Lina E., linke Gewalt und Kontrollverlust

Der Fall von Lina E., die eine linksextremistische Kommandotruppe angeführt haben soll, verweist auf schwerwiegende Mißstände.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Die gesam­te Geschich­te wird hier aus­führ­lich dar­ge­legt. Man kann das bei Ein Pro­zent ana­ly­sier­te Gesche­hen auch kurz zusammenfassen:

Am Frei­tag, den 6. Novem­ber, führ­te das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) Sach­sen in der anti­fa­schis­ti­schen Hoch­burg Leip­zig-Con­ne­witz eine Raz­zia bei meh­re­ren Links­ex­tre­men durch. Ver­haf­tet wur­de die mut­maß­li­che Rädels­füh­re­rin Lina E., 25 Jah­re alt, Stu­den­tin an der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät in Halle/Saale, gemel­det in ihrer Hei­mat­stadt Kassel.

Sie soll gemäß der in der Pres­se zitier­ten Ermitt­ler­krei­se eine rund 10köpfige kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung von Anti­fa­schis­ten aus der gan­zen Bun­des­re­pu­blik geführt haben, die Anschlä­ge auf rech­te Per­so­nen plan­te und durch­führ­te, wobei minu­tiö­ses Aus­spä­hen der Opfer und bru­ta­le Gewalt zum Stan­dard­re­per­toire zähl­ten. Zum Ein­satz sei­en ver­schie­de­ne Waf­fen gekom­men, bei­spiels­wei­se als »zehn bis 15 Per­so­nen mit Reiz­gas, Schlag­stö­cken und Faust­schlä­gen« (FAZ) die Besu­cher einer »rechts­ra­di­ka­len« Gast­stät­te im dun­kel­rot regier­ten Eisen­ach angriffen.

Des­sen Betrei­ber wur­de im Dezem­ber 2019 zudem Opfer eines geziel­ten und geplan­ten Über­falls – durch­ge­führt wohl durch besag­te Grup­pe. Wäh­rend der Betrei­ber mit Reiz­gas außer Gefecht gesetzt wur­de, schlu­gen die übri­gen Täter »mit Schlag­stö­cken, einem Ham­mer, einem Rad­schlüs­sel und Stan­gen« (FAZ) auf ihn ein. Der Tod nicht nur die­ser Per­son wur­de in Kauf genommen.

Die Bun­des­an­walt­schaft, wel­che die Ermitt­lun­gen auf­grund ihrer bun­des­wei­ten Rele­vanz und Trag­wei­te über­nom­men hat, wirft der Grup­pe wei­te­re Straf­ta­ten vor: gemein­schaft­li­che gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, beson­ders schwe­ren Haus­frie­dens­bruch, räu­be­ri­schen Dieb­stahl und Urkundenfälschung.

Das »Nar­ra­tiv«, wonach der Links­ex­tre­mis­mus sich pri­mär gegen »Sachen« rich­te, erhält somit weit über rech­te Krei­se hin­aus tie­fe Ris­se. Die bis­wei­len auch von offi­zi­el­len Stel­len kol­por­tier­te Erzäh­lung und damit nicht nur in der Poli­tik­wis­sen­schaft ernst­lich repro­du­zier­te Legen­de, zeich­net das Bild eines mili­tan­ten »Rechts­ex­tre­mis­mus«, der sich gene­rell durch sei­ne mas­si­ve Gewalt gegen Men­schen aus­zeich­ne, wäh­rend »lin­ke Akti­vis­ten« ledig­lich Sach­wer­te beein­träch­ti­gen würden.

Daß die­ser bis­her unan­ge­foch­te­ne Pro­pa­gan­da­er­folg der lin­ken Sze­ne, der spe­zi­ell bei bun­des­deut­schen Jour­na­lis­ten reüs­siert, die zu einem erkleck­li­chen Teil frei­lich selbst aus der radi­ka­len Lin­ken stam­men, mei­len­weit an der Rea­li­tät vor­bei­geht, erle­ben Nicht­lin­ke seit Jah­ren am eige­nen Leib. Es spielt hier­bei erwie­se­ner­ma­ßen kei­ne Rol­le, aus wel­chem Spek­trum des kon­ser­va­ti­ven und rech­ten Lagers betrof­fe­ne Per­so­nen stammen.

Die Grup­pe um Lina E. prak­ti­zier­te – aus­ge­hend von dem Kennt­nis­stand heu­te – im Sin­ne der lan­gen Elends­ge­schich­te anti­fa­schis­ti­scher Bar­ba­rei nichts Neu­es. Sie tat es nach allen Erkennt­nis­sen aber mit einer pro­fes­sio­nel­len wie klan­des­ti­nen Selbst­ver­ständ­lich­keit, die es nicht nötig hat, sich in gut­mensch­li­che Phra­seo­lo­gie zu klei­den, um das Ant­litz des eige­nen Tuns zu verdecken.

Die­se unver­hoh­len aus­ge­leb­te Gewalt­tä­tig­keit gegen Anders­den­ken­de irri­tiert der­weil den Ver­fas­sungs­schutz, aber auch »seriö­se« Medi­en: Links­ex­tre­mis­ten wür­den »zuneh­mend ent­hemm­ter« agie­ren und den Tod von Opfern »bil­li­gend in Kauf« neh­men. Eine Erkennt­nis, die in den letz­ten Jah­ren stets als rech­te Zuspit­zung oder Dra­ma­ti­sie­rung ver­wor­fen wurde.

Doch allein die geball­ten links­ex­tre­men Angrif­fe auf das ehe­ma­li­ge Haus­pro­jekt in Hal­le in der Adam-Kuck­hoff-Stra­ße 16, die von der dor­ti­gen Stadt­ge­sell­schaft als »viel­fäl­ti­ger«, »bür­ger­li­cher« Pro­test gegen ein »rech­tes Schu­lungs­zen­trum« rela­ti­viert bis ver­herr­licht wur­den, zei­gen, was zum Stan­dard­re­per­toire lin­ker Gewalt gehört und wie dabei der Tod von Men­schen als mög­li­che Opti­on ein­be­zo­gen wird.

Unter­schie­de und neue Ten­den­zen bei jüngs­ten Ent­wick­lun­gen las­sen sich gleich­wohl feststellen:

Denn auch »mit­ti­ge« Orga­ne wie Welt, FAZ und Co., die beim »Kampf gegen Rechts« ihrer links­li­be­ra­len Kon­kur­renz in nichts mehr nach­ste­hen, kön­nen nicht län­ger vor ihren Lesern ver­ber­gen, welch mas­si­ves links­ex­tre­mes Gewalt­po­ten­ti­al in den letz­ten Jah­ren und Jahr­zehn­ten in der Bun­des­re­pu­blik her­an­ge­züch­tet und mit Safe Spaces aus­ge­stat­tet wurde.

Das Bewußt­sein für lin­ke All­tags­ge­walt in der BRD dürf­te damit unwei­ger­lich stei­gen, obschon sowohl GEZ-Pres­se als auch TV-Pri­vat­sen­der bis dato alles dafür tun, den Fall Lina E. zu ver­schwei­gen oder als Rand­no­tiz unter­ge­hen zu lassen.

Wäh­rend diver­se TV-Jour­na­lis­ten etwa nach der Quer­den­ken-Demons­tra­ti­on in Leip­zig ein­zel­ne Teil­neh­mer zu Hau­se »aus­fin­dig« mach­ten und sie kon­fron­tier­ten, war­um sie dort auf die Stra­ße gin­gen und war­um sie poten­ti­ell gewalt­be­reit gewe­sen sein sol­len, sucht man beim Con­ne­wit­zer Fall nach ent­spre­chen­den Aktio­nen der GEZ- wie Pri­vat­pres­se vergeblich.

Das hat sei­nen Grund nicht nur in ideo­lo­gi­schen Vor­lie­ben der Jour­na­lis­ten (92 Pro­zent der ARD-Nach­wuchs­jour­na­lis­ten für Rot-Rot-Grün!), son­dern auch dar­in, daß die Repor­ter selbst­ver­ständ­lich rea­lis­tisch ein­schät­zen kön­nen, wo tat­säch­lich Gefahr droht – und wo nicht.

Wäh­rend also ein Besuch von kri­ti­schen Jour­na­lis­ten in und um Con­ne­witz umge­hend für Gewalt­an­wen­dung sei­tens der dor­ti­gen Anti­fa­schis­ten füh­ren wür­de, blei­ben die zahl­lo­sen Heim­su­chun­gen rech­ter Akteu­re der letz­ten Jah­re ohne ent­spre­chen­de Fol­gen: rech­te Gewalt­be­reit­schaft ist eben in wei­ten Tei­len ein kon­stru­ier­ter Popanz.

Den­noch hält sich – von Main­stream­pres­se über Wis­sen­schaft bis in den All­tags­ver­stand vie­ler Men­schen hin­ein – hart­nä­ckig die Unter­schei­dung in »lin­ke Mili­tanz« (ver­nach­läs­sig­bar) und »rech­ten Ter­ror« (omni­prä­sen­te Bedro­hung). Es ver­hält sich also so, wie es Anti­fa-Akteu­re der von ihnen getrie­be­nen »Mit­te« vorbeten.

Gewiß: Der­ar­ti­ges fest­zu­stel­len heißt nicht, aus­schließ­lich brand­neue Erkennt­nis­se vor­zu­wei­sen. Aber solan­ge die Wahr­neh­mung lin­ker All­tags­ge­walt auf Rech­te jeder Schat­tie­rung beschränkt bleibt, muß­te auch das Pro­blem­be­wußt­sein auf die­se mar­gi­na­len Milieus und ihre unmit­tel­ba­ren Umfel­der beschränkt sein.

Dies ändern medi­al prä­sen­te Ermitt­lungs­er­fol­ge neu­er Ein­hei­ten wie der säch­si­schen »Soko LinX« eben­so wie blank lie­gen­de Ner­ven anti­fa­schis­ti­scher Gewalt­tä­ter, die immer neue Opfer­grup­pen in den Fokus neh­men. So hat­ten im Zuge der Quer­den­ken­de­mo nicht­rech­te Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer uner­war­te­te Begeg­nun­gen mit dem lin­ken Furor.

T‑Online zählt zu den weni­gen Medi­en, die über­haupt berich­te­ten:

Am Sams­tag gegen 20 Uhr hat­ten ein gro­ßer Rei­se­bus und ein Klein­bus offen­bar an einer roten Ampel am Her­der­park anhal­ten müs­sen. Dann sei­en Müll­ton­nen vor den vor­de­ren Bus gescho­ben wor­den, berich­te­te eine Frau, die nach ihren Anga­ben und nach Recher­chen von t‑online im Bus saß. Sie gehör­te zu einer Grup­pe abrei­sen­der Teil­neh­mer der “Querdenken”-Kundgebung aus dem Raum Dortmund.

Unmit­tel­bar danach flo­gen Stei­ne und Fla­schen auf die Bus­se. “Wir haben uns auf den Boden gelegt” , berich­te­te die Frau t‑online. Meh­re­re Dut­zend Men­schen hät­ten plötz­lich um den Bus gestan­den. “Es wur­de dann im Bus geru­fen, der Fah­rer soll wei­ter­fah­ren, damit der Bus nicht gestürmt wird.”

Die­se kon­zer­tier­te Akti­on zeigt gut auf, wie extre­me Lin­ke reagie­ren, die weni­ge Stun­den zuvor eine bei­spiel­lo­se Art der Nie­der­la­ge im eige­nen zen­tra­len Wir­kungs­raum hin­neh­men mußten.

Denn der gan­ze Demo­tag des 7. Novem­ber (einer­lei, wie man zu der­ar­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen ste­hen mag), steht syn­onym für den tota­len Kon­troll­ver­lust des anti­fa­schis­ti­schen Kar­tells in sei­ner Haupt­stadt Leip­zig. Nun soll­te man sich nie vor­ei­lig freu­en; der Gegen­stoß wird kom­men. Eines der Zie­le dürf­te die unab­hän­gi­ge Gerichts­bar­keit wer­den, die radi­kal umge­stal­tet wer­den soll, damit der­ar­ti­ge Ver­samm­lun­gen nicht mehr mög­lich werden.

Aber unge­ach­tet die­ser Ein­schrän­kung wird evi­dent, daß die­se neu­ar­ti­gen, quer zu bis­he­ri­gen Lager­gren­zen ver­lau­fen­den Demons­tra­tio­nen das klas­si­sche Anti­fa-Agie­ren vor uner­war­te­te Pro­ble­me stellt. 100 Jung­na­tio­na­lis­ten kön­nen blo­ckiert, 200 Iden­ti­tä­re ein­ge­kes­selt, 300 Trau­er­mär­sch­ler aus einer Stadt gedrängt wer­den. Aber wie umge­hen mit 45.000 Men­schen aller Alters­grup­pen und Schich­ten, von denen nur ein Bruch­teil – viel­leicht 1000, viel­leicht 2000? – aus rech­ten oder radi­kal rech­ten Zusam­men­hän­gen kam?

Gut 2000 Anti­fas stell­ten sich sport­lich for­miert, aber wir­kungs­los dem Auf­zug der Quer­den­ker ent­ge­gen, und das in Leip­zig, am Tor zur Süd­vor­stadt, deren Haupt­ver­kehrs­ader wie­der­um ins Herz des roten Leip­zigs führt, das auf Lang­trans­pa­ren­ten ange­ru­fen wur­de: »Leip­zig bleibt rot!«

Gewiß, das bleibt die Mes­se­stadt in wei­ten Tei­len auf unbe­stimm­te Zeit. Nur kann auch lin­ke Mili­tanz und der markt­schreie­risch-ver­zwei­fel­te Ver­such, 45.000 Men­schen unter Nazi­ver­dacht zu stel­len (und damit zum Abschuß frei­zu­ge­ben), nicht ver­schlei­ern, daß die extre­me Lin­ke in Leip­zig an die­sem Tag nichts aus­zu­rich­ten hat­te und daß – vom erwähn­ten Bus abge­se­hen – sogar ihre Angrif­fe auf quer­den­ken­de Fuß­ball­fans immer wie­der schlag­fer­tig pariert wur­den und verpufften.

Pein­lich müs­sen auf Beob­ach­ter jene lin­ken Bemü­hun­gen nach dem 7. Novem­ber wir­ken, här­te­re Gang­art der Poli­zei gegen­über den Quer­den­kern ein­zu­for­dern. Denn wenn die Poli­zei bei lin­ken Demons­tra­tio­nen auch nur filmt oder bana­le Per­so­nen­kon­trol­len durch­füh­ren möch­te, die jeder nicht­lin­ke Sta­di­ongän­ger oder Demons­trant aus dem Eff­eff kennt, ist bei Anti­fa­schis­ten die Rede von Poli­zei­staat und Repression.

Aber auf der ande­ren Sei­te for­dern sie, daß Demos von Anders­den­ken­den bru­tal auf­ge­löst wer­den. Das ist nicht nur bigott – wie auch die kläg­li­che Skan­da­li­sie­rung durch einen anti­fa­schis­ti­schen Foto­re­por­ter, wonach »Rechts­ra­di­ka­le« ihn foto­gra­fier­ten: Wozu denn?, so der ent­rüs­te­te Jour­na­list –, das zeigt auch die Ana­ly­se­schwä­che der neu­en Lin­ken in für sie neu­en Situa­tio­nen mit neu­en Akteuren.

Sicher­lich: Eine Ansamm­lung von 45.000 Hip­pies, Impf­geg­nern, Coro­na­skep­ti­kern, Coro­na­maß­nah­men­kri­ti­kern, Patrio­ten jeder Schat­tie­rung, geläu­ter­ten Alt-Lin­ken und vie­len wei­te­ren Per­so­nen­spek­tren macht noch kei­ne »Quer­front«; das wäre etwas wesent­lich anderes.

Aber: Hier ver­sam­melt sich ein dif­fu­ses und zugleich wach­sen­des Poten­ti­al des Auf­be­geh­rens, das einer­seits mit klas­si­schen anti­fa­schis­ti­schen Schwarz-Weiß-Zeich­nun­gen nicht in den Griff zu bekom­men ist. Und ande­rer­seits wird der Riß auch durch die Lin­ke selbst gehen, die – abge­se­hen von Sah­ra Wagen­knecht – jen­seits ihrer mili­tan­ten Macht­po­li­tik in der gesam­ten Coro­na­kri­se ori­en­tie­rungs­los vor sich hin taumelt.

Loka­le Aus­trit­te aus Links­frak­tio­nen – wie im Saa­le­kreis (Sach­sen-Anhalt) ganz aktu­ell – sind das eine, inter­ne Ver­wer­fun­gen auf Bun­des­ebe­ne, weil den Burg­frie­den noto­risch stö­ren­de Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Coro­na­skep­ti­ker unter­stüt­zen, das ande­re, und die kom­men­de Mili­tanz­de­bat­te, weil sich Links­par­tei­ab­ge­ord­ne­te wie Julia­ne Nagel ganz selbst­ver­ständ­lich vor Lina E. und Genos­sen stel­len, wie­der­um etwas eige­nes, was noch dadurch ver­schärft wer­den dürf­te, daß man links der Mit­te kei­ne eige­ne Kri­tik der Coro­na­maß­nah­men und ihrer har­ten sozia­len sowie öko­no­mi­schen Fol­ge­wir­kun­gen erar­bei­tet hat.

Der­ar­ti­ge inter­ne Kon­flik­te – und es gibt, wie in Blick nach links und anders­wo ana­ly­siert, reich­lich mehr – tref­fen die gesam­te Lin­ke in einem Zustand der Rat­lo­sig­keit, über den mili­tan­te Aktio­nen gegen rech­te Kampf­sport­ler, AfD-Poli­ti­ker oder NPD-nahe Knei­pen­wir­te kei­nes­falls hin­weg­täu­schen kön­nen. Sie stel­len viel­mehr Ablenk­be­we­gun­gen dar.

Bernd Ste­ge­mann, ein Dra­ma­turg aus dem Umfeld der rest­lin­ken Ver­nunft um Wagen­knecht, hat ver­schie­de­ne Strän­ge der Kri­tik an der ton­an­ge­ben­den Lin­ken in sei­nem Bei­trag für die Wochen­zei­tung der frei­tag verdichtet.

Es geht um mani­sche Iden­ti­täts­po­li­tik, feh­len­de Islam- bzw. Reli­gi­ons­kri­tik und um die Unfä­hig­keit der heu­ti­gen Lin­ken, nicht nur (sys­tem­kon­form) ein­sei­tig »gegen Rechts«, son­dern tat­säch­lich sys­tem­kri­tisch zu denken.

Die­se Pul­ve­ri­sie­rung einer authen­ti­schen Lin­ken, so nun Ste­ge­mann, hel­fe »vor allem der Kapi­tal­sei­te, da sie die Bruch­li­ni­en stra­te­gisch für ihre Inter­es­sen nutzt«:

Glo­ba­ler Kapi­ta­lis­mus bedeu­tet: Ama­zon, Goog­le und Co. sind gegen Dis­kri­mi­nie­rung, bekämp­fen aber Gewerk­schaf­ten und ver­mei­den Steuerzahlungen.

Die ton­an­ge­ben­de Lin­ke ist mit dem Woke Capi­tal, also den poli­tisch kor­rekt auf­tre­ten­den Kapi­tal­grup­pen, im Bun­de – sie bekämpft es nicht, weil man sich einig weiß in der Hoff­nung auf eine offe­ne, eman­zi­pier­te Gesell­schaft frei­er Indi­vi­du­en ohne so läs­ti­ge Hin­der­nis­se wie Fami­lie, Volk und Nation.

Aus Klas­sen­kämp­fern wur­de die Sprach­po­li­zei, aus Soli­da­ri­tät mit den Schwa­chen der Fetisch des Unterdrückens.

Ste­ge­mann dazu:

Einst woll­te lin­ke Poli­tik die Las­ten und Pflich­ten in der Gesell­schaft soli­da­risch ver­tei­len, heu­te wird jeder Ein­zel­ne danach beur­teilt, ob er der herr­schen­den Moral genügt. Dass die herr­schen­de Moral die Moral der Herr­schen­den ist, ist dabei links der Mit­te ver­ges­sen wor­den. (…) Vie­len Lin­ken scheint es nicht mehr um die Befrei­ung der Men­schen aus bedrü­cken­den Ver­hält­nis­sen zu gehen, son­dern um die Erzie­hung ihrer Mitbürger.

Und der Ber­li­ner Publi­zist und geschei­ter­te »Aufstehen«-Motor kommt zu einem (für Sezes­si­on-Leser durch­aus bekann­ten) Fazit:

Die „woken“ Lin­ken sind die Ket­ten­hun­de des Kapi­tals, denn sie hal­ten sein Image sau­ber, indem sie schmut­zi­ge Wor­te anpran­gern und die­se Rein­heit als zivi­li­sa­to­ri­schen Gewinn ver­kau­fen. Die Aus­beu­tung der Welt stei­gert sich, aber wir ver­se­hen die Aus­ge­beu­te­ten heu­te mit einem Gendersternchen.

Es liegt auch an die­ser Kol­la­bo­ra­ti­on der Lin­ken mit den Herr­schen­den der »Mit­te«, daß ihnen zu Coro­na­maß­nah­men und Fol­ge­pro­ble­men für die Unter- und Mit­tel­schich­ten eben­so­we­nig ein­fällt wie zum unglaub­li­chen Pro­fit der Kri­sen­ge­winn­ler in Gestalt der digi­ta­len Kapi­ta­lis­ten von Ama­zon und Co.

Man ver­folgt kein wirk­lich alter­na­ti­ves Pro­gramm, und das Träu­men vom Para­dies ist ohne­hin pas­sé. Viel­leicht spricht das für eine zuneh­men­de Infan­ti­li­sie­rung im Zei­chen von »Kampf gegen Rechts« und der Ver­la­ge­rung in kli­ma­ideo­lo­gi­sche Nischen. Viel­leicht spricht es aber auch für die zuneh­men­de Des­il­lu­sio­nie­rung, was eige­ne gro­ße Ent­wür­fe betrifft.

Der lin­ke Ideo­lo­gie­kri­ti­ker Wolf­gang Pohrt notier­te ganz in die­sem Sin­ne lakonisch:

Für ein funk­tio­nie­ren­des Para­dies braucht man Engel. Die Men­schen sind keine.

Die einen Kräf­te der Lin­ken führt die­se Erkennt­nis in die ein­sei­ti­ge Fokus­sie­rung auf »wei­che«, imma­te­ri­el­le Fra­gen der Iden­ti­täts­po­li­tik, bei ande­ren Kräf­ten der Lin­ken führt dies in die ein­sei­ti­ge Fokus­sie­rung auf kri­mi­nel­le Anti-Rechts-Mili­tanz: Engel wer­den zu Dämonen.

Frap­pie­rend bleibt allein, wie es Ste­ge­mann, Wagen­knecht und Kon­sor­ten in die­sem Irren­haus aus­hal­ten und sich tag­täg­lich auf­op­fe­rungs­voll für des­sen Sanie­rung ein­set­zen. Man wird es wohl abrei­ßen müssen.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (44)

Fuechsle

13. November 2020 17:00

Nüchterne, geistreiche Analyse von BK! Die "woken" Linken als "Kettenhunde des Kapitals"(so Stegemann im Freitag) oder  auch die dümmsten Linken aller Zeiten, Lakaien des globalen Kapitals und sie merken`s noch nicht einmal -  vielleicht aber doch im Unterbewusstsein, was sie dann so aggressiv werden läßt!

RMH

13. November 2020 17:53

Linke, die die Putztruppen fürs Kapital stellen .... hier bei SiN und im Debattenteil ist das in der Tat schon länger festgestellt worden. Es wird Zeit, dass das bei den Fronttruppen der AntiFa auch mal ankommt. Also, Alerta, alerta, antifascista! Bitte mal an den richtigen Türen klingeln, dann gibts auch Respekt.

Skeptiker

13. November 2020 18:24

Die Sympathien, die hier immer mal wieder zu der sog. "Querdenker-Bewegung" gezogen werden, irritieren mich zunehmend. Ich habe den Youtube-Kanal eines gewissen Samuel Eckert abonniert und von Zeit zu Zeit tue ich es mir an, in die Videos zu schauen und überfliege die Kommentare. Ich habe selten einen derartigen Unsinn gehört und gelesen. Ich kann einigen dieser Leute nur eine schwere narzitische Störung bescheinigen. Mittlerweile nervt es mich nicht nur irgendwelche Falschmeldungen über das Corona-Virus zu hören; ich halte die Vorgehensweise einiger Protagonisten dieser Bewegung schlichtweg  für kriminell. Ihr Handeln erschwert eher einen vernünftigen Diskurs über einzelne Maßnahmen, denn selbstverständlich ist z.B. die Kritik des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHOGa) vollkommen gerechtfertigt.

Von daher hat mich an dem obigen Artikel nur dieser nicht notwendige Vergleich gestört!

 

Niekisch

13. November 2020 18:33

"die dümmsten Linken aller Zeiten, Lakaien des globalen Kapitals"

@ Fuechsle 13.11. 17:00: Ich habe noch die 60iger Jahre miterlebt. Da bildeten sie zumindest an den Hochschulen noch eine intellektuelle Elite, die ihren politischen Anspruch weltanschaulich-marxistisch zu begründen suchte und der als Annex den "Antifaschismus" umfasste. Gewalttätig -und nicht zu wenig- waren sie schon damals, was neben ihrer geschwurbelten Sprache die Arbeiterschaft abstieß. Höchst erfolgreich waren sie im Laufe der Zeit im Durchdringen der Institutionen, insbesondere im Bildungsbereich. 

Den Jetztzustand beschreibt Benedikt Kaiser ganz hervorragend.

pBackfisch

13. November 2020 19:25

In Ergänzung zu Fuechsle

....auch Verabschiedung vom Antiimperialismus, dafür Fürsprache für Biden und seine kriegstreiberische Administration. Das hat aber schon bei Obama angefangen. Das große Idol der Linken Bernie Sander sitzt im Senat und wird Bidens Kurs bei Klima, Freihandel, Russland, Iran tatkräftig unterstützen.

limes

13. November 2020 20:32

@ Benedikt Kaiser: »Es geht um manische Identitätspolitik, fehlende Islam- bzw. Religionskritik und um die Unfähigkeit der heutigen Linken, nicht nur (systemkonform) einseitig »gegen Rechts«, sondern tatsächlich systemkritisch zu denken.«

Damit ist das ganze Elend zusammengefasst! Ihr Buch »Solidarischer Patriotismus« hingegen bietet nachvollziehbar systemkritisches Denken, soweit ich das nach der Lektüre der Hälfte sagen kann. Allerdings bekommen erstarrte linke Ideologen Pickel und Schnappatmung angesichts einer  »rechten« Perspektive zur Lösung der brennenden gesellschaftlichen Probleme.

Schade nur, dass schier endlose verschachtelte Sätze die Lektüre Ihres Buches etwas mühsam machen. An einer Stelle zählte ich mehr als 20 Zeilen bis zum Schlusspunkt.

Was aber die Fähigkeit zur Systemkritik angeht, kann die erstarrte, machtgierige Linke einem solchen Werk nichts entgegensetzen, das objektiv sein kann und keine Rücksicht auf weltanschauliche Widersprüche nehmen oder Folgen von »Verwerfungen« vertuschen muss.

Lügen und Leichen, die den Weg der Linken pflastern, werden dank Kartellmedien trotz allem wohl kaum ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten, die erfolgreich darauf konditioniert wurde, Islam- bzw. Religionskritik, vor allem aber Massenmigrationskritik, reflexhaft mit »Nazi« und »Rassismus« zu verknüpfen.

limes

13. November 2020 20:59

@ Niekisch

Meine Erinnerung an die Linke im Hochschulmilieu gründen in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre, Tübingen. Die Linken begannen ganz sacht, gewalttätig zu werden, indem sogenannte »Streiks« die Belagerung von Büros zur Einschreibung bedeuteten. Das war aber noch so mild, dass man sich auch als junge Frau in Petite-Größe mehr oder weniger sanft »durchboxen« konnte. Hausbesetzungen wurden damals von Burschenschaftlern satirisch kommentiert mit Schildern wie »dieses Klo ist besetzt«.

Mir selbst war damals keineswegs bewusst, welch ernsten Hintergrund die Auseinandersetzung der Weltanschauungen hat: Es fühlte sich an wie ein akademischer Ponyhof, vor allem in einer kleinen WG mit ganz unterschiedlichen Bewohnern, in der der linksextreme Aktivist politisch nicht ernst genommen wurde, der die WG nach Wilhelm Pieck benennen wollte. Wilhelm wer?

Volksdeutscher

13. November 2020 21:54

Die Linke braucht keine Systemkritik, seit ihr System an der Macht ist. Wozu soll sie ihr eigenes System kritisieren? Systemkritik in dieser Zeit wäre eigentlich pure Selbstkritik. Dazu braucht man Mut und intellektuelle Höhe. Die fehlte ihnen schon immer.

Gelddrucker

13. November 2020 22:14

Sehr guter Artikel.

Dies ist der Umstand, dass die radikale Linke ja nichts weiter ist als der Fußtrupp des Kapitals, um offene Grenzen zu verteidigen, also die Möglichkeit, beliebig Arbeitssklaven und Geldmengen hin- und herzuschieben.

Und Migration eben die Sicherstellung des Nachschubs an Arbeitssklaven und neuen Konsumierenden.

Diese Tatsachen sollten auf allen Kanälen gestreut werden, mit viel mehr Nachdruck als jetzt. Das geht völlig unter, auch bei Martin Sellner und anderen Vorkämpfern unserer Sache.

Gracchus

13. November 2020 23:41

Alles richtig. Schlimm, schlimm. Womöglich zähle ich mich zur restlinken Vernunft, weil ich Identitätspolitik generell - also auch von rechts - kritisch beäuge. (Andererseits: Politik ist, wie man als Leser nicht nur von Carl Schmitt weiss, immer Identitätspolitik. Zur politischen Mobilisierung und Wirksamkeit - auch der von Stegemann an- und in Erinnerung gerufenen "Arbeiterklasse" - gehört immer die Stiftung einer Gruppenidentität. Deshalb würde ich nicht von einer "soften" Kategorie sprechen.)

Natürlich trifft auf sie selber zu, was die Linke auf die Rechte projiziert - dass nämlich die physische Gewaltentladung einhergeht mit verbaler Enthemmung. 

Simplicius Teutsch

13. November 2020 23:42

@ Skeptiker, was soll das schon wieder?

- Wir sollten uns keineswegs in eine ablehnende Haltung zu den QUERDENKERN manövrieren lassen. Von den Querdenkern, wie ich sie u. a. auf zwei größeren Demonstrationen kennengelernt habe, egal ob manche vielleicht verschrobene Ansichten haben, droht uns insgesamt keine existentielle Gefahr. Ich fühle mich in der Gemeinschaft sogar relativ wohl. Die sind eigensinnige, widerständige, weit überwiegend Bio-Deutsche, Frauen, Männer, Junge, Alte, Familien mit Kindern, sind teils esoterisch, pluralistisch und wollen uns rechte Deutsche jedenfalls nicht kriminalisieren oder abschaffen. Devise: Demokratisch leben und leben lassen.

Ist doch eine Genugtuung, im Querdenker-Demonstrationszug mitzulaufen gegen die aufziehende HYGIENE-DIKTATUR, wenn die (eher wenigen) antifaschistischen und organisierten Gewerkschafts-Linken am Straßenrand alle korrekt mit ihren aufgesetzten Corona-Masken die GEHORSAMKEITSPRÜFUNG des übergriffigen Maßnahmen-Staats brav absolvieren.

Find ich gut: „Verschwörungstheoretiker“ von rechts wie links GEGEN die illegale Ermächtigung des Merkel- und Söderregimes, gegen die Einschränkung von Grundrechten, gegen Impfzwang, Maskenzwang, Versammlungsverbot und staatliche Digitalüberwachung, gegen Zensur und Löschung in den sozialen Medien, - FÜR die Unverletzlichkeit der Wohnung, für eine offene Diskussion in den gleichgeschalteten Massenmedien. - WER SIND DIE VERFASSUNGSFEINDE?

Nath

13. November 2020 23:47

@Skeptiker "....irritieren mich zunehmend...
Sehen Sie, genauso geht es mir mit Ihren substanzlosen Äußerungen in diesem Forum, zum Beispiel mit Ihren obigen ehrabschneidenden Invektiven gehen Leute wie Schiffmann, Eckert und andere. Sie könnten ja sagen, "Ich bin bei Corona anderer Meinung", und dafür Begründungen liefern. Stattdessen nehmen Sie Zuflucht zu Gehässigkeiten, was verräterisch genug ist..Mit keinem Wort gehen Sie auf die von Bhakdi, Wodarg und anderen angeführten Fakten ein - um nur ein Exempel zu geben, dass Drostes unvalidierter, auf der Basis von Computermodellen kreierter PCR-Test keinesfalls die  wissenschaftlichen Kriterien eines Infektions-Nachweises erfüllt und daher überhaupt nicht als Begründung für einen neuen Lockdown fungieren dürfte usw.
Dass Sie jetzt - ganz im Einklang mit den Regierenden und Ihren Helfern in den gleichgeschalteten Medien - dazu übergehen, besagte Leute zu kriminalisieren, passt ins Bild.

Solution

14. November 2020 08:03

Würde mich nicht wundern, wenn Lina E. beispielsweise auch in die Brandanschläge auf Autos von Rechten und AfDlern in Kassel involviert gewesen wäre. Die letzten beiden Brandanschläge sind noch gar nicht so lange her. 

Skeptiker

14. November 2020 08:37

@Nath

Meine Quellen sind u.a. das Deutsche Ärzteblatt und zu Bhakdi ist z.B. in dem öfentlichen Brief des Instituts der Uni Kiel alles gesagt. Dieser ist von allen derzeit dort aktiven Ärzten unterschrieben. Vielleicht sollten Sie einfach Ihre Quellenlage erweitern. Alle abweichenden Positionen als Mainstreampresse zu titulieren, ist auch eher ein schwaches Argument.

Ich beziehe mich u.a. auf die von Schiffmann und Eckert verbreitete Lüge, es wäre bei Kindern durch das Tragen von Masken zu Todesfällen gekommen. Obwohl alle genannten Fälle nachweislich falsch sind, hindert dieses die Herren nicht daran, es weiter zu verbreiten. Auch Bhakdis Auffassung zu Masken steht im Gegensatz zu allen weltweit verbreiteten aktuellen Studien.

Gestehen Sie sich einfach ein, dass Sie zumindest bei Ihrer Einschätzung zum Corona-Virus völlig auf dem Irrweg sind. Ich kenne nicht einen aktiven/ernstzunehmenden Arzt, der die Thesen von Bhakdi teilt. Es ist auch merkwürdig still geworden um ihn. Offensichtlich hat er mit seinem schnell "rausgehauenen" Buch, zu einer Zeit als auch bei denen, die im Gegensatz zu Bhakdi noch aktiv geforscht haben, die Erkenntnislage sehr dünn war, ausreichend verdient. 

Niekisch

14. November 2020 10:46

"Es fühlte sich an wie ein akademischer Ponyhof"

@ limes 13.11. 20:59: Tübingen, ja Tübingen. Aus unserer Sicht war Tübingen damals tatsächlich eine Art Linksrevolutionäres Erholungsheim. Ganz anders in Frankfurt, Gießen, Marburg. Legendär der Sturm auf das Gießener Amtsgericht: ich bin Augenzeuge dafür, dass Gerichtsakten aus den Fenstern geworfen wurden. Spannend auch die Besetzungen der juristischen Fakultät. Auf dem Weg in die oberen Stockwerke habe ich -ohne über die Gefahr nachzudenken- sämtliche roten Fahnen, die aus den Fenstern hingen, in den Abgrund befördert. Ich war im Zwiespalt: Marxistisches wollte ich nicht, den Kampf gegen bürgerlich-reaktionäres Spießertum konnte ich bejahen, ja unterstützen. Man bedenke, dass die Ehefrau damals nur mit Zustimmung des Ehemannes ein Konto eröffnen oder eine Arbeit annehmen konnte. Da es längst verjährt ist, erwähne ich auch, dass wir damals allzu prokommunistische Parolen an öffentlichen Gebäuden nachts in antiimperialistische Parolen aus deutscher Sicht umfunktionierten oder auch mal unter den Eingangstüren linker Buchläden durchpinkelten. 

Maiordomus

14. November 2020 11:15

@Skeptiker. Unbestritten, dass es bei Corona-Opposition traditionelle Medizin-Sektierer gibt, etwa aus dem Lager der fundamentalistischen Impf-Gegner; wobei ich mich aber auf dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Stand nicht gegen Corona impfen lassen würde, es beruht noch zu viel auf Vermutung. Ja, es gibt Sektierer auf beiden Seiten; und ein Dr. Caimi in Basel gehört, wenn er einleitend zu seinen Videos ein Meinungsbekenner-T-Shirt zum Verkauf anbietet, dazu. Aber es schleckt keine Geiss weg, wie man bei uns sagt, dass es zum Thema keine ergebnisoffene Debatte gibt, und dass Skeptiker von hohem Niveau, wenn sie gleichzeitig wie zwei meiner Bekannten amtsärztliche Funktionen ausüben, ihren Job riskieren würden. Auch weis ich nun mal um massenpsychologische Effekte bei Mehrheitsmeinungen von Fachleuten, siehe le Bon u. Canetti,. Um 1831 bei der Cholera war klar, dass, wenn eine Regierung Luftreinigung durch Kanonenschüsse anordnet, dies andere auch machen müssen, weil man ihnen sonst mangelndes Verantwortungsbewusstsein betr. Volksgesundheit vorwerfen würde.  

nom de guerre

14. November 2020 11:29

@ Skeptiker

„Ihr Handeln erschwert eher einen vernünftigen Diskurs über einzelne Maßnahmen, denn selbstverständlich ist z.B. die Kritik des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHOGa) vollkommen gerechtfertigt.“

Wurden denn bspw. bei der Energiewende und der Migrationsfrage die dringend notwendigen Debatten auch von Ihrer Ansicht nach narzisstisch gestörten Personen, deren Youtubevideos Sie sich ab und zu antun, verhindert? Oder lag es vielleicht doch eher daran, dass schon seit Jahren kein offener Diskurs geführt wird, in diesem Land, dessen Außengrenzen angeblich nicht geschützt werden können, sehr wohl aber, mittels eines beachtlichen Polizeiaufgebots, eine Handvoll friedlicher Bürger dieses selben Landes daran gehindert wird, mit einem Bus nach Mecklenburg-Vorpommern zu fahren?

Ihre Diffamierung der Coronamaßnahmenkritiker und deren Protagonisten ist billig und frei von jeder sachlichen Argumentation.

Gracchus

14. November 2020 13:04

@Skeptiker

Das haben Sie leider provoziert. Was hat Ihr Beitrag mit dem BKs zu tun? Mag sein, dass sich einige Protagonisten der Querdenker verrennen und das als Bühne für ihre Selbstdarstellung nutzrn.

Kriminell ist aber für mich tatsächlich , wenn man Schulkinder dazu zwingt, Maske im Unterricht zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten. Weniger wegen möglicher physischer Schädigungen; mehr noch aus psychologischen Gründen. Mit Maske ist eine menschliche Kommunikation, die erheblich von Mimik lebt, nicht möglich. 

Der Nutzen von Masken ist nach Informationen umstritten, wobei es ja auch darauf ankommt, was für eine Maske man trägt. Der Präsident der Ärztekammer hat sich zu Masken kritisch geäußert. Arbeitsmediziner ebenfalls, weil normalerweise wohl Untersuchungen erfolgen müssen, ob jemand eine Maske verträgt. Sie werden auch nicht abstreiten, dass das Atmen sich durch die Maske verschlechtert und sie ihren Ausatem teilweise wieder einatmen. Dazu braucht man keine Studie, das merkt man doch selber, wenn man eine Maske trägt

 

Maiordomus

14. November 2020 13:18

PS. Was ich oben angegeben habe über Kanonenkugeln für die Luftreinigung bei Cholera-Pandemie ist nicht etwa eine Legende, sondern z.B. dokumentiert mit noch vielem anderem im zweibändigen Standardwerk (Habilitationsschrift) von Olaf Briese "Angst in den Zeiten der Cholera - Über kulturelle Ursprünge des Bakteriums".  Akademie-Verlag Berlin 2003. Zum massenpsychologischen Verständnis zur Wirkung öffentlicher Pandemie-Kampagnen ein so wichtiges Werk, dass man es eigentlich kennen muss, wenn man über dieses wichtige Thema mitdiskutieren will. Auch über die Wirkungen der Pestangst gibt es fast halbe Bibliotheken medizinhistorischer Fachliteratur. Die jüngere Generation gut ausgebildeter Spezialärzte, nicht ausgeschlossen Epidemologen, ist gerade wegen hoher Ansprüche an ihr Fachstudium meist medizingeschichtlich kaum auf der Höhe, nähme mich wunder, wie viele die "Astrum"-Theorie von Paracelsus kennen, von Schipperges geschildert, betr. die auch psychologische Wirkung des Zeitfaktors bei Krankheiten, z.B. die Syphilis als einstige Epochen-Leitkrankheit. 

Laurenz

14. November 2020 20:23

Finde den Artikel hervorragend recherchiert, hat er sogar Nachrichten-Charakter für mich.

In der Schlußfolgerung sehe ich eine andere Entwicklung als BK. Was hier die letzten Jahre passiert, ist, wie wir Dank der Staatsratsvorsitzenden alle wissen, ihr tatsächlich unglaublicher Erfolg alle politischen Kräfte, bis auf die AfD, in die Neo - (Inter-) Nationale Einheitsfront einzugliedern. Der lahme Putsch von oben, den IM Erika durchzog, ist im Ursprung extrem links verortet. Bei fast allen erfolgreichen gesamtgesellschaftlichen Putsch- & Umsturz-Versuchen in den letzten 100 Jahren setzten sich fast immer linke Kader durch, bis runter in die Astas der Unis. Im Iran waren es halt früh-mittelalterliche Bolschewisten.

Wenn die Neu-Rot-Front wieder marschiert, heißt das nichts anderes, daß auch alle Konformisten, die sich in die Einheitsfront haben eingliedern lassen, wie historisch bereits gehabt, das Schicksal der konservativen oppositionellen Rechte teilen werden, was martialische Unterjochung für alle bedeuten wird. Neu-Wandlitz ruft Neues Deutschland aus.....

Skeptiker

14. November 2020 20:24

Kennen Sie den oben erwähnten Artikel von Frau Prof. Dr. Kappstein? Wissen Sie in welchem thematischen Zusammenhang die Aussagen stehen? Haben Sie mit Ines Kappstein einmal persönlich gesprochen? Ist ihnen bewusst, wie sehr Ines Kappstein (und auch der Verlag) es bedauern, dass ihre Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen, eine völlige Verdrehung ihrer Studie ermöglichen? Die Studie spricht sich keineswegs gegen das Tragen von Masken aus, sondern plädiert für einen sachgerechten Umgang. Zudem ist das Fazit eben kein Verharmlosen einer Übertragung, sondern der Einsatz von über das Tragen von Masken hinausgehender Schutzmaßnahmen.

Ich beende die Diskussion. Sie hat für viel Licht gesorgt. Es geht nicht um Sachargumente, sondern um "Rechthaben wollen" - mit allen Mitteln. Das macht mir wirklich Sorge und ich bin mir sicher, dass deswegen sich auch immer mehr Wähler (vor allem im Westen) von der AfD abwenden. Sie werden von den überschaubaren "Querdenkern" (von denen ein nicht unerheblicher Teil ohnehin der AfD fern ist) nicht kompensiert. Wer eine Alternative darstellen will, kann Fakten nicht verdrehen. Das machen schon andere!

limes

14. November 2020 21:51

@ Niekisch: »… dass die Ehefrau damals nur mit Zustimmung des Ehemannes ein Konto eröffnen oder eine Arbeit annehmen konnte«, war in den Ponyhof-Jahren bereits kein Thema mehr. Schnell nimmt der Mensch Errungenschaften für selbstverständlich  – und wird dekadent.

Meine Alterskohorte – eine Generation liegt ja nicht zwischen Ihnen und mir, sondern nur wenige Jahre – war weitgehend damit beschäftigt, mit den neuen Freiheiten zu experimentieren, wobei so mancher mit dem Verlust von Vorbildern und Autoritäten auch den inneren Kompass verlor und Schiffbruch erlitt. Fast regelmäßig stürzte sich ein Studiosus vom Hochhausdach der Studentensiedlung »Waldhäuser« in den Tod.

Der »Kampf gegen bürgerlich-reaktionäres Spießertum« trieb im provinziellen Tübingen seltsame Blüten: Proletarische Pedelle, die sich gegen die Auflösung von Ordnung und Sitten in ihrem Beritt stemmten, wurden vom arroganten akademischen Nachwuchs gepiesackt.

Wir »Unpolitischen« bewegten uns neugierig und offen in einer internationalen Studentenschaft, freuten uns über die Freundschaft eines japanischen Kommilitonen mit einer Koreanerin. Allerdings zeichneten sich Probleme mit anderen Kulturen und Akteuren ab.

Mir scheint, in Ihrer Alterskohorte gab es klare Fronten und Ziele. In meiner galt es, den Kompass nicht zu verlieren, was allzu viele nicht geschafft haben. Dabei ist nichts wichtiger: Wenn man sich verirrt hat, weist der Kompass den Weg nach Hause.

RMH

14. November 2020 22:08

@Skeptiker,

jetzt werfen Sie mal bitte nicht diese Diskussionsplattform - bei der ja wahrlich nicht alle einer Meinung sind - mit der AfD und etwaigen Wahlerfolgen in einen Topf. Zum Thema Corona gibt es bspw. genug Reden im Bundestag von AfD-Abgeordneten, die nichts leugnen, aber eben so altmodische Dinge wie Verhältnismäßigkeit von Mitteln noch erwähnen während andere schon im Rausch des Durchregierens via Verordnung und ggf. Abnick-Parlament sind.

limes

14. November 2020 22:08

@ Skeptiker

Sie fragen: »Kennen Sie den oben erwähnten Artikel von Frau Prof. Dr. Kappstein?«

Ist Ihnen entgangen, dass ich diesen »oben erwähnten« Artikel in seiner vollen, 17-seitigen Länge verlinkt habe? Der Artikel spricht für sich. Aus welchem Zusammenhang sollte er gerissen sein?

Ich hoffe, er wird nicht gelöscht!

Sie fragen: »Haben Sie mit Ines Kappstein einmal persönlich gesprochen?« Gegenfrage:  Haben Sie einmal mit Professor Bhakdi (mit Wodarg und all den anderen …) persönlich gesprochen?

Franz Bettinger

14. November 2020 22:21

Schon im März 2020 wurde ein Strategiepapier* Merkels bekannt, aus dem klar wird, dass Corona harmlos ist, das Virus aber für ein Ermächtigung-Gesetz und Systemwechsel Richtung NWO benutzt werden soll. Fazit: Für die nächsten 3 Jahre kann keine Dystopie zu düster und versponnen sein, um nicht doch Realität zu werden. 

Eine griechische Bekannte erzählte, in Hellas bekäme man die Beerdigung vom Staat bezahlt, wenn man bestätigt, dass der verstorbene Angehörige an Corona verstorben sei. Ob's wahr ist? Angesichts des 750 Mrd.€ Corona-Wiederaufbau-Fonds, bei dem man umso mehr Geld einstreicht, je mehr (angebliche) Corona-Tote man vorweisen kann, scheint die Sache plausibel.

*Strategiepapier Innenministerium: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.pdf?__blob=publicationFile&v=4

 

Simplicius Teutsch

14. November 2020 23:23

@ Skeptiker,

Ihre nachgeschobenen, ablenkenden Argumentationen mit Bezug auf das Coronavirus und irgendwelche Studien und Quellen helfen Ihnen auch nicht weiter. Die Maske ist ab.

Mit Ihrer dreisten, provokativen Abwertung der „Querdenker-Bewegung“ bis hin zur KRIMINALISIERUNG (13.11., 18:24: „Ich habe selten einen derartigen Unsinn gehört und gelesen. Ich kann einigen dieser Leute nur eine schwere narzitische Störung bescheinigen. Mittlerweile nervt es mich nicht nur irgendwelche Falschmeldungen über das Corona-Virus zu hören; ich halte die Vorgehensweise einiger Protagonisten dieser Bewegung schlichtweg  für kriminell.“) haben Sie sich in meinen Augen als Agent oder nützlicher Idiot des Verfassungsschmutzes oder als Söder-im-Geiste geoutet, der einen brutalen Ausgrenzungskurs gegen die AfD fährt.

Vielleicht sind Sie ja nur ein CSU-Troll von Markus Söder, der aktuell im Interview im Münchner Merkur (auch online), also öffentlich und ausdrücklich, den Arbeitsauftrag an den Verfassungsschmutz ausgegeben hat: „Das sogenannte „Querdenken“ entwickelt sich zunehmend sektenartig: die Abschottung von Argumenten und eine Radikalisierung in Blasen. Jeder sollte genau hinschauen, mit wem man demonstriert. Es entwickelt sich ein wachsendes Konglomerat von Rechtsextremen, Reichsbürgern, Antisemiten und absurden Verschwörungstheoretikern, die der Politik sogar Satanismus vorwerfen. Auch der Verfassungsschutz muss genau unter die Lupe nehmen, was sich da entwickelt.

Skeptiker

14. November 2020 23:38

@limes

Ja, der Artikel spricht für sich. Er geht von Übertragungswegen aus, die mittlerweile nicht mehr den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln. Und er ist nur im Zusammenhang mit weiteren Aufsätzen, die in dem gleichen Tagungsband erschienen sind, zu lesen, da es Zweck der Schulung war (für die der Aufsatz verfasst ist), das Thema aus verschiedenen Blickrichtungen darzustellen. Das müssten Sie dann schon auch erwähnen! Aber: ENDE!

Wissen Sie, wenn ich dürfte, dann würde ich Sie einfach gerne einen Tag auf die Intensiv-Station mitnehmen. Gerne ohne Maske ... 

 

 

RMH

15. November 2020 10:17

"Wissen Sie, wenn ich dürfte, dann würde ich Sie einfach gerne einen Tag auf die Intensiv-Station mitnehmen. Gerne ohne Maske ... "

@Skeptiker,

jetzt wird es albern. Der sog. Mund-Nasenschutz, den wir im Alltag zu verwenden haben, soll ja die anderen, also nicht den Träger, schützen. Nach Ihrem Argument würden Sie also Patienten auf der Intensivstation (da liegen ja mitnichten nur Corona-Patienten sondern auch andere) der Gefahr des Besuchs einer  - da Maskenkritisch eingestellten - Risikoperson ohne Maske aussetzen ...

Im Übrigen warte ich immer noch auf den Nachweis des Anstiegs von Corona-Infektionen durch Open-Air-Großdemonstrationen.

Maiordomus

15. November 2020 11:04

@Skeptiker hat leider nicht flächendeckend unrecht, aber klar fehlt bei ihm wie bei manchen ihm Widersprechenden die Differenzierung. Mittlerweile bestätigten mir 4 Ärzte mit aussergewöhnlich überdurchschnittlichem Leistungsausweis und sogar auch Kenntnissen von erkenntnistheoretischen Grundlagen, dass offene Wortmeldung in der Öffentlichkeit nicht ohne Schaden, die eigene Berufsausübung und den entsprechenden Ruf in der Öffentlichkeit betreffend, möglich seien. Diesen Befund schleckt buchstäblich keine Geiss weg!

Dietrichs Bern

15. November 2020 12:16

Benedikt Kaiser beschreibt sehr ausführlich die Realität, allerdings ist mein Staunen darüber längst vorbei, nachdem Frau Kahane mit Staatsmitteln dazu in den Stand versetzt wurde, was sie eben schon immer getan hat, nachdem Zahlungen aus dem Bundesfamilienministerium nicht mehr an Verfassungstreue gebunden wurden (wer hätte je nachdrücklich dagegen protestiert und nachdem die Radikalisierung der öffentlich rechtlichen Berichterstattung immer weiter fort schritt).

Allerdings: Gerade Corona hat gezeigt, dass der Justizapparat nicht gänzlich übernommen ist. Und ich bin überzeugt davon, dass - entsprechende juristische Expertise vorausgesetzt, bei der AFD zweifellos vorhanden, Widerstand gegen jeden der o. g. Punkte möglich wäre und darüber hinaus. Leider ist das wohl nicht öffentlichkeitswirksam oder sonst nicht  attraktiv genug. 

Und das ist aus meiner Sicht ein Hauptproblem.

Elvis Pressluft

15. November 2020 12:21

(ich versuche, zum Thema des Artikels zurückzunavigieren) Interessant, weil anschaulich wird’s auf der persönlichen Ebene. Eine Ex-Kommilitonin fiel durch wiederholtes Kokettieren mit ihren Kontakten zu linksextremistischen Kreisen auf; das ging bis zur Rechtfertigung von potentiell tödlichen Angriffen. Weil es ihr wichtig war, von ihrem großbürgerlichen Vater keine Unterstützung anzunehmen, „jobbte“ sie während des gesamten Studiums, das sie – offenbar auch aufgrund psychischer Probleme – erst nach fast dem Dreifachen der Regelstudienzeit abschloß. Diese subalterne Tätigkeit übt sie bis heute aus (findet sich alles im Netz), d.h. seit ungefähr 30 Jahren. Als sie vor einiger Zeit bei einer Beförderung übergangen wurde, erregte sie sich erheblich; andererseits kritisierte sie – viele Jahre her – einmal im Gespräch meine fehlende Neigung zur Selbstausbeutung. Mir macht es wie gesagt greifbar, wie vorbehaltlos manche Personen Frieden mit dem System geschlossen haben, dessen Repräsentanten sie einstens als legitime Ziele ansahen.

Skeptiker

15. November 2020 13:13

Nur noch ein Nachtrag:

Über die Art der Maske und zu welchem Anlass welche Ausführung angeraten ist, haben wir noch gar nichts gesagt. Ich befürworte die kostenfreie Abgabe medizinischer Masken an Risikogruppen, die diese dann in best. Situationen zum Eigen- und Fremdschutz nutzen können.

Die Evidenz der Wirksamkeit von Alltagsmasken zeigt u.a. auch die Eindämmung der Pandemie in Süd-Korea (mit brachialeren Maßnahmen auch China):

 - konsequentes Tragen von Masken

- Krankheitskontrolle durch Fiebermessen und Testen

- konsequente Kontaktnachverfolgung

- große Solidarität der Gesamtbevölkerung durch Einhaltung der Regeln

Ein Nachweis inwiefern es bei Großdemos zu Infektionen gekommen ist, kann nicht erbracht werden, da mittlerweile 75 % der Erkrankungen nicht mehr nachverfolgt werden können und Sie genau wissen, dass viele symptomfrei bleiben. (Zudem ist das Risiko außerhalb geschlossener Räume eher gering, aber eben nicht z.B. bei der Anreise.)

Maskentragen an der frischen Luft halte ich (bei Abstand) auch eher für fragwürdig. Nichts anderes hat übrigens der Präsident der Kassenärztlichen Vereinigung gesagt!

Ich werde hier nur wenige erreichen; denn einigen geht es um etwas ganz anderes.

Die AfD ist mit der FDP zu Beginn der Pandemie für ein konsequentes Maskentragen eingetreten, um ein Herunterfahren der Wirtschaft zu verhindern.

Deswegen ist für mich die Solidarität mit der "Querdenker-Bewegung" auch nicht glaubwürdig. 

harastos

15. November 2020 13:28

Skeptiker: "Wissen Sie, wenn ich dürfte, dann würde ich Sie einfach gerne einen Tag auf die Intensiv-Station mitnehmen. Gerne ohne Maske ... "

Das ist, wie RMH schreibt, wirklich albern. Es ist doch genau dieser moralistische Kitsch, mit dem heute jede Diskussion abgewürgt bzw. verhindert wird. Natürlich gibt es auf der Intensivstation schwere Corona-Fälle. Aber das Gesundheitssystem gerät dadurch doch nicht an seine Grenzen. Nicht mal annähernd.

Am Ende läuft alles auf die Verhältnismäßigkeit hinaus. Und die scheint mir überhaupt nicht mehr gegeben. Es gibt keine Übersterblichkeit. (Das kann man verdammt leicht nachrecherchieren.) Die müsste es aber geben, wenn Corona wirklich der Killer wäre, als den man uns den Virus seit Monaten verkauft.

Der_Juergen

15. November 2020 14:11

@Skeptiker

Auch wenn es kaum noch einer lesen wird, eine kurze Antwort an Sie.

Samuel Eckert irritiert mich auch weil er behauptet, so etwas wie Viren gebe es nicht. Da Dr. Schiffmann diese seltsame These nicht teilt, fällt es mir schwer zu verstehen, wie die beiden immer wieder gemeinsam auftreten können. Selbstverständlich hat Eckert das  Recht auf seine Meinung, aber was würden ausgewiesene Virologen wie Bhakti und Wodarg zu seiner Behauptung sagen?

Ansonsten sind Ihre Angriffe auf die Querdenker-Bewegung völlig fehl am Platz. Wer die offiziellen Lügen über Covid 19, das ungefähr so gefährlich ist wie eine mittlere Grippe, verteidigt und nur einzelne Massnahmen des Regimes für diskutabel hält, hat sich in meinen Augen vollkommen disqualifiziert, und seine Ansichten zu anderen Fragen interessieren mich nicht mehr. Da Sie, Skeptiker, weder dumm noch naiv sind und ich auch nicht annehme, dass Sie z. B. Bhakti/Reiss, "Corona-Fehlalarm", nicht kennen, halte ich Sie für einen Provokateur, wie es früher @imagine (sind Sie womöglich mit diesem identisch?) war.

Niekisch

15. November 2020 14:59

@limes, 14.11. 22:08: Besten Dank für die offenen Worte. Sie zeigen, wie unterschiedlich wir diese Zeit erlebt haben. Auch ich hatte Orientierungsschwierigkeiten, was sich anhand meines Studienbuchs feststellen lässt. Ich habe alle möglichen Vorlesungen belegt, Seminare durchgezogen, die wenigsten zum Studienfach. E i  n e wichtige Erkenntnis aus dieser Zeit: Versuche, Freundschaften nicht an den diversen politischen Auffassungen scheitern zu lassen, versuche immer im Gespräch zu bleiben und bedenke, dass Dein Partner im Recht sein könnte. Seitdem versuche ich "linkes" und "rechtes" Denken in Einklang zu bringen.

Nebenbei: Meine Enkelin -21 und kerngesund- hat sich gerade mit "Corona" infiziert, Geschmacks- und Geruchssinn weitgehend verloren, starke Kopfschmerzen quälen sie. 

Es beunruhigt mich natürlich nicht. Ist ja nur die übliche Grippe! Eine Pandemie hat es nie gegeben, gibt es nicht und wird es nie geben....Alles fake! 

 

Skeptiker

15. November 2020 15:18

@Der_Juergen

Ich kenne @imagine nicht und habe überhaupt kein Interesse daran, als Provokateur aufzutreten. 

Ich bin hier vor allem, weil ich ein großes literarisches Interesse habe und hier viele Impulse bekomme.

Zu Bhakti/Reiss ist nun schon so viel gesagt/geschrieben. Es ist müßig, es zu wiederholen. Das Buch entpricht überhaupt nicht mehr dem aktuellen Erkenntnisstand. Unwissenschaftlich argumentiert hat es aber schon zum Erscheinungszeitpunkt, weil es schlichtweg andere schon damals vorliegende Erkenntnisse ignoriert hat. Das wissen Sie doch auch alles ganz genau! Es ist nichts weiter als ein reißerisch aufgemachtes populärwissenschaftliches Buch, das dem Autor viel Aufmerksamkeit und Geld eingebracht hat. Diesem Nachzueifern begründet die Motivation einiger, die tatgtäglich sich bemüßigt fühlen, uns ihr Halbwissen über SocialMedia mitzuteilen.

Ich bin einfach erstaunt, weil der Diskurs in anderen Bereichen hier auf einem ganz anderen Niveau stattfindet.

Ich wiederhole mich: Über viele Maßnahmen kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Wir lernen hier jeden Tag über das Virus hinzu. Die Behandlungserfolge haben sich deutlich verbessert. Aber wenn Sie täglich mit Patienten zu tun haben, um deren Gesundheit und auch teils Überleben kämpfen, dann empfinden Sie Äußerungen wie "es handelt sich um nicht mehr als eine Grippe" schlichtweg als zynisch. Diese Auffassung müssen Sie mir nun schon zugestehen. Meine Frau hat übrigens gestern von 7.00 bis 23.30 Uhr Dienst gehabt.

Skeptiker

15. November 2020 15:27

@ Der_Juergen

Im Übrigen ist weder Prof. Dr. Bhakti und erst recht nicht Herr Wodarg "Virologe". (Ich bin es auch nicht!) Es bedarf sogar einer Spezialisierung innerhalb der Virologie, um wirklich fundierte Aussagen zu diesem neuen Virustyp machen zu können. Warum akzeptieren wir das nicht? 

Ich höre/lese mit großem Interesse die Ausführungen zu Jünger usw. Weil sich hier Fachleute qualifiziert und mit ihrem Erfahrungswissen äußern. Es ist das Dilemma des Internets, dass jeder meint, dass wer bei YouTube ein Video hochzuladen vermag, dadurch etwas Wesentliches mitzuteilen hat.

 

limes

15. November 2020 18:09

@ Niekisch (15. November 2020 14:59)

Ein Studium generale in eigener Regie spricht doch keineswegs für Orientierungsschwierigkeiten! Vielmehr habe ich den Eindruck, dass Sie mit Mut - und früher sicher auch mit dem gehörigen jugendlichen Übermut - Ihrem Kompass stetig gefolgt sind. Dies kann ich von mir leider nicht behaupten, aber immerhin: Mein Kompass ging nie verloren, und auf einem Schlingerkurs heimzukehren ist besser als gar nicht. Ihre Fiktion deutscher Reservate an anderer Stelle klingt traurig und schön, wie ein Requiem in Moll.

Ihrer Enkelin meine herzlichen Genesungswünsche! Aus Ihren abschließenden Zeilen spricht Bitterkeit. Wenn es um »Corona« geht, was wünschen und fordern Sie unter dem Eindruck persönlicher Betroffenheit von Medien und Politikern? Und vor allem: was von den Mitstreitern?

harastos

15. November 2020 18:15

@Skeptiker

Dass es einzelne Menschen gibt, die ums Überleben kämpfen, bestreitet doch niemand. Das gibt und gab es jeden Winter; man nennt es Grippe. Und bei der letzten wirklich harten Grippewelle (ich glaube 2017/18) gab es sogar eine recht deutliche Übersterblichkeit. Aber auch bei schwachen Grippewellen gibt es Einzelne, die "ums Überleben kämpfen". Dennoch haben wir noch nie die Wirtschaft komplett runtergefahren - weder bei harten noch bei weichen Wellen.

Und schon wieder haben Sie's getan: "Aber wenn Sie täglich mit Patienten zu tun haben, um deren Gesundheit und auch teils Überleben kämpfen, dann empfinden Sie Äußerungen wie 'es handelt sich um nicht mehr als eine Grippe' schlichtweg als zynisch. Diese Auffassung müssen Sie mir nun schon zugestehen." Müssen wir das? Ist es nicht eher zynisch, ein Land in den Lockdown zu schicken und damit unglaubliche Schäden zu verursachen - oder sie billigend in Kauf zu nehmen - anstatt zum Beispiel selektiv zu verfahren? Also gefährdete Personen gezielt zu schützen.

 

 

Trim

15. November 2020 18:35

@Skeptiker

Sie schreiben: "Über viele Maßnahmen kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Wir lernen hier jeden Tag über das Virus hinzu."

Eben. Die geteilten Ansichten kann man u.a. in diesem Forum nachlesen, und das soll auch so bleiben. Sie können im Grunde froh darüber sein, daß Ihr Vorhaben, der Diskussion zum C.-Thema einen schmalen Meinungskorridor (zwischen - von Ihnen definiert - "Nervigkeit" und "Kriminalität") anzuempfehlen, scheitern wird.

Weiter oben in Ihrem Kommentar beklagen Sie das "Halbwissen", welchem Sie irgendwo in den sog. sozialen Medien begegnet sind. Was erwarten Sie denn? Zudem: der erste Mensch, der über etwas anderes als Halbwissen verfügt, ist auch auf diesem Forum noch nicht vorstellig geworden. Sollen also weiterhin mehrere schreiben.

Ihr populärwissenschaftlicher Hinweis zu den Arbeitszeiten Ihrer Frau sei Ihnen übrigens unbenommen.

Viele Grüße!

 

limes

15. November 2020 18:44

@ Skeptiker »Es ist das Dilemma des Internets, dass jeder meint, dass wer bei YouTube ein Video hochzuladen vermag, dadurch etwas Wesentliches mitzuteilen hat.«

Früher wurde »Wesentliches« durch Redakteure mitgeteilt, und durch freie Journalisten, denen Redakteure das Wort erteilten. Früher herrschten auch Markt- und Wettbewerbsbedingungen bei den von diversen Verlegern verantworteten privaten Medien, und der früher funktionierende politische Wettbewerb sorgte für leidliche Ausgewogenheit sogar bei den ÖRM.

Heute hingegen wird Meinungsmacht von undurchsichtigen Medienkonzernen ausgeübt, und die Macht über diese Konzerne konzentriert sich über nationale Grenzen hinaus. Gerade die digitalen Medien werden von wenigen Personen kontrolliert, und deshalb vermag auch längst nicht mehr jeder, bei YouTube ein Video hochzuladen. Internetgiganten, die »Masters oft he Universe« (Formulierung von Breitbart), beherrschen die Welt.

Sofern wir uns darüber einig sind, dass für eine freie Gesellschaft ein Gleichgewicht der Kräfte unerlässlich ist, so sollten Sie die verbliebenen Möglichkeiten freier Akteure, im Internet zu Wort zu kommen, wertschätzen. Oder bevorzugen Sie die Regulierung durch ein Wahrheitsministerium?

Nordlicht

15. November 2020 22:36

Über die Corona-Gefahren lässt sich trefflich streiten; eine Bewertung der Mortalität wird erst in zeitlichem Abstand (> 2021) möglich sein. Die EUROMOMO-Zahlen auf Wochenbasis sind - zumindest für Deutschland und einige andere Länder - erst einmal eher beruhigend.

Was in den täglichen Horrornachrichten als "Corona-Tote" gebucht wird, gibt ebenso wenig eine stabile Diskussionsgrundlage wie die fälschlich als "Infizierte" bezeichneten Personen mit positiven PCR-Tests. Das ist nichts neues in diesem Kreis.

Interessanter wird es m. E. bei der Betrachtung des mit dieser weichen Daten- und Sachgrundlage vollzogenen gesetzlichen Umbaues; das wird nicht umsonst als "Ermächtigungsgesetz" bezeichnet. Dass ein Ministerium sehr weitgehende Verordnungen wird erlassen können, am Bundestag und am Bundesrat vorbei, ist schon eine veränderte Qualität. Wir sind damit näher am totalitären Staat, der den Bürger bis in seine Wohnung hinein und mit der Drohung von Zwangseinweisungen am Haken hat.

Der_Juergen

16. November 2020 09:23

@Skeptiker

Sie preisen China und Südkorea als Vorbilder, weil diese u. a. mit striktem Maskenzwang die Epidemie unter Kontrolle bekommen hätten. Sehen Sie sich mal diesen Bericht an; 70.000 Zuschauer bei einem Fussballspiel in China, und keiner trägt einen Maulkorb,

https://dailystormer.su/china-70000-people-in-a-football-stadium-no-masks/

Schon im August fanden in Wuhan, dem Epizentrum, ausgelassene Massenveranstaltungen ohne Maulkörbe statt. Rigoros durchgegriffen wurde lediglich in der Anfangsphase, und auch dort nicht landesweit, sondern nur in der Provinz, wo das -vermutlich, aber bewiesen ist es nicht - in einem Labor hergestellte Virus zuerst aufgetreten war. Übrigens hat China dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von ca. acht Prozent, und die "Corona-Toten" fallen statistisch überhaupt nicht ins Gewicht. Dies alles spricht für die These, dass die Chinesen mit der WHO, Gates und Kräften, über deren Identität und Position man nur spekulieren kann, die Corona-Epidemie gemeinsam gestartet haben, weil alle Beteiligten gewaltig davon profitieren. China wird zu Spottpreisen massenweise bankrottgegangene Betriebe in der westlichen Welt aufkaufen können. Dass Operation Covid gerade zu diesem Zeitpunkt eröffnet wurde, hängt sicherlich mit den US-Wahlen zusammen.

 

Der_Juergen

16. November 2020 09:28

@Skeptiker

2. Teil

Ohne Corona hätte Trump die Wahlen spielend leicht gewonnen, mit noch weit grösserem Abstand, als er sie tatsächlich gewann (in der realen Welt, nicht in der fiktiven, die durch Wahlfälschungen und Lügenmedien geprägt wird). Die Chinesen wollten Trump aus wohlbekannten Gründen weghaben, und für die Globalisten ist er eine tödliche Bedrohung, weil sich die NWO, das geplante Welt-Gefängnis, mit ihm nicht verwirklichen lässt. Trump fand es für richtig, die Hysterie anfangs mitzuspielen und unnötige Massnahmen zu verhängen: vermutlich war er von Schwindlern a la Fauci falsch informiert worden, und die Medien hätten ihn, hätte er keinen Lockout verhängt, buchstäblich zerrissen. Er hat dann getan, was er konnte, um das Land wieder zu öffnen.Setzt sich die Mumie Biden mit ihren Strippenziehern durch, gehen in den USA die Lichter aus, und nicht nur dort.

A propos: Warum türmen sich in Weissrussland, wo es keinen Lockdown und keinen Maskenzwang gab und gibt, nicht die Leichenberge? Warum ist die Sterblichkeit dort nicht höher als normalerweise?

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