Guillaume Faye: Ein Tag im Leben des Dimitri Leonidowitsch Oblomov

Guillaume Faye: Ein Tag im Leben des Dimitri Leonidowitsch Oblomov. Eine Chronik aus dem Zeitalter des Archäofuturismus, Dresden: Jungeuropa 2020. 128 S., 15 €

 Gastbeitrag

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Guil­laume Fayes (1949 – 2019) Buch L’Ar­chéo­fu­tu­risme ist gewis­ser­ma­ßen eine Mogel­pa­ckung. Es ist eine Auf­satz­samm­lung, wie man sie viel­leicht einem Jung­rech­ten geben kann, der sich ein paar Grund­la­gen aneig­nen möch­te – die im Titel ver­hei­ße­ne kon­ser­va­tiv-revo­lu­tio­nä­re Zukunfts­vi­si­on bleibt aber wei­test­ge­hend aus … zumin­dest bis zu den letz­ten 100 Sei­ten, die im Jun­g­eu­ro­pa Ver­lag nun als Novel­le mit dem Titel Ein Tag im Leben des Dimi­tri Leo­ni­do­witsch Oblo­mov erschien. Unter dem genia­len Comic-Cover von Kevin Wond­rak ver­birgt sich einer der kurio­ses­ten Tex­te rech­ter Prosa.
Das Neue an die­ser Novel­le ist nicht die vor­ge­stell­te Geschich­te, son­dern die Welt, in der sie spielt: Getreu der Maß­ga­be des namens­ge­ben­den Archäo­fu­tu­ris­mus ver­eint Faye dar­in Schwe­be­bah­nen und bio­tech­ni­sche Cyborgs mit einer vor­in­dus­tri­el­len Stän­de­ge­sell­schaft und dem Kon­zept eines euro­päi­schen Rei­ches. Uto­pisch? Dys­to­pisch? Das ist die Fra­ge. Die­se Novel­le soll­te jeder jun­ge Rech­te gele­sen haben. Mit Erstau­nen, Begeis­te­rung oder Ent­set­zen, wenn auch nicht unbe­dingt mit Genuß. Im Gegen­satz zu sei­ner Sci­ence-Fic­tion-Visi­on ist Fayes Erzähl­stil eher unspek­ta­ku­lär. An eini­gen Stel­len wirkt es, als wür­de er in mög­lichst kur­zen Pas­sa­gen ver­su­chen, mög­lichst vie­le Infor­ma­tio­nen in den ober­fläch­lich anein­an­der­ge­reih­ten Sze­nen unter­zu­brin­gen. Trotz­dem schafft es Mar­tin Licht­mesz in sei­ner her­vor­ra­gen­den Über­set­zung auch sprach­li­che Fein­hei­ten gelun­gen zu über­tra­gen – so daß die Les­bar­keit im Ver­gleich zur bis­her erhält­li­chen eng­li­schen Aus­ga­be erheb­lich steigt.

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