Digitalguerillas gegen das Empörium

Ein Wochenende mit zahlreichen Accountsperrungen liegt hinter uns: Twitter hat mehr als 50 neurechte Nutzer und Organisationen gesperrt.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Mein Kon­to befin­det sich natür­lich dar­un­ter. Getrof­fen hat es dar­über hin­aus alle offi­zi­el­len Kon­ten der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung in ganz Euro­pa. Aus­lö­ser die­ses digi­ta­len Ver­nich­tungs­schlags war eine „Stu­die“ von Hei­di Bei­rich, ihres Zei­chens Lei­te­rin der „Intel­li­gence Pro­ject Direc­tor“ des „Sou­thern Pover­ty Law Cen­ters“ – eine Art US-ame­ri­ka­ni­scher Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung, die noch mäch­ti­ger und finanz­stär­ker ist.

Ein Ver­dikt des SPLC in den USA ist bei uns wohl nur mit einer ver­schärf­ten Beob­ach­tung durch den Ver­fas­sungs­schutz ver­gleich­bar. Anders als die Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung hat das SPLC sei­ne Fin­ger direkt am Puls des digi­ta­len Macht­zen­trums. Ihr Draht ins „Sili­ci­um­tal“ ist kurz. Dem­entspre­chend führt ein „Bericht“ des SPLC in der Regel rasch zum digi­ta­len Vapo­ri­sie­ren der dar­in ent­hal­te­nen Akteure.

Bei­richs Kon­vo­lut über die IB als einem „Super­sprea­der von Haß“ ist selbst nicht der Rede wert. Dar­in wird die alt­ba­cke­ne Lüge, unser Akti­vis­mus „berei­te­te den Boden“ für rechts­ex­tre­men Ter­ror, stumpf wie­der­holt. Bezeich­nend ist, daß Bei­rich von Ein­Pro­zent bis zur Sezes­si­on alle und jeden als Teil die­ses „het­zen­den Ter­ror­netz­werks“ ver­däch­tigt. Dem Bericht folg­te ein NBC-Arti­kel und dem wie­der­um folg­ten zahl­rei­che Twittersperrungen.

Das sozia­le Netz­werk über­nahm dabei Bei­richs Ver­schwö­rungs­theo­rie. Die Kon­ten der IBD und mei­ne wur­den gesperrt, weil wir „Ter­ror und Gewalt ver­herr­licht“ hät­ten. Man gibt sich beim Erfin­den der Vor­wän­de gar kei­ne Mühe mehr!

Bei­rich warf Twit­ter und You­Tube vor, daß mit „zwei­er­lei Maß gemes­sen“ wür­de. Inhal­te des Isla­mi­schen Staats (IS) oder von Al-Kai­da wür­den gelöscht, wäh­rend Inhal­te der IB sel­te­ner ent­fernt wür­den. Daß es sich hier tat­säch­lich um eine absur­de Gleich­set­zung han­delt, ist offen­sicht­lich. Es hält aber die glo­ba­le Medi­en­front nicht von die­ser dreis­ten Lüge ab.

Im Fokus steht dabei die soge­nann­te „mör­de­ri­sche Ver­schwö­rungs­theo­rie des Bevöl­ke­rungs­aus­tauschs“. Unser “Ver­bre­chen” besteht dar­in, daß wir die der­zei­ti­ge Bevöl­ke­rungs­po­li­tik benen­nen und kritisieren.

Ich bin, das möch­te ich beto­nen, von den jüngs­ten Löschun­gen nicht über­rascht. Ich bin eher über­rascht, daß sie so spät ein­tra­ten. Jeder Tag, an dem ich noch auf gro­ßen Platt­for­men ver­tre­ten bin und ein Bank­kon­to besit­ze, über­rascht mich. Ich ver­ste­he jede Stun­de, die ich sol­che Netz­wer­ke noch (oder wie­der) nut­zen kann, als einen Aus­nah­me- und Glücks­fall. Kurz­um: Ich ver­ste­he die Logik des digi­ta­len Empö­ri­ums und sei­ne Konsequenzen.

Alles ande­re wür­de bedeu­ten, die Lüge von „Mei­nungs­frei­heit“ und „demo­kra­ti­schem Dis­kurs“ zu glau­ben. Bei­des ist bei uns in Tei­len inexis­tent. Dis­kurs wird nur in bestimm­ten Berei­chen zuge­las­sen. In den ent­schei­den­den Fra­gen, nament­lich der Bevöl­ke­rungs- und Iden­ti­täts­po­li­tik, gibt es nur einen Mei­nungs­kor­ri­dor, des­sen End­punkt unser Ende als Volk ist. Die jüngs­te Ent­schei­dung eines Gerichts, wonach der „Erhalt der eth­no­kul­tu­rel­len Iden­ti­tät“ gegen die Men­schen­wür­de ver­stie­ße, unter­streicht das.

Die gro­ßen Platt­for­men nun sind naht­los mit die­ser Agen­da ver­wo­ben und ste­hen als „woke capi­tal“ (poli­tisch kor­rek­ter Kapi­ta­lis­mus) stets Gewehr bei Fuß, wenn es dar­um geht, „diver­si­ty“ zu erzwin­gen. Der soge­nann­te „Kampf gegen Haß“ ist in Wirk­lich­keit ein Kampf gegen den rech­ten Dis­kurs über Erset­zungs­mi­grai­ton. Ein gele­ak­tes inter­nes Schu­lungs­do­ku­ment von PayPal mach­te das jüngst über­deut­lich. Dar­in wur­de „Anti-Immi­gra­ti­on“ als Kenn­zei­chen für „miß­bräuch­li­ches Ver­hal­ten“ und Grund für Kon­to­sper­run­gen benannt.

In einer ver­net­zen und digi­ta­li­sier­ten Welt, die von media­len und finan­zi­el­len Mono­po­len domi­niert wird, hat das “Empö­ri­um” die Macht, jeden vom Wirt­schafts­le­ben und aus der öffent­li­chen Debat­te aus­zu­schlie­ßen. Nai­ve Liber­tä­re, wel­che die Frei­heit von Twit­ter „als Pri­vat­un­ter­neh­men“ ver­tei­di­gen, ver­ste­hen die Welt nicht, in der sie leben.

Twit­ter, Face­book, You­tube und Co. haben in ihrer Spar­te der sozia­len Dienst­leis­tung eine Mono­pol­stel­lung erreicht. Reich­wei­te läßt sich in rele­van­ten Grö­ßen nur über die­se Diens­te gene­rie­ren. Und Reich­wei­te ist die uni­ver­sa­le Wäh­rung, die allein poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Zie­le erreich­bar macht. Egal, ob man eine Wahl gewin­nen oder ein Buch ver­kau­fen will – ohne Reich­wei­te geht es nicht.

Besag­te Platt­for­men sind dabei so zen­tral und über­mäch­tig gewor­den, daß das, was auf ihnen nicht mehr vor­kommt, im Bewußt­sein einer über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit gar nicht exis­tiert. Je mehr Men­schen die­se Diens­te nut­zen, des­to unaus­weich­li­cher und mäch­ti­ger wer­den sie. Man mag Ama­zon nicht mögen. Man mag es boy­kot­tie­ren. Doch wenn man sich in einer Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zu einem ande­ren Ver­lag, Pro­du­zen­ten und Poli­ti­ker befin­det (und das ist immer der Fall) und der Kon­kur­rent Ama­zon nutzt, kommt man selbst nicht mehr dar­an vor­bei, sofern man nicht ver­drängt wer­den will.

Das führt zu einer nega­ti­ven Aus­le­se der Stand­haf­ten und einer wei­te­ren Stär­kung der Platt­for­men und der trä­gen Gewohn­heits­tie­re. Über das „Deplat­for­men“ von Par­tei­en und Bewe­gun­gen gewin­nen US-Kon­zer­ne eine tota­le und unde­mo­kra­ti­sche Macht über den glo­ba­len poli­ti­schen Dis­kurs und das Erwerbs­le­ben. Wird man „deplat­for­med“, hat das auf die eige­ne media­le Reich­wei­te eine ähn­li­che Wir­kung wie ein Ver­bot der Nut­zung von Auto­bah­nen, Zügen und Flug­zeu­gen auf die Reisereichweite.

Wem die ent­schei­den­den Trans­port­mit­tel ver­bo­ten sind, der kommt nicht mehr weit. Die Platt­for­men sind wich­tig, und jeder, der das leug­net, lügt sich in die Tasche. Die Exis­tenz jedes Dis­si­den­ten auf ihnen ist pre­kär. Wenn sich die glo­ba­lis­ti­sche Öffent­lich­keit auf eine bestimm­te Bewe­gung, eine Per­son, oder einen Ver­lag ein­schießt, zer­fällt des­sen digi­ta­le Exis­tenz zu Staub.

Ist der Druck hoch genug, steht nicht nur das „Deplat­forming“ an. Wenn die Atta­cke stark ist, fal­len Bank­kon­ten weg, Web­hos­ter kün­di­gen und Goog­le setzt die Sei­te auf den Index. Ich bin über­zeugt: Wür­de der Druck gegen die IB und mich wei­ter auf­recht­erhal­ten, wür­den wir auch Tele­gram, Bitchu­te und alle der­zei­ti­gen digi­ta­len Alter­na­ti­ven verlieren.

Die Herr­schaft des Geg­ners ist total. Es gibt in ihr kei­nen ech­ten eigen­stän­di­gen Raum, son­dern nur unter­schied­li­che Gra­de der Repres­si­on und der Dul­dung. Die Wir­kung die­ser feind­li­chen Öffent­lich­keit ist allen Rech­ten bewußt. Man hofft auf mög­lichst lan­ges Über­le­ben in der geschütz­ten Nische. Jeder Dis­si­dent, der heu­te noch  ein öffent­li­ches PayPal-Kon­to oder Bank­kon­to besitzt, auf Ama­zon ver­kauft oder auf Twit­ter und You­Tube ist, wird bloß gedul­det. Ein Recht dar­auf hat er nicht.

Wir sind in der digi­ta­len Welt unse­ren Geg­nern rest­los aus­ge­lie­fert. Das Empö­ri­um sieht oft jah­re­lang zu, bevor es urplötz­lich zum digi­ta­len Ver­nich­tungs­schlag aus­holt. Regel­mä­ßig wer­den zu groß und ein­fluß­reich gewor­de­nen Dis­si­den­ten ver­nich­tet. In das Vaku­um, das sie hin­ter­las­sen, sto­ßen dann klei­ne­re Nach­wuchs-Info­krie­ger vor, denen man eine gewis­se Zeit zum Wach­sen gibt, bis auch sie wie­der zer­drückt wer­den. Das tut man, damit sich als Reak­ti­on auf einen „Zen­sur­schock“ kei­ne star­ke alter­na­ti­ve Platt­form für Dis­si­den­ten bil­det, die einen eige­nen Netz­werk­ef­fekt erzeu­gen könnte.

Statt­des­sen freut sich jeder über die Nut­zung der Main­stream­platt­for­men, die immer nut­zer­freund­li­cher , aus­ge­feil­ter, bes­ser und schnel­ler „get­wea­ked“ wer­den, so daß der Maß­stab für alter­na­ti­ve Pro­jek­te im Grun­de uner­reich­bar gewor­den ist. Jeder hofft, mög­lichst lan­ge nicht in den Fokus zu gera­ten. Ego­is­mus und Kon­kur­renz­druck unter­bin­den so eine Soli­da­ri­tät der Gegen­öf­fent­lich­keit gegen die Zensur.

Soll­te sich jedoch tat­säch­lich eines Tages eine star­ke und nut­zer­freund­li­che dis­si­den­te Platt­form bil­den, könn­te das Empö­ri­um sie mit Leich­tig­keit zer­schla­gen. Die Ser­ver­in­fra­struk­tur, die Ver­füg­bar­keit in Apps­to­res, die Finan­zie­rung über Zahl­dienst­leis­ter und die Sicht­bar­keit auf Goog­le sind offe­ne Flan­ken. Die tota­le Ver­net­zung des Inter­nets erzeugt eine tota­le Herr­schaft sei­ner Machteliten.

Ins­be­son­de­re die Domi­nanz über den Bereich der „Fin­tech“, also PayPal, Ama­zon­Pay, Stri­pe, Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men und ande­re „Pay­ment-gate­ways“ unter­bin­det das Wachs­tum alter­na­ti­ver Platt­for­men bis­her kon­se­quent. Ein tech­no­lo­gi­scher Aus­weg scheint in der Block­chain zu lie­gen. Doch noch sind die­se Tech­no­lo­gien nicht nut­zer­freund­lich und ver­brei­tet genug, daher bleibt mit­tel­fris­tig nur eine Lösung: der digi­ta­le Gue­ril­la­kampf und das Wir­ken aus den Kata­kom­ben der Informationsgesellschaft.

Ein Gue­ril­le­ro unter­schei­det sich vom regu­lä­ren Sol­da­ten unter ande­rem dadurch, daß er kein dau­er­haf­tes Haupt­quar­tier hat, und weder Räu­me erobern und hal­ten kann noch will. Er muß immer in Bewe­gung blei­ben. Jedes getarn­te Lager und jede kon­spi­ra­ti­ve Woh­nung ist rein pro­vi­so­risch. Sei­ne Nach­schub­lie­fe­run­gen sind ver­deckt und jeder­zeit angreif­bar. Er muß sei­nen Nach­teil durch stän­di­ge Impro­vi­sa­ti­on und ein Mehr an Fle­xi­bi­li­tät, Geschwin­dig­keit und Dis­zi­plin ausgleichen.

Die Paro­len lau­te­ten Red­un­danz und Resi­li­enz. Für jeden Aus­fall muß es einen Ersatz geben, der bereits bereit­steht. Eine Ket­te an Lösun­gen und Impro­vi­sa­tio­nen erzeugt so, ver­bun­den mit stän­di­ger Dyna­mik, eine Per­ma­nenz des Wider­stands. Eben­so wie in der DDR eine anti­kom­mu­nis­ti­sche Grup­pe kein “Ver­eins­lo­kal” hät­te füh­ren oder einen Radio­sen­der hät­te betrei­ben kön­nen, so läßt das Empö­ri­um ten­den­zi­ell kei­nen Kri­tik an sei­ner Bevöl­ke­rungs­po­li­tik zu.

Was bedeu­tet die­ser „Gue­ril­la­zu­stand“ kon­kret? Der Dis­si­dent kann kein Bank­kon­to dau­er­haft hal­ten. Er braucht immer 3–4 Bank­kon­ten als „Reser­ve“. Er muß mit Blick auf alter­na­ti­ve Tech­no­lo­gien stän­dig die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen inte­grie­ren und auf ihre Taug­lich­keit im Info­krieg tes­ten. Er muß sich dar­auf ein­stel­len, regel­mä­ßig sei­ne Platt­form und sei­ne auf­ge­bau­ten „Fol­lower“ zu ver­lie­ren. Er muß sich dar­an gewöh­nen und darf sich nir­gends all­zu häus­lich einrichten.

Jede Alter­na­ti­ve, von Tele­gram bis Bitchu­te, kann eben­falls immer nur als tem­po­rär betrach­tet wer­den. Man darf sich an sie nicht bin­den. Man nutzt etwas, solan­ge es geht. Wenn es nicht mehr mög­lich ist und man „ent­deckt“ wird, zieht man wei­ter. Das Leben als Digi­tal­gue­ril­la ist not­wen­dig unbe­quem und nicht „nut­zer­freund­lich“. Ein Zelt ist kein Appartment.

Auch für die Zuse­her bedeu­tet das eine for­dern­de Mehr­leis­tung. Jeman­dem auf zahl­rei­chen ver­streu­ten und stän­dig wech­seln­den Platt­for­men zu fol­gen ist anstren­gend und erfor­dert akti­ve und bewuß­te Medi­en­kon­su­men­ten. Besag­te Platt­for­men sind auf­grund des Man­gels an Geld und Per­so­nal in der Regel lang­sam, reiz­los und vol­ler Bugs.

Wozu das Gan­ze? Um Leu­te hin­aus­zu­lo­cken aus der Bequem­lich­keit, die der Main­stream bie­tet. Eine ande­re Mög­lich­keit haben wir nicht mehr. Der Man­gel an Res­sour­cen, die Angreif­bar­keit der eige­nen Struk­tur und die Wir­kung des „Deplat­forming“ wer­den dafür sor­gen, daß die Alter­na­ti­ven der Gegen­öf­fent­lich­keit den Main­stream­platt­for­men immer um Jah­re hin­ter­her­hin­ken und von Nut­zern als unkom­for­ta­bel, lang­sam und unsi­cher emp­fun­den werden.

In die­sem Dilem­ma zeigt sich die Gren­ze des Info­krie­ges. Die media­le und digi­ta­le Macht des Geg­ners ist total. Jede dis­si­den­te Daseins­form in „sei­nem Reich“ ist eine Dul­dung, der jeder­zeit die Grund­la­ge ent­zo­gen wer­den kann.

Der „Info­krieg“ der Gegen­öf­fent­lich­keit, der seit eini­gen Jah­ren im Netz flo­riert, sug­ge­riert, er kön­ne durch alter­na­ti­ve Nach­rich­ten auf einem ima­gi­nier­ten „frei­en Markt der Ideen“ lang­fris­tig stär­ker wer­den. Das ist eine nai­ve Illusion.

Die Wir­kung der Main­stream­m­edi­en beruht nicht auf ihrer Ratio­na­li­tät und Wahr­heit, son­dern auf ihrer mate­ri­el­len Omni­prä­senz und Inten­si­tät. Sie schaf­fen damit eine gesell­schaft­li­che Norm und „set­zen“ eine künst­li­che Wahr­heit. Selbst wenn man selbst nicht dar­an glaubt und ver­mu­tet, daß eine schwei­gen­de Mehr­heit die Main­stream­lü­gen kri­tisch sieht, ändert das nichts an der Wir­kung von „Big Other“.

Die „Nor­mein­stel­lung“ der öffent­li­chen Mei­nung ist die „Werks­ein­stel­lung“ des Norm­bür­gers. In jedem Gespräch muß man von die­ser Grund­hal­tung aus­ge­hen. Jeder, der auf Norm­bür­ger trifft, muß davon aus­ge­hen, daß für sie die Iden­ti­tä­ren eine Ter­ror­be­we­gung und die AfD eine Par­tei mit Nazi-Pro­blem ist. Selbst ein Restau­rant­be­sit­zer, der AfD-Sym­pa­thi­sant oder ein­fach ein pro­fes­sio­nel­ler Unter­neh­mer ist, muß sich “Big Other” beu­gen, der gesell­schaft­li­chen Norm ent­spre­chen und die Ver­fem­ten ausladen.

Die­se norm­set­zen­de Kraft der Main­stream­pres­se, die zu Kün­di­gun­gen von Beruf, Bank- und Twit­ter­kon­to führt, kann von uns nie­mals erreicht wer­den. Dazu feh­len schlicht und ergrei­fend die Res­sour­cen. Die schwarm­fi­nan­zier­te Gegen­öf­fent­lich­keit kann auf­grund ihrer Insta­bi­li­tät und Dyna­mik kaum lang­fris­ti­ge Anstel­lungs­ver­hält­nis­se bie­ten, geschwei­ge denn gro­ße Redak­tio­nen mit pro­fes­sio­nel­ler Arbeits­tei­lung aufbauen.

Die typi­schen Jour­na­lis­ten der Gegen­öf­fent­lich­keit sind Tau­send­sas­sas, die als Digi­tal­gue­ril­le­ros kei­ne lang­fris­ti­gen Groß­pro­jek­te auf­bau­en kön­nen. Sie sind hyper­dy­na­mi­sche Ein-Mann-Unter­neh­men, die jeder­zeit bereit sein müs­sen, von einem gut auf­ge­bau­ten Pro­jekt wie­der auf ein Exis­tenz­mi­ni­mum zu stür­zen, oder wäh­rend einer Live­sen­dung mit einer Raz­zia aus dem Ver­kehr gezo­gen zu werden.

Per­sön­li­cher Idea­lis­mus, der den Res­sour­cen­man­gel wett­ma­chen kann, reicht auf Dau­er nicht aus, um dem Main­stream Paro­li zu bie­ten. Die Hoff­nung auf das Auf­tau­chen patrio­ti­scher Mil­li­ar­dä­re, die aus einer Lau­ne her­aus eine rech­te BILD- oder Kro­nen­zei­tung finan­zie­ren, hat sich bis­her nicht erfüllt. Der Ein­fluß von Ser­vus TV etwa, das der Red­Bull-Grün­der Mate­schitz finan­ziert, ist eher gering.

Der sozia­le und poli­ti­sche Druck auf Groß­spen­der der AfD und klei­ne­re Unter­stüt­zer der Iden­ti­tä­ren zeigt, wie angreif­bar auch sol­che Finan­zie­rungs­mo­del­le sind. Kurz: Die media­le Macht des Geg­ners, die eine norm­set­zen­de Wir­kung erreicht hat und gesell­schaft­li­che Wahr­hei­ten set­zen kann, ist ein Neben­pro­dukt sei­ner tota­len finan­zi­el­len und tech­ni­schen Herrschaft.

Ohne grund­le­gen­de Ände­rung des Sta­tus Quo durch eine Kri­se und for­ma­ti­ve Ereig­nis­se kann eine ech­te Wen­de nur im Bereich der Bewe­gung, also der Akti­on, nicht aber in der Bericht­erstat­tung erwirkt wer­den. Die ein­zi­ge Chan­ce und zen­tra­le Auf­ga­be der Gegen­öf­fent­lich­keit ist es daher, eine kri­ti­sche Mas­se ihrer Kon­su­men­ten zur Mit­wir­kung zu moti­vie­ren und für orga­ni­sier­te und poli­ti­sche Wider­stands­ar­beit zu mobilisieren.

Genau das habe ich in den Jah­ren mei­ner digi­ta­len Dul­dung gezielt und unun­ter­bro­chen getan, und das wer­de ich wei­ter tun.

– – –

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Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (50)

Der_Juergen

13. Juli 2020 13:14

Meine Hochachtung gilt Sellner und seinen Mitstreitern, die sich angesichts des Terrors nicht kleinkriegen lassen, sondern die Nerven bewahren und den Widerstand mit den noch verbliebenden Mitteln weiterführen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Schnellroda unter direkten Druck geraten wird, mit Kontosperrungen und dergleichen streng demokratischen Mitteln mehr. Meiner Überzeugung nach gibt es allerdings Grund für - sehr vorsichtigen - Optimismus. Er liegt im Corona-Hype. Hier hat das System den Bogen dermassen überspannt, dass eine massive Reaktion fast unvermeidlich scheint, und zwar schon Ende dieses Jahres oder ansonsten spätestens nächstes Jahr. Und dann werden die Karten neu gemischt. Bis dann gilt: Unermüdlich aufklären; der Kreis der Ansprechbaren erweitert sich rasch.

norgallen

13. Juli 2020 14:49

Ich versuche durch gesellschaftlichen Entzug und gelegentliches Mitspielen von der Seitenlinie aus zu überwintern; das war schon zu DDR-Zeiten ein probates Mittel. Meine LK in "Staatsbürgerkunde" trieben meine knallrote Lehrerin auf die Palme ("Dort sitzt die Konterrevolution!"), die aber formal-inhaltlich "auf Linie" waren ("Im Lehrbuch steht, daß..."). Im "Wehrlager" Frühling 89 fiel ich durch Umdichtungen von Marschliedern auf ("Chinas Himmel breitet seine Sterne über unsre Schützengräben aus"). In der Coronakratur halte ich es so: Ich ziehe mir die "Alltagsmaske" (sic!) über und frage dann die Umstehenden, ob mein Pionierhalstuch vorschriftsmäßig sitze, das ich zu Honeckers Zeiten nicht umzubinden brauchte. Und da ist das DDR-Gefühl wieder und ein erleichtert-verschmitztes Lächeln huscht über die Gesichter. Mehr als dieses Lächeln, zuweilen auch "galliges Gelächter" ist noch nicht oder nicht mehr drin. Sind die technischen Zugriffsmöglichkeiten des Komplexes doch bedrohlicher und der mediale Lügenäther undurchdringlicher als damals. Mußte sich früher die Stasi in grauen Anzügen an grauen Hauswänden geduckt schlängeln, wenn sie jemanden auskundschaftete, kann anno 2020 Mielke redivivus die "demokratieverteidigenden" Spitzeldienste seiner Behörde kerzengerade und seelenruhig auf Pressekonferenzen abkündigen.

ebertus

13. Juli 2020 15:29

@norgallen

Bin zwar "Wessi", aber damals mit vielen Kontakten in die DDR. Dieser (schlußendlich staatszersetzende) passive Widerstand eben dort, den Machthabern nur das zu geben, was unter Vermeidung größerer Repressionen unbedingt nötig war, das hat mit durchaus beeindruckt und gar ein Stück weit geprägt. Und alles noch ganz ohne Internet ...

Die heutige gesamtdeutsche DDR 2.0 mag nicht eins zu eins vergleichbar sein, wiederholt sich Geschichte nicht; und wenn, dann vorerst als Farce (aka Pioniertuch); es darüberhinaus vielleicht noch zur Tragödie werden könnte.

Mit Martin Sellner mag ich nicht immer konform gehen, ebensowenig wie mit allen Beiträgen hier auf Sezession; oder gar anderen sog. alternativen Medien. Allerdings habe ich eine gewissen intellektuellen Anspruch; und lese genau deswegen hier mit.

RMH

13. Juli 2020 16:12

Die Links funktionieren schon Mal nicht auf meinem Android Smartphone.

Grundsätzlich sollte jeder jetzt seinerseits einfach Anbieter wie WhatsApp boykottieren, wenn möglich. Bis dann irgendwann eben Telegram so groß wird, dass es in die Zange genommen wird und "beschränkt."

Usw usw.

Und bitte: Macht auch regelmäßig Tech-Tutorials für den Konservativen, der eben nicht so schnell die Kanäle wechseln kann, wie es geboten ist, damit er dann auch wechselt.

Laurenz

13. Juli 2020 16:54

Werter Herr Sellner, nehme Ihren Bericht zur Kenntnis, wie er ist. Viel zu kommentieren gibt es da nicht.

In einem Punkt mag ich Ihnen widersprechen. Was die von Ihnen genannten digitalen Informations-Plattformen angeht, so gilt dies auch andererseits, für die großen Handelsplattformen, wie zB Amazon, Ebay etc.. Die Macht dieser großen US-Konzerne reicht also nicht nur in den politischen Bereich, sondern auch in den ökonomischen -.

Der Druck, der dort entsteht, wird automatisch zu neuen us-exterritorialen Mitbewerbern führen. Die Einfluß-Möglichkeiten der USA in Asien schwinden. Ob wir dann auf chinesischen - oder russischen Plattformen glücklicher sein werden, mag dahin gestellt bleiben. Leider haben die Briten im letzten Jahrhundert die Möglichkeiten für Europa mitzumischen, zumindest für die nächsten 50 Jahre, liquidiert.

heinrichbrueck

13. Juli 2020 17:35

Die Herrschenden steuern den Informationsprozeß. Es ist ein Widerspruch, den Feind als Gegner zu markieren und zu denken, daß das System funktionieren könnte, und zwar im Sinne Europas. Wie konnte diese Abschaumideologie aufsteigen? Innerhalb dieser Ideologie, deren Herrscher den Informationsprozeß steuern, gibt es keine demokratische Lösung, die nicht im Sinne der Herrscher Anwendung fände. Im Informationskrieg werden Informationsfelder geschaffen, wobei dem Volk ein Informationsumfeld jeweils thematisch zur Verfügung gestellt wird. Das Volk soll handeln; mittels Informationen im Entscheidungsfindungsprozeß, steuert der Handelnde im Rahmen seines Wissens und Unwissens. Der Liberalismus stellt die Norm, was das Normale zu einer Perversion werden läßt, womit die Unterwerfung möglich gemacht wird. Es soll keine positive Entwicklung diskutiert werden können. Wie kann die europäische Degeneration der Politik beseitigt werden? Der Gegner versteht die Lage nicht. Seine Beseitigung ist beschlossene Sache, daran ist nicht zu zweifeln. Satanismus: „Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was liberal und nicht liberal ist“. Alle huldigen der liberalen Normlosigkeit, die Normalen werden bekämpft; verlieren tun beide. Der Kampf lohnt nicht, wenn der Weg nur die Niederlage sein kann, und ein Sieg weltanschaulich nicht formuliert werden soll. Das Eigene existiert nicht, solange der Feind herrscht.

Niekisch

13. Juli 2020 17:54

 Sehr guter Text Martin Sellners.

"der Kreis der Ansprechbaren erweitert sich rasch."

@ Der_Juergen 13:14: Schon, allerdings m.E. weniger wegen Corona, sondern wegen dieser unseligen Rassismus- Kampagnen, die immer mehr Menschen unglaublich auf den Senkel gehen. Und warum? Das auaszuführen verkneife ich mir jetzt. 

Phil

13. Juli 2020 18:18

Gibt es Indizien, dass Aktion etwas nützt?

Hat Jake Hepples Flug irgendwelche positiven Folgen außer, dass er von uns gefeiert wird? Hat das Banner am DGB-Haus zu einer Berichterstattung über Andreas Zieglers Schicksal geführt? Ich mag dich, Martin, und will kein Ketzer sein. Aber diese Frage beschäftigt mich.

Dass die Quasi-Monopolisten des Internets nicht neutral sind, ist ein ernstes Problem, mit dem sich eigentlich nicht nur wir Rechten, sondern die Weltöffentlichkeit beschäftigen müsste. Sie müssten zur Neutralität verpflichtet werden.

Waldgaenger aus Schwaben

13. Juli 2020 19:01

Die  Frage, die einer ernsten Erörtung bedarf: Was werden die Zensur-Algorithmen mit dem Schreiben im Internet machen? Seit ungefähr zwanzig Jahren können Internet-Benutzer ihre Meinung zum Zeitgeschehen kund tun, viele, auch Ältere mit mehr Freizeit und höherer Bildung machen rege Gebrauch davon.

Die Algorithmen werden auf absehbare Zeit nicht die notwendige Trennschärfe besitzen Unbedenkliches von Kritischem zu unterscheiden (aus Sicht der Zensoren). Eine Heerschar von abgebrochenen Geschwätzwissenschaftlern, die per Hand (nach-)zensieren, werden die Betreiber auf Dauer nicht alimentieren können, selbst bei  prekären Löhnen.

Abgesehen von als politisch zuverlässig eingestuften hauptberuflichen Schreibern werden Kommentare zum Zeitgeschehen willkürlich gelöscht oder durchgehen. Der Verlust der Freiheit zur Meinungsäußerung im Internet wird zunehmend alle treffen nicht nur Rechte. Die meisten Hobby-Schreiber werden aus Ärger verstummen, übrig bleiben werden wir!

Den digitalen Kriegern auf unserer Seite empfehle ich an einer Verfeinerung des Stils zu arbeiten. Wer noch einen facebook / twitter - account hat möge zum Beispiel diese Sätze posten:

Die identitäre Bewegung sagt Seehofer sei eine Gefahr für Deutschland. Setzen Sie Kommas, wo sie es für richtig halten.

Mal sehen, was die Algorithmen damit anfangen.

 

Elvis Pressluft

13. Juli 2020 19:23

Mich beunruhigte auch die ungewohnte (relative) Ruhe in der vergangenen Woche, was neue Beiträge und Kommentare betraf, bei der Sezession. Kein gutes Zeichen (ich erwarte aber an dieser Stelle keine Stellungnahme zu den Ursachen). Widerruflich geduldet sind wir alle. Die AfD ist ein wenig zu groß geworden, um sie über Nacht zu verbieten – abgesehen davon spielt sie für das System eine nützliche Rolle als sichtbares Feindbild. IB und Schnellroda hätten im Fall des Falles offensichtlich so gut wie keine potenten Fürsprecher, und über Recht und Gesetz sind VS et al. längst hinaus; es ist nicht einmal mehr einen Witz wert. Die Argumentation, „uns“ noch zu tolerieren, läuft sicherlich in den Diensten analog zur NPD: „Sonst weichen die in den Untergrund aus, wo sie schwerer zu beobachten sind.“

Vielleicht (!) bietet der ganze Covid-Kontext indirekt eine gewisse Chance, aber ich bleibe skeptisch. Nicht ohne Grund vergeht kein Tag, ohne daß irgendwelche Knechte von der Gefahr einer „zweiten Welle“ schwadronieren. Falls die Untertanen aufbegehren sollten, wird man auf diese Option zurückgreifen – Söder wird dann 50 % holen, und (so gut wie) niemand wird mehr unbequeme Fragen stellen. Düstere Zeiten, und die Freiheitsgrade nehmen sukzessive ab. Man kann sich „nur“ die innere Freiheit bewahren. Vielleicht kommt der Tag, an dem davon alles abhängt.

Andreas Walter

13. Juli 2020 20:17

Hahaha, ungelogen. Folgende Information, es sind sogar mehrere, liefert mir die KI von Google auf die Suchanfrage heidi beirich wiki:

Ähnliche Suchanfragen zu heidi beirich wiki

volksfront deutschland

volksfront von judäa

(Steht so ganz unten bei mir auf Seite 1. Bei euch auch?)

Ein Schelm, der überhaupt was dabei denkt.

(Ich dacht', ich fall' vom Stuhl. Welch ein "glitch" in der Matrix. LOL)

 

 

 

 

Das blaue Quadrat

13. Juli 2020 21:04

Eine technische Frage in die Runde, die von netzaffineren Leuten vielleicht beantwortet werden kann: Ist "gab" eine Alternative? Gibt es Erfahrungen in die Richtung, daß es Sinn macht, sich dort zu registrieren? 

RMH

13. Juli 2020 22:00

Diejenigen, die nicht mehr unbedingt Facebook, Twitter etc. brauchen, wie pi-news, werden regelmäßig mit unterschwelligen Mitteln des Cyber-Wars zeitweise außer Gefecht gesetzt. Aktuell wohl mal wieder eine DDoS Attacke ...

Interessiert aber alles offenbar niemanden. Daraus lernt man, dass es der Masse der Menschen absolut egal ist, wenn die Meinungsfreiheit beschränkt wird, so lange es sie nicht direkt betrifft.

Das Video von "2Pac featuring Dr. Dre - California Love" beginnt mit dem Einleitungssatz, übersetzt, wer den dancefloor kontrolliert, kontrolliert die Leute (oder gar das Volk - people). Da ist wohl was dran ...

micfra

13. Juli 2020 22:29

Lieber Martin Sellner,

Sie könnten mein Sohn sein und sind mir ein Vorbild! Sie ermutigen mich immer wieder, dass zu tun, dass ich in meinem Leben tun kann. Ich bin dankbar, dass Sie trotz allem nicht resignieren. 

Herzliche Grüße

Fredy

13. Juli 2020 22:47

Durchhalten, Leute.

Der BRD wird das Geld ausgeben. Also nicht ihres, halt das der Unternehmen und Untertanen. Auf Corona ist Verlass. Die zweite Welle kommt, weil sie kommen muss. Dabei hätte die erste Welle schon gereicht. Aber man müsste eben länger warten.

Massive Arbeitslosigkeit und Existenzängste verbunden mit BLM und Migration und allgemein Neo-kommunistischer Bestrebungen versprechen einen warmen Winter.

Volksdeutscher

14. Juli 2020 00:11

"Die jüngste Entscheidung eines Gerichts, wonach der „Erhalt der ethnokulturellen Identität“ gegen die Menschenwürde verstieße, unterstreicht das."

Man kommt aus der Verwunderung nicht heraus, daß ein Gericht 1. im Namen des Menschen/Menschlichen, d.h. im Namen einer theoretischen Größe, die weder Subjekt der Jura, noch Subjekt der Politik, sondern lediglich das Subjekt der Antropologie ist, Urteile zu verfassen und zu verkünden. Verstößt auch die ethnokulturelle Identität der Polen, Russen, Ungarn, Chinesen, Japaner, Italiener usw. ebenfalls gegen die "menschliche Würde"? Ist ein "deutsches" Gericht kompetent, darüber ein Urteil zu fällen? Man könnte gerade den Juristen dieses Gerichts Inkompetenz und Menschenverachtung vorwerfen.

Abstraktionen haben keine Würde.

"Der Mensch", sei es der der Philosophie oder der der Theologie oder der der Soziologie existiert nur als Begriff, daher kann kein Gericht sich auf ihn berufen. Woher nimmt sich ein Gericht das Recht, was hat es dazu befähigt, im Namen einer theoretischen Größe aufzutreten? Warum wird solchen Kompetenzüberschreitungen nicht der Riegel vorgeschoben? Warum werden sie geduldet? Warum wird gegen solche anmaßenden Gerichtsurteile nicht juristisch vorgegangen? Wenn Würde existiert, dann nur als ein etwas wirklich Existierendes, das an konkrete physische Erscheinungen von Menschen gebunden ist. "Der Mensch" hat jedoch keine physische Existenz.

eike

14. Juli 2020 05:24

Ich bewundere zwar Ihre Arbeit, Herr Sellner, konnte mich aber in den Rundbrief nicht eintragen. Nachdem ich eine halbe Stunde erfolglos unscharfe Bildchen anklicken mußte, gab ich auf. Bin offenbar für diese Spielchen nicht talentiert.

Dann kam:

"Your computer or network may be sending automated queries. To protect our users, we can't process your request right now. For more details visit our help page"

Lassen Sie mir über sezession eine mail zukommen, wenn Sie ein Spendenkonto haben.

 

 

RMH

14. Juli 2020 07:04

"Der BRD wird das Geld ausgeben."

Im Verbund mit der EU ist es unter normalen Umständen eigentlich schon längst ausgegangen, daher wird es eben einfach unbegrenzt neu erzeugt (im Volksmund: gedruckt). 

Nicht ohne Grund wird die mmt (= modern monetary theory) aktuell wieder nach vorne geschoben. Jede Zeit schafft sich eben ihren ganz eigenen "wissenschaftlichen" Unterbau.

norgallen

14. Juli 2020 08:56

@Fredy Sehe ich ähnlich. Der Massenwahn nahm heute vor 231 Jahren Fahrt auf mit der Befreiung einiger Kleinkrimineller und der Ermordung ihrer Wärter durch einen geschickten Fleischergesellen in der Bastille zu Paris. Die Tötungen unter der Parole "Freiheit, Gleichheit & Brüderlichkeit" liefen humanistisch-technokratisch über die Bühne; Goethe verschenkte Spielzeugguillotinen. In der "DDR" hatte man übrigens eine echte Wahlmöglichkeit, weil man entweder am Eingang den Wahlzettel mit den "Kandidaten der Nationalen Front" faltete und in die Wahlurne warf oder in die im hinteren Teil des Wahllokals liegende Wahlkabine ging, Lineal & Kugelschreiber zückte und die zu Wählenden einzeln durchstrich, wie meine Eltern das taten - immer kurz vor Wahlschluß, um den Genossen das Wahlvergnügen zu verlängern. Selbstverständlich notierten Wahlbeobachter die Namen der Wahlkabinengänger . Abends feierten wir diese "subersive Wahlaktion" bei einem (widerlich lieblichen) Fläschen "Muscat Ottonel" und/oder "Rosenthaler Kadarka". Man hatte auch in Konsum kaum eine Wahl, woran die DDR eigentlich zugrundeging. 

norgallen

14. Juli 2020 08:57

Heutzutage hat man bloß eine Scheinalternative, denn insofern man nicht ungültig abstimmt, wählt man immer die "BRD", da ausnahmslos alle Parteien, ohne es darüber immer im Klaren zu sein, mehr oder minder systemstabilisierend wirken.

"Wer sich respektiert, kann nur in den Zwischenräumen der Gesellschaft leben"(Gomez Davila). Das war im Grunde immer schon so, und das wird auch immer so bleiben.

Laurenz

14. Juli 2020 11:32

@norgallen

Sie hätten nach Wandlitz ziehen müssen, da gab es alles. Kleiner Scherz.

 

@Waldgaenger aus Schwaben

"Was werden die Zensur-Algorithmen mit dem Schreiben im Internet machen?"

Solange Sie einer Person schreiben, ist es keine Veröffentlichung. Sobald 2 Personen im Adressfeld stehen, wird das schon grenzwertiger. 

Die Woche gab es bei Frau Kosubek (RT) ein Interview mit Dirk Müller, "Auf dem Weg zum sozialistischen Kapitalismus". Erinnert mich wieder an die neueren Buchvorstellungen GKs.

https://www.youtube.com/watch?v=AyDR422548w

Wir DDRisieren, ob eine Mehrheit will oder nicht. 

Denkmäler, historische Namen & die dazugehörigen Personen, Begrifflichkeiten werden gelöscht. Das ist Stalinismus pur. Die Umschreibung von Geschichte. Bei RT & Sputnik ist das auf sowjetische Geschichte bezogen, schon immer so, aber nun eskaliert es überall. Aber um die Massen von Der_Juergen vom Sofa zu locken, reicht es noch nicht. Auch in der historischen DDR hat es 3 Jahrzehnte gebraucht.

Erst haben wir in der Liberalisierungs-Ära das Kabelnetz der Telekom zerschlagen, und jetzt wurden Unitymedia und Kabel Deutschland an Vodafone verkauft. Wir, das Volk, sitzen als ehemalige Eigentümer dieses Kabelnetzes quasi im falschen Film, Jetzt gehört das Kabelnetz irgendwelchen Aktionären. 

Das Kartellamt ist genauso nutzlos wie der Verfassungsschutz. Beide Ämter schreien quasi nach ihrer Abschaffung.

norgallen

14. Juli 2020 11:58

Zwei Binsenweisheiten helfen mir in der gegenwärtigen Zeit:

Carl Schmitt: "Der Feind ist die Frage an mich in Gestalt. Das bedeutet in concreto: nur mein Bruder kann mich in Frage stellen und nur mein Bruder kann mein Feind sein“ (mit Verweis auf Kain und Abel).

Und das Wort Jesu Christi: "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst (und liebe deine Feinde)." D.h. auch der Feind kann mein Nächster werden, in meine Nähe gelangen. Jesus sagt ja nicht, daß der Feind mein Freund werden solle. Die Liebe hilft mir, ihn als den gleichen durch die Sünde verletzten, willensverdrehten Adam zu erkennen, als den "homo incurvatus in se", den es aufzurichten gilt.

Wenn ich Schmitt richtig verstanden habe, dient das Freund-Feind-Schema gerade der Vermeidung des Bürgerkrieges. In Zeiten des ubiquitären Verdachts aller gegen jeden (Alltagsmaske ja/nein) schwillt der Vulkan der Gewalt an; vorerst bleibt das Magma unsichtbar, allfällige "Partyszenen" ausgenommen. Man achte auf behutsame Sprache und discretio spirituum. Es gehe uns um "Hege und Pflege" unserer Beziehungen, also um Einhegung der Gesellschaft nicht um die Ausweitung der Kampfzone, wie naive Zauberlehrlinge spintisieren. Denn die Geister, die da gerufen werden, wären nicht zu bannen.

Als jahrelanger stiller Mitleser der Sezession.de ziehe ich mich nun wieder aus dem wohllöblichen Kommentariat zurück. Persönlicher Badeschluß sozusagen. "Nostra conversatio in coelis est." Amen.

 

Elvis Pressluft

14. Juli 2020 13:48

@norgallen: Als bekenntnistreuer Christ möchte ich Ihnen antworten – auch falls Sie am hiesigen Diskurs nicht mehr teilnehmen, scheint es von allgemeiner Bedeutung. Das Gebot der Feindesliebe (das auch schon im AT an etlichen Stellen auftritt) ist sicherlich einer der forderndsten; Heinz Zahrnt spricht sinngemäß von einer gewollten, maßlosen Überforderung. Die Worte Christi in der Bergpredigt zielen auf das Unmögliche: Sie verwirren alle Maßstäbe. Wie schwer kann es fallen, auch nur sich selbst zu lieben (nicht jeder ist zum Narzissten geboren)!

Zugleich brauchte es keinen H. Schmidt, um zu erkennen, daß man aus diesem Geist keine Realpolitik betreiben kann. Ich gehe weiter: In der heutigen Situation wäre schon der Versuch (mindestens) potentiell verbrecherisch. Der politisch denkende Christ hat mit dem Prinzip des Bösen zu rechnen. Sein Ursprung und sein „Wesen“ lassen sich theologisch niemals klären. Im Vaterunser bitten wir um Befreiung vom Bösen; als Mitmenschen sind wir nicht nur berechtigt, sondern aufgefordert, ihm zu widerstehen. Hier entstehen viele tiefe Konflikte, bis hin zum Problem des Tyrannenmordes. Mich irritiert die bei Ihnen anklingende Vorstellung, in diesem Feld mit so etwas wie „Achtsamkeit“ operieren zu können.

Langsax

14. Juli 2020 13:59

Sehr geehrter Herr Sellner,

Sie beschreiben die heutigen Gegebenheiten in der "westlichen Welt" sehr präzise, dafür Dank! Andererseits möchte ich Sie auf etwas hinweisen: Es brodelt - noch nicht hörbar - in der Gesellschaft. Leute, die mich noch vor 4 Jahren maßlos verbal angegriffen haben, weil ich bei einer Geburtstagsfeier laut verkündete, dass ich PEGIDA-Mitspaziergänger bin, die sind inzwischen zwar verstummt aber unter 4 Augen erzählen sie von ihrer Zukunftsangst, Angst um ihrere Kinder und Enkel, Angst Abends auf die Straße zu gehen. 

Die Gärung in der Mittelschicht ist noch nicht sichtbar, aber sie ist da. Die gegenwärtige Situation erinnert mich an das ausgehende Jahr 1988 in der DDR. Offiziell stand die Bevölkerung wie ein monolithischer Block - dieses Bild zeichneten damals die DDR-Medien, aber der Zerfall wurde immer offensichtlicher. 

bb

14. Juli 2020 14:08

Die Marktmacht der Plattformen wird überschätzt. Letztendlich ist es technisch nicht schwer, ein Twitter oder Facebook nachzubauen oder eine Streamingplattform für patriotische Inhalte zu schaffen. Die meiste Arbeit bei diesen Plattformen liegt im Schalten von Werbung und der Zuschneidung der Inhalte auf die Nutzer. Weiterer Aufwand wird durch die Zensur generiert. Dies alles kann man sich bei einer alternativen Plattform weitgehend sparen.

Meines Erachtens brauchen Patrioten eine Online-Gegenöffentlichkeit, inklusive Schattenwirtschaft, vorzugsweise im Darknet, wo eben nicht alles zentralistisch aufgebaut ist und nach belieben abgeschaltet werden kann.

Doch das ist nur die technische Lösung. Wichtig ist, diese Themen nun auch organisatorisch anzugehen, Leute zusammenzutrommeln, Projekte zu planen und sich an die Arbeit zu machen. Dazu muss jetzt endlich der Widerstand vernetzt werden. Ein wichtiger Beitrag dazu wäre Patriot Peer. Doch davon hört man komischerweise in der letzten Zeit gar nichts in den Videos von Sellner. Braucht ihr dabei Unterstützung in Form von Arbeitskraft oder Geld? Ist doch kein Problem, dann ladet die Leute ein, daran mitzuwirken! Jeder wie er kann und will.

 

brueckenbauer

14. Juli 2020 14:17

Hallo norgallen,

es ist immer schön, einen Mitchristen zu treffen. Ich denke, wir haben unseren nichtchristlichen Freunden noch etwas auf den Weg zu geben.

Die frühen Christen wurden periodisch massivst verfolgt. Man sollte auf den öffentlichen Altären opfern - wie heute. Was hat uns durch diese Zeit hindurch geführt? Ein neues Buch sagt: Geduld (inkl. Beständigkeit und einer Orientierung an langen Zeiträumen).

Gehen wir weniger weit zurück! Die Katholiken in England hatten sich unter der "blutigen Maria" schon unbeliebt gemacht und nach dem Gunpowder-Anschlag waren sie ganz unten durch. Sogar der alte Adel musste in seinen Schlössern Verstecke für Priester einbauen! "Man" war kein Katholik - Leute, die mal sympathisiert hatten, "retracted" und wurden die allergründlichsten Katholikenverdammer (wie Gibbon). Trotzdem: seit dem späten 18. Jh. ließ der Druck nach, irgendwann kam die Gleichstellung, im frühen 20. Jh. wurden die Anti-Rom-Fanatiker belächelt und es wurde sogar in manchen Kreisen schick, zum Katholizismus überzutreten.

brueckenbauer

14. Juli 2020 14:18

Was wir brauchen ist ein Denken in sehr langen Zeiträumen (wesentlich länger als ein Menschenleben) oder, wenn man so will, sub specie aeternitatis. Wenn man das so sieht, wird einem klar: Das große Problem besteht immer noch darin, dass die meisten Rechten auf kurzfristige Erfolge hoffen und sofort aufgeben, wenn der schnelle Erfolg ausbleibt. Genau deshalb sind alle rechten Parteigründungen der letzten Jahrzehnte gescheitert (und nicht, weil die Partei zu rechts oder zu links oder zu unterwandert war).

Franz Bettinger

14. Juli 2020 14:20

@Norgallen's @Coronakratur: „Am Maulkorb sollt ihr sie erkennen!" Wie konnte sich 1934 der Römischen Gruß, der uns heute so aufgesetzt, ja lächerlich erscheint, in kürzester Zeit durchsetzen? Genau wie heute der Maskenzwang! Man setzt die größten Widerwärtigkeiten durch: mittels Mobbing, Benachteiligen, Bußgelder und Bestrafung. Die Methoden haben sich nicht geändert. Es herrscht wieder Maskenball, es herrscht der Faschismus. Damals wie heute bereits äußerlich leicht zu erkennen: Der Maulkorb zeigt, wer du bist. 

Laurenz

14. Juli 2020 15:09

Boahh, alter Schwede, jetzt kommen schon wieder die Antik-Marxisten aus ihren Löchern gekrochen. "Liebet Eure Feinde" ist was für Idioten. Ich liebe meine Feinde dann, wenn sie tot sind, nämlich dann, wenn sie ehrenhaft in der Schlacht gefallen sind.

Können wir uns hier nicht endlich auf den Konsens einigen, daß wir Mission jeglicher Art weglassen? 

Und ob Carl Schmitt hier ins Schwarze traf, bleibt fragwürdig, immerhin benutzte er wissentlich oder unwissentlich DIE biblische Metapher für den Jahrtausende - und bis heute andauernden Kulturkampf zwischen Seßhaften und Nomaden. Die Konsequenz ihres geistigen Schrotts, meine christlichen Herrschaften auf SiN, erleben wir gerade in der Massen-Übervölkerung unseres Heimatlandes mit Menschen nomadischer Kultur.

Ich krieg gerade mit Ihnen echt zuviel. Mit solch nächst-geliebten Freunden braucht man keine Feinde mehr.

Fritz

14. Juli 2020 15:19

@Elvis Pressluft:

Habe da aus Interesse mal im griechischen Text des Matthäus-Evangeliums nachgeschlagen. Der Evangelist gebraucht da das Wort "plesios", was nach Gemolls Griechisch-deutschen Handwörterbuch bedeutet: "Der, der in der Nähe lebt". Von einer allgemeinen Liebespflicht für alle Menschen ist da also nicht die Rede.

 

nom de guerre

14. Juli 2020 17:18

@ Langsax

„Die Gärung in der Mittelschicht ist noch nicht sichtbar, aber sie ist da.“

Scheint mir auch so. Ich hatte es kürzlich in einem anderen Strang schon einmal geschrieben, die Unzufriedenheit wird nach meiner Wahrnehmung größer bzw. kommt in einem breiteren gesellschaftlichen Spektrum an. Ob dieses Potenzial ausreicht, um in absehbarer Zeit etwas zu verändern, oder ob unsere einzige Chance darin besteht, wie andere sagen, in sehr langen Zeiträumen zu denken, wird man sehen.

Nemo Obligatur

14. Juli 2020 18:13

Inzwischen hat das Thema die FAZ erreicht. Sie hat den Artikel von einer Volontärin schreiben lassen, und da fehlt auch der Terrorist aus Christchurch nicht. Ein Trost sind die Leserkommentare, sofern noch vorhanden.

Es ist in vielleicht auch interessant, worüber bei FAZ&Co. nicht berichtet wird: Es wird nicht berichtet über die Ermordung von Jessica Doty Whitaker. Ihr Vergehen war, dass sie aussprach, dass alle Leben zählen, nicht nur schwarze. Jessica Doty Whitaker hinterlässt einen dreijährigen Sohn.

Ich könnte jetzt zum Thema YT noch schreiben, dass die Löschung wurscht ist, weil Herr Sellner mit seinen langatmigen Kommentaren, die alle irgendwie gleich waren ("wir werden immer stärker, und sie werden immer schwächer") sein Potential ausgeschöpft hatte. Aber ich möchte lieber erwähnen, dass Herr Sellner in jedem dritten Video darauf hinwies, dass Gewalt verwerflich sei und Leute, die solches täten oder damit drohten, ihm wegbleiben mögen. Das ist löblich, stößt aber im Medienestablishment auf taube Ohren. In der FAZ lesen wir: "Am vergangenen Freitag hatte Twitter Profile aus dem Umfeld der IB gelöscht. Als Grund gab die Plattform an, die Accounts würden Terrorismus und Gewalt verherrlichen." Die Begründung von YT dürfte ähnlich lauten.

Wir leben in einer Zeit, in der jeder die Wahrheit herausfinden kann, aber niemand mag zuhören, denn das Urteil haben schon andere gefällt, denen nicht einmal mehr peinlich ist, dass man sie in aller Öffentlichkeit beim Lügen ertappt.

Der_Juergen

14. Juli 2020 18:28

@Norgallen @Elvis Pressluft

Die Feindesliebe ist das am schwierigsten zu erfüllende Gebot Christi. Man muss fast schon ein Heiliger sein, um es befolgen zu können. Ich kann es nicht, aber unter Umständen kann ich den Feind immerhin achten. Er muss mit offener Maske kämpfen, und er darf kein Verräter sein. Auf dem Schlachtfeld, wo jede Armee für ihr Land oder ihren Regenten kämpft, kann man den Mann auf der Gegenseite sehr wohl respektieren. Auch er riskiert ja Kopf und Kragen. 

ff.

Der_Juergen

14. Juli 2020 18:31

2. Teil

Doch wie kann man jene Unholde respektieren, die ihrem eigenen Volk den Untergang wünschen? Wie kann ich der grünen Jugend mit Respekt begegnen, die mit dem Slogan "Analsex für Volkstod" hausiert? Wie kann ich die abscheuliche Gestalt Angela Merkel achten und ihre ganzen Mitverräter aus dem Parteienkartell? Ich komme nicht umhin, diese Leute zu hassen. Allerdings, und das scheint mir wichtig, ginge mein Hass nie in Sadismus über. Ich würde keinem von ihnen einen qualvollen Tod wünschen, geschweige denn ewige Höllenstrafen. Ab einem gewissen Punkt hat der Hass für einen anständigen Menschen ein Ende. Für jene, die einen 93-jährigen nach dem Jugendstrafrecht verurteilen, weil er als Siebzehnjähriger zum Dienst in ein Lager abkommandiert wurde (dass er dort Verbrechen begangen habe, behauptet keiner; er ist nicht desertiert und hat sich damit schuldig gemacht), existieren solche Limiten nicht. Ihr Hass ist grenzenlos und somit teuflisch.

limes

14. Juli 2020 21:20

So viele gute Gedanken zu einem wieder einmal hervorragenden Sellner-Beitrag!

@ micfra schließe ich mich als Sellner-Bewunderin der älteren Generation ebenso gerne an wie der Bitte von @ RMH an die Digital Natives nach Tech-Tutorials für die Eingeborenen des analogen Zeitalters.

@ bb brachte den Begriff »Patriot Peer« ein, zu dem Google nach einigem Zögern einen Internetlink produziert. Doch über die Idee dahinter kann man sich nicht mehr informieren, da das YouTube-Konto von Patriot Peer gekündigt wurde …

Die politische und gesellschaftliche Lage spitzt sich in atemberaubendem Tempo zu, und die daraus resultierende Verzweiflung führt bei mir dazu, dass ich nicht mehr nach Erfolgen oder Möglichkeiten des Widerstands frage, sondern Widerstand allein schon deshalb übe, weil es einfach nur Pflicht ist: Weil Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat in Gefahr sind, weil Unrecht als Recht ausgegeben wird.

Was die technischen Möglichkeiten des Empöriums angeht, so frage ich mich, ob nicht letztendlich gar die allmächtigen Betriebssysteme von Microsoft und Apple eingesetzt werden, um Kritik zum Schweigen zu bringen. Ich hoffe, die widerständigen Eingeborenen des digitalen Zeitalters bereiten sich - und rechtzeitig auch uns Ältere - darauf vor.

limes

14. Juli 2020 21:54

Das offensichtlich schwierige Gebot der »Feindesliebe« wird vom Establishment dazu ge- und missbraucht, jeglichen Selbstbehauptungswillen zu exorzieren.

Auf die Spitze getrieben sah ich dieses Prinzip am Sonntag in einem katholischen Kurzbeitrag des SWR-Rundfunks: »Aber ich persönlich finde es schwierig, die einen – also die Honigbienen – zu pflegen und die anderen umzubringen, nur weil sie aus Versehen den falschen Nistplatz ausgesucht haben oder weil die Ameise mit dem Salat ins Haus gekommen ist. … Und mir kommt es nicht zu, darüber zu urteilen, wer leben darf und wer nicht.«

Am politisch vermeintlich unverdächtigen Beispiel von Wespen und Ameisen wird der Feldzug gegen den Selbstbehauptungswillen auf die Spitze getrieben. Es wird vorausgesetzt, dass Milch und Honig ohne menschliches Zutun fließen und es unsere größte Sorge sein soll, dass keine Ameise zu Schaden kommt. Nicht einmal Veganer aber können ohne Schuld und Selbstbehauptung leben!

Kahlenberg

15. Juli 2020 00:14

Parteigründung ?

Lotta Vorbeck

15. Juli 2020 00:18

@limes - 14. Juli 2020 - 09:20 PM

... den Begriff »Patriot Peer« ... zu dem Google nach einigem Zögern einen Internetlink produziert. Doch über die Idee dahinter kann man sich nicht mehr informieren, da das YouTube-Konto von Patriot Peer gekündigt wurde …

---

Das liegt etwa drei Jahre zurück: Unter der Bezeichnung »Patriot Peer« hatte Martin Sellner eine Smartphone-Applikation entwickeln (lassen) wollen.

Volksdeutscher

15. Juli 2020 02:38

"Die jüngste Entscheidung eines Gerichts, wonach der „Erhalt der ethnokulturellen Identität“ gegen die Menschenwürde verstieße, unterstreicht das."

Wo es das Ziel ist, das deutsche Volk/die europäische weiße Zivilisation auszulöschen, da werden alle Kräfte, alle politischen und wirtschaftlichen Resourcen auf die Erreichung dieses Zieles ausgerichtet. So gesehen sind Kontolöschungen in sozialen Medien oder bei Banken, Unterwanderung durch den Geheimdienste, mediale Hetze, Ausgrenzung, Duldung physischer Attacken gegen ihre Mitglieder und Sympatisanten kein Wunder. Und was unternimmt die "Alternative" für Deutschland dagegen? Mit dem Geheimdienst zusammenarbeiten, indem man die für das System Merkel gefährlichen und erfolgreichen Politiker auf Bestellung ausliefert? Ich kann mir den Eindruck nicht verwehren, daß der höchste Wunsch ihrer tonangebenden liberalen Politiker es ist, so schnell wie möglich in der CDU aufzugehen. Sollte das Wort "Alternative" dieses Bestreben zum Ausdruck bringen? Warum wird gegen solche schicksalsentscheindenden Urteile, wie das obige, nicht juristisch vorgegangen? Besitzt ein deutsches Gericht die Befugnis, allen Ethnien der Erde die Würde abzusprechen? Denn die ethnokulturelle Identität ist kein Staatseigentum, sondern Volkseigentum, über das der Staat nicht verfügt, nicht verfügen kann und nicht verfügen darf.

Jan

15. Juli 2020 10:55

Auf Twitter verkündete ein Linker, dass er sich über die Sperrung von Sellner freue, gleichzeitig ist ihm aber auch mulmig geworden. Denn sollten irgendwann mal seine politischen Interessen gegen die Interessen der etablierten Macht verstoßen, würde ihm dasselbe Schicksal blühen. Ich denke, die inneren Widersprüche des Systems werden für viele Menschen immer sichtbarer: einerseits wird so lautstark wie nie beschworen, die liberale Demokratie zu verteidigen, andererseits wird so stark wie nie zuvor gegen politische Meinungen vorgegangen, die gegen die Interessen der Bundesregierung und der mit ihr verbündeten Opposition laufen. In der Corona-Krise sind nun auch Bürger vom Diskurs ausgeschlossen worden, die in der Migrationskrise noch auf Seiten der Etablierten standen. So geht das jetzt von Krise zu Krise Stück für Stück. 

Demokratie in Deutschland, vielleicht sogar im ganzen Westen, bedeutet eigentlich, dass die Bürger zwar über den Kapitän bestimmen dürfen, nicht aber darüber, welchen Kurs dieser Kapitän fahren soll. Egal welchen Kapitän sie mehrheitlich wählen, diese fahren alle nur in eine bestimmte vorgegebene Richtung. Wer es wagt, das Steuer rumreißen zu wollen, fliegt einfach über Bord. Das werden immer mehr Menschen zu spüren bekommen, die jetzt noch Beifall klatschen.    

Pferdefuss

15. Juli 2020 12:08

@ Der_Juergen

Die Gleichnisse in AT und NT über Feind und Feindesliebe bieten auch andere Konklusionen als die gängigen an: 

A: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' Aus! 'Beide Seiten tun sich Gewalt an. Danach 'gut is! Schluss! Ende! Keine Eskalation. 

 

NT: 'auch die andere Wange hinhalten':

1. Akt: Feind/Gegner haut mir eine rein.

2. Akt: Ich halte die andere Wange hin und schreie nicht, sondern rufe ihm zu : 'Schlag doch zu! Mach doch'!

3. Akt: Der Wüterich stutzt, hält inne.

4. Akt: Stoßseufzer der Erleichterung auf der einen, zusammengebissene Zähne des fairen Kämpfers auf der anderen Seite. Die Luft is raus. Nicht versöhnt, aber die eskalierende Show wird buchstäblich abgeblasen. 

Infantil: Raserei, Keilerei, Rauferei - lass es laufen... beide Seiten brauchen das Spiel, nicht selten mit tödlichem Ausgang. Boxen, Kon Fu, Wrestling reicht nicht aus. 

 

Stichwort: 'Verräter'. Das NT führt zwei Typen vor:

1) Judas, der Jesus mit dem Judaskuss für 13 Schillinge verhökert und sich danach selbst richtet. Gerichtet!

2) Petrus, der Jesus, bevor der Hahn kräht, dreimal verleugnet: 'Ich kenne den Menschen nicht!, packt danach das große Grausen: 'Und er ging hinaus und weinte bitterlich.' Gerettet!

 

norgallen

15. Juli 2020 15:15

Selbstbehauptungswille ist das sich halten wollen in der Schöpfungsordnung, also kreatürliche Pflicht! Widerspricht nicht der Feindesliebe in christlich-katholischer Auslegung.

Ich bin Anhänger des thomasischen Gedankens des appetitum irascibile, d.h. zornmütiges Strebeverhalten, um das Gute, Wahre und Schöne zu verteidigen. 

Die Zeit des Waldgangs ist vorüber und die des Anarchen gekommen, der nur gelegentlich die "Alltagsmaske" im öffentlichen Raum absetzt, denn er läßt sich nur ungern durch dieses Schibboleth markieren. Gelegentlich fährt er mit in der Kutsche nach Herrenchiemsee. Wir müssen die Nerven bewahren und "die Spatzen pfeifen lassen". Ich bin grosso modo nicht pessimistisch. Gott mit uns!

Alexis

15. Juli 2020 23:04

@ Volksdeutscher

"Der Mensch", sei es der der Philosophie oder der der Theologie oder der der Soziologie existiert nur als Begriff, daher kann kein Gericht sich auf ihn berufen. Woher nimmt sich ein Gericht das Recht, was hat es dazu befähigt, im Namen einer theoretischen Größe aufzutreten? Warum wird solchen Kompetenzüberschreitungen nicht der Riegel vorgeschoben? Warum werden sie geduldet? Warum wird gegen solche anmaßenden Gerichtsurteile nicht juristisch vorgegangen?

 

Nun ja. Die Menschenwürde findet sich schon im Grundgesetz in Artikel 1. (Siehe: https://dejure.org/gesetze/GG/1.html)

Deshalb können sich Gerichte schon auf diese berufen.

 

Mit der Menschenwürde ist aber nicht die Würde des Menschen im Sinne des gesamten Menschenheitskollektiv gemeint sondern die Würde des Menschen im Sinne des einzelnen Menschen.

 

Marc_Aurel

15. Juli 2020 23:50

Sellner zeigt anschaulich die Situation auf und blickt der bitteren Realität nüchtern ins Auge. Zum ersten Mal in der Geschichte droht hier tatsächlich die Gefahr einer (fast) totalen Informationskontrolle durch wenige Interessengruppen, zumindest in der westlichen Hemisphäre, damit einher bzw. parallel dazu, gehen auch radikale Änderungen im Gefüge der Gesellschaften. Mit einem gewissen Gruseln muss man zur Kenntis nehmen, das Distopien, wie sie in diversen Filmen bzw. Büchern aufgezeigt wurden, die man noch vor 1-2 Jahrzehnten für „sehr weit hergeholt“ hielt, in nicht mehr allzuferner Zukunft mit dem Anwaschen der technischen Möglichkeiten und der zunehmenden Monopolisierung des Informationsmarktes tatsächlich in dieser Schärfe eintreten könnten. Hoffnung macht, das bislang fast immer erstmalig auftretende Probleme, gegen die im ersten Moment kein Kraut gewachsen schien, nach eingier Zeit von einer erstmals praktzierten Lösung überascht und bereinigt wurden.

Alexis

16. Juli 2020 00:24

Persönlicher Idealismus, der den Ressourcenmangel wettmachen kann, reicht auf Dauer nicht aus, um dem Mainstream Paroli zu bieten. Die Hoffnung auf das Auftauchen patriotischer Milliardäre, die aus einer Laune heraus eine rechte BILD- oder Kronenzeitung finanzieren, hat sich bisher nicht erfüllt.

 

Das ist korrekt. Aber müssen es wirklich Milliardäre sein? Können es nicht auch Staaten sein? Was ist mit den patriotisch regierten Ländern wie Polen oder Ungarn. Warum richten die Regierungen dieser Länder keinen deutschsprachigen Nachrichtensender sein, der der rechten Opposition ein Podium bietet und die "künstlichen Wahrheit" (Sellner), den die MSM alltäglich in die Köpfe hämmern, entlarvt und die echte Wahrheit entgegenstellt. 

Die PiS-Führung und Orban muss noch begreifen, dass den Kampf, den wir hier in Westeuropa führen auch der ihre ist. Und dass für das Schicksal aller europäischer Völker wohl kaum ein Land bedeutsamer ist als Deutschland - als größte Volkswirtschaft Europas.

 

 

 

Volksdeutscher

16. Juli 2020 01:04

@Alexis

"Mit der Menschenwürde ist aber nicht die Würde des Menschen im Sinne des gesamten Menschenheitskollektiv gemeint sondern die Würde des Menschen im Sinne des einzelnen Menschen."

Sie zitieren sogar das Grundgesetz, aber ich befürchte, Sie irren sich. Hören Sie denn nicht den Unterschied zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen? DER MENSCH steht nicht für einen einzelnen Menschen. Dafür steht EIN MENSCH. "Der Mensch" hat keine Würde, kann keine Würde haben, weil er nicht wirklich existiert, daraus folgt, daß etwas nicht Existierendes nicht etwas Existierendes haben kann (wie z.B. eine Würde)! Es grenzt an einem Verbrechen, im Namen dieser blutlosen Abstraktion Menschen aus Fleisch und Blut zu richten. Jede Berufung auf ihn ist verfehlt, jedes von ihm abgeleitete Urteil ist ein Justizirrtum. Würde kann nur "EIN MENSCH" haben, davon steht jedoch nichts im Grundgesetz. Da steht nur "DIE WÜRDE DES MENSCHEN", das ist jedoch noch lange keine Garantie für dessen Richtigkeit. Im Grundgesetz steht auch etwas Hübsches von "Recht auf Arbeit", was ebenfalls ein Unfug ist, da nutzlos, weil niemand dieses "Recht" im Ernstfall einklagen kann. Wozu ist es dann da? Aus diesem Grunde ist es ebenfalls unsinnig, vor solchen unnützen "Gesetzen" niederzuknieen und sie zu verteidigen. Sie sollten abgeschafft werden. Der menschenrechtliche Universalismus ist der Tod der Nationen.

 

 

Alexis

16. Juli 2020 01:08

Letzendlich kann man die Macht der herrschenden Eliten in der BRD und anderen Ländern des Westens auf einen Begriff zusammenbrechen: Massentäuschung. Eine Massentäuschung, die dank einer absoluten Diskurshoheit funktioniert, die wie Sellner es korrekt darstellt, wiederum vorallem eine rein strukturelle ist -  im Klartext also auf einer vollständigen Herrschaft über die Massenmedien beruht.

Die im Besitz der links-globalistischen Eliten befindlichen Massenmedien hämmern ihre linksgrüne Scheinversion der Realität- ihre "künstliche Wahrheit" wie Sellner sie treffend nennt - unablässig in die Köpfe der Menschen.

In Kommentarspalten wird immer wieder die Frage stellt, warum die Deutschen denn nicht endlich "aufwachen", und ob Sie nicht sehen, was in ihrem Land passiert. Die Antwort ist: Sie sehen es nicht.

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen lebt wortwörtlich in einer Schein oder Traumwelt. Sie können, was in diesem Land geschieht, gar nicht mehr wirklich wahrnehmen und erst recht nicht mehr richtig einordnen.

Sie bekommen vielleicht noch mit, dass Migration stattfindet und vielleicht noch wie sich die Bevölkerungszusammensetzung in ihrem Lebensumfeld verändert, begreifen aber auch dank dieser Massentäuschung nicht, dass sie zur Minderheit im eigenen Land werden, und erst recht nicht, was diese Zukunft als Minderheit für ihr Leben und das ihrer Kinder bedeutet.

 

 

Alexis

16. Juli 2020 02:38

Fortsetzung

Erste Aufgabe der Opposition ist es daher, diese Massentäuschung, – soweit dies möglich ist – aufzubrechen. Sellner hat in seinem Text die Hindernisse und die Grenzen der Möglichkeiten der politischen Rechten aufgezeigt.

Solange die Mehrheit der Deutschen in dieser Traumwelt lebt und denkt wird sich nichts ändern. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob eine dramatische Verschlechterung der Lage viel verändern würde.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der AfD zu, die - wie ich hier auf SIN schon schrieb die wirkmächtigste und "Reichweitenstärkste" rechte Kraft ist und auch derzeit die größten Möglichkeiten hätte, diese Massentäuschung aufzubrechen und die "künstliche Wahrheit" aus den Köpfen zu verbannen.

Aber leider bleibt die AfD mit ihrem derzeitigen Bundesvorstand weit, weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Laurenz

16. Juli 2020 05:20

@Marc_Aurel

Zitat- Zum ersten Mal in der Geschichte droht hier tatsächlich die Gefahr einer (fast) totalen Informationskontrolle durch wenige Interessengruppen, zumindest in der westlichen Hemisphäre -Zitatende

Das ist im gesamten Osten von uns nicht anders, solange es den Osten selbst betrifft. Nur wenn es um den Westen geht, sind die Nachrichten aus dem Osten gut.

Auch ein Herr Röper und sein Anti-Relotius beleuchtet exakt nur diese Perspektive. Würde er in den Osten schauen, wäre seine redaktionelle Existenz in St. Petersburg schnell Geschichte.

Götz Kubitschek

16. Juli 2020 13:27

Feierabend, Dank an alle. Martin: Kopf hoch!

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