22. September 2020

Wachsende Ringe – Tagebuch (5)

Götz Kubitschek / 15 Kommentare

Es ist wieder Zeit, "100 Stühle für Schnellroda" in den Vortragssaal stellen zu helfen. Genauer: diesen Vorgang symbolisch nachzuholen. Denn:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik (IfS) fand bereits am vergangenen Wochenende statt. Sie verlief so ruhig und routiniert in Organisation und Zusammenspiel der Kräfte wie kaum eine zuvor, sie war inhaltlich stark und konzentriert, umkreiste in acht Vorträgen und drei Arbeitsgruppen das Thema "Staat und Ordnung" und versammelte das äußerste dessen, was die Hygienevorschriften zuließen: 100 Leute.

Die Vorträge von Lehnert, Kaiser, mir und fünf externen Referenten wird man in der 98. Sezession nachlesen können, in gekürzter Form natürlich, und ankündigen kann ich außerdem ungekürzte Mitschnitte von mindestens vier der acht Beiträge. Wir werden sie auf dem "kanal schnellroda" veröffentlichen, auf dem übrigens jüngst Folge 6 unseres Podcasts "Am Rande der Gesellschaft" erschienen ist (hier entlang!).

Ein paar Gedanken noch zu drei Aspekten rund um die Akademie:

1. Als Lehnert und ich am Freitag mit einem Gläschen in der Hand am Rande der Abendgesellschaft standen, blickten wir auf eine im Vergleich zu vor fünf oder drei Jahren deutlich andere Teilnehmerschaft. Die Leute sind sehr jung, sind ganz und gar im Digitalen Zeitalter aufgewachsen, bewegen sich mit einer ungeheuren Selbstsicherheit, Selbstironie und Flexibilität im Netz und haben tatsächlich virtuelle Existenzen, aus denen sie einen nicht geringen Teil ihrer Bedeutung und ihres Selbstwerts ableiten. Dem kann zumindest ich nur zusehen, ohne daß ich noch Zugang fände.

2. Jahrelang haben wir transparent gearbeitet, haben das getan, was man "Gesicht zeigen" nennt - eine komplett ausgelutschte Sache. Diese Transparenz, die jedermann (auch Haldenwang) zeigte, daß mit uns auf eine anständige Weise zu rechnen sei, hat unsere behördliche Kriminalisierung nicht verhindert. Das einzige, was dadurch (erneut) bewiesen wurde, ist, daß der Verfassungsschutz keiner ist, sondern daß er von den Altparteien für die Konkurrentenabwehr mißbraucht wird. Daher ist nun Schluß mit der Transparenz. Sollen die sich halt Mühe geben.

3. Ein kleines bißchen Antifa war auch im Ort, während wir tagten. Unsere Akademie, die jahrelang ohne jede polizeiliche Absicherung tagen konnte, wurde von mindestens vierzig Ordnungshütern gegen höchstens zwanzig Gegendemonstranten abgeschirmt. Das hatte folgende Gründe: Das als linksextremistisch eingestufte "Kollektiv IfS-dichtmachen" spielt derzeit unter dem Motto "Zuerst der Leuchtturm, dann das Rittergut" auf das Hausprojekt in Halle/Saale an, in dem wir den Betrieb einstellen nach über vierzig zum Teil schwer gewalttätigen Angriffen von links einstellen mußten.

Das bedeutet: "IfS-dichtmachen" weiß genau, daß auch in Halle ein "breites Bündnis" hätte Tag für Tag herumstehen können - es hätte uns an unseren Veranstaltungen im Haus am Campus nicht gehindert. Was nicht mehr tragbar war: Pflastersteine gegen und in die Scheiben, Vandalismus, durchbohrte Türen, Angriffe auf die Bewohner und Mitarbeiter und zuletzt an einem einzigen Tag drei demolierte und abgefackelte Autos und zwei Einbrüche in die Privatwohnungen von Aktivisten samt vollständiger Zerstörung von Mobiliar und Infrastruktur.

Nun hatte es anderthalb Wochen vor der Akademie erstmals auch unseren VW-Bus erwischt, den guten alten T4-Traktor, mit dem wir alles in der Gegend herumfahren. Alle vier Reifen, die Frontscheibe, die Beifahrerscheibe: nur Blech und Glas, natürlich, zum Glück. Man nimmt so etwas hin wie einen blauen Fleck, und das ist schon sehr merkwürdig, bei Lichte betrachtet. In Kombination mit der gewaltaffinen Ankündigung des extremistischen Grüppchens aus Halle wirkte das jedenfalls wie eine Ankündigung, und deswegen war am Akademiewochenende ein bißchen mehr Sicherheitsarbeit angesagt.

Das Gesocks lungerte dann an zwei Tagen mit bemühten zwei Dutzend Leuten für jeweils ein paar Stunden im Rinnstein und feierte jede, wirklich jede unserer von der Polizei umgelotsten Bewegungen wie einen grandiosen Sieg. Es gibt eben Leute, denen ist nichts peinlich. Von ihrer eigenen Lückenansammlung veröffentlichten sie diesmal kein einziges Bild - es wäre dann doch zu peinlich gewesen.

+++

Aber nun noch zu zwei ganz eigenen Beifängen aus der Akademie: Ich konnte zum einen zusammen mit Jonas Schick eine der Arbeitsgruppen am Samstagabend leiten, unsere trug den Titel "Ökologie und Neue Rechte". Wir versammelten ein Dutzend Leute in unserer Bibliothek und sprachen unter anderem über die von Schick verantwortete Zeitschrift "Die Kehre", deren zweite Ausgabe vor einigen Wochen erschienen ist und deren Ton und Stoßrichtung man nun ablesen kann.

Schick gehört zu den wenigen jüngeren Autoren, deren Engagement sich nicht auf ein paar Gehversuche und Einreichungen beschränkt, bevor sie irgendwo gutdotiert und anstrengungslos unterkriechen. Er hat ein abgeschlossenes Studium, ist ein echter Leser, hat sein Thema gefunden und nimmt Anmerkungen und Hinweise aus dem Lektorat und aus unserer nun zwanzigjährigen Verlegererfahrung an, ohne etwas nachzuahmen.

Das anderthalbstündige Gespräch über Natur, Kulturlandschaft, Endlichkeit, ökologische Tugend, pseudoökologischen Konsum, linke Entgrenzung und konservative Borniertheit war gut und klug, und ich will jedem Leser hier, dem die Natur und der achtsame Mensch am Herzen liegen, die Kehre unbedingt ans Herz legen: Einzelhefte kann man hier erwerben, ein Abonnement hier zeichnen.

Zweitens: Volker Zierke, der mit Philip Stein von EinProzent zusammenarbeitet, überraschte mich mit seinem literarischen Erstling. Enklave heißt seine Novelle, ich las die ersten fünfzig Seiten am Sonntag (nachdem endlich Ruhe eingekehrt war), den zweiten Teil dann gestern am späten Abend. (Ich stellte dabei wieder einmal fest, daß mich Literatur stärker interessiert als Theorie.)

Ich bin beeindruckt: Endlich wieder mal einer, der schreiben kann und der darüber hinaus eine luzide Idee für eine Verknüpfung von Spielidee und Science-Fiction hatte. Im Mittelpunkt ein junger Offizier der Marineinfanterie, der an Bord eines Schlachtschiffs an der Jagd auf einen versteckten Feind beteiligt ist. Gefechte, Ausbildung, Auftrag, Koordinaten - vielleicht sind Battleship-Spiele so aufgebaut, vielleicht bewegt man sich da so durch die Spielsituation, ich weiß es aufgrund von Altersunkenntnis nicht.

Jedenfalls: Würde ich in die Verlegenheit kommen, einen Auftrag zu simulieren, käme ich recht bald auf die Suche nach Oberst Kurtz, die von Joseph Conrad im Herz der Finsternis beschrieben und von Francis Copolla in Apocalypse Now kongenial vom Kongo nach Vietnam, aus der Elfenbeinjägerei in den Krieg verlegt worden ist. Ich habe mit Zierke noch nicht sprechen können, aber der Khyber seiner Novelle ist zweifelsohne Kurtz, Leonardy ist der verrückte Fotograph und die Agoge das große Spiel...

Liebe Leser (eher: liebe Männer): Lesen Sie Enklave (hier bestellen).

+++

Nun aber: Wer einen der 100 Stühle zu je 50 € im Nachhinein in unseren Vortragssaal stellen will, kann das über die Bankverbindung "Institut für Staatspolitik, IBAN: DE86 5185 0079 0027 1669 62" und mit dem Betreff "100 Stühle" tun (hier noch der link zur Fördererseite).

Herzlichen Dank dafür im voraus! Und: Wie immer werden wir oben einen Zähler aktuell halten!

 


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (15)

Nemo Obligatur

22. September 2020 12:46

Spende ist raus. Soviel Mut muss sein, dass man eine Sache unterstützt, der man vielleicht nicht in allen Dingen zustimmt, aber die man doch insgesamt für richtig hält. Auch wenn hier der VS und alle Antifas den ganzen Tag mitlesen, in der Hoffnung, die Sezessionisten in die Pfanne hauen zu können. Die Vorträge schaue ich mir dann gerne auf YT an.

Thorsten B

22. September 2020 21:39

Das Thema „Transparenz“ und „Gesicht zeigen“ hat mich auch in letzer Zeit beschäftigt.

Wenn man Gesicht gezeigt hat und dadurch eigentlich nichts bewegt hat, ausser, daß man in seinem Beruf von den Kunden die Aufträge mit den abenteuerlichsten Absagen entzogen bekommt, so steht für einen alleinverdienenden Familienvater der Waldgang an.

Rang haben die zeitlosen Spiele; zeitliche Spiele spielt man mit, wenn es der Verteidigung dient; und hier hilft nur die Übung in Desinvolture beim Arbeitgeber Lehrgänge in „Diversity“ (mit Abschlußtest!) ohne psychische Schäden zu überstehen.

Was einmal in der großen Suchmaschine gespeichert ist, lässt sich nicht mehr unsichtbar machen – insbesondere wenn die Herausgeber der Netznachrichten stramm links stehen und man den Ausdruck der Schadensfreude auf ihrem Gesicht, wenn sie die Frage, ob sie den Artikel nicht herausnehmen könnten, förmlich durch das Telefon sehen kann.

Versuche, dem Netz alternatives Futter zu liefern, wenn jemand den Namen sucht, indem man sich auf allen möglichen Foren anmeldet und dort unter vollem Namen über unpolitische Sachthemen schreibt, klingen zwar erfolgversprechend, funktionieren in der Praxis aber nicht.

Hier bleibt letzlich nur im Beruf – die Aufträge kamen dann doch noch – mehr zu leisten, um sich keine Blösse zu geben. Die politischen Aktivitäten finden dann auch bei mir gedeckt statt – was nicht automatisch weniger wirkmächtig heißen muss.

Der mit dem Wolf tanzt

22. September 2020 23:59

Es ermutigt sehr, zu sehen, wie unbeirrt und selbstverständlich sich der intellektuelle Widerstand gegen den systemischen Alltagsterror formiert.

Hier eine Kontinuität aufrecht zu erhalten, aus einer Form geistiger Authentizität handlungsfähig zu bleiben, bedeutet in Zeiten der Massen-Invantilisierung alles, gerade dann, wenn es darum geht, Diskursfähigkeit auch jenseits der eigenen Überzeugung zu zeigen.

https://www.youtube.com/watch?v=I6SIGUxmSTM

Franz Bettinger

23. September 2020 04:22

@Rote Linien und Zoff mit anders Denkenden. 

Neulich waren zwei gute alte Freunde zu Besuch, Jo und Inga. Wir kletterten in 2 1/2 Stunden um die steile Halbinsel, während Jo's Collie (Hund) geschickt mit-kletterte, und wo nötig schwamm. Das Meer klatschte uns nass. Inga fiel aus dem Fels ins Wasser. Sie lachte. Am nächsten Tag radelten von P’s Rock nach A,15 km übern Strand,mit Durchquerung einiger Bäche und Priele. Es war herrlich. Die Abende waren es weniger. Die Wogen schlugen höher als am Meer. 

Jo+Inga halten mich für einen V-Theoretiker und contrarian (Nonkonformist). Ich kenne sie schon lang, fast 40 Jahre. Es sind intelligente Leute. Doch haben sie noch nie vom WTC7 gehört, dem dritten Turm in Manhattan, der an 9/11 (2001) wie ein Kartenhaus in sich zusammensackte, ohne von einem Flugzeug getroffen worden zu sein, und seidem als smocking gun eines Menschheits-Verbrechens, einer Verschwörung gilt. Dieser Turm beweist, dass alle drei Türme des World Trade Centers von innen kontrolliert gesprengt worden waren.  

Jo und Inga sind Gläubige. Gut-Gläubige! Sie glauben, dass alles mit rechten Dingen zugeht und Regierungen ihr Bestes versuchen. So glauben sie auch an das Normale der „Neuen Normalität“, an die wir uns zu gewöhnen haben.  ff

Franz Bettinger

23. September 2020 04:38

ff Am Ende fragte ich erschöpft:

„Könnt ihr euch irgendein Ereignis der Zukunft vorstellen, welches euch überzeugen könnte, dass dieser Schwarzseher Franz doch recht gehabt haben könnte? Dass Vieles,wie die Klimahysterie und die Pandemie,groß inszenierte Schwindel- Stücke waren? Dass große Verschwörungen existieren gegen den kleinen Mann, das Volk und die Völkerfamilie? Könnte euch ein Ereignis wie Folgendes überzeugen: 

- das Verschwinden kleiner Länder wie NZ zugunsten größerer Aggregate? 

- der Verlust der Meinungs- und Versammlung-Freiheit?

- und des Rechtes, sich frei zu bewegen und zu reisen, oder auch nur selbständig Auto zu fahren? 

- Was, wenn du nicht mehr essen darfst, was du willst, z.B. Fleisch?

- Toleriert ihr die Abschaffung des Bargeldes? Das Sperren, oder Einziehen deines Bankkontos?

- Neue Gesetze, die uns ein genehmes Verhalten vorschreiben und abweichendes bestrafen? Masken, Impfungen, Zwangs-Behandlungen. Quarantäne. Wäre das eine rote Linie? Oder 
- Zwangs-Isolierung von Alten oder Missliebigen? Oder von Test-Verweigerern und Verschwörung-Theoretikern? Oder die Verpflichtung, sich einen E-Chip implantieren zu lassen und stets mit Smartphone rumzulaufen? Gibt es Zumutungen, die ihr nicht mitmachen würdet? Vielleicht: ff

Franz Bettinger

23. September 2020 04:58

ff  Wäre folgendes eine rote Linie?

- dauerhaftes Abstandhalten-Müssen?

- die Einführung einer Denunziations-Pflicht? Damit ihr die Eltern und Nachbarn ans Messer liefert, wenn sie vom Kurs abweichen oder sich regierungsfeindlich äußern? Würdet ihr das mitmachen, wenn der Befehl kommt? 

- Was wenn immer mehr Leute einfach abgeholt werden und verschwinden? Oder in Schauprozessen drakonisch bestraft werden? Wenn Gefängnisse und Psychiatrien überquellen? Na, immer noch dabei?  

- Wenn dauernd das Sozialverhalten registriert und bewertet wird mit Pluspunkten für Denunziationen und Abzügen für einen falschen Witz? Wären das nicht totalitäre Zeiten? 

- Wenn überall in den Wohnungen Kameras und Abhörgeräte installiert wären, wie es der Patriot Act von 2001 ja erlaubt? Wenn jeder jedem misstraut und jede Loyalität verschwunden ist, auch innerhalb der Familie? Immer noch kein Argwohn?

- Ist alles immer noch normal und okay, wenn neue große Sprachregelungen und Tabus (zu Rassen, Immigranten, 9/11) verfügt und neue Dogmen installiert werden wie Gender, die Gender-Sprache und Global Warming? Und wenn Skeptiker zu Leugnern abgestempelt werden (Viren, Klima, Rassismus-Leugner) nach den bewährten Vorbildern der Vergangenheit. Was tut ihr, wenn ein ewiges kollektives Schuldgefühl in die örper und Hirne eurer Kinder geprügelt wird (ebenfalls gut bekannt aus der Vergangenheit: Erbsünde, Rassen-Schuld, Kolonialismus-Schuld, die Schuld, ein Weißer zu sein).   ff

Franz Bettinger

23. September 2020 05:03

- Was wenn ein Krieg den Iran auslöscht? Wenn Staaten vom Handel isoliert und mit Sanktionen stranguliert werden? Was wenn gar ein 3. Weltkrieg angezettelt wird? Würdet ihr euch dann immer noch wohlfühlen in den Armen einer One World Regierung, eines Big Brother?

Jo antwortete: 

„Aber wo gibt es denn Freiheit? Das ist doch eine Illusion. Die Welt steckt doch schon lang in der Kacke. Viele Sachen sind verpflichtend. Schau dir einfach die Verkehrsregeln an, die Steuer- und Abgaben-Gesetze. Franz, mein Problem ist dies:  Ich glaube nicht an das Böse, ich glaube nicht an böse Menschen oder an den bösen Staat und schon gar nicht an etwas Böses wie Deep State, der hinter allem Bösen stecken soll. Warum sollten die Bilderberger und Davoser, die Wall Streeter und Beherrscher der FED, die Royals und der Papst inmitten einer Herde dummer degenerierter, Schaf-artiger Menschen leben wollen? Ich glaube an den Irrtum, ja, und an den Zufall. Aber auch an den guten Willen aller.“ 

Amen, dachte ich.  Und doch verstand ich meinen Freund gut. Denn ich glaubte lange Zeit dasselbe. Bis ich aufwachte.  

Leo

23. September 2020 09:08

Wer Gorki und Brecht gelesen hat, weiß, daß es (mindestens!) sieben Schwierigkeiten beim Verbreiten der Wahrheit gibt.

Gesicht zeigen nützt nur etwas, wenn das etwas nützt.

Hat es - allein zur "Mobilisierung" wahrscheinlich unzähliger in den letzten Jahren heimatlos gewordener Linker, die dieses "Komm ins Offene, Freund" von Kubitschek & Co. --- Aber alles hat seine Zeit, steht schon im Buch Kohelet. Steine sammeln, Steine zerstreun. Gesicht zeigen und es lassen. Oder etwas neuer: "Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben." Schließlich: Gesicht zeigen? In diesen Vor-Mund-schaftlichen Staats-Zeiten? Wo doch allerorten das Vermummungs-Gebot gilt? Keep the change!

Solution

23. September 2020 10:22

1 Stuhl ist selbstverständlich bezahlt. Bei der lächerlichen "Moria"-Aktion vor dem Reichstag standen 13 000 leere Stühle. Wäre schön, wenn wir hier wenigstens 1 000 volle schaffen könnten, damit schon die nächsten Veranstaltungen auf einem sicheren Fundament stehen (Aufruf auch an die 4 000 Abonnenten in der Sezession?).

RMH

23. September 2020 10:32

Vollkommen richtig. Das berühmte Bohren harter Bretter (M. Weber) muss nicht immer zwangsläufig als Live-Event in Echtzeit in alle Ecken der Welt gestreamt werden. Überhaupt ist es aufbauend, wenn nicht gejammert wird und einfach jeder das tut, was er kann ... wenn geboten, dann eben auch in aller Stille oder an geschlossenen Orten. Das wir die unmöglichsten Rahmenbedingungen und steigende Repression haben, wissen wir alle - auch ohne dies ständig aussprechen zu müssen.

Weiter so.

limes

23. September 2020 18:13

@ solution erwähnt die Aktion mit 13.000 leeren Stühlen vor dem Reichstag.

Immer wieder deprimierend ist, dass es keinen großen, allgemeinen Aufschrei gibt: Das Juncker-Prinzip wirkt … Wer hat diesen Stuhl-Overkill, diesen demokratieverhöhnenden Scheckbuch-Aktivismus bezahlt? Sprudeln hier dieselben Geldquellen, mit denen Extinction-»Rebellen« für ihr Umsturztheater prächtig und professionell ausgestattet werden? Nebenbei zeigt die Protzaktion der zigtausend Stühle auch, dass menschliche Protestdarsteller für das Vorantreiben der NWO mittlerweile überflüssig werden. Platzhalter tun’s auch, wenn die Replacement-Lobby der Politik zeigt, wo es lang geht. Und es funktioniert ja alles vorhersehbar und wie geschmiert.

»Aus, vorbei, verloren, Kapitulation vor der allgemeinen Verblödung der Deutschlandhasser«, so sah es Alexander Wallasch bei Tichys Einblick schon vor zehn Tagen voraus.

Den von mir gesponserten Sitzplatz in Schnellroda widme ich Artikel 20 GG.

Lotta Vorbeck

24. September 2020 00:06

@limes - 23. September 2020 - 06:13 PM

"Wer hat diesen Stuhl-Overkill, diesen demokratieverhöhnenden Scheckbuch-Aktivismus bezahlt? Sprudeln hier dieselben Geldquellen, mit denen Extinction-»Rebellen« für ihr Umsturztheater prächtig und professionell ausgestattet werden?"

---

Was kostet Betrieb und Unterhalt eines dieser Schlepperschiffe pro Tag?

Wie viele dieser Schiffe fahren seit Monaten im Mittelmeer umher?

Claro, ist das alles spenden- und kirchensteuerfinanziert. - Im Himmel ist Jahrmarkt. Wo stehen die Leitern?

links ist wo der daumen rechts ist

24. September 2020 07:57

@FB

Jede Verschwörung ist so phantasmatisch wie real – und je mehr (v.a. Gegner) diese Ideen transportieren (abschreckendstes Beispiel: diese ganze Q-Scheußlichkeit), desto realer wird es.

In einem Nachbarstrang habe ich das Verschwörungs-Kräfteparallelogramm nach E.R. Carmin skizziert.

Beispiel: Wer hat denn in den 70ern die Machenschaften der - in der Lesart Carmins – Rockefeller-nahen Bilderberger angesprochen? Richtig, die – in der Lesart Carmins – Rothschild-nahen Blätter NYT und WP. Usw.

Die Kriegsgewinnler bleiben, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Natürlich gibt es die unleugbare Tendenz einer Weltvereinheitlichung, aber wer ist denn die Triebfeder? Richtig, der (Neo-)Liberalismus, und nicht irgendein „Sozialismus“ aus der Mottenkiste.

Interessant nur, daß gerade diejenigen, die bei jeder Gelegenheit betonen, daß die Russ. Revolution eh nur ein Produkt bestimmter Finanziers sei, an ihrem Lieblingsfeind „Sozialismus“ umso verbissener festhalten.

Nein, der Liberalismus hat den Sozialismus gefressen (Schrenck-Notzing).

Und zu den vermeintlichen Freiheiten in totalitären Systemen: auch wieder interessant, daß die, die einem nicht-monolithischen NS mit gewissen Freiheitsräumen das Wort reden, gerade jetzt alles schwarz in schwarz malen.

Auswege? Die gab es, bei Spengler oder Sombart nachzulesen.

Aber manche (Besitzstandswahrer) wollen scheinbar unbedingt zu den nützlichen Idioten eines totalitären Neoliberalismus zählen, weil es sich mit den Wölfen doch so gut heult.

tearjerker

24. September 2020 09:03

„Aber auch an den guten Willen aller.“ Hier hat Ihnen Ihr Gegenüber beim Versuch sich bequem auf beiden Seiten der Diskussion einzurichten schlicht ins Gesicht gelogen. 

Lumi

24. September 2020 12:19

@Franz Bettinger

"smocking gun eines Menschheits-Verbrechens"

Smoking gun? Oder eher ... smoke machine?

https://latimesphoto.files.wordpress.com/2010/09/911-05_l8jz78nc.jpg

Verrohrung deutlich zu sehen, über die ganze Breite der Fassade installiert, speit dicken schwarzen Kunstrauch aus.

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