22. Juni 2020

Kritische Gelassenheit

Heino Bosselmann / 30 Kommentare

Wir erleben gerade einen sich eigendynamisch verstärkenden Prozeß linkspolitischer Fanatisierung.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession
Inwiefern sich diese Welle aus einer Unterströmung allgemeiner Verunsicherung erhebt, seit dem Frühjahr verstärkt von einer unklaren Infektionskrankheit mit gelegentlichen Komplikationen, die zur Jahrhundertseuche ausgerufen wurde, ist nur zu mutmaßen. Immerhin: Das große Sterben schien bevorzustehen; eine neue "Grande Peur" begann.

Das zeigt den hypochondrischen Sensibilismus einer Gesellschaft, die früher ganz andere Risiken durchstand, ohne die Volkswirtschaft abzuschalten und Ausnahmenzustände auszurufen. Immer wieder fällt einem das Weltende-Gedicht Jakob van Hoddis‘ ein, insbesondere dessen zweite Strophe:

„Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen/An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken./Die meisten Menschen haben einen Schnupfen./Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.“

Dieses Gedicht erschien drei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, einer – im Gegensatz zur „Corona-Krise“ – tatsächlichen Katastrophe, deren Erschütterungen deutlich bis in die Gegenwart spürbar sind.

Was wir jetzt beobachten, ist eine so unheimliche wie faszinierende Kollektiv-Neurose, vielleicht als Vorzeichen eines Umbruchs oder mindestens weiterer Dynamisierung:

Zum einen wird vehement immer mehr Gerechtigkeit im Sinne von "Teilhabe" gefordert und verkündet, so als könne, ja müsse jedem Bedürfnis entsprochen werden, und zwar frei von Gegenleistung. Es reichen für "Nachteilsausgleiche" allein die "Bedarfe", um deren Erfüllung zu verlangen und gewährt zu bekommen. Geschieht das nicht, wird der Vorwurf der Diskriminierung erhoben. Die vermeintliche Würde des Einzelnen garantiert mittlerweile nicht allein seine Rechtssicherheit, sondern gilt als hinreichender Grund für die Realisierung maximierter Bedürfnisbefriedigung. Der "Corona-Sozialismus" neuer Mittelvergaben und indirekter Umverteilungen verstärkte diese Erwartung.

Zum anderen blasen die selbsterklärt „Anständigen“, verunsichert und gerade nicht selbstgewiß, mit staatlicher Unterstützung ein Gespenst auf. Eher schon psychotisch als nur neurotisch wird es, wenn sie diese Fiktion als real ansehen: Der innere Frieden wäre von Ultrarechten und Rassisten bedroht, denen subversiv-perfide Populisten und Verschwörungstheoretiker den Boden bereiten. Die Demokratie ist in Gefahr!

Darin, also in der eigenen Verschwörungstheorie, besteht Konsens vom Bundespräsidenten bis zur Antifa. Die Exekutive, die seit ihren Corona-Verordnungen vor Kraft kaum laufen kann, setzt den Verfassungsschutz gegen jene ein, die sich nicht umstandslos in die neue Volks- und Einheitsfront einzuordnen bereit sind. Man ist angeblich tolerant, ja, man war nie toleranter, aber mit einer wirklichen Opposition möchte man besser nicht leben, denn die wäre selbst gegen die Toleranz.

In Richtung des linken Extrems kann es dagegen gar nicht radikalidiotisch genug laufen. Selbst die Regierung wäre wohl mit Applaus dabei, wenn mit neulinkem Revisionsbedürfnis etwa Bismarck- oder Kriegerdenkmäler geschändet würden, weil man darin endlich imperialistische oder rassistische Symbole erkennen möchte. Mag sein, das geschieht schon nächste Woche.

Zunächst war gerade in Halle (Saale) die Mohren-Apotheke dran. Rassismusverdacht, klar. - Mindestens sollen künftig "die Nachfahren kolonialisierter Menschen" entscheiden, wie mit "Kolonialdenkmälern" umzugehen ist, so der Staatsbürgerkunde-Funk.

Die Linke leidet halbbewußt daran, daß sie ihren "demokratischen Sozialismus" gar nicht erkämpfen mußte, sondern von ihrem Feind, dem Kapitalismus in demokratischer Gestalt, geschenkt bekam - und dafür bereit ist, möglichst teuer shoppen zu gehen und so für Wachstum zu sorgen. Die Einsicht, daß der Kapitalismus für alles, was sie sich je wünschte, besser zu sorgen versteht, als es sozialistische Staaten je hinbekamen, deprimiert die Linke zutiefst. Zudem ist sie in lichten Momenten von ihrer Übereinstimmung mit den Neoliberalen selbst irritiert: Beide propagieren Globalismus und „Weltoffenheit“.

Weil sie sich aber trotz ihrer Korrumpierung erst recht als kämpferisch verstehen wollen, bedürfen Linke und Grünalternative neuer Gegner. Dafür bietet sich der Kulturkampf an, sehr komfortabel, insofern die Linke dabei bis in die Regierung hinein die Feindbilder bestimmen und ideologisch Regie führen kann.

Aktuell darf sie sich in Bilderstürmerei profilieren, weil sie dem Staat und dessen Deutungsbehörden als Stoßtrupp der "Mitte" gilt. Billig zu haben, zumal geschichtliche Zeugnisse sich nicht wehren und die radikalen Horden nichts zu fürchten haben, wenn sie nur eine politisch konsensfähige Erklärung abliefern.

Sobald sich etwas als rassistisch, imperialistisch, faschistisch, sexistisch usw. usf.  gekennzeichnet findet, ist es fällig, schon weil niemand dem zu widersprechen wagt, um dann nicht selbst als Rassist, Imperialist, Faschist und Sexist zu gelten. Ein Ritual wie in Diktaturen, die Grundüberzeugungen okroyieren. Wer kritisch nachdenkt und seinen Unmut gegen das ikonoklastische Umbenennen, Übermalen und Umstürzen äußert, läuft schnell Gefahr, als Nazi stigmatisiert zu werden.

Mag auch sein, er wird tatsächlich gefürchtet, der neue Faschist – allgemein als starke Persönlichkeit, die renitent gegenhält, wo alle anderen artig Bekenntnisse abgeben. Ein kritischer Satz vermag bei der Herrschaft Allergieschübe auszulösen, während ihr der linke Vandalismus gegenüber dem historischen Erbe der Nation nicht nur einerlei ist, sondern Beifall erhält: Seht unsere Jugend! Sie steht nicht nur wacker gegen fossile Energieträger auf, sondern ebenso gegen das Böse aus unserer so unheilvollen Vergangenheit!

Verschuldet die Schule als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auch manch Defizit im Wissen und Können, Geschichtsvergessenheit sowieso, für die richtige Haltung bzw. Anpassung versteht sie eindrucksvoll zu sorgen. Daher soll sie auf Vorschlag Klaus Hurrelmanns bereits mit sechzehn oder gar vierzehn Jahren wählen dürfen.

Was tun? –

Zwei Optionen: Entweder man findet innerhalb der formal noch funktionierenden Demokratie den Mut und Mumm zu einem ideell-gedanklichen Widerstand mittels produktiv-provokanter Entgegnungen, für die es u. a. hier bislang einen diskursbelebenden Ort gibt, ober man zieht sich im Sinne einer tätigen Verweigerung zurück, indem man das Seine tut und so „von unten auf“ wirkt, einfach in seinem Lebensbereich.

Beide Wege sind ehrenwert, so man sich kritisch prüft, dann aber fest und offenen Visiers positioniert. Ein klares Wort, hier publiziert, hat zudem sogleich die gesamte Aufmerksamkeit der Staatsorgane, so wie noch nie. Wann wurde man je direkt zum Verfassungsschutz durchgestellt? Man kann das ohne Zynismus als einen gewissen Luxus auffassen. Was in Schnellroda erscheint, wird bei den hochempfindlichen Sicherheitsbehörden gegenwärtig vermutlich interessierter und gründlicher gelesen als das, was die dicken und weitgehend angepaßten Zeitungen bringen. Wer also eine zweite Lesart als Alternative zum Verlautbarungsjournalismus sucht, der ist hier richtig. Woanders muß er suchen oder - wie in der DDR - mit seismographischer Aufmerksamkeit zwischen den Zeilen lesen.

Ansonsten: Rückzug, Beschränkung, Konzentration auf das Eigene und den engeren Kreis hat Charakter und zeigt die Kontur der Unterscheidung. Nirgendwo kann man sich so verfeinern wie im eventfreien Abseits und im vermeintlich Unbedeutenden. Zeiten der Repressalien sind Zeiten der stillen Bünde, die sich versammeln, ohne viel Aufhebens um sich zu machen. Das gilt von der Bundschuh-Bewegung der Bauernkriegszeit bis zu den Oppositionellen im Ostblock. - Waren die nicht links? Nein, sie waren oppositionell; sie lasen und dachten auf verschiedene Weise das Unverordnete.

Um den Heroismus des Wortes „Untergrund“ zu vermeiden: Im Abseits ist man weitgehend unabhängig und frei. Martin Luther kam aus Perspektive der damaligen Eliten ebenso vom Rande der Welt wie später Immanuel Kant; Arthur Schopenhauer ging lieber nachdenklich mit seinem Pudel spazieren als sich zu „exponieren“, weil er sich nach genauer Selbstprüfung darin sicher war, im Gegensatz zu den philosophischen Stars seiner Zeit richtig zu liegen. Sie alle standen nicht in der Zeit, waren aber an der Zeit. Und selbst Albert Einstein hatte als Hauslehrer und als „Experte 3. Klasse“ im Patentamt Bern mehr Muße zum Nachdenken als die etablierten Physik-Professoren an den Universitäten, die eine schon totgeglaubte Wissenschaft verwalteten, hohe Gehälter einstrichen, die Relativitätstheorie verlachten - und längst vergessen sind.

Also: Abgrenzen, Unterschiede klären, die Stille suchen, um nachsinnen zu können, die richtigen Gefährten finden und – sich rüsten. Abwarten und Tee trinken muß nicht feige sein. Der Buddhismus etwa könnte längst über die Aufklärung triumphieren, aber dieser Gedanke käme ihm freilich nie.

Wer in die Politik drängt, läuft Gefahr, darin Schaden zu nehmen, zumindest geistig. Empfehlenswerter ist die Rolle des abständigen Beobachters. Nicht unbedingt der Herr sein wollen, sondern lieber Jacques der Fatalist. Nicht in den Strömen und Strudeln mitschwimmen, sondern: Sie nachdenklich betrachten. Dies sogar wohlwollend! Denn was wir beobachten, uns gut unterhaltend und dabei reifend, ist die menschliche Komödie, zu der wir alle unserer Art nach selbst gehören. Was wir dort an Schwächen erkennen, das sind unsere eigenen Schwächen. Deshalb wäre es arrogant und vermessen, sich über das politische Theater zu erheben. Man muß nur nicht unbedingt dazugehören wollen. Ein guter Platz im Zuschauerraum ermöglicht in Zurückgelehntheit tiefere Einsichten als das immer gleiche Spielen auf der großen Bühne.

Zwar gibt es im politischen Theater eine Partei, die die „Alternative“ im Namen führt, eine junge Partei sogar, allerdings zuweilen mit dem etwas ältlichen Gesicht kleinbürgerlicher Bräsigkeit. Das geht in Ordnung. Und ohne Frage stellt diese Partei in ihrem gesamten Spektrum eine Alternative dar – einfach schon aus dem Grund, weil alle anderen ihr diese Funktion zuschreiben, weil sie sie in die Rolle des Parias drängen und daher selbst ja definieren.

Wer sich als AfDler solcherart täglich in den Parlamenten und Medien anzinken läßt, wer neuerdings bespitzelt wird und sein Auskommen gefährdet, verdient schon für diese Haltung hohen Respekt. – Zwar gefährden rechtsstaatliche Verfassungsschutzorgane nicht die unmittelbar physische Existenz derer, die sie als Feinde auszumachen meinen, sie foltern ja nicht, aber sie vermögen dennoch Existenzen im bürgerlichen Sinne zu vernichten, indem sie per Verwaltungsakt etwa Vereinen die finanziellen Mittel nehmen.

Genau in dieser Richtung ist die Exekutive wohl unterwegs: Legalität ist nicht Moralität. So steril wie gegenwärtig konnten Bürokraten kaum je verfahren. Sie brauchen keine Knäste, die Finanzbehörden reichen aus. Mißliebige Gegner können heutzutage mit Mausklick erledigt werden.

Die AfD muß Pragmatismen folgen, insofern ja die Spielregeln der Politik zu akzeptieren sind. Man trivialisiert in der Politik also zwangsläufig, aber das Leben selbst ist nicht gleich geistreich, sondern, zum Glück!, meistens wohltuend trivial; mithin muß es auch der Politiker sein, der gesellschaftliches Leben neu gestalten will, wenn es sich denn überhaupt von der Politik wirklich gestalten läßt und nicht eher nach seiner Weise einfach so vital weiterwuchert, alle Widerstände nach und nach um- oder einwachsend.

Sich der öffentlichen Sache, der „res publica“, annehmen zu wollen, zwingt nun mal in die Parlamente, auf die Marktplätze und in die Bierzelte, vor allem aber ins Netz, also in die „sozialen Medien“, die heutige Agora. Klar, was dort zu erwarten ist. Nein, man sollte sich nie und nimmer darüber erheben, aber man muß es wissen, wie das Volk, der „große Lümmel“ (Heinrich Heine), so tickt. Markus Gabriel spricht mit Blick auf "Facebook" und andere Platt-Formen treffend von "Verfallsmedien", aber der Agitator muß seine Bühne eben dort aufrichten, wo "des Volkes wahrer Himmel" blaut.

In Wahrnehmung der öffentlichen Sache leidet die Politik an einem Dilemma: Es braucht sie, um die immer komplexeren Probleme des Zusammenlebens zu regulieren, ob nun demokratisch oder anders, aber das politische Geschäft selbst bedarf dafür gerade nicht der markigen Charaktere und großen Geister und ebensowenig der einfach nur Redlichen und Kenntnisreichen, die zudem lieber ihren Professionen treubleiben; es braucht vielmehr jene, die es aus eigenem Antrieb und Geltungsdrang wirksam in die Öffentlichkeit und auf die Podien zieht, mithin also bestenfalls Idealisten und schlimmstenfalls Narzißten. Beide sind nicht unproblematisch, aber anderen hört der „große Lümmel“ einfach nicht zu.

Fazit: Gegenüber der kulturevolutionären Großkampagne des Establishments der Berliner Republik, das sich des linksradikalen Radaus der Antifa-Garden als Unterstützung versichert und dessen utopistisches Menschenbild neuerdings autorisiert teilt, hilft zunächst gar nichts. Man kann sich dazu nur verhalten.

Man darf sich der AfD freuen, die bislang Alternativen bietet, aber die gar nicht auf Feinsinn, Intellektualität oder geistreiche Pointen aus sein darf, weil sie sonst nicht verstanden wird. Und die eben glauben muß, daß im Volk der gesunde Menschenverstand zu Hause ist. Schwer zu beweisen, ob das je zutraf, obwohl sich jede Demokratie genau diesen Glauben ja selbstsuggerierend als eine höchst fragwürdige „Grundvereinbarung“ aufzwingt und mit stereotypen Dauerbekenntnissen unterwirft, etwa dem Mythos vom "mündigen Bürger".

Man kann sich am ehesten noch wünschen, daß der konsequentere Teil der Alternative, der „Flügel“, sich in Disputation und Streit mitunter besser aufs Florett als auf den Säbel verstünde, daß dort also nicht allein der Typus des Volkstribuns geübt würde, der die große Geste vor allem für die Eigenwirkung beherrschte, sondern ebenso der inspirierende Nachdenker und scharfsinnige Redner. Aber eingestanden, der wiederum könnte in der „Politik als Beruf“ (Max Weber) nicht reüssieren; Wahlkämpfer sollten besser keine Essayisten sein.

Kann man Politik überhaupt ernstnehmen? Klar, insofern man den Menschen selbst ernstnimmt, was wiederum fragwürdig bleibt, wobei ein Nachdenken darüber tiefer greift, als Politik es könnte, wollte und sollte.

Was bleibt? Letztlich immer nur das Als-ob, also nicht viel. Daß es keine politische Rettung gibt, jedenfalls nicht im Sinne eines finalen Endzustandes, der schon als Gedanke unheimlich wäre, macht als Einsicht gelassen. Und nachdenkliche Gelassenheit erscheint gerade wichtig. Zumal Kritik, Impuls und Initiative derzeit sowieso von rechts ausgehen, weil allein zwischen rechts und den anderen die einzig noch deutliche Unterscheidung möglich ist.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (30)

Gotlandfahrer

22. Juni 2020 15:41

Danke für die Zeilen, die mir aktuell trotzdem ein wenig zu verkopft erscheinen.  Obwohl ich nichts Besseres zu bieten habe.  Höchstens diesen künstlerischen Hinweis:

https://www.youtube.com/watch?v=ynwza1cfSRE&list=PLuDGoPmNBft7Y99DIVA7QG9UpNgsq8oVJ

 

 

Lotta Vorbeck

22. Juni 2020 16:24

@Heino Bosselmann

"Also: Abgrenzen, Unterschiede klären, die Stille suchen, um nachsinnen zu können, die richtigen Gefährten finden und – sich rüsten. Abwarten und Tee trinken muß nicht feige sein."

---

Den von der Kette gelassenen Leviathan einfangen oder gar bändigen zu wollen, läuft auf dasselbe hinaus, wie das vorhersehbare Schicksal der in einer speziellen Schaukampfarena zur Bespaßung elitären Publikums völlig unzureichend bewaffnet gegen Löwen kämpfenden Gladiatoren.

Auf die richtigen Gefährten kommt es an.

Und darauf mit diesen Gefährten, möglichst weit abseits des Colosseums, möglichst geräuschlos, zum gegenseitigen Vorteil zu kooperieren.

Wer im "real existierenden Sozialismus", exekutiert in den Farben eines aus Wiebelskirchen im Saarland stammenden, gelernten Dachdeckers/Schalmeienspielers im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes aufwuchs, kommt diesbezüglich sozusagen aus der Zukunft.

Laurenz

22. Juni 2020 17:23

HB, wieder mal haben Sie spektakulär nüchtern den real existierenden, virtuellen Neo-Stalinismus in unserem Land beschrieben.

Es fehlt einfach noch an kollektiver Betroffenheit bei den Michels.

Sie, HB, haben Recht, wir brauchen nicht viel mehr zu tun, als der Linken zu helfen & die Angriffs-Ziele für Gewalt-Akte zu benennen. Wir brauchen Stuttgart überall, am besten da, wo die Reichen, das deutsche Großkapital lebt. Ahoi an die Antifanten unter den SiN-Lesern, die häßliche Stuttgarter Innenstadt ist doch langweilig, sieht nach der Randale nicht viel anders aus, als vorher. Der reaktionäre Feind lebt im Bad Homburger Hardtwald, Hamburg-Blankenese, Starnberger See, und in Düsseldorf an der Kö. Haut rein...

frdnkndr

23. Juni 2020 07:35

"Wer im "real existierenden Sozialismus", exekutiert in den Farben eines aus Wiebelskirchen im Saarland stammenden, gelernten Dachdeckers/Schalmeienspielers im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes aufwuchs, kommt diesbezüglich sozusagen aus der Zukunft."

Als jemand, der durch die Gnade der späten Geburt zwar nur einige wenige, dafür aber umso prägendere Jahre in der DDR erlebt hat, stimme ich (weitgehend frei von irgendwie geartetem Ossistolz) hier ausdrücklich zu und ertappe mich dieser Tage, 30 Jahre nach der Wende, so oft wie nie zuvor dabei, innerlich den Kopf zu schütteln ob der doch teils gravierenden Unterschiede bereits bei Wahrnehmung und Benennung von Ursache und Wirkung der vielen aktuell auf uns alle hereinprasselnden Ereignisse (und 'Events').

Unabhängig davon einen großen Dank an H.Bosselmann für einen erneut großartigen Text, der wie gewohnt zwar nur wenig wirklich Neues, dafür aber umso mehr gekonnt auf den Punkt bringt.

Laurenz

23. Juni 2020 07:54

@frdnkndr

das permanente & subtil Neue, ist die immer weitere links-totalitäre Eskalation. https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/wer-randalierte-in-stuttgart/ oder https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/ausschreitungen-in-stuttgart-bestellt-und-geliefert-wenn-regierung-zum-staatsfeind-wird/

Man agiert eben immer exzessiver. Der Unterschied zu DDR ist oder war, daß in der DDR Deutsch-sein kein Problem darstellte. Man hatte auch keine Hemmungen, die Volksarmisten in alten Wehrmachts- oder SS-Schnitten rumlaufen zu lassen, nur die Stoffe waren im real-existierenden DDR-Sozialismus von mehr billiger Qualität.

Unsere Generation stirbt aus, in 30 Jahren sind alle noch-DDR-Kenner tot. Das gilt eigentlich auf dem gesamten Planeten. Man wußte es, im Prinzip, weltweit, wenn die Deutschen es nicht schaffen, Karl Marx & Co. umzusetzen, dann schafft es niemand. Die Alt-Linken, im Alter Wagenknecht aufwärts, sind deswegen menschlich so zu verachten, weil sie genau wissen, daß es unter ihrer Knute ihrer Wähler-Klientel am schlechtesten geht.

Der_Juergen

23. Juni 2020 09:34

"Wir sollten gelassen warten, bis das System unter seinem eigenen Unrat zusammenbricht", schrieb der Italiener Paolo Giachini schon vor knapp zwei Jahrzehnten in seinem Nachwort zu einem grossen Buch. Ich verhehle überhaupt nicht, dass ich hämische Genugtuung über das Wüten der "Männergruppen" und "Partygäste" in Stuttgart empfinde. Das mag man als "Akzelarationismus" schmähen, aber ich bin natürlich nicht dafür, die Lage durch rechte Gewalttaten zu verschärfen; das wäre unendlich töricht. Gewalt nur zur Selbstverteidigung, unermüdliche Aufklärung der (hoffentlich wachsenden) Minderheit, die noch denken kann und will - das ist unsere Aufgabe. Natürlich kann es schiefgehen, und wir können alle hopsgenommen werden. Aber Leben ist gefährlich.

Laurenz

23. Juni 2020 09:49

Heute morgen ganz frisch, blanker linker Irrsinn beim

Relotius....  https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/manchester-flugzeug-fliegt-mit-rassistischer-parole-ueber-stadion-a-12b4697c-e0bb-4a3a-96cc-e8324c3ba208

Was soll daran rassistisch sein? Der Artikel des Relotius ist anti-weiß rassistisch, und laut Artikel machen auch noch alle, genauso krank im Hirn, mit. 

Laurenz

23. Juni 2020 10:29

@Der_Juergen

Wir befinden uns quasi erstmals in der Menschheits-Geschichte in Leo Trotzkis Permanenter Revolution. Die Linke ist an der Macht. Es gibt also keinen Grund, weitere Gesellschaften zersetzende Maßnahmen zu ergreifen.

Weil Trotzki aber klar war, daß bolschewistische Gesellschaften ökonomisch zum scheitern - und damit zum sterben verurteilt sind, entwickelte er die permanente Revolution, damit keiner das Scheitern bemerkt. Retroperspektiv erfahren die Trotzkisten heutzutage endlich ihre wahre geschichtliche Gewichtung und das weltweit, also international. Künstliche erschaffene Krisen mit möglichst langem Krisen-Modus lenken von der Unfähigkeit unserer bolschewistischen NomenKlatura ab. Und das geht eben nicht nur uns so. 

Monika

23. Juni 2020 10:57

„Nirgendwo kann man sich so verfeinern wie im eventfreien Abseits und im vermeintlich Unbedeutenden.“ HB - So ganz „eventfrei“ kommt man m. E. doch nicht weit. Ich lese gerade mal wieder VOM GEIST DER LITURGIE von Romano Guardini, und der „Event“ der Liturgie wäre an der Zeit ( auch wenn derzeit nicht systemrelevant). Eine zeitgemäße Unzeitgemäßheit, sozusagen. Guardini: „Der Liturgie eignet eine gewisse Zurückgezogenheit, ein gewisser Abstand vom wirklichen, weltlichen Leben; sie vollzieht sich im feierlichen und stets etwas weltentrückten Bezirk des Heiligtums.....“ Man kann, so Guardini, die Liturgie nicht ohne weiteres zur Tat machen, aber durch sie kommt der Mensch in die Lage, zu tun, was recht ist. Interessant das Kapitel : Der Primat des Logos über das Ethos ! Das ist heute ja umgekehrt.

Neander vom Thal

23. Juni 2020 10:57

Verdammt....

Der Bosselmann verdrängt langsam meine bisherigen Spitzenreiter der SiN-Autorenriege.

Respekt, Herr B.

Hartwig aus LG8

23. Juni 2020 11:46

Als Freund alter polnischer Sprichwörter las ich kürzlich "Kein Rassismus ist auch keine Lösung." Aber ob das ein altes polnisches Sprichwort ist ... ?

Franz Bettinger

23. Juni 2020 12:46

Das Geschäft mit Impfstoffen lief nicht mehr gut, nachdem viele Infektionskrankheiten verschwunden waren, nicht aufgrund besserer Medizin, sondern besserer Lebensbedingungen. Aber man will Geld verdienen, also erfand man die Grippe-Impfung. Nach anfänglichen Erfolgen (nicht, was die Wirksamkeit betraf, sondern das Geschäft) brach auch diese Geldquelle zusammen. 
Hier kommt Drosten ins Spiel. Nachdem man die tollsten Namen für angeblich neue Viren erfunden hatte, aber keine die Impfmüdigkeit besiegen konnte, hat D die Schweinegrippe erfunden. Seine Höllen-Prognosen haben die Regierung veranlasst, Millionen Impfdosen zu kaufen, die entsorgt wurden, weil sich niemand impfen ließ. 

Aber Drosten und Big Pharma sind lernfähig. Mit dem sogenannten Corona-Virus ist man neue Wege gegangen. Mit einem unglaublichen Medienrummel ist die angebliche Todesgefahr durch das C-Virus zu einem Popanz aufgeblasen worden. Während weltweit täglich 3.014 Menschen an Tbc sterben, sind es für das C-Virus gerade mal 56! ff

 

Franz Bettinger

23. Juni 2020 12:52

ff  Dabei ist die Zahl 56 noch viel zu hoch, denn sie wurde mit Hilfe eines Tests ermittelt, der von Drosten entwickelt und vermarktet wird. Drosten hat noch nie ein intaktes Corona-Virus gesehen und den Test bis heute nicht validiert. Drosten hat den Test entwickelt anhand von Gen-Sequenzen aus China, die er aus dem Internet heruntergeladen hat. Viele Wissenschaftler zweifeln, ob es diese Corona-Variante, mit der die ganze Weltwirtschaft stillgelegt worden ist, überhaupt gibt. 

Nachdem die Realität bei immer mehr Menschen angekommen ist, nämlich die von leeren Krankenhäusern und falschen Todeszahlen, ist dieses Höllenvirus als Angstmacher immer weniger zu gebrauchen. Der Unmut in der Bevölkerung wächst, und die Regierung gibt nach. Dazu trägt bei, dass einige Gerichte querschießen und festgestellten, dass (neben weiterem Unfug) die Beschränkung für die Öffnung von Restaurants auf 22:00 Uhr nicht rechtmäßig und somit willkürlich und daher zu unterlassen ist. 

Davon ausgenommen ist der Maskenzwang als verbleibende Willkür. Es gibt keine Kriterien, warum Masken gut sein sollen, und vor allem keine, unter welchen Umständen diese Maulkörbe wieder abgelegt werden dürfen. So kann der Maskenball „auf immer“ weitergeführt werden. Das ist wohl sein tieferer Sinn. (verfranzelt, nach Haisenko) 

Lotta Vorbeck

23. Juni 2020 13:42

@Laurenz - 23. Juni 2020 - 07:54 AM

"Der Unterschied zu DDR ist oder war, daß in der DDR Deutschsein kein Problem darstellte."

---

1978, während des letzten Augustwochenendes, war im Arbeiter-und-Bauernstaat der beiden Erichs für Mitarbeiter sämtlicher Druckereien Wochenendbereitschaft angeordnet.

Leute, die die Zeit der Lebensmittelkarten und Bezugsscheine miterlebt hatten, erwarteten deshalb eine Währungsreform.

Sonnabend, 26. August 1978, startete in der Steppe Kasachstans das Raumschiff Sojus 31.

Am frühen Sonntagmorgen verkündeten in den Städten und Dörfern der DDR frisch gedruckte Plakate: "Siegmund Jähn, der erste Deutsche im All!"

Der Volksmund reimte Tage später:

"Keine Fliesen an der Wand,
keine Teile für'n "Trabant",
keine Bretter für die Laube,
für den "Barkas" keine Schraube,
auf'm Klo kein Papier,
aber in den Kosmos fliegen wir!"

Phil

23. Juni 2020 14:50

Ich lebe seit langem so, aber heute macht mir der gute Sellner ein schlechtes Gewissen, nicht in den Aktivismus zu gehen.

 

Hypochondrie finde ich einen sehr passenden Ausdruck für die "modern sensitivities" der PC-Diktatur, die im Verbund mit Mobmentalität zur Anarchotyrannei (ebenfalls ein passendes Wort) führt.

Lotta Vorbeck

23. Juni 2020 23:00

2020 - Das Jahr in dem der Westen wahnsinnig wurde.

Tucker Carlsen über den "Bilderstürmer"-Mob (gegen Statuen von Lincoln, Washington und Gandhi [sic!], dessen Strategien und die erbärmliche Reaktion des Establishments.

YouTube 
Tucker Carlson: Why mobs are tearing down America's monuments. These aren't protests. This is a totalitarian political movement and someone needs to save us from it.

Leute mit geringen Englisch-Kenntnissen finden hier Hilfe: 

YouTube: Automatische Untertitel nutzen – so geht es

Videos in fremden Sprachen sind nicht immer leicht zu verstehen, oft sogar überhaupt nicht. Manchmal gilt das sogar für deutschsprachige Videos. Für diesen Fall gibt es automatische Untertitel.

 

Franz Bettinger

24. Juni 2020 09:45

@Lotta Vorbeck: Danke für den Link zu der großartigen Ansprache von Tucker Carlsen auf Fox News Channel. Du hast den wichtigsten Satz daraus bereits zitiert. "Das ist keine Reaktion auf Polizeigewalt. Das ist kein vorübergehender, harmloser Protest. Diese Leute wollen den Staat übernehmen. Diese Leute sind Totalitaristen. Trump sollte sich nicht zurücklehnen und zuschauen, was der Mob der 'Liberalen' anstellt. Er sollte handeln. Jetzt!"

Lumi

24. Juni 2020 16:50

Wieder ein sehr schöner Artikel. Auch wenn ich nicht immer so gelassen bleiben kann.

Ergänzend eine wichtige und künstlerisch wertvolle (wenn auch schon einige Wochen alte) Erklärung des Impferators Bill Gates für alle Corona Kollaborateure, Virus Wiederkäuer, Pandemie Propagandisten, Distanz Dussel und Mundschutz Mutanten:

BGPuppetShot - 12.05.2020

https://youtu.be/ZQcvuftqXFY

sok

24. Juni 2020 18:28

Der Rückzug in den privaten Kreis hat den Nachteil, dass dieser Kreis in der Regel nicht sehr repräsentativ für das Volk ist, das man beeinflussen muss, wenn man Wahlen gewinnen will. Das Internet zu nutzen, ist sicher eine Verbesserung. Ein überzeugende Lösung ist das nicht.

Viel überzeugender ist die Vorgehensweise von Schmidt-Denter in seiner gigantischen europäischen Idenditätsstudie. Er entwirft einen umfangreichen Fragebogen auf der Basis der Idenditätsforchung. Dann führt er umfangreiche repräsentative Umfragen durch.

Schmidt-Denter gelingt es mit seiner Methode, die Ursache für den deutschen Idenditätsverlust zu finden. Wenn man den kennt, kann man auch überlegen,  wie die Idendität wiedererlangt werden kann.

Lotta Vorbeck

24. Juni 2020 22:24

Der Zahltag ist angebrochen

Am Ende gewinnt immer die Realität. Die Plünderungen von Stuttgart sind ein Sieg der bitteren Realität über linken Wahn und die Lügen der Journalisten. Macht Euch nichts vor: Dies ist nicht das Ende. Noch nicht. Dies ist erst der Anfang.

veröffentlicht am 22.06.2020
von Dushan Wegner

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Franz Bettinger

25. Juni 2020 04:14

Heute morgen vor dem Sonnenaufgang wurde mir, noch im Bett liegend, plötzlich klar, dass ich bereits in einer Diktatur aufwachte. Einer weltweiten Diktatur. Nein, sie kommt nicht erst, sie ist schon da. Nachrichten werden zensiert oder ganz unterdrückt. Menschen werden ausspioniert, überwacht, abgeholt und ohne richterlichen Beschluss weggesperrt in Heime, Gefängnisse, Psychiatrien. Unter dem Vorwand einer Quarantäne werden Missliebige konzentriert, vor allem Reisende, alte Menschen und auch zufällig (?) positiv Getestete eines Konkurrenz-Betriebs. Der Vorwand ist eine beliebig erfundene Gefahr. Einst war es der Jude, dann der Deutsche, dann der Russe, heute ist es ein Virus, morgen könnte es der Chinese sein. Notfall-Gesetze wurden von den seit fünf Jahren gleichgeschalteten Parteien erlassen, die es den Behörden erlauben durchzugreifen, wie es ihnen beliebt, und anzuordnen, was ihnen passt: Masken, Ausgangssperren, Hausdurchsuchungen, Reisebeschränkungen, Fahrverbote, Impf- und App-Pflichten usw. Und keiner wehrt sich. Wie im Hühnerhof ahnen die Unterdrückten nichts von der Lage. Sie wissen auch nichts vom Sinn ihres Daseins. Willkommen in der moderne Diktatur! 

Laurenz

25. Juni 2020 14:35

@Franz Bettinger

GK liest es literarischer vor: "den Untergang des Abendlandes", dem wir beiwohnen oder zuschauen.

https://youtu.be/bW0bqg0fA3Q

@alle

Tichys & JF ragierten natürlich auf "White Lives Matters Burnley", aber erst als das ZDF seinen Wahn korrigieren mußte.

Der fliegende Täter selbst interpretierte seine Tat ebenso, wie ich auf SiN. Aber sein Arbeitgeber schmiß den rechten "Anti-Rassisten" raus.

Franz Bettinger

26. Juni 2020 03:00

@Laurenz: 1968 und ff marschierten die linken Friedens- und die grünen Natur-Bewegten gegen die neuen Notstands-Gesetze, später kämpften sie gegen die Globalisierung und für direkte Demokratie "gegen das Schweine-System" der "Etablierten". Heute schweigen sie im Off, gerade auch Enzensberger. Was für eine traurige, geschichts- und zeitvergessene Bagage von Vorteilsnehmern! 

Laurenz

26. Juni 2020 05:41

@Franz Bettinger

Naja, es gibt die Alt68ger, die sich verändert haben, ob nun zum positiven, wie der Ex-Gschbusi von von Ditfurth, Jürgen Elsässer, oder zum Engstirnigen, wie Horst Mahler. Die meisten sind in Rente, wie Gerhard Schröder & Co.. Was sie getan haben, ist aber, ihre Zöglinge in Amt und Würden zu setzen, meist lupenreine Bolschewisten. Die eigenen Denkmäler der Alt68ger werden in absehbarer Zeit, wie Du selbst indirekt korrekt bemerktest, weil bereits zu konservativ, gestürzt werden. Die permanente Revolution Trotzkis, die in der Tat stattfindet, frißt alle ihre Kinder. 

nom de guerre

26. Juni 2020 10:37

@ Franz Bettinger

"Heute schweigen sie im Off, gerade auch Enzensberger. Was für eine traurige, geschichts- und zeitvergessene Bagage von Vorteilsnehmern!"

Enzensberger ist 90 Jahre alt. Wollen Sie ihm da wirklich vorwerfen, wenn er sich anscheinend aufs Altenteil zurückgezogen hat? Ich denke, seine "Aussichten auf den Bürgerkrieg" von 1993 (und ja, er sieht das Problem aus einer linken Perspektive, soweit ich mich erinnere, geht für ihn die Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden v.a. von "Skinheads" aus - ist aber damals vielleicht nachvollziehbar) haben bleibenden Wert.

sok

26. Juni 2020 11:11

Wenn man in einer offenen Diktatur wie in der DDR lebt, ist die Bildung eines stillen Bundes sicher sinnvoll. Wenn man aber von einem stillen Bund beherrscht wird, ist es vielleicht sinnvoller, über die Ziele und Machtmittel des stillen Bundes nachzudenken. Man kommt dann am Volk dem Lümmel nicht vorbei.

Dem Volk, dem Lümmel, kommt man natürlich sehr viel näher, wenn  man umfangreiche gezielte Befragungen durchführt, wie es Schmidt-Denter in seiner Idenditätsstudie gemacht  hat. Es zeigt sich dann, dass das Volk ähnlich unter Druck gesetzt wird wie die AfD und schon in der Schule lernt, dass man besser überlebt,wenn man der Nazikeule ausweicht.

Franz Bettinger

26. Juni 2020 11:58

@nom de guerre: 90 Jahre hin oder her. Glauben Sie, Peter Scholl-Latour oder Helmut Schmidt hätten sich angesichts der Zustände im Land auf ihr Alter berufen und geschwiegen?  Das hätten sie nicht. Enzensberger geht es ums eigene Denkmal, das er nicht umgestürzt sehen möchte. Neros Lehrer Seneca hatte immerhin die Größe, sich aus Scham und Überdruss umzubringen, als es zu viel wurde. Aber für welche Großtat wird man HME in Erinnerung behalten? Als es darauf ankam, versagte er - wie viele, die was zu sagen hätten, aber das Maul halten. Was für Helden!

nom de guerre

26. Juni 2020 17:47

@ FB

„Glauben Sie, Peter Scholl-Latour oder Helmut Schmidt hätten sich angesichts der Zustände im Land auf ihr Alter berufen und geschwiegen?“ – Das ist eine gute Frage, die ich mir immer mal wieder stelle. Was würde dieser oder jener sagen, wenn er denn noch lebte? Bloß: Diejenigen, die noch leben, die heute aktiv in höheren Positionen sind, sagen doch auch nichts. Wir befinden uns jetzt in einer Phase, in der „man“ dann halt verkündet, bei bestimmten Dingen sei die „Party- und Eventszene“ am Werk gewesen. Jemand wie Scholl-Latour oder meinetwegen auch Schmidt wäre ein Anachronismus in dieser Zeit.

Trotzdem: Ich finde, wer 90 ist, darf selbst entscheiden, wozu er sich äußern möchte oder nicht. HME muss sich m.E. nicht mehr auseinandersetzen, wenn er es nicht mehr will oder kann.

Lotta Vorbeck

27. Juni 2020 02:48

@nom de guerre - 26. Juni 2020 - 05:47 PM

"Trotzdem: Ich finde, wer 90 ist, darf selbst entscheiden, wozu er sich äußern möchte oder nicht. HME muss sich m.E. nicht mehr auseinandersetzen, wenn er es nicht mehr will oder kann."

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Wer 90 ist, steht an der Schwelle zu einer anderen Welt. 

So er in diesem Alter noch bei klarem Verstand ist, werden seine Gedanken um andere Dinge kreisen als um die schlecht erzählten, aus der Propagandaküche eines in ein gigantisches, allumfassendes, selbsterzeugtes Fiasko taumelnden Staates wabernden Münchhausen-Geschichten.

Seneca

27. Juni 2020 09:00

Guter Beitrag. Vorschlag für die Schnellroda-Akademie: Junge Rechte zu jungen Unternehmern entwickeln. Eine wirtschaftliche Gegenwelt im Netz entwickeln. Ich würde zB liebend gerne gute, zeitlose Kleidung etc eher von einem patriotischen Unternehmen kaufen so wie ich Bucher gerne bei Antaios kaufe.

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