31. August 2020

Wind kommt auf …

Heino Bosselmann / 20 Kommentare

Der Staat hat mit „Corona“ das Manövergelände der Auseinandersetzung selbst eingerichtet.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Er wollte es zur Profilierung seiner Herrschaft allerdings allein bespielen und reagiert nun konsterniert, weil Gegner seiner immer dreisteren Sonderverordnungen auflaufen. Es ging nie allein um Gesundheit, sondern zunächst um Angst, dann aber – wie immer – um Macht.

Die Berliner Ereignisse vom Sonnabend zeigen endlich eindrucksvoll, daß es im Lande Herrscher und Beherrschte gibt. Zwischen ihnen werden die Fronten in dem Maße deutlicher, in dem den Machtlosen die Artikulation ihrer Bedenken verweigert wird. Daß es zwischen Regierenden und Regierten aus Ursachen tiefer und jahrzehntelang verursachter Veränderungen enorme Widersprüche gibt, sollte innerhalb der letzten Jahre mit simpel-dreister Propaganda überzeichnet werden, so als wäre die Demokratie in Gestalt der Berliner Republik eine Harmonie aller Kräfte, die man so und genau so wollen und unterstützen muß.

Stellten sich dieser Zwangsvereinnahmung kritische Wahrnehmungen und Artikulationen entgegen, begann der Staat mit Institutionen und beigeschalteten Medien immer eindringlicher zu moralisieren. Haltungen, die der vermeintlich legitimierten Herrschaft nicht paßten, wurden als ethisch verwerflich verunglimpft, Andersdenkende als amoralisch, als Rassisten, als dumme Reaktionäre und als Nazis abqualifiziert.

Aber überhaupt stand, wer prinzipielle Kritik äußerte, einfach als schlechterer Mensch da, womit man den Beweis zu erbringen meinte, daß es in der Exekutive der vereinigten Parteien eben nur durchweg "die Guten" gäbe, die damit befaßt wären, der Menschheit endlich, endlich alles Schlechte auszutreiben.

Wer dies nicht zu bestätigen bereit war, der sollte politisch umerzogen werden. Der Bildersturm auf Straßennamen, das plumpe Verbot bestimmter Worte und Begriffe, der Umbenennungswahn gegenüber historisch entstandenen Bezeichnungen, das vermeintlich politisch korrekte Redigieren von Literatur, überhaupt die obligatorischen Festlegungen auf neue Sprachregeln dienen in inquisitorischer Manier diesem didaktischen Ansinnen. Genau solches Vorgehen ist aber nicht nur im Stil und Anspruch apodiktisch, sondern in der Sache vormundschaftlich: Es soll gefälligst nur eine Auffassung geben, die unabdingbar als richtig zu gelten hat, weil kraft ihrer Befolgung ja der Mensch ein besserer werde. Wer denn könnte gegen die Verbesserung des Menschen sein, gegen Rassismus, Nationalismus, Faschismus und all das Böse überhaupt?

Die dümmlich-utopistische Anthropologie des nur guten Menschen bringt aber jeden Nachdenker zum inneren Kopfschütteln, der sich und seine Nächsten täglich anders erlebt und den Menschen eben kritisch in dessen Schuld und Defekten sieht, um in Kenntnis dessen gefährlichen Entgrenzungen vorzubeugen. Die Schulen etwa veranstalten folgsam Kampagnen für "Demokratie und Courage", vermögen es aber immer weniger, ihre Schüler zum Respekt untereinander sowie gegenüber den Lehrkräften zu erziehen.

Aber klar, die Einheitsfrontler wissen es selbst besser; sie sind nicht durchweg naiv, vielmehr wollen sie sich mit ihren Selbstbekundungen als moralisch unangreifbar gerieren. So ähnlich wie die Partei, die ja immer Recht hatte, weil sie angeblich für das Recht aller kämpfte. Wer ihrer führenden Rolle nicht vorbehaltlos zustimmte, war der Feind.

Die Einheitsparteien verlangen: Ihr habt es gefälligst genau wie wir zu sehen. Und nicht anders! Andernfalls verlaßt ihr die von uns festgelegte Sicherheitszone, weil ihr euch in eurer Renitenz mindestens als unvernünftig und damit als unverantwortlich erweist. Das erfordert zu unserem Bedauern Zwangsmaßnahmen von der politischen Umerziehung und Therapie bis zur Bestrafung.

Die allüberall beschworene Toleranz in Diversität muß man als ein Synonym für Gleichschaltung auffassen. Sie toleriert eben nicht den Andersdenkenden, um den kritisch-vernünftigen Diskurs zu ermöglichen; sie verlangt ganz im Gegenteil übereinstimmende „Grundüberzeugungen“, die nicht in Frage gestellt werden dürfen, und schließt intolerant gerade jene Opponenten aus, die sich dem verlangten Bekenntnis zu „Eine Welt!“, „Vielfalt!“, Buntheit!“ schon deswegen verweigern, weil damit entgegen aller Regenbogen-Romantik eine Uniformität erzeugt wird, die der Standardisierung der Waren in der globalisierten Wirtschaft entspricht.

Das vereinigte antinationale Bündnis, von der intellektuell auf marxistische Schwundstufen degenerierten Antifa bis zu den staatsfinanzierten Parlamentsparteien, mit Ausnahme des Parias AfD, veranstalten mit öffentlichen Geldern und mittels nachgeordneter Vereine aufwendige Kampagnen „für Toleranz und Pluralismus“ und „für Demokratie und Courage“, meinen damit aber nur sich selbst, erklären sich dreist zu den einzig „Anständigen“, zunehmend irritiert davon, daß sich der ihrem Konsensbefehl folgende Haufen lichtet, obwohl dessen Folgsamkeit gegenwärtig sogar mit Corona-Milliarden belohnt wird.

Die AfD indessen ist zwar ein in sich disparater Verein; sie bleibt für die Machtverwalter aber gefährlich, weil seit ihrer Existenz nicht nur irgendwie kontrastschwach zwischen weitgehend gleichen Positionen gewählt, sondern endlich etwas abgewählt werden kann. Das allein erklärt den sie treffenden Haß der Einheitsfrontler.

Die staatseigene Agitation und die ihr zustimmenden Medien sowie der gesamte Staatsbürgerkundeunterricht etikettieren Konsensverweigerer als Verschwörungstheoretiker und zunehmend gar als Irre, als pathologische Fälle, die, wenn sie den verordneten Deutungen nicht willfährig folgten, unweigerlich zu Nazis mutieren würden. Zum „bunten Spektrum“ gehörten nur jene, die von der Schule bis in die Politik artig vorgegebene Bekenntnisse aufsagen. - Bunt ist jetzt eher die Gegenwehr.

Zuweilen dürfte es die Mächtigen selbst irritieren, wenn sie mit ihrem Anspruch totaler Rechthaberei im Duktus stalinistischer Politbüros auftreten. Man meint sogar physiognomisch wieder den Typus des Funktionärs und des Parteiarbeiters auszumachen. Daß die Linke, hervorgegangen aus der Staatspartei SED, mittlerweile längst von allen anderen „Demokraten“ akzeptiert und als Partner geschätzt und umworben wird, ist in der Logik der Staatsparteien neueren Typs nur folgerichtig.

Seit aber mit dem „neuartigen Corona-Virus“ über politisches Neusprech und „Grundvereinbarungen“ hinaus eine dreiste Verordnungspolitik begann, die mit der gesundheitlichen gleich noch die politische Hygiene rigoros durchbefehlen und flächendeckend administrieren wollte, wurde endlich jene Polarisierung spürbar, aus deren Differenz nun die knisternde Spannungsquelle entsteht, die den Strom für notwendigen Wandel hergibt.

Gegen die fettgesessene Behäbigkeit des selbstgerechten und selbstermächtigten Einheitsparlamentarismus erheben sich da und dort erfrischende Wirbel. Gefährlich, klar, aber notwendig, um die faulen Kompromisse und Lebenslügen eines von den Beherrschten finanzierten Ancien Regime des 21. Jahrhunderts offensiv in Frage zu stellen. Was sklerotisch schien, wird gerade zum Tanzen gebracht. Mancher Entscheidungsträger, der nie Leistungsträger war, dürfte überrascht sein, mit welcher Vehemenz die Straße Revision fordert.

Zugegeben, es laufen bizarre Figuren dabei mit. Die aber drängen mit Wendeereignissen immer auf die Straße. So wie man als Teilnehmer der neuen und nun wirklich bunten Demonstrationen eben nicht unbedingt Politikwissenschaft studiert haben muß, sondern zuweilen einer noch unklaren Intuition folgt, die eine Unterströmung in Richtung Veränderung erspürt.

Womit die Party endet, ist noch nicht klar. Sie befreit die Bewegten zunächst von der Angst, von der Grande Peur, was den Leuten guttut, ihr Selbstbewußtsein stärkt und sie revitalisiert; dann aber stellt die Straße die Macht infrage. Die Party nimmt einen riskanten Verlauf und mischt die sedierte Bräsigkeit in Berlin gehörig auf.

Bisher erließen die Exekutive und die von ihr bestimmten Parlamente vor dem Corona-Hintergrund einfach neue Dekrete. Die arrogante Zurückgelehntheit, mit der das geschah, reicht jedoch nicht mehr aus, wenn die alternativen Enthusiasten diese Drucksachen ignorieren oder gar zerfetzen. Jetzt ist sie da, die gescheute Auseinandersetzung, und es werden gegenüberliegende Stellungen bezogen.

Demokratie ist eben nicht Konsens! Aber selbst der Streit, dessen sie bedarf, muß nun erst wieder erstritten werden, denn was sich in Berlin und in den Länder-Satrapien so demokratisch gibt, das war schlicht pragmatische Herrschaft einer Mehrheit über eine mit den letzten Wochen kraft Corona-Streit gewachsenen Minderheit, die sich endlich selbstbewußter zeigt.

Das Virus entzündete viel mehr als ein paar Krankheitsherde, es steckte die Politik der globalistischen Gleichmacherei von unten auf an. Wir hoffen nicht nur auf Genesung, sondern auf Wandel, Eigenständigkeit und neue Kraft.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (20)

Schopenhauer

31. August 2020 21:42

Welcher Staat?

Lotta Vorbeck

31. August 2020 23:34

@Schopenhauer - 31. August 2020 - 09:42 PM

Welcher Staat?

---

Rede des Abgeordneten Dr. Carlo Schmid (SPD) im Parlamentarischen Rat am 8. September 1948

Schmidt sprach von einem "Staatsfragment", respektive der "Organisationsform der Modalitäten einer Fremdherrschaft".

Wahrheitssucher

1. September 2020 00:00

@ Lotta Vorbeck

Denke Schopenhauer meint, welchen Staat wollen wir, nicht welchen Staat haben wir!?

Laurenz

1. September 2020 02:47

In der Reihe der guten HB-Artikel ist dieser äußerst beeindruckend in der Analyse & im Wort-Gebrauch, eine fast perfekte Momentaufnahme des aktuellen Zeitgeistes. 

In Anbetracht dieses Artikels kann man dessen eingedenk sein, daß die DDR 40 Jahre andauerte & die Sowjetunion 70. Die Frage ist, wann erreichen wir den Zeitpunkt, an dem die Bundes-Junta schießen läßt, in 2, 3 oder in 5 Jahren? Ohne daß Sie, Herr Bosselmann, das Wort Religion gebraucht haben, wird an Ihrem Text deutlich, daß, wie bei allen totalitären Regimes, auch aktuell religiöse Formate als Mittel des Machterhalts im Vordergrund stehen. Haben Sie aus Rücksicht auf Kollegen, davon abgesehen, diesen konkreten Fakt wörtlich zu benennen?

Desweiteren möchte ich die globale Sicht des Artikels anzweifeln. Europa ist eine pseudo-scheiß-liberale Insel im globalen Konzert nationaler Interessens-Lagen.

@Schopenhauer & Lotta Vorbeck

Sie lenken Beide vom wesentlichen ab & verwässern die noch nicht vorhandene Debatte im Vorfeld. HB schreibt über das Machbare & nicht über Ihre utopischen Wunschvorstellungen. Schreiben Sie Beide doch Science-Fiction  & alles ist gut.

Lumi

1. September 2020 09:14

Vielleicht so:

HB: "Der Staat hat mit „Corona“ das Manövergelände der Auseinandersetzung selbst eingerichtet."

Schopenhauer: "Welcher Staat?"

Meine Antwort: Der Lügenstaat. Der BRD Lügenstaat. Er beherrscht das Volk seit jeher, indem er den neu auf die Welt gekommenen Menschen eine Schuld einredet, von der es keine Erlösung gibt, sondern nur lebenslange Reue und Buße. Ganz wie die Kirche es früher getan hat. Ein widerliches psychomanipulatives Verhalten. Ein Fall von millionenfachem Kindesmißbrauch (worauf Kommentator @sok immer wieder hinweist, indem er Studien von Prof. Schmidt-Denter anführt).

Der Lügenstaat beherrscht das Volk nun neuerdings zusätzlich, indem er den Menschen Angst macht vor einem angeblich neuen und gefährlichen Virus, vor dem es kein Heil gebe außer durch die Impfung. Ein Psychovirus und ein Lügenvirus.

Der real existierende Staat herrscht mittels Schuld und Angst und Lügen.

Wie halten die Menschen das aus? Sie machen sich die Lügen zu eigen und leben in ihnen.

Rechte oder linke Gesinnung hin oder her: Die Demos in Berlin sind ein Zeichen des Erwachens. Es tut sich was. Der Lügenstaat wird ein Stück weit demaskiert.

Idise

1. September 2020 10:20

„Bizarre Figuren“ zeigen den „Einheitsfrontler[n]“  durch ausgeprägtes Selbstbewusstsein den Anspruch auf Volkszugehörigkeit auf und verdeutlichen diesen durch (friedliches) Miteinander auf den Treppen des Reichstags, platziert wie zur Verewigung im Fotoalbum. Eine aufgescheuchte Moralpresse der Einheitsparteien, die es nicht für nötig hält zu erwähnen, dass (wie immer man auch dazu stehen mag) die Worte „Ich bin ein Berliner“ erneut ausgesprochen durch einen Kennedy durch die Stadt erschallten, hyperventiliert im altbekannten Kanon und stürzt sich Angst verbreitend auf dieses Konglomerat an Freiheitsforderern. Von unserer Seite sollte erneut eine gewisse Gelassenheit gepflegt werden. „Das Volk“ sind viele, verschiedenste Typen. Freuen wir uns an seiner Bewusstwerdung. 
 

Grobschlosser

1. September 2020 10:39

der pathologische Hass der berliner Republik auf die kaiserlichen Farben ( zdf - Mitarbeiterin Shakuntala Banerjee arbeitet sich im Interview an den Kundgebungsteilnehmern ab ) ist ein wichtiger, sozialpsychologischer Indikator :" seht her - das "bessere" - das "neue Deutschland" duldet keine deutschnationale Symbolik - die "Aufklärung" quillt aus dem Mund einer Frau Shakuntala, sie bewertet , sie deutet , sie trägt die gültige Hermeneutik in die brd-Wohnstube.Rückfragen , Debatten sind unerwünscht - der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland ist von den kaiserlichen Farben angewidert . Großvater und Urgroßvater waren eben schlechte Menschen - überhaupt : Deutschland ist schlecht - das juste milieu der berliner Republik ist sich einig : gegen den uneinsichtigen , untergeordneten Wutbürger hilft nur noch mehr Re-education und noch mehr Exekutivgewalt . Nun steht sie im Abseits - die "Elite" -eine Frau Shakuntala funktioniert in B-Mitte - aber sie überzeugt nicht - sie will keine Debatte - sie bleibt beratungsresistent -immerhin hat sie doch studiert - hat den Überblick .Problem der "Eliten" : sie haben am Wochenende gezeigt was sie vom kleinen Mann halten . Die Verachtung der berliner Republik für den einfachen Bürger wird den Paradigmenwechsel einläuten 

Fritz

1. September 2020 11:42

Wenn ich recht sehe, ist das Zeigen der Reichsflagge nicht verboten. im Jahr 2005 gab es ein entsprechendes Urteil, s. hier: https://www.kostenlose-urteile.de/Verwaltungsgerichtshof-Mannheim_1-S-271804_Beschlagnahme-einer-schwarz-weiss-roten-Reichsflagge-waehrend-Siegesfeier-nach-Fussballspiel-unrechtmaessig.news17867.htm

Demnach gilt: "Das Zeigen der Flagge als solches stellt keine Volksverhetzung (§ 130 StGB) dar und ist auch kein verbotenes Zeichen einer national­sozialistischen Organisation (§ 86 a Abs. 1 Nr. 1 StGB)."

Wenn das da am Reichstag alles Nazis waren, warum haben sie dann keine Hakenkreuz-Fahnen geschwenkt?

Gracchus

1. September 2020 11:55

Wind? Nicht eher ein Lüftchen? Und auch schon wieder vorbei ...

Wahrheitssucher

1. September 2020 11:58

@ Lumi  @ Idise  @ Grobschlosser

 

Wunderbare, starke Kommentare!

Zustimmung!

Langsax

1. September 2020 13:06

"Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden."
(Immanuel Kant)

Kant hat es erkannt, aber alle Weltverbesserer nicht. Der Kommunismus wollte die Menschen verbessern ("erziehen") und hat dabei weit über 100 Mio. Tote "produziert". 

Das Frapierende für mich ist: Die heutige "liberale, westliche Welt" bedient sich größtenteils dem Gedankengebäude des Kommunismus. Man bekämpft etwas mehr als 100 Jahre und wenn es de facto überwunden ist, dann schwenkt man auf Gegenkurs und praktiziert das, was man einst bekämpfte. Was ist hier los? Meine Gedanken dazu sind so ungeheuerlich, dass ich mir nicht mal traue, sie zu Ende zu denken.

Grobschlosser

1. September 2020 13:07

ca.42ooo Kundgebungsteilnehmer,dennoch gelingt es dem hamburger "Nachrichtenmagazin" nicht einen interessierten Gesprächspartner aufzutreiben - es ist das immergleiche Schema : zunächst die bildungsbürgerlich-überhebliche Stimme aus dem Off-dann der angebliche Versuch mit Teilnehmern ins Gespräch zu kommen . Tatsächlich ( und das ist keine Überraschung ) gibt es unsachliche Einlassungen einiger Teilnehmer ; das Magazin hält mit der Kamera drauf ; junge Männer werden vom TV team überrumpelt , auch provoziert .Das ist der hamburger Journalismus : suche in der stark heterogenen Menge genau den Teilnehmer der später von der Redaktion durchgewunken wird .Das hamburger "Nachrichtenmagazin" könnte gut informierte , eloquente Teilnehmer befragen - nun - das geschieht aber nicht . Eine Kundgebung in Berlin ist eben kein Soziologieseminar - 

Grobschlosser

1. September 2020 13:08

II)

ein dialektisch geschulter "Journalist" aus Hamburg Eppendorf spielt seine rhetorische Überlegenheit aus - meidet aber Gespräche mit ebenso gut geschulten Multiplikatoren , Sprechern . Der realexistierende Klassenkonflikt wird hier sichtbar : Linksbourgeoisie führt den Jungmalocher vor - jeder der die "SPD" wählt sollte sich diese Inszenierungen genau ansehen , Leute verlieren während der Coronakrise ihre Arbeit ; wer aber die Politik der brd-Regierung ( sachlich oder eben auch unsachlich ) kritisiert wird vom hamburger TV vorgeführt . Die Wut der Bürger wird geschürt - das was sich hamburger Nachrichtenmagazine regelmäßig herausnehmen wird sicherlich nicht folgenlos bleiben -wer als privilegierter "Journalist" systematisch die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft seiner bildungsbürgerlichen Zuschauerschaft als amuse gueule kredenzt hat jede Glaubwürdigkeit verloren .Systemfunk & Systempresse sind nicht objektiv - sie sind Auftragsblogger , Schönschreiber und Klassenkämpfer - sie spalten die deutsche Gesellschaft und sie verhalten sich gegenüber einfachen - oft abgehängten Bürgern schäbig bis bösartig .

Ein gebuertiger Hesse

1. September 2020 13:19

@ Gracchus

"Wind? Nicht eher ein Lüftchen? Und auch schon wieder vorbei ..."

Schönes, treffendes Bild mit der richtigen Dosis Ernüchterung. 

heinrichbrueck

1. September 2020 14:08

Welche Anthropologie wird eigentlich vorausgesetzt, „um den kritisch-vernünftigen Diskurs zu ermöglichen“? Mit „George Soros“ eine ergebnisoffene Diskussion? Andersdenkende müssen nicht unbedingt denken können, weil sie anders denken. Und natürlich gibt es unumstößliche Richtigkeiten, an denen nicht gezweifelt werden sollte.

Medien und Merkel sind ideologietreu. Eine Ideologie kann ersetzt werden, aber nicht abgewählt.

In einer Demokratie gilt das Wahlergebnis der Mehrheit. Eine Minderheit läßt wählen, um zu herrschen. Ist eigentlich klar, langfristig betrachtet, worüber man sich streiten soll? Zumal echte Streitereien nie ergebnisoffen sind.

micfra

1. September 2020 15:39

@Laurenz Sie fallen mir hier nur wegen Ihrer Rüpelhaftigkeit auf. Passt irgendwie nicht hierher. 

Laurenz

1. September 2020 16:33

@micfa

Ja, das stimmt. Aber schön wäre es, Sie hätten nicht nur persönliche Angriffe auf Lager, sondern auch Argumente. Mit Argumenten könnten Sie Sich tatsächlich von mir positiv abheben, unterscheiden, aber so tun Sie es nicht. Sie und ich, wir beide sind also auf Augenhöhe.

Mir geht es hier, wie mehr oder weniger allen, die polarisieren, mal mehr oder weniger gehen Kommentare durch. Und wie wäre es, wenn Sie davon absehen würden, die SiN-Redaktion zu beleidigen? Als ob Diese geistig nicht in der Lage wäre, zu entscheiden, welche Beiträge durchgehen sollten und welche nicht.

Mich dürfen Sie ruhig weiter beleidigen. Dann habe ich Bestätigung in der jeweiligen Debatten-Frage, ob ich richtig liege oder nicht.

Lumi

1. September 2020 21:36

@micfra - Mir hingegen ist @Laurenz (wie auch einige andere) wegen seiner stets lesenswerten Kommentare aufgefallen. Auch im Weihnachtsoratorium wird mal auf die Pauke gehauen. Muß einfach sein.

Naseweis

1. September 2020 22:46

„Wind kommt auf …“? Nun ja, Heino, ich bin optimistisch und halte den von Dir freudig verspürten Wind eher für einen Deiner Sehnsucht geschuldeten Wahn. Es ist mehr ein Lüftchen als der Sturm, der weiland nach dem Willen eines Oberirren losbrechen sollte, samt sich erhebendem Volk. (Wie kommt es nur, dass solche Assoziationen sich bei mir einstellen?)

Nein, was Du zu riechen glaubst, das sind die Winde, die dem immer noch fruchtbaren Schoß entfleuchen, aus dem das kroch – wobei ich befürchte, dass wir uns inzwischen darüber streiten müssten, was es mit diesem „Das“ auf sich hat. Ja, so ändern sich die Zeiten – und der Wind mit ihnen.

Eins aber muss man Dir lassen, Heino: Den Denkstil jener ganz anders gearteten Einheitspartei hast Du, allen Unterschieden auf der Oberfläche zum Trotz, perfekt internalisiert, da gibt’s nichts zu kritteln, Chapeau!

Franz Bettinger

2. September 2020 01:51

@Grobschlosser: Ihre Worte gehen runter wie Honig. 

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