4. November 2020

Politisches Heil?

Heino Bosselmann / 76 Kommentare

Politik bedeutet letztlich kein Heil.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession
Es wird eben dies aber durchaus von ihr erwartet. Und beständig verkündet. Immer wieder Adventstimmung, die Erwartung einer Ankunft. Aber politischen Advent gibt es nicht, so wie überhaupt Heil und Segen vom Menschen allein nicht zu erwarten sind. Das ist keine desillusionierte Einsicht, vielmehr ermöglicht dieser Gedanke eine Abgrenzung im Sinne erforderlicher Demut. Wir verkünden immer wieder Neues, vor allem hehre Ziele, aber wir kommen nirgendwo an.

Zwar steigern wir das Tempo, den Komfort, die Geburtenrate, sowieso das Welt-Bruttosozialprodukt, aber dies alles zu einem erheblichen Preis, nämlich der globalen Unterminierung unsere Existenz. Wir verstoffwechseln den Planeten. Hybris. Wir können nicht anders.

Viktor Tschernomyrdins schöner Satz trifft die Vergeblichkeit des Politischen: „Gewollt war das Beste, doch es kam wie immer.“ („Хотели как лучше, а получилось как всегда.“)

Sicherlich, in vielerlei konkreter Hinsicht ist es alles andere als egal, wer etwa die Wahlen gewinnt, sind die Unterschiede beispielsweise zwischen den Grünen und der AfD doch geradezu extrem; aber in dem, was den Menschen am nächsten, am engsten und wesentlichsten betrifft, ist es beinahe einerlei, wer gerade regiert. Das sollte man wenigstens wissen.

Man sollte es wissen, wenn man den infantilen Jubel über vermeintliches Glück auf Wahlpartys erlebt. Wie auf einem Kindergeburtstag – die strahlenden oder die belämmerten Gesichter, wenn um 18.00 Uhr die Hochrechnungen, die Streifen- und Tortendiagramme gezeigt werden, die freudigen Luftsprünge oder das Zusammensinken in Enttäuschung, die Euphorie, die Niedergeschlagenheit, die hysterischen Selbstvergewisserungen, nun noch unverbrüchlicher zusammenzustehen, nach diesem Sieg oder mit dieser Niederlage. Als hätte eine Wahl über unser weiteres Geschick entscheidend zu bestimmen. Wahlergebnisse werden im Moment ihrer Verkündigung geradezu empfunden wie Erlösung oder Verdammnis. Sie sind weder das eine noch das andere.

In fragwürdiger Übertragung: Für Fußballfans ist es überhaupt nicht egal, ob nun Schalke oder Dortmund gewinnt. Sie würden es geradezu blasphemisch finden, wenn man sagte: Genau das ist völlig einerlei. Denn es gibt diese nachvollziehbare Sehnsucht nach Identifizierung, nach Symbolen, nach dem engen Zusammenhalt, nach einer vermeintlichen Authentizität. Aber gerade das Letzte, die Authentizität (authentikós), also die Echtheit, das Originale, den Ursprungskern, findet man weder bei Schalke noch bei der CDU und nicht mal bei der AfD. Den Zusammenhalt erst recht nicht. Denn alles, was diese Kräfte zu bieten haben, ist das vage Jonglieren des Vorläufigen, des Vorübergehenden, also das, wofür in der griechischen Mythologie die Göttin Tyche steht, die launenhaft den Wechsel herbeiführt. Noch in jedem Sieg gründete die nächste Niederlage.

Wie gesagt, wir können nur das Vorläufige, Vergängliche und Unsichere haben, etwas, das an sich nicht dauerhaft, beständig und authentisch sein kann, nur die Erscheinung eben, das Trugbild, die Schatten aus Platons Höhle. Das mag trivial klingen, denn wir wissen es alle.

Aber wir vergessen es, wenn es mal für die kurze Frist von fünf Jahren um eine Wahl geht. Klar, sie betrifft uns: lebenstechnisch, geldpolitisch, rechtlich, kulturell, immer mehr auch ökologisch und neuerdings sogar seuchenmedizinisch. Aber was uns eigentlich zu eigen ist und was uns an Leben wird, daran ändert das Politische letztlich wenig. Es gehört – mit Mephisto formuliert – „in das Rauschen der Zeit, ins Rollen der Begebenheit.“ Wir halten nichts fest; alles zerrinnt uns. Und gewiß sind wir nicht mal uns selbst, geschweige denn der Gefährten oder gar „Parteifreunde“.

Wen aber sollte man wählen? Vielleicht jene, die nicht so sehr auf den Putz hauen, sondern die dem pessimistischen Lebensernst jenseits der menschlichen Komödie noch am nächsten kommen. Falls es solche Maßhalter überhaupt gibt. Traditionell versucht die Rechte der veloziferischen Forcierung Einhalt zu gebieten. Sie vermeidet Utopismen und mißtraut naivem Idealismus. Vor allem hütet sie sich vor Sentimentalisierung. Die Rechte macht sich unbeliebt, weil sie statt der Schwärmerei Besinnung fordert. Zu Recht. So erscheint es angezeigt, rechts zu wählen; und auf der Seite gibt es in Deutschland nur eine starke und mutige Partei, die AfD.

Bei allem oben geäußerten Zweifel: Selbstverständlich greift die Politik hart in unser Dasein ein und betrifft uns unmittelbar, oft sogar mit katastrophaler Härte. Im Extrem: Urgroßmutters Leben wäre ein ganz anderes, ein sehr viel besseres gewesen, hätte sie ihre schlesische Heimat behalten können. Ohne Zweifel! Aber: Was Urgroßmutter in ihrem Wesen gewesen sein mochte, daran hat selbst diese immens tragische Katastrophe nichts Eigentliches geändert. – So wie mich selbst eine unfallverursachte Behinderung zwar physisch behindern, aber letztlich nicht wesenhaft verändern würde.

Selbstverständlich wünsche ich mir keinen Unfall, ebensowenig wie Urgroßmutter der Heimatverlust zu wünschen war. Natürlich nicht! Aber mein Heil ist von solchem Ungemach letztlich ebensowenig abhängig wie von einem Lottogewinn. Möglichst gelte: Resilienz gegenüber Kontingenz.

Die Sommer meiner Kindheit, das trügerische Paradies Pubertät als Abiturient, die Jahre als Armeeangehöriger im Kalten Krieg haben mit Honecker und dem SED-Regime einerseits alles, andererseits gar nichts zu tun. Wir stellen uns dem, was uns an Bedingungen umstellt. Glückselige Umstände sollten wir nicht erwarten; sie sind im Großen und Ganzen nicht einzurichten. Wir finden sie ohnehin eher jenseits der hektischen Bewegnisse, nämlich in der Kontemplation und Muße, nicht in der Aktion, sondern im Verhalt.

Zurück: Der politische Betrieb läuft derzeit nicht ohne Parteien. Nur hat, wer in diesem Spiel gerade vorn liegt und wer nicht, weniger mit unserem Leben zu tun, als uns die Politik glauben macht. Sie ist auch in demokratischem Zuschnitt - und dort vielleicht gar deutlicher als im einstigen Gottesgnadentum - in sich zuerst ein Karrieregeschäft und ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Das geht so in Ordnung und ist nicht anders zu haben, darf uns aber nicht tief anrühren, haben wir unsere Maßstäbe, unsere Einstellungen und Tugenden doch an Wesentlicherem zu entwickeln. Das Leben selbst, seine stille Erhabenheit einerseits wie der „normale Wahnsinn“ andererseits, werden uns nicht nur belehren, sondern letztlich sogar richten.

Jedes politische Bekenntnis, einerlei wie verdienstvoll, ist oberflächlich, jedes religiöse hingegen gerade nicht. Unsere metaphysische Sehnsucht besteht in den Fährnissen des Politischen weiter fort, und deswegen werden die Religionen als die größten Geschichten des menschlichen Gedächtnisses nie gänzlich ihre Bedeutung einbüßen. Sie orientieren, Politik desorientiert, wenngleich sie für unsere Geschäfte wohl nötig ist.

Die Religionen vermitteln, darin den Künsten verwandt, das Drama alles Menschlichen, das von Politik zwar zwangsläufig zu begleiten, nie aber im Kern zu ändern oder auch nur anzurühren ist. – Die Einkehr in einen katholischen Gottesdienst oder konzentrierte philosophische Lektüre, überhaupt gründliches stilles Bedenken halten Wesentlicheres bereit als jede politische Kleingeisterei. Und selbstverständlich kann man vor einer Großmutter, die ihren Glauben lebt, mehr Achtung haben als vor einem sogenannten Erfolgspolitiker.

Niemand kommt um Politik herum. Sie regiert unser Leben. Aber wir haben unsere eigensten Angelegenheiten zuallererst selbst zu regieren, mit aufmerksamer Fühlung gegenüber unserem Schicksal, wie auch immer wir das vermögen.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (76)

Volksdeutscher

4. November 2020 17:58

"Sicherlich, in vielerlei konkreter Hinsicht ist es alles andere als egal, wer etwa die Wahlen gewinnt, sind die Unterschiede beispielsweise zwischen den Grünen und der AfD doch geradezu extrem; aber in dem, was den Menschen am nächsten, am engsten und wesentlichsten betrifft, ist es beinahe einerlei, wer gerade regiert."

Diese Behauptung halte ich für ein groben Irrtum. Denn es gibt im Leben eben nicht nur das, was den Leuten am nächsten, engsten und wesentlichsten betrifft, sprich, sich zu ernähren und zu kleiden, in anderen Worten: die Grundvoraussetzungen der Existenz zu befriedigen. Selbst da ließen sich Unterschiede sowohl in privaten wie öffentlichen Dingen aufweisen, z.B. wie im Westen unter dem Kapitalismus und im Osten unter dem Kommunismus diese Grundvoraussetzungen befriedigt wurden. Wann haben die so genannten Grundvoraussetzungen den Menschen (unter welchen politischen oder ideologischen Bedingungen auch immer) jemals gereicht? Und wer bestimmt für wen, welche Dinge zu den Grundvoraussetzungen gehören und welche nicht? Obige Behauptung ist eine unhaltbare, willkürliche Reduktion.

Niekisch

4. November 2020 18:59

"Politik bedeutet letztlich kein Heil."....und wenn ein politischer Heilsweg eingeschlagen wird, heilend für das Volk, seiner Volksseele gemäß?

anatol broder

4. November 2020 19:06

meister eckhart gefällt das.

RMH

4. November 2020 19:11

"Politik bedeutet letztlich kein Heil. Es wird eben dies aber durchaus von ihr erwartet. Und beständig verkündet."

Aber historisch betrachtet doch erst seit relativ kurzer Zeit (evtl. ab Unabhängigkeitserklärung USA, franz. Revolution) und auch im Wesentlichen nur von der Linken und später dann auch National-Linken. Davor gab es kein Heil auf dieser Welt sondern bestenfalls eine "göttliche Weltordnung". Fürs Heil war die Kirche zuständig.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Lektüre von J. Evola - zumindest "Revolte gegen die moderne Welt" - und H. St. Chamberlains Grundlagen des 19. Jhdts bleiben auch im 21 Jhdt. zum Verständnis unseres Jetzt fast schon unabdingbar. Und dann kann man auch gleich mit "Cavalcare la Tigre" von Evola weiter machen, um nicht beim Waldgang hängen zu bleiben.

Der politische Realist heutiger Zeit und Anhänger einer wie auch immer gearteten "Vernunft" wird NIE ein Heil in der Politik sehen - damit arbeiten die Fortschrittler und Linken. Er wird sich daher auch stets im eher liberalen und konservativen Spektrum politischer Anschauungen bewegen und "Politik als Beruf" von Max Weber könnte bei seinem politischen Handeln eines seiner Breviere sein.

Maiordomus

4. November 2020 19:21

@ Bosselmann. "Wer spricht heute vom Schicksal? Die Politik ist das Schicksal." So äusserte sich Napoleon zumindest sinngemäss in einem Gespräch mit Goethe, der sich notabene im Vergleich zu Fichte nicht gerade für die Freiheit der deutschen Nation verwendet hat damals. Der heutige Tag war übrigens fürchterlich, habe doch auch ich aus falscher Euphorie heute morgen eine Flasche Champagner gekauft, die jedoch nach menschlichem Ermessen nicht getrunken wird, es war offenbar auch nicht das richtige Gefühl. Am Ende denke ich beinahe, es ist besser so; wobei ich jedoch den wohl verpassten überraschenden Wahlsieg nicht wegen politischer Ziele gefeiert hätte, sondern ausschliesslich wegen des Beitrages zum Meinungsklimas gegen die Diktatur der politischen Korrektheit. Wer wirklich anders denkt, wird sich noch stärker auf sich selber zurückziehen müssen, mit dem Primat des Gewissens, wofür denn der mutmassliche Wahlverlierer doch auch nicht gerade der Heros gewesen wäre.

@Anatol. Noch gut, dass Sie auf Meister Eckhart verweisen.

PS. Das Schlimmste an den totalitären Ideologien bleib der politische Messianismus.   

Dietrichs Bern

4. November 2020 20:04

Ich neige eher libertären als (ganz) rechten Überzeugungen zu und ja, grundsätzlich: Politik wird uns nicht retten.

Allerdings: Noch vor einigen Jahrzehnten konnte man noch mit dem Sieg der anderen Seite leben oder sich auf Seins zurückziehen und sich wohlsein lassen.

Diese Zeit ist aber nun einmal vorbei: Die Einheitsfront übernimmt alles. Und ändert das Umfeld jedes Einzelnen, bis weit hinter die eigene Wohnungstür, bedroht in letzter Konsequenz durch ihr Handel Leib und Leben.

Ich habe allerdings darauf auch keine Antwort, was genau meine Konsequenzen sein werden.

Monika

4. November 2020 20:42

Dass die Politik letztlich kein Heil bedeutet, wird dieser Tage offenbar. Ein Anschlag hätte verhindert werden können, ein anderer auch. Ein Fräulein Schulze kann nur dümmlich grinsen angesichts des Terrors. In Europa wird wieder enthauptet, nein, nicht auf dem Schafott. Obwohl in Compiégne auch enthauptet wurde, allerdings zwei Wildschweine. Worüber sich der türkische Kulturverein entrüstet. 🤔

https://www.valeursactuelles.com/societe/compiegne-des-tetes-de-sangliers-decouvertes-sur-le-chantier-dun-centre-culturel-turc-125293 Da bekommt man „Heimweh nach verlorenen Ober- und Überwelten“, doch die „metaphysischen Antennen zappeln ins Leere“. ( Thomas Hürlimann).Maiordomus kauft sich euphorisch einen Champagner 🍾 wegen zweier lächerlicher alter Männer. Dann trinken Sie den doch auf Meister Eckhart!!! Oder einfach so. Aus Übermut. 🥂 und Heil! 

Maiordomus

4. November 2020 20:51

@Dietrich. Ich denke vielleicht ähnlich wie Sie, ausser natürlich nicht  gerade"libertär", weil diese Haltung ehrlich für mich staatsphilosophisch und weltanschaulich ungenügend ist, wenn man z.B. von der Naturrechtsdebatte, Franz von Baader, der Hegelschen Rechten und Oswald von Nell-Breuning herkommt. Es stimmt aber, dass man sich nicht leicht einfach in ein Schneckenhaus zurückziehen kann. Für mich waren schon seit bald 50 Jahren politische Schikanierungenm zumindest spürbare Nachteile leider normale Erfahrungen; solche werden sich für Jüngere noch radikalisieren, weswegen ich vor übereifriger Symbolpolitik immer abriet, z.B. der Zeichensprache der Identitären. Sagen Sie jedoch nur mal öffentlich, dass eine einzige Abtreibung einer gesunden Frucht mehr Lebensjahre vernichtet als 10 Corona-Opfer! Diese Meinung hat selbstverständlich nichts mit christlichem Fundamentalismus zu tun! Auch kann heute schon Ablehnung von Gender-Sprachregelung z.B. in geisteswissenschaftlichen Fakultäten berufliche Laufbahn verunmöglichen usw.

 

Leo

4. November 2020 21:56

Jaja: Extra ecclesiam...

Wichtige Grundsatzüberlegungen Bosselmanns: Was ist Substanz? Was ist alles ganz eitel? Danke dafür!

Der - schon vor Tagen(!) bei Aldi käuflich erworbene - Champagner blieb auch bei uns bisher ungeöffnet.

Der 4. November vor einunddreißig Jahren war ein politischer Festtag in Ost-Berlin - die den 9. Oktober '89 bestätigte Befreiung! Und ein Festtag war dieser 9. November vor vier Jahren, als Trump gewann. Ich hoffe weiterhin, daß er es auch diesmal geschafft hat!

Und falls nicht? Dann geht das Leben (anders) weiter.

Hier: Blinder Spiegel... Dann: Von Angesicht zu Angesicht. Und in 14 Tagen ist dennoch Buß- und Bettag... Oremus!

micfra

4. November 2020 22:42

Der Text gefällt mir sehr und bringt mich für einen Moment in Kontakt mit dem Wesentlichen, dem Ewigen. Und wir sind hier auf Erden und müssen hier mit dem Flüchtigen leben und müssen uns diesem irdischen alltäglichem Daseinskampf stellen. Aber es ist gut und wichtig, sich immer wieder zu besinnen, wo unser eigentliches Heil liegt.

Danke, Herr Bosselmann für die gut geschriebene Erinnerung!

Volksdeutscher

4. November 2020 23:24

@RMH - "Der politische Realist heutiger Zeit und Anhänger einer wie auch immer gearteten "Vernunft" wird NIE ein Heil in der Politik sehen - damit arbeiten die Fortschrittler und Linken."

Das ist richtig. Es ist aber auch wahr, daß sie damit nichts desto trotz (oder vielleicht gerade deshalb) Erfolg haben, während dessen der politischen Rechten nichts anderes übrigleibt, als die Nase zu rümpfen, Frust zu schieben und mit schmollender Miene die Worte hinzuwerfen : "Nein, nicht mit mir!".

@Maiordomus - "Das Schlimmste an den totalitären Ideologien bleibt der politische Messianismus."

Der politische Messianismus.... Was das auch immer heißt. Man muß die Massen begeistern können. Auch in der Politik ist eine Art "Gebrauchslyrik" für das Volk von Nöten. Vielleicht klingt das zynisch. Aber trockene, hochgeistige Thesen versteht das Volk nun mal nicht. Es will unterhalten und mitgerissen werden. Es will etwas hören, was seine Phantasie beflügelt. Eine politische Rede müßte sich aus meiner Sicht anhören, wie der Text in Nietzsches Zarathustra. Das Volk liebt die Schauspieler. Wir haben leider keine Schauspieler, die auch das Volk lieben.

Maiordomus

5. November 2020 06:20

@Nein, der politische Messianismus  ist im Sinne von "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" gemäss Voegelin im Sinne der Apokalypse als Perversion des Höchsten der Antichrist in Reinkultur, d.h.  die politische Gnosis des innerweltlichen Erlösertums, wie es von der Linken vom Jakobinismus bis zum Marxismus und Stalinismus, auch Trotzkismus und 68er Hedonismus praktiziert wurde, desgleichen vom Faschismus und Nationalsozialismus, etwa mit der perversen Formel "Glaube an den Führer" oder "Ein Volk, ein Reich, ein Führer". So etwas war mit dem Weltbild einer abendländischen Rechten stets unvereinbar genauso wie die Auflösung von Ehe und Familie durch die Gender-Ideologie und ein völlig falsches Verständnis der Sinngebung der Homosexualität, wozu Platon, das Mönchtum und auf säkularer Ebene sogar noch die frühen Emanzipationspioniere Karl Heinrich Ulrichs, der Entdecker von über 30 Geschlechtern, und mein Landsmann Heinrich Hössli unterschiedliche Wege gewiesen hätten. Zu den weiteren ungelösten Problemen gehört das perverse Staatskirchentum, ein Problempunkt, der von den Freikirchen in den USA übrigens schon vor 150 Jahren eingesehen wurde.   

Laurenz

5. November 2020 06:29

"Hybris. Wir können nicht anders."

Chinesen boten ihrem Wachstum Einhalt. Weil Chinesen nicht anders können, gebären sie weniger Töchter als Söhne, was weiter dazu führt, dem Wachstum Einhalt zu bieten.

"deswegen werden die Religionen als die größten Geschichten des menschlichen Gedächtnisses nie gänzlich ihre Bedeutung einbüßen. Sie orientieren, Politik desorientiert,"

Ein Trugschluß. Religion ist immer politisch & Politik ist immer Religion, beides dem Glauben verhaftet. In der nach westlichen Maßstäben nachweislich am besten funktionierenden Religion, dem Buddhismus, ist es ein Politikum, daß man in Bangkok als Farange nachts alleine überlebt, während man dies in Manila/Jakarta nicht tut.

Religions-Vertreter & Politiker sind beide käuflich, beide versprechen & beide lügen.

Laurenz

5. November 2020 06:30

(2)

Mein Urgroßvater war 7-Tage-Adventist (in der Jugend katholisch), ein Hardcore-Christ. Er wurde es, weil Er auf Wanderschaft den Pfarrer mit der Köchin im Bett erwischte. Er konnte die Bibel auswendig & erkannte im II. Weltkrieg Armageddon, Feuer fiel vom Himmel usw. & Er glaubte, daß Sein Erlöser vor Seinem Tod kommen würde. Aber der Erlöser kam nicht & Er starb bitterlich.

Marx erkannte, daß sich die Arbeiterschaft nicht mehr mit dem jenseits hinhalten lassen würde & verlegte daher das immer leer versprochene Paradies ins diesseits. Weder Sie, HB, noch sonstwer sind in in der Lage, dies in der Definition zu trennen.

Maiordomus

5. November 2020 07:52

@Monika. Es geht bei der Kaltstellung Trumps nicht um "alte weisse Männer".

Bezeichnend, dass Twitter Texte des US-Präsidenten zensuriert. Es beweist, dass dieser im Gegensatz zu seinem chinesischen "Amtskollegen" nicht richtig an der Macht ist, was einen nicht mal stören soll. Aber klar, dass in Deutschland, etwa  bei "Fokus", Trump ungelöscht als "jener Irre" bezeichnet werden darf, was für Leader des BRD-Parteienkartells vielleicht bei Quasirnews noch knapp durchginge. Gemäss Jan Fleischhauer wird Trump nach Abwahl im Kittchen landen, was er für Frau Merkel sicher nicht vorschlagen würde. Man müsste es bei "beiden" nicht befürworten, wenn schon lieber bedingte Strafen. Bei Merkel wird man keinen dolus malus im Sinn einer korrupten Einstellung unterstellen; also selbst bei einer völligen Wende eher nicht Zuchthaus! Dass sowas nur in satirischem Roman zu erörtern wäre, zeigt auf, dass im Gegensatz zu Einschätzungen Trumps bei den Korrekten andere Massstäbe herrschen. Aber die mit der wirklich falschen Gesinnung, vgl. den nun bedingt freigelassenen politischen Gefangenen der BRD, erleiden ein weniger komfortables Schicksal und ihre Lebensgeschichte eignet sich schlecht für Satire.

Monika

5. November 2020 09:26

@ Maiordomus 

Dass ich Trump politisch näherstehe als Biden, keine Frage. Die Twitter-Zensur ist mehr als  bedenklich. Insgesamt ist mir die amerikanische Mentalität aber fremd bis zuwider. Die aktuelle Wahlkampfshow ist lächerlich. Das meinte ich. Dass der amerik. Wahlkampf die deutschen Medien so dominiert, noch vor Corona, vor den jüngsten Terroranschlägen sowieso, finde ich  irritierend. Das Heil kommt  nicht aus den USA. 

Mich beunruhigen die Entwicklungen in Frankreich mehr als die in den USA . Wenn Trump „aus dem Rennen ist“,  hat das vielleicht den Vorteil, das „Böse“ nicht mehr  in ihm verkörpert zu sehen. Und den Blick auf Europa zu lenken. Hier ist ein bedenkliches Machtvakuum entstanden.

 

Franz Bettinger

5. November 2020 10:34

Herr Bosselmann schreibt "Jedes politische Bekenntnis ist oberflächlich, jedes religiöse hingegen nicht.“ Nun, wegen meines Atheismus - den ich allerdings nicht missionarisch vertrete - habe ich noch nie Menschen verloren, aber sehr viele durch mein politisches Bekenntnis zur Rechten. Das letztere vertrete ich allerdings sehr viel missionarischer. Und oberflächlich ist mein Rechtssein keinesfalls. Es durchdringt mich ganz und gar.  Definition: Rechts = Verteidigung des Eigenen (der Eigenheiten und des Eigentums) und natürlich das Erkennen und Anerkennen von Unterschieden zwischen Individuen, Völkern, Kulturen und Rassen (zunächst ganz wertfrei).

Niekisch

5. November 2020 11:12

"so wie überhaupt Heil und Segen vom Menschen allein nicht zu erwarten sind.". Warum nicht, wenn es die Evolution doch dem Menschen gegeben hat, ohne das Warten auf Heil und Segen Sittlichkeit zu entwickeln und zu leben?

Maiordomus

5. November 2020 11:29

@Bettinger. Könnte es sein, dass Ihr "Rechtssein" als sog. Atheist  verhindert, dass Sie Politisches etwas relativieren können und deshalb im Politischen noch das (fehlende) Religiöse kompensieren müssen? Frage ich mit Respekt, wobei ich überzeugt bin, dass Sie im Gegensatz zu einem Marxisten oder Grünen nicht an einen politischen "Himmel" glauben, dafür sind Sie zu illusionslos und überdies von der Erfahrung eines Arztes. Nietzsche nennt das Ersetzen des Glaubensverlustes durch Politisches oder Ideologisches den "unvollständigen Nihilismus", welche Haltung als schwächliche Pseudoemanzipation seine volle Verachtung findet. Das würde ich bei Ihnen nicht unterstellen. "Wahrer" Atheismus würde ja nach Nietzsche bedeuten, die "Leerstelle" auszuhalten, was nur geistig Starken gelingt. Hier müssen Sie und wir alle uns fragen, ob wir stark genug sind, uns der Zeit und der Existenz auch ohne Trost zu stellen; siehe das Konzept von Meister Eckhart, bei dem definitiv nur noch Idioten es anstreben, "in den Himmel kommen zu wollen".

Maiordomus

5. November 2020 11:37

PS ad @Bettinger. Das Paradox des Mystikers: Niemand kommt in den "Himmel", bevor er es nicht definitiv aufgegeben hat, in den Himmel kommen zu "wollen"; lieber noch meldet er sich freiwillig für den letzten Platz in der "Hölle" bzw. er vergisst sowohl Himmel und Hölle und am Ende Gott. Hier deutet sich eine "Schnittmenge" zu dem an, was Nietzsche den vollständigen Nihilismus genannt hat. Für denselben muss ausser dem vergleichsweise sinnvollen Glauben an Gott erst recht zum Beispiel der absolut nichts versprechende schlicht illusionäre  "Glaube an die Menschheit" aufgegeben werden. Vgl. das Spätwerk Nietzsches. 

Grobschlosser

5. November 2020 12:23

Weniger TV und Internetkonsum, hin und wieder einen Apfelbaum pflanzen, Lesungen organisieren, eigene Gedanken aufschreiben und ja: die Konsumwelt für eine Weile ausblenden .

Der Calvinismus im 21. Jahrhundert nervt. Das Geschwätz von den Wahlmöglichkeiten - man kann es nicht mehr hören. Privat kann man Dinge ändern - der politische Paradigmenwechsel dauert Jahrzehnte. Die freudomarxistische Moderne wird den Kampf verlieren, aber sie wird bis zur endgültigen Niederlage noch viel Unheil anrichten.

HagenAlternat

5. November 2020 12:24

Herr Bosselmann, darf ich Ihren Satz " Immer wieder Adventstimmung, die Erwartung einer Ankunft." als einen Widerspruch zu Björn Höcke verstehen, der in seinem Buch schreibt: "

(S. 161) “Aber die Sehnsucht der Deutschen nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volk wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, ist tief in unserer Seele verankert, davon bin ich überzeugt.“

Ja, wir Deutschen sehnen uns „nach einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volke wieder heilt, die Zerrissenheit überwindet und die Dinge in Ordnung bringt, die tief in der Seele verankert sind."  ?

Franz Bettinger

5. November 2020 12:34

@Lieber Maiordomus. Mit Nietzsche hätte ich mich (glaube ich) gut verstanden. Ich verehre die Schönheit der Natur; fast hätte ich geschrieben die der Schöpfung. Nichts würde mich mehr freuen, als (mich geirrt zu haben und also) wenn es ihn gäbe - Gott. Und wenn es ein guter ist, wird er mir meinen Unglauben locker vergeben. Wetten? Getröstet übrigens bin ich längst: durch mein Leben, die reiche Vergangenheit, die mir nicht zu holen ist. 

Heino Bosselmann

5. November 2020 12:43

@HagenAlternat: Leider las ich dieses Buch noch nicht. -

Monika

5. November 2020 13:42

@ Hagen 

Also ich habe keine Sehnsucht nach „einer geschichtlichen Figur, welche einst die Wunden im Volke heilt“. Wer soll das sein ? Doch nicht etwa Herr Höcke ? 

Mir würde schon ein Bischof genügen, der mal Tacheles redet.https://renovatio.org/2020/11/frankreichs-katholiken-im-krieg-gegen-den-islamismus/

Ansonsten gilt ganz nüchtern und untheatralisch : Not lehrt beten ! 

Zur Hoffnung auf ein Jenseits: 

Der 17-jährige Kamerad, der im Krieg angeschossen in den Armen meines Vaters starb, setzte sicher mehr Hoffnung auf ein Jenseits als ein alter, des Lebens müder Mann. Reden Sie über Jenseitsvorstellungen mal mit ganz alten Menschen. Die sind erstaunlich einfach.

Laurenz

5. November 2020 13:57

@Monika & Maiordomus 

Tendiere eher zu Maiordomus, wobei ich Ihnen nur mitgeben möchte, daß weder ein Kardinal noch ein Politiker weiß, was morgen ist. Wundere mich immer über die Leichtfertigkeit, mit der die Konrad-Adenauer-Stiftung, unter Altmaier, ihre Regime-Wechsel-Agitatoren in alle Welt schickt. Wer weiß, ob nicht morgen einer solch eine Truppe nach Berlin schickt? Der geschiedene Schatzmeister der FDP, (von) Solms, war schlicht der deutsche Politiker, der sich nie im Ton vergriff, eine extrem talentierte & kluge Handhabe. Geht mir vollkommen ab.

@Monika

Wollen Sie Wahrheiten, die manchmal schmerzen, oder wollen Sie diplomatisches Blabla?

@Maiordomus

Nietzsche bezahlte Seine Klarsicht mit einer Einschränkung des Erlebten. Soweit ich das mitbekommen habe, kannte Er an Weiblichkeit nur Seine Schwester näher, was bedeutet, daß Er Sich selbst mit dem männlichen Kosmos nie dem weiblichen, universalen Chaos gestellt hat.

limes

5. November 2020 14:10

@ Heino Bosselmann: » … in dem, was den Menschen am nächsten, am engsten und wesentlichsten betrifft, ist es beinahe einerlei, wer gerade regiert. …« und an anderer Stelle: »Aber was uns eigentlich zu eigen ist und was uns an Leben wird, daran ändert das Politische letztlich wenig.«

Diesen Aussagen widerspreche ich verzweifelt, gerade an dem heutigen Tag, an dem in Epoch Times zu lesen ist, dass die derzeit Regierenden uns unsere Grundrechte per Gesetz wegnehmen wollen: die Grundrechte der Freiheit der Person, die Versammlungsfreiheit,  Freizügigkeit und Unverletzlichkeit der Wohnung.

Die Zumutungen der letzten Jahre brauche ich hier nicht aufzulisten, und das Tempo immer neuer Zumutungen nimmt rasant zu.

Wie viele rote Linien wurden in den letzten Jahren schon überschritten, die wir durch Völkerrecht und Grundgesetz geschützt wähnten? Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass nicht auch noch die allerletzten Bastionen fallen und nicht irgendwann die Unversehrtheit und das Recht auf Leben zur Disposition stehen?

»Unsere eigensten Angelegenheiten« selbst zu regieren, kann unter diesen Umständen nicht »zuallererst« anstehen, sondern muss nebenbei geschehen, während wir gemeinsam um Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat ringen, und in letzter Konsequenz vielleicht auch ums nackte Überleben.

Ein gebuertiger Hesse

5. November 2020 14:15

@ Bettinger

YES! That's the spirit (der gute, vielleicht auch heilige).

limes

5. November 2020 14:21

@ Niekisch stimme ich zu, dass »die Evolution doch dem Menschen gegeben hat, ohne das Warten auf Heil und Segen Sittlichkeit zu entwickeln und zu leben«, was diesen überraschen mag, da er mir im Strang des Beitrags von Sommerfeld die Frage stellte:

»Halten Sie es für möglich, dass es auch umgekehrt sein kann: der eine oder eine Vielzahl von Göttern als Offenbarung der Natur, indem der Mensch als Evolutionsblüte aus Angst und Erkenntnislosigkeit sowie Sicherheitsbedürfnis sich Göttlichkeit  imaginiert ?«

Das war kurz vor »Badeschluss«, und die religiöse Thematik, die hier aufgeworfen wird, gibt mit Gelegenheit, Niekischens Meta-Gretchenfrage an dieser Stelle mit einem klaren »Ja« zu beantworten: Ja, ich halte es für möglich, dass ich aus Angst und Erkenntnislosigkeit sowie Sicherheitsbedürfnis mir Göttlichkeit nur einbilde.

Gott hat mir Möglichkeiten und Freiheit gegeben, meinen Glauben an ihn aus jedem möglichen Blickwinkel zu hinterfragen und sogar aufzugeben. Und dass der Mensch seine Möglichkeiten der Evolution zu verdanken hat, widerspricht nicht meinem Glauben an einen göttlichen Ursprung.

Mir gefallen diese Sätze von @ Franz Bettinger: »Nichts würde mich mehr freuen, als (mich geirrt zu haben und also) wenn es ihn gäbe - Gott. Und wenn es ein guter ist, wird er mir meinen Unglauben locker vergeben.«

Laurenz

5. November 2020 14:23

@Franz Bettinger

"Ich verehre die Schönheit der Natur"

Die Natur ist weder immer schön, noch entspricht sie westlich-christlichen Werten. Frauen sind meist, nicht im Denken, aber im Handeln, ihr menschliches unbarmherziges Abbild, außer gegenüber Kindern, und manchmal/oft sind Frauen schön.

Vielleicht schaust Du Dir nochmal aufmerksam die Debatten zwischen Peter O’Toole und Alec Guinness oder auch Anthony Quinn, welche Ihnen David Lean in Seinem Monumental-Film "Lawrence of Arabia", in den Mund gelegt hatte, an.

Prinz Faisal bezeichnet die Briten, welche wie Lawrence, die Wüste "lieben", als verrückt, da die Araber die Wüste hassen, was nicht viel mehr heißt als, daß Nomaden mit ihrer Lebensart nicht freiwillig in der Wüste leb(t)en. Der Waliser Lawrence hauchte Sein Leben auch nicht in der Wüste aus, sondern zuhause im abgeholzten, aber doch grünen England. Es ist natürlich nur Film, der, wie meist, auch mogelt. Aber was ich Dir damit sagen will, ist, die Wüste ist vielleicht ergreifend, aber nicht schön, eben wüst.

Monika

5. November 2020 14:26

@ Franz Bettinger 

Wer das Paradies ( fast) schon auf Erden hatte und keine Kinder hat,  erwartet sich vermutlich vom Jenseits nicht mehr allsoviel. Die Erfahrung, lange und gut gelebt zu haben, hat vor allem die Nachkriegsgeneration in Westeuropa .Das Wohlstandsparadies scheint sich dem Ende zuzuneigen. Wäre interessant zu wissen, wie unsere Kinder und Enkel diese Zeit im Rückblick sehen. Auch ist schwer verständlich, was einen 20-jährigen Selbstmordattentäter umtreibt, der  das im materiellen Sinne erhoffte Paradies auch schon auf Erden haben könnte. Ein weites Feld. 

 

Laurenz

5. November 2020 14:33

@Franz Bettinger & Maiordomus

Einst zeigte Don Juan Seinem Schützling Carlos Castaneda "Gott". Carlos sah nichts anderes als eine wunderschöne, einem Engel ähnelnde Lichtgestalt, die nichts anderes tat als schön, also göttlich, auszusehen. Sinngemäß fragte Carlos natürlich nach, warum denn Gott nichts anderes täte, als göttlich schön auszusehen? Don Juan antwortete, weil die Menschen mit ihrer Energie Gott erschafften und ihm keine weitere Macht-Funktion zugewiesen haben. Gott existiert also, solange Menschen existieren, aber mehr eben auch nicht.

Niekisch

5. November 2020 14:46

"Hier müssen Sie und wir alle uns fragen, ob wir stark genug sind, uns der Zeit und der Existenz auch ohne Trost zu stellen" ...Es gibt genügend Menschen, die das versuchen und schaffen. Ich z.B. versuche seit 25 Jahren den Verlust zweier Töchter zu verkraften, ebenso diese schrecklich dekadente Zeit. Und seien Sie versichert, werter Maiordomus, die Menschen zeitlich vor dem Christentum mussten und konnten es wenigstens zum Teile auch.

RMH

5. November 2020 15:11

@HagenAlternat,

Stammt das Höcker Zitat wirklich aus dem Buch "Nie zweimal in den selben Fluß?"

Wenn ja, dann bin ich froh, es nie gelesen zu haben. Das Geschwurbel tut ja zum Fremdschämen weh ...

Maiordomus

5. November 2020 15:35

@Niekisch. Einverstanden; von der Generation her könnten Sie ja noch eine Ahnung haben von humanistischer Bildung, siehe die stoische Schule und die daraus hervorgegangenen Lebemeister; nicht zu vergessen nur zum Beispiel die Nikomachische Ethik von Aristoteles, die indes von mittelalterlichen Scholastikern "getauft" wurde ohne Zustimmung des Meisters; noch gut, dass sich damals auch Muslime wie Averroes damit befassten. Den kennen wir Westler, wenigstens solche, die sich für Philosophie interessieren, besser als in der Regel die Muslime, weil er denselben natürlich nicht rechtgläubig genug ist. Sogar füt Thomas von Aquin war er nach Kurt Flasch nicht etwa zu muslimisch, sondern zu kritisch. Sie können vollständig ausschliessen, dass der Attentäter von Wien dieses Gedankengut auch nur in Promillen erarbeitet hat. Noch interessant für Sie und @Bettinnger: Als Boethius, einst Verfasser einer Studie über die hl. Dreifaltigkeit, zum Tode verurteilt wurde, schrieb er ohne Bezugnahme auf die Bibel das Buch "Vom Trost der Philosophie", im Grunde eine Rekurs auf die Stoa. 

Ein gebuertiger Hesse

5. November 2020 15:39

@ Niekisch

Was das, was Sie von Ihren Töchtern schreiben, angeht - mein ernstes Beileid. Unvorstellbar für einen, der es nicht erlitten hat, sowas zu erleiden. Sie müssen das Finsterste des Lebens kennengelernt haben. Gut, daß Sie es ins Heute durchgestanden haben.

Maiordomus

5. November 2020 15:58

@Laurenz. An den Urlaub Nietzsches in Rapallo, Lombardei, mit Lou Andreas Salome erinnern Sie sich nicht? Ob Sie schon mal mit einer vergleichbar faszinierenden Frau gemeinsame Zeit verbracht haben? Die Stadt macht noch heute Werbung damit. Später haben sich Freud und Rilke der Dame genähert. Dabei hat N. mal einer jungen Holländerin brieflich einen Heiratsantrag gemacht; ich las den Brief  gedruckt im Alter von 17 Jahren und überlegte mir, wie ich es mal formulieren würde. Der spätere Formulierer von "Du gehst zu Frauen? Dann vergiss die Peitsche nicht!" wirkte in jenem Brief nachgerade schüchtern. Ausserdem hat er in vermutlich einem italienischen Bordell die Syphilis geholt, was ich mit 11 Jahren dank einer Predigt eines Volksmissionars erfuhr via den Ausruf "Und zuletzt war der arme Teufel geschlechtskrank!" Dank dieser Warnung wusste ich, dass es Nietzsche gab und dass er ein ganz gottloser Kerl gewesen sei. Keine Stunde im Leben bleibt man unbelehrt...

HagenAlternat

5. November 2020 16:02

Sehr geehrter Herr Bosselmann, wenn Sie schreiben

".. aber in dem, was den Menschen am nächsten, am engsten und wesentlichsten betrifft, ist es beinahe einerlei, wer gerade regiert.", so finde ich die Aussage fatalistisch und sie drückt mich nieder. Und richtig finde ich sie auch nicht: Es betrifft mich unmittelbar, wenn ich nicht mehr von Kirchenglocken, sondern von einem Muezzin geweckt werde. Oder wenn das Sicherheitsgefühl perdu ist. Oder, oder...

Seit 7,5 Jahren arbeite, nein KÄMPFE ich für die AfD, was mich nicht nur viel Geld und Freunde gekostet hat, sondern auch Lebensqualität wegen der verpersönlichten Auseinandersetzungen mit "Parteifreunden". Und jetzt sagen Sie mir: Alles für notting. Deprimierend.

Aber induktiv zum Allgemeinen: Geschichte wird durch unaufhaltsame Mega-Trends bestimmt?

Übrigens: meine Eingangsfrage könnten Sie auch beantworten, ohne das Höcke-Buch gelesen zu haben. Wenn Ihnen das aber zuviel ist, stelle ich Ihnen gerne meine komprimierte Materialsammlung zur Verfügung.

quarz

5. November 2020 16:17

@Laurenz

Der Badeschluss hat leider meine Antwort auf Ihren Mehrteiler verhindert. Darum hier nur kurz und als pars pro toto eine Anregung zur Beschäftigung übers Wochenende: ermitteln Sie doch, auf welche Weise Kopernikus - wie von Ihnen unterstellt - unter der "wissenschaftsfeindlichen" Kirche zu leiden hatte! Waren die päpstlichen Auszeichnungen so schwer, dass orthopädische Hilfe notwendig wurde? Oder war ihm das überschwängliche Lob des Fürstbischofs Watzerode peinlich? Fühlte er sich durch die kirchlichen Finanzzuschüsse zur Publikation gedemütigt?

anatol broder

5. November 2020 16:57

@ volksdeutscher 23:24

Das Volk liebt die Schauspieler. Wir haben leider keine Schauspieler, die auch das Volk lieben.

¶ merkel wird de kanzlerin. bei der siegesfeier wirft sie die de flagge von der bühne. ¶ selenski dreht den volksdiener. die komödie handelt von einem geschichtslehrer, der präsident der ua wird. in einer szene übt er den umgang mit anderen häuptlingen. ein merkel-double wird vorgeführt, um den unterwürfigen händedruck zu lernen. der berater erklärt: «drück die hand ganz sanft. sie muss dominieren. davon hängt der umfang der entwicklungshilfe der de bundesbank ab.» ¶ selenskis truppe (ohne ihn) dreht eine kurze parodie auf volksdiener: volksvasall. diese handelt von der fr regierung, die mit fr komikern besetzt ist. der präsident heisst pierre roschenko (*poroschenko) und mimt pierre richard. die minister sind karikaturen auf belmondo, de funes usw. bei 13:57 betritt der präsident das parlament. die abgeordneten schreien und bewerfen sich gegenseitig. vergeblich bittet der präsident sie um ruhe. plötzlich ruft er: «merkel ist ein kerl.» alle werden still. ¶ selenski gründet die partei volksdiener. ¶ selenski wird tatsächlich präsident der ua. er besucht zum ersten mal merkel. als die de hymne einsetzt, werden alle still. nur merkel zittert am ganzen körper.

Pferdefuss

5. November 2020 17:36

Fast alle Kommentare zu Herrn Bosselmanns Beitrag 'Politisches Heil?', einer nach dem anderen von einem zum anderen, zeugen von einer seltenen engen Bezogenheit aufeinander, so dass mir von Mal zu Mal schon eine Erwiderung einfiele, die der nächste Kommentator dann aber auch schon flugs aufhebt. Diese Verwobenheit hat den tröstlichen Klang eines gemeinsamen Liedes, dessen Melodie noch nicht komponiert wurde, aber dessen Strophen gelingenden und gelungenen Lebens in Dur und Moll hier schon mal vorgetragen werden.

Rheinlaender

5. November 2020 17:46

@Laurenz

Das, was Castaneda da als Gott beschrieben hat, kann den Gesetzen der Logik nach nicht Gott bzw. das höchste denkbare Wesen sein, da es von Menschen geschaffen wird und somit etwas anderem untergeordnet ist. Vermutlich wollte Castaneda ausdrücken, dass er den Menschen für Gott hält. Da der Mensch sich aber nicht selbst und auch sonst nicht viel hervorgebracht hat, wäre es m.E. abwegig, ihn als das höchste denkbare Wesen zu betrachten. Jeder atheistische Transhumanist kann sich davon abgesehen höhere Wesen vorstellen als den Menschen, so dass man nicht einmal religiös sein muss, um den Fehler in Castanedas Denken erkennen zu können.

Monika

5. November 2020 18:21

Das sind teilweise  sehr persönliche und berührende Kommentare von gestandenen Männern, die zugegebenermaßen auch in der Politik an ihre Grenzen kommen. Das geht mir schon nahe, weil rechte Männer ja eher wenig Gefühle zeigen. Der Kabarettist Gerhard Polt wurde kürzlich gefragt, ob er gläubig sei. Seine Antwort: „Es kommt darauf an, was man darunter versteht. Gläubig sind wir alle. Ich kenne keinen, der nicht gläubig wäre. Aber die spannende Frage lautet: Was glaubt der? Man könnte das Wort ja auch mit zuversichtlich übersetzen. Denn wennn sie glauben, sind Sie zuversichtlich, und Zuversicht heißt ja nur, Sie wissen nicht, was kommt, aber Sie gehen davon aus, dass es schon gut kommen wird.“ In diesem Sinne wünsche ich allen Foristen Zuversicht trotz gewisser Differenzen.

Ich hoffe, das war nicht zu theatralisch oder unverbindlich.😀😀😀

Niekisch

5. November 2020 18:27

"Hybris. Wir können nicht anders."...Doch, werter Herr Bosselmann, wir können anders. Es ist uns gegeben, cortexine und neocortexine Verankerungen und Möglichkeiten in unserer gehirngeleiteten Seele auszugleichen und zwar ohne jede Form von fremdgegebener Demutshaltung oder einem annex, der außerhalb  unserer  selbst liegt. Fühlen, besser erkennen wir die uns in wunderbarer, wenn auch als Laune der Natur gegebene Wahlmöglichkeit und lassen sie in Verantwortungsgefühl münden, dann können wir angstfrei zurückgeben und gestalten. Das ist nicht Hybris, sondern das Staunen, das unsere Vorfahren alter Zeit noch kannten.

Niekisch

5. November 2020 18:39

"von der Generation her könnten Sie ja noch eine Ahnung haben von humanistischer Bildung" Für Sie, werter Maiordomus: mit 17 Abi an einer der ältesten deutschen Lateinschulen, dem Gymnasium Philippinum  mit großem Latinum, Graecum, Hebräisch, Englisch, Russisch usw. "Andra moi ennepe mousa, polytropon hos mala pola. Sie wissen schon. Ich mache von den alten Meistern selten Gebrauch, versuche lieber eigene Gedanken zu entwickeln, die den modernen Wissenschaften Rechnung tragen. Ich habe aber, wenn Sie recht erinnern, immerhin  aus dem Sonnengesang zitiert und die Alten durchaus durchklingen lassen, ja gewürdigt. Und Jesus als eines meiner drei Vorbilder habe ich ebenfalls nicht außen vor gelassen. Zufrieden?

Danke, gebuertiger Hesse vom ebenfalls gebuertigen Hessen. Ich präzisiere: Sie sind mir verlorengegangen, aber in ähnlicher Form wie sie vermuten. 

sok

5. November 2020 19:34

Mir würde es genügen, wenn die Politk kein allzu großes  Unheil anrichten würde. Meiner Ansicht nach entsteht in langen Friedenszeiten der Eindruck, dass die Politik gleichgültig ist und man ohne großen Schaden wählen kann, was man will. Ewig gut geht das aber nicht, was man z.B. an den vergangenen Weltkriegen  und dem bevorstehenden Bürgerkrieg sieht.

In langen Friedenszeiten verschwindet der politische Verstand, da er über Generationen  nicht lebenswichtig ist. Er fehlt dann in politischen Vorkriegszeiten. Wenn man dann noch  zulässt, dass Unpatrioten die Schulen erobern und den letzten Rest von Nationalbewusstsein zestören, dann ist kaum mehr etwas zu retten.

Selbst wenn man den großen Bürgerkrieg nicht mehr verhindern kann, gibt es eine Nachkriegeszeit, die vielleicht wie im ehemaligen Jugoslawien Überlebenschancen in Teilrepubliken erlaubt. Vielleicht kann man sich und seine Nachkommen in eine solche Teilrepublik eher retten, wenn man sich das rechtzeitig gut überlegt.

anatol broder

5. November 2020 19:53

@ laurenz 14:23

[…] die Wüste ist vielleicht ergreifend, aber nicht schön, eben wüst.

¶ das wortspiel zieht hier nicht. zitronenfalter falten keine zitronen. das adjektiv wüst steht für «überladen». die wüste gilt dagegen als karg. ¶ in meinem denksystem sind die begriffe ergreifend und schön gleichbedeutend. ausserdem brauche ich ruhe (wüste), um ergriffen zu sein. bosselmann spricht nicht umsonst von «stiller erhabenheit». eine vollständige erklärung findet man bei schopenhauer im buch 3 der welt als wille und vorstellung.

anatol broder

5. November 2020 20:49

@ niekisch 18:27

Das ist nicht Hybris, sondern das Staunen, das unsere Vorfahren alter Zeit noch kannten.

¶ das staunen kennen wir immer noch. auch der ort des staunens ist immer noch derselbe: im schweigen. es spielt dabei keine rolle, ob man dieses erlebnis hinterher platonisch, christlich oder biologisch einstuft. ¶ das angestrebte gefühl der verantwortung (auch als liebe bekannt) ist daran gebunden, dass wir beim anderen etwas gemeinsames entdecken. die grösste gemeinsamkeit ist das schweigen. deshalb sagt man: «liebe ist, wenn man gemeinsam schweigen kann.»

Volksdeutscher

5. November 2020 21:19

@anatol broder - Danke für Ihre köstliche Revanche, sie hat mich sehr amüsiert! :-)

limes

5. November 2020 21:29

@ Niekisch

»Fühlen, besser erkennen wir die uns in wunderbarer, wenn auch als Laune der Natur gegebene Wahlmöglichkeit und lassen sie in Verantwortungsgefühl münden, dann können wir angstfrei zurückgeben und gestalten.«

Warum sollte etwas als Laune Gegebenes in Verantwortungsgefühl münden? Verantwortung wem gegenüber, wenn Laune die Geberin ist?

Nach wessen Regeln sollen wir unter diesen launischen Umständen gestalten? Und wem zurückgeben?

Mich überrascht Ihre Vorstellung einer gehirngeleiteten Seele, gerade weil ich diese nachvollziehen, aber und nicht mit Ihrer Verneinung des Göttlichen in Einklang bringen kann. Die Verneiner des Göttlichen in meiner Familie – Vater, Bruder, Ehemann – verneinen (und verneinten, soweit verstorben) auch die Seele, eine unsterbliche zumal. Bemerkenswert dabei ist, dass gerade mein Vater, der Gott und unsterbliche Seele ausdrücklich verneinte (und mich dies nicht gerne, sondern aus Pflichtgefühl wissen ließ) es wahrscheinlich war, der meine Vorstellung von einem gütigen Gottvater möglich machte.

»Das Staunen, das unsere Vorfahren alter Zeit noch kannten« mutet seltsam spekulativ an, bedenkt man Ihre in vielen Belangen enge Beziehung zur Ratio.

Franz Bettinger

5. November 2020 23:03

Nichts für ungut, Herr @Bosselmann. Aber ich kann @limes (14:10) nur zustimmen. Kämpfen kämpfen kämpfen, bis man fällt! Sich auf's eigene Kleinklein zurückziehen? Wie klein! Wie erbärmlich! Und man liest das nun auch auf SiN öfters. Daraus spricht die Verzweiflung ob der Zumutungen, denen wir ausgesetzt sind. Aber verzweifelt Sein nutzt nichts. Nur Taten nutzen und klare laute Bekenntnisse. Für’s Kleinklein haben wir immer noch Zeit, wenn wir in Merkels Corona-KZs sitzen. Vorher wird gekämpft! 

Gracchus

6. November 2020 00:03

Bosselmann tut gut daran, diese Wahrheit in Erinnerung zu rufen. Soweit ich sehe, gibt's hier im Forum auch keinen ernsthaften Widerspruch. 

Maiordomus trifft den Nagel gleich 2x auf den Kopf. Ich würde den Akzent etwas verschieben: Politischer Messianismus führt in Totalitarismus. 

Vor Atheisten, die die Leerstelle aushalten, habe ich großen Respekt. Da gibt es Konvergenzen mit Gläubigen, wenn diese die Transzendenz ernst nehmen. Gott transzendiert immer auch die Vorstellungen, die man sich von ihm macht. Meister Eckhart rät dazu, in seine innere Wüste zu gehen, also Leerheit zu schaffen, in die sich die göttliche Fülle ergießen kann. 

Es könnte aber auch Atheisten geben, die diese Stelle, den "Thron", nicht nur leerlassen, sondern völlig abräumen, die Ein- in eine Vielheit auflösen. 

Gracchus

6. November 2020 00:31

Was das Höcke-Zitat angeht, ist die erste Frage, ob diese Sehnsucht nach einer politischen oder ethnisch-kulturellen Heilsfigur tatsächlich virulent ist unter den Deutschen. Durchaus möglich; durchaus möglich, dass nicht wenige diese Sehnsucht auf Frau Merkel projizieren. So dass sich daran die berechtigte zweite Frage anschließt, ob die Deutschen dieser Sehnsucht nicht entraten und stattdessen selber aktiv werden sollten.

Dabei fällt mir ein: Virulenter scheint die Sehnsucht nach einem starken "Wir", nimmt man das ubiquitäre "Wir" in Leitartikeln als Indiz. Dieses "Wir" ist mehr Wunsch als Realität, und zwar der Wunsch nach Gemeinschaft innerhalb einer modernen Gesellschaft, die gerade keine Gemeinschaft erstrebt, oder besser gesagt aus modernen Gesellschaften doch wider deren "Natur" eine Gemeinschaft zu machen, und also auch nach Homogenität. Dieses "Wir" soll aber nicht (mehr) auf einer geteilten ethnisch-kulturellen Herkunft gründen, sondern auf geteilten maximal inklusiven universellen Werten.  

Laurenz

6. November 2020 01:24

 

@Rheinlaender

Carlos Castaneda beschrieb das, was er spirituell sah. Und Er sah mutmaßlich mehr, als Sie von Sich behaupten können. Castaneda stammte natürlich aus einer katholischen Familie & Don Juan sah sich, laut Erzählung, schicksalsbedingt dazu berufen, Carlito im Schamanismus zu unterrichten. Die explizite Leistung Castanedas ist das leidenschaftliche Schreiben rund um die Uhr. Egal was man von Ihm persönlich halten mag, hat er dem westlichen Menschen heidnische Spiritualität wieder näher gebracht & zwar mit einem Ding der Unmöglichkeit, über den Verstand. Dieser Weg ist deshalb unmöglich, weil der Verstand jegliche Spiritualität ablehnt. Der größte lebende Spiritualist ist wohl Eckhart Tolle, wobei ich Ihn eher als bodenständig in Seiner Wahrnehmung empfinde. Aber Seine Bücher werden selten zu Ende gelesen, weil der Verstand sich wehrt. Der logische Fehler liegt natürlich bei Ihnen. Für intelligente Tiere wie Delphine oder Rabenvögel spielt die Existenz Gottes keine Rolle, er ist für sie nicht existent. Was nicht heißt, daß Tiere keine Geister sehen. Nur das menschliche Bewußtsein erschafft Götter, auch wenn Sie in unserem Leben nur insofern Bedeutung einer höheren Macht-Verleihung über andere Menschen implizieren soll. Nicht umsonst stand auf der Koppel Ernst Jüngers "Gott mit uns".

RMH

6. November 2020 06:41

So,

nachdem mein erstes Entsetzen über das Höcke-Zitat nicht durch die Torwächter ging, @Gracchus das Thema aber nochmals aufgreift:

Das, was Höcke hier schreibt, ist Politik-Kitsch. Wenn er bspw. Kyffhäuser meint, darf es auch sagen. Da muss man keine Gefühle bemühen. 

Ich kannte Höcke bislang nur von seinen Reden und von einigen öffentlichen Auftritten. Von dieser Präsenz her hat er bei mir einen "Stein im Brett", wie man so schön sagt. Sein Buch habe ich lieber nicht gelesen und dabei bleibt es jetzt auch. Ich bin froh, dass es nicht bei Antaios erscheinen ist.

Frage in die Runde: Hat irgendeiner bei dem Zitat auch die berühmten "Störgefühle"?

RMH

6. November 2020 06:48

@F.B.,

die persönliche Frage sei bitte erlaubt: Irgendwann haben Sie bekundet, in Neuseeland zu leben. Kämpft es sich da besser?

Gestern habe ich mit einer Krankenschwester an einem von 2 Krankenhäusern meiner Stadt telefoniert. Die Intensivstation dort ist bis auf das letzte Bett belegt mit Patienten, die unter dem Leiden sollen, was Sie bestreiten. Zudem fallen immer mehr Pflegekräfte wegen entsprechender Diagnosen aus. Ist das jetzt eines der Corona-KZs, die Sie meinen? Alles eingebildete Kranke?

Mit nem Feldlazarett voller Verwundeter den Krieg abzustreiten, ist schon seltsam.

Maiordomus

6. November 2020 08:08

Einer der bedeutendsten Verleger Deutschlands, Michael Krüger (Hanbser), neuerdings an Leukämie erkrankt, weit ernsthafter als Corona, zählt in einem Interview in der Weltwoche von heute bekannte und unbekannte Autoren bis zum Gehtnichtmehr auf, um sich von Illiteraten wie Trump abzugrenzen, welcher nicht Louise Glück lese. Um noch einen drauf zu geben, erklärt er zu deutschen Rechten, AfD-Wählern, diese würden angeblich  "Hölderlin für ein Waschmittel" halten. Die Bemerkung ist keine Kleinigkeit, weil sie belegt, dass in der deutschen Kulturelite schlicht unvorstellbar bleibt, dass die "Gefährlichkeit" der deutschen Rechten möglicherweise gerade in ihrer Belesenheit besteht, wohingegen Merkel sich zuallererst zu Jim Knopf bekennt. In 98 Heften wird auch besprochen, was Krüger bekannt ist, noch dazu aber, wovon er keine Ahnung hat, nämlich die effektive geistige Situation Deutschlands. Sicher hat der Herr noch nie in die hier geführten Debatten reingeschaut, was zwar für einen Kranken nicht das Nötigste wäre.

Kositza: Doch, MK kennt die Sezession

Franz Bettinger

6. November 2020 10:09

@RMH: (1) Schon zu meiner Zeit als Kinikarzt in den 1990-ern wurden die Betten der Intensivstation aus ökonomischen Gründen belegt. Das dürfte heute durch die fetten Corona-Prämien noch lukrativer sein als damals. Schließen Sie also aus der Betten-Belegung nicht auf den Betten-Inhalt. Da liegt viel Harmloses herum. Nicht die Kranken sind eingebildet, sondern die Diagnosen. (2) Wieviele Tote haben Sie selbst in ihrer Familie und Verwandtschaft oder in ihrer Nachbarschaft, RMH? (3) In NZ kämpft es sich etwa so gut und schlecht wie in der BRiD. Es ist nur sehr viel riskanter für Nicht-Kiwis. 

Monika

6. November 2020 10:11

@ Gracchus  Auch ich halte die Frage nach dem WIR, d.h. nach dem wirklich Verbindenden für viel wichtiger als die nach einer „Heilsfigur“. Tiefsinniges hat übrigens Gerhard Polt zum „Wir“ gesagt:“.https://www.nzz.ch/folio/gerhard-polt-mit-diesem-wir-wird-unheimlich-viel-unfug-gemacht-wir-deutsche-wir-bayern-wir-schweizer-wir-amerikaner-zuerst-ld.1584298 Da gibt es die sog. „Helden von Wien“, sind das jetzt „Unsere Helden“ oder eher nicht ? Polt:“ Wenn einer „wir“ sagt, sind der Bettler und der Millidär plötzlich im selben Boot“. Aktuell: Wenn einer „wir“ sagt, sind Graue Wölfe, liberale Muslime, fromme Katholiken plötzlich im selben Boot. Finde den Unterschied 🤔 Was verbindet uns nun wirklich ? Und was trennt ? 

Niekisch

6. November 2020 10:56

@ anatol broder 5.11. 20:49: Ja sicher, das Staunen kennen wir noch immer, aber zumeist in den Kindern, weniger in den Erwachsenen, da bei ihnen fast alles von Wissen oder Wissen zu meinen begleitet ist. Ort des Staunens im Schweigen? Ist Letzteres nicht eher Folge des von mir gemeinten Staunens über das Zusammenspiel von altem Hirn als Ort der Instinkte und neuem Hirn als Ort der Instinktkorrektur mit Vernunftgebrauch? Gerade auch das Verantwortungsbewusstsein fließt aus der Möglichkeit, Vernunft zu gebrauchen und ist somit biologisch veranlasst, nicht erst eine Frage der Einstufung ex post. Denken Sie bitte an die frage des "freien Willens": zuerst reagiert der Körper, dann bildet sich der Wille, wobei wir offen lassen wollen, ob er bloß determiniert ist.

Nebenbei: Bereits die Neandertaler liebten, schwiegen, schleppten trotz Entbehrungen Schwache und Kranke mit, bestatteten die Toten rituell ehrfürchtig ohne jedes Christentum. 

Gracchus

6. November 2020 11:05

@Kositza: Darf man mehr wissen?

Niekisch

6. November 2020 11:23

@ limes 5.11. 21:29: Laune der Natur? Ja, weil die sonstige und die menschliche Evolution Anpassungsvarianten in derart großer Zahl bereithalten, dass die Metapher Laune diesen Fächer an Möglichkeiten vielleicht recht gut beschreibt. Das Münden in Verantwortungsgefühl beschreibe ich in der Antwort an anatol broder. Durch die in Neocortex verankerte Möglichkeit, Vernunft zu gebrauchen, können wir für uns selber und unsere Mitmenschen Verantwortung übernehmen, wobei die Instinkte nie außen vor bleiben und begleitend, aber hoffentlich nicht überwältigend, ihren Platz haben. Wem zurückgeben? Der wunderbaren Natur, die uns mit der Wahlmöglichkeit ausgestattet hat. Was uns Leben gibt, das versuchen auch wir leben zu lassen. Gehirngeleitete Seele? Ist nicht unsere Seele durch unsere Wahl und die uns berührende der Mitmenschen zugleich entweder in Ungleichgewicht oder Gleichgewicht oder wechselnd dazwischen? 

Jesus auf Jesus selbst zurückgeführt und beschränkt ist die strahlendste Blüte der für mich jedenfalls aus der Evolution  entwachsenen Pflanze, deren Blätter wir alle sind. Religionen sind völlig unnötige menschengemachte Stützpfeiler angesichts unserer von Ängsten begleiteten Unzulänglichkeit. 

Laurenz

6. November 2020 11:39

@RMH

Ihr Anspruch an mehr politischem Inhalt in Ehren, aber Politik ist grundsätzlich schlechtes Theater, also alles Kitsch. Aber nicht, was jemand auf der SiN schreibt oder sonstwo ist entscheidend, sondern der Kitsch. 

Mutmaßlich ließ sich Höcke, typisch Deutsch naiv, wie Er manchmal ist, im Bezug auf den Schuld-Kult darauf ein. Er meint wohl, daß des Volkes Psyche ein Momentum bräuchte, mit dem sein Verhaltensmuster umgetriggert werden könnte. Denn es lebt ja keiner mehr, der mit irgendeiner Schuld zu tun gehabt hätte. Ich weiß in meiner Familie von keiner Erbsünde. Von daher betrifft mich das nur monetär.

Hier muß man schlicht festhalten, daß Deutsche Tribut-Zahlungen, neben den auferlegten Reparationen, zwischen Adenauer & de Gaulle unter dem Teppich der Montanunion festgelegt wurden, welche später durch die EWG/EU, ersetzt wurden. Man tat dies, weil direkte napoleonische Tribute einem Volk schlecht zu verkaufen sind. Seinerzeit schlug eine Beethoven'sche Pro-Stimmung für Bonaparte deswegen ins negative.

Das ist der Preis, den Deutschland für Frieden in Europa zahlen muß. Wenn man das politisch aufhebt, muß man sich der Unterstützung einer nuklearen Großmacht, hier kommen nur China, Rußland und die USA in Frage, gewiß sein. Die USA bleiben unwahrscheinlich. China hat auch kein Interesse an einem starken Deutschland, weil die Nationalsozialisten es zugunsten der Japaner verrieten. Also bleibt nur Rußland, welches man deswegen nachhaltig sanktioniert.

Maiordomus

6. November 2020 12:11

Noch spannend, was @Kositza vermerkt über Krüger, von dem ich bis anhin keine allzu schlechte Meinung hatte, wiewohl überschätzt; sicher nicht der schlechteste Verleger Deutschlands. Falls er mal in die eine oder andere Nummer der Sezession reingeschaut hätte, müsste er wissen, dass es nun mal, ob es einem passt oder nicht, in Deutschland eine geistige Rechte gibt,  so wie dieselbe in der Tat vor etwa 90 Jahren mit der Konservativen Revolution eine Blütezeit hatte. Es gab jedoch höchst unterschiedliche Blüten, auch giftige, mein persönlicher Anschluss als Leser lag indes zum Beispiel bei Hofmannsthal, Leopold Ziegler und Rudolf Borchardt, eher nicht bei Jünger, dessen wahre Grösse ich erst etwa ab "Das abenteuerliche Herz" sehe, analytisch durchaus beim "Arbeiter", einem zwar  ambivalenten Buch, das heutigen jüngeren Rechten kaum mehr vermittelbar ist. Selber hätte ich von Krüger erwartet, dass er, wenn schon, eingestehen würde, dass bei den Rechten heute nun mal geistig mehr in Bewegung als bei der CDU/CSU. Dies liegt am Tag und drückt die geistige Krise der Gegenwart mit aus. 

RMH

6. November 2020 12:28

@F.B.

Der Verweis auf das Geld machen mit Intensivbetten ist mir zu dünn. Warum haben so viele Leute solche Symptome, dass man sie überhaupt auf die Intensivstation schieben kann?

Zu meiner persönlichen Statistik:

1 toter Freund (da lässt sich sicher darüber diskutieren).

1 positiv getestetes, befreundetes Ehepaar, die beide in die Klinik mussten ( die leben aber im Ausland).

1 Mal Quarantäne als sog. Kontaktperson ersten Grades.

In der Tat, nicht so viel ....

Laurenz

6. November 2020 13:54

@RMH

https://www.rtl.de/cms/intensivbetten-belegung-in-deutschland-der-auslastungsstand-in-der-aktuellen-corona-lage-4636680.html

Wie man im Artikel herauslesen kann, weiß man noch nicht einmal genau, mit welchen Krankheiten Patienten auf der Intensivstation liegen.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html

Auch hier wird mit reinen Vermutungen gearbeitet. Hier wird nicht berücksichtigt, wie viele Tote durch die Maßnahmen frühzeitig ins Gras bissen. Ich habe solch einen Todesfall in meiner Familie, während ich noch nirgendwo einen Corona-Toten in meinem Umfeld wahrnehmen konnte. In 2 von 3 Krankenhäusern läuft Kurzarbeit, weil viele unwerte Kranken - Behandlungen (die ohne Covid-Infektion) auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wurden. Das sind die Fakten, sehen Sie hier

 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115076/Kliniken-und-Praxen-meldeten-Kurzarbeit-fuer-mehr-als-400-000-Mitarbeiter-an

Und Sie meinen tatsächlich, diese 400.000 Mitarbeiter im Heilwesen hätten sonst nichts zu tun? Wie viele Tote zählt denn irgendwer, weil diese 400.000 Menschen kurzarbeiten?

Das übliche Berichterstattung ist, wie meinen Sie gerne, RMH, Kitsch.

Ich fordere den ewigen Herpes-Lockdown, dann brauchen wir alle nie mehr arbeiten gehen.

Maiordomus

6. November 2020 14:23

@RMH. Eine sehr gute mütterliche Freundin von mir starb vor ein paar Monaten im Alter von 96 Jahren in noch guter geistiger Verfassung wohl hauptsächlich an Kovid 19; ohne dies hätte sie vielleicht die 100 geschafft. Eine Tochter und ein Enkel sind positiv mit Symptomen, ein anderer Enkel ist nicht positiv, hat aber mit herkömmlicher Grippe viel schlimmere Symptome. Auch im nichtlinken Umfeld gibt es riesige Unterschiede im Grad der Angst vor dem Virus. Das macht die Politikfähigkeit des Themas zusätzlich kompliziert. Zwei Vertrauensärzte aus meinem Umfeld mit teilweise amtlichen Funktionen sagten mir vertraulich, dass eher entwarnende bis skeptische Argumente zumal dann, wenn sie öffentlich ausgesprochen werden, nicht unter dem Schutz der Meinungsfreiheit stünden und ein berufliches Risiko darstellen würden. 

limes

6. November 2020 14:48

@ RMH, zu Ihrer persönlichen Statistik:

Meine Corona-Bilanz aus dem Umfeld:

  • Ein erkrankter Bekannter, 70-jährig, der zuhause genesen ist und danach wie das blühende Leben erschien, braungebrannt nach täglichen Runden beim Frühschwimmen im örtlichen Freibad
  • Schwiegersohn in spe heftigst erkrankt, aber ebenfalls zuhause genesen, ein sportlicher Mittzwanziger.
  • Dem Hörensagen zufolge verstarb ein Mann mittleren Alters, Sohn einer sehr entfernten Kollegin, an Covid

Bei der Helios-Gruppe scheint einem Epoch-Times-Beitrag zufolge der Wille zur Transparenz vorhanden zu sein. Zitat aus dem ET-Beitrag:

»Etwa 3,7 Prozent aller stationären Helios-Patienten haben Corona«.

limes

6. November 2020 15:04

@ Niekisch

Da ich Sie früher im Lager der harten Rationalisten vermutete, überraschen Sie mich mit sowohl rationalen als auch spirituellen Zügen. Auch ich schöpfe aus beiden Quellen, aber auf andere Art, staune lieber wie ein Kind, ohne über das Staunen selbst so viel nachzusinnen.

Was die Totenbestattung betrifft, so scheint die Neigung dazu bereits in unseren Säugetierverwandten angelegt. Jedenfalls habe ich eine »erstaunliche« Beobachtung an meiner großen Hündin gemacht, die nach einer Scheinträchtigkeit tagelang ein Stofftier mit sich herumschleppte und offensichtlich sehr litt, dass »ihr Welpe« nicht saugen wollte und kein Leben zeigte. Schließlich hat sie das »tote Kind« regelrecht beerdigt. Auch von Elefanten und Affen ist Trauer um tote Artgenossen dokumentiert. Mir zeigt dies, dass auch unsere Säugetierverwandten beseelte Wesen sind.

Was die gehirngeleitete Seele angeht, so stimme ich Ihnen zu. Bleibt nur noch die Frage, ob diese beständiger ist als der Körper: unsterblich?

RMH

6. November 2020 16:11

@Laurenz,

Ohne persönlichen Kontakt wüsste ich sicher nicht, dass die Klinik "voll" ist und OPs verschoben werden.  Das Pflegepersonal müsste nach den Regeln zur Kontaktperson zu Hause bleiben, was aber dazu führen würde, dass man den Laden zu machen könnte. Es arbeitet daher mit ffp2 Masken weiter.

Trotz allem stehe auch ich dem Lockdown und der damit verbundenen politischen Schmierenkomödie kritisch gegenüber, dennoch erscheint mir ein "Alles Humbug" in Bezug auf Corona nicht glaubwürdig. Curio hat dazu im BT vor kurzem den richtigen Ton getroffen.

anatol broder

6. November 2020 17:35

@ laurenz 01:07

Sie vergessen aber, daß keiner dort leben will, auch diejenigen nicht, welche mit Menschenhand (Nordafrika) Wüste erschaffen haben.

die wüste ist nicht wörtlich, sondern bildlich gemeint.

Niekisch

6. November 2020 18:33

@ limes 6.11. 15:04: Das Rationale hat auch mit dem früheren Beruf zu tun, ansonsten bin ich eher sensibel. Über die Tiere erheben wir uns zu sehr. So wie die Ameise die Baumkronen nicht durchschauen kann, fehlt uns der Blick in 95 % des Alls.

Zur Seele:

"Mensch, stirbest du nicht gern, so willst du nicht dein Leben,

das Leben wird dir nicht als durch den Tod gegeben. ( Angelus Silesius )

Das Leben soll gelebt werden und - wie unsere Vorfahren sagten - im Tatenruhm leben wir fort, die Seele vergeht mit dem Leib. So jedenfalls vermute ich ohne zu wissen.

 

anatol broder

6. November 2020 18:54

@ niekisch 10:56

unsere lösungen des leib-seele-problems sind zu unterschiedlich, um auf einen grünen schweig zu kommen.

Niekisch

6. November 2020 19:33

@ anatol broder 18:54: Wenn wir nicht auf einen grünen Zweig kommen, dann geben wir uns eben die Hände um den Stamm herum..

Monika

6. November 2020 21:04

Also, die Diskussionen mit konservativ/neurechten Frauen und deren Dunstkreis wie Caroline Sommerfeld, Ellen Kositza, Bettina Gruber, Susanne Dagen, Monika Maron 

https://www.youtube.com/watch?v=yfrYxtZUXpE u.a. finde ich inzwischen viel interessanter als den Herrenclub auf SiN, der immer mehr Opa Hoppenstett -Niveau erreicht. 

 

 

 

 

Götz Kubitschek

6. November 2020 21:45

schluß für diesmal!

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