Kritische Gelassenheit

Wir erleben gerade einen sich eigendynamisch verstärkenden Prozeß linkspolitischer Fanatisierung.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Inwie­fern sich die­se Wel­le aus einer Unter­strö­mung all­ge­mei­ner Ver­un­si­che­rung erhebt, seit dem Früh­jahr ver­stärkt von einer unkla­ren Infek­ti­ons­krank­heit mit gele­gent­li­chen Kom­pli­ka­tio­nen, die zur Jahr­hun­dert­seu­che aus­ge­ru­fen wur­de, ist nur zu mut­ma­ßen. Immer­hin: Das gro­ße Ster­ben schien bevor­zu­ste­hen; eine neue “Gran­de Peur” begann.

Das zeigt den hypo­chon­dri­schen Sen­si­bi­lis­mus einer Gesell­schaft, die frü­her ganz ande­re Risi­ken durch­stand, ohne die Volks­wirt­schaft abzu­schal­ten und Aus­nah­men­zu­stän­de aus­zu­ru­fen. Immer wie­der fällt einem das Welt­ende-Gedicht Jakob van Hod­dis‘ ein, ins­be­son­de­re des­sen zwei­te Strophe:

„Der Sturm ist da, die wil­den Mee­re hupfen/An Land, um dicke Däm­me zu zerdrücken./Die meis­ten Men­schen haben einen Schnupfen./Die Eisen­bah­nen fal­len von den Brücken.“

Die­ses Gedicht erschien drei Jah­re vor dem Ers­ten Welt­krieg, einer – im Gegen­satz zur „Coro­na-Kri­se“ – tat­säch­li­chen Kata­stro­phe, deren Erschüt­te­run­gen deut­lich bis in die Gegen­wart spür­bar sind.

Was wir jetzt beob­ach­ten, ist eine so unheim­li­che wie fas­zi­nie­ren­de Kol­lek­tiv-Neu­ro­se, viel­leicht als Vor­zei­chen eines Umbruchs oder min­des­tens wei­te­rer Dynamisierung:

Zum einen wird vehe­ment immer mehr Gerech­tig­keit im Sin­ne von “Teil­ha­be” gefor­dert und ver­kün­det, so als kön­ne, ja müs­se jedem Bedürf­nis ent­spro­chen wer­den, und zwar frei von Gegen­leis­tung. Es rei­chen für “Nach­teils­aus­glei­che” allein die “Bedar­fe”, um deren Erfül­lung zu ver­lan­gen und gewährt zu bekom­men. Geschieht das nicht, wird der Vor­wurf der Dis­kri­mi­nie­rung erho­ben. Die ver­meint­li­che Wür­de des Ein­zel­nen garan­tiert mitt­ler­wei­le nicht allein sei­ne Rechts­si­cher­heit, son­dern gilt als hin­rei­chen­der Grund für die Rea­li­sie­rung maxi­mier­ter Bedürf­nis­be­frie­di­gung. Der “Coro­na-Sozia­lis­mus” neu­er Mit­tel­ver­ga­ben und indi­rek­ter Umver­tei­lun­gen ver­stärk­te die­se Erwartung.

Zum ande­ren bla­sen die selbst­er­klärt „Anstän­di­gen“, ver­un­si­chert und gera­de nicht selbst­ge­wiß, mit staat­li­cher Unter­stüt­zung ein Gespenst auf. Eher schon psy­cho­tisch als nur neu­ro­tisch wird es, wenn sie die­se Fik­ti­on als real anse­hen: Der inne­re Frie­den wäre von Ultra­rech­ten und Ras­sis­ten bedroht, denen sub­ver­siv-per­fi­de Popu­lis­ten und Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker den Boden berei­ten. Die Demo­kra­tie ist in Gefahr!

Dar­in, also in der eige­nen Ver­schwö­rungs­theo­rie, besteht Kon­sens vom Bun­des­prä­si­den­ten bis zur Anti­fa. Die Exe­ku­ti­ve, die seit ihren Coro­na-Ver­ord­nun­gen vor Kraft kaum lau­fen kann, setzt den Ver­fas­sungs­schutz gegen jene ein, die sich nicht umstands­los in die neue Volks- und Ein­heits­front ein­zu­ord­nen bereit sind. Man ist angeb­lich tole­rant, ja, man war nie tole­ran­ter, aber mit einer wirk­li­chen Oppo­si­ti­on möch­te man bes­ser nicht leben, denn die wäre selbst gegen die Toleranz.

In Rich­tung des lin­ken Extrems kann es dage­gen gar nicht radi­ka­l­idio­tisch genug lau­fen. Selbst die Regie­rung wäre wohl mit Applaus dabei, wenn mit neu­lin­kem Revi­si­ons­be­dürf­nis etwa Bis­marck- oder Krie­ger­denk­mä­ler geschän­det wür­den, weil man dar­in end­lich impe­ria­lis­ti­sche oder ras­sis­ti­sche Sym­bo­le erken­nen möch­te. Mag sein, das geschieht schon nächs­te Woche.

Zunächst war gera­de in Hal­le (Saa­le) die Moh­ren-Apo­the­ke dran. Ras­sis­mus­ver­dacht, klar. – Min­des­tens sol­len künf­tig “die Nach­fah­ren kolo­nia­li­sier­ter Men­schen” ent­schei­den, wie mit “Kolo­ni­al­denk­mä­lern” umzu­ge­hen ist, so der Staats­bür­ger­kun­de-Funk.

Die Lin­ke lei­det halb­be­wußt dar­an, daß sie ihren “demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus” gar nicht erkämp­fen muß­te, son­dern von ihrem Feind, dem Kapi­ta­lis­mus in demo­kra­ti­scher Gestalt, geschenkt bekam – und dafür bereit ist, mög­lichst teu­er shop­pen zu gehen und so für Wachs­tum zu sor­gen. Die Ein­sicht, daß der Kapi­ta­lis­mus für alles, was sie sich je wünsch­te, bes­ser zu sor­gen ver­steht, als es sozia­lis­ti­sche Staa­ten je hin­be­ka­men, depri­miert die Lin­ke zutiefst. Zudem ist sie in lich­ten Momen­ten von ihrer Über­ein­stim­mung mit den Neo­li­be­ra­len selbst irri­tiert: Bei­de pro­pa­gie­ren Glo­ba­lis­mus und „Welt­of­fen­heit“.

Weil sie sich aber trotz ihrer Kor­rum­pie­rung erst recht als kämp­fe­risch ver­ste­hen wol­len, bedür­fen Lin­ke und Grün­al­ter­na­ti­ve neu­er Geg­ner. Dafür bie­tet sich der Kul­tur­kampf an, sehr kom­for­ta­bel, inso­fern die Lin­ke dabei bis in die Regie­rung hin­ein die Feind­bil­der bestim­men und ideo­lo­gisch Regie füh­ren kann.

Aktu­ell darf sie sich in Bil­der­stür­me­rei pro­fi­lie­ren, weil sie dem Staat und des­sen Deu­tungs­be­hör­den als Stoß­trupp der “Mit­te” gilt. Bil­lig zu haben, zumal geschicht­li­che Zeug­nis­se sich nicht weh­ren und die radi­ka­len Hor­den nichts zu fürch­ten haben, wenn sie nur eine poli­tisch kon­sens­fä­hi­ge Erklä­rung abliefern.

Sobald sich etwas als ras­sis­tisch, impe­ria­lis­tisch, faschis­tisch, sexis­tisch usw. usf.  gekenn­zeich­net fin­det, ist es fäl­lig, schon weil nie­mand dem zu wider­spre­chen wagt, um dann nicht selbst als Ras­sist, Impe­ria­list, Faschist und Sexist zu gel­ten. Ein Ritu­al wie in Dik­ta­tu­ren, die Grund­über­zeu­gun­gen okroy­ie­ren. Wer kri­tisch nach­denkt und sei­nen Unmut gegen das iko­no­klas­ti­sche Umbe­nen­nen, Über­ma­len und Umstür­zen äußert, läuft schnell Gefahr, als Nazi stig­ma­ti­siert zu werden.

Mag auch sein, er wird tat­säch­lich gefürch­tet, der neue Faschist – all­ge­mein als star­ke Per­sön­lich­keit, die reni­tent gegen­hält, wo alle ande­ren artig Bekennt­nis­se abge­ben. Ein kri­ti­scher Satz ver­mag bei der Herr­schaft All­er­gie­schü­be aus­zu­lö­sen, wäh­rend ihr der lin­ke Van­da­lis­mus gegen­über dem his­to­ri­schen Erbe der Nati­on nicht nur einer­lei ist, son­dern Bei­fall erhält: Seht unse­re Jugend! Sie steht nicht nur wacker gegen fos­si­le Ener­gie­trä­ger auf, son­dern eben­so gegen das Böse aus unse­rer so unheil­vol­len Vergangenheit!

Ver­schul­det die Schu­le als “Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge” auch manch Defi­zit im Wis­sen und Kön­nen, Geschichts­ver­ges­sen­heit sowie­so, für die rich­ti­ge Hal­tung bzw. Anpas­sung ver­steht sie ein­drucks­voll zu sor­gen. Daher soll sie auf Vor­schlag Klaus Hur­rel­manns bereits mit sech­zehn oder gar vier­zehn Jah­ren wäh­len dürfen.

Was tun? –

Zwei Optio­nen: Ent­we­der man fin­det inner­halb der for­mal noch funk­tio­nie­ren­den Demo­kra­tie den Mut und Mumm zu einem ideell-gedank­li­chen Wider­stand mit­tels pro­duk­tiv-pro­vo­kan­ter Ent­geg­nun­gen, für die es u. a. hier bis­lang einen dis­kurs­be­le­ben­den Ort gibt, ober man zieht sich im Sin­ne einer täti­gen Ver­wei­ge­rung zurück, indem man das Sei­ne tut und so „von unten auf“ wirkt, ein­fach in sei­nem Lebensbereich.

Bei­de Wege sind ehren­wert, so man sich kri­tisch prüft, dann aber fest und offe­nen Visiers posi­tio­niert. Ein kla­res Wort, hier publi­ziert, hat zudem sogleich die gesam­te Auf­merk­sam­keit der Staats­or­ga­ne, so wie noch nie. Wann wur­de man je direkt zum Ver­fas­sungs­schutz durch­ge­stellt? Man kann das ohne Zynis­mus als einen gewis­sen Luxus auf­fas­sen. Was in Schnell­ro­da erscheint, wird bei den hoch­emp­find­li­chen Sicher­heits­be­hör­den gegen­wär­tig ver­mut­lich inter­es­sier­ter und gründ­li­cher gele­sen als das, was die dicken und weit­ge­hend angepaß­ten Zei­tun­gen brin­gen. Wer also eine zwei­te Les­art als Alter­na­ti­ve zum Ver­laut­ba­rungs­jour­na­lis­mus sucht, der ist hier rich­tig. Woan­ders muß er suchen oder – wie in der DDR – mit seis­mo­gra­phi­scher Auf­merk­sam­keit zwi­schen den Zei­len lesen.

Ansons­ten: Rück­zug, Beschrän­kung, Kon­zen­tra­ti­on auf das Eige­ne und den enge­ren Kreis hat Cha­rak­ter und zeigt die Kon­tur der Unter­schei­dung. Nir­gend­wo kann man sich so ver­fei­nern wie im event­frei­en Abseits und im ver­meint­lich Unbe­deu­ten­den. Zei­ten der Repres­sa­li­en sind Zei­ten der stil­len Bün­de, die sich ver­sam­meln, ohne viel Auf­he­bens um sich zu machen. Das gilt von der Bund­schuh-Bewe­gung der Bau­ern­kriegs­zeit bis zu den Oppo­si­tio­nel­len im Ost­block. – Waren die nicht links? Nein, sie waren oppo­si­tio­nell; sie lasen und dach­ten auf ver­schie­de­ne Wei­se das Unverordnete.

Um den Hero­is­mus des Wor­tes „Unter­grund“ zu ver­mei­den: Im Abseits ist man weit­ge­hend unab­hän­gig und frei. Mar­tin Luther kam aus Per­spek­ti­ve der dama­li­gen Eli­ten eben­so vom Ran­de der Welt wie spä­ter Imma­nu­el Kant; Arthur Scho­pen­hau­er ging lie­ber nach­denk­lich mit sei­nem Pudel spa­zie­ren als sich zu „expo­nie­ren“, weil er sich nach genau­er Selbst­prü­fung dar­in sicher war, im Gegen­satz zu den phi­lo­so­phi­schen Stars sei­ner Zeit rich­tig zu lie­gen. Sie alle stan­den nicht in der Zeit, waren aber an der Zeit. Und selbst Albert Ein­stein hat­te als Haus­leh­rer und als „Exper­te 3. Klas­se“ im Patent­amt Bern mehr Muße zum Nach­den­ken als die eta­blier­ten Phy­sik-Pro­fes­so­ren an den Uni­ver­si­tä­ten, die eine schon tot­ge­glaub­te Wis­sen­schaft ver­wal­te­ten, hohe Gehäl­ter ein­stri­chen, die Rela­ti­vi­täts­theo­rie ver­lach­ten – und längst ver­ges­sen sind.

Also: Abgren­zen, Unter­schie­de klä­ren, die Stil­le suchen, um nach­sin­nen zu kön­nen, die rich­ti­gen Gefähr­ten fin­den und – sich rüs­ten. Abwar­ten und Tee trin­ken muß nicht fei­ge sein. Der Bud­dhis­mus etwa könn­te längst über die Auf­klä­rung tri­um­phie­ren, aber die­ser Gedan­ke käme ihm frei­lich nie.

Wer in die Poli­tik drängt, läuft Gefahr, dar­in Scha­den zu neh­men, zumin­dest geis­tig. Emp­feh­lens­wer­ter ist die Rol­le des abstän­di­gen Beob­ach­ters. Nicht unbe­dingt der Herr sein wol­len, son­dern lie­ber Jac­ques der Fata­list. Nicht in den Strö­men und Stru­deln mit­schwim­men, son­dern: Sie nach­denk­lich betrach­ten. Dies sogar wohl­wol­lend! Denn was wir beob­ach­ten, uns gut unter­hal­tend und dabei rei­fend, ist die mensch­li­che Komö­die, zu der wir alle unse­rer Art nach selbst gehö­ren. Was wir dort an Schwä­chen erken­nen, das sind unse­re eige­nen Schwä­chen. Des­halb wäre es arro­gant und ver­mes­sen, sich über das poli­ti­sche Thea­ter zu erhe­ben. Man muß nur nicht unbe­dingt dazu­ge­hö­ren wol­len. Ein guter Platz im Zuschau­er­raum ermög­licht in Zurück­ge­lehnt­heit tie­fe­re Ein­sich­ten als das immer glei­che Spie­len auf der gro­ßen Bühne.

Zwar gibt es im poli­ti­schen Thea­ter eine Par­tei, die die „Alter­na­ti­ve“ im Namen führt, eine jun­ge Par­tei sogar, aller­dings zuwei­len mit dem etwas ält­li­chen Gesicht klein­bür­ger­li­cher Brä­sig­keit. Das geht in Ord­nung. Und ohne Fra­ge stellt die­se Par­tei in ihrem gesam­ten Spek­trum eine Alter­na­ti­ve dar – ein­fach schon aus dem Grund, weil alle ande­ren ihr die­se Funk­ti­on zuschrei­ben, weil sie sie in die Rol­le des Pari­as drän­gen und daher selbst ja definieren.

Wer sich als AfD­ler sol­cher­art täg­lich in den Par­la­men­ten und Medi­en anzin­ken läßt, wer neu­er­dings bespit­zelt wird und sein Aus­kom­men gefähr­det, ver­dient schon für die­se Hal­tung hohen Respekt. – Zwar gefähr­den rechts­staat­li­che Ver­fas­sungs­schutz­or­ga­ne nicht die unmit­tel­bar phy­si­sche Exis­tenz derer, die sie als Fein­de aus­zu­ma­chen mei­nen, sie fol­tern ja nicht, aber sie ver­mö­gen den­noch Exis­ten­zen im bür­ger­li­chen Sin­ne zu ver­nich­ten, indem sie per Ver­wal­tungs­akt etwa Ver­ei­nen die finan­zi­el­len Mit­tel nehmen.

Genau in die­ser Rich­tung ist die Exe­ku­ti­ve wohl unter­wegs: Lega­li­tät ist nicht Mora­li­tät. So ste­ril wie gegen­wär­tig konn­ten Büro­kra­ten kaum je ver­fah­ren. Sie brau­chen kei­ne Knäs­te, die Finanz­be­hör­den rei­chen aus. Miß­lie­bi­ge Geg­ner kön­nen heut­zu­ta­ge mit Maus­klick erle­digt werden.

Die AfD muß Prag­ma­tis­men fol­gen, inso­fern ja die Spiel­re­geln der Poli­tik zu akzep­tie­ren sind. Man tri­via­li­siert in der Poli­tik also zwangs­läu­fig, aber das Leben selbst ist nicht gleich geist­reich, son­dern, zum Glück!, meis­tens wohl­tu­end tri­vi­al; mit­hin muß es auch der Poli­ti­ker sein, der gesell­schaft­li­ches Leben neu gestal­ten will, wenn es sich denn über­haupt von der Poli­tik wirk­lich gestal­ten läßt und nicht eher nach sei­ner Wei­se ein­fach so vital wei­ter­wu­chert, alle Wider­stän­de nach und nach um- oder einwachsend.

Sich der öffent­li­chen Sache, der „res publi­ca“, anneh­men zu wol­len, zwingt nun mal in die Par­la­men­te, auf die Markt­plät­ze und in die Bier­zel­te, vor allem aber ins Netz, also in die „sozia­len Medi­en“, die heu­ti­ge Ago­ra. Klar, was dort zu erwar­ten ist. Nein, man soll­te sich nie und nim­mer dar­über erhe­ben, aber man muß es wis­sen, wie das Volk, der „gro­ße Lüm­mel“ (Hein­rich Hei­ne), so tickt. Mar­kus Gabri­el spricht mit Blick auf “Face­book” und ande­re Platt-For­men tref­fend von “Ver­falls­me­di­en”, aber der Agi­ta­tor muß sei­ne Büh­ne eben dort auf­rich­ten, wo “des Vol­kes wah­rer Him­mel” blaut.

In Wahr­neh­mung der öffent­li­chen Sache lei­det die Poli­tik an einem Dilem­ma: Es braucht sie, um die immer kom­ple­xe­ren Pro­ble­me des Zusam­men­le­bens zu regu­lie­ren, ob nun demo­kra­tisch oder anders, aber das poli­ti­sche Geschäft selbst bedarf dafür gera­de nicht der mar­ki­gen Cha­rak­te­re und gro­ßen Geis­ter und eben­so­we­nig der ein­fach nur Red­li­chen und Kennt­nis­rei­chen, die zudem lie­ber ihren Pro­fes­sio­nen treu­blei­ben; es braucht viel­mehr jene, die es aus eige­nem Antrieb und Gel­tungs­drang wirk­sam in die Öffent­lich­keit und auf die Podi­en zieht, mit­hin also bes­ten­falls Idea­lis­ten und schlimms­ten­falls Nar­ziß­ten. Bei­de sind nicht unpro­ble­ma­tisch, aber ande­ren hört der „gro­ße Lüm­mel“ ein­fach nicht zu.

Fazit: Gegen­über der kul­tur­evo­lu­tio­nä­ren Groß­kam­pa­gne des Estab­lish­ments der Ber­li­ner Repu­blik, das sich des links­ra­di­ka­len Rad­aus der Anti­fa-Gar­den als Unter­stüt­zung ver­si­chert und des­sen uto­pis­ti­sches Men­schen­bild neu­er­dings auto­ri­siert teilt, hilft zunächst gar nichts. Man kann sich dazu nur ver­hal­ten.

Man darf sich der AfD freu­en, die bis­lang Alter­na­ti­ven bie­tet, aber die gar nicht auf Fein­sinn, Intel­lek­tua­li­tät oder geist­rei­che Poin­ten aus sein darf, weil sie sonst nicht ver­stan­den wird. Und die eben glau­ben muß, daß im Volk der gesun­de Men­schen­ver­stand zu Hau­se ist. Schwer zu bewei­sen, ob das je zutraf, obwohl sich jede Demo­kra­tie genau die­sen Glau­ben ja selbst­sug­ge­rie­rend als eine höchst frag­wür­di­ge „Grund­ver­ein­ba­rung“ auf­zwingt und mit ste­reo­ty­pen Dau­er­be­kennt­nis­sen unter­wirft, etwa dem Mythos vom “mün­di­gen Bürger”.

Man kann sich am ehes­ten noch wün­schen, daß der kon­se­quen­te­re Teil der Alter­na­ti­ve, der „Flü­gel“, sich in Dis­pu­ta­ti­on und Streit mit­un­ter bes­ser aufs Flo­rett als auf den Säbel ver­stün­de, daß dort also nicht allein der Typus des Volks­tri­buns geübt wür­de, der die gro­ße Ges­te vor allem für die Eigen­wir­kung beherrsch­te, son­dern eben­so der inspi­rie­ren­de Nach­den­ker und scharf­sin­ni­ge Red­ner. Aber ein­ge­stan­den, der wie­der­um könn­te in der „Poli­tik als Beruf“ (Max Weber) nicht reüs­sie­ren; Wahl­kämp­fer soll­ten bes­ser kei­ne Essay­is­ten sein.

Kann man Poli­tik über­haupt ernst­neh­men? Klar, inso­fern man den Men­schen selbst ernst­nimmt, was wie­der­um frag­wür­dig bleibt, wobei ein Nach­den­ken dar­über tie­fer greift, als Poli­tik es könn­te, woll­te und sollte.

Was bleibt? Letzt­lich immer nur das Als-ob, also nicht viel. Daß es kei­ne poli­ti­sche Ret­tung gibt, jeden­falls nicht im Sin­ne eines fina­len End­zu­stan­des, der schon als Gedan­ke unheim­lich wäre, macht als Ein­sicht gelas­sen. Und nach­denk­li­che Gelas­sen­heit erscheint gera­de wich­tig. Zumal Kri­tik, Impuls und Initia­ti­ve der­zeit sowie­so von rechts aus­ge­hen, weil allein zwi­schen rechts und den ande­ren die ein­zig noch deut­li­che Unter­schei­dung mög­lich ist.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (30)

Gotlandfahrer

22. Juni 2020 15:41

Danke für die Zeilen, die mir aktuell trotzdem ein wenig zu verkopft erscheinen.  Obwohl ich nichts Besseres zu bieten habe.  Höchstens diesen künstlerischen Hinweis:

https://www.youtube.com/watch?v=ynwza1cfSRE&list=PLuDGoPmNBft7Y99DIVA7QG9UpNgsq8oVJ

 

 

Lotta Vorbeck

22. Juni 2020 16:24

@Heino Bosselmann

"Also: Abgrenzen, Unterschiede klären, die Stille suchen, um nachsinnen zu können, die richtigen Gefährten finden und – sich rüsten. Abwarten und Tee trinken muß nicht feige sein."

---

Den von der Kette gelassenen Leviathan einfangen oder gar bändigen zu wollen, läuft auf dasselbe hinaus, wie das vorhersehbare Schicksal der in einer speziellen Schaukampfarena zur Bespaßung elitären Publikums völlig unzureichend bewaffnet gegen Löwen kämpfenden Gladiatoren.

Auf die richtigen Gefährten kommt es an.

Und darauf mit diesen Gefährten, möglichst weit abseits des Colosseums, möglichst geräuschlos, zum gegenseitigen Vorteil zu kooperieren.

Wer im "real existierenden Sozialismus", exekutiert in den Farben eines aus Wiebelskirchen im Saarland stammenden, gelernten Dachdeckers/Schalmeienspielers im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes aufwuchs, kommt diesbezüglich sozusagen aus der Zukunft.

Laurenz

22. Juni 2020 17:23

HB, wieder mal haben Sie spektakulär nüchtern den real existierenden, virtuellen Neo-Stalinismus in unserem Land beschrieben.

Es fehlt einfach noch an kollektiver Betroffenheit bei den Michels.

Sie, HB, haben Recht, wir brauchen nicht viel mehr zu tun, als der Linken zu helfen & die Angriffs-Ziele für Gewalt-Akte zu benennen. Wir brauchen Stuttgart überall, am besten da, wo die Reichen, das deutsche Großkapital lebt. Ahoi an die Antifanten unter den SiN-Lesern, die häßliche Stuttgarter Innenstadt ist doch langweilig, sieht nach der Randale nicht viel anders aus, als vorher. Der reaktionäre Feind lebt im Bad Homburger Hardtwald, Hamburg-Blankenese, Starnberger See, und in Düsseldorf an der Kö. Haut rein...

frdnkndr

23. Juni 2020 07:35

"Wer im "real existierenden Sozialismus", exekutiert in den Farben eines aus Wiebelskirchen im Saarland stammenden, gelernten Dachdeckers/Schalmeienspielers im Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes aufwuchs, kommt diesbezüglich sozusagen aus der Zukunft."

Als jemand, der durch die Gnade der späten Geburt zwar nur einige wenige, dafür aber umso prägendere Jahre in der DDR erlebt hat, stimme ich (weitgehend frei von irgendwie geartetem Ossistolz) hier ausdrücklich zu und ertappe mich dieser Tage, 30 Jahre nach der Wende, so oft wie nie zuvor dabei, innerlich den Kopf zu schütteln ob der doch teils gravierenden Unterschiede bereits bei Wahrnehmung und Benennung von Ursache und Wirkung der vielen aktuell auf uns alle hereinprasselnden Ereignisse (und 'Events').

Unabhängig davon einen großen Dank an H.Bosselmann für einen erneut großartigen Text, der wie gewohnt zwar nur wenig wirklich Neues, dafür aber umso mehr gekonnt auf den Punkt bringt.

Laurenz

23. Juni 2020 07:54

@frdnkndr

das permanente & subtil Neue, ist die immer weitere links-totalitäre Eskalation. https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/wer-randalierte-in-stuttgart/ oder https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/ausschreitungen-in-stuttgart-bestellt-und-geliefert-wenn-regierung-zum-staatsfeind-wird/

Man agiert eben immer exzessiver. Der Unterschied zu DDR ist oder war, daß in der DDR Deutsch-sein kein Problem darstellte. Man hatte auch keine Hemmungen, die Volksarmisten in alten Wehrmachts- oder SS-Schnitten rumlaufen zu lassen, nur die Stoffe waren im real-existierenden DDR-Sozialismus von mehr billiger Qualität.

Unsere Generation stirbt aus, in 30 Jahren sind alle noch-DDR-Kenner tot. Das gilt eigentlich auf dem gesamten Planeten. Man wußte es, im Prinzip, weltweit, wenn die Deutschen es nicht schaffen, Karl Marx & Co. umzusetzen, dann schafft es niemand. Die Alt-Linken, im Alter Wagenknecht aufwärts, sind deswegen menschlich so zu verachten, weil sie genau wissen, daß es unter ihrer Knute ihrer Wähler-Klientel am schlechtesten geht.

Der_Juergen

23. Juni 2020 09:34

"Wir sollten gelassen warten, bis das System unter seinem eigenen Unrat zusammenbricht", schrieb der Italiener Paolo Giachini schon vor knapp zwei Jahrzehnten in seinem Nachwort zu einem grossen Buch. Ich verhehle überhaupt nicht, dass ich hämische Genugtuung über das Wüten der "Männergruppen" und "Partygäste" in Stuttgart empfinde. Das mag man als "Akzelarationismus" schmähen, aber ich bin natürlich nicht dafür, die Lage durch rechte Gewalttaten zu verschärfen; das wäre unendlich töricht. Gewalt nur zur Selbstverteidigung, unermüdliche Aufklärung der (hoffentlich wachsenden) Minderheit, die noch denken kann und will - das ist unsere Aufgabe. Natürlich kann es schiefgehen, und wir können alle hopsgenommen werden. Aber Leben ist gefährlich.

Laurenz

23. Juni 2020 09:49

Heute morgen ganz frisch, blanker linker Irrsinn beim

Relotius....  https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/manchester-flugzeug-fliegt-mit-rassistischer-parole-ueber-stadion-a-12b4697c-e0bb-4a3a-96cc-e8324c3ba208

Was soll daran rassistisch sein? Der Artikel des Relotius ist anti-weiß rassistisch, und laut Artikel machen auch noch alle, genauso krank im Hirn, mit. 

Laurenz

23. Juni 2020 10:29

@Der_Juergen

Wir befinden uns quasi erstmals in der Menschheits-Geschichte in Leo Trotzkis Permanenter Revolution. Die Linke ist an der Macht. Es gibt also keinen Grund, weitere Gesellschaften zersetzende Maßnahmen zu ergreifen.

Weil Trotzki aber klar war, daß bolschewistische Gesellschaften ökonomisch zum scheitern - und damit zum sterben verurteilt sind, entwickelte er die permanente Revolution, damit keiner das Scheitern bemerkt. Retroperspektiv erfahren die Trotzkisten heutzutage endlich ihre wahre geschichtliche Gewichtung und das weltweit, also international. Künstliche erschaffene Krisen mit möglichst langem Krisen-Modus lenken von der Unfähigkeit unserer bolschewistischen NomenKlatura ab. Und das geht eben nicht nur uns so. 

Monika

23. Juni 2020 10:57

„Nirgendwo kann man sich so verfeinern wie im eventfreien Abseits und im vermeintlich Unbedeutenden.“ HB - So ganz „eventfrei“ kommt man m. E. doch nicht weit. Ich lese gerade mal wieder VOM GEIST DER LITURGIE von Romano Guardini, und der „Event“ der Liturgie wäre an der Zeit ( auch wenn derzeit nicht systemrelevant). Eine zeitgemäße Unzeitgemäßheit, sozusagen. Guardini: „Der Liturgie eignet eine gewisse Zurückgezogenheit, ein gewisser Abstand vom wirklichen, weltlichen Leben; sie vollzieht sich im feierlichen und stets etwas weltentrückten Bezirk des Heiligtums.....“ Man kann, so Guardini, die Liturgie nicht ohne weiteres zur Tat machen, aber durch sie kommt der Mensch in die Lage, zu tun, was recht ist. Interessant das Kapitel : Der Primat des Logos über das Ethos ! Das ist heute ja umgekehrt.

Neander vom Thal

23. Juni 2020 10:57

Verdammt....

Der Bosselmann verdrängt langsam meine bisherigen Spitzenreiter der SiN-Autorenriege.

Respekt, Herr B.

Hartwig aus LG8

23. Juni 2020 11:46

Als Freund alter polnischer Sprichwörter las ich kürzlich "Kein Rassismus ist auch keine Lösung." Aber ob das ein altes polnisches Sprichwort ist ... ?

Franz Bettinger

23. Juni 2020 12:46

Das Geschäft mit Impfstoffen lief nicht mehr gut, nachdem viele Infektionskrankheiten verschwunden waren, nicht aufgrund besserer Medizin, sondern besserer Lebensbedingungen. Aber man will Geld verdienen, also erfand man die Grippe-Impfung. Nach anfänglichen Erfolgen (nicht, was die Wirksamkeit betraf, sondern das Geschäft) brach auch diese Geldquelle zusammen. 
Hier kommt Drosten ins Spiel. Nachdem man die tollsten Namen für angeblich neue Viren erfunden hatte, aber keine die Impfmüdigkeit besiegen konnte, hat D die Schweinegrippe erfunden. Seine Höllen-Prognosen haben die Regierung veranlasst, Millionen Impfdosen zu kaufen, die entsorgt wurden, weil sich niemand impfen ließ. 

Aber Drosten und Big Pharma sind lernfähig. Mit dem sogenannten Corona-Virus ist man neue Wege gegangen. Mit einem unglaublichen Medienrummel ist die angebliche Todesgefahr durch das C-Virus zu einem Popanz aufgeblasen worden. Während weltweit täglich 3.014 Menschen an Tbc sterben, sind es für das C-Virus gerade mal 56! ff

 

Franz Bettinger

23. Juni 2020 12:52

ff  Dabei ist die Zahl 56 noch viel zu hoch, denn sie wurde mit Hilfe eines Tests ermittelt, der von Drosten entwickelt und vermarktet wird. Drosten hat noch nie ein intaktes Corona-Virus gesehen und den Test bis heute nicht validiert. Drosten hat den Test entwickelt anhand von Gen-Sequenzen aus China, die er aus dem Internet heruntergeladen hat. Viele Wissenschaftler zweifeln, ob es diese Corona-Variante, mit der die ganze Weltwirtschaft stillgelegt worden ist, überhaupt gibt. 

Nachdem die Realität bei immer mehr Menschen angekommen ist, nämlich die von leeren Krankenhäusern und falschen Todeszahlen, ist dieses Höllenvirus als Angstmacher immer weniger zu gebrauchen. Der Unmut in der Bevölkerung wächst, und die Regierung gibt nach. Dazu trägt bei, dass einige Gerichte querschießen und festgestellten, dass (neben weiterem Unfug) die Beschränkung für die Öffnung von Restaurants auf 22:00 Uhr nicht rechtmäßig und somit willkürlich und daher zu unterlassen ist. 

Davon ausgenommen ist der Maskenzwang als verbleibende Willkür. Es gibt keine Kriterien, warum Masken gut sein sollen, und vor allem keine, unter welchen Umständen diese Maulkörbe wieder abgelegt werden dürfen. So kann der Maskenball „auf immer“ weitergeführt werden. Das ist wohl sein tieferer Sinn. (verfranzelt, nach Haisenko) 

Lotta Vorbeck

23. Juni 2020 13:42

@Laurenz - 23. Juni 2020 - 07:54 AM

"Der Unterschied zu DDR ist oder war, daß in der DDR Deutschsein kein Problem darstellte."

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1978, während des letzten Augustwochenendes, war im Arbeiter-und-Bauernstaat der beiden Erichs für Mitarbeiter sämtlicher Druckereien Wochenendbereitschaft angeordnet.

Leute, die die Zeit der Lebensmittelkarten und Bezugsscheine miterlebt hatten, erwarteten deshalb eine Währungsreform.

Sonnabend, 26. August 1978, startete in der Steppe Kasachstans das Raumschiff Sojus 31.

Am frühen Sonntagmorgen verkündeten in den Städten und Dörfern der DDR frisch gedruckte Plakate: "Siegmund Jähn, der erste Deutsche im All!"

Der Volksmund reimte Tage später:

"Keine Fliesen an der Wand,
keine Teile für'n "Trabant",
keine Bretter für die Laube,
für den "Barkas" keine Schraube,
auf'm Klo kein Papier,
aber in den Kosmos fliegen wir!"

Phil

23. Juni 2020 14:50

Ich lebe seit langem so, aber heute macht mir der gute Sellner ein schlechtes Gewissen, nicht in den Aktivismus zu gehen.

 

Hypochondrie finde ich einen sehr passenden Ausdruck für die "modern sensitivities" der PC-Diktatur, die im Verbund mit Mobmentalität zur Anarchotyrannei (ebenfalls ein passendes Wort) führt.

Lotta Vorbeck

23. Juni 2020 23:00

2020 - Das Jahr in dem der Westen wahnsinnig wurde.

Tucker Carlsen über den "Bilderstürmer"-Mob (gegen Statuen von Lincoln, Washington und Gandhi [sic!], dessen Strategien und die erbärmliche Reaktion des Establishments.

YouTube 
Tucker Carlson: Why mobs are tearing down America's monuments. These aren't protests. This is a totalitarian political movement and someone needs to save us from it.

Leute mit geringen Englisch-Kenntnissen finden hier Hilfe: 

YouTube: Automatische Untertitel nutzen – so geht es

Videos in fremden Sprachen sind nicht immer leicht zu verstehen, oft sogar überhaupt nicht. Manchmal gilt das sogar für deutschsprachige Videos. Für diesen Fall gibt es automatische Untertitel.

 

Franz Bettinger

24. Juni 2020 09:45

@Lotta Vorbeck: Danke für den Link zu der großartigen Ansprache von Tucker Carlsen auf Fox News Channel. Du hast den wichtigsten Satz daraus bereits zitiert. "Das ist keine Reaktion auf Polizeigewalt. Das ist kein vorübergehender, harmloser Protest. Diese Leute wollen den Staat übernehmen. Diese Leute sind Totalitaristen. Trump sollte sich nicht zurücklehnen und zuschauen, was der Mob der 'Liberalen' anstellt. Er sollte handeln. Jetzt!"

Lumi

24. Juni 2020 16:50

Wieder ein sehr schöner Artikel. Auch wenn ich nicht immer so gelassen bleiben kann.

Ergänzend eine wichtige und künstlerisch wertvolle (wenn auch schon einige Wochen alte) Erklärung des Impferators Bill Gates für alle Corona Kollaborateure, Virus Wiederkäuer, Pandemie Propagandisten, Distanz Dussel und Mundschutz Mutanten:

BGPuppetShot - 12.05.2020

https://youtu.be/ZQcvuftqXFY

sok

24. Juni 2020 18:28

Der Rückzug in den privaten Kreis hat den Nachteil, dass dieser Kreis in der Regel nicht sehr repräsentativ für das Volk ist, das man beeinflussen muss, wenn man Wahlen gewinnen will. Das Internet zu nutzen, ist sicher eine Verbesserung. Ein überzeugende Lösung ist das nicht.

Viel überzeugender ist die Vorgehensweise von Schmidt-Denter in seiner gigantischen europäischen Idenditätsstudie. Er entwirft einen umfangreichen Fragebogen auf der Basis der Idenditätsforchung. Dann führt er umfangreiche repräsentative Umfragen durch.

Schmidt-Denter gelingt es mit seiner Methode, die Ursache für den deutschen Idenditätsverlust zu finden. Wenn man den kennt, kann man auch überlegen,  wie die Idendität wiedererlangt werden kann.

Lotta Vorbeck

24. Juni 2020 22:24

Der Zahltag ist angebrochen

Am Ende gewinnt immer die Realität. Die Plünderungen von Stuttgart sind ein Sieg der bitteren Realität über linken Wahn und die Lügen der Journalisten. Macht Euch nichts vor: Dies ist nicht das Ende. Noch nicht. Dies ist erst der Anfang.

veröffentlicht am 22.06.2020
von Dushan Wegner

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Franz Bettinger

25. Juni 2020 04:14

Heute morgen vor dem Sonnenaufgang wurde mir, noch im Bett liegend, plötzlich klar, dass ich bereits in einer Diktatur aufwachte. Einer weltweiten Diktatur. Nein, sie kommt nicht erst, sie ist schon da. Nachrichten werden zensiert oder ganz unterdrückt. Menschen werden ausspioniert, überwacht, abgeholt und ohne richterlichen Beschluss weggesperrt in Heime, Gefängnisse, Psychiatrien. Unter dem Vorwand einer Quarantäne werden Missliebige konzentriert, vor allem Reisende, alte Menschen und auch zufällig (?) positiv Getestete eines Konkurrenz-Betriebs. Der Vorwand ist eine beliebig erfundene Gefahr. Einst war es der Jude, dann der Deutsche, dann der Russe, heute ist es ein Virus, morgen könnte es der Chinese sein. Notfall-Gesetze wurden von den seit fünf Jahren gleichgeschalteten Parteien erlassen, die es den Behörden erlauben durchzugreifen, wie es ihnen beliebt, und anzuordnen, was ihnen passt: Masken, Ausgangssperren, Hausdurchsuchungen, Reisebeschränkungen, Fahrverbote, Impf- und App-Pflichten usw. Und keiner wehrt sich. Wie im Hühnerhof ahnen die Unterdrückten nichts von der Lage. Sie wissen auch nichts vom Sinn ihres Daseins. Willkommen in der moderne Diktatur! 

Laurenz

25. Juni 2020 14:35

@Franz Bettinger

GK liest es literarischer vor: "den Untergang des Abendlandes", dem wir beiwohnen oder zuschauen.

https://youtu.be/bW0bqg0fA3Q

@alle

Tichys & JF ragierten natürlich auf "White Lives Matters Burnley", aber erst als das ZDF seinen Wahn korrigieren mußte.

Der fliegende Täter selbst interpretierte seine Tat ebenso, wie ich auf SiN. Aber sein Arbeitgeber schmiß den rechten "Anti-Rassisten" raus.

Franz Bettinger

26. Juni 2020 03:00

@Laurenz: 1968 und ff marschierten die linken Friedens- und die grünen Natur-Bewegten gegen die neuen Notstands-Gesetze, später kämpften sie gegen die Globalisierung und für direkte Demokratie "gegen das Schweine-System" der "Etablierten". Heute schweigen sie im Off, gerade auch Enzensberger. Was für eine traurige, geschichts- und zeitvergessene Bagage von Vorteilsnehmern! 

Laurenz

26. Juni 2020 05:41

@Franz Bettinger

Naja, es gibt die Alt68ger, die sich verändert haben, ob nun zum positiven, wie der Ex-Gschbusi von von Ditfurth, Jürgen Elsässer, oder zum Engstirnigen, wie Horst Mahler. Die meisten sind in Rente, wie Gerhard Schröder & Co.. Was sie getan haben, ist aber, ihre Zöglinge in Amt und Würden zu setzen, meist lupenreine Bolschewisten. Die eigenen Denkmäler der Alt68ger werden in absehbarer Zeit, wie Du selbst indirekt korrekt bemerktest, weil bereits zu konservativ, gestürzt werden. Die permanente Revolution Trotzkis, die in der Tat stattfindet, frißt alle ihre Kinder. 

nom de guerre

26. Juni 2020 10:37

@ Franz Bettinger

"Heute schweigen sie im Off, gerade auch Enzensberger. Was für eine traurige, geschichts- und zeitvergessene Bagage von Vorteilsnehmern!"

Enzensberger ist 90 Jahre alt. Wollen Sie ihm da wirklich vorwerfen, wenn er sich anscheinend aufs Altenteil zurückgezogen hat? Ich denke, seine "Aussichten auf den Bürgerkrieg" von 1993 (und ja, er sieht das Problem aus einer linken Perspektive, soweit ich mich erinnere, geht für ihn die Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden v.a. von "Skinheads" aus - ist aber damals vielleicht nachvollziehbar) haben bleibenden Wert.

sok

26. Juni 2020 11:11

Wenn man in einer offenen Diktatur wie in der DDR lebt, ist die Bildung eines stillen Bundes sicher sinnvoll. Wenn man aber von einem stillen Bund beherrscht wird, ist es vielleicht sinnvoller, über die Ziele und Machtmittel des stillen Bundes nachzudenken. Man kommt dann am Volk dem Lümmel nicht vorbei.

Dem Volk, dem Lümmel, kommt man natürlich sehr viel näher, wenn  man umfangreiche gezielte Befragungen durchführt, wie es Schmidt-Denter in seiner Idenditätsstudie gemacht  hat. Es zeigt sich dann, dass das Volk ähnlich unter Druck gesetzt wird wie die AfD und schon in der Schule lernt, dass man besser überlebt,wenn man der Nazikeule ausweicht.

Franz Bettinger

26. Juni 2020 11:58

@nom de guerre: 90 Jahre hin oder her. Glauben Sie, Peter Scholl-Latour oder Helmut Schmidt hätten sich angesichts der Zustände im Land auf ihr Alter berufen und geschwiegen?  Das hätten sie nicht. Enzensberger geht es ums eigene Denkmal, das er nicht umgestürzt sehen möchte. Neros Lehrer Seneca hatte immerhin die Größe, sich aus Scham und Überdruss umzubringen, als es zu viel wurde. Aber für welche Großtat wird man HME in Erinnerung behalten? Als es darauf ankam, versagte er - wie viele, die was zu sagen hätten, aber das Maul halten. Was für Helden!

nom de guerre

26. Juni 2020 17:47

@ FB

„Glauben Sie, Peter Scholl-Latour oder Helmut Schmidt hätten sich angesichts der Zustände im Land auf ihr Alter berufen und geschwiegen?“ – Das ist eine gute Frage, die ich mir immer mal wieder stelle. Was würde dieser oder jener sagen, wenn er denn noch lebte? Bloß: Diejenigen, die noch leben, die heute aktiv in höheren Positionen sind, sagen doch auch nichts. Wir befinden uns jetzt in einer Phase, in der „man“ dann halt verkündet, bei bestimmten Dingen sei die „Party- und Eventszene“ am Werk gewesen. Jemand wie Scholl-Latour oder meinetwegen auch Schmidt wäre ein Anachronismus in dieser Zeit.

Trotzdem: Ich finde, wer 90 ist, darf selbst entscheiden, wozu er sich äußern möchte oder nicht. HME muss sich m.E. nicht mehr auseinandersetzen, wenn er es nicht mehr will oder kann.

Lotta Vorbeck

27. Juni 2020 02:48

@nom de guerre - 26. Juni 2020 - 05:47 PM

"Trotzdem: Ich finde, wer 90 ist, darf selbst entscheiden, wozu er sich äußern möchte oder nicht. HME muss sich m.E. nicht mehr auseinandersetzen, wenn er es nicht mehr will oder kann."

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Wer 90 ist, steht an der Schwelle zu einer anderen Welt. 

So er in diesem Alter noch bei klarem Verstand ist, werden seine Gedanken um andere Dinge kreisen als um die schlecht erzählten, aus der Propagandaküche eines in ein gigantisches, allumfassendes, selbsterzeugtes Fiasko taumelnden Staates wabernden Münchhausen-Geschichten.

Seneca

27. Juni 2020 09:00

Guter Beitrag. Vorschlag für die Schnellroda-Akademie: Junge Rechte zu jungen Unternehmern entwickeln. Eine wirtschaftliche Gegenwelt im Netz entwickeln. Ich würde zB liebend gerne gute, zeitlose Kleidung etc eher von einem patriotischen Unternehmen kaufen so wie ich Bucher gerne bei Antaios kaufe.

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