20. Mai 2020

Der Aufstand der Verschwörungsgegner

Martin Sellner / 85 Kommentare

Das Land ist im Aufruhr. Auf Anti-Coronademos sammeln sich Zigtausende, um gegen die Maßnahmen der Regierungen zu protestieren.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Diese antwortet mit teilweise massiver Polizeigewalt. Manche sehen in den Protesten bereits die Geburtsstunde der deutschen „Gelbwesten“. Viele intellektuelle Rechte stehen ratlos und teils ablehnend vor dieser neuen Protestwelle. Dazu gibt es keinen Grund. Unter der dünnen Oberfläche aus Verschwörungstheorien, Gesundheits- und Umweltfragen prallen hier zwei tektonische Platten aneinander, die unserer weltanschaulichen Geographie entsprechen. Es ist der Aufstand der nutzlos gemachten Staatsbürger gegen den Globalismus technokratischer Eliten.

Während sich auf den Straßen eine bunte kritische Masse an Patrioten, Impfkritikern, Wutbürgern und Antiglobalisten sammelt, bilden sich neue parteipolitische Protestbewegungen wie „Widerstand2020". Auf den sozialen Medien schießen dutzende neue Kanäle aus dem Boden. Videos von "Coronakritikern" werden millionenfach geklickt. Eine organische Protestbewegung, deren Attraktion weit über patriotische Kreise hinausgeht, ist als spontane Reaktion auf die Maßnahmen der Regierung entstanden. Ihre ideologische Basis bilden weder linke noch rechte Theorien.

Die Anti-Corona Bewegung ist die politische Hochzeit der Verschwörungstheorie. Entfacht durch offenkundig verquere Einschätzungen und Maßnahmen der Regierung, erlebt dieses (teils tatsächlich "krude") Weltbild einen nie da gewesenen Höhenflug. Es sind nicht patriotische oder kommunistische Kommentatoren, die die Krise mit antiglobalistischen oder klassenkämpferischen Thesen erklären. Es sind nicht einmal konservativ-libertären Börsencrashgurus und Finanzberater, die im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Den Ton geben derzeit Männer wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann an (die bemerkenswerterweise beide Migrationshintergrund haben). In ihrer Deutung, die von dutzenden weiteren Kanälen und Medienprojekten multipliziert wird, erscheint Corona nicht als ein Krise des Kapitalismus, Sozialismus oder des Globalismus, sondern als ein Plan mächtiger Eliten hin zum Weltstaat.

Was macht die Attraktivität der verschwörungstheoretischen Thesen aus? Bevor ich drauf eingehe ein Vorbehalt: Ich verwende den Begriff möglichst wertneutral und halte das Forschen und Theoretisieren über Verschwörungen für ein wert- und sinnvolles Betätigungsfeld. (In diesem Artikel bevorzuge ich daher den Begriff "Verschwörungsgegner".)

Es gibt politische Verschwörungen. Es gab sie immer schon, und gerade in der liberal-westlichen Demokratie, in der die politische Macht in undurchsichtigen Sphären verschwindet, erleben sie eine Hochkonjunktur. Spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges, währenddessen man  CIA oder "den Russen" als subversiven Akteur vermuteten konnte, begann jedoch der unaufhaltsame Aufstieg der umfassenden „Welt-Verschwörungstheorie“.

In ihr wird letztlich der gesamte Prozeß der Moderne und die Wirkung ihrer Ideologien als Ergebnis eines geheimen Plans interpretiert. Weil sie diesen Prozeß als negativ interpretiert, befindet sich diese Theorie notwendig im Bereich der "Dritten Position". Von daher überrascht die  enorme Schnittmenge zwischen dem Lager ihrer Anhänger und dem der patriotischen „Wutbürger“ nicht.

Es gibt einige materielle und psychologische Grundlagen für die Anziehungskraft dieser Theorien.  Zuallererst stellen sie ein gesundes und zutreffendes Grundempfinden dar: "Es ist etwas faul" in der westlichen Welt. Ihre „Demokratisierung“ nach dem Fall des Kommunismus bedeutete keine Befreiung zu einer politischen Wegoffenheit.

Nähme man die Demokratie beim Wort, so müßte man annehmen, daß sich in der Vielzahl demokratischer Staaten auch viele unterschiedliche Gesellschafts- und Wirtschaftsformen bilden würden. Tatsächlich bewegten und bewegen sich alle westlich-liberalen Nationen in dieselbe Richtung. Die Trends lauten: Aufgabe der Souveränität, Atomisierung der organischen Gemeinschaften, Entwertung der Traditonen, Bevölkerungsaustausch durch Ersetzungsmigration, ein anti-nationaler Schuldkult und grenzenloser Freihandel.

Linksliberale Fortschrittsfans sehen in diesen Trends geschichtsphilosophische Notwendigkeiten. Doch der neurechte Konservative, ebenso wie der Verschwörungsgegner sieht dahinter keine Notwendigkeit und keinen Zufall, sondern vermutet einen unsichtbaren, aber unbarmherzigen Zwang.

Tatsächlich ist die Meinungsfreiheit eine mehr (USA) oder weniger (BRD) gut kaschierte Scharade. Die metapolitische Dominanz des linksliberalen Universalismus, der die kulturelle Hegemonie und den ideologischen Staatsapparat stellt, treibt alle westlich-demokratischen Gesellschaften in dieselbe Richtung. Die ideologische Zusammenarbeit dieser linken, freudomarxistischen, ätzend-relativistischen Lauge mit einem grenzenlosen Verkehr an Waren, Menschen, Geldern und Daten ist in neurechten Kreisen kein Geheimnis.

Der Verschwörungsgegner nimmt diese metapolitische Macht samt ihrer Verflechtungen ebenfalls wahr. Mangels ideengeschichtlichem Hintergrund personalisiert er sie jedoch. Figuren wie Soros, Gates, Merkel und Macron werden, teils zu recht, zu Platzhaltern für den linksliberalen Universalismus.  Das omnipräsente Gefühl, ohnmächtig und abgehakt ein Komparse in einem weltgeschichtlichen Prozeß zu sein, trügt den Verschwörungsgegner nicht. Eine gigantische Machtverschiebung von der lokalen und nationalen Ebene auf das Level supranationaler, nichtpolitischer Akteuere hat stattgefunden.

Ein Inkubator in Silicon Valley, der gerade die neueste süchtigmachende Socialmedia-App entwickelt, hat auf die Zukunft unserer Lebenswelt hundertmal mehr Einfluß als die soeben demokratisch gewählte Regierung eines Nationalstaats. Diese Entwicklung ist jedoch so komplex, ihre sozialen, wirtschaftlichen und zuletzt metaphysischen Ursachen so tief und geheimnisvoll, daß sie auch für hochintelligente Fachleute der Theoriebildung schwer beschreibbar ist.

Ein Grund für die Popularität dieser Verschwörungstheorien ist daher der Drang nach Erkenntnis. Der verständlich Wunsch, diese bedrohlichen und komplexen Prozesse zu verstehen, führt notwendig zu einfachen Narrativen, in denen es logischerweise personale Akteure gibt, die ideologische Zusammenhänge ersetzen. Ein weiterer Grund dafür ist die Suche nach einem ennemi mortel, den man bekämpfen und verbal angreifen kann.

Ein zweiter Grund für die Explosion dieser personalisierenden Globalisierungskritik, vor allem in Form der neuen QAnon-Theorie, folgt direkt aus der oben angesprochenen Ohnmacht. (Danach kämpft ein geheimes Bündnis aus US-Militärs und Geheimdienstmitarbeitern in einem unsichtbaren Krieg für Donald Trump gegen die Globalisten. Diese kommunizieren laut der These über ein imageboard unter dem Nutzernamen "QAnon" mit der Öffentlichkeit und bereiten sie auf eine Wende vor. Bald, so die Hoffnung der Anhänger, die teilweise religiöse Züge aufweisen, würde der Plan aufgehen und die globalistische Elite in Massenverhaftungen ausgeschaltet werden.)
Nicht nur der Drang nach Verständnis des Unverständlichen, Riesigen und Titanischen, das die Globalisierung für jeden fühlenden Menschen darstellt, sondern auch die Hoffnung auf eine Befreiung aus der Ohnmacht, ist Triebfeder der "Verschwörungstheoriebildung".

Wenn all das nur der Plan und das Tun einiger böser Eliten sei, so könne man, wenn man sie ausschaltete und durch „gute“ ersetzte, alles aufhalten und umkehren. Die personalisierende Reduktion seinsgeschichtlicher Prozesse unterstellt diese letztlich wieder menschlicher Machenschaft und erklärt sie zum Ergebnis von „Charakterfehlern“ verkommener Eliten. Diese Verharmlosung gibt ebenso Hoffnung, wie die Mär einer „patriotischen Gegenkabale“, die in Form von "Q" und seinen Mannen angeblich hinter den Kulissen gegen die bösen Verschwörer kämpft. 

Diese Hoffnung auf eine gute, verborgene Macht, die in verschiedenen Formen - von "Reichsflugscheiben" bis zu QAnon - im Denken der Verschwörungstheorien auftaucht, unterliegt denselben neuzeitlich subjektivistischen Annahmen über die Moderne als Ergebnis isolierbarer Handlungen und konkreter Pläne. (Aus demselben Grund gleitet dieses Denken, wenn es alternative Ziele nennen soll, immer in unerträgliche New-Age-Utopien ab, die ebenso universalistisch, apolitisch, anarcho-liberal und uneigentlich sind wie die ihrer Gegenspieler.)

Nicht zuletzt ist es auch eine Sehnsucht nach Mythen, eine romantische Poetisierung der nackten, entzauberten und aufgeklärten Wirklichkeit, die in der Suche nach märchenhaften Schurken und Helden die Attraktivität dieser Theorien ausmacht. Daß es tatsächlich böse und verkommene Menschen, pädophile Ringe, Netzwerke der Korruption und opportunistische Pseudomoralisten gibt, ist klar. Noch erschreckender ist aber die Vorstellung, daß das, was gerade passiert, tatsächlich im guten Glauben globaler Vollstreckungseliten geschieht, die (und das ist der wahre Horror), damit scheinbar nur einem autonomen, sich beschleunigenden und verstärkenden techno-wissenschaftlichen und ideologischen Fortschritt den Weg bereiten. (Auch Heidegger rang bis zu seinem Tode um die Frage nach „historischen Subjekten“ des Gestells und der Eigentlichkeit, die rasch in Auserwähltheits- und Vernichtungsideologien abgleiten kann.)

Ein dritter Grund für die Hochzeit der Verschwörungstheorie, den ich hier anführen will, ist ein ökonomisch-materieller. Die Coronakrise stellt vor allem einen Quantensprung der Digitalisierung dar. Der Lebensstil, der bisher hauptsächlich von europäischen „Zoomern“ (die Jahrgänge 1995 ff) gepflegt wurde, wird per Verordnung zum Gesellschaftsmodell. Der kleine regionale Zwischenhandel wurde zugunsten des digitalen globale Onlinehandels lahmgelegt. Auch der störrischste Verweigerer legte sich dieser Tage ein Amazonkonto zu, um sich Dinge des täglichen Bedarfs zu bestellen, die im Supermarkt nicht zu haben waren.

Corona ist damit Katalysator für eine Entwicklung, die seit langem anhält und noch lange nicht an ihr Ende gelangt ist. Die Digitalisierung und Rationalisierung drängt eine breite Bevölkerungsschicht in eine neue „Klasse der Sinnlosen“. Sie können aus verschiedenen Gründen dem Ratschlag zynischer Journalisten: „learn to code“, nicht nachkommen. Die Überfahrt auf den neu entdeckten digitalen Kontinent der Algorithmen, auf dem sich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft abspielt, ist ihnen verwehrt.

Sie vegetieren mit nutzlos gewordener oder fehlenden Ausbildungen in der „alten Arbeitswelt“ dahin und müssen nun auch noch mit billigen Importarbeitern oder billig produzierten Importwaren konkurrieren. Die vielzitierten „Globalisierungsverlierer“ sind damit in einer katastrophalen Lage. Sieferle brachte das bereits vor Jahren präzise und gewohnt unbarmherzig auf den Punkt: 

„Der neue soziale Konflikt, der sich in den in Auflösung begriffenen Wohlstandszonen formiert, unterscheidet sich fundamental von dem älteren sozialen Konflikt, der entlang der Gegensatzlinie von Arbeit und Kapital angesiedelt war. Die traditionelle Arbeiterbewegung hatte ihre Forderungen aus dem Selbstgefühl heraus erhoben, die »produktive Arbeit « im Gegensatz zu einer unproduktiven, im Müßiggang schwelgenden parasitären Klasse zu repräsentieren. Diese Forderung konnte im Lohnkampf um so nachdrücklicher erhoben werden, als man wußte, daß das »Kapital« auf Gedeih und Verderb mit der »Arbeit« verbunden war. (…) Die neue Klassenspaltung verläuft jetzt zwischen arbeitenden Reichen und (unfreiwillig) parasitären Armen, deren parasitärer Charakter etwa darin besteht, in Fabriken beschäftigt sein zu wollen, die nur durch staatliche Subventionen in Betrieb gehalten werden können.“

Sieferle zeigt, daß Macht, Identität und Stolz der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts klar mit ihrer materiellen Bedeutung für die nationalstaatlich-industrielle Struktur verbunden war. Wenn Volkswirtschaften nur mehr Standorte einer hyperdynamischen Weltwirtschaft sind, verfallen sowohl wirtschaftlicher Nutzen als auch politische Macht und soziale Identität dieser Klasse. Sieferle fährt fort:

„Die wachsende Zahl von Armen in den sich auflösenden Wohlstandszonen wird auf die Solidarität der Reichen ( oder » Besserverdienenden «) pochen, auf deren Menschen- oder Nächstenliebe, doch wird es ihnen nicht leicht fallen, diesen Wunsch nach umverteilender Solidarität mit allgemeinen Argumenten zu begründen. Welche Eigenschaft besitzt der arbeitslose Deutsche, die den gutverdienenden globalen Spezialisten dazu veranlassen könnte, ihn (und nicht etwa einen armen Inder) zu unterstützen? Die bloße Eigenschaft, ein »Mensch« zu sein, reicht dazu nicht aus, denn diese Eigenschaft besitzt der Inder in gleichem Maße.“

Kein Wunder also, daß sich die Schicht der Globalisierungsgewinner lieber selektiv Menschen ins Land holt, die ihnen subjektiv als „noch ärmer“ als der deklassierte, verachtete und verlachte deutsche Wutbürger erscheinen. Die kosmopolitischen "Anywheres" verteilen ihr Quentchen „Humanismus“ auf einem globalen Mitleidsmarkt, auf dem der Landsmann leer ausgeht.

Diese Klasse (zu der ungeschulte Migranten wirtschaftlich ebenso gehören) hat in der globalisierten Welt keine Zukunft. Sie ist wirtschaftlich nutzlos und ihre sozialstaatliche Erhaltung ist den globalen Eliten sichtlich lästig. Ihr Konsumverhalten stört die Visionen des ökologisch neutralen „Raumschiffs Erde“. Ihre politisch nicht korrekte Derbheit, ihre ungezügelten „Phobien“, gegen moderne Diversity und ihre fehlende Bildung stößt die globale Klasse, die in international vernetzen Wohlstandsblasen lebt, ab.

Yuval Noah Harari malt in seinem Buch „Homo Deus“, indem er Szenarien des Transhumanismus beschreibt, die dunkle Zukunft dieser Abgehängten aus:

 „Der technologische Boom wird es wahrscheinlich möglich machen, die nutzlosen Massen auch ohne jede Anstrengung von deren Seite zu ernähren und zu unterstützen. Aber womit werden sie sich beschäftigen, und was wird sie zufriedenstellen? Menschen müssen etwas tun, sonst werden sie verrückt. Was werden sie den ganzen Tag machen? Eine Möglichkeit wären Drogen und Computerspiele. Nicht mehr benötigte Menschen könnten immer mehr Zeit in virtuellen 3-D-Welten verbringen, die viel mehr Aufregung und emotionale Beteiligung zu bieten haben als die trostlose Wirklichkeit da draußen. Eine solche Entwicklung würde jedoch dem liberalen Glauben an die Heiligkeit menschlichen Lebens und menschlicher Erfahrungen einen tödlichen Schlag versetzen. Was ist so heilig an nutzlosen Faulenzern, die ihre Tage mit künstlichen Erlebnissen in Fantasiewelten verbringen.“

Die in den Augen technokratischer Fortschrittseliten „nutzlosen Faulenzer“ und nationalstaatlichen „Parasiten“ wissen einfach das "Glück" nicht zu schätzen, den unverdienten, sinn- und identitätslosen Bodensatz eines Lebensstandards zu bilden, der in den nächsten Jahrzehnten ohne ihr Zutun angeblich massiv steigen soll. Ist es ein Wunder, daß die Angehörigen dieser „nutzlosen“ Klassesehr empfänglich für Theorien über feindliche untereinander verschworene globale Eliten sind?  Ist es ein Wunder, daß einer der Dauerbrenner der Szene die Theorie der geplanten „Bevölkerungsreduktion“ ist?

Diese und viele andere Gründe erklären die Beliebtheit der Verschwörungstheorie. Sie zeigen auch, daß es sich bei ihr um eine gesunde, materiell belegbare Einschätzung über den Zustand der Welt handelt, die allerdings oft in mythomanischen, personalisierenden Idiosynkrasien mündet. Da die in den Theorien eigentlich umschriebene, aber in mythischen Narrativen versteckte Ideologie des linksliberalen Universalismus und der von Verschwörungsgegnern beklagte Zustand das bodenlose Gestell sind, tendieren diese notwendig nach rechts und ins bodenständige national-patriotische Lager.

Wie sollen wir damit umgehen? Wichtig ist, diese Theorien und ihre Vertreter nicht lächerlich zu machen. Ihr Entstehen ist absolut verständlich und entspricht einem natürlichen Empfinden ebenso wie einer unverschuldeten ideengeschichtlichen Unkenntnis. Darüber hinaus können diese personalisierenden Interpretationen, nur weil sie nicht beweisbar sind und oft märchenhaft klingen, auch nicht per se widerlegt werden. Womöglich stimmen sie teilweise. Bis heute ungeklärte und bizarre Details um den 11. September oder jüngst den „Selbstmord“ Jeffrey Epsteins, sollten uns nachdenklich stimmen.

Doch leider hat der Hang zur Verschwörung auch negative Konsequenzen. Die unüberbietbare Gefahr des Bevölkerungsaustauschs, die sich als „offenen Verschwörung“ empirisch-demographisch sowie durch zahlreiche Aussagen und politische Programme belegen läßt, wird von den den Verschwörungsgegnern zwar nicht geleugnet. Sie ist sogar fixer Bestandteil ihrer Weltbilder. Doch die Kritik an der Ersetzungsmigration wird durch diese Theorien und ihrer oben beschriebenen psychosozialen Dynamik unnötig „aufgeladen“ und geschwächt.

Daß in Deutschland ein Bevölkerungsaustausch stattfindet, ist unwiderlegbar. Daß dieser jedoch direkt auf die Werke eines Autors namens Coudenhove-Calergi (siehe auch Sezession 86/Oktober 2018) zurückgeht, ist weniger leicht zu belegen. Daher „widerlegen“ und kritisieren Büttel des Bevölkerungsexperiments mit Vorliebe diese verschwörerisch aufgeladenen Versionen neurechter Globalisierungskritik.

Ebenso verführt die Mischung aus totaler Ohnmacht und Projektion des Agens auf einen machtvollenen, verborgenen Akteur (heute in Form von „Q“) zur persönlichen Apathie. "Lehnt euch zurück, genießt die Show und vertraut dem Plan“, ist daher oft leider der traurige Appell jener, die jede reale Partei und Bewegung allein aufgrund ihrer Existenz als „zugelassen“ und „gekauft“ betrachten müssen. Tatsächlich bleiben in der Lageeinschätzung der Verschwörungsgegner außer Prepping und Tyrannenmord meist wenig Handlungsoptionen.

Das Gebot der Stunde lautet daher Aufklärung und strategische Anleitung. Die Verschwörungstheoretiker verteidigen instinktiv und unbewußt den Nationalstaat, die Völker und  die Bodenständigkeit - gegen das Gestell und seine kosmopolitischen Vollstrecker.  Sie bringen im Moment Quantität, Mut und Tatbereitschaft mit, die unter dem kommenden wirtschaftlichen Druck noch steigen dürfte.

Neurechte Kreise könnten sich dank jahrelanger Erfahrung in politischer Organisation tätig in Protesten hervortun und dabei Qualität, Weltanschauung und Strategie einbringen. Langfristig werden die heterogenen Massen der Coronaproteste keine einheitliche Bewegung bilden. Ebensowenig wird aus dem geistigen Fundus der Verschwörungsgegner eine wegweisende politische Theorie hervorgehen. Ihre rasante Verbreitung ist als Phänomen zusammengefaßt eine große, verzweifelte Ratlosigkeit und dringliche, sorgenvolle Frage. Neurechte könnten hier eine klare Antwort geben. Das ist aber nur möglich, wenn sie sich nicht naserümpfend abwenden, oder gar selbst in den Strudel einer personalisierenden Globalisierungskritik geraten.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (85)

MARCEL

20. Mai 2020 16:33

Arthur Moeller van den Bruck gab einst die Losung aus: Konservative müssten die Revolution nicht bekämpfen sondern gewinnen!

Die NR könnte sich tatsächlich geschickt an die Spitze setzen, ohne Corona zu verdrängen oder sich zu eng auf dubiose Bundesgenossen à la Attila Hildmann und seine Muslimbrüder einzulassen. Man müsste die Polizei gewinnen oder falls nicht sie moralisch untragbar machen. Es rumort und es geht an die Existenz, ob es letzlich ohne Untergrund gehen wird, bezweifle ich persönlich immer noch. Die Antifa besorgt gleichsam paramilitärisch die "Drecksarbeit" für die Regierenden im "Backstage-Bereich". Die Zeit einer Katharsis scheint reif. Wie viel mag noch fehlen? 

 

Markus

20. Mai 2020 17:02

Ich denke, es wird darauf ankommen, die Deutungshoheit über zwei Themen zu gewinnen und diese den Linken zu entreißen: 

1. Umwelt und Natur. Unsere Lebensgrundlage/Heimat für die kommenden Generationen zu  bewahren und lebenswerter zu gestalten.

2. Wirtschaft für den Menschen.  Den gesichtslosen Großkonzernen entschlossen entgegentreten und Alternativen aufzeigen. Die Wirtschaft unter den Menschen stellen.

Auf diesen beiden Themenfeldern lassen sich Menschen für unsere Sache überzeugen.

Fritigern

20. Mai 2020 17:07

Leider ist es so, dass die meisten Neurechten auf diese gesellschaftliche Entwicklung eher mit abgehobener Arroganz reagieren. Der "Boomer" Begriff wird immer wieder abwertend verwendet und auch generell wird diese ganze Szene eher belächelt. 

Ich selbst bin überzeugt davon, dass 95% von den ganzen Verschwörungstheorien Müll sind und ich kann es halt auch ein wenig verstehen, dass die meisten von uns das Ganze eher belächeln.

(...) Kositza: bitte künftig dann doch mal auf Rechtschreibung etc. durchsehen, so ist mir das zuviel!

Lotta Vorbeck

20. Mai 2020 17:16

@MARCEL - 20. Mai 2020 - 04:33 PM

"Die NR könnte sich tatsächlich geschickt an die Spitze setzen, ohne Corona zu verdrängen oder sich zu eng auf dubiose Bundesgenossen à la Attila Hildmann und seine Muslimbrüder einzulassen. Man müsste die Polizei gewinnen oder falls nicht sie moralisch untragbar machen."

---

Das angeschlagene [?] System schickt vier Mannschaften gleichzeitig auf's Spielfeld:

+ die (bisher angeblich unter Personal- und Nachwuchsmangel ächzende) Polente

+ den sattsam bekannten, seit Jahren bewährten Antifanten-Mob

+ Agent Provocateurs

+ die stringent auf Linie gebrachten und direkt oder indirekt aus der Steuergeldkasse finazierten MSM

Solange es den Mainstreammedien gelingt, die Deutungshoheit über das aktuelle Geschehen zu behaupten, ist der Part der NR jener des sich totlaufenden Hasen in der Gebrüder Grimms Schwank vom Hasen & Igel.
 

Laurenz

20. Mai 2020 17:36

Genosse Hunko unterm Alu-Hut-Hammer

https://deutsch.rt.com/inland/102692-kritik-an-bill-gates-linken/

Immerhin haben die Regierungs-Medien, wie auch Der Relotius-Beobachter Schwierigkeiten damit, den Corona-Nazi auszupacken.

Steh' stramm, Genosse Hunko, und beuge Dein liederlich ungehorsames Haupt.

Niekisch

20. Mai 2020 17:49

Schöner Artikel von Martin Sellner. Der Text straft diejenigen der Fehlbeurteilung, die meinen, dass  Sellner nicht tiefer graben kann als die obere Ackerkrume.

Können und dürfen wir hier aber, wie er fordert, an die geistesgeschichtlichen Wurzeln der Disteln gehen, an denen sich die Demonstranten jetzt herausfordernd stechen?  H i e r  Talmud, Kabbala und die außerbiblischen Schriften diskutieren? Die ideologischen Entartungen der Aufklärung untersuchen? Mit ihren alle bisherigen Werte stürzenden Absichten? Die Kaperung der Freimaurerei durch Juden? Der letzteren Emanzipationsstrategien innenpolitisch , durch Umstürze und Kriege? Das Bestreben nach Weltstaat, Weltreligion, Weltmoral, Weltrecht,  messianischer Weltleite nach Jerusalem zwecks Errichtung der Welthauptstadt im Nahen Osten? Auflösen  a l l e r  Dinge außer den eigenen? Vertilgen des deutschen Namens  als Personifizierung Amaleks aus der Welt und dem Gedächtmnis der letzten Menschen, die Gottes Volk im Bunde angehören?

Martin Sellner macht es nicht vor und wir machen es nicht nach...

Waldgaenger aus Schwaben

20. Mai 2020 19:54

Neurechte könnten hier eine klare Antwort geben. Das ist aber nur möglich, wenn sie sich nicht naserümpfend abwenden, oder gar selbst in den Strudel einer personalisierenden Globalisierungskritik geraten.

Alles richtig, sehr gute Analyse. Die Gefahr ist nur, dass die Masse gar keine klare Antwort will, dass sich eine neue, bisher unvorstellbare Irrationalität Bahn bricht.

Homeland

20. Mai 2020 20:05

Müssen wir uns wirklich mit der Psyche des Verschwörungstheoretikers beschäftigen? Gar in dem Maße, als es jetzt hier darum ginge, diesem "neuen Prekariat" ein Ventil, mehr noch, eine Lösung zu bieten? Nicht im Ernst, oder? Dabei, Qanon definiert weder das Zentrum der Widerstandsbewegung, noch ist es relevant in Qualität wie Quantität. Worum es geht, ist, den Riß zwischen Freiheit und Überwachung offen zu legen und die "verschwörungstheoretische" Frage zu stellen, ob Corona genutzt wird, nicht, ob dieser Virus "dafür" kreiert wurde. Während die politische Rechte auf ganzer Linie versagt (Ausnahme Österreich, hier insb. Herbert Kickl) soll im Vorpolitischen mit Aktionen Flagge gezeigt werden? Der deutsche Raucher wird sich die Spritze abholen, damit er wieder ins Lokal darf und nach dem Süden in den Urlaub. Wenn sie ein Mittel haben, Herr Sellner, um diese Krankheit zu heilen, dann sagen sie es. Sie hat nichts mit Ihrer Diagnose zu tun.

​​​​​

Kallewirsch

20. Mai 2020 20:11

Sehr geehrter Herr Sellner,

bin noch ganz geflasht von Ihrer Analyse. Was für eine Herleitung- Chapeau. Dem kann man nichts mehr hinzufügen. Diese Analyse wirft, wie grundsätzlich alle bis zum Ende gedachten Analysen, die Frage nach dem Wirtschaftssystem/ Gesellschaftssystem auf. Ich glaube, dass bei dem erkennbaren Auseinanderdriften der Produktivität und des Bedarfs an Arbeitskräften am Ende des Tages neue Modelle einer Planwirtschaft herauskommen werden, wenn uns nicht vorher alles um die Ohren fliegt. Jedenfalls führt der entfesselte/ globalisierte Finanzkapitalismus in eine soziale, ökölogische und ökonomische Sackgasse, an derem Ende wir angekommen zu sein scheinen.

Freundliche Grüße (ein im Herzen linker Philantrop)

E.

Lotta Vorbeck

20. Mai 2020 21:16

Am gestrigen 19. Mai in Cottbus:

 

Zukunft Heimat, [20.05.20 19:53]

[ Bild ]   --->   https://t.me/zukunft_heimat/89

HUNDERTE POLIZISTEN, 50 PROTESTIERENDE

Während im Cottbuser Einkaufscenter Blechen Carré mittlerweile wieder Hunderte Besucher durch die Etagen ziehen, riegelte die Polizei den Platz davor mit Absperrgittern ab, verscheuchte alle Passanten in einem Umkreis von 200 Metern und sperrte, um wirklich kein Risiko einzugehen, auch die anliegende vierspurige Straße ab, damit sich keinesfalls mehr als 50 Bürger auf einer Kundgebung versammeln.

Drumherum hatten sich Dutzende Einsatzfahrzeuge positioniert und so manch einer kam ins Staunen, dass nach der Polizeireform unter der damaligen rot-roten Regierung überhaupt noch so viele Polizeikräfte in Brandenburg zur Verfügung stehen.

Kaum ein Bild hätte die Botschaft der Versammlung besser vermitteln können. Denn wenn es einen weiteren Nachweis bedürfte, dass die „Lockdown“-Maßnahmen der Landesregierung in keinem sinnvollen Verhältnis mehr stehen, die Kundgebung am 19. Mai in Cottbus hätten ihn erbracht.

https://www.facebook.com/ZukunftHeimat/posts/1421755708004164

 

zeitschnur

20. Mai 2020 22:00

Tut mir leid, wenn ich das gepflegte Kränzchen mal wieder unsanft stören muss: Für mich ist das ein abgehobener Artikel, der in unklaren Begriffen herumfischt, sich selbst natürlich trotz gegenteiliger Beteuerungen über die "Verschwörungsgegner" stellt und eine paternalistisch-pädagogische Pose einnimmt: all dem fehlt jetzt nur noch die neurechte Sinngebung von der Metaebene her, und dann wird was draus.

Herr S. sollte jedoch erst mal klären, wen er alles meint mit den "Verschwörungsgegnern": im Mainstream zählen ja selbst Prof. Bhakdi, Anselm Lenz oder der Kardinal Müller dazu. All jene Herren haben natürlich noch nicht verstanden, was der Herr S. in seinen jungen Jahren alles so weiß, versteht sich. Sie brauchen Belehrung aus jungem, neurechtem Munde. Und ich kenne persönlich niemanden, der sein Unbehagen einfach nur "personalisiert", selbst die einfachsten Q-Anhänger tun das nicht. Vielleicht vereinfacht der Herr S. in großer intellektueller Pose da etwas allzu sehr. Aber als Mensch sieht man eben auch stets Menschen für bestimmte Profile stehen - that's it. Das kapiert auch der VS-Stammtisch, dass Herr Gates nicht solo agiert.

Und nicht zuletzt hätte ich gerne gewusst, mithilfe welchen neurechten Sinnstiftungsinputs denn die "teilweise kruden Verschwörungstheorien" genau aufgewertet werden könnten.

Die Jugend neigt dazu, zu glauben, vom Dach aus, gewissermaßen im "Choppermodus", könne man den Boden besser beharken. Irrtum, mein Lieber.

Kositza: ?? Wollen Sie nicht mal Luft holen? Sie erscheinen mir häufig als "leicht explosiv". Hierfür gibt es nun gerade keinen Anlaß!

Laurenz

20. Mai 2020 23:06

@zeitschnur

Die vehementeste Liebhaberin schon antiker Verschwörungs-Werke haut uns ganz diametrale Nüchternheit um die Ohren. Der Artikel ist gar nicht wirklich zu kommentieren. Herr Sellner beschreibt einfach Seine Sicht der Dinge und der aktuellen Lage, einfach nur einen Standpunkt oder 2. Wo Sie, zeitschnur, Besserwisserei sehen, entzieht sich meiner Wahrnehmung. Mit den Verschwörungen ist das doch ganz einfach. Sie sind überall da zu finden, wo Informationen zurückgehalten werden, Beamten ein Maulkorb erteilt -, oder der öffentliche Diskurs abgewürgt wird. Auch die Parlamentarier, die ihre Einnahmen nicht offen legen, haben etwas zu verbergen. An der Börse muß (gesetzlich) jeder Depp seine Hosen runterlassen.

zeitschnur

20. Mai 2020 23:37

@ Kositza

Sie werden persönlich. Ich stelle Fragen. Leider lassen Sie sie sachlich unbeantwortet.

Kositza: Pardon, Sie teilen aus ad personam (" Was der Herr S. in seiner Jugend alles so weiß"; "Herr S. in großer intellektueller Pose") und werden also von mir als Moderatorin gebeten, sich dahingehend zu zügeln. Nehmen Sie´s wie ein Mann. Ich stehe nicht an, Ihre Fragen zu beantworten. Das ist alles.

X41X

20. Mai 2020 23:50

1/4

Ein wirklich sehr gelungener Artikel von Martin Sellner.

Aber wie oben schon von @Niekisch angedeutet, wäre es wirklich an der Zeit, den, wie Sellner es selbst immer bezeichnet – ideengeschichtlichen Hintergrund für die derzeitige Lage noch tiefer gehend zu erörtern. Denn ob der Universalismus allein schuld an der Misere ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

Mein Zweifel stützt sich auf das, was ich den verborgenen Teil unserer offiziellen Geschichte bezeichne. Und meinen tu ich damit den gnostisch-okkulten, extremistisch-sophistischen Strang des geistesgeschichtlichen Werdegangs unserer abendländischen Kultur.

Ob dieser nicht etwas ganz anderes als Universalismus ist, bzw. diesen vielleicht nur außen vorschiebt, darauf deutet doch einiges hin.

Hermetismus, kultischer Neoplatonismus, Kabbala und anderes sind alles Einflüsse, die immer schon neben und auch innerhalb der zumeist katholisch geprägten Kultur existiert haben. Man betrachte z.B. mal die ganze „unchristliche“ Symbolik an der Kathedrale zu Amiens, eines der Meisterwerke der franz. Gotik schlechthin.

X41X

20. Mai 2020 23:55

4/4

Warum erwähne ich das alles?

Ich denke vieles lässt sich durchaus mit einer sich selbst an die Wand fahrenden, universalistischen Moderne erklären, aber es sind die Mechanismen einer nicht beachteten, weil im Verborgen entwickelten, Elitenreligion, die vieles von der immer offensichtlicher werdenden Umkehrung aller Werte (auch Massenmigration) besser erklären können.

Denn genau das passiert vor unseren Augen.

Lotta Vorbeck

21. Mai 2020 00:09

Frank Köstler: "Sie verteidigen ihre eigene Versklavung!"

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Franks Freiheit 10 - Maskenpflicht 6 - hängt ihn höher

Ich habe es wieder getan. War ohne Maske einkaufen.
Kann ich nicht mehr empfehlen. Deeskalation Fehlanzeige. Lasst es besser.

veröffentlicht am 29.04.2020

https://youtu.be/-bSrTPBKpWk
 

Der_Juergen

21. Mai 2020 00:09

Da "Verschwörungstheoretiker" (ebenso wie "Rechtsextremist", "Rassist" und "Nazi") nichts anderes als eine Totschlagvokabel zur Diffamierung jener ist, die ihr Weltbild nicht aus BILD, ZEIT und SPIEGEL beziehen, würde ich vorschlagen, diesen Ausdruck unsererseits nicht zu verwenden.  

Zu QUanon wäre ein Artikel von Lichtmesz wünschenswert, der sich in der US-Innenpolitik ja sehr gut auskennt. Meiner Meinung nach handelt es sich um eine raffinierte Operation von Trump-Gegnern. Die Anhänger des Präsidenten sollen in der Hoffnung gewiegt werden, dass ihr Held demnächst gegen den Tiefen Staat zuschlagen wird. Wenn die angekündigten Taten noch und noch ausbleiben, werden sie sich dann verbittert von Trump abwenden und ihre Hoffnung auf eine Wende aufgeben. Ein tragisches Beispiel erlebe ich in meinem Bekanntenkreis. Einer der intelligentesten und kritischsten Menschen, die ich kenne, glaubt an die QUanon-Desinformation mit religiöser Inbrunst und schluckte sogar den offenkundigen Unsinn mit den 100.000 (!) vor Ostern aus einem Tunnel in New York befreiten Kindern. Diese Fake News verbreitete auch der deutsche Regimekritiker Michael Mannheimer auf seinem Blog. In der Verzweiflung klammert man sich leicht an jeden Strohhalm.

 

Ronny Licht

21. Mai 2020 00:15

Zum Thema "Verschwörungstheorien" (Sellner bleibt leider inkonsequent und obendrein schwammig in der Verwendung des alternativen Terminus des sog. "Verschwörungsgegners") empfehle ich anstatt Sellner, Michael Butters "Nichts ist wie es scheint - über Verschwörungstheorien", erschienen bei Suhrkamp. Denn wo Sellner - wie für gewöhnlich - mit Echokammer-Termini operiert (etwa "Büttel", "freudomarxiatisch" oder auch "Schuldkult"), bleibt Butter vor allem durch bodenständige Hermeneutik und einer klaren, unaufgeregten (und ideologiefreien) Sprache, einer beachtlichen Stringenz verpflichtet.

Der_Juergen

21. Mai 2020 00:22

Man gestatte mir noch einige Worte zu Coudenhove-Kalergi, obgleich dieses Thema hier schon mehrmals ausführlich debattiert wurde. Von einem "Kalergi-Plan" zu sprechen, ist tatsächlich ungenau, weil der Mann in "Praktischer Idealismus" (1925) keinen "Plan" zur Völkervermischung präsentiert hat. Er hielt diesen Vorgang, die Entstehung einer eurasisch-negroiden Mischrasse, für einen langfristig unvermeidlichen historischen Prozess, so wie Marx die Diktatur des Proletariats und die klassenlose Gesellschaft als historische Gesetzemässigkeiten ansah. Doch  sowie die Kommunisten beschlossen, der Entwicklung einen Stoss zu geben und revolutionär zu agitieren, forcieren die heutigen Globalisten die Rassenvermischung sehr gezielt. Wer es für einen Zufall hält, dass Leute wie Kohl, Merkel und Juncker, die sich um die Verwirklichung von Kalergis hehren Vorstellungen so verdient gemacht haben, mit dem "Europapreis Coudenhove-Kalergi" geehrt wurden, der leidet fürwahr an Begriffsstutzigkeit.

eike

21. Mai 2020 00:42

Die Quintessenz des Artikels scheint der Ratschlag an "Neurechte" zu sein, im Umgang mit Verschwörungstheorien eine gesunde Distanz zu beidem, begeisterter Umarmung und naserümpfender Abwendung, zu halten und vor allem nicht zu "personalisieren".

Sicher kein schlechter Rat, aber auch keine umwerfende Anlyse, was ihm nicht vorzuwerfen ist, denn das Thema ist zu verzweigt und komplex.

Wie schmal der Grat ist, auf dem er da wandelt, zeigt sich in seiner "Nachdenklichkeit" zum „Selbstmord“ Epsteins einerseits und seinem Freispruch Coudenhove-Calergis mangels Beweisen andererseits.

Auch sein unglücklicher Begriff "Verschwörungsgegner" sorgt für mehr Verwirrung als Klarheit, meint er doch die <i>Anhänger</i> von Verschwörungstheorien, und zwar solche, die "mangels ideengeschichtlichem Hintergrund" die Verschwörer "personalisieren".

Da im Topf "Verschwörungstheorien" alles mögliche gekocht wird, auch viele faule Eier (wie die Mondlandung), wäre es hilfreich gewesen, sich auf die für unsere Bewegung wichtigen Teile zu konzentrieren.

So ist die als "Dauerbrenner der Szene" identifizierte „Bevölkerungsreduktion“ nicht per se eine Verschwörung, sondern eine höchst sinnvolle Überlegung seit der 60er Jahre, für die sich unser übervölkertes Land und seine ach so alternative Partei offen stark machen sollten.

 

Marc_Aurel

21. Mai 2020 07:44

1/2

Sellner macht hier viele Fässer auf, was eine kurze und bündige Antwort erschwert. Zu den V-Theorien: zwischen Spreu und Weizen von Erklärungsmodellen kann man relativ gut unterscheiden, wenn man sich auf die Plausibilität und die Abdeckung durch Fakten/starke Indizien konzentriert, Beispiel: Einschuss- und Austrittslöcher auf Wrackteilen, sowie Spuren von Streifschüssen offensichtlich durch MK-Munition, machen den Abschuss eines Flugzeuges durch das Bug-Raketensystem unplausibel. Bei Gebäuden die nachmessbar nahezu im freien Fall einstürzen und dann auch noch schön brav auf ihren eigenen Grundriss herunter, muss zwangsläufig jemand mit Sprengstoff nachgeholfen haben und zwar aus physikalischen, nicht aus ideologischen Gründen. Die Herangehensweise sollte primär kriminalistisch sein und nicht esoterisch. Leider verlieren einige Zeitgenossen bei solchen Themen jegliche Bodenhaftung und die Phantasie galoppiert mit ihnen davon, wobei man fairer weise sagen muss, dass auch dies kein ausschließliches Problem der APO/alternativen Medien ist, sondern das vor allem auch die ach so seriösen Leitmedien voll sind mit kruden V-Theorien, etwa der über Putins fünfte Kolonne oder die kurz vor der Machtergreifung stehenden rechten Terrornetzwerken.

Marc_Aurel

21. Mai 2020 07:45

2/2

Der Unterschied ist: die einen sind größtenteils naiv, die anderen arbeiten gezielt mit Desinformation, so manch besonderes wilde Theorie, die durch nichts greifbares gedeckt ist, wie zum Beispiel Chemtrails, stammt vielleicht gar aus einer Denkfabrik und wurde gezielt gestreut, was kinderleicht ist, um die alternativen Medien zu diskreditieren, aber man muss ihr ja nicht aufsitzen. Dazu kommt natürlich, dass die Gesellschaft unseres großen kulturellen Vorbild in Übersee, 3 Mal sei es gepriesen, im Allgemeinen stark zur Irrationalität und Oberflächlichkeit neigt und dort, nicht zuletzt durch Hollywood, sogar die Welt der Erwachsenen geprägt ist von Phantasie-Themen, Superhelden- und Mangakitsch, was natürlich auch auf Kolonien und Vasallenstaaten abstrahlt. Der Ostblock war in dieser Hinsicht sicherlich farbloser, was ich als Kind manchmal bedauerte, weil die Erwartungen einer weitreichenden Phantasie oft enttäuscht wurden, dafür aber bodenständig und nüchtern-rational, was man erst im Nachhinein, als Erwachsener, als Gewinn erkennt.

So, belassen wir es aus Zeit- und Platzgründen für heute bei dem einem Fass.

Karl Heinz

21. Mai 2020 08:24

„Im Namen des Staates“ Die Recherchen des Andreas von Bülow

Zitate:
"Auf die nahezu systematische Nutzung der über Kontinente hinweg vernetzten organisierten Kriminalität durch östliche wie westliche Geheimdienste wäre ich nie gestoßen, hätte nicht die Bundesregierung in den Jahren nach der deutschen Vereinigung alles darangesetzt, den Untersuchungsausschuß des Bundestages zur Aufklärung des Bereiches Kommerzielle Koordinierung (KoKo) des MfS-Obersten Schalck-Golodkowski in seiner Arbeit auf Sachverhalte einzugrenzen, die dem Ansehen der Ost-, nicht jedoch der Westseite schädlich waren. ... genehm war nur, was die östliche Seite belastete. Waren westliche Partner beteiligt, stockte die Aufklärung. ...Eine Rückhaltlose Aufklärung hätte peinlich werden können. ...Eine umfassende Bestandsaufnahme auch im Hinblick auf die verschwundenen Vermögen war offenbar nicht gewünscht.

Die strafrechtliche Aufarbeitung ist von einer kaum noch zu überbietenden Unfähigkeit und Unwilligkeit der politisch Verantwortlichen gekennzeichnet, ...

Herausgekommen ist letztlich ein erschreckendes Gemälde der systematischen operativen Verschränkung geheimdienstlicher Operationen mit der weltweiten organisierten Kriminalität, dem Drogenhandel, aber auch dem Terrorismus. (S.9-14)

Karl Heinz

21. Mai 2020 08:26

"Beim Durchsehen der internationalen Literatur drängt sich der Eindruck einer ganz massiven und kontinuierlichen Manipulation zumindest der kontinentaleuropäischen Geheimdienste und Kriminalpolizeien auf. Dazu gehört auch, daß die kritische Auseinandersetzung mit den Diensten stark tabuisiert und die parlamentarische Kontrolle an der Oberfläche bleibt. Die Rechtsprechung zeigt kaum Anflüge von Skepsis gegenüber den von der Bundesanwaltschaft, dem BKA, den Ämtern für Verfassungsschutz unter Ausnutzung der mißbrauchsanfälligen Kronzeugenregelung unterbreiteten Teilsachverhalte eines oft nur in der Gesamtschau zu durchdringenden Geschehens." von Bülow, Im Namen des Staates, S. 439

Weitere Literatur:
Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen
(Hier wird das ganze Verhängnis des Menschen in der technologischen Zivilisation sichtbar gemacht)

Hans-Jürgen Krysmanski, Hirten und Wölfe. Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen

t.gygax

21. Mai 2020 10:07

@niekisch

"Vertilgung des deutschen Namens als Personifizierung Amaleks aus dem Gedächtnis der Welt..."

Auf den Punkt gebracht. Genau das ist es.

AfDHSKind

21. Mai 2020 10:51

Man kann nicht ausschließlich psychologisieren. Es ist ein richtiger Aspekt, aber in etwa so, als würde man den Aufbau einer Waffe schildern, aber dann keinen Erklärungsansatz zu geben, wie sich der Schuss gelöst hat.

Erstens:

Verschwörungstheorien werden auch deshalb beliebter, weil sich die Menschen zunehmend von den etablierten Medien abwenden. Sie tun das, weil die Medien z.T. Falschinformationen liefern (z.B. Hetzjagden in Chemnitz), zT. Verschweigen (Wir kennen das Spiel: „Mann“ vergewaltigt Passantin - woher kommt der Täter?) oder durch die mangelhafte Differenzierung von Artikel und Kommentar. Zu Beginn der Coronakrise hieß es, es sei nur eine Grippe, als dann klar war, dass man das moralische Punktekonto mit Netflixschauen bestücken kann, ging die #stayathome-Kampagne los. Das war für die Menschen ein erneuter Vertrauensbruch, es war ein Vertrauensbruch zu viel. 

Zweitens:

Die Elite bietet durch ihre Struktur großes Potenzial für Verschwörungstheorien. Wir sind de facto mit einer Parallelgesellschaft konfrontiert, die größtenteils untereinander vernetzt ist. Wir wissen ebenso, dass großer Reichtum in keinem Zusammenhang zu höherem moralischen Empfinden steht, im Gegenteil, die Psychopathenquote ist in diesen Kreisen stark erhöht. Man muss also davon ausgehen, dass nicht weniger, sondern mehr intrigiert wird und diese Intrigen durch soziale, politische und finanzielle Ressourcen nicht nur besser durchgeführt, sondern auch besser vertuscht werden können. (1)

 

AfDHSKind

21. Mai 2020 10:52

(2)

ABER: Zu den Inhalten der Intrigen liegen uns zu wenige Informationen vor, um auch nur ansatzweise eine Theorie aufzustellen. Die Argumentation basiert nur darauf, dass wir wissen, dass es schlechte Menschen sind. Schlechten Menschen traut man böse Taten zu. Da ersetzt das Bauchgefühl die logische Analyse. 

 

Ein Widerspruch:

Wir haben in der Elite durchaus ein Personalproblem. Allerdings bedingt durch ein strukturelles Problem. Wenn der Geburtselite eingeimpft wird, die kleinen Arbeiter hätten verdient, dass man sie ausbeutet, da sie faul sind, kommt kein verantwortungsbewusster Unternehmer dabei heraus. Ich sehe keine Möglichkeit, diese Menschen zu resozialisieren. Sie wurden geboren, um die kleinen Bürger zur Beute zu machen. Die moralische Entwicklung ist in etwa mit 12 Jahren abgeschlossen. Einen globalistischen Großunternehmer dazu zu bringen, Arbeiter als Menschen anzusehen ist genauso realistisch wie der Versuch, Arabern beizubringen, dass Frauen Menschen sind. Die zu lösende Frage muss folgende sein: Welche Strukturen bedingen eine moralische Stabilität für eine neue Elite und wie kann man positive, herrschaftslegitimierende Eigenschaften wie Kompetenz, Generativität, Charakterstärke und Wohlwollen dem Volkswillen gegenüber dauerhaft verankern? 

 

Franz Bettinger

21. Mai 2020 11:53

Corona dient einem Weltstaat-Plan,“ meint Sellner. Das glaube ich auch. Hinter Corona steckt eine Verschwörung mächtiger Eliten. Was denn sonst! Die Corona-Verarsche wird mit einer solchen Dreistigkeit vorangetrieben, dass ich nicht glauben kann, diese plumpe Methode, die jeder halbwegs Intelligente durchschaut, sei nur der Versuch, Big Pharma ein paar Milliarden mehr in die Taschen zu schustern. Das Virus soll ablenken von einer stillen Revolution, die im Hintergrund läuft. Tausende neuer Musk-Satelliten und das heimliche - und dank Corona protestfreie - Installieren von 5G Sendern laufen geräuschlos nebenher. Am Ende wird die Neue Normalität stehen, aka die Neue Weltordnung und ihr perfekter Kontroll-Apparat. Wetten? Und wir werden wie Goethe einst bei Valmy sagen dürfen: Wir waren dabei, sahen es kommen und haben nichts unternommen. 

Simplicius Teutsch

21. Mai 2020 12:40

Ich kann nur empfehlen, die eigenen Vorurteile gegen die Mainstream-Medien hin und wieder in direkter Anschauung zu überprüfen und zu validieren.

Wirkt im Ergebnis wie bei guter Medizin oder scharfem Schnaps. Schmeckt zunächst beim Schlucken grauslich, man möchte sich schütteln, danach aber breitet sich ein gewisses von Erkenntnis getragenes Wohlbefinden aus: Der SPIEGEL IST EIN MERKEL'SCHES REGIERUNGSMEDIUM. Was die an Qualität publizieren, ist professionell gemachte Propaganda-Hetze gegen Abweichler vom Regierungskurs.

Gestern in eine SPIEGEL-TV-Reportage hineingezappt mit Bildern über „die Irren aller Bundesländer“, die sich derzeit auf den Anti-Corona-Demos treffen, wo „sich die Besorgten mit den Bekloppten mischen“, auch Ex-NPD-Chef Udo Voigt fehlt nicht, und der SPIEGEL vor dem „Volkszorn“ warnt: Dann „wird die Lage unübersichtlich und sogar gefährlich.“

Wo „Verschwörungstheoretiker … im Leugner-Modus … vom Schwindelarzt aus Sinsheim bis zum gescheiterten Journalisten Ken Jebsen … als Anwalt des Volkes“ auftreten und behaupten: „Hier wird eine Diktatur aufgebaut.“

Verschwörungstheoretisch auf den krankhaften Punkt gebracht, von SPIEGEL-TV: „Die Ignoranten der Abstandsregeln sehen sich selbst als Freiheitskämpfer, infiziert von dem Glauben, dass die Regierung das Land in eine Hygienediktatur umfunktioniert.“

Es wird aber so kommen. Die Hygiene-Nazis sind global auf dem Weg zur uneingeschränkten Macht. Da hilft auch kein Stauffenberg.

RMH

21. Mai 2020 13:30

Den Rechten wird ja immer vorgeworfen, sie würden versuchen, in einer immer komplexeren, modernen Welt mit möglichst einfachen Antworten punkten zu wollen. 

"Verschwörungstheorie" ist jetzt die maximalste Vereinfachung des Mainstreams und der Linken als Antwort auf die immer komplexeren "alternativen" Deutungs- und Erklärungsversuche der aktuelle Vorgänge.

Wer ist eigentlich jetzt der größere Komplexitätsverweigerer?

Laurenz

21. Mai 2020 14:00

Terminologie ist hier ein starkes Thema.

Meine beiden Großväter haben mir das Wider-Gen mitgegeben. Und unser Charakter ist in frühester Kindheit, vielleicht auch schon zum großen Teil bei der Geburt weitestgehend festgelegt. In der Mosaik-Rechten befinden sich ganz viele dieses Wider-Gen-Schlages. Fragen Sie @Gracchus, der Jurist hat für diese Leute ein explizites Wort, "Querulanten".

Verschwörungen basieren auf gelogenen Informationen, also Desinformation oder Verschwiegenheit, als 0-Information. Gelogene Information fällt auch meist unter den Oberbegriff "Propaganda". Herr Sellner könnte also, bei all der Kritik hier, in Erwägung ziehen, Seine Verschwörungs-Gegner als Anti-Propagandisten, Propaganda-Gegner oder Propaganda-Immune bezeichnen. Vielleicht fällt ja jemandem noch etwas besseres ein.

zeitschnur

21. Mai 2020 14:00

Der Kampfbegriff "Verschwörungstheorie" wurde vor Jahrzehnten schon gezielt von der CIA in die politische Arena implementiert: https://www.westendverlag.de/kommentare/jfk-und-die-erfindung-des-kampfbegriffs-verschwoerungstheorie/

Mit einer Wortwaffe kommt man wohl kaum "metapolitisch" zurande. Das wäre so, als wollte man die von einer Pistole Attackierten daraufhin befragen, ob sie vielleicht nicht die Schüsse magisch angezogen hätten und eine metatheoretische Frage nach der Schussrichtung entwickeln, was selbst genaugenommen ja auch wieder eine VS-T wäre.

Ein Kampfbegriff wehrt jedes freie Denken in Zusammenhängen schlicht und einfach ab und zwingt seine Gläubigen zu einem atomisierten Denken. Es ist dabei völlig egal, ob ein gedachter Zusammenhang meta oder nicht meta plausibel ist oder nicht. Der frontale Angriff gilt dem "Weiterdenken", dem "Kombinieren", den logischen Schlussverfahren, sauberen Recherchen. Man soll nur noch das in Zusammenhang sehen, was einem pädagogisch verordnet wird. Relevant kann hier nur sein, ob das, was jemand da kombiniert, wahr oder falsch ist, nicht aber die Tatsache, dass er kombiniert!

Ich finde es aber bemerkenswert, wie zeitgleich "alternative" Plattformen anfangen, sich von den "VS-Theoretikern" distanzieren, so wie vor wenigen Tagen auch NuoViso im "HomeOffice 27". Und nein, es ist keine VS-T, wenn man sich fragt, woher das nun plötzlich kommt.

Wahrheitssucher

21. Mai 2020 14:14

@ Zeitschnur

Zustimmung zu Ihren Ausführungen! Sie artikulieren das Unbehagen, das ich beim Lesen dieses Artikels empfand.

Laurenz

21. Mai 2020 16:18

@zeitschnur

Zitat-es ist keine VS-T, wenn man sich fragt, woher das nun plötzlich kommt.-Zitatende

Kein Problem. Aber was ist es dann?

Nordlicht

21. Mai 2020 16:54

Die Texte von Martin Sellner sind inhaltlich überzeugend und sprachlich ein Genuss. Auch diesmal.

Welch ein Verlust, dass sich FPÖ und auch die AfD Identitäre wie Sellner verteufeln und ausgrenzen. Sie in ihren Reihen zu haben und sich mit den Positionen intellektuell auseinander zu setzen, wäre ein Gewinn für Leute wie Meuthen. Schön, dass es mit der Sezession ein Forum gibt, mit welchem die Fäden zur AfD aufrecht halten werden. Hoffen wir, dass dieser selbstzerstörerische Wahnsinn bei den nach bürgerlicher Reputation gierenden Parteien aufhört.

Sellners Kritik an Leuten wie Jebsen (Kayvan Soufi Siavash) und Hildmann teile ich. 

tearjerker

21. Mai 2020 16:56

Man sollte die Diskussion zu den wichtigen Dingen nicht entlang der Begrifflichkeiten führen, die die Propaganda der Staatsmedien auch hier wieder vorgegeben hat. Autistische Selbstgespräche (Verschwörungen!!) und touretteartige Zwangshandlungen wie der Kampf gegen Raaaeeechtsz sollte man erstmal als solche einordnen. Sie basieren auf Unsicherheit und Ängsten, die man nach Kräften verstärken sollte. Allein für die lolz lohnt es sich.

@Bett: „Hinter Corona steckt eine Verschwörung mächtiger Eliten.“ Gelegenheit macht Politik. Corona ist seit den fühen 2000ern die etwa 10. durchs Dorf getriebene Virussau und steter Tropfen hüllt den Stein. Klingt auch wieder ab. Was bleibt sind ganz offen herausposaunte Absichten der Akteure von WHO, diverser Stiftungen inklusive Gates sowie staatlichen Akteuren (z.B. GAVI), die Massenimpfungen, die Entwicklung von Tracking-Implantaten usw. anstreben. Dort kann man ansetzen. Gegenwärtig bin ich aber nicht überzeugt, dass die oppositionellen Kräfte das überhaupt wollen.

quarz

21. Mai 2020 17:33

@RMH

"Den Rechten wird ja immer vorgeworfen, sie würden versuchen, in einer immer komplexeren, modernen Welt mit möglichst einfachen Antworten punkten zu wollen."

Es ist erstaunlich, wie bereitwillig das Dogma hingenommen (und ein Verstoß dagegen als Vorwurf akzeptiert) wird, ein komplexes Problem erfordere eine komplexe Lösungsstrategie. Der Erfolg der Naturwissenschaft beruht auf Komplexitätsreduktion, und es ist alles andere als selbstverständlich, dass dieser methodische Grundgedanke auf anderen Gebieten fehl am Platz wäre.

Grobschlosser

21. Mai 2020 18:39

hervorragender Artikel - bevor ich 40 Seiten Kommentar schreibe kürze ich ab : 

 

ich kann die Machtfrage lokal stellen und positiv für mich beantworten ; das hippe wellness-Universum hängt an einem seidenen dsl Faden ; hochbegabte Privatschulkinder können kaum rund um die Uhr durch ein privates KSK geschützt werden ; eine unironisch , tech und gewaltaffine Opposition könnte Sand ins mondalistische Getriebe kippen ; abgesehen davon bleibt die klerikal-jesuitische Intelligenz unerwähnt - sie könnte orientierungslos gewordene Europroleten wie mich in die Schlacht führen ( Satire darf das ) .

 

die achtsam - empathische jeunesse d`orée in meinem Kiez wird von den Herrenclubvätern auf die kommenden Tage vorbereitet : Schießtraining in der Murksburger Innenstadt , Mamapapa-shuttleservice , Karate und Kraft Mager ( oder wie der Quark aus israel heißen man ) .

wozu also die Aufrüstung frage ich meinen Kunden - "müssen sie nicht wissen Herr Grobschlosser , bauen sie einfach die neue Kellertüre ein " .

 

( "verpflichtet sich der Auftragsnehmer keinerlei Informationen über den Auftraggeber zu sammeln bzw. zu verbreiten usw.usw. " ) 

 

und ja : ein profilierter Kritiker der bösen Preppergemeinde war auch dabei - 200m² LPG - Fläche in Meck-Pomm, genug Müsli für eine Division .

 

 

RMH

21. Mai 2020 18:49

Das jeder meint, es besser zu wissen, nur weil er irgendwo mal nen Artikel oder ein Video gesehen hat, ist aber auch ein Symptom einer sich in Auflösung befindlichen Gesellschaft - Autorität? Dr., gar Professor? Ich weiß es besser ...

Kant hatte mit sapere aude sicher nicht so etwas gemeint. Ein gerüttelt Maß an Impertinenz macht sich überall breit.

Quantenmechanik? Klar, kann ich mitreden. G5? Weiß ich Bescheid. Viren? Da vertrete ich mal konsequent die Mindermeinung ...

Ich denke, es ist viel in den Brunnen gefallen, als Herrscher begannen, ihre Macht hinter "Mehrheiten" oder "Experten" zu verstecken und im Zweifel dann eben beides manipulierten, wenn nicht die gewünschten Ergebnisse kamen. Sich eine Meinung kaufen ist heute eben abseits jeder "Verschwörung" ein ganz banaler und normaler Vorgang.

Es ist in der Tat die Frage, was da nachkommen wird ...

Niekisch

21. Mai 2020 18:56

"Kampfbegriff "Verschwörungstheorie"

@zeitschnur 14:00: Der Begriff ist schon leicht überholt. Im WDR hört man in den letzten Tagen den Kampfbegriff "Verschwörungserzählung", weil die mainstreamigen Schlaumeier inzwischen festgestellt zu haben meinen, dass es natürlich Verschwörungen zugrundeliegende Theorien nicht geben kann (darf).

Ronny Licht

21. Mai 2020 19:11

@ Zeitschnur, Sie schreiben: " Der Kampfbegriff "Verschwörungstheorie" wurde vor Jahrzehnten schon gezielt von der CIA in die politische Arena implementiert: [...]"

Das ist schlicht falsch, auch wenn Sie dafür von sog. @"Wahrheitssuchern" Applaus erhalten.

Im deutschen Sprachraum war es Karl Popper, der in seiner Offenen Gesellschaft diesen Begriff die uns heute geläufige Konotation verpasste. Hier als "Verschwörungstheorie der Gesellschaft". [1]

Zuvor war der Begriff im Rahmen von kriminalpolizeilichen Ermittlungen verwendet wurden und schon im ausgehenden 19. Jahrhundert als "conspiracy theory" im englischen Sprachgebrauch. Dort wie hier, bezeichnete er bei unklarer Todesursache einer Leiche, die "Verschwörung" zu einem Mord.

Die von Ihnen widergegebene Theorie im Zusammenhang mit der CIA und dem Kennedy-Mord hat eine lustigen Fakt: In dem berüchtigten CIA-Memo 1035-960 von 1976 wird der begriff bereits ohne jegliche Erklärung und gleich seiner heutigen Bedeutung benutzt. Das verweist wiederum zwingend auf eine frühere Implementierung.

--- --- ---

[1] nach Butter, Michael 2018, S. 41 f,  Popper, Karl, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde : Band 2 ; Falsche Propheten: Hegel, Marx und die Folgen. - 8. Aufl.. - Tübingen : J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 2003, S. 110.

Alexis

21. Mai 2020 20:28

Der Landesvorstand der AfD-LaVo hat soeben den Vorstand des Kreisverbandes Rostock abgesetzt.

Der Kreisvorstand Rostock zählte zu den leidenschaftlichsten Fürsprechern Kalbitz.

Der mecklenburgische Landessprecher Leif-Erik Holm gilt als Gefolgsmann Beatrix von Storch. Er hat auch die von Meuthen und Co erzwungene Flügel-Auflösung begrüßt.

Er schaffte es auch nicht, mehr als eine halbherzige Kritik am Kalbitz-Ausschuss zu veröffentlichen, die womöglich nur innerparteilichen Druck geschuldet war als echtem Bedauern. So schreibt der "NDR":

Allerdings gilt das Verhältnis zwischen Kalbitz und dem AfD-Landesvorsitzenden Holm als belastet. Holm hatte jüngst die selbsterklärte Auflösung des "Flügels" begrüßt und sich damit auch von Kalbitz distanziert.

Holm vermied wohl auch deshalb einen inhaltlichen Treueschwur im parteiinternen Machtkampf. "Es geht um eine juristische Frage, und das kann man aus der Ferne nicht politisch bewerten", sagte er dem NDR. Holm hat einen vergleichbaren Problem-Fall im eigenen Landesverband: Nach einem langen Machtkampf musste sein Co-Vorsitzender Dennis Augustin im vergangenen Jahr eine steile Karriere in der Partei vorerst begraben

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/AfD-in-MV-steht-hinter-Andreas-Kalbitz,kalbitz100.html

 

Alexis

21. Mai 2020 20:29

zu meinem letzten Beitrag:

Diese Sache zeigt eindeutig: Es tobt mittlerweile ein Krieg in der AfD.  Meuthen, Beatrix von Storch und ihre Verbündeten auf Landesebene wollen aufs Ganze. Sie wollen einen totalen Krieg gegen den rechten Flügel.

Augustinus

21. Mai 2020 20:35

Tschuldigung Herr Sellner, aber ich bin völlig anderer Meinung.

Flacherdler, Mondlandungs-Leugner, 9/11, Homöopathen, Bachblüten-Fanatiker, Esoteriker aller Art ...

Wenn sich die Neue Rechte solchen Leuten anschließt, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit. 

Kurzfristig mag es sinnvoll erscheinen strategische Bündnisse zu schließen.

Auf längere Sicht ist das der Super-Gau.

AndreasausE

21. Mai 2020 20:37

"Auch der störrischste Verweigerer (...)."

Nö. Ich nicht. Frau auch nicht. Eltern auch nicht. Nachbarn auch nicht. 

Erstaunlicherweise leben wir noch.

Mir geht das ganze Gebimse um "Verschwörungstheorien" allmählich auf den Wecker. Deutschlandfunk hatte heute früh auch was zum Thema. Nicht ganz so primitiv, wie gewohnt, aber es ging um Anschlag Breitscheidplatz, ob es den überhaupt gegeben habe.
Das natürlich Ablenkungsmanöver aus unterer Schublade. Die "VT" dazu, die interessant ist, ist ja nicht die, ob LKW da ins Fest reinballerte, sondern ob es da Leute im Hintergrund gab, die davon wußten. 
Was ganz andere Baustelle ist. 
So machen das die MSM aber immer. Es wird irgendwas Lächerliches oder eher Unwichtiges rangezogen, um jegliche Überlegungen gen Irrenanstalt zu verweisen, siehe "Bielefeld gibt es nicht".

Wobei diese Überlegung dann schon Metaverschwörungstheorie wäre.

AndreasausE

21. Mai 2020 20:37

"Sie können aus verschiedenen Gründen dem Ratschlag zynischer Journalisten: „learn to code“, nicht nachkommen."

Der Ratschlag ist nicht zynisch, sondern ahnungslos dumm. 
Das "coden" hat auch nicht ansatzweise etwas mit ernsthafter Programmierung zu tun.

"Sie vegetieren mit nutzlos gewordener oder fehlenden Ausbildungen in der „alten Arbeitswelt“ dahin und müssen nun auch noch mit billigen Importarbeitern oder billig produzierten Importwaren konkurrieren."

Auch hier Widerspruch. 
Nutzlos sind nur die ganzen Pseudoakademiker der "Geschwätzwissenschaften". Sicher, ein Kulturvolk hat Bedarf an Altsprachlern, Assyrologen, Kunstgeschichtlern - aber im überschaubarem Maße. Zumal das auch noch anspruchsvolle Fächer sind.

Hingegen sind Gender-, Sozio-, Ichbinbuntunddoof-Studien ebensowenig der Brüller auf dem Arbeitsmarkt wie die 15tausendste Theaterwissenschaftler*in.

Solche Leute kommen allenfalls bei B90/Grüne unter. Oder eben im Hartz-IV-System.

Wer dagegen Anständiges gelernt hat, muß Konkurrenz aus China wohl nicht fürchten.

Zum Rest des Artikels nichts weiter, ich wundere mich nur, daß nicht die aktuelle "VT Nr. 1" keine Erwähnung findet - nämlich der Komplex rund um den "NSU".

zeitschnur

21. Mai 2020 20:38

@ Laurenz, @ Kositza, @ Sellner

Ach naja, nun übertreiben Sie doch mal nicht - ich habe hier schon sehr viel eingesteckt, ohne zu jammern, und oft war das erheblich übler als das, was wir hier verhandeln. Jeder hier weiß, dass ich es sportlich nehme.

Sie sollten indes Sarkasmus und spitze Federn nicht mit "ad personam" verwechseln. Ich habe ja nicht behauptet, dass Herr S. falsch liegt, weil er jung ist. Hätte ich das geschrieben, wäre es tatsächlich "ad personam". Sagen wir es so: Es kommt nicht gut an, wenn junge Leute in dieser belehrenden Pose gegenüber - im Kontext hier - meist Älteren auftreten.

Es war meinerseits ein sarkastisches Conter. Hier nun also zu glauben, all jene Koryphäen, die undifferenziert und suggestiv identifiziert werden mit Q-Fans und sonstigen Irregleiteten, mit denen der Autor mildes Verständnis artikuliert, hätten eine metapolitische Belehrung aus neurechtem Munde nötig, weil sie ansonsten im Irrgarten der besagten Theorien untergehen könnten, einem Munde, der noch sehr jung und ohne eine fachliche Legitimation ist gemessen an denen, die er kritisiert, weil ihnen angeblich der "ideengeschichtliche" Background fehlt: das ist ein Argument unter der roten Linie, besser: es ist gar kein Argument. Das habe ich aufgespießt.

Ich akzeptiere allerdings, dass manchem dieser Sarkasmus zuviel ist und viele ihn auch nicht verstehen.

zeitschnur

21. Mai 2020 21:27

@ Ronny Licht

Bröckers schreibt: "... bis Jim Garrison in New Orleans das erste Strafverfahren zum Präsidentenmord eröffnet und einige Kontaktleute Oswalds ins Visier genommen hatte, die mit der CIA in Verbindung standen. Da versandte die Abteilung PW/CS („Psychological Warfare/Clandestine Services“) der CIA im April 1967 ihr Dokument 1035-960 an alle Stationen und empfahl zur Diskreditierung von Zweiflern, den Begriff “Verschwörungstheoretiker” zu verwenden."

Es geht hier also nicht drum, ob es einen Begriff schon gab (Popper hat ihn wohl kaum als gezielten Kampfbegriff verwendet!), sondern seit wann er als gezielte Wortwaffe implementiert wurde. Es ist ähnlich wie mit dem Begriff des "Leugners". Natürlich gab es den auch vorher schon, aber nicht als den Kampfbegriff, als der er jetzt angewendet wird.

RMH

21. Mai 2020 22:00

@quarz,

ich habe hier gar nichts bereitwillig hingenommen, ich habe indirekt zitiert.

Nochmals zum Thema:

Bei "Verschwörung" hatte ich früher immer Erinnerungen an den Latein Unterricht. De coniuratione Catilinae  ... 

Sollte man ggf. wieder lesen.

"Ein Kampf um Rom" von F. Dahn ggf. auch noch einmal ... 

Andreas Walter

21. Mai 2020 22:05

@Laurenz

"Aber was ist es dann?"

Das ist die Normalität, die viele hier nicht glauben oder wahrhaben wollen.

Weil sie selbst nicht so denken, denken können oder denken wollen.

Es gibt eben auch weltfremde oder naive Menschen unter den Patrioten.

Wie es ebenso auch Patrioten gibt, die auch nicht alles wissen oder sich vorstellen können (oder wollen).

Es ist nicht alles eine Verschwörung was wie eine aussieht.

Es gibt auch schlicht gemeinsame Interessen und opportune pseudo-kongruente Interessen.

Eine der gemeinsamsten weil universalistischsten Interessen, die darum sogar nur relativ selten einer zusätzlichen Absprache bedarf, ist Geld, und wie man es in seine Verfügungsgewalt bekommt.

Diese "Verschwörung" existiert sozusagen per se und wird am stärksten (schon) immer von denen "betrieben", die den grössten tatsächlichen oder vermeintlichen Bedarf daran haben.

Dazu gehört, unter anderen, auch immer der Staat. Egal in welcher politischen Ausformung.

Die nächste Stufe sind Interessengruppen. Die können sowohl national als auch transnational sein und wiederum nationale oder internationale Interessen verfolgen.

Und jetzt geben Sie mal folgenden Satz bei Google ein: unterschied trans und inter

 

Augustinus

21. Mai 2020 22:07

@zeitschnur

Das Buch von Jim Garrison habe ich gelesen. Gar nicht mal schlecht geschrieben für einen Juristen. An die offizielle Variante glaube ich auch nicht. Vermutlich wird der Mord an Kennedy niemals aufgeklärt.

Aber dennoch sollte man die Kirche im Dorf lassen. Nicht jeder Einsturz einer Brücke wird von einem Geheimbund veranlasst.

Amos

21. Mai 2020 22:12

Einkaufen ohne Maske. Meine Erfahrung: nicht so schlimm wie hier geschildert. Man schaut ein bisserl irritiert, denkt sich wahrscheinlich "Attest", "Asthma" etc. So was kann man ja auch nuscheln, um es nicht zum Apfelschuss wegen des verweigerten Geßlerhutgrußes kommen zu lassen.

Der Verschwörungstheoretiker ist einer, der seinen Vertrauensverlust in Alltagsnarrative mit der Starbesetzung aus BILD und Batman kleidet, weil ihm der intellektuelle Background fehlt, um ihn chick und weniger angreifbar ideengeschichtlichen Entwicklungen seit der Aufklärung anzulasten. Die Verschwörungstheorien sind, wie die Esoterik, Rationalisierungsversuche einer unverstandenen aber auch im religiösen Sinne entzauberten Welt. Wo Transzendenz nichts zu erklären vermag und das geistige Arsenal rasch erschöpft ist, wird zusammengeschustert, was irgendwie "Sinn" ergibt. Die bunt kolorierte, wahnhafte und schrille Lügenmärchenwelt lenkt ab von der eigentlichen Herrschaft der Lüge.

Laut Gehlen ist die Herrschaft der Lüge auch die der Verrücktheit. Es ist das Reich, in dem Mordversuche stattfinden im Namen der "Menschlichkeit", Gedankenverbrechen "gegen die Menschlichkeit" sind mit dem Tode zu bestrafen. So denkt die Neofa, auch bekannt als Merkeljugend. Deshalb mit Reptiloidengläubigen, Impfgegnern und Flugscheibennarren gegen Werte-Universalisten, Human-Rights-Ideologen, One-World- Globalisten und ihre Schlägertruppe!

Ronny Licht

21. Mai 2020 23:14

@ Zeitschnur

Teil 1

Das Problem schien wohl, dass die CIA sich selbst deratigen Verschwörungstheorien ausgesetzt sah (also am Mord von JFK beteiligt gewesen zu sein) bevor sie dazu überging, den Begriff selbst zu gebrauchen und gängige Theorien zu entkräften. Das besagte CIA-Dokument ist im Netz fix aufzufinden (Ihr Link lief leider ins Leere). Darin heißt es auf Seite 2, Absatz 2: "Verschwörungstheorien haben haben häufig unsere Organisation verdächtigt. [...] Das Ziel dieser Depesche ist es, Material bereitzustellen, das die Behauptungen der Verschwörungstheoretiker widerlegt und diskreditiert."

 

Ronny Licht

21. Mai 2020 23:15

Teil 2

@ Zeitschnur

Zu Popper bleibt zu sagen, dass seine Verwendung des Begriffs viel vom Wesen des Begriffs vorwegnimmt, von dem die CIA später gebrauch macht:

„Es muss also zugegeben werden, dass Verschwörungen vorkommen. Aber die auffallende Tatsache, die die Verschwörungstheorie trotz der Existenz von Verschwörungen widerlegt, ist, dass nur wenige Verschwörungen am Ende erfolgreich sind. Verschwörer genießen nur selten die Früchte ihrer Verschwörung. Was ist wohl der Grund dafür? Warum weichen die Ergebnisse so stark von den Ansichten ab? Weil das im sozialen Leben wohl allgemein der Fall ist - mit oder ohne Verschwörung. Das soziale Leben ist nicht nur eine Kraftprobe zwischen entgegengesetzten Gruppen, sondern es ist ein Handeln in einem mehr oder weniger widerstrebenden Rahmen von Institutionen und Traditionen. Und es führt, abgesehen von bewussten Gegenhandlungen, zu vielen unvorhergesehenen Reaktionen innerhalb dieses Rahmens, die zum Teil gar nicht vorhergesehen werden können.“

Ronny Licht

21. Mai 2020 23:16

Teil 3 (@Kositza/@Sellner: letzter Teil, versprochen!)

@ Zeitschnur

Der von Popper angeführte Faktor der Komplexität stellt im Nachhinein auch eine wunderbare Abfuhr an die „Theorie“ des sog. „Große Austauschs“ dar. Erfüllt sie doch alle Kriterien: Sie ist groß angelegt, operiert also über einen langen Zeitraum mit vielen Protagonisten. Vor allem aber erfüllt sie ein wesentliches Kriterium von Verschwörungstheorien: Die Recherche ist von hinten angelegt, d.h., sie nennt die vermeintlichen Nutznießer und Drahtzieher bereits von Beginn an (Soros, Rothschild, Finanzeliten, …) und richten die „Beweisführung“ stets darauf aus, dass sich dieser Verdacht immer wieder bestätigt. Zur Beweisführung werden wahlweise das berüchtigte UN-Paper, (das eine Studie, aber keinen Plan darstellt), Georg Soros soziales Engagement oder eine dritte Person, in der Rolle des Beobachters Yascha Mounk und seine Einschätzung eines „Experiments“ angeführt, um der Verschwörungstheorie durch Autoritäten und Bezugspersonen Glaubwürdigkeit zu verleihen.

AlexSedlmayr

22. Mai 2020 01:41

@Ronny

Michael Butter ist leider überhaupt keine Empfehlung, eher eine Anti-Empfehlung. Nicht nur, dass sein Versuch eine Definition der Verschwörungstheorie (und bei ihm wird dieser Begriff eben per se als negative Diktion in Form von "Spinner" oder "Täuscher" verwendet) wissenschaftlich eben hochgradig fragwürdig ist, gerade weil er keine wissenschaftlich saubere Definition vorlegt, sondern nur eine Art von irrlichterndem Katalog, lassen sich seine "Kriterien" auch auf jede Form von echter Verschwörung anwenden.

Im Grunde ließe sich mit Butters Terminologie eine spinnerte Theorie von der deskriptiven Beschreibung einer realen Verschwörung eben auch durch nichts unterscheiden außer eben durch die Falsifikation oder den Beweis derselben. Nur das durch a priori sein konsequentes Dagegensein dann eben selbst jemand wie Deep Throat (Watergate) oder Snowden erst einmal Spinner gewesen wären. Letztlich unterscheidet Butter per Bauchgefühl, je nachdem was sein (begrenzter) Verstand sich vorstellen kann, was eine erstnzunehmende These und was Spinnerei ist. Alle Kriterien Butters ließen sich nämlich auch wunderbar auf den Holocaust anwenden.

Zwei Links

Verschwörungstheorien, die wahr wurden:

https://www.youtube.com/watch?v=wfxUgK3gsf4

Und Ansgar Schneider (es geht mir hier nicht um 9/11 sondern um das, was er zu Butter sagt) über die Methodik von Butter:

https://youtu.be/ICgr-Lg7Yvw?t=7233 (hier Timestamp beachten)

Das was Butter betreibt ist bestenfalls unqualifizierte Pseudo-Wissenschaft.

RMH

22. Mai 2020 06:50

"Nicht jeder Einsturz einer Brücke wird von einem Geheimbund veranlasst."

Aber so ziemlich jeder Bau/Neubau/Renovierung ...

Alles eine Frage der Definition von "Geheimbund". Gehört die überall vorhandene örtliche "eine Hand wäscht die andere" Bauwirtschaft auch dazu, weil jeder es ahnt, darüber öffentlich gescherzt wird aber dann doch nicht offen, sondern eben "geheim", still etc. das Altbekannte und z.T. sogar Bewährte praktiziert wird?

Die Bau-"Mafia" ist das zweitälteste Gewerbe der Welt. Die Bauhütten waren der Geburtsort der Maurerei, die sich dann "Frei" nannte bzw. auch frei von der Tätigkeit machte ...

Wo fängt es also an, wo hört es auf?

Eine Familie wäre bspw. eine "Verschwörung" der natürlichen Art - außer in Deutschland, wo der Haß und der Neid innerhalb der Familien recht groß ist.

quarz

22. Mai 2020 08:27

@RMH

"ich habe hier gar nichts bereitwillig hingenommen"

Sie habe ich damit auch nicht gemeint, sondern Ihren Kommentar nur zum Anlass genommen, um auf die vielen hinzuweisen, die den Vorwurf der Komplexitätsreduktion als Tatsache zurückweisen, aber anerkennen, dass gegebenenfalls ein Vorwurf gerechtfertigt wäre.

Karl Heinz

22. Mai 2020 08:38

Die "Herrschaft der Lüge" hat sich angekündigt; in den letzten 20 Jahren wurde der Eindruck stärker, die Anzeichen dichter, dass die einmal festgelegten Erzählweisen der Herrschenden, nicht korrigiert werden, sondern, auch wenn nicht glaubhaft und belastbar, auf ihnen aufbauend weitere Lügen errichtet wurden. Bsp.: Jugoslawien-Krieg, 9/11, Afghanistan, Irak 2003, Syrien ab 2011, Ukraine 2014, Migration,... bis zur Klimadebatte.

Auch bei der NSU-Story ist eine Fremdsteuerung plausibel. Der Schauprozess für die breite Öffentlichkeit sollte die "Gefahr von Rechts" den breiten Schichten ins Unterbewusste einhämmern. Der Buback-Prozess war eine Farce. Die Expertisen des Josef Foschepoth "Überwachtes Deutschland" liegen vor.

Wie konnte es dazu kommen?

(Fortsetzung folgt)

Karl Heinz

22. Mai 2020 08:42

1. Das real-existierende System der Außenpolitik in Strategie und Praxis funktioniert ohne Zustimmung und Beteiligung der Staatsbürger. Kein Bürger kann eine wahrheitsgemäße Information über die Handlungsweisen und weltweiten Aktivitäten des Auswärtigen Amtes und verschiedener Stiftungen (KAS, Stiftung Wissenschaft u. Politik, Bertelsmann,…) einklagen oder einfordern. Haben die Bürger der BRD ein Recht darauf zu erfahren, wie Außenpolitik in Praxis abläuft und wer mit wem was wie lange vorher vorbereitet, aushandelt?  Bürger haben keinen Rechtsanspruch auf dieses Wissen und auf die Wirklichkeit hinter der Fassade.

2. Ziehen wir eine Bilanz der letzten 40 Jahre, so wird offensichtlich, dass die vorherrschende außenpolitische Praxis des Interventionismus
– die internationale Sicherheit und Zusammenarbeit gefährdet und untergräbt
– bewusst und zielgerichtet in die souveränen Entscheidungsbefugnisse und –abläufe von Staaten sowie in zwischenstaatlichen Beziehungen eingreift und
– völkerrechtlich geschützte Rechtsgüter verletzt oder gefährdet,
– jährlich tausende Opfer in den Zivilbevölkerungen fordert,
– Infrastruktur, Grundversorgung, Gesundheits- und Bildungssysteme und die Lebensperspektiven der betroffenen Bevölkerungen auf Jahrzehnte hinaus zerstört und
– die Ursache ist, für neuen Hass, Gewalt und Krieg zwischen den Völkern, Kulturen und Staaten.

 

Karl Heinz

22. Mai 2020 08:47

3. Tatsache ist: Außenpolitik findet traditionell in demokratie- und rechtsfreien Räumen statt. Auswärtiges Amt, SWP, Bertelsmannstiftung, DGAP, Atlantik-Brücke, ECFR, sind keine zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Bürger ist hier nicht auskunftsberechtigt und hat keinen Einfluss. Die real existierende Außenpolitik hat jahrelange Vorlaufzeiten, der Bürger wird vor vollendete Tatsachen gestellt.
Dass konkrete, real-existierende Außenpolitik millionenfaches Elend und Krieg und Zerstörung verursacht und demokratisch nicht kontrolliert also nicht legitimiert ist, weil sie im Verborgenen stattfindet, scheint der “Große Elefant im Raum” zu sein, der nicht beim Namen genannt wird.

Die Grundfragen der modernen Existenz, Probleme der Alltagsbewältigung und die vielfältigen Fragen der technischen Zivilisation müssten öffentlich unter breiter Beteiligung verhandelt werden. Erziehungssorgen, das Bildungs-und Schulsystem, die Belastung der Kinder durch Computer, Handy, Internet, die Auswirkungen des verdichteten Berufsalltags auf die soziale und emotionale Leistungsfähigkeit der Familien, regionale Problemlagen, Landflucht, Überalterung,... stellen uns alle zunehmend vor mentalen und seelischen Herausforderungen, denen wir nicht gewachsen sind.

Gustav Grambauer

22. Mai 2020 09:51

Personalisierende "VT":

Meine Geschichtslehrerin war `ne rote Hexe, aber eines habe ich bei ihr gelernt: immer Roß und Reiter nennen, oder den damaligen archimedischen Punkt "Wer - Wen?". Wer "man", "sie", "fand statt", "wurde durchgeführt", "wurden ausgebeutet" usw. gesagt hat, kassierte `nen Fünfer. Ich bleibe dabei. Die Herausforderung hierbei ist, die Kräfte etwa ab Kissinger aufwärts, die meist nicht Firma sind, begrifflich zu fassen. Hier reicht herkömmliche ideengeschichtliche Bildung lange nicht aus. Bei der Bildung hierzu kommt man zunächst an den Niederungen der VT mit all ihren Irrungen-Wirrungen nicht vorbei, weil nur dort bestimmte Essentiale des Verständnisses vermittelt werden. Wer diese Phase nie durchgemacht hat, wird nie in politischer Bildung satisfatktionsfähig werden. (...) Wer sich dem entzieht, wer bei "VT" nicht tief in res geht, ist einfach ein Feigling. Ich fasse übrigens den Begriff Dekadenz viel weiter als landläufig üblich - als Pol einer Bewußtseinsdynamik. Somit sind für mich viele derjenigen, die am lautetsten die grassierende Dekadenz beklagen, selbst die Dekadenz.

- Verschwörungskommentariat Grambauer

Gustav Grambauer

22. Mai 2020 09:52

Es handelt ein jeder innerhalb des Umfangs seines eigenen Verständnises im von ihm definierten Interesse. (Für viele trifft nicht mal das zu.) Über diesen Umfang hinaus handelt ein jeder für Interessen, die andere definieren, die er aber nicht mal ahnt. Na, aus dieser Position kathederisiert, spindoktorisiert und agitpropisiert es sich prima hochmütig über "Verschwörungs-Underdogs"!

- Kommentariat

Gustav Grambauer

22. Mai 2020 09:53

Lotta Vorbeck

Danke sehr für Ihren Hinweis auf Frank Köster - ein großes Geschenk! Habe gerade in den Kanal dieses Seelenverwandten reingeschaut. Haben Sie auch sein "Hoffnungsvideo" gesehen? Oder dasjenige über die Flugblätter der Scholls?

- Kommentariat

zeitschnur

22. Mai 2020 10:05

@ Laurenz

"Was ist es dann?" - Ja, was wohl: Eine spontane Frage, die sich aufgrund einer gut sichtbaren Korrelation von selbst stellt.

@ alle

Nach der gängigen Hetze gegen "Verschwörungstheoretiker" oder meinetwegen auch "-erzähler", ist jede Form von echter Wissenschaft eine VS-Theorie.

Ich sehe in dem, was derzeit abläuft, neben anderem, den fundamentalsten Angriff auf wissenschaftliches Denken, den es je gegeben hat. Man redet den Menschen tatsächlich das rationale Beforschen empirischer Korrelationen aus, man stellt es unter Bannfluch.

Daher, @ Augustinus, kann ich auch über Ihre Aufzählung an Gebannten ("Homöopathen", "Bachblüten"...) nur den Kopf schütteln. Die Homöopathie ist nicht weniger rational als die Schulmedizin, sondern basiert nur auf einer anderen Theorie und einem anderen Erklärungsmodell für Gesundheit und Krankheit, zumindest streckenweise. Dasselbe gilt für andere kosmologische Modelle - das alles, verdammt noch mal, ist legitim, solange man noch frei und wissenschaftlich denkt! Eine Rechte, die so ausgrenzend redet, wie sie Sie das auch noch im Impetus, auf der richtigen Seite zu stehen, tun, entlarvt sich selbst als gelinde gesagt borniert. An dem Punkt gebe ich Herrn S. nämlich recht, nur bitte nicht mit dieser Pose, das Mosaik habe nur in neurechtem Framing Bestand. Das machen die Steinchen ohnehin nicht mit. Bitte frei für Freie ohne jedes Framing!

 

zeitschnur

22. Mai 2020 10:51

Noch ein Nachtrag zum letzten Kommentar:

Im Grunde ist es umgekehrt. Wir erleben den geldschweren und machtverbissenen, globalen "Aufstand untergehender Irrtümer". Alleine das Politverständnis der Eliten um Gates, ja: sehr wohl Coudenhove-Kalergis, dieses Strippenziehers, dem wir dieses Chaos namens EU mit verdanken, all diese Vasallen wie Merkel, Macron, dann nicht zu unterschätzen die Kirche(n), aber auch dieser technokratische Denkansatz, der den Menschen als verwaltbare Maschine ansieht: Das hat sich längst entlarvt als misanthropisches, teilweise satanisches Denken und Handeln: was hinterlassen diese Gespenster an Gutem? Alleine dieser Wahn von einer "Impfung gegen Covid" ist eine Beleidigung des Verstandes. Eine Impfung ist eh schon fragwürdig im Grundsatz, aber bei schwerwiegenden Erkrankungen: okay. Bei einer wenig bedeutsamen Erkältungskrankheit aber, an der derzeit noch 0,0125% der Bevölkerung angeblich leiden, gegen den schwindenden Mutanden impfen zu wollen: gehts eigentlich noch?! Und das mit hochgefährlichen, nicht ausgreiften genetischen Impfstoffen?! Alleine dieses Detail kann man nicht anders als psychopathisch ansehen!

Die vielen Alternativen im Bereich der Medizin und Biologie, ob Homöopathen, Naturheiler, Dr. Lanka etc., sind das Zeichen der Zukunft und auch der Durchsetzung des gesunden Hausverstandes gegenüber diesem absterbenden Wahn, der nun mit verbissenem Festhalten an seinen Irrungen final die ganze Menschheit mit in seinen Abgrund reißen will.

Franz Bettinger

22. Mai 2020 10:58

@Augustin: In Ihrer Aufzählung (der Idioten) haben Sie noch die Mathematiker vergessen.

Der_Juergen

22. Mai 2020 12:32

@Ronny Licht

Über Ihre Auslassungen kann man nur betreten den Kopf schütteln. Von einer "Verschwörung" kann keine Rede sein, weil die genannten Personen, z. B. Soros und Mounk, ihre Ziele ja in aller Offenheit darlegen, ebenso wie Barbara Lerner-Spectre, Nicolas Sarkozy und hundert andere, die Sie leicht in Netz finden, mit allen Zitaten und Quellenangaben. Wie naiv, oder wie unehrlich, muss man eigentlich sein, um zu glauben (oder um vorzugeben zu glauben), dass ein seit Jahrzehnten andauernder Prozess, der in mehr oder weniger grossem Umfang alle west-, mittel- und nordeuropäischen Staaten betrifft - die Invasion durch muslimische und afrikanische Massen -, eine reine Frucht des Zufalls sei, oder dass die Regierenden sie hilflos hinnehmen müssten, weil sie nicht die Möglichkeit besässen, sie zu stoppen?

Hoffen Sie, mit solch närrischen Behauptungen auf diesem Forum ernstgenommen zu werden? Dann schreiben Sie ruhig weiter. Viel besser aufgehoben wären Sie allerdings bei der TAZ oder der Bildzeitung. 

qvc1753

22. Mai 2020 12:59

Eine Demo auf der ich am Wochenende mal kurz reingeschaut habe war eine mehr als bunte Tüte.
Aus esoterischen Gruppen, religiösen Eiferern, tanzende Sufis, Wirrköpfen, die die Existenz von Viren leugnen bis hin zu relativ normalen Selbstständigen denen ihr Geschäft untergeht - war alles dabei. Irgendwie hing alles zusammen und irgendwie war allen aus allen möglichen Gründen unwohl angesichts der Lage.
Ein paar Gespräche haben in Windeseile in eine wirre Geisteswelt geführt. Von Chemtrails ausgelöste Krankheiten, entführten Kindern die von russischen Spezialkommandos aus Kellern befreit wurden oder das aus Kinderblut extrahierte Mittel zur Verjüngung der Eliten.
Ein Narrenzug mehrheitlich. Viel Vergnügen da drauf zu springen.

zeitschnur

22. Mai 2020 13:06

@ Ronny Licht

Ich kann Ihnen leider nun auch nicht helfen, Sie machen es sich sehr einfach. Bitte sehen Sie sich das umfangreiche Dokument etwas genauer an, denn es argumentiert komplex, aber eindeutig: http://www.jfklancer.com/CIA.html

Es geht natürlich darum, Zweifler an der offiziellen Propaganda zum Tod JFKs als Verschwörungstheoretiker zu dikreditieren. Ansonsten rührt mich Ihr Verständnis für einen der berüchtigtesten Geheimdienste der Welt zu Tränen. Die Dienste sind Verschwörungen per definitionem.

Im übrigen habe ich mit Theorien vom "großen Austausch" etc. nix zu tun. Ich weise diese suggestive Zuweisung an mich entschieden zurück.

Ihr Popperzitat sagt lediglich, dass Verschwörungen oftmals an der komplexen Realität scheitern, aber nicht, dass sie immer scheitern. Die Theorie löst sich - nach Popper - nicht deswegen auf, weil die VS nicht bestanden hätte, sondern weil sie nicht geglückt ist.

Wahrheitssucher

22. Mai 2020 13:26

@ Ronny Licht

Ihre Ausführungen und machen Ihrem werten Nachnamen wenig Ehre! Scheinen sie mir doch mehr zu verdunkeln als zu erhellen...

quarz

22. Mai 2020 13:51

@Ronny Licht

"Abfuhr an die „Theorie“ des sog. „Große Austauschs“ dar"

Die Theorie des großen Austausches gibt es nicht. Folglich kann ihr auch keine Abfuhr erteilt werden. Jedem, der analytisch guten Willens ist, sei dringend empfohlen, in diesem Zusammenhang zwischen mindestens vier Aussagen zu unterscheiden und diese getrennt zu bewerten:

1. Es findet ein Austausch des ethnischen Profils der Bevölkerung dieses Landes statt. Der Begriff  "Austausch" impliziert per se weder eine bestimmte Ursache noch eine bestimmte Absicht hinter dieser Veränderung.

2. Bestimmte politisch-strategische Handlungen sind die wesentliche Ursache für diesen Austausch. Eine Benennung einer solchen Ursache impliziert per se noch keine bestimmte Absicht, die die Handelnden zu dieser Veränderung veranlasst.

3. Selbst eine bestimmte Absicht impliziert per se nur die bewußte Inkaufnahme des Austausches zugunsten eines strategischen Ziels und nicht per se den Austausch als Selbstzweck.

4. Viertens erst ist die These zu nennen, dass der Austausch nicht nur stattfindet, sondern dass er auch strategisch bewirkt wird und dass diese Wirkung nicht nur bewußt in Kauf genommen, sondern als Primärziel angestrebt wird.

Austauschkritikern wird typischerweise ein Gesamtpaket aus all diesen Thesen als Position unterstellt, womit der Zweck verfolgt wird, schlichten Gemütern Einwände gegen einzelne dieser Thesen (insbesondere gegen 3 und 4) als Widerlegung "der" Austauschthese zu verkaufen.

Wahrheitssucher

22. Mai 2020 14:12

@ qvc1753

Die Heterogenität der Demonstranten ist kein Grund sie abzulehnen, sondern eine Aufforderung, Ihnen ein gemeinsames Ziel zu geben und einen gemeinsamen Willen zu entwickeln.

Ein gebuertiger Hesse

22. Mai 2020 16:21

Jeder, der in diesen Tagen auf die Straße geht und gegen die flächendeckendste Lüge seit 1945 Stellung bezieht, tut das Richtige. Wenn er dabei nicht in unseren metapolitischen Armen landet, ist das eben so. Wichtiger ist, daß er sich überhaupt rührt und nicht treudumm die Sklavenmaske trägt. Freilich, von den Falschen sollte er nicht vereinnahmt werden. Aber dem können wir vielleicht am besten vorbeugen, durchaus punktuell persönlich, indem wir neben ihm gehen.

Skeptiker

22. Mai 2020 17:50

@qvc1753

Ich habe mich am letzten Wochenende auch auf eine dieser "Hygiene-Demonstrationen" begeben. Schon allein der Name ist völlig absurd. Während der "Corona Pandemie" ist mein Abstand zum Denken in diesem Forum immer größer geworden. Auch wenn es einiger Vielschreiber waren, so habe ich oft gedacht, wie lange man einige hier noch gewähren lassen will. Für mich ist ea ganz offensichtlich, dass sich bei den "Corona-Leugner" nun viele tummeln, denen es nur um das Erzielen von eigener Aufmerksamkeit geht. Rüdiger Dahlke, Jürgen Höller, Attilla Hildmann usw. sind die besten Beispiele dafür. Es ist einfach ein Virus, über das man bisher wenig weiß. Ich bin niedergelassener Internist, aber ich maße mir nicht an, über Ansteckungswege und Gefärlichkeit des Virus abschließend zu urteilen. Ich lese Studien, Fachzeitschriften, aber ich stehe nicht im Labor einer Universitätsklinik. You-Tube Videos halte ich für eine denkbar schlechte Informationsquelle. Normal wird in diesen Forum grundlegend und intensiv nachgedacht. Beim Themenkreis  "Corona" aber scheinen zeitweise die Vereinfacher sich durchgesetzt zu haben. Ein guter Freund ist Leiter einer Lungenfachklinik in der Nähe Frankfurts. Er hat mir schon mehrfach gesagt, dass er diese ganzen unerträglichen Schlauschwätzer einfach gerne einmal 24 Stunden mit in den Dienst nehmen würde!

Ratwolf

22. Mai 2020 20:46

Das Wort "Verschwörungstheoretiker" besteht aus "Verschwörung" und "Theoretiker" (abgeleitet von Theorie. Jemand der solche aufstellt).

Eine Theorie ist etwas Positives oder mindestens etwas Neutrales. Eine Aufforderung zum Nachdenken und zum Überprüfen.

Eine Verschwörung ist etwas eindeutig Negatives.

Zusammen wird dem Aufstellen von Theorien eine negative Konnotation gegeben.

Verschwörungstheoretiker könnten jetzt vermuten, dass die Leute aufhören sollen, Theorien aufzustellen. Sie sollen lieber Tagesschau oder Sellner-Videos anschauen und das annehmen was andere ihnen vorsetzen.

Gracchus

22. Mai 2020 21:37

Die Bezeichnung "Verschwörungstheoretiker" dient ganz klar dazu, den Protest zu diskreditieren bzw. daraus ein Spektakel zu machen. Anscheinend leben wir in einer "Gesellschaft des Spektakels" (Guy Debord), in der offene demokratische Diskussionen nicht mehr möglich sind. Ich vermute, dass Verschwörungstheoretiker eher einen geringen Prozentsatz der Protestler ausmachen, und die Protestler selbst sind in der Minderheit, denn die Mehrheit stimmt nach meinem Kenntnisstand den Corona-Massnahmen zu. Daher ist es m. E. eine reine Inszenierung der etablierten Massenmedien, "scripted reality", mit dem Komplexitätsgrad einer Seifenoper, wenn sie sich auf die Verschwörungstheoretiker fokussieren.

Was Attila Hildmann von sich gibt, kann ich zwar nicht ganz ernst nehmen, aber eine Figur wie Bill Gates ist nicht anders als kritisch zu sehen, und ich frage mich, was treibt Ketten wie Kaufland etc. dazu, Hildmanns Produkte aus dem Sortiment zu werfen? Wird man, wenn man seine Energydrinks konsumiert, selber zum Verschwörungstheoretiker - so wie man sich einen identitären, wenn nicht rechtsradikalen Virus einfängt, wenn man einen Artikel von Sellner ohne Mundschutz liest? Der Hygiene-Fimmel (falls der Begriff nicht zu harmlos ist) hat seine Ursache, jedenfalls sein Pendant ganz offensichtlich im Geistigen, das sich immer mehr verengt, und Angst und Enge hängen miteinander zusammen. 

 

Simplicius Teutsch

23. Mai 2020 01:13

@Skeptiker - „Ich habe mich am letzten Wochenende auch auf eine dieser "Hygiene-Demonstrationen" begeben. Schon allein der Name ist völlig absurd.“

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Meine eigene Erfahrung hat nichts mit Verachtung zur Folge: Der grundlegende, allgemeine Antrieb für diese Anti-Corona- oder Anti-Hygiene-Versammlungen ist bei fast allen buntgemischten Teilnehmern mangelndes Vertrauen in die politische Regierung bzw. eine stark emotionale Aversion gegen „DIE da oben“, weil DIE uns unser bisschen individuelle, alternative Freiheit zum Leben nehmen wollen, um uns (Verschwörungstheorie?) wie dumme, kleine Kinder zu gängeln, zu dressieren oder schlimmer noch in eine Hygiene-Diktatur mit Impfzwang, Kontaktverbot, Ausgangssperre, Reiseverbot, Quarantänezwang, TracingApps, Maskenzwang, Gesinnungszwang, Immunitätsausweis, etc. pressen wollen. DAS (be-)fürchten diese „Verschwörungstheoretiker“, und es macht sie wütend und kritisch.

Es sind ja keine „Corona-Leugner“! Aber Angst vor dem Corona-Virus haben sie eben auch nicht. Anders als manche anderen furchtsamen, folgsamen Zeitgenossen, die einen erschrockenen Satz in die Luft machen, wenn man ihnen versehentlich auf zwei Schritte zu nahe kommt, denn wie lehrt man es neuerdings in Kindergarten und Schule, über die Medien und in den Altenheimen: „Pass auf! Jede Person neben Dir kann für dich den Corona-Tod bedeuten.“

Ronny Licht

23. Mai 2020 09:37

Teil 1/2

@ AlexSedlmayr (22. Mai 2020 01:41)

Zu Butter:

Mir ist nicht aufgefallen, dass Butter versucht eine eigene Definition zu finden. Das liegt daran, dass er lediglich die vorangegangenen Definitionen und eben die Konnotationen – im Speziellen von Michael Barkun, Geoffrey Cubitt und eben auch Karl Popper – diskutiert.

Vor diesem Hintergrund bin ich auch etwas ratlos, warum Ansgar Schneider diesen Pappkameraden aufbaut und sich im Anschluss daran abarbeitet.

Butter nimmt sich obendrein ganz deutlich im ersten Kapitel den Gefahren und Möglichkeiten der Wertung des Begriffs an:

„[…] Dies wird mich zur Beobachtung führen, dass der Terminus ´Verschwörungstheorie´ im alltäglichen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs fast immer ein wertender Diskurs ist, der benutzt wird, um Ideen anderer zu disqualifizieren – und zwar auch dann, wenn diese gar nicht die typischen Charakteristika von Verschwörungstheorien aufweisen. […] Es ist meines Erachtens aber durchaus möglich, ihn wissenschaftlich neutral zu verwenden.“ (Butter 2018, S. 22)

Zudem gibt Butter immer wieder zu bedenken, dass diese Charakteristika keine dogmatische Setzungen sind, wenn auch in den meisten Fällen zutreffend.

Haben Sie das Buch wirklich gelesen?

Ronny Licht

23. Mai 2020 09:45

Teil 2/2 @ AlexSedlmayr

Zum Holocaust:

  1. Das Morden war ja – wenn auch lückenhaft – bekannt, u.a. bei den Protagonisten, die von Dirk Pohlmann genannt werden. Über Umfang und Art der Grausamkeiten herrschten wohl Unklarheiten, die sich nach dem Eintreffen der Alliierten in allgemeine Gewissheiten wandelten.
  2. Angewandt auf die genannten Charakteristika von Butter, (bzw. Barkun, Cubitt u. A.), war der Holocaust eine tatsächliche Verschwörung die stattgefunden hat und auf Verschwörungstheorien fußte. Aber eine über längeren Zeitraum kursierende Theorie um den Holocaust an sich gab es nicht, also im dem Sinne etwa, wie Naidoo über Kindesentführungen und Adrenochrom schwafelt. Denn es gab zu verschiedenen Zeitpunkten, stets genügend (Mit-)Wisser in verschiedenen gesellschaftlichen Positionen, die Informationen darüber verbreiteten.

Für eine kurze Einführung in die Thematik "zeitgenössischer Wissenstand", eignet sich auf den ersten Blick, der gleichnamige Wikipedia-Artikel.

  1. Zudem wurde die Absicht zur Verfolgung und „völligen Vernichtung“ von den Initiatoren immer wieder angedroht und öffentlich ausgesprochen und niedergeschrieben – vor und während den Taten. Also keine ominösen Geheimbünde oder Verabredungen im Stillen.

zeitschnur

23. Mai 2020 10:52

@ Ronny Licht

Sie haben wirklich offenbar keinerlei tieferen Einblick in die Forschungslage zur Vernichtung der Juden während des 2. Wks. Ihr letztes Zitat aus Wikipdeia offenbart das ganze Niveau: Da wird im polemischen Duktus einfach etwas behauptet und das zu Beweisende mit der eigenen polemischen Behauptung bewiesen.

In der Tat ist bis heute nicht geklärt, warum genau es zu der gezielten und technischen Vernichtung der vielen Menschen in den Vernichtungslagern der Nazis kam. Es wurden diese eben nicht vorher lange angekündigt oder niedergeschrieben. Es gab vorher zwar extrem rassistische Anwürfe und Diskriminierungen, aber keine Vernichtungsabsicht, die über bloße Stammtischparolen hinausgegangen wären. V.a. die Idee, die Juden auszugliedern stand im Mittelpunkt.

qvc1753

23. Mai 2020 13:24

@Wahrheitssucher: wirtschaftliche Sorgen kann ich ernst nehmen, da da ein Blick auf den Kontoauszug als Beleg reicht. Von mir aus auch Protest gegen die Einschränkung von persönlicher Freiheit.

Aber das sonstige vielstimmige Geschwurbel rührt zumeist von dem eklatanten Irrtum her, das die eigenen Ansichten so kostbar und schützenswert sind, das man diese immer ernst nehmen muss. Oder gleichberechtigt neben Tatsachen stehen lassen muss.

Doe meisten die ich gesehen habe waren - sorry - Verirrte. Leute denen schon die StVo eine Qual ist oder das man heilende Steine und Chemtrails für Nonsens hält. Daraus Widerstandsrecht gegen den Staat abzuleiten erfordert eine dialektische Akrobatik die sich m.E. selber widerlegt.

Viele sind entweder Querulanten erster Güte, die ich nicht ernst nehmen kann.

Franz Bettinger

23. Mai 2020 13:30

Pardon, wenn ich (wieder) krass formuliere, aber: Das Wort VT nehmen nur Dummköpfe in den Mund. Genauso könnte man von Stuhl- oder Tisch-Theoretikern sprechen. Diese seltsamen Typen glauben, es gäbe so was wie Stühle oder Tische. Dabei ist doch klar, dass es beides nicht gibt. Es sind Konstrukte, denn man kann einen Stuhl auch als Tisch benutzen und umgekehrt. (Sarkasmus Ende)

Jedem Terroranschlag liegt eine Verschwörung zugrunde. Auch 9/11, den Anschlägen in Madrid, Bali, Istanbul, London und im Bataclan von Paris. Und auch allen Kriegen (W. Bush gegen Saddam, Obama gegen Gaddafi…). Etwas anderes ist gar nicht denkbar. Die Frage ist nicht, ob es sich um eine Verschwörung handelt; das ist bei Politik generell immer der Fall, sondern wer die Verschwörer sind.

Der Konter etwa so: Sind Sie ein Verschwörungs-Leugner? Also ein Offenkundigkeits-Theoretiker? Einer der glaubt, dass es keine nicht-öffentlichen, also geheimen Absprachen gibt? Echt jetzt? 

Mir ist momentan, als sei ich nach langem Schlaf erwacht und stelle fest, dass ich der einzige Mensch bin inmitten von Affen. Ich meine die leider zahlreichen Zeitgenossen hier in Neuseeland, die noch weit mehr (so scheint mir) an das glauben, was ihnen von oben aufgetischt wird. Man vereinsamt. Und schätzt um so mehr diejenigen, die noch klar sehen. Viel sind’s nicht. 

Ronny Licht

23. Mai 2020 14:18

@Zeitschnur (23. Mai 2020 10:52)

Ich stimme Ihnen nur teilweise zu. Denn ich habe zumindest wenig "tieferen Einblick in die Forschungslage zur Vernichtung der Juden während des 2. Wks.".

Aber wenn Sie schreiben " Es wurden diese eben nicht vorher lange angekündigt oder niedergeschrieben.", dann steht die Frage nach dem "Wann vorher" im Raum.

Denn auch wenn die ersten Deportationen (heute „Remigration“ genannt) und der systematische Massenmord und erst ab Herbst 1941 begann und das Zeitfenster für (Vor-)Wissen nach aktueller Kenntnis klein ist, kam es doch Parallel zum politischen Vorhaben, Juden aus der Gesellschaft auszuschließen und sie aus Deutschland zu vertreiben, seit der Einrichtung erster Konzentrationslager für "politische Gefangene" ab 1933, sehenden Auges zur Akzeptanz der Verfolgung von Juden im "Reich": Boykott, Rassengesetze, "Arisierung" und weitere Drangsalierungen, Entrechtungen sowie zu Verfolgung und Gewalt.

Neben Hitlers Rede am 30. Januar 1939 und der Drohung der "völligen Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" gibt es bereits wenige Monate zuvor, im November 1938 durch Ernst von Weizsäcker gegenüber dem Schweizer Botschafter in Paris die Äußerung: "Wenn, wie bisher, jedoch kein Land bereit sei, sie aufzunehmen, so gingen sie eben über kurz oder lang ihrer vollständigen Vernichtung entgegen.".

Götz Kubitschek

23. Mai 2020 15:37

Thema verfehlt, Leute. Badeschluß.

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