur Alter­na­tiv­lo­sig­keit, Strin­genz in der Argu­men­ta­ti­on, kla­re Wor­te über das, wor­auf wir uns ein­zu­stel­len haben, Wir-Defi­ni­ti­on und Soli­dar­ge­mein­schaft, eine Rück­kehr zur Handlungsfähigkeit.

Die­se Fra­gen wer­den in dem Moment zu Schick­sals­fra­gen, wenn der Zusam­men­bruch der Wirt­schaft und der see­li­sche Bank­rott Deutsch­land mit vol­ler Wucht trifft.

In solch einer Situa­ti­on auf die Tak­tik des Geg­ners her­ein­zu­fal­len, ist das Schwer­wie­gen­de an der Cau­sa Kal­bitz: sich in eine Par­tei­spal­tung trei­ben zu las­sen und damit para­ly­siert zu sein, wenn es dar­um geht, dem Pro­test eine Stim­me zu geben und der bür­ger­li­chen Revo­lu­ti­on einen par­la­men­ta­ri­schen Arm. Wenn die DDR-Bür­ger­recht­le­rin Ange­li­ka Bar­be in Ber­lin von der Poli­zei abge­führt wird, muß die AfD vor Ort sein, und sie muß in Gera oder Pir­na oder Köln dabei­sein, wenn sich der Staat gegen sei­ne Bür­ger stellt.

Die AfD – in allen Par­la­men­ten ver­tre­ten und bes­tens auf­ge­stellt – hät­te die Kraft und den lan­gen Atem zur Her­aus­for­de­rung eines nur ver­meint­lich über­mäch­ti­gen Geg­ners. Statt­des­sen führt einer von zwei Bun­des­spre­chern der AfD vor, wie man sei­ne eige­ne Par­tei anzün­det: Was Meu­then tat, wird in der AfD zu einem Flä­chen­brand werden.

Genau so und nicht anders will es das Estab­lish­ment haben.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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Kommentare (110)

Waldgaenger aus Schwaben

17. Mai 2020 10:38

Meuthen und von Storch spalten nichts, was nicht schon lange gespalten wäre. In der Corona-Krise bekannte sich die AfD zu einem entschlossenen Sowohl-Als-Auch, einem entschiedenen Jein zum shutdown und dessen Aufhebung. Das Rentenkonzept harrt immer noch seiner Niederkunft. Wie will eine solche Partei in der heraufziehenden Krise zu klaren Ansagen fähig sein? Es gibt, wie RMH hier in polemischer Überspitzung schrieb, in der AfD Kräfte, die eine DDR2.0 wollen, nur mit den Selbstschussanlagen nach außen gerichtet. Im Osten sind damit in der kommenden Krise vielleicht sogar Werte weit jenseits der 30% möglich. Im Westen deutlich unter 5%.

Meiner Ansicht ist der Kern des Konfliktes weniger "das Völkische", das auch Wirtschaftsliberale ein Stück weit als Folklore akzeptieren, sondern die Auseinandersetzung Freie Marktwirtschaft vs. Staatliche Planwirtschaft als Weg durch und aus der kommenden Wirtschaftskrise. So gesehen wundert mich das Abstimmungsverhalten Weidels. Vermutlich läuft da parallel ein Machtkampf um den Parteivorstand. Würde Weidel sich jetzt gegen Meuthen mit Hilfe des Rest-Flügels durchsetzen, wäre der Show-Down nur bis maximal nach der Wahl 2021 verschoben.

1/2

Waldgaenger aus Schwaben

17. Mai 2020 10:38

2/2

Im Polit-Sprech wird seit einiger Zeit der Ausdruck "sich ehrlich machen" verwendet - furchtbares Deutsch. Aber im Fall der AfD passt er. Die AfD muss sich jetzt ehrlich machen und gegenüber den Wählern interne Konflikte nicht mehr mit Harmoniesoße zuschütten. Das muss jetzt ausgefochten werden, aber in einer Art und Weise, dass man sich nachher noch in die Augen schauen kann. Vielleicht endet der Konflikt in der Aufteilung ala CDU / CSU.

Halenberg

17. Mai 2020 10:43

Ausschluss von Kalbitz: eine gute und richtige Entscheidung!

„Verschweigt ein Mitglied bei seiner Aufnahme in die Partei eine laufende oder ehemalige Mitgliedschaft in einer nach Abs. 3 als extremistisch eingestuften Organisation oder leugnet diese, kann der Bundesvorstand die Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung aufheben“.

Man hätte gerne mal gesehen, wieviel Prozent ein Kalbitz bei der Hamburger Bürgerschaftswahl bekommen hätte. Ich wette, nicht sehr viele. Weil man es aber nicht wissen kann, verbieten sich einfache Prozentvergleich zwischen Bb und HH. 

Was der Flügel, von Anfang an ein Trittbrettfahrer in der AfD ins Rampenlicht, gesät hat (Erfurt, Kyffhäuserparaden mit Gegenführer, „Ausschwitzen“, „Bettnässer“, etc ad nauseam), erntet er jetzt.

Wie es weiter geht, bleibt spannendend.

Franz Bettinger

17. Mai 2020 10:49

Es kocht im Kreisverband. Einige wollen hinschmeißen. Ich muss schon bremsen: Lieber X, deine Wut in Ehren, aber: Wäre die Lage in D besser ohne die AfD? Würdest du dich ohne AfD besser fühlen? Na also! Selbst wenn die AfD eine Nur-Mist-Partei wäre, würde ich sie wählen, weil alle anderen Parteien noch viel mistigere Parteien sind. Ich würde AfD wählen, weil die Linken, Grünen + CDSUsen sich grün und schwarz ärgern, dass ihnen eine andere, noch dazu rechte Partei Geld weg nimmt, das die alten Ganoven lieber unter sich verteilen würden. Klar, hätte auch ich lieber eine andere, eine echte Alternative ohne diese dämliche Unvereinbarkeits-Liste, eine mit ehrlicherem und sichtbarerem Hang zur Basis-Demokratie, eine AfD, die sich aus wissenschaftlichen! Gründen von Anfang an gegen den Corona-Wahn gestellt hätte, all das und mehr! Wichtig aber ist vor allem, dass es nun eine Alternative zum schon zu lang bestehenden, unerträglich gewordenen Mist gibt. Jedenfalls so lange, bis auch der Mist der AfD nur noch zum Himmel stinkt. Und ja, das könnte passieren.

t.gygax

17. Mai 2020 10:56

Endlich kommt eine klare und eindeutige Stellungnahme aus Schnellroda.GK kann man in allen Punkten nur zustimmen- und sehr aufschlußreich, was er über Dr. Wolf schreibt. Die Trennlinie verläuft zwischen den ehrlichen Leuten, die etwas aufbauen wollen, und den Karrieretypen, die an die Pfründe kommen wollen. Das hat Höcke übrigens bereits im Januar 2015 in einer Versammlung in Eppelheim ganz eindeutig gesagt-und das war noch vor all den kommenden Zerwürfnissen.

Nebenbei: wurde am letzten Freitag wieder von einer JF Mitarbeiterin angerufen, ich solle doch wieder ein Probe Abo zeichnen...So super gut kann der Laden wohl doch nicht laufen, wenn man ständig Telefonwerbung macht. COMPACT hat sich solche Scherze bis jetzt noch nicht geleistet......und für einen solch jammervollen Artikel wie den von Stein in der JF hat der alte Linke Elsässer wohl nur Verachtung übrig.

RMH

17. Mai 2020 10:57

"Juristisch ist die Aberkennung der Mitgliedschaft auf Basis dieser Faktenlage wohl nicht zu halten."

Das kann man auch komplett anders sehen (verstehe aber, dass man sich dazu nicht diff. positioniert) - die Themen Schweigen, Lügen, Nichtoffenbaren trotz Offenbarungspflicht bei Aufnahmeanträgen oder Einstellungsfragebögen sind sehr weite und für Betroffene nicht ungefährlich. Herr Kalbitz war meiner Meinung nach im Umgang mit seiner "Vergangenheit" sehr schlecht beraten, wenn man sieht, wie defensiv er sich dazu verhalten hat, obwohl er direkt er nach seinen Erfolgen alle Karten in der Hand hatte. Aber egal, der Artikel hat seinen stärksten Teil in Punkt 5. Die AfD vergeigt durch internen Hick-Hack historische Chancen, dass kann man eigentlich gar nicht anders bewerten. Ob es zu einem Flächenbrand in der AfD kommen wird, muss sich aber erst noch zeigen - ich denke, es wird zwar stark rumpeln, aber am Ende zieht die Karawane weiter (für mehr fehlt bei der sich in der End-"Gärung" befindlichen Partei der Druck).

Punkt 4 des Artikels hingegen hätte man sich sparen können - dieses jetzt den Anderen mit vermeintlichem Dreck aus dem Nähkästchen bewerfen, der nach ehrlicher eigener Ansicht eigentlich gar kein echter Dreck sein kann, ist doch genau das Niveau, gegen welches man sich hier seit langer Zeit wehrt und welches einem Herrn Kalbitz den ganzen Ärger eingebracht hat.

deutscheridentitaerer

17. Mai 2020 11:00

Grundsätzlich war der Rauswurf von Kalbitz ein schwerer Fehler, und zwar egal aus welcher Perspektive es man betrachtet. Dass der Vorgang juristisch nicht haltbar zu sein scheint, macht die Sache dann nur noch schlimmer.

Aber Kalbitz ist mir dennoch äußerst suspekt. Seine Verleumdung der IB gegenüber einem Funk-Reporter als undemokratisch und extremistisch wirkt nun noch lächerlicher. Man mag das als unbedeutenden Randvorfall abtun, aber für mich hat Kalbitz in diesem Moment seinen wahren Charakter gezeigt. Auf solche Leute kann man sich nicht verlassen.

Der_Juergen

17. Mai 2020 11:05

Eine glasklare Analyse von Kubitschek. 

Mit dem @Waldgänger gehe ich darin einig, dass die AFD in der Corona-Krise eine unglückliche Figur abgibt. Allerdings bin ich im Gegensatz zu ihm nicht der Ansicht, dass eine Alternative für Deutschland einen wirtschaftsliberalen Flügel braucht. Meuthen und seine Meuthe charakterloser Opportunisten sollen ihre eigene Partei gründen (wie wäre es mit der "Beta-Partei", nachdem Luckes "Alpha-Partei" schmählich gescheitert ist?) oder gleich der CDU beitreten und dort die kropfüberflüssige "Werte-Union" stärken. Wenn Ende Jahr Millionen auf der Strasse stehen und sich herausstellt, dass die Sterblichkeit 2020 nicht oder nur unwesentlich höher war als in den Jahren zuvor, kann sich rasch eine revolutionäre Stimmung zusammenbrauen, und dann wird sich die Spreu vom Weizen scheiden. - Noch zu Kalbitz: Dass sich dieser ohne erkennbare Notwendigkeit von den Identitären distanziert hat, stiess mir sehr sauer auf. Unter den heutigen Umständen bleibt natürlich keine andere Wahl, als sich dennoch mit ihm zu solidarisieren, in der Hoffnung, dass er, durch eigene Erfahrung belehrt, solche Bücklinge vor dem Feind künftig vermeiden wird.

Homeland

17. Mai 2020 11:55

Nüchtern betrachtet: Unabhängig vom Ärgernis Meuthen - denn nicht weniger als genau das ist er mittlerweile - sprechen die Umstände für Kalbitz. Formaljuristisch dürfte die Revision des Beschlusses also final kein wirkliches Problem darstellen.

Ideell betrachtet ist die Auseinandersetzung in der Partei unausweichlich. Auch als Nicht-Mitglied wünsche ich mir das nicht, weiß ich doch, wie sehr es eine Partei intern lähmt und in der Aussendarstellung schwer belastet.

Die AfD ist nun dort, wo das Establishment sie haben will, es ist auch die Kerbe, in die Haldenwang schlägt. Meuthen weiß das nicht nur, nein, er betreibt genau dieses Spiel. Er und die seinen kalkulieren damit, dass im Hinblick auf die LT- und BT-Wahlen '21 ein Eklat mit einem Ausschlußversuch gegen ihn und andere oder einem drohenden Partei-Austritt dieser "zum falschen Zeitpunkt" sie alle in der wesentlich besseren Ausgangssituation sind. Dies hat Erpressungspotenzial und ist deshalb charakterlich umso verwerflicher. Wichtig ist, dass Kalbitz Rückhalt in der LT-Fraktion hat, denn dort wird sicherlich auch angesetzt werden.

Ich sage dies alles vor dem Hintergrund, dass Meuthen ein wirtschaftsliberaler Freak ist, der außerhalb der hier geführten libertär/konservativ-Diskussion steht und aufgrund seiner persönlichen Defizite auch nicht mehr duldbar ist. Ich muss mir das auch selbst eingestehen. Meuthen ist in der Tat ein Sargnagel, keine Heftklammer.

Lotta Vorbeck

17. Mai 2020 12:02

Das was Meuthen und seine Sekundanten von E. Steinbach über B. von Storch und A. Wolf sowie über den parteiextern agierenden D. Stein arbeitsteilig orchestriert umsetzen, ist wohl mehr, als nur ein Frühlingsfurz.

Das BRD-Desaster beginnt derweil Fahrt aufzunehmen. Vielleicht 5 Dominosteine sind bisher gefallen, weitere 495 werden fallen.

"Wenn der Zusammenbruch der Wirtschaft und der seelische Bankrott Deutschland [demnächst] mit voller Wucht trifft" [GK], wähnen sich Meuthen und seine Bande offenbar in einem bestens proviantierten, beheizten und klimatisierten, unsikbaren Rettungsboot.
 

Idise

17. Mai 2020 12:13

Das Problem der AfD in den Westverbänden besteht darin, daß sich die Mitglieder nicht mehr ihrer wahren Identität bewußt sind. Zu lange wurde der neue, dem Wirtschaftswunder folgende, Wohlstand gefeiert und trat somit derart stark in den Vordergrund, daß  die Wirtschaft zur heiligen Kuh avancierte. Beendigung der egoistischen und kurzgeistigen  mir-geht’s-doch-gut-Haltung scheint wirklich nur ein zumindest Nahezukollaps bewirken zu können. Sinnstiftend hinterfragende und Sinn bildende, grundsätzlich denkende Mitglieder werden schon bis „hinunter“ in die Kreisverbandsebene, ausgebremst und möglichst verhindert, bekommt man sie nicht auf Linie gebracht und eingehegt.

Meine Einschätzung woran dies liegen mag: Es ist nicht nur der finanziell lukrative Posten, an welchem geklebt wird, es ist der Mangel zu erkennen, wie wichtig die Identitätsbildung und -findung ist. Die Menschen denken in vorhandenen Systemstrukturen, wollen verändern und verschieben, zur grundsätzlichen Denkweise sind sie jedoch nicht fähig. Sie verstehen einfach nicht den Wert. Sie dienen der Wirtschaft und erkennen nicht, um es mit Ernst Jüngers Worten zu sagen, daß „die Wirtschaft keine Macht ist, die Freiheit zu vergeben hat“. Es ist also der Freiheitsbegriff, welcher ins Blickfeld gerückt werden muß.

Der_Juergen

17. Mai 2020 12:54

@Idise

Sie haben sicher recht, aber erfreulicherweise zeichnet sich hier ein Stimmungswechsel ab. Ein Gradmesser für diesen sind die Artikel und Kommentare auf PI. Wer dort schreibt oder kommentiert, wählt mit fast 100%-iger Wahrscheinlichkeit AFD. Bei einer PI-Umfrage erklärten sich 80% jener, die sich zu Worte meldeten, als Gegner des Ausschlusses von Kalbitz. Das absurde Ausgrenzungstheater wird immer weniger mitgespielt.

Simplicius Teutsch

17. Mai 2020 13:01

Ist Meuthen ein Vollidiot? - Ich kann nur den Kopf schütteln und wiederhole mich schon wieder:

„Die AfD kann, außer sie wird schlicht verboten, von außen nicht (mehr) vernichtet werden, nicht durch noch so viele Schmutz- und Hasskampagnen gegen sie, - nur von innen kann sie zerstört werden.“

 

Nordlicht

17. Mai 2020 13:06

An dem gleichen Tag, als sich die AfD weiter zerlegte, wurde in Mecklenburg-Vorpommern eine noch heute dezidierte Kommunistin und SED-Karrieristin vom Landesparlament zur Verfassungsrichterin gewählt.

Dass sich AfD-Politiker öffentlich darüber freuen, einen bei Wahlen für die AfD extrem erfolgreichen Politiker herausgeworfen zu haben, zeugt von Dummheit. Offensichtlich haben die beim politischen Mainstream um Liebe bettelnden Parteimanager nicht kapiert, dass CDU et al. ihnen wie beim Windhundrennen als Köder die Attrappe "Anerkennung im bestehenden Politzirkus" vorhalten.

Welcher Rechtsnationaler auch immer noch aus der AfD ausgeschlossen wird: Das System wird den Konkurrenten niemals als gleichberechtigt anerkennen und fair behandeln. Die Links-Grünen bestimmen den Ton in den Medien (- nicht nur im ÖFF-Rechtl.); auch für FAZ WELT etc bleiben Meuthen et al. die nützlichen Idioten, welche die Oppositionspartei von innen zerlegen. 

Ein gebuertiger Hesse

17. Mai 2020 13:07

In der Tat:  "Genau so will es das Establishment haben" und "(Eine) Normalisierung wird jedoch, wenn überhaupt, in diesem Szenario zu den Bedingungen des Establishments erfolgen."

Daß die Spalter-Corona (ups!) aus Meuthen, von Storch, Wolf, Berger, Stein und Steinbach das NICHT weiß, ist unwahrscheinlicher als ein DFB-Pokalsieg des 1. FC Saarbrücken. Ergo? Wo muß jemand her kommen, um das zu wollen?

Ferner: an ihren Blicken werdet ihr sie erkennen. Wer einmal in die Augen dieser Leute geschaut und sich halb erfroren hat abwenden müssen, weiß das bereits.

GoetzGeorg

17. Mai 2020 13:09

Vielen Dank für Ihren Artikel, dem ich vollkommen zustimmen kann.(ausser dem beworbenen Konzept, daß die AfD ausschliesslich für "den kleinen Mann" dasein soll. Grundfalsch und auch etwas verwunderlich. Erstens sollte man selbstbewusst als metapolitisch fundierte Alternative und Volkspartei auftreten. Zweitens wird ja auch hier die "Volksgemeinschaft" oder notwendige gesellschaftliche Kohäsion richtigerweise gefordert. Dazu gehört auch die Sozialgemeinschaft zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer in einer national und europäisch ausgerichteten Volks-und Finanzwirtschaft) Ich möchte noch einen bezeichnenden Vorgang zur Hamburg-Wahl hinzufügen. Dort hat die AfD die operative Unterstützung durch "Ein-Prozent" abgelehnt. Dies wäre bei der allgegenwärtigen gewalttätigen Hamburger Antifa und der Phantasielosigkeit des dortigen lahmen AfD Wahlkampfes mehr als nötig gewesen. Die AfD Hamburg war buchstäblich nicht präsent während des Wahlkampfes und hat trotzdem im linken Hamburg mehr als 5% geholt. Warscheinlich verbucht das Ergebnis Herr Wolf als herausragender als die 25% in Dunkeldeutschland. :) Danke für die für mich neuen Informationen über Hr. Wolfs Vergangenheit.

Maiordomus

17. Mai 2020 13:22

Ich habe mich in Parteisachen einer deutschen Partei nicht einzumischen. Als Feststellung mit gemachten Erfahrungen bei Rechtsparteien muss es genügen, dass auch Parteistreitigkeiten eine gewisse Professionalität erfordern, was z.B. zu den relativ guten, jedenfalls erfolgreichen Zeiten der Unionsparteien ein FJS beherrschte. Also so streiten, dass nicht Brücken abgebrochen werden und zerstört wird, was ein keineswegs "Gemässigter" wie der nicht gerade politprofessionelle @Bettinger wohl zurecht erhalten haben möchte. Juristisch ist die Sache, wie RMH feststellt, nicht eindeutig. Nur bleiben solche Verfahren unter Brüdern "bösestes Recht", wie Bruder Klaus einst mahnte. Ein Kompromiss läge vielleicht im Rücktritt von K. als Parteivorsitzender mit Duldung als Parteimitglied. Ist er stark, bleibt er auch so stark.

Martin Heinrich

17. Mai 2020 13:25

... wenn im September, nach dem amtlichen Endergebnis die AfD mit fehlendem "Flügel", heillos zerstritten, am Boden zerstört, stets auf dem Rückzug vor den Forderungen der Herrschenden, doch noch mit 5,02 % in den Bundestag einzieht, dann wird er machtvoll in der gesamten AfD-Parteizentrale zu hören sein: Der Choral von Meuthen ...

Elvis Pressluft

17. Mai 2020 13:25

Die Argumentation über prozentuale Wahlerfolge halte ich für bestenfalls sekundär. Selbst wenn Wolf 40 und Höcke zwei Prozent erzielt hätten, wäre unstrittig, zu wem man sich zu halten hat und mit wem keinerlei Gemeinschaft möglich ist. Die Spaltung der AfD ist längst Realität, unabhängig von der causa Kalbitz. Aus meiner Sicht spricht einiges dafür, jetzt den auch formalen Schnitt zu vollziehen und mit den anständigen Patrioten in der Partei einen neuen Anfang zu machen. Im Zweifelsfall käme sonst der Bruch im kommenden Dauerwahljahr, mit noch übleren Folgen. Auch Höcke sollte einsehen, daß es nur noch darum geht, den Zeitpunkt und die Umstände zu wählen – solange man noch wählen kann, bevor Subjekte wie Meuthen das Gesetz des Handels vollends an sich ziehen und die Spaltung nach ihren Vorstellungen vollziehen.

Die „Einheit“ der Alternativen Partei war immer eine Illusion. Zu Luckes Zeiten diente die AfD als Projektionsfläche aller Euro-Gegner, später dann der Merkel-Gegner. Das war nie auf Dauer zu stellen. Die bessere Wahl ist jetzt ein Ende mit Schrecken.

balduin b

17. Mai 2020 13:33

Als AfD-Funktionär im Westen sage ich Folgendes: Die national-konservativen Kräfte in der AfD werden sich von diesen Meuthenschen-Machenschaften ebenso wenig zum Rückzug bewegen lassen, wie es in der Causa-Lucke und Petry der Fall war; Meuthen wird ihnen folgen müssen.

Es sollte angestrebt werden den Fokus auf Corona zu nutzen um schleunigst das reinigende Gewitter in Form eines Bundesparteitages durchzumachen. Hinzu kommt natürlich der Streit in den westlichen Landesverbänden, der ein ähnliches zerstörerisches Potential hat wie auf Bundesebene.

Wie Sie treffend festgestellt haben Herr Kubitschek, ist es nicht die Anhängerschaft des ehemaligen Flügel der den Streit nun auf die Spitze getrieben hat; ebenso verhält es sich in den Landesverbänden, vor allem im Westen. Das Lager um Meuthen wirkt auch hier spaltend. Der Burgfrieden wurde durch eine Clique aufgekündigt, deren tatsächliche Größe aufgrund ihrer Mandate und Medienrepräsentanz sicher überschätzt wird.

Angst vor dem Verfassungsschutz kann kaum als Argument für die "inneren Säuberungen" dienen. Es sollte allen Aktiven in der AfD klar sein, daß die Zerstörung der AfD und nicht die Einbindung der "gesäuberten Partei" in die Familie der Etablierten das Ziel ist. Ob hier Naivität, Machtspielchen oder andere Motive die Triebfeder darstellen, sei dahingestellt. 

 

 

MartinHimstedt

17. Mai 2020 13:55

"Zurück zu Wolf und Kalbitz, die sich von sehr früh her kennen und im Burschenschaftshaus der Danubia München manchen gemeinsamen Abend erlebten. Dort brachte Wolf das von ihm zusammengestellte Liederbuch "Schlachtruf" unters Volk - es galt in nationalen Kreisen als grenzwertige, jedenfalls härteste erhältliche Zusammenstellung und war in den patriotischen Jugend- und Wandervogelbünden nicht zugelassen."

Mit einem Wort: Heuchler. 

 

Ich stimme in allem zu, jedoch scheint mir der immer und überall vorgebrachte Vergleich, die Wahlergebnisse betreffend, argumentativ eher schwach zu sein. Auch ein Meuthen hätte in Thüringen (Brandenburg, Sachsen …) ähnliche Ergebnisse erzielt, wie Höcke. 

Jan

17. Mai 2020 15:10

@Elvis

"Aus meiner Sicht spricht einiges dafür, jetzt den auch formalen Schnitt zu vollziehen und mit den anständigen Patrioten in der Partei einen neuen Anfang zu machen."

Erfolgreich wird nur derjenige sein, der weiter unter dem etablierten Markennamen AfD segeln darf. Das hat man an Lucke und Petry gesehen, die sich selbst überschätzt haben. Meuthen hat das mittlerweile gelernt und legt daher dem Flügel den Parteiaustritt nahe, wohlwissend, dass jede Abspaltung der AfD, ob liberal oder patriotisch, gnadenlos in der Versenkung verschwinden wird.

So eine erfolgreiche Parteineugründung gelingt nur alle paar Jahrzehnte in gesellschaftlichen Umbruchphasen. Daher wird es auch auf absehbare Zeit keine erfolgreiche neue Partei geben, egal ob die von Meuthen oder Höcke gegründet wird.    

Schenkendorff

17. Mai 2020 15:28

Das Bild vom Anzünden gefällt mir. Es ist allerdings nicht ganz eindeutig. Wunden kann man auch ausbrennen, und es gibt die Methode des Gegenfeuers. Nur um die Metapher mal abgeschritten zu haben.

Ein Wahlerfolg darf nichts mit der Befolgung innerparteilicher Vorschriften zu tun haben. Wer 25 % holt, darf eine Vorschrift übertreten, wer 30 holt, zwei? Zumal wie bereits angesprochen der Wahlerfolg wenig mit eigenem Verdienst zu tun haben kann. Auch im Osten tut sich die AfD schwer im großstädtischen und universitären Milieu.  Die Ergebnisse der Wahlkreise Leipzig- Stadt und -Land, unterschiedlich obwohl unmittelbar aneinandergrenzend, zeigen dies deutlich, ebenso Dresden. Großstädte und Universitäten gibt es aber z.B. in NRW sehr viele. Zudem gibt es verfestigte Milieus, in denen seit Jahrzehnten der berühmte Besenstiel gewählt wird, wenn er nur von der jeweiligen Milieu-Partei aufgestellt wird. Da ist der demographische Wandel einfach noch nicht weit genug fortgeschritten: Alte Menschen wählen überdurchschnittlich die Milieu-Parteien. Im Osten, soll die AfD bei jungen Leuten vorn mit dabei sein. Das ist in NRW einfach nicht so, wegen der Milieus. Im Osten war nicht genug Zeit, so etwas für SPD und CDU zu Beton zu verfestigen.

Wahlerfolge unterschiedlicher Richtungen in der Partei könnte man am ehesten vergleichen, hätte man in ähnlicher sozialer Lage zwei unterschiedlich ausgerichtete Kreisverbände. Aber bei Landesverbänden sind die situativen Unterschiede zu groß, um aussagekräftige Vergleiche ziehen zu können.

Niekisch

17. Mai 2020 15:32

Dieser exzellenten Lagebewertung Götz Kubitscheks ist nur die Bitte hinzuzufügen, den link in Jonas Schicks Artikel zu Dr. Sander zu lesen.

Pit

17. Mai 2020 15:54

Das Thema "Ethno-Identität" ist m.E. der Konflikt hier.
"Ethno-Identität" scheint eben ein gewaltiges Tabu zu sein, Die Leute selber sind unsicher in der Frage, überwiegend mangels echter Erfahrung, was Ethnomischung wirklich bedeutet, dann auch aus Feigheit, sich die Konsequenz solcher Erfahrung eingestehen zu müssen. Dann sehr wesentlich, weil die Machthaber Ethnomischung wollen, um den Machtfaktor Volk zu spalten und damit zu lähmen, und es mit den Gehirnwaschmaschinen ("Medien", Lern-Institutionen) durchsetzten.
Ruhm und Ehre all denen, die sich für "Ethno-Identität" einsetzen! Es ist ein heldenhafter Kampf.

DanielKnight

17. Mai 2020 16:45

Die Junge Freiheit, diese Altherrenzeitung in der sowieso nur das steht, was jeder schon weiß, habe ich gekündigt und mein Compact Abonnement wieder aufgenommen. Obwohl ich kein besonderer Höcke oder Kalbitz Fan bin, hat mich diese Aktion von Meuthen, von Storch und Co. schockiert. Vergangenheit sollte Vergangenheit bleiben, solange die Person sich glaubhaft gewandelt hat und nicht einer wirren "Volkslehrer" Ideologie anhängt, die ich wirklich für krank halte. Sie haben es richtig geschrieben, wie es auch im Buddhismus heißt: "Sowohl als auch" und nicht "Entweder oder". 

pBackfisch

17. Mai 2020 17:02

Stimme der Einschätzung von Götz Kubitschek ohne Einschränkung zu. Was heist das nun aber für jeden einzelnen von uns, der wir ja zum Teil mit den Spaltern auf gewissenr Weise vernetzt sind (JF-Abo, Förermitglied Erasmus u.a.). Erst mal Ruhe bewahren. Der Waldgang geht für mich erst mal weiter.

Fenris

17. Mai 2020 17:08

Eine Verteidigung in der Sache ist gar nicht notwendig. Die in der Satzung vorgesehene Ableitung, der Bundesvorstand könne nachträglich eine Mitgliedschaft aberkennen, sobald er - noch dazu mit einfacher Mehrheit - festgestellt haben will, daß beim Eintritt falsche Angaben gemacht worden sein sollen, ist parteien- und grundgesetzwidrig. 

Der juristisch korrekte Weg wäre gewesen, diesen Verdacht mit der Bitte um Sachverhaltsklärung beim zuständigen Landesschiedsgericht Brandenburg vorzutragen - laut Satzung innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntwerden. Was allerdings spätestens 2017 hätte geschehen müssen, da Kalbitz zumindest sein Intermezzo bei den Republikanern auf dem Bundesparteitag offen vorgetragen hat. 

Daß die Aberkennung "glasklar rechtswidrig" war, hat nicht erst Parteienrechtler Morlok in der FAZ ausgeführt. Schon Anfang 2018 hat die Fachkommentar-Instanz des Parteienrechts, Prof. Sophie Lenski-Schönberger, der Partei ihren Aufsatz "Innerparteiliche Demokratie und autoritäre Führungs­struktur: zur Absetzung des AfD-Landes­vorstands in Nieder­sachsen" ins Stammbuch geschrieben.

1/2

Fenris

17. Mai 2020 17:10

2/2

Ein lesenswerter aber von der Partei offenkundig nie wahrgenommener Artikel, aus dem für den Fall Kalbitz aber auch für Sayn-Wittgenstein (SH) und Kramer (MV) der klare Schluss zu ziehen ist: Nicht alles, was in einer Satzung steht, muß rechtskonform sein.

Politisch haben Meuthen, die stets im Hintergrund agierende Netzwerkerin von Storch und ihre gesichtslosen Beisitzern die Partei in eine Situation getrieben, bei der alle Beteiligten beschädigt, sie selbst aber auf dem bereits geforderten Mitgliederparteitag vom Platz gestellt werden. Der legendäre Essener Parteitag (Lucke-Absetzung) wird dagegen ein Kindergeburtstag gewesen sein.  

In der Partei sind bisher kaum Austritte zu verzeichnen - die Nationalkonservativen bleiben und kämpfen auch Dank des sofortigen Appells von Kalbitz und Höcke. Im Gegenteil: Die Situation führt bereits zu Solidarisierungs- und Zusammenschlußeffekten auf allen Ebenen und in allen Bundesländern selbst bei denen, die bisher nichts mit Fahneneinzügen und Blasmusik am Hut hatten.

Man kann das Ende dieser Zweckgemeinschaft - eine Liebeshochzeit war es nie - nun betrauern, es nützt nichts. Die Nationalkonservativen wollten diesen Streit nicht und sie haben ihn auch nicht verursacht. Sie werden ihn aber beenden. 

Simplicius Teutsch

17. Mai 2020 17:10

Das war ein Putsch. Alle Achtung. Hätte ich dem Meuthen nicht zugetraut. Ein Putsch, der sich dann aber doch wieder mit feindgesteuerten, vergifteten Formalismen rechtfertigt, die genauer betrachtet nur wie ein Geßlerhut („Unvereinbarkeitsgebot“) ins Partei-Aufnahmeverfahren der AfD eingeführt wurden: Waren doch die Republikaner eine sozial-patriotische, demokratische Grundgesetz-Partei. Und mit der heimattreuen deutschen Jugend einen Abend oder ein Wochenende lang am Lagerfeuer gesessen und vielleicht ein paar Volkslieder gesungen zu haben... - ausreichend für ein politisches Todesurteil in der AfD?

Der Meuthen-Putsch ist lächerlich. Und er bringt keinen Vorteil für Meuthen und nicht für die AfD. Wäre die radikale, parteiinterne Liquidierung des bei Landtagswahlen so überragend erfolgreichen Andreas Kalbitz' auf einem AfD-Parteitag erfolgt, hätte das Ergebnis als ein Kurswechsel der Partei begrüßt, abgelehnt oder zumindest akzeptiert werden können. Jetzt aber wird es – absehbar! - eine parteiinterne, langandauernde Schlammschlacht zum Spektakel der todfeindlichen Medien.

Elvis Pressluft

17. Mai 2020 17:15

@Jan: Der „Markenname“ AfD ist korrumpiert und beschädigt; er steht für den Machiavellismus der Cliquen um Meuthen, Storch et alii. In der jetzt entstandenen Situation sehe ich – persönliches Votum – keinerlei Möglichkeit (mehr), diese Partei zu wählen oder sie (finanziell und/oder anderweitig) zu unterstützen. Ich schätze es so ein, daß vor allem für Höcke die Frage genau auf der Kippe steht und er sich die Entscheidung schwer macht – was ihn ehrt, aber für sich genommen in der Sache noch zu nichts verhilft. Der Befreiungsschlag könnte nur darin bestehen, die ebenso schmierigen wie auch strohdummen Giftmischer hinaus- und hinwegzufegen. Wie jedoch das gelingen könnte, sehe ich beim allerbesten Willen nicht.

Fritigern

17. Mai 2020 17:44

Eine wirkliche parlamentarische Vertretung hat man in den westlichen Bundesländern ohnehin nicht. Personal wie Uwe Junge oder Georg Pazdersky gleicht eher einer Karikatur.. Uwe Junge könnte meiner Meinung auch ein Projekt der heute-show sein, mit diesem Bart und seinen peinlichen Sprüchen mit Bezug auf Preußen.

Klar gibt es im Westen auch Top Personal wie beispielsweise Dubravko Mandic aber ist eher die Ausnahme.

Wenn es tatsächlich zur Spaltung kommen sollte, dann sollten Patrioten in der West BRD einen Umzug samt Frau und Kindern nach Mitteldeutschland in Erwägung ziehen. Mit zunehmender ethnischer Fragmentierung wird es sowieso früher oder später auf Siedlungsprojekte in Mitteldeutschland ankommen.

RMH

17. Mai 2020 17:48

Bei aller Aufregung sollte man nicht vergessen, dass es Herr Kalbitz zu einem gr. Teil selber verbockt hat. Vorausgesetzt, die "Fakten", die man u.a außerhalb des Steinschen Kommentars in der JF zu lesen bekommt, stimmen, so ist es nun einmal ein Riesenfehler im Hinblick auf eine Mitgliedschaft bei den REP zu sagen "habe ich vergessen". Richtig wäre "Ja, ich war dort und habe wertvolle Erfahrungen gesammelt" oder zu den "Heimattreuen": "Ja, ich hatte eine Zeit lang engeren Kontakt, aber genau dieser Kontakt hat mir gezeigt, dass ich eine andere Richtung einschlage". Wie viele "beichten" öffentlichkeitswirksam irgendwas und danach sagt man Schwamm drüber. Kalbitz hatte seine Chancen und hat herumgeeiert, als ob es tats. ein Verbrechen gewesen wäre, einmal politisch herum mäandert zu sein. Schlimmer ist, dass nun viele sagen können "wer weiß, was bei anderen noch heraus kommt". Von daher gehört "zum ehrlich" machen, welches bspw. W.a.S. am Anfang fordert, dass jetzt jeder einmal klar sagt, was Sache war. Es nervt, dass Leute mit irgendwelchen "Enthüllungsbomben" unter dem Stuhl eigentlich erfolgreiche Politik machen und denen deshalb droht, dass sie "hoch" gehen. Das wäre alles absolut vermeidbar gewesen, wenn man offensiv mit seiner Vita umgegangen wäre. PS: Ich weiß, dass das jetzt nur ein Seite war ... zum Verdrängen gehören dann immer auch noch Leute, die so etwas bei Gelegenheit ausnutzen oder etwas Verwerfliches daraus stricken. Aber so war Politik schon immer.

HartwigBenzler

17. Mai 2020 17:57

Gnadenlos richtig. 

Wolfs Hamburger Landesverband tut wahrlich alles, um „Nationale“ davon abzuhalten, in die AfD-HH einzutreten. These der Führung: Der Verfassungsschutz würde sonst den Landesverband beobachten. Guten Tach.

Wer schon Angst davor hat, von irgendwelchen Schlapphüten beobachtet zu werden, der kann unseres Erachtens gleich zu Hause bleiben und weiter mit seinen braunen Lego-Steinen spielen. 

Keine Überraschung also, daß die Hamburger AfD-Mitgliederschaft seit Jahren irgendwo zwischen 500 und 600 Mitgliedern herum dümpelt, also relatives Schlußlicht in ganz Deutschland ist, genauso wie bei den Wahlen. 

Jedenfalls kann kann die AfD in Hamburg und im Bund so nicht einmal die goldene Zitrone holen. „Mut zur Wahrheit“? Am Tresen vielleicht. 

Laurenz

17. Mai 2020 17:58

Was mich bei dieser Abort-Nummer am meisten verwundert, ist die tatsächliche Abgehobenheit Meuthens und der Berliner AfD-Klicke. Diese Leute haben zu irgendeiner Partei-Basis und gar dem eigenen Wähler keinen Kontakt mehr. Das ist bei anderen Parteien zwar auch nicht anders, aber wer eine Alternative sein will oder sein wollte, sollte dessen eingedenk sein. 

Nicht nur Merkel, auch ihr AfD-Büttel Meuthen & Anhang müssen weg.

Gotlandfahrer

17. Mai 2020 18:15

Volle Zustimmung.

Ich sehe es nur nicht ganz so negativ. Entweder die Zahnlos-AfD gewinnt aus der Mitte dazu, dann bleibt sie in der Schusslinie der Zivilgesellschaft, womit sie die Gewinne wieder verliert, denn genau das wollen die Zögerlichen ja eben nicht. Ihre Unterwerfung würde hingegen dann nicht mal mehr Protestwähler anziehen, dh. mehr Mitte ist der Tod jeder Partei, die von rechts dorthin will.

Oder sie verliert sofort, was ich für wahrscheinlicher halte, weil sich die Dinge weiter verhärten werden und Appeasement niemandem etwas bietet. Selbst wenn man annimmt, dass die Knierutscher weder gewönnen noch abgäben, bliebe der verbleibenden Rechts-AfD endlich die Möglichkeit, echte demokratische Opposition zu machen. Und nur auf diesem Feld liegen die zukünftigen Potenziale. Meuthen und Co fliegen wie die Motten ins Kerzenlicht. Gute Reise.

DirkAhlbrecht

17. Mai 2020 20:29

In letzter Zeit war ja vermehrt zu lesen, dass offenbar im Westen Leute an die AfD-Stände treten, die zwar gerne die AfD wählen wollen - aber nur, wenn Personen wie Höcke oder auch Kalbitz nicht mehr in der Partei sind.

Wir halten fest: 

Das man dem Souverän (mindestens) seit 2015 mit Anlauf in den Allerwertesten tritt, hat diese Leute bisher nicht hinreichend gestört. Das bundesweite Wirken der illegalen Messermänner im gleichen Zeitraum ebenso wenig. Auch der schlichte Umstand, nämlich das Leute wie Höcke, Kalbitz und andere in diesen Zeiten erhebliche persönliche Gefahren für sich und die jeweiligen Familien in Kauf nehmen, wird von diesen potenziellen Wählern ebenfalls nicht auf der Habenseite verbucht. Und solchen Leuten will man nunmehr hinterherlaufen? Ernsthaft?

Einverstanden: Man muss sie ja nicht gleich mit dem Hund vom Hof bzw. vom AfD-Stand verjagen (verdient hätten sie es...). Aber sich diesen Leuten auf eine solche infame Art und Weise auch noch andienen? Und vor allem, weil diese Leute sowieso kommen, wenn sich die Dinge weiter so entwickeln, wie Herr Kubitschek es hier noch einmal so eindringlich beschreibt. Das Ganze ist eine ausgemachte Eselei.

Denis Deppe

17. Mai 2020 20:52

Sehr zutreffend, allerdings ist die Desiderius doch eher Alice's Beritt. Aber davon ab, sehr guter Text.

Vielleicht komm ich doch noch mal irgendwann nach Schnellroda.

Schopenhauer

17. Mai 2020 20:53

Kubitscheks finde ich glasklar und selbstverständlich richtig. Die AfD hatte selten Glück mit ihren Vorsitzenden. Alle haben sich mit der Zeit derartig gedreht, daß man sich fragen muß WER denn diese Leute (um)gedreht hat?

Ich bin überzeugt, daß es nicht so sehr auf die Leute ankommt. Wenn man es fertig bringt, sich schnell und sauber von den Meuthens, v. Storchs, Lucassens und wie sie alle heißen, zu trennen, dann kommt es nicht zu einer Spaltung. Lässt man es aber schwelen, ist dieser Brand nicht mehr zu löschen. Also auf zur Tat und einen Sonderparteitag einberufen, der als Mitgliederparteitag ausgestalten werden muß

Andrenio

17. Mai 2020 22:02

Eine der 7 Stimmen stammte von Joachim Kuhs. In seinen Kreisverband Baden-Baden flüchtete Jörg Meuthen, als er in seinem Wohnortkreisverband für den BPT in Hannover nicht mal zum Ersatzdelegierten gewählt wurde. Er ist Beamter und kommt aus dem Landesrechnungshof Bad-Württ, wie auch der frühere Lucke-Adlatus Kölmel. Von einem Disziplinarverfahren gegen ihn, wie im Falle des Staatsanwalts Thomas Seitz, ist nichts bekannt.

Das sind die U-Boote des Establishments.

JF wird jetzt das zweite Mal abbestellt. Dieter Stein gegenüber kann man nur noch Verachtung empfinden.

Der_Juergen

17. Mai 2020 23:11

@RMH

Ihre Kritik an dem zeitweise fragwürdigen Verhalten von Kalbitz ist berechtigt. Der Mann scheint nicht das Format Björn Höckes zu haben. Dennoch ist er unter den obwaltenden Umständen natürlich gegen die Clique um Meuthen, Junge, von Storch etc. zu unterstützen. 

Man braucht kein Prophet zu sein, um zu erkennen, dass das Projekt AFD gescheitert ist. Dieses System lässt keine Oppositionspartei wirklich gefährlich werden. Sie wird, wenn sie Erfolg hat, unterwandert, und die pausenlose Medienhetze tut das ihre. Der Kampf um die Rettung Deutschlands wird nicht in den Parlamenten entschieden, sondern ganz anderswo. Die vielen guten Patrioten in der AFD, die es natürlich nicht nur im Osten gibt, werden dann gefragt sein. Schliesslich ist eine Partei kein Selbstzweck.

Dieter Rose

18. Mai 2020 09:03

Abschließen das AfD- Kapitel:

andersrum handeln und eine

vorhandene Partei unterwandern -

ganz subtil.

RWDS

18. Mai 2020 09:09

Es ist zum Schreien!

Die Partei, die sämtliche andere von Rechtsaußen in die Bedeutungslosigkeit gebracht und damit bewiesen hat, dass patriotische Politik funktionieren kann, wird zusätzlich zum staatlichen Beschuss auch noch von innen zersetzt.

Alfa/LKR, Die Blaue Partei, ADPM...die Erfolgsgeschichten der Ex-AfDler. Zur Not wird halt ein Buch geschrieben.

Ich bin zutiefst desillusioniert. Wie zb eine von Storch, welche man zum "Auf Kinder schießen lassen"-Schreckgespenst stilisierte, auch nur daran denken kann, sich an dieses System anzubiedern, erschließt sich mir nur, wenn ich ihr jeglichen Selbstrespekt abspreche.

Mir ist es relativ egal, ob man eine Partei als rechtsextrem bezeichnet, solange es keine stumpfen Parolen a la NPD sind. Aber eine Partei, welche sich nicht mehr als Alternative versteht, wird mich wohl zum Nicht- oder Nonsensparteiwähler machen. So schade es dann um das Land auch ist.

Uwe Lay

18. Mai 2020 09:30

Uwe Lay

Unterschätzt Meuthen nicht

Der wirtschaftsliberale Flügel der AfD (im Kontrast zur conservativen Mitte und dem nationalconservativen Flügel) hat ein klares und erreichbares Ziel vor Augen, eine "bürgerliche" Regierung von CDU/CSU und AfD und FDP. Bekämen die C-Parteien 35%, reichten der AfD 7, der FDP 6 %, um den Vizekanzler zu stellen. Damit diese "bürgerliche" Koaliation möglich wird, muß a) der rechte Flügel beseitigt werden,und b) das Parteiprogramm verliberalisiert werden.Dann könnte die Partei, gegenüber den 14%vor Corono fast 50% der Wähler getrost verlieren, und doch mitregieren und Meuthen Vizekanzler werden. Politisch focussierte sich dann die Regierung auf den Abbau des Soziastaates. Ich befürchte, daß dies Konzept in der AfD mehrheitsfähig ist.

Ein gebuertiger Hesse

18. Mai 2020 09:31

@ RWDS

"Wie zb eine von Storch (...) auch nur daran denken kann, sich an dieses System anzubiedern, erschließt sich mir nur, wenn ich ihr jeglichen Selbstrespekt abspreche."

Vergessen Sie nicht, daß die AfD zu mindestens 20% aus falschen Agenten besteht. Manche schaffen es bis weit nach vorn.

zeitschnur

18. Mai 2020 10:34

Wohl dem, der sich nicht im System herumschlägt und meint, er würde nicht selbst zum Teufel, wenn er jenen angreift. Der Kampf gegen ein a-substanzielles Phantom, gegen die Finsternis, ist in der Finsternis nicht zu gewinnen. Ich fand die AfD immer schon genauso finster wie die restliche Parteienmischpoke. Ihre Rolle als Alternativteufel konnte doch jeder sehen, oder?

Alles, was Deutschland, gerne auch andere Länder verändern wird, kommt niemals aus diesem Kampf in der Finsternis und in den Todesschatten einer verminten, zerfressenen und verfilzten, korrumpierten Parteienlandschaft.

Kann nur jedem raten, darauf nicht mehr zu setzen und die Energie dafür nicht zu verschwenden. Es ist Weisheit gefragt: wo wirke ich? Und manchmal auch: Sind wir etwa schon in der Zeit, in der niemand mehr (lichtvoll) wirken kann?

Laurenz

18. Mai 2020 11:13

@zeitschnur   .... wie viele Menschen in der AfD kennen Sie, um sich dieses Urteil erlauben zu können? Ihr Irrglaube ist desaströs. Sie reflektieren nur Ihre eigene Welt. 

In der AfD ist es wie überall, es gibt eben solche und solche. Das ist, abgesehen von menschlichen Unzulänglichkeiten, rein eine Frage des Standpunkts.

Und wie wollen Sie die "dunklen Solchen" beseitigen? Indem Sie mit der ewigen Verdammnis drohen?

Denken Sie an Franz Bettinger und Laurenz. Wir sind doch die Lichtgestalten auf dem Forum der SiN.

@ Uwe Lay  .... Haben Sie den Artikel nicht gelesen? Im Westen wird die AfD trotz Meuthen gewählt, mit wenig erfolgreichen Ergebnissen. Selbst in den besten FDP-Zeiten kam diese Partei nie über 14% und lag in schlechten unter 5%. Welche Wähler will denn Herr Meuthen aktivieren, wenn er auf die Patrioten keinen Wert legt. Wähler wählen meist das Original. Nur Patrioten sind, außer in der AfD, nirgendwo im Angebot.

MARCEL

18. Mai 2020 11:14

Dem ist nichts hinzuzufügen, allenfalls Ausschmückungen: Deutschland wird entweder neu und anders, oder es wird nicht mehr sein! Die Betreiber solcher Kampagnen innerhalb der AfD verkennen die fundamentale Funktion des Feindbildes für den Gegner, ihr Bruch mit dem Altparteiensystem ist von ihnen zu keiner Zeit verinnerlicht worden - schlecht vernarbte Wunden, geheimer Schmerz und erschreckend wenig Mut, typische BRD-Prägung. So ist kein Neuanfang möglich!

Die AfD ist für unser Spektrum nicht der sondern nur noch ein Baustein (falls überhaupt). Für die NR gibt es auch ein Leben nach der AfD! Es gärt an zu vielen partei-fremden Orten

RMH

18. Mai 2020 11:28

@Uwe Kay,

Das von Ihnen geschilderte Szenario halte ich im Sinne des kleineren Übels für besser, als durch eine konsequent deutsch auftretende und damit polarisierende AfD ausgelöste R2G oder RSG Koalition. Was nützen dann knapp über 20 Prozent? In Schönheit sterben? Ich schreibe das unter der Annahme, dass deutsche Regierungen zum großen Teil ohnehin nur Kulissenschieber sind (bitte daraus jetzt keine BRD GmbH Diskussion schließen oder ableiten, danke).

Fritz

18. Mai 2020 11:51

Also ich wähle Afd, weil das die einzige Partei ist, die glaubhaft versichert, sich gegen weitere Massenzuwanderung (und noch ein paar Punkte wie etwa Gender-Theorien, Zwangsgebührenrundfunk, Islamisierung usw.) einzusetzen.

Die deutsche Volksseele und der Erhalt der weißen Rasse sind mir denkbar gleichgültig.

Leute wie den Höcke habe ich bisher hingenommen, weil es zur AfD halt keine Alternative gibt. 

Aber wenn die aus der Partei verschwinden, wäre das für mich der Zeitpunkt, einen Beitritt ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Es sollte sich auch niemand Illusionen über die Möglichkeiten Ostdeutschlands machen; dort lebt nun mal nur ein Viertel der Deutschen, und noch so große Erfolge dort bedeuten keinen Durchbruch im Bund (wobei ich mehr als 50% auch im Osten in absehbarer Zeit für höchst unwahrscheinlich halte).

 

RMH

18. Mai 2020 11:54

@Der_Juergen,

Sie haben Recht, man hätte den Fall anders regeln sollen. Um einmal die andere Seite darzustellen:

Ein einiger und nicht intriganter Vorstand hätte Herrn Kalbitz schon vor langer Zeit zum "beichten" einbestellt, eine offensive Strategie zum Verkauf  der Vita, die nichts verheimlicht entworfen, und dann wäre man an die Öffentlichkeit gegangen und hätte sich hinter Herrn K. geschlossen gestellt. Hätte, hätte ...

Eines darf man aber nie vergessen:

Eine harte Abgrenzung zur NPD und deren Umfeld war und ist Markenkern der AfD. Ganz so unerheblich ist also ein Herumturnen in deren Umfeld nicht ...

Laurenz

18. Mai 2020 12:08

@Fritz  ... kein Problem, wir nehmen auch Wähler, wie Sie, die nicht wissen, wer sie sind und wo sie herkommen. 

 

@RMH .... 18. Mai 2020 11:54  @Der_Juergen

Wenn wir diese heutigen Maßstäbe an alle anlegen würden, müßten alle Altparteien verboten werden, angesichts der vielen ehemaligen Nationalsozialisten in ihren Reihen. In der AfD befinden sich auf ganz natürliche Art, aufgrund ihrer "Jugend", keine ehemaligen Nationalsozialisten.

Ich empfehle Ihnen, @RMH, schreiben Sie MdB Münzenmaier an und bitten um seine Stellungnahme an Seine Netz-Verfolger. Münzenmaier verbleibt im Formalismus, noch detaillierter als GK hier im Artikel. Der Verwaltungs-Akt an sich ist doch ein vorgeschobener. Das kostet einfach nur Stimmen und liegt wohl in der Absicht der Spalter. Wenn wir Patrioten diesen Leuten nicht passen, sollen sie, wie Lucke & Petry die AfD verlassen und gehen.

Franz Bettinger

18. Mai 2020 12:10

Statt die AfD zu spalten, warum nicht - und warum nicht immer bei wichtigen Themen - die Mitglieder entscheiden lassen? Man mögen den AfD-Mitgliedern ein Bündel Fragen vorlegen oder zumindest folgende zwei: (1) Soll Kalbitz bleiben? (2) Soll Meuthen bleiben? Ich sage voraus: die große Mehrzahl der Mitglieder wird beide Fragen mit Ja beantworten. Damit wäre (1) der Basis-Demokratie (endlich einmal) genüge getan, (2) die Kuh vom Eis, (3) eine simple Lösung für zukünftige Streitfragen gefunden und (4) den Saboteuren (auch zukünftig) der Wind aus den Segeln weil die Entscheidung-Befugnis genommen (und den Mitgliedern übertragen). Das wäre ein schönes Novum. Diese Art direkter Demokratie würde auch das Renommee der Alternativen im Land stärken und die Partei attraktiver machen.

heinrichbrueck

18. Mai 2020 12:34

@ Laurenz

Solange dieser politische Projektionsstreptease nicht aufhört, geht die Mulattisierung des Landes weiter. Eine Primärvoraussetzung wäre, daß eine ausreichende Anzahl unserer Landsleute verstünde, was vor sich geht. BRD und Parteien sind dann passé. Aufbaumaßnahmen können folgen. Deshalb geht Erkenntnisgewinnung in der Finsternis wirklich nicht (auch wenn ich den restlichen AT-Schmonzes nicht teile).

Und ohne Humor geht es weiter:

Also ich wähle Afd, weil das die einzige Partei ist, die glaubhaft versichert, sich gegen weitere Massenzuwanderung (und noch ein paar Punkte wie etwa Gender-Theorien, Zwangsgebührenrundfunk, Islamisierung usw.) einzusetzen.

Die deutsche Volksseele und der Erhalt der weißen Rasse sind mir denkbar gleichgültig.“

Bei wem soll sich die AfD einsetzen? Es ist halt ein gleichgültiges Elend, wenn ohne Macht Dinge verhindert werden sollen.

Valjean72

18. Mai 2020 12:52

@RMH:

Eine harte Abgrenzung zur NPD und deren Umfeld war und ist Markenkern der AfD

Mir geht es jetzt gar nicht um die NPD oder um "eine harte Abgrenzung" davon aber die (schon des öfteren hier von mir wahrgenommene) Verwendung des aus dem Marketing übernommenen Begriffs "Markenkern" verdeutlicht mE die intensive BWL-isierung (ja: Durch-Ökonomisierung) sämtlicher Lebensbereiche und damit woran unsere Gesellschaft erkrankt ist.

Politische Parteien sollen keinen "Markenkern" haben, sondern politische (Grundsatz)-Positionen vertreten und zwar unabhängig von veröffentlichten Meinungsumfragen.

Valjean72

18. Mai 2020 13:07

@Fritz

Also ich wähle Afd, weil das die einzige Partei ist, die glaubhaft versichert, sich gegen weitere Massenzuwanderung ... einzusetzen.

Es ist mir schleierhaft wie eine um den (ehemaligen) patriotischen Flügel entkernte Meuthen-AFD in einer Koalition mit CDU/FDP tatsächlich die Dynamik der Masseneinwanderung der letzten Jahre umkehren und sich ehrlich für deutschpatriotische Belange einsetzen wollte.

Insofern interpretiere ich Ihre Einlassung, dass Sie sich mit der Masseneinwanderung seit 2015 abgefunden haben und eine Einwanderungsobergrenze von z.B. 200.000 Menschen pro Jahr als Erfolg (einer künftigen CDU/AFD-light-Regierung) verbuchen würden ...

Das sehe ich eben entschieden anders und insofern würde ich es begrüssen, wenn sich die Aufrechten von den CDU-affinen Karrieristen trennen würden ... eine weitere Häutung tut not.

 

zeitschnur

18. Mai 2020 13:10

@ Laurenz

Ich sprach von einem System, nicht von einzelnen Menschen. Das System verschlingt jeden noch so guten Ansatz. Bitte halten Sie das - wenn es um das Verstehen dessen, was ich schreibe, gehen sollte - auseinander. Den Menschen unterstelle ich zunächst, dass sie etwas Gutes wollen. Es ist die Frage, ob sich Gutes in einem finsteren System erreichen lässt.

Nehmen Sie die Grünen: Sie waren auch einmal "Alternative". Damals schrieb Kretschmann noch in Büchern mit wie der im Prinzip libertär orientierten grünen Veröffentlichung "Entstaatlichung" (Hg. Thomas Schmid). Und nun sehen Sie, wo diese Leute heute stehen ... das meine ich, und Sie verstehen das auch, das traue ich Ihnen zu. Und sehen Sie in die Geschichte: Wandel kam nie aus dem Herrschaftsapparat selbst.

Und noch etwas: Natürlich referiere ich immer nur meine Meinung, was denn sonst? Tun Sie da etwas wesentlich anderes?!

Fritz

18. Mai 2020 13:35

@Laurenz: Ich weiß sehr wohl wer ich bin und woher ich komme. Weder sie noch ich haben ein Gen für Deutschheit. Und wir Deutschen sind ohnehin ein Mischvolk; fahren sie mal nach Norwegen; so viele blonde blauäugige Menschen wie da finde sie hier nicht.

@Valjean72: Ja ich bin nicht prinzipiell gegen Migration, es ist eine Frage der Größenordnung, und der Zusammensetzung. Ich sehe in letzter Zeit häufig Afrikaner bei der Arbeit, sie schieben Einkaufswagen im Supermarkt zusammen oder fegen U-Bahnstationen aus. Die haben zumindest keine Angst vor Arbeit wie die Araber, die immer Geschäfte machen wollen, einen Gebrauchtwagenhandel oder eine Shisha-Bar eröffnen. Und gehen sie bei Gelegenheit mal in eine katholische Messe, da werden sie eine ganze Menge Migranten aus aller Welt treffen, die gemeinsam beten, das Abendmahl nehmen und sich Frieden wünschen.

Mit denen werden wir auf mittlere Sich kaum Probleme haben, problematisch ist in erster Linie die Zuwanderung von Muslimen.

Im übrigen ist es billig, sich selber als prinzipientreu und charakterstark hinzustellen und den Andersdenkenden Opportunismus und Karrierismus zu unterstellen. Wir sind alle aud krummem Holz geschnitzt.

Kriemhild

18. Mai 2020 14:12

Wenn in Deutschland einmal die Große Wende kommt, dann mit Sicherheit nicht durch die AfD und mit ebenso großer Sicherheit nicht durch eine andere Partei. Sondern allenfalls durch eine spontane Welle, von der wir heute alle noch nicht wissen, was sie auslöst. Oder durch eine charismatische Einzelpersönlichkeit, die die ganze aufgestaute Unzufriedenheit wie in einem Brennglas konzentriert und dynamisch entfaltet.

Sich mit der AfD und dem gegenwärtigen Parteiensystem zu befassen, kann aber immerhin unterhaltsam sein, vor allem wenn ein so kluger Kopf wie Kubitschek darüber elaboriert. In letzter Konsequenz ist das aber nur "Unterhaltung", sozusagen Bundesliga für Intellektuelle und auf höherem Niveau. Politisch relevante Energien im konservativ-revolutionären Sinne werden, wenn überhaupt, aus anderen Zusammenhängen generiert. 

 

Wahrheitssucher

18. Mai 2020 14:30

@ Fritz

„Also ich wähle Afd, weil das die einzige Partei ist, die glaubhaft versichert, sich gegen weitere Massenzuwanderung (und noch ein paar Punkte wie etwa Gender-Theorien, Zwangsgebührenrundfunk, Islamisierung usw.) einzusetzen.

Die deutsche Volksseele und der Erhalt der weißen Rasse sind mir denkbar gleichgültig.“

 

Und Sie bemerken nicht einmal den Widerspruch zwischen Ihren beiden Sätzen!?

 

@ Franz Bettinger

Ihr Vorschlag wäre die Lösung. Schicken Sie ihn an die verantwortlichen Gremien! Ansonsten: Leute wie Sie fehlen in diesem Lande. Das gleiche denke ich auch bei jeder Kickl-Rede...
 

 

nom de guerre

18. Mai 2020 15:58

@ Kriemhild

Danke, Sie haben mir die Hälfte meines Kommentars erspart!

Am Wochenende habe ich mir Bilder von Corona-Demos und dem Umgang der Polizei mit den Demonstranten angesehen. Besonders erlesen waren dabei die Vorgänge in Berlin (vgl. z.B. Boris Reitschuster und Vera Lengsfeld). In meinen Augen sind das, wie auch die Einlassungen etwa von Attila Hildmann, Symptome einer Gesellschaft, die über kurz oder lang auseinanderfliegen wird, zumal die Bürger mit all den Auflagen unter Dauerstress gesetzt werden und der kommende wirtschaftliche Abschwung soweit ich sehe von niemandem bestritten wird. Darüber, ob dieses Auseinanderfliegen in den nächsten Wochen, Monaten oder doch erst in ein paar Jahren stattfinden wird, wage ich keine Prognose, aber ich bin mir sicher, dass es passieren wird.

Eine FDP mit schwarzrotgoldenem Anstrich unter Führung von Herrn Meuthen und Frau v. Storch braucht dieses Land in einer solchen Lage nicht (abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass eine AfD ohne Kalbitz u. Höcke vom Mainstream wesentlich anders behandelt würde als jetzt; falls Meuthen u.a. das tatsächlich glauben sollten, wären sie schon sehr naiv). Dann schon eher jemanden wie Kalbitz, dem ich trotz des ungelungenen Umgangs mit seiner Vergangenheit ggf. zutrauen würde, etwas anderes zu bewältigen als die Schönwetterkrisen, die es in der Bundesrepublik bisher gegeben hat.

Valjean72

18. Mai 2020 16:33

@Fritz:

Im übrigen ist es billig, sich selber als prinzipientreu und charakterstark hinzustellen und den Andersdenkenden Opportunismus und Karrierismus zu unterstellen.

Diesen Einwand lasse ich gelten, obschon es mir schwer fällt bei Lucke, Henkel, Pretzell, Meuthen & Co hehre Motive auszumachen.

Grundsätzlich scheint mir, haben Sie die Grössenordnung, bzw. die Dynamik, der Masseneinwanderung noch nicht erfasst. Führen Sie sich mal die ethnische Zusammensetzung von Grundschulklassen deutscher Grossstädte vor Augen ...

Und gehen sie bei Gelegenheit mal in eine katholische Messe, da werden sie eine ganze Menge Migranten aus aller Welt treffen, die gemeinsam beten, das Abendmahl nehmen und sich Frieden wünschen.

Vielleicht werden Sie sich mal der unrühmlichen Rolle der beiden grossen Kirchen gewahr, in Zusammenhang mit der "Flutung" Europas mit Menschen aus Afrika und Arabien (und hierbei vor allen Dingen mit jungen Männern) ?

Ein gebuertiger Hesse

18. Mai 2020 17:25

Die JF heute: kommt zurück auf Kalbitz und untermalt mit einem Foto, auf dem er ganz besonders unvorteilhaft den Mund aufmacht: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/kalbitz-bleibt-mitglied-der-afd-landtagsfraktion/ Man hört im Geiste geradezu Steins Ansage an den Graphiker: "Laß ihn so häßlich wie möglich ausschauen!" Eine entwürdigende Praxis. Man kann das Blatt gar nicht so oft abbestellen, wie man kotzen möchte.

Glast

18. Mai 2020 18:33

Die Bisswütigkeit Meuthens ist unsäglich.

Bisweilen habe ich aber das unbestimmte Gefühl, dass es da überhaupt nicht um die großen Fragen der Makroebene geht, die großen Würfe und Entwürfe, sondern vielmehr um schlichte persönliche Abneigungen. In einem Vorstellungsgespräch äußerte Junge mir gegenüber zum Beispiel er könne Pazderski nicht ausstehen - sinngemäß. Machte mich sprachlos. Und mir war natürlich augenblicklich klar, was für eine miese Schlangengrube die AFD ist. 

Aber der stetig wiederholte Vorwurf, der liberale Teil der AFD wolle nur an die begehrten Pfründe ist für mich nicht nachvollziehbar. Junge ist doch in jeder Hinsicht saturiert und abgesichert. Padzerski auch. Und Meuthen erst.

Befremdlich allerdings ist für mich zu sehen wie viele Menschen der Neuen Rechten auf einmal am Futtertrog der AFD hängen. Gerade jene, die vorher kein gutes Haar am Parteienstaat gelassen und Parteien an und für sich kritisiert haben schlüpfen nun unter den finanziellen Mantel der Partei. Tja, bei den chronisch erfolglosen Republikanern war halt nichts zu holen. 

Ich bleibe mir da lieber treu und das seit 20 Jahren. Von Parteien halte ich nichts. 

Simplicius Teutsch

18. Mai 2020 19:31

@ Kriemhild, Ihrem Kommentar will ich nicht widersprechen:

Sich mit der AfD und dem gegenwärtigen Parteiensystem zu befassen, kann aber immerhin unterhaltsam sein, vor allem wenn ein so kluger Kopf wie Kubitschek darüber elaboriert.“

Aber ich möchte ergänzen, Sie erinnern mich an den Film „Flug des Phönix“ mit dem jungen Hardy Krüger in einer bedeutenden Nebenrolle, der mich beeindruckt hat.

Bruchlandung mit einem Flugzeug und einem guten Dutzend hartgesottener Männer in der riesengroßen, heißen Sandwüste. Hardy Krüger, der deutsche Ingenieur unter den Engländern(?) macht schließlich den Plan, wie man mit einem der noch vorhandenen Motoren das Flugzeug funktionsfähig umbauen kann, um dem sicheren Tod in der Wüste zu entkommen.

Großes ENTSETZEN, als sich nach einiger Zeit herausstellt, dass Hardy Krüger „nur“ für eine Firma für MODELLFLUGZEUGE arbeitet. Hardy Krüger erklärt ihnen mit Mühe und Not, dass es beim Flugzeugbau darauf an kommt, das Funktionsprinzip zu durchschauen und zu kennen, um aus den Resten des ehemaligen größeren Flugzeugs eine funktionierende Notmaschine zu bauen. - Es klappt am Ende, wenn auch etliche tot zurückbleiben.

Nemo Obligatur

18. Mai 2020 19:43

So wie es hier und in anderen Foren brodelt, wird es wohl auf eine Spaltung der AfD hinauslaufen. Auch ich hätte mich schon gestern gerne in die Dikussion eingemengt, aber man befand meinen Beitrag verständlicherweise für ungenügend. Inzwischen bin ich froh drum.

Auf der anderen Seite zeigt der ganze Vorgang, wie sinnvoll es ist sich auf die Metapolitik zu konzentrieren. Die Parteien kommen und gehen, die Ideen bleiben. Man wird dann wohl in einigen Wahlen sehen, wer aus dem politischen Wettbewerb als Sieger hervorgeht. Bis dahin werde ich mich mehr oder weniger neutral verhalten, lesen, Gedanken sortieren.

Maiordomus

18. Mai 2020 20:09

@Hesse. Welche Zeitng wollen Sie dann sonst lesen? Es ist selbstverständlich, dass man keinem dieser Organe, auch SiN nicht, als intelligenter Rechter aus der Hand fressen sollte. Immerhin würde ich mich im Forum der Kersti Wollnows nicht beteiligen wollen, hier aber schon, trotz mannigfacher ungeduldiger Bekenntnisse, dass es nunmehr für mich genug sei. Immerhin kann man hier den einen oder anderen wertvollen Kontakt schliessen, sicher ein halbes Dutzend von solchen, die ich eigentlich nicht mehr missen möchte. Und selbst bei den Leuten, mit denen ich mich reibe, sehe ich manchmal bei näherer Betrachtung nicht Unkluges. 

RMH

18. Mai 2020 22:24

@Nemo Obligatur,

"Die Parteien kommen und gehen, die Ideen bleiben." 

Genau so sieht es aus. "Im Einzelnen allein ereignet sich Schicksal. ... Im Einzelnen ereignet sich Volk" (Pfarrer Hans Milch, Predigt "Rest oder Sekte?", 1984).

Wenn ich oben etwas von Kulissen schieben geschrieben habe, so sollte man immer dabei daran denken, dass für Licht oder Schatten, die Stellung der Kulissen durchaus wichtig ist. Insofern kann man den ganzen Parteienzinnober und das parlamentarische Theater nicht so einfach gering schätzen. Man darf es aber auch nicht überschätzen und das Schicksal der AfD ist gerade nicht das Schicksal von Patrioten oder von uns Einzelnen. Richtige Einordnung und Wichtung der Vorgänge ist eines der Gebote der Stunde. 

Daher: Letztlich geht es um etwas Anderes, als ob sich jetzt der Herr Meuthen durchsetzt oder der Herr Kalbitz oder der Herr Höcke. 

Laurenz

18. Mai 2020 23:06

@Fritz

ich will die hier unpassende Debatte nicht vertiefen, deshalb mache ich es kurz. Natürlich sind wir aus unterschiedlichen Völkern zusammengesetzt, vor allem Kelten (Wanen) und Asen (Skytho-Sarmaten). Und Sie können beides noch bei jedem von uns Deutschländern sehen. Russen und Polen unterscheiden sich kaum, nur der tartarische Einschlag der Russen verändert die Physiognomie etwas. Ihre blauen Augen sind mutmaßlich noch nicht sehr alt, da. 8.000 Jahre, eine rational unbegründbare Mutation, und stammen ebenso mutmaßlich aus der Region des heutigen Weißrußlands. Und Ihre Skandis stammen übrigens von uns ab. Gugeln Sie einfach Eiszeit-Karten. Noch vor 5.000 Jahren (ca. 175 Generationen) war Skandinavien von Eis bedeckt, da lebten dort auch keine Skrälinge. Das, was die Skandis von uns unterscheidet, sind die klimatischen Verhältnisse.

Laurenz

18. Mai 2020 23:13

@zeitschnur ..... ich verweise auf den Begriff GKs der "Mosaik-Rechten". Diese Gesellschafts-Gruppierung besteht in der Regel aus Narzißten, sind wenig Kompromiß-fähig. Auch ich mußte mich selbst überzeugen, daß das nichts bringt, außer Sektierertum. Es zählt nur das Machbare. Ihre libertären Ideen sind aber nicht machbar, einfach nur deswegen, weil Ihnen automatisch die Option fehlt, diese Ideen durchzusetzen. Es existieren keine freiwilligen Gesellschaften.

quarz

18. Mai 2020 23:41

@Fritz

"problematisch ist in erster Linie die Zuwanderung von Muslimen."

Jede Art der Zuwanderung, die nicht in Assimilation mündet, sondern in einer multikulturellen Gesellschaftsstruktur, ist nicht nur problematisch, sondern erwiesenermaßen gemeinschaftsschädigend. Wie zigfach wissenschaftlich belegt wurde, sind ethnisch fragmentierte Gesellschaften ceteris paribus weniger solidarisch, weniger rechtsstaatlich, weniger innovativ, weniger verwaltgungseffizient, wirtschaftlich weniger effizient, durch mehr physische und psychische Krankheit geprägt, krimineller, korrupter etc. Angesichts dieses in aller Welt wieder und wieder bestätigten empirischen Befundes ist anekdotische Evidenz, die den subjektiv Befangenen zu einer günstigeren Diagnose verleitet, irrelevant.

Die Prämisse "die nicht in Assimilation mündet" wiederum ist ab einer gewissen Größenordnung der Zuwanderer-Community automatisch erfüllt. Auch dafür gibt es empirische Belege.

Dass bestimmte Spezifika wie die islamische Religion mit ihrem Herrschaftsanspruch das Problempotenzial nochmal stark in die Höhe treiben, will ich gewiss nicht in Abrede stellen, sehr wohl aber dem Irrglauben entgegentreten, dass ohne dieses Merkmal mit keinen ernsthaften Problemen zu rechnen sei.

Nath

19. Mai 2020 06:14

Es ist für einen metapolitischen Blog langfristig wenig sinnvoll, sich zu sehr in die Niederungen der Tagespolitik zu begeben - und innerperteiliche Kämpfe, wie sie jetzt in der AfD zutage treten, gehören definitiv zu diesen Niederungen. Die Partei wurde als ein neoliberales Projekt mit konservativen Einsprengseln gegründet, kann es da wirklich überraschen, dass es vielen Parteimitgliedern, die noch aus der Lucke/Henkel-Ära stammen, seit langem ein Dorn im Auge ist, dass ihnen ihr Projekt "Mehr Kapitalismus wagen" von den Sozialkonservativen unter den Füßen weggezogen wurde? Für sie muss es einer teilweisen Usurpation gleichkommen. Wenn man ehrlich miteinander wäre, müssten beide Seiten spätestens jetzt zu dem Schluss kommen, dass es Zeit ist, fortan getrennte Wege zu gehen - nur wird dies nicht geschehen, weil keiner derjenige sein will, der die Partei verlässt und als Verlierer des Machtkampfes ein neues Projekt gründen muss. Die Flüchtlingskrise hat die unüberbrückbaren Gegensätze eine Zeitlang in den Hintergrund treten lassen, doch nun, fünf Jahre später, gleichen die beiden antagonistischen Flügel einem Paar, das sich im Grunde von Anfang an etwas vorgemacht hat, als es die Beziehung begann und dann viel zu lange fortführte. Es kann eben n i c h t zusammenwachsen, was nicht zusammengehört.

 

Laurenz

19. Mai 2020 07:56

@Nath

Warum schreiben Sie Ihren Beitrag nicht zu den Alt-Parteien. Dort existieren noch ganz andere gesellschaftliche Interferenzen als bei der AfD. Dort nimmt man es aber als selbstverständlich hin. (Ehemalige) Volksparteien haben nun mal unterschiedliche Interessenlagen in sich. Und Sie sehen doch, wohin es führt, wenn man die Kanalarbeiter oder den Arbeitnehmer-Flügel (CDU) ausbootete. 

Seneca

19. Mai 2020 08:44

@nath: wo fängt „meta“ an, wo hört es auf? Kluge Einlassungen in das Zeitgeschehen bei wichtigen Zäsuren sind ggfs. auch metapolitisch, zumindest weisen sie über den Tag hinaus. Die AfD wurde 2013 - nach der Krise des Finanzkapitalismus - nicht als „kapitalistisches“ Projekt gegründet. Es war und ist ein zutiefst demokratisches Graswurzel-Projekt zur Verhinderung der verfehlten EU/EURO-Politiken. Hieran hat sich nichts geändert und es gibt auch keinen innerparteilichen Dissens in dieser Frage. Die Renten-Thematik ist ein Popanz, da sowohl Höcke wie auch Meuthen darum wissen, dass dieses Problem weder mit mehr Markt noch mit mehr Staat zu lösen ist, da die Demografie maßgeblich beides bestimmt. Es war eher der Versuch Höckes, einer identitären Restgröße im GG-Kontext („Deutscher“) etwas mehr Generationen-Solidarität zukommen zu lassen. Es gibt bei Lichte betrachtet überhaupt keine nennenswerten Unterschiede in der Sache. Deshalb ist die spalterische Entwicklung um so tragischer. 

Franz Bettinger

19. Mai 2020 09:33

@Lieber Nemo: Seien Sie getröstet, es geht uns hin und wieder allen so: Wir werden als zu leicht oder zu schräg befunden und gelöscht. Sogar Grambauer ist das schon passiert. Die werte Zeitschnur könnte die Einzige sein ohne Strafpunkte. Und wissen Sie was: Es ist gut so! Kositza oder Kubitschek haben ein gutes Gespür für das Sagbare, und sie schützen uns manchmal vor unserer eigenen Courage. Lang lebe K+K! Ha! 

Laurenz

19. Mai 2020 09:51

@Seneca

Stimme Ihrem Beitrag zu, aber nicht Ihrer Sicht auf die Renten-Problematik. 15.000 Milliarden Euro veruntreuter Renten-Gelder durch den Staat für Fremdleistungen (& Zinsen), an denen zu Unrecht privilegierte gesellschaftliche Gruppen nicht beteiligt sind, sind kein Popanz, sondern der größte Skandal der Nachkriegs-Geschichte. Sie sollten Sich einfach mal mehr mit den Fakten vertraut machen. Meuthen & Höcke gehören beide solch privilegierten Gruppen an. Meuthen vertritt aber die Interessen der Privilegierten, während Höcke dem Verfassungs-rechtlichen Grundsatz einer gewissen Gleichheit vor dem Gesetz Geltung zu verschaffen sucht. Wenn Sie Sich mit den Fakten beschäftigt hätten, wüßten Sie, daß es kein demographisches Problem gäbe, wenn der Bund seine Schulden an die Rentenkasse begleichen würde. Von daher mehr recherchieren, weniger quatschen.

Laurenz

19. Mai 2020 09:59

@Franz Bettinger .... ich stimme Dir nicht ganz zu. K & K leben doch außergewöhnlich, also nicht repräsentativ. Von der Lebensart ist auch die Sicht der Dinge bestimmt. Und K & K müssen nicht uns schützen, sondern vordergründig diese SiN-Institution und alles was daran hängt. Daß der doch vergleichsweise recht freigeistige Filter eingebaut ist, gibt dem Kommentariat eben eine gewissen Nuance. Und ich gehe davon aus, daß selbst @zeitschnur nicht verschont blieb. Die einen mögen sich beschweren, daß es zu wenig elitär zugeht, die anderen, daß zuwenig Reichweite, also dem Volk Verständliches präsentiert wird. Ich hingegen beschwere mich überhaupt nicht. Finde das Angebot entsprechend gut gemischt und ausgewogen, eben so, wie Politik sein muß.

Fritz

19. Mai 2020 11:41

@Wahrheitssucher: Man muss weder an die deutsche Volksseele noch and die Überlegenheit der weißen Rasse glauben, um die Massenmigration abzulehnen.Wie „Diversity“ Gesellschaften zerstört ist empirisch erklärbar (s. Robert Putam).

Kolumbien z.B. hat in den letzten Jahren 1,5 Millionen Migranten aus Venezuela aufgenommen. Kolumbianer und Venezolaner sind praktisch nicht zu unterscheiden; beide sind katholisch, sprechen spanisch und haben die gleiche Latino-Mentalität. Gleichwohl gibt es dort die üblichen Konflikte, Streit um staatliche Leistungen,  höhere Kriminalität von Migranten usw.

@Valjean72: „Führen Sie sich mal die ethnische Zusammensetzung von Grundschulklassen deutscher Grossstädte vor Augen“

Ich habe doch oben schon betont, dass ich die Quantität der Migration fürt das Hauptprobem halte. Zwei oder drei migratische Kinder in einer deutschen Schulklasse wären problemlos integrierbar, zumindest solange es keine Muslime sind.

Vielleicht werden Sie sich mal der unrühmlichen Rolle der beiden grossen Kirchen gewahr, in Zusammenhang mit der "Flutung" Europas mit Menschen aus Afrika und Arabien.“

Die Führung der deutschen Kirchen ist nicht repräsentativ für das Christentum in der Welt. In der katholischen Kirche sind es die Vertreter aus Afrika, Südamerika und den Philippinen, die gegen die Modernisierungstendenz der Europäer ankämpfen.

 

Fritz

19. Mai 2020 11:41

@quarz: Bin ganz bei ihnen, ich bin auch für Assimilation. Ich sehe nur nicht, warum die nicht möglich sein sollte? Ich sehe häufig wenn ich morgens mit der Bahn zur Arbeit fahre, Schüler auf dem Schulweg; deren Umgang miteinander erscheint mir weitgehend problemlos. Sie sprechen das gleiche Deutsch, sind gleich gekleidet, und benehmen sich gleich, egal welche Hautfarbe sie haben.

Irgendwann wird man auch in Deutschland junge Schwarze, die akzentfreies Deutsch sprechen, nicht mehr fragen, wo sie herkommen und wo sie ihr gutes Deutsch gelernt haben. Ich wüsste auch nicht, was daran so schlimm sein sollte. Es kommt halt darauf an, wie der Staat das managed.

 

Noch mal zum Thema generell: Ich habe heute morgen die Presseschau im Raiio gehört, und da war die Tendenz ganz eindeutig erkennbar: Die Presse hofft, dass Meuthen gestürzt wird und der Flügel die AfD übernimmt; dann braucht man nicht mehr befürchten, dass die Partei irgendwann Einfluss auf politische Entscheidungen gewinnt.

Maiordomus

19. Mai 2020 12:36

Sagen wir mal: Sehe ich in diesem Forum nicht n u r  Unkluges.

Lotta Vorbeck

19. Mai 2020 12:56

"Diese Fragen werden in dem Moment zu Schicksalsfragen, wenn der Zusammenbruch der Wirtschaft und der seelische Bankrott Deutschland mit voller Wucht trifft.

...

Die AfD - in allen Parlamenten vertreten und bestens aufgestellt - hätte die Kraft und den langen Atem zur Herausforderung eines nur vermeintlich übermächtigen Gegners."

[GK]

---

Die zu dieser Herausforderung nötige Kraft hätte sie, die dazu notwendige logistische und materielle Basis ebenfalls.

Solange die Partei durchsetzt ist mit Karrieristen, denen es völlig schnuppe ist, unter welcher Flagge sie segeln, von Funktionären, die sich mental dem Establishment zugehörig fühlen oder darum buhlen, vom Establishment akzeptiert zu werden, ist die vermeintliche Alternative keine Alternative.

An was es mangelt, sind Mandatsträger, die entschlossen sind, die Systemfrage zu stellen.
 

Mboko Lumumbe

19. Mai 2020 13:08

Meuthen und seine Spalter dürfen ihre Brandstiftung nicht überstehen, denen gebührt ein Platz in den hinteren Reihen. Plakate kleben als Übung von Demut und Zurückhaltung wird denen gut tun. Fordert sie heraus, ständig und immer wieder in euren KV und LV. Verlangt von ihnen Aktivität und Handlungen, auch auf der Straße. Verlangt und hinterfragt konkrete Ergebnisse. Lasst sie ackern und zwingt sie sich zu zeigen. Es sind oft die Meutherer, die es sich bequem eingerichtet haben und darauf warten, dass sich alles von allein ergibt. Zwingt sie sich offenzulegen.

Doch mittlerweile halte ich eine Wende über Wahlen und auf parlamentarischen Weg für eine Illusion. Ähnlich wie Religion ist das Opium für‘s Volk und die Zerlegung der AfD ist Brot und Spiele. Die jetzige AfD ist ein Hindernis zur politischen Wende, sie dient als Feigenblatt in und hinter der sich viele, auch außerhalb der AfD, verstecken in der vergeblichen Hoffnung, diese AfD könnte bewirken was dringend nötig wäre.

Die Rautenfrau mit der ihr ergebenen C*DU legt in der Wählergunst zu, das mag sich wieder ändern. Gleichzeitig wird aktuell eine „Antikapitalistische Linke“ zur Verfassungsrichterin gewählt, auch durch die C*DU. Zuvor wurde im Februar in Thüringen die demokratische MP-Wahl auch mit Gewalt rückgängig gemacht. Machtdemonstrationen im Kampf gegen Rechts-taatlichkeit. Und die bewusst provozierende Zurschaustellung der Ohnmacht und Wirkungslosigkeit der AfD.

Diese AfD ist (für mich) weder Weg noch Ziel.

Laurenz

19. Mai 2020 13:26

@Fritz @quarz

Zitat- bin auch für Assimilation-Zitatende

Alle Bürger der Welt verstehen sich wunderbar, solange keine politische Frage gestellt wird. Stellen Sie zB die Frage nach Rückgabe der deutschen Ostgebiete, oder fordern Sie, daß zukünftig, für die nächsten beiden Dekaden, die Empfänger-Staaten der EU Netto-Einzahler werden müssen, dann gibt es Tote. Sie haben doch die griechischen Massen mit dem Merkel-Nazi-Konterfei auf der Straße gesehen, die sich darüber beschwert hatten, daß die EZB oder sonstwer nicht für ewig den Geldhahn aufdrehen will, in Anbetracht dessen, daß Griechenland am Kapital-Markt kein Geld mehr bekam.

Aber das trifft noch nicht ganz des Pudels Kern. Des Pudels Kern basiert auf der Frage, "warum Sie nicht in Dodoma im Matatu sitzen, um diese Beobachtung zu machen? Unser Land ist völlig überfüllt. Wir brauchen Abwanderung. Und Sie als Multi-Kulti können doch überall leben. Ich kann und will es nicht. Gute Reise, reisereise Fritz...

Wahrheitssucher

19. Mai 2020 14:15

@ Fritz

“Kolumbien z.B. hat in den letzten Jahren 1,5 Millionen Migranten aus Venezuela aufgenommen. Kolumbianer und Venezolaner sind praktisch nicht zu unterscheiden; beide sind katholisch, sprechen spanisch und haben die gleiche Latino-Mentalität. Gleichwohl gibt es dort die üblichen Konflikte, Streit um staatliche Leistungen,  höhere Kriminalität von Migranten usw.“

Betrachten Sie doch bitte ihre Argumentation auf einmal von der anderen Seite her: Wenn es schon bei denen von Ihnen beschriebenen Völkerschaften mit dem Zusammenleben nicht klappt, um wie viel mehr muss es dann erst recht bei wirklich gegensätzlichen (mit unterschiedlichen Mentalitäten, Volksseelen und Hautfarben) nicht funktionieren!?

Was die Quantitäten betrifft, gebe ich Ihnen natürlich recht. Es mag nach wie vor der Satz gelten: Ausländer sind das Salz in der Suppe, aber wer mag schon versalzene Suppe!?

Wahrheitssucher

19. Mai 2020 14:18

@ Maiordomus

„Sagen wir mal: Sehe ich in diesem Forum nicht n u r  Unkluges“

Wir fühlen uns geschmeichelt...!

Laurenz

19. Mai 2020 15:52

@Wahrheitssucher  @ Maiordomus

Sie haben Beide vollkommen Recht, nicht alle Beiträge von Maiordomus sind unklug, und manche sogar richtig klasse. 

 

quarz

19. Mai 2020 17:14

@Fritz

"Ich bin auch für Assimilation. Ich sehe nur nicht, warum die nicht möglich sein sollte?"

Weil es ab einer gewissen Größe der Migrantencommunity für Neuzuwanderer attraktiver ist, sich in deren importierte Gesellschaftsstruktur zu integrieren als in die des Aufnahmelandes, zumal dann, wenn sich dieses durch wenig erstrebenswerte kulturelle Selbstzerfleischung präsentiert.

@Laurenz

"Alle Bürger der Welt verstehen sich wunderbar, solange keine politische Frage gestellt wird."

Diese These ist empirisch klar widerlegt. Um die meisten der oben beschriebenen schädlichen Effekte hervorzurufen, bedarf es keiner politischen Rahmung der ethnischen Differenz, es genügt ihr schieres Vorhandensein. Natürlich lassen sich die Effekte durch politische "Instrumentalisierung" verstärken. Aber erstens sie eben auch in bemerkenswerter Stärke ohne jedes politische Zutun vorhanden und zweitens ist die Politisierung ja selbst auch eine Auswirkung, die sich dann erst rückkoppelnd in die Zuspitzung einbringt. Am Anfang steht nie die Politik. Am Anfang steht immer ein Problem, auf das die Politik zu reagieren versucht.

Nath

19. Mai 2020 21:13

@Laurenz

"Alle Völker der Welt verstehen sich wunderbar, solange keine politischen Fragen gestellt werden."

Ich weiß nicht, ob man dies so kategorisch behaupten kann. Abgesehen von gegensätzlichen politischen Interessen hat sich doch historisch gezeigt, dass es gerade die "Charaktere" von Nachbarvölkern sind, die zu allerlei Feindseligkeiten Anlass geben. Das betrifft (betraf) Franzosen und Deutsche genauso wie Chinesen und Mongolen, Japaner und Koreaner oder - was "künstliche" Nationen angeht - Brasilianer und Argentinier. Man kann natürlich den Begriff des Politischen so weit fassen, dass er das gesamte gemeinschaftliche Dasein eines Volkes umgreift. Dann ließen sich auch ethnokulturelle Gegensätze (Physiognomie, Ästhetik, Lebensart usw.) darunter subsumieren. In Ihrem Satz ist "politisch" jedoch wohl eher im engeren Sinne zu verstehen. Es scheint zwischen Völkern ein seltsames Gemisch aus Überlegenheitsgefühl, Neid, Respekt, Bewunderung usw. zu existieren, von denen bald das eine, bald das andere an die Oberfläche tritt. Dieses Phänomen der Hassliebe bzw. ihre langsame Überwindung ist ein gutes Exempel dafür, dass es eben doch so etwas wie einen historischen Fortschritt gegeben hat. Die von Ihnen vermerkten polit-ökonomischen Interessengegensätze zwischen den Völkern existieren natürlich nach wie vor. Sie aufzuheben ist weitaus schwieriger als die Harmonisierung von Nationalcharakteren, aber keinesfalls unmöglich.

 

Laurenz

19. Mai 2020 22:24

@quarz  @Laurenz

Ich schrieb aus Erfahrung meiner vielen Reisen in alle Welt. Derjenige, der Geld mitbringt, ist fast überall gerne gesehen. Ungern gesehen sind diejenigen, die kein Geld mitbringen und nicht investieren.

Ich war mal in meiner Jugend, so etwa um 1985 rum, mit 3 Freunden auf Jersey. Die dortigen Grenz-Beamten (nicht in Uniform, sondern im Anzug), waren total freundlich, fragten uns 4 jungen Kerle, wie viel Geld wir dabei hätten, wo wir schlafen - und wie lange wir bleiben wollten. Nachdem wir die gewünschten Auskünfte gegeben hatten, ließ man uns rein. Man war dort nicht zu arrogant, auf die 400 Pfund zu verzichten, die wir dabei hatten, aber für uns zahlen, wollte dort keiner. Und Sie kommen auch heute noch nicht an der Identität der Jerseyaner vorbei. Die vielen fremden Reichen, welche sich eingekauft haben, nehmen überhand, was großen Ärger verursacht. Dort ist noch etwas zu bewegen, auf Sylt haben die echten Sylter längst verloren.

Identitäten sind extrem wichtig, wenn man nicht unter die Räder kommen will. In Neu-Seeland kostet es viele Millionen sich einen Residenz-Status zu kaufen, das heißt, noch nicht mal einen Paß. 

vik1

19. Mai 2020 22:53

Herr Meuthen ist ein ehrgeiziger älterer Mann von 61 Jahren. Er hat fünf Kinder aus zwei früheren Ehen. Seine dritte Frau seit 2018, Natalia Zvekic, ist mehr als zwanzig Jahre jünger als er und brachte lt. wiki 5 eigene Kinder mit in die Ehe. Das kostet. Er muss noch weiter auf der Karriereleiter nach oben. Egal wie! Mittlerweile ist der bis dato grauhaarige Meuthen so erblondet wie seine Ehefrau. Intellektuelle Gesichtspunkte allein sind wohl nicht  zielführend. Bei Manchen jedenfalls nicht. https://www.imago-images.de/bild/st/93197536/m

 

vik1

19. Mai 2020 23:08

Natalia MEUTHEN-ZVEKIC  ist ausserdem Assistentin von Georg MAYER , Freiheitliche Partei Österreichs im EU Parlament. Nun denn!

Alexis

20. Mai 2020 12:02

Meuthen heute bei Maischberger - Linksmedien wollen dass Meuthen Bundessprecher bleibt

Meuthen wird heute Abend bei der Talksendung "Maischberger" (22:45 ARD) zu Gast sein.

Damit wird Meuthen vor einem Millionen-Publikum ein Podium geboten, für seinen CDU 2.0-Kurs und seinen Krieg gegen die patriotischen Kräfte in der AfD zu werben.

Herr Chrupalla wird natürlich nicht eingeladen. Denn der hat ja gegen Kalbitz Rauswurf votiert.

Bereits gestern hat "Cicero"  Meuthen ein großes Interview gegönnt.

Damit sollte klar sein, auf wessen Seite die linken Systemmedien stehen.

Die Mainstream-Medien - die die AfD am liebsten am Boden sehen würden –  wollen,  dass Meuthen Parteivorsitzender bleibt und Kalbitz aus der AfD ausgeschlossen bleibt. Meuthen ist "ihr" Mann.

Dass sollte der Flügel auch ganz klar innerparteilich kommunzieren: Wer die AfD hasst, ist für Meuthen als Parteivorsitzender. Denn er ist der Garant dafür, dass die AfD klein und geschwächt bleibt.

 

 

Ein gebuertiger Hesse

20. Mai 2020 13:07

@ Vik1

Gut beobachtet, das mit Meuthens Blondfärbung. Männer über 60, die mit ihren ergrauten Haaren nicht fertigwerden und also mit ihrem aktuellen Lebensalter über Kreuz sind, kann man eh vergessen. Wenn sie sich die Haare gar anpinseln wie ihre - wieviele Jahrzehnte ist sie jünger? - Aktuell-Ehefrau, spricht aus ihrem Verhalten nachgerade Verzweiflung, inneres Aufgesteckthaben. Wegbleiben von solchen Typen.

Seneca

20. Mai 2020 13:17

@Laurenz: weder Ton noch Inhalt Ihres Kommentars kann überzeugen. „Wenn der Bund seine Schulden gegenüber der Rentenkasse begleichen würde...“ dann wäre dies ein Nullsummenspiel (linke/rechte Tasche) aus Sicht der Renten-/ Steuerzahler und keine Lösung des demografischen Rentenproblems. Beide sind letztlich volkswirtschaftlich identisch. 

Niedersachse

20. Mai 2020 15:26

 Die Motivation von Meuthen und seiner Clique ist zumindest für mich zweitrangig, da sowieso für jeden offensichtlich. Er möchte der Beobachtung durch den von der Kette gelassenen VS entgehen und koalitionsfähig für die CDU  werden. Und als ein echter Wendehals und Opportunist der er ist, lässt er dafür kaltschnäuzig erfolgreiche Weggefährten unter fadenscheinigen Begründungen wie eine heisse Kartoffel fallen. Es geht dabei ja nicht nur um die Personalie Kalbitz, sondern um die grundsätzliche Ausrichtung der AfD. Doch wer dafür die Argumente eines instrumentalisierten VS und die polemische und verlogene Sprache des Altparteien und Medienkartells benutzt, der ist für die integrative Rolle des Parteisprechers unbrauchbar. Das sollten alle, die ihm jetzt noch die Stange halten für die Zukunft bedenken. Bei nächster Gelegenheit wird Meuthen wieder einknicken und auch sie verraten. Jahrelang hat ihn die Anwesenheit des "Flügels"nicht gestört, mehr noch er verdankt ihm sogar sein Amt als einer der beiden Parteisprecher. Viel schlimmer ist das "Framing" das Meuthen MITHILFE der Massenmedien vorntreibt, was Teile der AfD als extremistisch und demokratiefeindlich darstellt. Im Klartext: Die AfD als Ganzes, die sozialpatriotischen Kräfte inbegriffen, sind nicht mal ansatzweise extremistisch. Schlimmer noch: Wir leben in einem kranken, wahnhaften Staat, der den Erhalt des eigenen Staatsvolkes als "extremistisch" ansieht und keine Konkurenz ausserhalb des deutschfeindlichen BRD- Regimes dulden wird.

Marcus Kerkhoff

20. Mai 2020 15:53

Die faschistische Nazikeule hat obsiegt. Sie raubt die politische Mündigkeit. 

Meuthen, Storch, Wolf, Paul, Limmer, Haug und Kuhs dürften - legten sie sich beim Volkspsychiater auf die Couch - Höcke und Kalbitz im Eigentlichen viel näher sein als CDU/FDP, Bundesverfasssungsgericht und Verfassungsschutz, aber die NS-Schuld und die dadurch verursachte Gewissenangst wiegen schwerer. Man hat sich gegen Kalbitz entschieden, um etwas NS-Schuld abzutragen. Darin liegt die Psychose, deutsche Geschichte nicht richtig verarbeitet zu haben und einen gravierenden Mangel an politischer Urteilskraft aufzuweisen. Daß Kalbitz im heimattreuen Jugendlager nicht HJ gespielt und dem Führer gehuldigt hat, wissen alle, aber die Vorstellung, daß HJ spielen und dem Führer huldigen im heimattreuen Jugendlager vielleicht doch irgendwann im Verborgenen einmal stattgefunden haben könnte (wo Kalbitz gar nicht anwesend war) löst Psychose aus. Für die meisten Schuldpsychotiker ist es unmöglich sich ohne fremde Hilfe von der Nazikeule zu emanzipieren. Einiger dieser Psychotiker werden - paradoxerweise - selbst zu Mini-Freislern und gerieren sich als Nazi-Jäger wo keine Nazis sind.

Geschwätzwissenschaften, NS-Schuldpsychose, Jura, Antifa bilden ein explosives Gemisch mit dem Potential zu Deutschlandabschaffung und oder Bürgerkrieg.

Laurenz

20. Mai 2020 17:15

@Seneca

Beamte bekommen Pension aus dem aktuellen Haushalt, Ärzte und Rechtsanwälte, ÖRR-Mitarbeiter Rente aus ihren eigenen unbelasteten Renten-Kassen, Selbständige Zuwendungen aus nicht belasteten Lebensversicherungen oder sonstigen Alterversorgungen. 

Ich gehe davon aus, Seneca, daß Sie zu einer oben genannten unbelasteten Berufsgruppen stammen. Fremdbelastungen der Deutschen Rentenversicherung müssen aus dem Steuertopf finanziert werden, um eben alle zu belasten, wenn man politische Projekte durchziehen will. 

Wissen Sie was Sie sind, Seneca? Sie sind ein Meuthen.

Fritz

20. Mai 2020 17:22

"Linksmedien wollen dass Meuthen Bundessprecher bleibt"

Mein Eindruck ist genau gegenteilig, auch nach dem Interview mit Meuthen im ZDF.

In ihren Kommentaren betonen die Medien vielmehr, dass das ganze nur ein Täuschungsmanöver ist und Meuthen sich ihnhaltlich gar nicht wesentlich von Höcke unterscheidet.

Wenn Meuthen weg ist und der Flügel die AfD dominiert, ist die Partei politisch tot.

Die NPD hatten wir schon, die hat es zu nichts gebracht, und eine Flügel-AfD wäre zumindest für die Mehrheit der Wähler von der NPD kaum zu unterscheiden.

Niekisch

21. Mai 2020 18:59

"Wenn Meuthen weg ist und der Flügel die AfD dominiert, ist die Partei politisch tot."

@ Fritz: Wenn es umgekehrt kommt (bleibt), dann ebenso.

Alexis

21. Mai 2020 19:00

Björn Höcke hat sich vor circa einer Stunde mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewendet, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

https://www.facebook.com/Bjoern.Hoecke.AfD/?hc_ref=ARR_sbhiRSt9lre7FcAAA3PXsc4BG4ViULZ-7YkKbiWu6KXqp8aJ8U3WUJ7vNxzFT3g&fref=nf&__tn__=kCH-R

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. All die Jahre war Höcke doch so versöhnlich in seinen öffentlichen Stellungnahmen, ging nie über indirekte Kritik hinaus. Vielleicht stimmt es ja, was ein linker Schreiberling jüngst verkündete und Höcke steht wirklich "mit dem Rücken zu Wand".

Höcke wendet sich in der Stellungnahme gegen einen Sonderparteitag - So Höcke:

Nun soll ein Sonderparteitag über die künftige Ausrichtung der AfD entscheiden. Vor dem Hintergrund der schwindenden Beliebtheitswerte Meuthens liegt das vor allem in seinem persönlichen Interesse.

Wir brauchen keinen Sonderparteitag, um festzustellen, daß der bisherige Bundessprecher nicht mehr in der Lage oder Willens ist, die AfD in ihrer Gesamtheit zu vertreten.

Marcus Kerkhoff

21. Mai 2020 21:15

Meuthen ist als AfD-Leitfigur nicht haltbar, wenn er sich für seinen Auftritt bei Maischberger vom 20.5.20 nicht entschuldigt -

Meuthen: "Tatsache ist, daß eher Herr Höcke und die Seinen einen anderen Spin der Partei wollen und das werden wir nicht zulassen.."
Maischberger (unterbricht): ..nämlich einen völkisch-nationalistischen und wirtschaftspolitisch sozialistisch, das ist das was Sie nicht wollen.."
Meuthen: "Es geht in eine nationalistisch-völkische gesellschaftspolitische Position und wirtschaftspolitisch geht es eindeutig Richtung Sozialismus. Beides ist in der Programmatik meiner Partei nicht vorgesehen."

- und eine entsprechende Unterlassungserklärung unterzeichnet.

Meuthen behauptet, daß der Flügel nationalistisch-völkisch-sozialistisch sei und insinuiert damit, daß der Flügel --> nationalsozialistisch  --> Hitler und NS sei. Meuthen schwingt die Nazikeule gegen die eigene Partei. Das ist psychotisch. Gewählt wurde er ja unter anderem dafür, daß die Nazikeule aufhört. Meuthen hat übelste Volksverhetzung und Parteischädigung begangen. Meuthen wird zum Söder: "Die AfD ist auf dem Weg eine härtere NPD zu werden als es die alte NPD war." Da hätte Maischberger anstelle Meuthens gleich Katrin-Göring Eckardt einladen können.

heinrichbrueck

21. Mai 2020 22:03

2017 / https://www.youtube.com/watch?v=3mmyt3KFnZk&feature=youtu.be&t=1653

Herr Meuthen: „Ich sehe zum Teil in den Innenstädten, in denen ich mich bewege, noch vereinzelt Deutsche….“
Frau Merkel: „Also erstens weiß ich nicht, was Sie sehen, denn ich kann auf der Straße Menschen mit Migrationshintergrund, die deutsche Staatsbürger sind, und solche, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht haben, nicht unterscheiden…“ (Videoausschnitt

Ihr rafft das Spiel wirklich nicht, oder? 

Niedersachse

22. Mai 2020 00:11

@Alexis

Irgendwann ist jedes Maß voll und jedem der an einer erfolgreichen AfD gelegen ist, ist klar aufgerufen, Stellung zu beziehen. Die verbalen Ausfälle von Meuthen werden immer unerträglicher. Alleine schon diese unfassbar dumme, infame und infantile Gequatsche vom NS- Vergleich mit dem Flügel...jeder Vollidiot sollte doch bemerkt haben, dass  der Flügel nichts mit dem NS zu tun hat und das sollte auch in angemessener Schärfe so kommuniziert werden. In einer Partei gibt es immer mehrere Strömungen und die gilt es unter einen Hut zu bringen. Zumindest sollte der Versuch unternommen werden, dies zu schaffen und es ist die Pflicht des Parteivorsitzenden, hier als integrative Kraft zu wirken. Nichts gegen das ausfechten verschiedener Standpunkte, aber wenn der Parteivorsitzende sich wie Ralf Stegner anhört, ist grundsätzlich etwas schiefgelaufen.

Laurenz

22. Mai 2020 00:20

Um 21:15 Uhr kam eine Epost meines Bundesvorstandes aus der Bundesgegschäftsstelle, gezeichnet mit Meuthen.

Ich habe mich von der Verteiler-Liste nehmen lassen.

Desweiteren werde ich keinen Delegierten mehr wählen, der diesen Vorstand unterstützt. Wir brauchen dringend außerordentliche Bundesvorstands-Wahlen.

Meuthen muß weg. Sollen sich die liberalen Parteifreunde sensiblere Kandidaten suchen. 

Marcus Kerkhoff

22. Mai 2020 11:27

@ heinrichbrueck

Wenn Frau Merkel sagt: „Also erstens weiß ich nicht, was Sie sehen, denn ich kann auf der Straße Menschen mit Migrationshintergrund, die deutsche Staatsbürger sind, und solche, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht haben, nicht unterscheiden…“ - dann scheint offenbar zu werden, daß ein massives politisch-strategisches Intelligenzdefizit vorliegt. Meuthens überaus berechtigte Aussage in Bezug auf Überfremdung wird durch Merkels Replik in keinster Weise falsifiziert. Ein eigentlicher Punkt wäre - welchen Merkel freilich unter den Tisch fallen läßt - wer all den Unassimilierten und Parallelgesellschaftlern überhaupt deutsche Pässe ausgehändigt hat. Die Antwort Merkels ist so unendlich dummdreist, daß man sie SOFORT des Amtes zu entheben hätte. Daß eine politisch unmündige aber sozial intelligente Frau Merkel im Rahmen eines Masterplans handelte, ist eher unwahrscheinlich, Frau Merkel stellt wie die gesamte CDU/CSU einfach nur das CHAOS dar. Der deutsche Staat wird durch Dummheit zerstört, nicht durch Verschwörung.

heinrichbrueck

22. Mai 2020 15:42

@ Marcus Kerkhoff

„Der deutsche Staat wird durch Dummheit zerstört, nicht durch Verschwörung.“

Die Zerstörung ist gesteuerte Absicht. Das Chaos läßt sich nicht steuern. Den Begriff „Deutsche“ im eigentlichen Wortsinn (Meuthen); die Bemühungen ihn umvolkungsgerecht umzudefinieren (Merkel), wodurch die gewählte Bezeichnung „Deutsche“, für alle Erdenbewohner Geltung sich verschaffen kann, sofern zuvor ein Dokument bzw. die BRD-Mitgliedschaft verliehen wurde. Das Grundgesetz macht es möglich. Und staatliche Organe können gegen das GG verstoßen. Als Privatperson muß ich nicht gehorchen, verstoße auch nicht gegen das Provisorium GG.

quarz

22. Mai 2020 17:47

@Marcus Kerkhoff

Ich glaube auch, so plump und polemisch es klingen mag, dass Merkel eine ziemlich simple Frau ist. Und ich wundere mich immer wieder darüber, dass so viele Leute hinter ihren schwer nachvollziehbaren Handlungen, Manövern und Wendemanövern, ja selbst hinter ihrem wochenlangen Schweigen im Angesicht dramatischer Ereignisse, stets einen besonders schlauen Hintergedanken vermuten, eine geniale Strategie, die zu durchschauen der gemeine Wähler einfach nur zu dumm ist. Dass sie sich nur "nicht erklärt", aber viel zu erklären wüsste. Aber die Kaiserin ist nackt. Sie hat nur, wie eine Labor-Versuchstier, herausgefunden, dass die Medien ihr immer wieder Belohnungshäppchen zuwerfen, wenn sie einfach so weitertut, wie es ihr simpel gestricktes Reiz-Reaktions-Schema vorgibt (Mädchen weint -->Schleusen aufmachen, Medienempörung über irgendwas -->"entschieden zurückweisen" etc.). Was auch immer sie laut Eigenbekundung "stets vom Ende her" macht, mit Denken hat es wenig zu tun. Sie ist kein Enigma. Es lohnt sich nicht, über ihre Pläne zu spekulieren. Deshalb übt sie auf mich auch keinerlei Faszination aus, weder im Positiven noch im Negativen. Sie ist langweilig. Sie ist nur eine große, kernlose Projektionsfläche der Vielen. Und ihr "Handeln" ist nur die Trajektorie einer Flipperkugel, die vom Wechselspiel der Impulse bestimmt ist, die ihr von den Projizierenden übertragen werden. Das eigentliche Faszinosum ist der aktuelle Mentalzustand das Volkes, dessen politisches Echo die Kanzlerin ist.

Ratwolf

22. Mai 2020 20:52

Was man Herrn Meuthen positiv anrechnen muss: Gut, dass er sich jetzt offenbart und nicht wenn es zu spät ist. So wie bei Fischer.

Man muss jetzt abwarten was die Juristen dazu sagen.

Der VS wird sich Mühe geben, die Sache für die Alt-Parteien in eine für die AfD ungünstige Richtung zu lenken.

Laurenz

23. Mai 2020 10:39

@Ratwolf

Die Delegierten oder Mitglieder werden sich an Gauland halten.

Götz Kubitschek

23. Mai 2020 15:35

endlich badeschluß. habe mich etwas verspätet.

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