26. Oktober 2020

Sonntagsheld (162) – Prinz Eugens Rache

Till-Lucas Wessels / 12 Kommentare

Imam geh‘ ham!

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Es war ein unverkennbares Zeichen der Unterwerfung, als Abdulmezid Sijamhodzic am 26.10.2015 das erste Mal anlässlich der Angelobung der neuen Rekruten des österreichischen Bundesheers sprach. Die Veranstaltung fand am geschichtsträchtigen Heldenplatz statt - unter den Augen von Prinz Eugen wünschte der bosnische Imam den angehenden Soldaten „im Namen Allahs alles Gute für den Grundwehrdienst“. 

Es gab Proteste damals. Aktivisten der IBÖ hielten Schilder mit der Parole „Imam geh‘ ham!“ hoch - die Rede des Geistlichen wurde von Pfiffen und Buhrufen gestört. Ein paar Schlagzeilen und Berichte gab es, auf vielen Fotos, die während der Rede geschossen wurden, waren die gelungen platzierten Schilder zu erkennen. 

2015 konnte Sijamhodzic „keine islamistischen Tendenzen“ im Gespräch mit den Soldaten des Bundesheeres feststellen; 2020 scheint das etwas anders zu sein. Am Montag ist wieder Nationalfeiertag in Österreich, an dem traditionell die neuen Rekruten angelobt werden. Ein Auftritt des Bosniers ist diesmal allerdings nicht geplant.

Tatsächlich wurde am Donnerstag bekannt, dass ihm die Ausübung seines Amtes auf Grund von Informationen des Heeres-Abwehramtes bis auf weiteres verboten sei. Grund dafür war das plötzliche und geballte Auftreten von Beweisen, die Sijamhodzic in die Nähe radikaler bosnischer Islamisten rückten.

Ich mache mir nichts vor: Es ist kein großer politischer Sieg, der hier eingefahren wird. In vorauseilendem Gehorsam ließ das österreichische Verteidigungsministerium umgehend mitteilen, dass es auch weiter Militär-Imame geben werde. Nun, einstweilen, wenigstens einen weniger, will man ergänzen.

Es ist allerdings ein durchaus beachtlicher Erfolg alternativer Medienarbeit und das sollte uns vielleicht ein wenig hellhörig werden lassen. Den unfreiwillligen Abschied des Militär-Imams haben wir dem selbsternannten „Islamistenjäger“ Irfan Peci zu verdanken. In einem gut halbstündigen Video führt der Serbe mehrere mehr oder weniger investigativ erlangte Beweise dafür an, dass Abdulmezid Sijamhodzic ein freundschaftliches Verhältnis zur bosnischen Islamistenszene pflegt. 

Vieles von dem was Peci im Netz von sich gibt, hat durchaus das Potenzial Fremdscham auszulösen. Irfan Peci war mal Dschihadist. Und dass er dann V-Mann wurde, macht die ganze Sache irgendwie nicht besser - eher im Gegenteil. Aber das ist das schöne an dieser Kolumne: Meine Lorbeerkränze wandern jede Woche weiter und ich mich muss mich nicht mit einem Menschen verbünden, um seinen Erfolg zu wertschätzen.

Die entscheidende Lektion aus dem ganzen Vorgang ist nicht, dass liberale Islamkritiker nun plötzlich wieder unsere besten Freunde sein müssen. Wichtig ist aber: Die Skandalgesellschaft kennt keine Loyalität und wenn eine gute Story es schafft, ein bestimmtes Ausmaß an Öffentlichkeit zu erreichen, dann muss sie sich auf die eine oder andere Art und Weise zu diesen „News“ verhalten.

Wer will, der kann sich Pecis Video einmal anschauen, der Großteil seiner Beweise - u.a. für die Verehrung, die Sijamhodzic dem mutmaßlichen bosnischen Kriegsverbrecher Atif Dudakovic entgegenbringt - stammt übrigens vom offenbar recht einfach zugänglichen Profil des nun Geschassten. Dass der „Investigativitätsgrad“ einer Recherche heute weniger von der Methode als von den Ergebnissen und ihrer Aufmachung abhängt, muss also kein Nachteil sein.

Und gerade, weil man uns mit dieser Art des Kontaktschuldnachweises so häufig auf die Pelle rückt, erlaube ich mir und Ihnen, werte Leser, zum Sonntagabend auch mal eine Seite lang Genugtuung darüber, dass ein Pendel stets in zwei Richtungen schwingt.

 

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Kurzer Nachtrag:

Auch die zur Stunde dahinplätschernde diesjährige Angelobung am Heldenplatz wird offenbar von einigen jungen Österreichern aktivistisch begleitet:


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (12)

RMH

26. Oktober 2020 07:09

Felix Austria mal wieder, in dem Sachverhalte noch zu einem kleinen Skandal taugen, die bei uns in der "Nun sind sie halt da"- Gleichgültigkeit einfach hingenommen werden würden.

Seit Jahren ist - auch von den Mainstream-Medien dokumentiert - bspw. die enge Verflechtung des türkischen Staates mit den hier lebenden Auslandstürken bekannt und die Steuerung, die von Ankara aus erfolgt. Als kleines Schlagwort ist an dieser Stelle DITIB ausreichend. Das interessiert keinen ernsthaft mehr. Von wem und mit wem die neudeutsch so nett als "communities" bezeichneten Parallelgesellschaften (die Türken sind da ja nun wahrlich nicht die einzigen) verbandelt sind - egal, ist eben so, jetzt sind sie halt da.

anatol broder

26. Oktober 2020 10:54

Aber das ist das schöne an dieser Kolumne: Meine Lorbeerkränze wandern jede Woche weiter und ich mich muss mich nicht mit einem Menschen verbünden, um seinen Erfolg zu wertschätzen.

das ist wahr, gut und schön.

Laurenz

26. Oktober 2020 11:23

Die Islamophilen verweigern eben, wie immer, jegliche Realität um ideologisch eine Welt zu formen, die nie existieren kann. Im Grunde sind die Konformisten alle reif für die Klapse. 

Maiordomus

26. Oktober 2020 12:03

@Laurenz. Für Präs. Erdogan ist zum Ausgleich Präs.Macron "reif für die Klapse" - bei Trump gab es diese Ferndiagnosen nun fast vier Jahr lang. Solche Aussagen sind nur eine Information betr. den Absender. 

Laurenz

26. Oktober 2020 15:15

@Maiordomus

Das mag sein. Aber dann kann ich, im Gegensatz zu Ihnen, wenigstens mitreden.

anatol broder

26. Oktober 2020 16:40

hodzic und general. irgendwo am schwarzen meer.

general. wenn die welt falschkopfsteht, muss der krieger untendrunter, um den falschkopf abzuschlagen. hodzic, deine wahre heimat braucht dich. weil du als einziger von uns die angst vor beutelhunden überwunden hast, gehst du nun nach austereil, um deren armee zu übernehmen, so gott will.

hodzic. so gott will.

general. dein deckname ist sijamhodzic. das klingt nach thai, das gefällt den austereilischen fahischen. sie werden nichts merken, weil dumm wie almans. sobald du dort mit kühltransport ankommst, nimmt unser agent brüno kontakt mit dir auf. dem sieg steht nichts im weg, so gott will.

hodzic. so gott will.

general. und jetzt machen wir beide ein selfie.

***

anmerkungen

  • alman — deutscher (tr alman).
  • brüno — kunstfigur von sacha cohen.
  • fahische — hure (tr fahişe).
  • siam — thailand bis 1939.

heinrichbrueck

26. Oktober 2020 16:56

„Die Skandalgesellschaft kennt keine Loyalität und wenn eine gute Story es schafft, ein bestimmtes Ausmaß an Öffentlichkeit zu erreichen, dann muss sie sich auf die eine oder andere Art und Weise zu diesen „News“ verhalten.“

Das Framing ist interessant. Soldaten lernen das Töten. Ein Waldorfimam ersetzt einen Dschihadimam.

limes

26. Oktober 2020 21:05

»Felix Austria mal wieder …« (@ RMH) Bei uns wird derweil der Knüppel geschwungen.

Erinnert sei in diesem (für die Piefke /Biffke) blamablen Zusammenhang an die machtbewusste Protzerei der Links-Grünen Berliner Regierung in der linken Postille »Neues Deutschland«, die Martin Sellner publik machte:

»Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht.«

links ist wo der daumen rechts ist

26. Oktober 2020 23:18

[korrigierte Fassung]

 

Könnte man endlich einmal mit dieser peinlichen Prinz-Eugen-Idolatrie aufhören; dem Linken sein Che-Guevara-Leiberl, dem Rechten sein ...? Ja was? Eugen-Degen?

Ein kleinwüchsiger, vermutlich schwuler, dem europäischen Hochadel (Achtung: Internationalismus!) entstammender Auslandslegionär, der zum bedeutendsten österr. Feldherrn wurde; das spricht v.a. gegen Austria. Die Liste der verlorenen Feldzüge im Lauf der habsburgischen Jahrhunderte ist nämlich lang. Zuletzt endete es mit einem Blutsäufer (Conrad von Hötzendorf) und einem Verräter (Kaiser Karl). Das Reich war fast über Nacht verspielt.

Und jetzt muß man auf den Edlen Ritter stolz sein?
Nein, eindeutig zu viel an kompensatorischer Nostalgie.

Das österr. Bundesheer ist eine derart traurige Angelegenheit ("Heereskommissionen" seit Jahrzehnten, geleitet meist von abgehalfterten Spitzenpolitikern), daß nicht einmal ein Imam als oberster Generalstäbler dieser Gaudi-Truppe noch etwas anhaben könnte.
Nebenbei: das Eurofighter-Debakel beschäftigt mich mehr als die feuchten Träume pueriler Abwehrkämpfer.

Vergeßt Ösi-Land, diesen Fliegenschiß auf der Landkarte.
Ich mache mir - als Österreicher - eher Gedanken, wie die deutsche Kulturnation wieder die Weltgeltung erlangen kann, die sie um 1900 hatte.

anatol broder

27. Oktober 2020 04:31

akt 2 (akt 1 erschien um 16:40)

(hodzic und general stehen nach dem selfie nebeneinander.)

general. du darfst mich etwas fragen.

hodzic. wenn general erlaubt: wer war mein vorgänger in wien?

general. es war kovic. er arbeitete unter dem namen dudakovic. das klingt nach polaken. zunächst merkten die austereilischen esel auch nichts. doch dann verfiel kovic mozart. weil er immer nur den trükischen marsch vor sich hin pfiff, flog seine tarnung auf. wir mussten ihn abziehen. dabei war mozart kein austereilman, sondern ein alman. (beide lachen.) jetzt frage ich dich auch etwas. wie hast du die angst vor dem beutelhund überwunden?

hodzic. ich denke den hund weg, dann ist nur noch der beutel übrig, und vor beuteln hat niemand angst.

general. du wirst grosse taten vollbringen, so gott will.

hodzic. so gott will.

Maiordomus

27. Oktober 2020 09:41

Die Frage ist, ob die Imam-Debatte wesentlich sei. Dabei wird klar, dass sich da einer etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hat und zurückzupfeifen war. Mehr zu denken gibt mir die Forderung des unkritisierten Autors Abbas Khider in  "Deutsch für alle, das endgültige Lesebuch" (2019) für Abschaffung der "grammatikalischen Diktatur" des Deutschen, wie sie noch beim Integrationsunterricht betr. Deutschkenntnissen bestehe, übrigens auf  Linie der "leichten Sprache" sowie der "Gender-Diktatur", was der Sprachwissenschaftler Chr. Fackelmann in seinem Essay über den neuen Turmbau von Babel im Lepanto-Almanach, Bd. 1, 2020 zu den "Neusprech-Kamagnen" zählt,  "mächtige Herrschaftsinstrumente" von heute, an den Unis vielfach bedingungslos diktatorisch. Im Vergleich zum Lepanto-Almanach aus Rückersdorf bei Nürnberg, einer alternativen erzkonservativen Literaturreihe, kommt mir Schnellroda klar zu "links" vor, national gemäss dem "Ludergeruch der Revolution" (Bismarck). "Lepanto" ist indes eine Entdeckung wert. 

 

 

Laurenz

27. Oktober 2020 12:58

@Maiordomus

Haben Sie stalinistische Anwandlungen? Dem Haldenwang kann Schnellroda gar nicht rechts genug sein und Ihnen ist es zu links. Wenn man jedem Hinz und Kunz in Schnellroda gerecht werden wollte, könnte man dort den Bücherversand einstellen. 

Und damit Ihnen Hoffnung erwächst, hier ein Maiordomus-freundlicher Artikel auf Tichys .... 

https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/dax-unternehmen-drehen-den-sprachlichen-gender-unfug-zurueck/

Und unser aller Freund Bismarck müßte jetzt wohl selbst schauen, wie man Revolution oder zumindest Opposition macht, Ludergeruch hin oder her.

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