20. Juni 2020

Darf man „Kinderschänder“ sagen?

Ellen Kositza / 27 Kommentare

2019 erschien in Frankreich das Buch Le Consentement von Vanessa Springora. Es stand stand dort wochenlang auf Platz 1 der Verkaufslisten.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ich hatte bereits damals so viel über das Skandalbuch gehört und gelesen, daß mein Bedarf eigentlich gedeckt war.

Daher wollte ich nur kurz reinblättern, als nun die deutsche Übersetzung unter dem Titel Die Einwilligung erschien. Natürlich hatte ich als Skandal empfunden, was ich bis dahin schon wußte: Vanessa Springora, Jahrgang 1972, war mit 14 Jahren Geliebte des preisgekrönten, damals fünfzigjährigen Schriftstellers Gabriel Matzneff geworden.

Das linksliberale Kulturestablishment duldete diese offenkundig illegale Intimbeziehung nicht nur – es wurden zuvor, in den späten Siebziger Jahren, sogar „offene Briefe“ (von Matzneff initiiert, in Le Monde veröffentlicht) verfaßt, die sich für die Legalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen einsetzten. Unterschrieben hatten die Petition eine lange Reihe linksliberaler Intellektueller von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre bis hin zu Roland Barthes und Gilles Deleuze.

Nun, das erschien mir alles arg genug. Ich wollte lieber nicht genau lesen, wie Frau Springora nun ihre Geschichte aufbereiten und womöglich vom Fahrwasser der #metoo-Bewegung getragen würde.

Drum warf ich nur einen Blick in das schmale Buch – wurde aber sogleich völlig hineingezogen. Die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der Vanessa Springora (heute Chefin eines Verlagshauses) erzählt, wie gern sie damals dem sechsunddreißig Jahre Älteren auf den Leim ging, ist von Anfang an frappierend. Wie es ihr, die sich – vom Vater längst verlassen - als „häßliche Kröte“ fühlte, schmeichelte, von einem so bedeutenden Mann angehimmelt zu werden! Er schreibt ihr Briefe, er siezt sie höflich und überschüttet sie mit Komplimenten.

Als es zu einer ersten Verabredung kommt, denkt sie an ein Treffen im Café. Als er sie zu sich nach Hause einlädt, fühlt sie sich so überrumpelt, wie sich jeder Teenager in einer solchen Situation gefühlt hätte.

„Vor allem will ich nicht wie eine Idiotin dastehen. Nein, vor allem das nicht, und nicht wie eine dumme Göre, die keine Ahnung vom Leben hat.“

Matzneff beschwört sie, sie solle nicht „auf all die Horrorgeschichten hören, die man über mich erzählt.“ Sie kennt gar keine Geschichten. Sie folgt ihm mit klopfendem Herzen.

„Er muß erraten haben, daß ich es mit der Angst zu tun bekommen habe, denn er geht nun voraus, wohl damit ich nicht das Gefühl habe, in der Falle zu sein, damit ich glaube, ich könne noch umkehren. G. redet begeistert auf mich ein, wie ein junger Mann, der ganz aus dem Häuschen ist, weil er zum ersten Mal ein Mädchen in sein Appartement einlädt.“

Es wird weder bei diesem Mal noch bei den nächsten Treffen zu dem kommen, was man klassisch „Entjungferung“ nennt. Wie es letztlich „dazu“ kommt und was stattdessen zuvor geschieht, ist zu barbarisch, um es hier zu zitieren. Die Autorin bemüht hierzu übrigens nur dezente Worte. Das hier ist entschieden keine Schmierentheater.

Vanesa Springoras Mutter, Teil der Literaturszene, reagiert ähnlich wütend auf diese Beziehung wie der verflossene Vater, der sich nur sporadisch meldet. Beide sind zunächst vollkommen entsetzt. Die Mutter holt sich Rat bei Freunden aber: „Niemand schien besonders entsetzt zu sein.“

Bald lädt die Mutter das frische „Liebespaar“ gelegentlich zum Abendessen ein. Springora:

„In unserem unkonventionellen Umfeld aus Künstlern und Intellektuellen werden Verstöße gegen die Moral nicht nur toleriert, sondern sogar mit einer gewissen Bewunderung aufgenommen.“

Um hier abzukürzen: Der Vierzehnjährigen dämmert nach der von Matzneff verbotenen Lektüre seiner drastischen Büchern (heute hübsch im Preis gestiegen…) und nach einem zufälligen Blick in sein Tagebuch, was für ein Mensch hier Besitz von ihrem Leben ergriffen hat.

Matzneff hat die Päderastie zu seiner Philosophie erhoben. Sein Interesse gilt ausschließlich pubertären und vorpubertären Körpern beiderlei Geschlechts. Freimütig schildert er in seinen sich bestens verkaufenden Journalen seine häufigen Reisen nach Thailand, wo er sich von kleinen Jungs, gern von zahlreichen zugleich, „verwöhnen“ läßt.

Als Vanessa Springora dahinterkommt, daß ihr „Geliebter“ zugleich weitere Beziehungen zu Minderjährigen pflegt, sucht sie heulend Rat bei Matzneffs verehrtem Mentor:

„Das blinde Vertrauen, das mich zu ihm geführt hat, wurzelt nur in einem Umstand: seiner Ähnlichkeit mit meinem Großvater, der ebenfalls aus Osteuropa stammt, den nach hinten gekämmten weißen Haaren, den durchdringend blauen Augen , der Adlernase und dem schneidend scharfen Akzent.“

Dieser würdige Herr bescheidet nun der Vierzehnjährigen:

„G. ist ein Künstler, ein sehr großer Schriftsteller, eines Tages wird die Welt das erkennen. (…) Sie lieben ihn, dann müssen sie seine Persönlichkeit akzeptieren. G wird sich niemals änder. Er hat ihnen eine große Ehre erwiesen, indem er sie auserwählt hat. Ihre Aufgabe ist es, ihn auf seinem schöpferischen Weg zu begleiten, und auch, sich seinen Launen zu beugen. (…)  Die Frauen verstehen oft nicht, was ein Künstler braucht. Wissen Sie, daß Tolstois Frau ihre Tage damit zubrachte, in absoluter Selbstaufopferung die Manuskripte zu tippen, die ihr Mann mit der Hand schrieb, und dabei unermüdlich den winzigsten Fehler von ihm korrigierte? Aufopfernd und selbstlos, so muss die Liebe beschaffen sein, die die Frau eines Künstlers dem schuldet, den sie liebt.“

Wer war nun dieser Mentor? Niemand Geringeres als Emil Cioran.

Ein entsetzliches, trauriges Buch! Selbst und gerade für jemanden, der wie ich davon ausgeht, daß eine Frau die Konsequenzen ihres Tuns stets gründlich überdenken sollte.

Mit vierzehn Jahren aber ist man aber noch keine Frau, die über den Impuls des "Gemochtwerdens" hinausdenken kann. (Ich sage das auch als Mutter von sechs Töchtern, die sämtlich in der Nähe dieses Alters sind oder waren.)

Das Mädchen beendet die Beziehung. Doch Matzneff wird ihr noch über Jahrzehnte Briefe schreiben. Er – ein echter Vielschreiber – wird die Beziehung zur Autorin inklusive Abdruck des Briefwechsels in gefeierten Büchern dokumentieren.

Gallimard, eines der einflußreichsten Verlagshäuser Frankreichs, hat über Jahrzehnte die Tagebücher Matzneffs (worin seine sexuellen Vorlieben keineswegs ein Nebenschauplatz waren) publiziert.

Gab es denn nie kritische Stimmen? Doch: Dieser Clip, eine französische Literatursendung aus dem Jahre 1990 zeigend, ist enorm aufschlußreich. Die kanadische Literatin Denise Bombardier fährt darin dem „Dandy“ vehement gegen den Karren.

Es ist übrigens merkwürdig, daß der Eintrag zu Gabriel Matzneff in der deutschen Wikipedia keinerlei Hinweis auf seine skandalträchtigen Selbstbekenntnisse und Affären erhält. Sowohl die englischsprachige als auch die italienische tun das sehr wohl. Die französische tut dies (naheliegenderweise) sehr ausführlich: Dort wurde bis zum Mittag des 19. Juni 2020 zudem behauptet, Matzneff sympathisiere und kooperiere mit der Nouvelle Droite, der französischen Neuen Rechten.

Diese Aussage war mit dem wiki-internen Hinweis „Beleg hinzufügen“ versehen. Da dieser Beleg fehlte, ging ich davon aus, daß eine falsche Fährte gelegt worden war. Wäre Matzneff ein „Rechter“, warum hätte Frau Springora das nicht als zusätzlichen Belastungsfaktor erwähnt?

Ich sah aber, daß Matzneff durchaus von der Nouvelle Droite hofiert wurde und in ihren Publikationen über Jahre häufiger zu Wort kam. Eine Schande, fand und finde ich! Ich fragte einige Leute per Mail und Telefon nach ihren diesbezüglichen Erkenntnissen. Unmittelbar danach, also am Nachmittag des 19. Juni, ist der Hinweis auf Matzneffs Kontakte in „unser Lager“ aus der französischen Wikipedia getilgt worden. Ein ulkiger Zufall.

Nun gut: Es muß in Frankreich, anders als hierzulande, wo man ihn kaum kennt, in den letzten Monaten einen fanatischen Haßsturm gegen Matzneff gegeben haben.  Unter anderem hat Gallimard – das muß man sich vorstellen: nachdem sie ihn über Jahrzehnte bedenkenlos publiziert hatten! – seine Bücher aus dem Programm genommen.

In einem maßgeblichen Magazin der französischen „Neuen Rechten“ heißt es nun:

„Oui, la pédophilie est une abominable saloperie, et la juste place d´ un pédophile est dans une cellule de prison- aussi vrai que la juste place d`un livre est dans une librairie.“ - „Ja, Pädophilie ist eine scheußliche Schweinerei, und der gerechte Platz für einen Pädophilen ist eine enge Gefängniszelle – genauso, wie es wahr ist, daß der gerechte Platz für ein Buch eine Bücherei ist.“

Nun – ich bin da unentschieden. Ich hasse solche „Schauprozesse“. Aber ich halte Gabriel Matzneff – horribile dictu - für einen echten Kinderschänder.

Man lese nach: Vanessa Springora, Die Einwilligung - hier bestellen.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.


Kommentare (27)

franzheister

21. Juni 2020 06:58

Sehr gute Rezension Frau Kositza. Just in der vergangenen Nacht wurde übrigens der Wikipedia Eintrag des Intellektuellen nachgebessert. Dies passiert auch bei anderen Einträgen dieser Enzyklopädie regelmäßig und lässt tief blicken. Die regelmäßigen konsolidierten Aktionen zur Zersetzung unserer Kultur und Gesellschaft durch progressive Interessengruppen, sind keine krude Theorie. Allerdings ist dieses Land nicht mehr in Lage sich gegen diese Entwicklungen zu verteidigen. Ich persönlich sehe in diesen vielen kleinen Grenzüberschreitungen und Aufkündigungen sozialer Konstrukte, einen "Plan" zur Zerstörung! Es ist jedoch sehr schwierig diese Theorie angemessen zu bestätigen.

Ein gebuertiger Hesse

21. Juni 2020 08:50

Gibt es diese Petition aus den 70ern zur Legalisierung von Sex mit Minderjährigen noch irgendwo im Netz? Möchte gern sehen, wer da noch alles unterschrieben hatte.

Ambivalent, das Ganze. Hier ist beides zutiefst mies: der literarisch aufgebrezelte Mißbrauch von Minderjähren durch diesen Matzneff, aber auch der politisch-korrekte Schauprozess gegen ihn (oder Entsprechendes gegen Weinstein, Polanski, Woody Allen). Keine Seite taugt was. Ausspucken darf man gleich zweimal.

Interessant ist das verlinkte Video aus der TV-Literatursendung. Matzneff hat geradezu abstoßend kleine, feminine Hände. Typen wie er tragen ihre Perversion wie ein Kainsmal am Leib.

links ist wo der daumen rechts ist

21. Juni 2020 09:13

Kirche im Dorf 1

Ich kenne den Minengürtel des Whataboutism (das Buch „Mit Linken leben“ ist ja im Grunde nur eine Fußnote dazu) sehr gut.

Trotzdem eine Feststellung: DEN Linken unterstellt man ohnehin, daß sie –unmoralisch-hedonistisch –mit dem Leibhaftigen im Bunde, für den allgemeinen Kultur-und Sittenverfall wenn nicht hauptverantwortlich, so doch zumindest geistige Mittäter oder "Brandstifter" wären, vgl. Zitat:

Das linksliberale Kulturestablishment duldete diese offenkundig illegale Intimbeziehung nicht nur–es wurden zuvor, in den späten Siebziger Jahren, sogar „offene Briefe“ (...) verfaßt, die sich für die Legalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen einsetzten.Unterschrieben hatten die Petition eine lange Reihe linksliberaler Intellektueller...

ABER:

Was mich, der leider aus keiner konservativ-„heilen“ Familie stammt, über Jahrzehnte hinweg immer frappiert hat:

Gerade unter dem Schutzschild einer vorgespiegelten heilen Welt haben sich doch die größten Schweinereien abgespielt. Stramm-konservativ autoritäre Familienväter, die ihre Kinder geschlagen, die Töchter mißbraucht haben; Pfarrer en masse (für mich die größten Schweine auf Gottes Erde), die sich an Minderjährigen vergriffen haben usw. ad inf.;„uneheliche“ Kinder im Pfarrhof wirken dagegen ja fast wie niedliche „Verfehlungen“.

links ist wo der daumen rechts ist

21. Juni 2020 09:19

Kirche im Dorf 2

Und ums zu toppen:

Typen wie Fritzl oder Priklopil (als Spitze eines Eisbergs?) würde ich nicht unbedingt zum linksliberalen Mainstream zählen; da könnte man sogar den „autoritären Charakter“ aus der Mottenkiste holen…

Echte oder vermeintliche Linke haben doch ihre „Verfehlungen“ – von Otto Mühl abwärts – meist wie eine Monstranz vor sich hergetragen, aber diese verdrucksten Heimlichtuereien, gedeckt von einer zum Himmel stinkenden Doppelmoral, sind doch die größten Widerwärtigkeiten.

Und noch aus dem Nähkästchen geplaudert:

Nicht nur, daß man z.B. noch in den 80ern als Scheidungswaise schlicht und einfach als minderwertig betrachtet wurde (und das durch schulische Leistungen versuchte zu kompensieren), nein, auch geschiedene Frauen hatten bevorzugt bei katholischen Ehemännern und Familienvätern scheinbar Freiwild-Charakter.

Also bitte die Kirche im Dorf lassen.

Die Balthus-Diskussion mit ihrem Für und Wider, was denn ein Künstler dürfe, hat mir gereicht (von dem Prozeß gegen einen Adolf Loos Reden wir schon gar nicht).

Oder soll das Spiel rechts = „autoritärer Charakter“, links = pädophil a bisserl selbstgefällig ewig weitergehen?

Den Teufel würd’s freuen.

bb

21. Juni 2020 11:29

Lehrreich an dieser Geschichte ist, dass auch solche Tabus in aller Öffentlichkeit gebrochen werden können, wenn es nur geschickt massenmedial begleitet wird. Es stellen sich nun für mich folgende Fragen:

  1. Können die Massen so geschult werden, dass ihre Widerstandsfähigkeit gegen die mediale Beeinflussung wächst?
  2. Wenn dies nicht möglich sein sollte: Wie kapert man die Köpfe, um dort eigene Themen, Erzählungen und Sichten zu platzieren?

Falls es diesbezüglich Erkenntnisse gibt, würde mich eine Zusammenfassung in Form eines Artikels interessieren, damit ich mich in dieses Thema einarbeiten kann.

RMH

21. Juni 2020 12:16

Das Problem allen Ortes ist eine mangelnde Abstraktionsfähigkeit. Man sollte schon unterscheiden können, zwischen einem künstlerischen und/oder philosophischen Werk und den konkreten Taten in einem Leben.

Das eine entschuldigt das andere nicht und umgekehrt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass viele der sog. alten Griechen etwas mit Knaben machten, was absolut - sogar losgelöst vom historischen Kontext - nur als widerwärtig bezeichnet werden kann, so lese ich sie dennoch und entschuldige damit rein gar nichts (eben kein "Whataboutism").

Das literarische Werk des Herrn Matzneff kenne ich nicht und kann es nicht beurteilen, ob er quasi Propaganda für die Kinderschändung betrieben hat oder nicht bzw. eigenständigen Wert hat.

Der Pädo-Komplex der 60er /70-80er Jahre muss aber aufgearbeitet werden, so wie es auch der ganz aktuell zur Diskussion gekommene Fall des Herrn H. Kentler zeigt. Hier gibt es kaum Abstrahierungsfähiges. Der Typ hat sogar seine Stellung als Gerichtsgutachter für seine Ziele missbraucht. Für ein mit dem Finger auf die Linke zeigen, taugt aber auch dieser Fall nicht. Diese Gesinnungs- und Neigungstotalität ist das Kampfmittel der Linken - das brauchen wir Rechte und Konservative nicht.

nom de guerre

21. Juni 2020 12:55

Das ist widerlich und ohne jeden Zweifel skandalös. Aber warum wird es tatsächlich skandalisiert? Warum füttert und hätschelt die linksliberale Kulturszene jahrzehntelang solche Typen, in dem Bewusstsein, „was für welche“ das sind, und lässt sie seit ein paar Jahren (ich denke jetzt an Weinstein und andere, obwohl die nicht alle in die gleiche Schublade gehören) einen nach dem anderen fallen, nicht ohne „Haltet den Dieb!“ zu schreien? Handelt es sich hier nicht nur um eine weitere Spielart, den „alten weißen Mann“ zu demontieren, diesmal in Form von Kulturgrößen, die z.T. niemals in diesen Rang hätten aufsteigen dürfen?

Bei dem Abschnitt über Cioran bin ich mir nicht sicher, ob ich das für glaubhaft halten soll. So etwas zu einer Vierzehnjährigen zu sagen, so zu tun, als ob sie diese „Beziehung“ als erwachsene Frau führen würde, sie mit Tolstois langjähriger Ehefrau zu vergleichen (nebenbei: wurde die von ihrem Mann nicht auch geschlagen? aus ihren eigenen Büchern könnte man das zumindest schließen), erscheint mir einfach zu abwegig, um es unbesehen zu glauben.

Kositza: Tja, eine Tonaufnahme vom Gespräch mit Cioran wird sie kaum haben... - für mich spricht sie insgesamt(auch durch ihre selbstkritische Art) sehr glaubwürdig. Anonsten: was an den "alten weißen Männern" faul ist (wenn etwas faul ist), sollte man schon benennen und diesem Fall auch gern skandalisieren dürfen.

Hartwig aus LG8

21. Juni 2020 13:38

@ links ist wo der Daumen rechts ist

Ich möchte Ihnen widersprechen.

Der Bruch der Konventionen (und/oder der Gesetze) hinter dicken Mauern zeugt in der Regel vom Bewusstsein eigener Untugend oder eigenem Unrechts  -  die heimliche Geliebte, das Ausleben irgendwelcher Süchte, oder aber das Kapitalverbrechen der Kinderschänderei - schlimm genug. Aber es ist kein beabsichtigtes Zerstörungswerk an der Kultur, oder bemüht sich wenigstens darum, keines zu sein.

Anders ist das öffentliche und schamlose Ausleben der o.a. Freveleien zu werten. Hier soll die eigene Schwäche in Stärke umgedeutet werden; hier soll ein Beispiel gegeben werden; hier besteht die Absicht der Zersetzung.

 

Der_Juergen

21. Juni 2020 13:44

"Es ist übrigens merkwürdig, daß der Eintrag zu Gabriel Matzneff in der deutschen Wikipedia keinerlei Hinweis auf seine skandalträchtigen Selbstbekenntnisse und Affären erhält. Sowohl die englischsprachige als auch die italienische tun das sehr wohl."

Die deutsche Wikipedia-Ausgabe inzwischen auch; ich habe eben nachgesehen. 

 @bb

"Können die Massen so geschult werden, dass ihre Widerstandsfähigkeit gegen die mediale Beeinflussung wächst?"

Von wem denn, wenn die Opposition keinen Zugang zu den Mainstream-Medien hat und die Schulen und Universitäten von denselben Kräften kontrolliert werden wie die Medien? Antwort: Vom härtesten aller Zuchtmeister, dem Leben. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusehen, dass im Winter Millionen ihre Arbeit verloren, X Firmen pleite gemacht haben und die Kulturbereicherer zu plündern beginnen werden (wovon die gestrigen Ereignisse in Stuttgart einen kleinen Vorgeschmack bieten). Wenn es sich dann herumspricht, dass die Sterblichkeit 2020 nicht oder nur wenig höher war  als in den letzten Jahren, werden die Realitäten die Massen sehr rasch "schulen", mit dem Ergebnis, dass das Volk  bis auf 20 bis 30% unbelehrbare Volltrottel eine rasche Resistenz gegen die Medienlügen entwickeln wird. 

Laurenz

21. Juni 2020 15:24

Hier ein kurzer Überblick über die Kinderschänder-Debatte vornehmlich bei den Grünen.

https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie-Debatte_(B%C3%BCndnis_90/Die_Gr%C3%BCnen)

Da die Leute der DKP und die vom KBW im Prinzip die Grünen übernommen hatten, ist es weitestgehend ein linkes Problem.

Eine weitere Problematik ist, daß Homosexuelle einen x-fach höheren Hang zum Kinderschänden haben als Heterosexuelle.

Aber keine 5% der Bevölkerung sind homosexuell oder sonst irgendwas.

Von daher sind diese, für mich abnormen, Minderheiten in den Medien überrepräsentiert.

Wir brauchen uns aber nichts vorzumachen. Unsere moralische Sicht auf das Kinderschänden ist durch unsere Kultur geprägt. Andere Kulturen sehen und sahen das anders. Auch im uns verwandten Tierreich existiert keine dementsprechende Moral.

Die nächste Frage ist, sind Kinderschänder mit ihrer "falschen" sexuellen Fokussierung krank oder nicht?

Sind Sie krank, ist der Knast oder die Sicherungsverwahrung der falsche Ort. Vielleicht könnte man gesellschaftliche, kontrollierbare Freiräume in einer Art Reservat für solche Menschen erschaffen, wo sie normal leben und arbeiten können, aber eben ohne Kinder.

Pit

21. Juni 2020 16:23

Hm...!? Das Problem ist also, daß er... UNTREU ist... noch weitere Liebschaften hat... manipulativ ist... bisexuell ist?
Seit langer Zeit möchte ich gerne mal Erfahrungsberichte hören... was erleben denn nun Minderjährige, also 13-14+j. Las den Artikel in der Meinung, hier nun mal fündig geworden zu sein aber gar nicht. Wenn er also nicht untreu usw. gewesen wäre, wäre alles ok gewesen, das wird ja, als Möglichkeit, unausgesprochen mit dem Fall ausgesagt. Wo also wird das mal diskutiert? Denn dann endlich wüßte man mal, was von dem ganzen Pädokram zu halten ist! Bei mir gilt immer noch: wo kein Opfer, da kein Verbrechen, und ich will von den Minderjährigen wissen, ob sie Opfer waren.
Pubertäre Mädchen stürzen sich auf Männer. Es ist für Männer nicht leicht zu wissen, was davon zu halten ist. Darum ist die Klärung der Fage sehr wichtig!

Kositza: Sie sollten das Buch lesen. Vermutlich bin ich einfach weit weniger liberal als Sie.

nom de guerre

21. Juni 2020 16:27

@ Kositza

"Anonsten: was an den "alten weißen Männern" faul ist (wenn etwas faul ist), sollte man schon benennen und diesem Fall auch gern skandalisieren dürfen."

Ja, natürlich, man muss es skandalisieren dürfen, das wollte ich damit nicht in Frage stellen. Dennoch muss es m.E. auch möglich sein, solche Vorwürfe (d.h. hier aus meiner Sicht zumindest einen Teil davon) kritisch zu betrachten und zu fragen, welche Motive dahinterstehen, zumal sich solche Skandale in den letzten Jahren häufen und es der Autorin mit ihrem Buch gelingt, gleich zwei Geistesgrößen moralisch zu erledigen.

Kositza: Cioran sollte damit nicht als "erledigt" gelten. Hier dürfte man sagen dürfen: Tja, so waren die Zeiten. Vlt hielt er Vanessa für 17, und von Matzneffs "Abenteuern" mit kleinen Jungen muß er nicht unbedingt gewußt haben.

nom de guerre

21. Juni 2020 20:28

Kositza: Cioran sollte damit nicht als "erledigt" gelten. Hier dürfte man sagen dürfen: Tja, so waren die Zeiten. Vlt hieß er Vanessa für 17, und von Matzneffs "Abenteuern" mit kleinen Jungen muß er nicht unbedingt gewußt haben.

Hmm, ok, das könnte sein. Ich hatte es so verstanden, dass sich dieses „er ist Künstler, deswegen müssen Sie ihn so akzeptieren wie er ist“ auf das ekelhafte Gesamtbild einschließlich Vanessas Alter bezog. Dass Cioran so etwas gewusst und mit einem Verweis auf Sofja Tolstaja verbrämt haben soll, wäre halt schon merkwürdig. Jedenfalls haben Sie mich neugierig auf das Buch gemacht.

Monika

21. Juni 2020 20:33

Liebe Frau Kositza, natürlich dürfen Sie zu diesem ekligen Typen Kinderschänder sagen. Diese drastische Bezeichnung ändert allerdings nichts an dem Sachverhalt, der in den 70er Jahren in der linken Zeitschrift „konkret“ unter Titeln wie „Männer und kleine Mädchen“, „Wie Schulmädchen lieben“ oder „Frühe Liebe mit 14“ zum Thema wurde und ähnlich wie Prostitution m.E.  nicht abgeschafft, sondern nur modifiziert werden kann. Das entschuldigt nicht den Täter !!! ( Der bestraft gehört). Unter dem Vorwand der sexuellen Emanzipation oder moralischer Entrüstung wurden in „konkret“ Bilder von nackten, sehr jungen Mädchen veröffentlicht. Herausgeber von Konkret war Klaus Rainer Röhl, Ehemann von Ulrike Meinhof. Seine Töchter Anja ( aus erster Ehe) und Bettina ( aus der Ehe mit Ulrike Meinhof) haben ihren Vater später sexueller Übergriffe bezichtigt. Über den weiteren politischen Werdegang von Röhl kann man nachlesen. Wo fängt Missbrauch an, wo hört er auf ? Zwischen Nabokovs  „Lolita“ und der Verheiratung eines 11jährigen Afghanischen Mädchens mit einem Tattergreis liegt ein weites Feld. Und es kommt vor in rechten und linken Kreisen, in der katholischen Kirche und, und, und. Hier tun sich Abgründe auf.

 

 
Kositza: Keine Einwände. Zu Nabokovs Lolita äußert sich Springora übrigens dezidiert.

Monika

21. Juni 2020 20:37

Gab es nie kritische Stimmen ? Der Regisseur Claude Lanzmann ( Shoah) fand sogar, dass Matzneff Denise Bombardier eine Ohrfeige hätte verpassen sollen. So viel zu den moralischen Größen...

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/gabriel-matzneff-zerrissene-schleier-13444851.html

tearjerker

21. Juni 2020 21:29

Breaking News: Entgegen anderslautender Meldungen ist es unter Männern nicht strittig, dass die jüngeren Frauen den älteren Frauen vorzuziehen sind. Das liegt in der Natur der Sache. Der Prinz will auch lieber die junge Haushaltshilfe als die mittzwanzigjährigen Töchter der Stiefmutter begatten (oder erst das junge Ding und danach den Rest). Das ist wie Magie, nichts zu machen, und man kann das quasi nur als Märchen erzählen, sonst flippen die Weiber aus. In Deutschland sieht der Gesetzgeber übrigens das 14. Lebensjahr als zulässiges Alter für den erlaubten Verkehrseintritt vor. Praktisch wird das natürlich mit Vorbehalten umstellt (Strafbarkeit bei Abhängigkeit des/r Minderjährigen vom Sexualpartner wie z.B. in Schule, Sportverein etc.) oder auch schlicht mit Unterstellungen, die das TechtelMechtel zu einem Risiko machen. Wenigstens für den alten Mann, denn selbst Jahrzehnte später kann immer noch ein Buch darüber geschrieben werden. Dabei ist das Problem doch, dass sich das Bürgertum trotz ständigem Gewedele mit dem Grundgesetz und seiner vorgegebenen Moral das Recht an der Tochter hat abkaufen lassen. So kann der Vater weder seine Tochter in den Harem des Ecrivain mit Versorgungsanspruch abgeben, noch ihre Brüder losschicken um dem alten Sack die Eier langzuziehen. Das ist das Traurige an der Geschichte.

Kositza: Ok. Das sagt etwas über Sie aus, einverstanden? Genau, wie es vermutlich etwas über mich (auch: als Christin) aussagt, wenn ich Kultur über Natur stelle.

Gracchus

21. Juni 2020 21:32

Mich hat's interessiert. Sodass ich das Buch gerade gelesen habe. Matzneff war mir bisher kein Begriff. Sein Werk scheint nicht sehr bedeutsam und überhaupt nur seine Pädo- oder Ephebophilie zum Inhalt zu haben. 

Fotos von ihm lassen an einen buddhistischen Mönch denken, aber auch an Gründgens Mephisto. Sein Muster: dass er sich Mädchen aus zerrütteten Familienverhältnissen aussucht. Er tritt sozusagen an die Stelle des (abwesenden) Vaters, die Verhältnisse haben damit symbolisch etwas Inzestuöses. Ich vermute, dass damit auch die Einwilligung der Mutter zu tun hat, sozusagen aus Schuldgefühlen heraus. Sowie Springora es schildert, geht Matzneff maximal manipulativ vor und isoliert sie. Sie vermutet sogar, dass er selber Denunziationen an die Polizei verschickt hat. Der (mechanisch vollzogene) Sexualakt scheint dabei nicht im Mittelpunkt zu stehen. Mich hat auch interessiert, wie er seine Neigungen verbrämt und rechtfertigt. Hat er kein Gewissen? Er sieht sich als Wohltäter. Er liest ihr aus der Bibel vor, scheinbar gläubig, es sei DAS Buch der Bücher. 

Dass Cioran, dessen Aphorismen manchmal ganz lustig sind, das kunstreligiös verbrämt und Opfer für die Kunst fordert? Cioran wird gleichzeitig zitiert, dass Bücher Lügen seien? Seine eigenen auch? In denen er vom Nachteil des Geborenseins räsoniert? 

Kositza:Das nun (Cioran; Ihre anderen Überlegungen teile ich) halte ich für evident. Es ist vielfach bezeugt, daß Cioran den todessehnsüchtigen Misanthropen gab, aber im "reallife" fast leutselig und munter daherkam. (Was jetzt keine Schande per se wäre.)

Waldgaenger aus Schwaben

21. Juni 2020 23:01

</i> (vermutlich fehlendes schliessendes i-tag um die kursive Schrift zu beenden; )

@links ist wo

Warum so bescheiden? Packen Sie doch gleich die große Wumms (infantile Sprache unserer derzeitigen Nomenklatura ) aus:

Jeden Tag verhungern tausende von Kindern oder sterben an heilbaren Krankheiten wegen der Ausbeutung der Dritten Welt durch uns. Das schert deutsche Rechte nicht, die Grenzen müssen geschlossen werden. Aber über linke Pädophilie aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrtausends regen sie sich auf.

Whataboutism at its Best.

Ernst beiseite: Das Schändliche der linken Nomenklatura damals war, dass sie Pädophilie legal und moralisch akzeptabel machen wollten.

Das Projekt ist Gott Sei Dank gescheitert. Woran liegt es?

Meiner Meinung nach auch daran, dass Pädophilie  und Sex mit Tieren eine sexuelle Perversion ist, die fast nur bei Männern auftritt (P. bei etwa 1%). Und vermutlich ist P. bei Linken, Rechten, Atheisten, Christen, Moslems, etc. gleich häufig verteilt ( Hinweis für @links ist wo)

Das links-grüne Projekt "Pädophilie" wurde vom ungleich wirkungsmächtigen Feminismus abgeräumt, mit dem viel mehr Wähler zu gewinnen sind. Der F. hat also auch etwas Gutes bewirkt

Monika

21. Juni 2020 23:02

Liebe Frau Kositza,

ich ahnte, dass Sie sich mit dieser Rezension in einer fast mehrheitlich von älteren Herren gelesenen Rubrik auf heißes Gelände begeben. ( Pit, tearjerker) . Manchmal wird es schmuddelig. Diesen Herren empfehle ich die Lieder von Katja Krasavice, die aus der Bedürftigkeit mancher Herren fette Kohle macht. Traurig. 

https://www.welt.de/vermischtes/plus209436365/Katja-Krasavice-Ich-sehe-in-jedem-Mann-einen-Vater.html

Ansonsten  rate ich vor allem den hier lesenden Vätern, ihren Töchtern ein starkes Selbstbewusstsein zu vermitteln. Das ist der beste Schutz gegen Pädophile. 

Laurenz

22. Juni 2020 07:59

@Monika

es steht nicht in meiner Absicht, von Ihnen besagte Herren verteidigen zu wollen. Finde den Artikel und die Buch-Vorstellung von Frau EK gelungen. Aber zB inner-familiärer Mißbrauch von Kindern basiert oft auf einem Rollentausch von Mutter und Tochter. Etwas subtiler kann das auch extern passieren, wie man am Beispiel erkennen mag, wenn man in solche Fälle etwas tiefer einsteigt. 

System-Medien tun aktuell so, als hätte Politik und Kirche irgendwas versäumt. Richtig, haben beide über Jahrzehnte oder schon immer. Aber das liegt vordergründig an den Mängeln der System-Medien selbst.

Zum Schutze der Kinder sollte sich die Rechte klar und vernünftig positionieren. Kinder-Schänderei ist ein hervorragendes Beispiel dafür, daß linke Moral ein reines Lippen-Bekenntnis darstellt, wie alles Linke. Das darf mal auch gerne politisch instrumentalisieren.

RMH

22. Juni 2020 09:44

@Monika,

Und ich rate allen hier mitlesenden Müttern, bei allem prinzesschenhaften, Augenaufschlag und Augenklimpernden, sich ran kuschelnden, "zuckersüßem" Verhalten von Mädchen, insbesondere, wenn sie etwas haben wollen, gegenüber Vätern/ Männern einen sorgsamen bis kritischen Blick zu haben. Das ist zwar meistens noch lange kein "Missbrauch", dennoch nicht ungefährlich. Auch für das restliche Leben und kann zu einem manipulativen Charakter führen. 

HansCastorp

22. Juni 2020 19:04

"Kinderschänder" ist deshalb ein Unwort, aber zugleich bezeichnend, weil seine Wurzel die archaische Vorstellung ist, dass die Schande das Kind, also das Opfer, aber nicht den Täter trifft. Ähnlich war der Sachverhalt etwa bei den unehelichen Kindern und den geschiedenen Frauen in der BRD. Der Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse sorgte denn auch dafür, dass die Verwendung dieses Wortes inzwischen wohl eher unüblich ist, aber wenn doch. dann wohl eher unreflektiert erfolgt. Regelrecht berauschen tun sich am "Kinderschänder" nur noch sehr bestimmte Kreise. Ich meine, dazu gab es mal einen Artikel von Lichtmesz. 

Kositza: Logisch ist das Kinderschänderwort auf ähnl. Niveau wie "Lügenpresse" oder "Volksverräter", das stimmt; es gehört auch nicht zu meinem aktiven Sprachschatz. Das mit der Täter- Opfer- Objektivierung hab ich auch schon gelesen; es ist meines Erachtens aber zu spitzfindig. Es ist zu bezweifeln, ob sich die Täter schämen - die Schande allerdings haben die Opfer zu tragen.

Gracchus

22. Juni 2020 20:56

@Kositza: ja, hatte ich auch schon aufgeschnappt. Cioran-Lektüre muntert mich auch immer auf. Woran das liegt? 

Befremdlich finde ich dennoch, was Cioran zu Springora gesagt hat oder haben soll. Vielleicht war er nicht im Bilde. Und ich will Cioran auch nicht angreifen. 

Matzneff war - das klingt an einer Stelle an - selbst mal Opfer. Springora meint, er sei emotional-affektiv auf der Stufe eines 14-jährigen stehen geblieben. Denken und Fühlen sind bei ihm anscheinend völlig dissoziiert. Auch Springora entwickelt später solche Symptome (Magersucht), wo sie ihren Körper nicht mehr fühlt und fühlen will.

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob das nicht auf viele Intellektuelle zutrifft, d. h. ob hohe Intellektualität nicht mit emotionaler Unreife Hand in Hand geht. 

Wenn Matzneff jetzt strafrechtlich verfolgt wird, denke ich: nun ja, etwas heuchlerisch. Der Mann ist 83, lebt in einer Sozialwohnung von staatlichen Zuwendungen, die ihm gestrichen werden sollen. Sozial dürfte er nunmehr geächtet sein. 

links ist wo der daumen rechts ist

22. Juni 2020 23:07

@ RMH 

@ Hartwig aus LG8 

@ Waldgaenger aus Schwaben 

 

Dank für die Widersprüche und Ergänzungen. 

Dem “beabsichtigten Zerstörungswerk an der Kultur” (@ Hartwig) wurde durch die Empörungshaltung des Feminismus (@ Waldgänger) scheinbar ein Ende bereitet. So weit so gut. 

Aber – Zitat @ RMH: 

Für ein mit dem Finger auf die Linke zeigen, taugt aber auch dieser Fall nicht. Diese Gesinnungs- und Neigungstotalität ist das Kampfmittel der Linken - das brauchen wir Rechte und Konservative nicht. 

Wie wahr. 

Ich frage mich deshalb als wertkonservativer Mensch schlicht und einfach, welcher Typ Mann es ist, der als hedonistischer Schriftsteller, größenwahnsinniger Kommune-Häuptling oder katholischer Pfarrer Minderjährige mißbraucht, der als gesitteter Familienvater den “Babystrich” (scheußliches Wort) aufsucht oder als Angehöriger der Nomenklatura minderjährige Mädchen in “Verliesen” oder am besten gleich im Doppelpack mit entsprechender Menge Koks auf sein Hotelzimmer bestellt. 

Als Spitze DIESES Eisberges hatte ich Typen wie Fritzl und Priklopil bezeichnet. 

DIE sind der Feind. Und dafür gibt es Gesetze und keinen Pranger. 

Die Kinder und Minderjährigen sind unsere eigentlichen Schutzbefohlenen. 

Den politisierenden Rest können wir uns schenken. 

Max

23. Juni 2020 17:55

"daß Homosexuelle einen x-fach höheren Hang zum Kinderschänden haben als Heterosexuelle."

Stimmt in der Form nicht.  Die Neigung zu Jungen ist eine andere als die zu erwachsenen Männern.  Es ist häufig, und bei Neigung zu vorpubertären Jungen sogar typisch, dass bei Erwachsenen Frauen als Sexualpartner vorgezogen werden.  Diese Gruppe unter "homosexuell" zu klassifizieren führt also etwas in die Irre. Dass sich in der heutigen Verfolgungssituation einige Liebhaber älterer Jungen als schwul zu tarnen versuchen, und damit die scheinbare Zahl der Schwulen künstlich erhöhen, ändert daran nichts. 

Es gab genügend Gesellschaften, in denen Sex mit Jungs normal war, wie vom alten Griechenland bis noch heute in Afghanistan, weil dies auch für viele Heterosexuelle eine Variante ist.  Schwule hingegen stellen immer nur eine Sondergruppe dar, die sicherlich oft genug toleriert wurde, aber eben nie normal war.

Was stimmt, ist, dass Pädophile mit Neigung zu Jungs geschätzt die Hälfte der Pädophilen überhaupt ausmachen, wenn nicht mehr, im Gegensatz zu den lediglich 5% die auf erwachsene Männer stehen.  Wenn man also Jungenliebhaber mit Schwulen in eine Kategorie "homosexuell" zusammenpackt, dann würde natürlich rauskommen, dass unter den Homosexuellen die Neigung zu Jungs einen größeren Anteil hat als unter Heteros.

RMH

23. Juni 2020 21:31

Das anthropologisch Interessante an solchen Vorkommnissen ist, dass der Mensch eine Spezies zu sein scheint, die ihre sexuellen Neigungen/Triebe hochgradig rationalisieren kann und sich scheinbar ganz unemotional und affektlos Strukturen und Netzwerke schafft, um diese Neigungen/Triebe/Bedürfnisse mit langem Vorlauf und z.T. hohen Organisationsaufwand ausleben und befriedigen zu können (wobei die Befriedigung ja immer nur temporär und sehr kurz ist, so dass eine Art Dauerbedürfnis entsteht).

Was die aktuell ans Tageslicht kommenden Fälle der Pädophilie angeht, so zeigt sich, dass die Täter eben oft keine einsamen, triebgesteuerten und im Erregungszustand quasi blind zuschlagende, im Sinne von "sie konnten nicht anders" Täter sind, sondern hochgradig organisiert, rational und vernetzt vorgehen bzw. ihre sorgsam geschmiedeten Tatpläne umsetzen. Daher auch der Versuch in der jüngeren Vergangenheit, irgendwie politisch so etwas evtl. legitimieren zu können. Ausreden wie "es hat mich überkommen" zählen in den meisten Fällen gerade nicht. Wer sich einmal mit Gerichtsgutachtern zu diesem Thema unterhalten durfte, der wird erfahren, wie planvoll viele Täter sich viele Opfer über einen langen Zeitraum geradezu "erziehen", bis überhaupt die erste konkrete Tat passiert, damit eben der Missbrauch auch öfter und widerholt über Jahre hinweg nachhaltig stattfinden kann.

Max

25. Juni 2020 23:00

Fortsetzung
Es gibt noch eine dritte Gruppe, und mit der rational umzugehen ist weitaus schwieriger. Das sind die Pädos, die die Gesetze zum Schutz der Kinder für Unrechtsgesetze halten. 

Die sind meist in Kontakt mit anderen Pädophilen, ihre Überzeugung ist, das Sex mit Kindern dann ok ist, wenn die das selbst auch wollen. 

Das sind die, die RMH beschreibt, die durchaus jahrelang mit Kids zusammen sind, bevor es zu illegalen Handlungen kommt. Das als vorausgeplantes Verbrechen zu beschreiben stimmt aber nicht, sie warten einfach darauf was passiert. Sie sind auch ohne Sex froh, überhaupt eine Beziehung zu haben, und die kann auch nach vielen Jahren ohne Sex enden. Aber wenn der Bengel Neugier auf Sex zeigt, kann er die auch gleich am ersten Tag befriedigen.

Sie sind nach Gesetz Verbrecher. Aber nach ihrer eigenen Überzeugung verstoßen sie lediglich gegen Unrechtsgesetze, denn das, was sie tun, schade angeblich niemandem. Könnte man sie davon überzeugen, dass sie im Unrecht sind?  Im Prinzip ja, nur müsste man dann erstmal mit ihnen diskutieren, und auch ihre Argumente zumindest anhören. Anders geht Überzeugung nun einmal nicht. Wäre jemand hier dazu bereit? Wohl kaum. In den Lügenmedien? Erst recht nicht. Sie stecken also isoliert in ihrer Blase und niemand versucht auch nur, sie dort rauszuholen. 

Was tun?  Ich weiß es nicht. 

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.