16. September 2020

Netzfundstücke (61) – Guerilla, Rittenhouse, Nachhaltigkeit

Jonas Schick / 14 Kommentare

Auch Altbekanntes liefert Interessantes.

Zwar habe ich bereits in den 59. Netzfundstücken (nämlich hier) die neue Sendung »Kulturlabor« mit dem »Meister der Zeremonie« Alex Malenki vorgestellt, doch wenn in der zweiten Folge einer ganz speziellen Dystopie die Aufmerksamkeit geschenkt wird, komme ich um eine erneute Erwähnung des Formats aus dem Hause des Bürgernetzwerks Ein Prozent e.V. nicht herum.

Denn nach einem längeren Stelldichein Malenkis mit seinem für die GEZ-Medien arbeitenden Doppelgänger aus einer anderen Dimension steht Laurent Obertones knallharte und packend geschriebene Dystopie eines im bürgerkriegsähnlichen Flächenbrand untergehenden Frankreichs, Guerilla (hier bei Antaios bestellen), im Fokus der Folge.

Zurecht verweist Malenki auf die prophetische Vorwegnahme des im Verlag Antaios erschienenen Buches der Geschehnisse rund um die #BLM-Bewegung. Im Grunde lassen sich die »fiktiven« Schilderungen Obertones wie eine Blaupause auf die Tumulte in den USA legen:

Wer noch mehr Hintergrundinformationen zu Guerilla erhalten möchte, dem sei das Interview mit Laurent Obertone aus der Sezession 89 empfohlen, das Sie hier frei lesen können.


Um »Black Lives Matter« ging es auch bei der aktuellen Episode des »Lagebesprechung«-Podcasts. Ich hatte die Gelegenheit, mit Historiker und Sezession-Autor Nils Wegner, über die innenpolitischen Zerwürfnisse in den USA zu sprechen und welche Rolle dabei ein apathischer Präsident Trump und orientierungslose »Konservative« spielen.

Die fehlende Bindungskraft und die damit verbundenen Probleme des viel beschworenen »Melting Pots« treten nun offen zutage. Während an der einen ethnischen Fragmentierungslinie Konflikte vorübergehend abebben, brechen sie an der nächsten wieder auf. Die für einen funktionierenden Staat benötigte Stabilität ist somit gebrochen – ihre Wiederherstellung liegt derweil in weiter Ferne.

Wegner legt dabei die für diesen Zustand konstituierenden historischen Wegmarken kenntnisreich offen und verbannt das ein oder andere Geschichtsnarrativ der amerikanischen Rechten in das Reich der Mythen. Doch haben wir nicht nur in die Vergangenheit geblickt, sondern auch den tragischen Fall des Kyle Rittenhouse nachgezeichnet, dessen Verwicklung in eine gewalttätige Auseinandersetzung mit Todesfolgen zum einen den schleichenden Zusammenbruch des Landes exemplarisch widerspiegelt und zum anderen paradigmatisch aufzeigt, wie das linksliberale Establishment den sich zuspitzenden ethnischen Konflikt einordnet und bewertet.

Da man über die USA und ihre aktuelle Entwicklung Unmengen an Aspekte aufgreifen und besprechen könnte, blieben einige Fragen, die noch auf dem Zettel standen, und die wir eigentlich zu klären anstrebten, unbeantwortet. Jedoch werden sich Nils Wegner und ich sicherlich auf ein weiteres Gespräch bezüglich der USA zusammensetzen – spätestens zur Präsidentschaftswahl im November.

Ungeachtet dessen sollte man unbedingt in die neue Folge einschalten, denn es wartet ein fundierter Blick über den großen Teich auf einen, den man so in der durchschnittlichen Medienlandschaft nicht bekommt:


Zum Schluß noch etwas Werbung in eigener Sache: Ähnlich dem Vorstellungsformat für die Zeitschrift Sezession auf dem kanal schnellroda, haben sich Die Kehre-Autor Jörg Dittus und ich zur Tiefenbesprechung des Sommerheftes des ökologischen Magazins Die Kehre getroffen und die gesellige Runde mit Bier und Wein auf Bewegtbild eingefangen.

Die zweite Ausgabe steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Im Gespräch beleuchten wir den Gehalt des omnipräsenten Begriffs und geben Einblicke in die Entstehung des Heftes. Aber sehen Sie am besten selbst:

Das zweite Heft der Kehre können Sie natürlich hier, bei Antaios, erwerben.



Kommentare (14)

Grobschlosser

17. September 2020 09:17

der Bürger als Souverän existiert in den USA tatsächlich - ist nicht nur eine "Idee" oder eine behauptete , politische Realität - warum ist das so ? Nun : viele bodenständige Landwirte , aber auch Arbeiter und Angestellte sind gut bewaffnet . Der bewaffnete Bürger ist in den USA die Regel- nicht die Ausnahme ; wer aber die Entwaffnung des Bürgers fordert ist sozial rasch isoliert .

 

Die internationale Rotfront ( und ihre vergeistigten "thinktanks" an der amerikanischen Ostküste ) fordern die Entwaffnung us-amerikanischer Bürger - auch der Phänotyp des weißen Farmers , des weißen Bürgers wird vom us-Kino gerne dämonisiert .

Die o.g. thinktanks verfügen über Geld , sehr viel Geld , sie kontrollieren Schulen und Hochschulen , sie definieren Inhalte im Netz und in der Presse; dennoch können sie den Lebensstil und den Wertekanon einfacher Menschen nicht ändern ( christliche Weltanschauung , konservative Familienstruktur ) . 

 

Grobschlosser

17. September 2020 09:18

II)

ard & zdf verbreiten - ganz im Sinne der o.g. thinktanks das Bild vom schießwütigen , ungebildeten Ami - das ist grundverkehrt ; ich habe viele bodenständige Amerikaner kennengelernt , sie berichten von frechen Zumutungen ; von Menschen die unerwünschte ,protobolschewistische Inhalte an staatlichen Schulen verbreiten ; sobald sich aber Widerstand gegen derartige Zumutungen organisiert wird übel agitiert - im Netz , an den Hochschulen , das böse Narrativ vom dummen Redneck ist Teil der "demokratischen" Politik - diese Politik ist in den USA weitgehend gescheitert , der Souverän bleibt bewaffnet , er rüstet auf , er trainiert seine Jugend ; der neurotisch - bolschewistische Komplex kann weder den bible - belt - noch die Fabrikarbeiter umformatieren - die Ideologie "demokratischer" thinktanks funktioniert in den USA nicht .

Franz Bettinger

17. September 2020 11:14

@Grobschlosser:  Ein wichtiger Schritt in der UN-Agenda 21 ist die Entwaffnung aller Zivilisten weltweit. Dies wurde (wie gewöhnlich) offen ausgesprochen vom UNODA (UN Office for Disarmament Affairs) im July 2013. Das UNODA-Papier ist überschrieben: Civilian Weapons Confiscation Study Group (CWCSG). Diese Gruppe hat die Rahmenbedingungen der Entwaffnung detailliert ausgearbeitet. Danach soll die Entwaffnung nicht zuerst in den USA stattfinden ("obwohl sie dort am nötigsten wäre"), sondern ("weil es einfacher ist") in befreundeten und abhängigen Mitgliedsstaaten (wie NZ). Es sollen in diesen Test-Ländern Gesetze formuliert werden, mit denen Zivilisten Schritt für Schritt und am Ende vollständig entwaffnet werden können (inklusive aller Jagdwaffen). Ich versuche hier die Quelle anzuhängen, weiß aber nicht, ob das klappt... Nein, es scheint nicht zu klappen. Wenn gewünscht, weil wichtig, schreibe ich das Papier (ist nur 1 Seite) einfach ab. Abwarten.

 

Franz Bettinger

17. September 2020 11:38

Ich habe die Quelle eruieren wollen und dies gefunden: https://www.snopes.com/fact-check/unoda/ Darin wird das oben zitierte Dokument abgelichtet - aber behauptet, das CWCSG der UNODA sei eine Fälschung. (Ob dies so ist, kann ich nicht beurteilen.) Nicht dementiert wird jedoch die Existenz der UNODA, was ja eigentlich auch reicht, um die Entwaffnungs-Absichten der UN zu belegen. Wenn es so ein Office gibt, werden die auch konkrete Schritte zur weltweiten "Entwaffnung aller Zivilisten" geplant (und unternommen?) haben. Dazu sind sie schließlich da. 

Grobschlosser

17. September 2020 13:09

re Franz - Danke für den Hinweis - wir sollten die politische Agenda der UN und bestimmter "thinktanks" öfter thematisieren .

Grundsätzlich fürchten bestimmte Gruppierungen das Privateigentum und den privaten Waffenbesitz - wir sollten den Grund für diese Angst erforschen und die betroffenen Personen therapieren .

Die irrationale Angst einzelner Personen oder Gruppen kann niemals Grundlage für ein Gesetz oder eine Ausführungsbestimmung sein . 

Die Spitzenpolitiker dieser wunderbaren Republik sind zu 95% privat bewaffnet ( weil sie sich bedroht fühlen oder weil anonyme Briefeschreiber böse Briefe schreiben ) . Das pol. juste milieu ist bis an die Zähne bewaffnet - dies gilt auch für bestimmte rel. Minderheiten die das Recht auf Bewaffnung ganz selbstverständlich für sich beanspruchen .

Wer aber Angst vor dem Volk hat sollte gehen , das Land verlassen . 

Laurenz

17. September 2020 14:28

Um ein paar ungefähre Zahlen zu nennen. Die USA haben ca. 320 Mio. Einwohner & um die 300 Mio. Hand-Feuer-Waffen im Privatbesitz. Jedes Jahr sterben ca. 30.000 Menschen an diesen Schußwaffen, ca. 10.000 davon durch Suizid. 

Wir, ca. 82 Mio. Einwohner, haben im Jahr offiziell ca. 3.500 Morde. Vervierfachen wir, zum Vergleich, die Zahl, kommen wir auf ca. 14.000, wobei diese unsere Morde nicht alle mit Schußwaffen getätigt werden. 

Wer, abseits jeglicher Moral, sagt, diese Zahl der Mehr-Opfer, muß man in Kauf nehmen, der Freiheit des Waffenbesitzes wegen, in Ordnung.

Mit "christlicher" Lebensart hat das in meinem Verständnis, als Heide, ganz viel zu tun. Mit dem christlichen Verständnis vieler SiN-Leser wohl wenig. Ich ziehe gerne den Vergleich Thailand (buddhistisch) - Indonesien (islamisch) und Philippinen (katholisch). In Thailand liegt die Kriminalitätsrate um ein wesentliches niedriger als in den beiden anderen abrahamitischen Staaten. Ich interpretiere es dahingehend, daß die Kriminalitäts-Rate an der jeweiligen Religion in den betroffenen Staaten begründet liegt.

Niekisch

17. September 2020 15:43

"die Ideologie "demokratischer" thinktanks funktioniert in den USA nicht "

@ Grobschlosser 9:18: Dafür bei uns um so effektiver und trotz aller Anregungen und Ankündigungen gibt es in unseren Reihen bis heute weder eine gruppenübergreifende Organisation mit einem Manifest weltanschaulicher Minima, einem Verhaltenskodex sowie einer unserem großen Ziel angepassten Strategie. 

Wenn wir uns nicht allmählich von Begriffen wie konservativ und rechts lösen, sie durch Besseres überwinden, dann schlechte Nacht Deutschland!

Gustav Grambauer

17. September 2020 18:41

Klein-Anna-Leona stampft in ihrem Kinderzimmer den Fuß auf den Boden und ruft aus: "Ich will, daß sich alle auf der Welt liebhaben!". Das Übel ist doch der diffuse Glaube der Gutis, mit dem Konfiszieren von Waffen werde "irgendwie" "die Welt besser". Einen Teufel wird sie damit. Die Gewalt wird lediglich noch mehr monopolisiert, während das Aggressionspotential noch erhöht wird. Wo sind eigentlich all die ML-Agitatoren geblieben, die den Betreffenden erklärt hätten, daß sie in ihrer analytischen Durchdringung weit hinter die Luddisten des frühen 19. Jahrhunderts zurückgefallen sind?! Dasselbe haben wir mit dem Krakeelen der Linkspartei nach dem "Verbot deutscher Rüstungsexporte" - 1,6 % des weltweiten Umsatzes; gut, dann machen eben andere das Geschäft, dann monopolisiert sich der Rüstungsmarkt eben noch mehr. Sind all die Gysis, Riexingers & Kippings wirklich so dumm oder kassieren die Geld von Lockheed, Northrop & Honeywell?

 

- G. G.

AndreasausE

17. September 2020 21:33

Video, Video, Video - so ein Film ist sicher nette Sache, aber dem Lesekundigen stellt sich allmählich die Frage: Ist das hier noch Internet oder Fernsehapparat 2punkt1984?

Die Videoritis ist weit schlimmere Krankheit als Corona.

Andreas Walter

18. September 2020 02:36

@Jonas Schick (Podcast Lagebesprechung)

In Zukunft bitte einen Popschutz vor deinem Mikrophon oder je nach Studiosituation (mit Studiogästen) vor allen Mikrophonen verwenden. Ist bei telefonisch zugeschalteten Gästen nicht nötig, da geringerer Frequenzumfang der Telefonübertragung. Zudem ein bisschen mehr Dämmung des Raumhalls (im Studio), aber wirklich nur ein bisschen, und es ist klanglich und damit technisch perfekt. Alles andere ist sehr gut, auch der musikalische Einspieler und der angenehme Klang deiner Stimme und deine ruhige Gesprächsführung. Hier fehlt wirklich kaum noch Schliff zu einem perfekten, professionellen Podcastformat.

Kannst mich auch gerne kontaktieren, falls du noch mehr Informationen brauchst.

Grobschlosser

18. September 2020 09:27

re Niekisch : streiche "konservativ" und "rechts" , setze deutschnational ; die Selbstbehauptung eines Volkes ist nicht "rechts" ( auch wenn fundamentaloppositionelle Gruppen vom brd-Medienmainstream als "rechts" bezeichnet werden . 

 

Es ist eigentlich ganz einfach : als Familie ( oder übergeordnet als Clan ) bin ich nicht verpflichtet hungernde oder wirtschaftlich abgehängte Individuen zu ernähren - ist nicht meine Aufgabe ( Systemkirchen und besserverdienende Akademiker in deutschen Großstädten sehen das anders ) ; interessanterweise sehe ich nie einen "Geflüchteten" in einer frisch sanierten Altbauvilla .Wo der Platz für die kommenden Asylforderer sein soll verrät die linksliberale Elite nicht - vermutlich soll das deutsche bzw. das europäische Proletariat zusammenrücken und seinen Lebensraum mit den sog. "Neubürgern" teilen - zwar könnte man die "Neubürger" auch in EKD-Kirchen und im Pfarrhaus unterbringen - das geschieht aber nicht - die Lebensrealität der herrschenden Klasse bleibt ein ewiger Frühling in großen Gärten , die Unterscheidung zwischen MEIN und DEIN fällt den Pfaffen nicht schwer . 

 

Grobschlosser

18. September 2020 09:33

Vielleicht sollten wir über die Lebenswirklichkeit roter Multiplikatoren nachdenken - vielleicht ist die Beseitigung scheinbar hochkomplexer Probleme viel einfacher als wir vermuten . Vielleicht sollten wir uns diesmal keine Bahnsteigkarte kaufen sondern frech - unbefugt den Bahnsteig betreten . Wer mit der herrschenden Klasse diskutiert hat bereits verloren . 

Mich interessiert nicht die "Debatte" - mich interessiert nur die Macht des Faktischen , schwadroniert eine höhere Tochter im Soziologieseminar dumm daher hat das unmittelbar Folgen .

Der politische Gegner ist nicht intelligenter als wir - er ist nicht einmal besonders gebildet - er ist nur sehr laut UND er nutzt etablierte Medien um seinen Schwachsinn zu verbreiten ( ZB "Wort zum Sonntag" ) ; 

https://www.google.com/maps/place/Harvestehude,+Hamburg/@53.5782456,9.9699685,14z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47b18f337df97571:0x5263df27bd98850!8m2!3d53.5776266!4d9.9908875

 

Lotta Vorbeck

18. September 2020 10:03

@Grobschlosser - 18. September 2020 - 09:33 AM

"Wir müssen auf die Straßen gehen! Everyday for future and humanity. Wir müssen die Parlamente stürmen. In denen Neofaschisten sitzen und uns in Schreckstarre verfallen lassen genauso wie das Corona-Virus."

---> Das Wort zum Sonntag vom 07.03.2020

 

Niekisch

18. September 2020 11:16

"setze deutschnational"

@ Grobschlosser 9:27: ich schlage vor, einfach nur "deutsch" zu sagen und jedenfalls viele Menschen in unserer "Weltrepublik" werden sofort verstehen. 

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