12. Juni 2020

Netzfundstücke (53) – Gärung, Nebenan, Huhn

Jonas Schick / 21 Kommentare

»Frau Steinbach ist die Kontrolle entglitten.«

Während die »westliche« Welt im #BlackLivesMatter-Taumel die nächste Stufe ihrer Selbstzerfleischung bei zeitgleich wahnhafter Entrückung nimmt, gärt es auch an anderer Stelle munter weiter. Der Streit um die Ausrichtung der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES), der mit der windigen Abwahl von IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert in seine entscheidende Phase ging, ist noch lange nicht zu Ende gefochten.

Das hängt zum großen Teil damit zusammen, daß es bei diesem offen ausgetragenen Hick-Hack nicht nur um reine Stiftungsbelange geht, sondern die Partei als Ganzes betrifft und wieder einmal die Frage aufwirft »Quo vadis AfD?« Willst du eine wirkliche Alternative sein oder lediglich eine WerteUnion 2.0, die als »konservatives« Koalitionsfeigenblatt den Mehrheitsbeschaffer für die CDU gibt?

Für DES-Vorstandsmitglied Dr. Jan Moldenhauer ist die Sache indes klar; für ihn kommt nur Option Eins – die AfD als eine grundsätzliche Alternative – in Frage, wie er im Interview mit den österreichischen Kollegen vom Freilich-Magazin deutlich macht. Außerdem wirft er ein Licht auf die machtpolitischen Interessen der Stiftungsvorsitzenden Erika Steinbach. Hier geht es zum Moldenhauer-Interview.

Mittlerweile hat Freilich im Fall »DES« nachgelegt und nun auch der stellvertretenden AfD-Bundessprecherin, Alice Weidel, zu den Vorgängen in der Stiftung ein paar Fragen gestellt. Ihre Antworten lesen Sie hier.


Wie man zu dem Menschen wird, der Frau Steinbach mißfällt und dem BRD-Verfassungsschutz ein Dorn im Auge ist, das zeigt das neuste Buch des Verlag Antaios, Das Buch im Haus nebenan.

Hierin erzählen Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Erik Lehnert, Thorsten Hinz, Benedikt Kaiser, Martin Lichtmesz, Martin Sellner, Heino Bosselmann und Caroline Sommerfeld von ihren Lektüreerlebnissen, »die Impfungen gleichen«. Jeder Autor stellt fünf dieser »Impfungen« vor.

Indes hat Sezession-Literaturredakteurin Ellen Kositza den Sammelband auf dem kanal schnellroda vorgestellt:

Das Buch kann direkt hier bei Antaios, dem größten konservativen Versandbuchhandel, bestellt werden.


Zum Schluß: Was wären die Netzfundstücke ohne einen ökologischen Drall? Etliche Ausgaben dieser nun doch schon länger als ein Jahr laufenden Kolumne enthalten mindestens ein Fundstück, das sich mit der Umweltkrise unserer industriellen Gesellschaften auseinandersetzt.

Zum einen liegt das zweifelsohne daran, daß wenn ich Zeit für Netzstreifzüge habe, ich vermehrt im Kosmos meines Lieblingsthemas umherschweife, zum anderen rührt das aber auch daher, daß der Google- bzw. YouTube-Algorithmus meine vermeintlichen Vorlieben gefüttert sehen möchte und mir eine ökologische Digitalblase fabriziert.

Außerdem kennt YouTube meine Vorliebe für ARTE-Dokumentationen. Diesen Mechanismus erkennend wollte ich diesmal ganz gezielt aus diesem Teufelskreis ausbrechen - nicht völlig, aber zumindest etwas.

Eigentlich wollte ich Ihnen die Netflix-Naturdokumentation Unser Planet ans Herz legen, von der alle Teile im englischen Original mit deutschem Untertitel bei YouTube verfügbar sind. Blendet man einmal den spätestens ab der 3. Folge extrem nervigen Klimawandel-Weltuntergangston aus, den Erzähler David Attenborough jedesmal zum besten gibt, bietet die Dokumentation spektakuläre Natur- und Tieraufnahmen.

Doch dann machte mir der Algorithmus einen Strich durch die Rechnung und servierte mir eine ARTE-Dokumentation über die Eier- und Hühnerfleischproduktion in Deutschland und Europa, die die Thematik in ihre sämtlichen Einzelteile einschließlich der Wirtschaftsmigration aus Afrika nach Europa zerlegt. Interessiert angeklickt und bis zum Ende angesehen.

Ich habe mich jetzt dazu entschieden, Ihnen hier einfach beide Filme zu hinterlegen.

Zuallererst die Hühner:

Zuletzt Unser Planet:



Kommentare (21)

Ein gebuertiger Hesse

12. Juni 2020 09:06

"Wie man zu dem Menschen wird, der Frau Steinbach mißfällt und dem BRD-Verfassungsschutz ein Dorn im Auge ist, das zeigt das neuste Buch des Verlag Antaios, Das Buch im Haus nebenan."

Bester Werbespruch seit langam. Jeder Outlaw mit dem rechten Herz am rechten Fleck sollte sich angesprochen fühlen.

 

bb

12. Juni 2020 09:25

Arte Dokumentationen waren auch der Anfang meiner Radikalisierung. Leider sind die Schlussfolgerungen immer gleich:

  • Dies braucht ein staatliches Siegel
  • Jenes muss bis ins Detail durch die EU reguliert werden
  • Dort muss der Staat stellen schaffen, um die Kontrollen auszuweiten
  • Hier muss der Staat dringend Mittel zur Verfügung stellen
  • Dafür brauchen wir eine globale Lösung
  • Steuern müssen erhöht werden, um xyz zu fördern

In der Analyse von Problemen sind diese Dokumentationen gut gemacht, wenn auch oft zugespitzt und einseitig. Bei der Lösungsfindung jedoch stets darauf bedacht, den Staat als Übervater in den Köpfen der Zuschauer zu verankern. Gruselig.

Glast

12. Juni 2020 10:41

Ein gebuertiger Hesse

Ein "Outlaw mit dem rechten Herz am rechten Fleck" sitzt nicht im Vorstand einer Parteistiftung. 

RMH

12. Juni 2020 11:12

Mich interessieren die Grabenkämpfe innerhalb der AfD und ihrer parteinahen Institutionen nicht mehr.

Wie man glaubhaft über diesen Dingen stehend konsequent die etablierten Politiker ein ums andere Mal konsequent angeht, zeigt "indes" (was ist das für ein Modewort hier auf dieser Seite geworden?) der wackere Gottfried Curio. Zuletzt mit seinem Statement zu BLM (leicht zu finden auf youtube). Aber so einer bekommt dann am Ende nicht die Mehrheit für einen Sitz im Vorstand zusammen, da er mehr in der Sache tätig ist, als beim Sammeln von Truppen - da fehlten sicher auch Stimmen vom "Flügel".

Zusammengefasst: Spart es Euch. In allem, was ihr außerhalb der AfD und ihrer Institutionen tut, macht, sagt, veröffentlicht, seit ihr tausendmal besser, als mit jeder dann doch irgendwie befangen wirkenden Veröffentlichung oder Link-Sammlung zu solchen Themen oder sonstigen Äußerungen im Zusammenhang mit der AfD.

Der_Juergen

12. Juni 2020 12:20

@RMH

Mir geht es allmählich wie Ihnen; auch mich interessieren die Grabenkämpfe in der AFD kaum noch. Das Versagen der Partei in der Corona-Krise und der Rauswurf von Andreas Kalbitz (gegen den es nebenbei einiges einzuwenden gibt; ich denke an seine schmählichen Angriffe gegen die IB sowie seine windigen Ausflüchte bezüglich seiner Mitgliedschaft bei den Reps) haben uns vor Augen geführt, dass von dieser Seite nicht mehr viel zu erwarten sind. Selbstverständlich hat die AFD in den Parlamenten achtbare Arbeit geleistet; Leute wie Dr. Curio oder auch Alice Weidel haben den Lumpen immer wieder empfindlich auf die Finger geklopft. Doch wer meint, Wahlen würden in diesem Staat noch Grundsätzliches verändern, tut mir leid. Wenn ein Wandel zum Guten kommt, dann auf anderem Wege. Dann werden die vielen ehrlichen AFD-Mitglieder, werden Menschen wie Björn Höcke dringend gebraucht werden, aber an einer anderen Front als der parlamentarischen.

Ein gebuertiger Hesse

12. Juni 2020 12:21

@ Glast

"Ein 'Outlaw mit dem rechten Herz am rechten Fleck' sitzt nicht im Vorstand einer Parteistiftung."

Das mag leider so sein. Aber solch einem Vorstand dürfte die Bewerbung des Antaios-Titels auch gar nicht gelten. Denn würde der Vorstand hier mitlesen, wüßte man's schon aus einem Grund: er träfe dann nämlich weitaus bessere Entscheidungen als die im obigen Artikel beleuchteten.

Maiordomus

13. Juni 2020 14:43

Wie an anderer Stelle schon mal angedeutet, wurde einer der drei wohl intellektuell stärksten und akademisch hochausgewiesenen Politiker der AfD, vom diesbezüglichen Leistungsausweis auch mit Frau Steinbach nicht zu vergleichen, seinerseits aus dem Stiftungsrat einer konservativ-akademischen Stiftung ohne Federlesens ausgeschlossen bzw. ausgebootet. Es wurde darum, möglicherweise im beiderseitigen Interesse, kein Lärm gemacht. Dieses stille "Schlucken" ist nicht immer richtig, muss aber im Einzelfall nicht falsch sein.

eike

13. Juni 2020 17:49

Enttäuschendes bla-bla von Frau Weidel. Den Klick hätte man sich sparen können.

Maiordomus

13. Juni 2020 21:34

PS. zum Stillesitzen. Dies ist in einem speziellen Einzelfall möglicherweise richtig, aber ganz sicher nicht im "allgemeinen Fall". Von Bedeutung bleibt, etwa in Fällen von Mobbing, zumal die Nerven nicht zu verlieren. Und es ist auch möglich, sich als exponierte Person von einem Posten zurückzuziehen, zum Beispiel zugunsten einer weniger exponieren.

Alexis

13. Juni 2020 22:00

@RHM und Der_Jürgen

Sie sollten ihre Position zur AfD noch mal gründlich überdenken.

Die AfD ist derzeit die bedeutendste rechte Kraft in der Bundesrepublik. Mehr noch sie ist die einzig relevante rechte Kraft in der Bundesrepublik.

Sie hat eine größere Öffentlichkeitswirkung als die Sezession, die Junge Freiheit, PI-News und alle anderen "alternativen" Medien zusammen.

Wenn es Meuthen und seine Gefolgschaft also die AfD übernehmen, die Partei zu einer FDP 2.0 umbauen und damit zu einer "kontrollierten Opposition" machen, dann ist nicht nur die Alternative tot - sondern nahezu die gesamte deutsche Rechte ist tot.

Dann können unsere Eliten ihre Arbeit zu Ende bringen und in aller Ruhe, ungestört von jeglicher wahrmehmbaren Kritik oder  Opposition, die Deutschen zur Minderheit im eigenen Land verdrängen.

 

Und diesen "Wandel zum Guten", der auf anderen Wegen als Wahlen erfolgen soll, wird es niemals geben. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht noch nicht mal die geringste Notwendigkeit für irgendeinen Wandel. Erst muss ein Wandel im Bewusstsein erfolgen, ehe ein Wandel in der Politik erfolgen kann. Und genau für diesen Bewusstseinwandel braucht es eine AfD - eine klar rechte, aktive AfD, die ihre Öffentlichkeit nutzt, um die Deutschen aufzuklären.

 

Fortsetzung folgt

Alexis

13. Juni 2020 22:00

Fortsetzung:

Schon heute leistet die AfD einen mehr als unzureichenden Widerstand - dank Meuthen. Denn die AfD in weiten Teilen lahmzulehmen und zu sedieren, das haben Meuthen und seine Freunde  bereits geschafft. Die AfD schafft es noch nicht mal mehr überhaupt klar auszusprechen, dass die Deutschen zur Minderheit im eigenen Land zu werden.

Es geht bei den Grabenkämpfen in der AfD nicht nur um die Zukunft der AfD sondern in letzter Konsequenz um die Zukunft des deutschen Volkes.

Wahrheitssucher

14. Juni 2020 00:26

@Alexis

„Es geht bei den Grabenkämpfen in der AfD nicht nur um die Zukunft der AfD sondern in letzter Konsequenz um die Zukunft des deutschen Volkes.“

Absolute Zustimmung! Wobei der Beitrag der AfD eben der des parlamentarischen Weges ist. Die Grabenkämpfe würden in doppelter Hinsicht destruktiv wirken, wenn dadurch auch noch die Wohlmeinenden das Interesse verlieren.

Lotta Vorbeck

14. Juni 2020 01:44

@Alexis - 13. Juni 2020 - 10:00 PM

"Die AfD ist derzeit die bedeutendste rechte Kraft in der Bundesrepublik. Mehr noch sie ist die einzig relevante rechte Kraft in der Bundesrepublik.

...

Und genau für diesen Bewusstseinwandel braucht es eine AfD - eine klar rechte, aktive AfD, die ihre Öffentlichkeit nutzt, um die Deutschen aufzuklären."

---

+ Ist es "rechts", wenn große Teile der Funktionäre dieser Partei alles daran setzten, als Surrogat der Kohl-CDU reüssieren zu wollen?

+ Leute, die nicht aufgeklärt werden wollen, wird auch die AfD nicht aufklären.

Um etwas zu bewegen, fehlt ein metapolitisches Vorfeld.
Dieses Feld wird von der in den Denkschablonen der Bonner-BRD gefangenen AfD bisher weder erkannt, noch beackert oder gar bestellt.
 

Andreas Walter

14. Juni 2020 04:31

Die Dokumentation von Arte ist bis auf den unehrlichen Blick nach Afrika ein wirklich gelungener Film. Zu dem begleitenden politischen Hickhack gibt es allerdings auch unterschiedliche Meinungen.

Ich selbst habe noch hunderte Legehennen in Käfighaltung fast jeden Morgen gefüttert, während meines Praktikums in den 80ern. Im Vergleich auch zu unseren Hühnern auf der Farm in Mexiko eine wirklich traurige Angelegenheit. Doch selbst die Bodenhaltung wie im Film gezeigt überzeugt mich nicht. Ich weiß darum auch, was Hühner wünschen und das ist auch das, was Peter Meister ihnen bietet. Absolut vorbildlich. So könnte daher tatsächlich die Zukunft aussehen. Wer es sich leisten kann sollte darum wirklich nur Eier der Klassen 0 und 1 kaufen.

Sobald ihm aber eines Tages die Hühner geklaut werden so wie Kühe den Farmern in Südafrika wird auch Peter Meister verstehen, warum Artamanen die besseren Ökos sind. Was nämlich mit Afrika nicht stimmt oder warum auch Brot für die Welt unehrlich ist, sich selbst belügt und darum auch alle anderen. Auch Afrika sollte daher aufhören, sich etwas vorzumachen.

Andreas Walter

14. Juni 2020 06:12

Ein grosser Teil der Afrikaner würde ohne die vielen billigen Nahrungsmittelimporte aus dem Ausland schlicht verhungern. Hätte Afrika daher nicht auch noch Rohstoffe würde sich heute kein Weißer und auch kein Asiate mehr für den Kontinent interessieren.

Hätte der ANC in Südafrika den Buren wenigstens Teilgebiete oder ein Teilgebiet zugesprochen, wäre das die grösste Blamage der Afrikaner in der Geschichte vor der Welt geworden. Allerdings auch für alle Marxisten auf der Welt.

Aus welchen Gründen auch immer, manchmal bedingt eben auch das Eine das Nächste, ist Afrika von Afrikanern nur bis zu einem bestimmten Grad zu entwickeln, ist auch Wakanda darum nur eine Illusion.

Diese Gründe haben dort nämlich auch schon lange vor der Zeit existiert, bevor die Weißen überhaupt nach Afrika kamen. Auch schon lange vor dem transatlantischen Sklavenhandel.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e7/African-civilizations-map-pre-colonial.svg/2000px-African-civilizations-map-pre-colonial.svg.png

Afrika befand sich daher (mit Ausnahme von Nordafrika) schon immer im Zustand einer Stammesgesellschaft (wovon sogar bis heute die unglaublich vielen Sprachen dort zeugen). Ähnlich wie auch in Nordamerika die Indianerstämme bis zur Kolonisierung oder wie selbst die vielen "germanischen", "nordischen" (indogermanischen?) Stämme in Nordeuropa, die nicht von Rom unterworfen wurden.

 

Andreas Walter

14. Juni 2020 06:59

Es gibt/gab darum auch nur eine einzige antike Hochkultur auf dem ganzen Kontinent, obwohl dort angeblich sogar die Wiege, der Anfang der Menschheit liegen soll. Zählt man auch noch die in Äthiopien dazu wären es theoretisch zwei, doch ich vermute, ich bin mir ziemlich sicher, dass die in Äthiopien lediglich ein Ableger Ägyptens ist, die sich dann selbständig, zumindest für eine Zeit, weiterentwickelt hat. Ägypten war daher, wenn man so will, lange Zeit das "Rom Afrikas" und Äthiopien später sein “Konstantinopel“.

Die Dokumentation von Arte zeigt aber auch, dass sich manche westafrikanische Staaten gegen solche Importe zu wehren versuchen. Was ich grundsätzlich erstmal für richtig halte, doch dann anscheinend höhere Preise nach sich zieht.

So, und jetzt wird es wieder kompliziert, warum das so ist, und darum reichen 1.500 Zeichen nie, um “die Welt“ zu erklären.

Weil Landwirtschaft in Afrika oft nicht einfach und effizient ist, wegen dem Klima, aber auch aus Mangel an Kapital (für Maschinen, Techno, usw.). Doch auch Kapital geht eben nicht gerne dorthin, wo man gehasst wird, wenn nicht trotzdem enorme Gewinne winken. Teufelskreis.

Maiordomus

14. Juni 2020 08:12

@Alexis. Obwohl Sie richtig einschätzen, dass die Partei stärker wahrgenommen wird als die Rechtspublikzistik (wobei ich die rechtsalternativen Institutionen zwar konstruktiv einschätze, aber keineswegs mit einer Rechthabergewerkschaft verwechselt sehen möchte  wegen Sektiereranteil), gehen Sie fehl, wenn Sie die AfD  "lahmschreiben". Es gibt nun mal mit Curio, Krah, Jongen, Fest jun. u.a. durchaus differenzierungs- und artikulationsfähige Stimmen, die eine andere Liga darstellen als das "Kommentariat" hier, unter denen es bei Respektierung vieler ihrer Auffassungen  auch entweder Gescheiterte gibt oder solche ohne praktische brauchbare politische Erfahrungen. Auch kann man Leute, welche in Sachen Bandbreite etwa den Rang von Frau Weidel nicht einschätzen können, ebenso wenig gebrauchen wie diejenigen, die einen Höcke bei aller Kritik nicht fair zu würdigen vermögen. Ohnehin kann kein Land von einer Partei "gerettet" werden.

Andreas Walter

14. Juni 2020 10:03

Unbegreiflich:

https://youtu.be/wPSM9NdilyU

Lagos ist die Primatstadt von Nigeria und Nigeria gehört zusammen mit Südafrika zu den zwei reichsten Ländern Afrikas nach GDP:

https://www.africanews.com/2016/08/10/s-africa-beats-nigeria-to-become-africa-s-biggest-economy-bloomberg/

Nigeria hat heute 206 Millionen Einwohner, 1950 waren es noch 38 Millionen (+440%).

Südafrika hat derzeit 59 Millionen Einwohner, 1950 waren es noch 14 Millionen (+320%).

Deutschland hatte 1950 noch 69 Millionen Einwohner, heute sind es 83 (+20%).

Der Bedarf an Hühnerfleisch dürfte daher in Afrika wesentlich höher sein als in Europa. Würde das aber teuerer werden, würden noch weniger Afrikaner auch Huhn essen, wäre womöglich bushmeat dann sogar billiger, mit den entsprechenden Folgen für die dort noch heimischen Wildtiere:

https://www.welt.de/vermischtes/article131338324/Affenfleisch-bringt-Geld-macht-satt-und-toetet.html

Das billige Fleisch der Suppenhühner aus Käfighaltung auch aus Europa ist für Afrika daher sogar Artenschutz, nicht nur zum Teil Ernährungsgrundlage.

Der_Juergen

14. Juni 2020 10:49

@Alexis

Ich respektierte Ihre Einstellung, bitte Sie jedoch, folgendes zu bedenken:

Ein Bewusstseinswandel der Deutschen sei nötig, schreiben Sie. In der Tat! Wenn die Umfragen halbwegs stimmen, würden heute 42% der Neuwähler ihre Stimme den Grünen geben und 40% der Gesamtbevölkerung der Union. Da die SPD, die Linkspartei  und die FDP "Schakale vom gleichen Hügel" sind, wie der Chinese sagt, heisst dies, dass satte 90% der Deutschen für ihre Abschaffer stimmen wollen. Ein Bewusstseinswandel, der viele Jahre und mehrere Legislaturperioden andauert, bringt nichts mehr, da die Deutschen bis dann zur Minderheit im eigenen Land geworden und irreversible Tatsachen geschaffen worden sein werden; als Notlösung käme höchstens noch die Sezession der östlichen Bundesländer in Frage. Dank der planmässigen Zerstörung der Wirtschaft kommt der Bewusstseinswandel aber sehr rasch; in einem halben Jahr werden Millionen auf der Strasse stehen, und es wird sich herausstellen, dass die Sterblichkeit nicht oder nur wenig über dem Durchschnitt lag. Dann gibt es prinzipiell nur zwei Wege: Entweder das System führt die lange geplante offene Tyrannei ein, oder es gibt einen Volksaufstand. Wahlen werden nicht das geringste ändern; selbst wenn die AFD 30% erhielte, würden sich die anderen Parteien gegen sie zusammenschliessen.

Alexis

15. Juni 2020 03:31

@Lotta Vorbeck

+ Ist es "rechts", wenn große Teile der Funktionäre dieser Partei alles daran setzten, als Surrogat der Kohl-CDU reüssieren zu wollen?

Wenn das so ist, dann ist bereits eingetreten, wovor ich in meinem Beitrag gewarnt habe - nämlich, dass die Rechte tot ist.

Um etwas zu bewegen, fehlt ein metapolitisches Vorfeld.
Dieses Feld wird von der in den Denkschablonen der Bonner-BRD gefangenen AfD bisher weder erkannt, noch beackert oder gar bestellt.
 

Mag durchaus sein, dass dies für Teile der AfD zutrifft. Insbesondere für Meuthen und die Funktionäre, die sich hinter ihm versammeln. Aber es gibt auch andere Personen in der AfD.

Gerade Björn Höcke hat die Bedeutung des metapolitischen Vorfeld sehr wohl erkannt und dessen Bedeutung hervorgehoben.

Deshalb ist auch so wichtig, dass er und Gleichgesinnte endlich das Kommando in der AfD übernehmen - und die stratische Führung. Und das endlich jene Personen, die ihn in die zweite Reihe der Partei verdrängt haben, obschon sie selbst nicht ansatzweise sein intellektuelles und analytisches Format besitzen, entmachtet werden.

Alexis

15. Juni 2020 03:53

Maiordormus

Obwohl Sie richtig einschätzen, dass die Partei stärker wahrgenommen wird als die Rechtspublikzistik (wobei ich die rechtsalternativen Institutionen zwar konstruktiv einschätze, aber keineswegs mit einer Rechthabergewerkschaft verwechselt sehen möchte  wegen Sektiereranteil), gehen Sie fehl, wenn Sie die AfD  "lahmschreiben". Es gibt nun mal mit Curio, Krah, Jongen, Fest jun. u.a. durchaus differenzierungs- und artikulationsfähige Stimmen

Ich bezweifle gar nicht, dass die AfD einige artikulationsfähige Stimmen, wie Sie es nennen. Aber das hilft nichts, wenn diese Personen nicht "die Massen erreichen", kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten - nicht unbedingt aufgrund eigenem Verschuldens sondern aufgrund den Defiziten ihrer Partei - und der strategischen Unfähigkeit ihrer Parteiführung.

Selbst ein Gottfried Curio hat nur eine relativ kleine Reichweite. Die Videos von seinen Reden sehen vielleicht ein ein par hunderttausend Personen im Land. Das mag sich auf den ersten Blick vielleicht nach viel anhören, besonders im Vergleich zu den Auflagen rechter Publikationen, ist aber angesichts 83 Millionen BRD-Bewohnern nicht allzu viel.

Das ist keine Kritik an Curio. Ich denke, der Mann macht alles, was er im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann.

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