7. September 2020

Sonntagsheld (158) – We didn‘t start the fire…

Till-Lucas Wessels / 21 Kommentare

Schuhplattler gegen Links

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Ich bemühe mich aufrichtig, jeden Tag aufs neue verwundert darüber zu sein, wie rasch der Ausnahmezustand, das vermeintlich Nichtalltägliche, zur Routine werden kann. Leipzig liegt ja nun nur eine gute halbe Stunde entfernt von Halle und trotzdem habe ich wieder einmal kaum etwas wahrgenommen von den drei Tagen Protestfolklore, die der linke Connewitz-Kiez an diesem Wochenende hinter sich gebracht hat.

Es ist ein seit Jahrzehnten einstudierter Tanz, der sich dort in nahezu regelmäßigen Abständen wiederholt: Alle paar Wochen wird für die stetig aus den beschaulichen Westdörfern in die Universitätsstadt nachrückenden linken Studenten eine neue Banalität hervorgekramt, die nach einem „kämpferischen und selbstbewußten Zeichen“ verlangt.

Bei einem Sterni* überzeugt man sich mit den längst grauhaarig gewordenen autonomen Restbeständen der 90er-Jahre-Hausbesetzerszene rasch von seiner eigenen revolutionären Relevanz und zieht zu fortgeschrittener Stunde vor die nahegelegene Polizeiwache in der Wiedebach-Passage, welche am nächsten Morgen die Spuren der nächtlichen Erlebnistouristen trägt.

Am großen Ganzen ändern die Randale-Aufzüge nichts: Die Gelder der Investoren fließen trotzdem und was noch zu sanieren ist, das wird schickgemacht für die nun beginnenden 2020er-Jahre, in welchen sich die sächsische Metropole endlich zum „zweiten Berlin“ mausern soll. Für die eingesetzten Polizisten natürlich eine beschissene Situation – man darf nicht, wie man könnte und erst recht nicht wie man möchte - aber das interessiert in Leipzig niemanden außer der AfD, die sich über neue Wählerstimmen freut.

Das liegt sicher auch daran, daß man in der Stadtverwaltung wohl ganz glücklich darüber ist, daß sich das Chaotenpotential im Stadtsüden konzentriert und zudem einen vitalen, wenn auch nicht besondern appetitlichen Teppich an linksalternativen Kulturangeboten ausbreitet, mit dem sich die Stadt gerne schmückt.

In der amerikanischen Stadt Portland kann man indes sehen, welche Folgen die stiefmütterliche Pflege dieser Milieus haben kann: Seit Jahren gilt die Stadt im Bundestaat Oregon als ein Schwerpunkt linksextremer Aktivitäten, ein Umstand an welchem der liberale Bürgermeister Ted Wheeler bisher wenig auszusetzen hatte. Als im Frühsommer die gewalttätigen und rasch blutigen „Black Lives Matter“-Krawalle begannen, stellte er sich sogar an die Seite der Aufrührer, zog sich aber rasch zurück, als er die erste Ladung Tränengas abbekam. Ein Umstand, der ihm den wenig charmanten Spitzname "Teargas Ted" einbrachte.

Dieses eindrückliche Erlebnis hinderte ihn nicht daran, in der Folgezeit die Offerte von Präsident Trump auszuschlagen, der mehrfach anbot, Bundestruppen in die Stadt einrücken zu lassen, um wieder Sicherheit und Ordnung herzustellen. Seine Aussitz-Strategie half indes wenig; da es in der Stadt auch ein Bundesgericht gibt, lies Trump dieses kurzerhand von Bundespolizisten schützen, die noch ein wenig aufräumten, bevor sie nach einigen Tagen wieder abgezogen wurden und die Exekutive wieder den Polizeikräften des Bundesstaates überließen.

Inzwischen weigert sich allerdings auch die Vereinigung der Polizeichefs und Sheriffs int Oregon, überhaupt Einheiten in die Stadt zu schicken. Solange Straftäter dort trotz Festnahme ungeschoren davonkämen, wolle man die Sicherheit der Beamten nicht durch Einsätze in der Metropole gefährden – ein Umstand, den wir inzwischen auch aus der Bundesrepublik kennen: Mehrere Bundesländern gaben als Reaktion auf das Berliner „Antidiskriminierungsgesetz“ bekannt, keine Polizisten mehr nach Berlin schicken zu wollen.

Wheeler indes spekuliert offenbar darauf, daß sich das Problem langfristig von selbst lösen wird. Ob dieser Plan allerdings aufgeht, erscheint fraglich: Erst am Montag mußte er aus seiner Wohnung flüchten, nachdem aufgebrachte Linksextreme sich anläßlich anläßlich seines 58. Geburtstages vor der Haustür versammelt hatten und ihrer Rücktrittsforderung durch ein großes Feuer auf der Straße Nachdruck verliehen.

Sichtet man hingegen das aktuelle Videomaterial aus den Staaten, so kommt man nicht umhin, der Strategie von Wheeler zumindest in Einzelfällen eine wohlwollende Zukunftsprognose zu bescheinigen. Denn obgleich die selbsternannten Straßenkämpfer nach mehreren Monaten Krawall offenbar im Bau von Brandsätzen geübt zu sein scheinen, läßt die fachmännische Anwendung nach wie vor zu wünschen übrig. Wie in diesem Video zu sehen ist, hat sich erst dieses Wochenende wieder einer der Feuerteufel die Hufe versengt:

Ob dieser Auftritt nun besonders heldenhaft ist, mag bitte jeder selbst beurteilen. Aber Sie kennen das ja: Gelegentlich ist der "Sonntagsheld" auch einfach nur für einen schadenfrohen Schmunzler gut. Das sah im übrigen auch Donald Trump so, ließ sich nicht lumpen und machte den Zusammenschnitt (inklusive der charmanten Hintergrundmusik aus dem 80er-Klassiker „Footloose“) über seinen Twitteraccount einem Millionenpublikum zugänglich.

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*Sternburg Bier, quasi die Ostvariante von Oettinger


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (21)

Lotta Vorbeck

7. September 2020 02:55

@Till-Lucas Wessels

Die Gelder der Investoren fließen trotzdem und was noch zu sanieren ist, das wird schickgemacht für die nun beginnenden 2020er-Jahre, in welchen sich die sächsische Landeshauptstadt endlich zum „zweiten Berlin“ mausern soll.

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So, so, die sächsische Landeshauptstadt also.

Sternburg ist die Ostvariante von Oettinger.

Und Leipzig ist die Till-Lucas-Wessels-Variante von Dresden.

Phil

7. September 2020 10:13

Sonntagsheld? Das ist der Dolm der Woche :)

starhemberg

7. September 2020 11:13

Ich konnte diesen peinlichen Song noch nie leiden, aber jetzt schon. Angebrannte linke Chaoten zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. 

Grobschlosser

7. September 2020 13:47

der brd - Staat duldet den roten Straßenterror ; ein funktionierender Staat würde den roten Terror mit geeigneten Mitteln bekämpfen und die Kriminellen für sehr lange Zeit wegsperren . 

Sandstein

7. September 2020 14:10

Da hier anscheinend meine Bier-Sommelier Kenntnisse gebraucht werden: während Oettinger schlicht billiges Bier ist, ist Sternburg einfach nur schlechtes Bier. 

Habe hierzu die fundierte Theorie entwickelt, dass die verantwortliche Brauerei alte Maischen aufkauft und nochmals verwendet.  

"Und Leipzig ist die Till-Lucas-Wessels-Variante von Dresden."

Lotta Vorbecks Humor gehört hier irgendwann auch einmal gewürdigt. :>

..man weiß nie so recht woran man ist, bis man sich ertappt, bereits breit zu Grinsen.

Grüße ans vielleicht beste Kommentariat der Welt. 

Laurenz

8. September 2020 00:22

@Sandstein

Es gibt gar keine Bier - Sommelier .... 

Sie können blind kein Bier bei einem Test identifizieren. Beim Wein ist das Fachleuten möglich.

Der deutsch-groß-industrielle Einheitsbrei schmeckt eh nicht, im Vergleich zur deutsch-bayrisch adaptierten Tradition in der Tschechei.

Sie können natürlich weiterhin Lotta Vorbeck feiern, aber Ihr Vergleich hinkt.

RMH

8. September 2020 09:21

@Laurenz,

Mit dem Absolutheitsanspruch ihrer Behauptung liegen sie meiner Meinung nach ausnahmsweise mal daneben. Die Bezeichnung "Sommelier" in Bezug auf Bier ist natürlich wie Pariser Schuhe an den Füßen einer Bäuerin, aber dennoch können Bierkenner sehr viel riechen, schmecken etc. Und Oettinger ist immerhin eine Privatbrauerei und alles was zur Radebergergruppe (Oetkert es da nicht?) gehört, wie eben das "Sterni"  ist zumindest nicht unbedingt mein Fall. Gute Biere gibt es in ganz Deutschland, vermehrt in Mittel- und vor allem Oberfranken.

Laurenz

8. September 2020 10:50

@RMH

Natürlich haben wir noch ein paar hundert kleine Privat-Brauereien. Man kann sein Leicht-Bier auch selbst kochen, wie meine Großmutter es tat. Leichtes Bier war bei den vielen verdreckten Brunnen, auf die unsere Vorfahren, vor allem in urbanen Räumen angewiesen waren, die ideale Lösung als tägliches Getränk, besonders für Kinder. Apfel-Most geht natürlich auch und ist sicherlich noch gesünder als Bier.

Der deutsche Bier-Konsum sinkt stetig, was einfach am zu herben, gleich-geschalteten Geschmack liegt. Bitburger, Warsteiner, Binding, Becks, Licher, Radeberger und wie die alle heißen, sind völlig austauschbar. 

https://www.absatzwirtschaft.de/ hier finden Sie einen guten Artikel

oder hier

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/175766/umfrage/konsumierte-biermarken/

Sandstein

8. September 2020 11:13

@Laurenz

..es gibt sogar Brot Sommeliers. Was es auch gibt: Leute ohne jedweden Humor. Muss also echt lustig sein mit Ihnen. 

In Deutschland gibt es >1000 Biersorten. Da ist für jeden etwas dabei. Böhmisches Bier ist gut, da stimme ich Ihnen zu.  

Laurenz

8. September 2020 16:38

@Sandstein

ich nehme Sie erst mal ernst :-) Da wird es für mich persönlich schwierig, die Pointe wahrzunehmen. Natürlich haben Sie Recht, man kann das mit den Ernst auch lassen..... würde die Firma Oettinger böhmisch-dörflich brauen, erzielte sie sicherlich mehr Absatz.

Das ist eben auch eine finanzielle Frage für den Konsumenten. Die Bodensee-Region ist relativ reich. Dort sind die Privat-Brauereien so gefragt, daß deren Bier kaum erhältlich ist.

Fredy

8. September 2020 20:58

Es gibt kein Bier, das nicht schmeckt, wenn man zuvor hart gearbeitet hat, Durst hat und das Bier gekühlt ist. Und blind schmeckt keiner ein Sterni oder Ötti raus.

EndlichMal wichtige Themen hier.

Sandstein

8. September 2020 21:41

@Laurenz

habe für sowas im Grunde keine Nerven, aber hey was soll's, da Sie so freudig "vorlegen" will ich nachlegen. Sie reden von ernst nehmen? 

Zitat: "Der deutsche Bier-Konsum sinkt stetig, was einfach am zu herben, gleich-geschalteten Geschmack liegt."

..und unter dem nächsten Artikel zur Migration/Umvolkung dann wieder ellenlange Passagen von Ihnen.Tipp: zählen Sie doch einfach mal 1 und 1 zusammen. Ich helfe gern nach: Ich kenne verdammt wenig Maliks, Tareks und Alis, die Bier trinken. 

Der Verweis auf die Bodenseeregion ist nun echt peinlich, Sie kennen mich nicht und ich trinke zu Hause kein Oettinger. Weiß jetzt echt nicht was ich dazu schreiben soll, wollen Sie über Kontoauszüge reden oder wie ist das zu verstehen? Ohne Worte..

Ich trinke übrigens Jever und das ganze andere "herbe" Zeug, das Ihnen zu bitter ist.

Prost! 

Laurenz

9. September 2020 10:14

@Sandstein

Die Bodensee-Region war nur ein Beispiel einer mittlerweile zu klein geratenen Kultur im Alemannischen Raum. Auch die Briganten auf der anderen Seeseite können sicher noch Bier kochen/brauen. Den Bezug zu Ihnen haben Sie selbst heraus gelesen. Und ja, Jever ist eben auch so eine 08/15-Brühe, wobei gegen die 08/15 nichts zu sagen ist, sie war halt billig und einfach zu produzieren. Und

@Fredy hat natürlich Recht, niemand kann Jever blind heraus schmecken. 

Ich hingegen trinke nur alle 4 Wochen Bier, der Kultur und der Geselligkeit wegen, wenn ich mit meinen Freunden mal ausgehe. Bevorzuge lieber Wein oder Wein-Brause (Sekt). 

Hier erkennt man auch den Unterschied. Am Bier machen sich vor allem Lebensmittel-Chemiker zu schaffen, während man den Weinanbau an der FH studiert, was vor allem die schwierigen Lagen an der Mosel und am Main extrem verbessert hat. Ich kenne übrigens zwangsläufig auch ein paar Alis. Und die trinken mehr Bier als die Indigenen, weil manche von denen, wie Fredy schreibt, hart arbeiten. Und Bier hilft, ähnlich den Coca-Blättern, diese Arbeit zu ertragen.

Sandstein

9. September 2020 15:01

@Laurenz

..beim Versuch einen Widerspruch aufzulösen konstruieren Sie ja schon den nächsten.

Ich schmecke ein Jever heraus, aber vielleicht bin ich da einfach eine Besonderheit. Vllt. genauso besonders, wie Ihre hart arbeitenden Ali's. 7 Jahre Berlin sprechen da eine andere Sprache. Aber belassen wir es einfach dabei: Sie trinken gern Cremant oder Champus - wissen aber alles über Bier. Und ich? Ich lese Ihre Texte in Zukunft mit einer Portion Humor. 

Für SiN tut es mir Leid, dieses Fass hier aufgemacht zu haben. Bitte hierfür um Entschuldigung..Grüße

RMH

9. September 2020 16:21

@Laurenz,

Brauwesen kann man in Bayern schon sehr lange an der FH in Weihenstephan studieren. Am Bodensee ist die Badener Staatsbrauerei Rothaus ( Tannenzäpfle etc.) wie im Rest von Ba- Wü beliebt. Einer der wenigen Staatsbetriebe in Deutschland, der als Erfolg betrachtet werden kann.

Beim deutschen Wein ist ein klarer Trend zur Qualität festzustellen, da man dann auch mehr für den Wein verlangen kann. Im Billigpreissegment unter 8.- Euro die Flasche können deutsche Normalwinzer nicht viel Gewinn machen. Offiziell liegt die Qualitätssteigerung natürlich am Klimawandel ... ;)

limes

9. September 2020 20:35

»We didn‘t start the fire…« Anglizismus-Alarm! Dass ausgerechnet ich als USA-Aficionada das feststellen muss …

Was das Bodensee-Bier angeht, so munkelt man, dass um den 3. Oktober herum Gelegenheit zur gemeinsamen Verkostung bestehen könnte.

»Bodensee«-Kaffee (»Bodenseh-«) bezeichnet im Badischen übrigens Plörre, wie man auf norddeutsch sagen würde.

Ich liebe die Verschiedenheit der deutschen Stämme!

AndreasausE

9. September 2020 23:00

Endlich mal ein Thema, wo ich intellektuell mithalten kann!

Also 1. Selbstverständlich würde ich ein Jever in Blindverkostung herausschmecken - wenn es zwischen Bit, Warsteiner, Astra, Flens und Holsten gereicht würde.

2. Oettinger ist nicht gleich Oettinger. Das kommt da, egal ob Export oder Pils, auf den Brauereistandort an. Ich weiß nicht mehr genau was es war, aber das Export aus Brauerei Rostock (?) war köstlich, das andere (woher war das noch?) mundete mir minder, lag wohl am Brauwasser.
So genau weiß ich das aber nicht mehr, weil ich

3. längst ein Freund des Dosenbiers geworden bin. Ratskrone vom EDEKA hier ist einwandfreier Trunk, schmackhaft, durstlöschend, Verpackung 100% recyclierfähig.

Aber nun halte ich Klappe und lese still weiter, Prost!

PS an limes: Ich kenne noch Blümchenkaffee. Da gab es eine Gaststätte irgendwo im Norden der Republik, wo man das Blümchenmuster im Tassenboden erkennen konnte :-)

Lotta Vorbeck

10. September 2020 00:44

@RMH - 9. September 2020 - 04:21 PM

"Am Bodensee ist die Badener Staatsbrauerei Rothaus ( Tannenzäpfle etc.) wie im Rest von Ba- Wü beliebt. Einer der wenigen Staatsbetriebe in Deutschland, der als Erfolg betrachtet werden kann."

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War oder ist es nicht ein Schäuble-Schwiegersohn [?], der als Tannenzäpfle-Betriebsleiter fungiert?

 

H. M. Richter

10. September 2020 07:18

@ limes, 09.09., 20:35

"»Bodensee«-Kaffee (»Bodenseh-«) bezeichnet im Badischen übrigens Plörre, wie man auf norddeutsch sagen würde. Ich liebe die Verschiedenheit der deutschen Stämme!

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Was des einen "Bodensee[h]-Kaffee" ist des anderen, zumindest in der sächsischen Sprachlandschaft, Bliemchengaffee, der so dünn ist (14 Bohnen auf 13 Tassen ...), daß man das Blütendekor auf dem Tassenboden erkennen kann.

Dort, wo man so spricht, wird heutzutage nicht nur o.g. Sterni gebraut, sondern enststand vor gut dreihundert Jahren auch Bachs berühmte Kaffeekantate, in der es - wohl im Vorgriff auf die viel besungene Haustier-Welt von Schnellroda - so schön heißt:

"Herr Vater, seid doch nicht so scharf!
Wenn ich des Tages nicht dreimal
Mein Schälchen Coffee trinken darf,
So werd ich ja zu meiner Qual
Wie ein verdorrtes Ziegenbrätchen."

Laurenz

10. September 2020 14:07

@Lotta Vorbeck  @RMH

Hierzu kann man bemerken, daß die Privatisierungen bekannter staatlicher Betriebe auch nicht funktionieren.

Auch gibt es genügend Versager unter ehemaligen Dax-Heroen, wie Aaron Sommer oder Jürgen Schrempp, die statt bis zum Lebensende das Unheil, welches sie anrichteten, abzahlen zu müssen, noch fette Abfindungen kassierten.

Auch im aktuellen Fall bei Wirecard, hätten die Vorstände nicht fliehen müssen. In den USA würden sie belangt, aber hier läßt man bei kapitalen Straftätern, wie Klaus Zumwinkel, einfach die Verjährungsfrist verstreichen.

limes

11. September 2020 21:14

@ H.M. Richter

Zu Recht weisen Sie auf den großen Stamm der Sachsen hin, dessen liebenswerte Mundart ich in meiner Kindheit durch einen Mann kennenlernte, der bleibenden Eindruck auf mich machte.

Herr T. versah als Zollbeamter seinen Dienst in einem verschlafenen Dörflein an der Grenze zur Schweiz. Da er sich mit Hunden gut auskannte, erbaten sich meine Eltern von ihm zuweilen Ratschläge für den Umgang mit unserem unternehmungslustigen Rüden Ajax. Als wäre es erst gestern gewesen, habe ich das gute Gesicht des Sachsen vor Augen, seine hellen Augen und die stattliche Erscheinung in der Uniform.

Welches Schicksal ihn ins Badnerland verschlagen haben mochte, darüber machte ich mir als Kind keine Gedanken. Schließlich waren meine Eltern auch nicht »von hier«.

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