28. November 2020

Netzfundstücke (67) – Archipel, Boomer, Bioregional

Jonas Schick / 30 Kommentare

»Aber der Strich, der das Gute vom Bösen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen.«

Diese vom russischen Nobelpreisträger Alexander Issajewitsch Solschenizyn in seinem literarischen Hauptwerk Archipel Gulag formulierte Erkenntnis gehört in der Bundesrepublik nicht unbedingt zu den virulentesten Axiomen. Das »Böse« ist in der BRD im Nationalsozialismus eindeutig identifiziert, in Adolf Hitler personifiziert und hat sich in Auschwitz schreckenerregend manifestiert.

Demjenigen, dessen Gedanken vollkommen frei von jeglichen »Nazismen« sind, kann sich in Sicherheit wiegen, da er das Böse aus sich ausgeschlossen hat. Als Folge dieser Selbstgewißheit verblassen insbesondere in Deutschland die übrigen Greueltaten der Geschichte im kollektiven Geschichtsgedächtnis und verschwimmen in der Suppe des entfernten Vergangenen.

Unterstütz wird dieser Vorgang dadurch, daß jegliche Hervorhebung vergleichbarer Exzesse der Bestie »Mensch« der Relativierung verdächtigt wird. Auschwitz ist unantastbar. Josef Stalins Gulags, in denen Millionen den Tod fanden, verbannt man ins Kleingedruckte.

Der Russe Robert Latypow kämpft gegen diese Verbannung und das Vergessen des Terrors gegen das russische Volk durch seine eigenen Machthaber. Dabei weht ihm in Rußland ein rauer Wind entgegen, denn auch dort hat man nur wenig Interesse an einem sichtbaren Erinnern an die unzähligen Opfer der kommunistischen Herrschaft.

Die Beweggründe der russischen Regierung sind dabei zwar gänzlich andere als die der Deutschen, aber führen zum gleichen Ergebnis. ARTE widmet dem Kampf Latypows eine ganze Dokumentation und lichtet damit ein stückweit den Nebel der Geschichte:


In Schnellroda war es indes wieder an der Zeit, am Rande der Gesellschaft zu debattieren. Diesmal diskutierten Sezession-Chefredakteur Götz Kubitschek, Sezession-Literaturredakteurin Ellen Kositza, IfS-Leiter Dr. Erik Lehnert und Sezession-Redakteur Benedikt Kaiser – ohne Gast, der harte Kern also.

Den ersten Aufhänger der Gesprächsrunde lieferte der neuste Artikel »Der große Katzenjammer – und was man tun kann« des Althistorikers Dr. David Engels auf dem Blog Achse des Guten. Wie weiter nach der Entzauberung des Rechtpopulismus? Und wie umgehen mit den frisch Anpolitisierten, deren weltanschauliche Basis dürftig ist?

Da ist es nur folgerichtig, daß man im Anschluß die politische Sinnhaftigkeit der Begrifflichkeit des »Boomers« eruiert – Engels Text bezieht sich explizit auf deren politische Naivität und fehlendes Hegemonieverständnis.

Kubitschek betont Engels Fazit: Wir müssen uns bis in die letzte Faser unserer politischen Existenz darüber klar werden, daß wir eine Parallelgesellschaft darstellen und anfangen müssen, wie eine zu handeln. Am Ende kommt noch der 50. Todestag des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima zur Sprache. Taugt er als Ikone?

Zur wie immer hörenswerten Folge geht es hier:


Abschließend mal wieder etwas Werbung in eigener Sache: Die dritte Ausgabe der von mir verantworteten ökologischen Zeitschrift Die Kehre ist unlängst erschienen. Das überspannende Thema lautet diesmal »Energie«. Warum diese Themensetzung?

Am Ausgang jedes vom Menschen ausgelösten Umweltproblems steht die Manipulation von Energieströmen. Energie ist der übersehene und mißachtete Faktor des Bevölkerungswachstums, der Wohlstandsproduktion, des Anstiegs der Lebenserwartung usw. Energie setzt die Rahmenbedingungen, in denen sich eine Gesellschaft entwickeln kann. Wohlfahrt, Urlaub, Abschaffung der Kinderarbeit, Emanzipation der Frau – die Liste ließe sich seitenweise weiterführen. Jedes progressive Programm wird auf dem Rücken fossiler Rohstoffe realisiert. Jedes konservative Mahnen zur notwendigen Einhegung des Individuums wird mit der nächsten Tonne verfeuerter Kohle weggewischt.

Hervorzuheben sind der Beitrag von Raskolnikow zum unbemerkten Feldzug der Kybernetiker und das Interview mit dem Vordenker der Nouvelle Droite Alain de Benoist, in dem Benoist die Relevanz der Ökologie für die Neue Rechte betont:

Ich persönlich würde die Ökologie als eine neue Form konservativer Revolution betrachten. Sie ist per definitionem konservativ, da sie auf den Schutz der heute gefährdeten Ökosysteme abzielt. Gleichzeitig ist sie revolutionär, denn ein solches Ziel wird niemals erreicht werden, wenn man nicht entschlossen aus der Marktgesellschaft, aus der Besessenheit des Wachstums um jeden Preis, aus dem Axiom des Interesses und aus dem Fetischismus der Ware herauskommt. Dies zwingt dazu, sowohl mit der produktivistischen Linken, die in Kategorien der Quantität denkt, als auch mit der liberalen und bürgerlichen Rechten zu brechen, die stets bereit ist, ihre Interessen zu verteidigen, indem sie sich dem Gesetz des Profits unterwirft.

Eine Analyse, die ich in der kommenden Sezession 99 im Hinblick auf das Konzept des Bioregionalismus in einem Grundlagenbeitrag aufgreife. Die neuste Ausgabe der Kehre kann hier bestellt werden. Natürlich lohnt sich ein Abonnement: hier entlang.

 

 

 

 



Kommentare (30)

quarz

28. November 2020 13:43

"Wir müssen uns bis in die letzte Faser unserer politischen Existenz darüber klar werden, daß wir eine Parallelgesellschaft darstellen und anfangen müssen, wie eine zu handeln."

Seit langem meine Rede. Wichtig ist diese Ausrichtung unabhängig davon, ob es aussichtsreich oder aussichtslos erscheint, den zentralen Kampf um die kulturelle Hegemonie zu gewinnen. Wenn uns der Modus der Parallelgesellschaft aufgezwungen wird, dann gilt es, diese möglichst effektiv zu organisieren. Durch Effizienz gewordene Stärke ist notwendige Voraussetzung sowohl für einen Sieg im Hegemoniekampf innerhalb des Systems als auch für eine wirksame Verteidigung der eigenen Leute im Fall einer lebensweltlichen oder politischen Abspaltung von den Zerstörern.

Nicht unterschätzt werden sollte auch die Außenwirkung: die Strahlkraft und Attraktivität einer auch sozial organisierten weltanschaulichen Gemeinschaft, deren innere Ordnung und Effizienz in unübersehbarem Kontrast zu einer immer chaotischer und dysfunktionaler werdenen Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen wird.

Laurenz

28. November 2020 14:14

Interessant diese Woche "Der Relotius" zu Relativierung und Exklusivität des Holocausts. 

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/wikipedia-wie-sich-ein-erfundenes-vernichtungslager-15-jahre-lang-im-online-lexikon-halten-konnte-a-22f8b5f6-fc26-4794-b8a4-19bf8ab09638

Seien wir dankbar, daß die "Experten" nur in Warschau untersuchten.

Monika

28. November 2020 14:47

„Warum schreiben Sie  bei „achgut“, den „Liberalen und Transatlantikern“ und nicht bei den „guten, wahren und schönen Rechten ?“. Warum schreiben Sie nicht bei der Sezession?“, fragt ein Twitterer David Engels (siehe twitteracount Engels). Darüber gibt es ein Bedauern auch im Podcast. Frau Kositza reagiert gar „abgefuckt“. Sie fühlt sich  von Engels „ungerecht angeschimpft“. So, als „ob wir uns etwas vorgemacht haben“. Ich sehe das nicht so ! Engels hat m.E. den weiteren Blick, er sieht das Politische „sub specie aeternitatis“. Das relativiert einiges, macht rechte Politik aber nicht überflüssig. Im Moment stellt sich die Frage „Wer sind eigentlich die Guten ?“  mit nie vermuteter Dringlichkeit. Umso wichtiger der Eingangssatz von Solschenizyn:

„Aber der Strich, der das Gute vom Bösen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen.“ 

Monika

28. November 2020 17:11

Krass, scheint auf Fundamentalopposition und Parallelgesellschaft hinauszulaufen...

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-verfassungsschutz-wirbt-v-leute-in-der-afd-an-17074589.html

Volksdeutscher

28. November 2020 17:49

Auschwitz ist unantastbar. Wer bestimmte denn diese Unantastbarkeit und zu welchem Zweck? Eines dürfte sicher sein: es war nicht das deutsche Volk.

1. Es ist einfach, in einem seit 1945 besetzten Land etwas für unantastbar zu erklären, da das besetzte Volk kein Vetorecht hat, dafür aber umso mehr herangezüchtete innere Feinde, die den Status Quo aufrechtzuerhalten helfen.

2. Es ist einfach, solange die im Besitz der ehemaligen Siegermächte tonnenweise unter Schloß und Riegel gehaltenen Dokumente Staatsgeheimnisse darstellen und deren Auswertung selbst Historikern verwehrt wird.

3. Es ist einfach, solange Deutschen im eigenen Lande die unabhängige wissenschaftliche Forschungsarbeit zum Gefallen einer kleinen, aber umso aggressiveren Minderheit außer Kraft gesetzt und fortan vom bundesrepublikanischen "Wahrheitsministerium" gesetzlich festgeschrieben wird, was als die Wahrheit zu gelten hat.

4. Es ist einfach, solange Geschichtswissenschaftler mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie zu gute Fragen stellen und zu anderen Erkenntnissen kommen als andere Wissenschaftler, erst recht, wenn sie ihre Erkenntnisse auch noch zu veröffentlichen trauen.

5. Diese kleine, aber umso aggressivere Minderheit höhlt unsere europäischen Werte aus: Römisches Recht, christliche Nächstenliebe, griechische Philosophie und Ästhetik sind ihr nach wie vor so fremd, wie am ersten Tage, als sie damit vor mehr als tausend Jahren in Berührung kamen. Obendarein beliefern sie uns mit Arabern und Afrikanern zu unserer kulturellen und ethnischen Vernichtung (siehe die Aktivitäten von IsraAid, György Schwarcz oder anderen).

Skeptiker

28. November 2020 18:48

Zum Gespräch:

Es mag banal klingen, aber vielleicht stärken die Bundestagsabgeordneten der AfD einfach nicht so angemessen ihr Vorfeld wie die Linken, weil zu vielen von ihnen die "Jacke näher ist als das Hemd"!

Und vielleicht ist es auch so, dass die Wähler, die man unter den "Boomern" vermutet, sich extrem schwer tun mit dem bedingungslosen Schulterschluss mit der "Querdenker-Bewegung". Die besorgten Bürger, die ich dort sehe und deren Anliegen ich teile, werden sich dennoch nicht in eine "Mosaik-Rechte" einbinden lassen. Sie kommen zu großen Teilen aus völlig anderen Hintergründen.  Unter dem Strich gehen so mehr Wähler für die AfD verloren! Im Westen zumindest wenden sich immer mehr ab und eine Fraktion nach der anderen in Stadträten und Kreistagen zerbricht!

Und der "Sophie Scholl" aus Kassel hätte man es vielleicht nach dem ersten Auftritt erklären sollen. Sie ein zweites Mal in ihr Verderben laufen zu lassen ... Das ist Instrumentalisierung von Unbedarften. Und das erwarte ich von Leuten, die antreten, um aufklären zu wollen. Ich bezweifel, dass dieses die Iniatoren von "Querdenken" wirklich wollen und ich bezweifel auch, dass es ihnen um Menschen geht, die gerade um ihre Existenz bangen.

Volksdeutscher

28. November 2020 18:49

Warum man rund um die Uhr nur vom Auschwitz redet? Es ist ein Ablenkungsmanöver, das im Wesentlichen zwei Gründe zu verschleiern sucht:

Daß der Kommunismus in europäischen Gesellschaften durch nicht integrierte Juden in der Theorie formuliert, in der Praxis iniziiert, organisiert und angeführt wurde. Alleine die in der Sowjetunion durch Massenmorde entstandenenen, etwa 20 Millionen Opfer gingen auf das Konto von Juden, die ca. 70-80 Prozent der Sowjetkommunisten auf allen Führungsebenen ausmachten.

Daß man nicht über die wahren Ursachen der Verfolgung der Juden in der europäischen Geschichte reden muß. In unserem Falle: das Verrat Deutschlands durch finanzielle Unterstützung der Alliierten im Ersten Weltkrieg, um Palästina von den Engländern zu bekommen und die Kriegserklärung an das deutsche Volk vom 1933 nebst internationalem Boykott deutscher Waren. MADE IN GERMANY war von ihnen nicht als Gütesiegel gedacht, es ist bis zum heutigen Tage das MARKENZEICHEN jenes Verrats, das durch harte Arbeit und zäher Fleiß unseres Vokkesin seinen Gegenteil verkehrt wurde.

Millenius

28. November 2020 19:11

Game over - AfD

Katastrophale Neuigkeiten aus Kalkar.

 

Die Meuthenisten haben auf dem Parteitag eine wenn auch knappe Mehrheit. Und das trotzt der hetzerischen und spalterischen Rede Meuthens. 

Bei der Wahl um die vakanten Posten zu den Schatzmeister haben sich die Meuthen-Kandidaten durchgesetzt. 

Zur Zeit laufen die Wahlen zum Beisitzerposten, ich nehme auch an, dass sich hier die Meuthen-nahe Kräfte durchsetzen.

Jetzt hat Meuthen eine zwei Drittel-Mehrheit und wird diese auch gnadenlos durchsetzen.

Ich bin unendlich traurig und verzweifelt. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll. 

 

Ich frage mich auch: Warum hat der Flügel nie Mitglieder-Parteitage unterstützt? Warum? Hans-Jörg-Müller hat damals weitestgehend allein einen Mitgliederbefragung für Parteitage organisiert. Es ist doch mittlerweile klar, dass der Flügel bei bundesweiten Delegiertenparteitagen keine Mehrheit hinbekommt.

 

Millenius

28. November 2020 19:46

Ich bin absolut verzweifelt. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie das weiter gehen soll. 

Soll denn die einzig verbliebene Oppositionspartei auch noch zur sechsten Systempartei werden? 

Eine Art "Multikulti-Light-CDU", die den "Grundkonsens" des Establishments akzeptiert? Die für das Establishment kein Störfaktor darstellt, ihre Multikulturalisierungspolitik zu Ende zu führen. 

RMH

28. November 2020 20:15

@Millenius,

hören Sie sich bitte die oben verlinkte neueste Folge von "Am Rande der Gesellschaft an". Schnellroda ist offenbar mal wieder einen deutlichen Schritt weiter, als Parteiengezänk.

Ich persönlich werde übrigens die AfD auch mit Meuthen und seiner Truppe weiterhin wählen - so wie ich sie weiter wählen würde, wenn sich der Flügel durchgesetzt hätte, so wie ich sie weitere wählen würde, wenn sie Querdenker aufnähmen (wobei ich mit letzteren schon so meine Probleme habe). Denn die Wahlen und das parlamentarische Theater sind das eine, das andere ist es, Avantgarde zu sein und das Deutsche wieder zu einem Stadium zu bringen, wo es einfach eine unverrückbare Konstante ist, egal, wie viele hier in diesem Lande sich herum tummeln. Das Establishment denkt, das rechts-konservativ-liberale deutsche Milieu und Denken wäre erledigt, wenn die AfD erledigt oder zumindest als 5-Prozenter marginalisiert wäre. Und das sie hierbei einer groben Täuschung unterliegen, sollte unser aller Anliegen sein.

Maiordomus

28. November 2020 21:15

Obwohl man als Beobachter der deutschen Politik mit der Rede Meuthens nicht glücklich sein konnte, bleibt es dabei, dass etwa die Debatte über das Rentenproblem mit Albrecht Glaser, der sich zwar wesentliche Kritiken gefallen lassen musste, ein ganz anderes und zwar praktisch erfahrungsbezogenes politisches Niveau herrschte, was weder hier noch im Forum der Jungen Freiheit wirklich als Standard bezeichnet werden kann. Mehr noch, der Eindruck der Debatte in der Partei war viel besser als bei den mit der Zeit ermüdenden Auftritten im Bundestag, wo allzu sehr nur aus dem Fenster raus gesprochen wird. Wie auch immer, der Eindruck der Partei war nicht schlechteste, vielleicht besser als je in den letzten zwei bis drei Jahren. Schade ist aber Glaser schon 78, kommt als Parteiführer nicht mehr in Frage. Freilich sah man auch die Widersprüche der Partei, wenn es um die Lösung praktischer Fragen geht. Aber ohne Zweifel wäre ein gewisses Potential an praktischer Vernunft vorhanden. Kritik an Glaser: Seine "Geburtenförderung" wird mutmasslich von den eingewanderten Unterschichten am ehesten benützt. 

Millenius

28. November 2020 22:15

@Maierdormus

 

Es geht hier nicht um Herrn Glaser und auch nicht um das Niveau der Debatte. Mal abgesehen davon, dass das Endresultat ein dürftiger Kompromiss ist - von dem ich bezweifle, dass er irgendjemand von der Wahl der AfD überzeugen wird.

Entscheidend ist, dass Meuthen, nachdem er wiedermal bekräftigt hat, seinen Kurs  des innerparteilichen "Kampfes gegen Rechts" weiter fortsetzen zu wollen, von den Delegierten praktisch bestätigt wurde, in dem drei loyale Meuthenisten in Vorstandsämter gewählt wurden. 

Franz Bettinger

28. November 2020 22:50

@Kommunismus? Mir wird erst jetzt klar, dass deep state für uns in der Tat ein kommunistisches System vorgesehen hat; natürlich nicht den ehrlichen Kommunismus (Marxismus), sondern den unehrlichen (Stalinismus), bei dem die Privilegierten ganz oben sitzen und (ohne Mittelstand) alle anderen unten. Propagiert wird die Gleichheit aller Individuen, Völker und Rassen; also etwas, das es von Natur aus nie geben kann und Gottseidank auch nie geben wird. Beabsichtigt aber ist was anderes: ein absoluter Feudalismus, und den wahrscheinlich noch erbrechtlich abgesichert. Dem nun auch als Maske sichtbar und symbolhaft gewordenen (Halt das-) Maulkorb folgen Unfreiheit und Starrsinn Reglementierung, Zensur, Schlagstock, Umerziehung und entsprechende UZs aka Quarantäne-Lager, Abhängigkeit und totale Unterwerfung. In einem Wort: ein globales China. Mon dieu! 

Lotta Vorbeck

29. November 2020 01:41

@Franz Bettinger - 28. November 2020 - 10:50 PM

Werbefilm für den Great Reset vom World Economic Forum des Klaus Schwab: "Für die globale Verschmelzung vom Sozialismus und Kapitalismus sollen ab Januar 2021 weltweit linke Netzwerke durch das „Global Shapers“-Programm für massive Proteste aktiviert werden (BLM, Klimastreiks), finanziert vom WEF." 

[Kulturstudio.tv]

---> The Great Reset: Building Future Resilience to Global Risks

17 Nov 2020 

The profound shock of the COVID-19 crisis has challenged public confidence in the ability of leaders and institutions to prepare for unexpected risks.
What new forms of cooperation, bold ideas and reforms are needed for business, policy-makers and civil society to build a more resilient world and restore confidence in leadership beyond COVID-19?

+ Chaired by: Børge Brende, President at World Economic Forum
+ Moderated by: Adrian Monck, Managing Director at World Economic Forum
+ Panellists: Ursula von der Leyen, President of the European Commission 
Stephanie Kelton, Professor, Stony Brook University 
John F. Kerry, Distinguished Fellow for Global Affairs, Yale University 
M. Sanjayan, Chief Executive Officer at Conservation International 
Arne Sorenson, President and Chief Executive Officer at Marriott International 
Ben Smith, Media Columnist, New York Times

Maiordomus

29. November 2020 07:22

[email protected] Ich halte den Stalinismus für den  "ehrlichen" Kommunismus, weil er zeigt, worauf angeblich ehrlicher Marxismus hinausläuft. Mache darauf aufmerksam, dass Marx und Engels zwar den anarchischen Terror abgelehnt haben, aber keineswegs den Massenterror, vgl. "Die Wiederkehr der Wölfe", der antiquarisch erhältliche Band über Terror von Kaltenbrunners Herder-Reihe "Initiative".  Der stalinistische Terror wird ganz "ehrlich", mit gutem Gewissen à la Orwell praktiziert.

@Millenius. Das Gute an der Debatte über Renten war qualifizierte ehrliche Erörterung von Demographie, Sieferle bestätigend. An den Tag kam, dass die Probleme, welche die Altparteien sträflich auslassen, so kompliziert sind, dass auch bei der AfD die Orientierung nicht ausreicht. Guter Rat scheint da in der Tat teuer. Sezession sollte sich auf das metapolitische Gebiet beschränken, die geistige Rechte. In einer Partei hat man nichts verloren. Q.e.d.

 

Volksdeutscher

29. November 2020 11:30

@Franz Bettinger - Ihr "ehrlicher Marxismus".... Oder hätte ich Sie mißverstanden? Originalton Marx:

"Die Reste einer von dem Gange der Geschichte, wie Hegel sagt, unbarmherzig zertretenen Nation, diese Völkerabfälle werden jedes Mal und bleiben bis zu ihrer gänzlichen Vernichtung oder Entnationalisierung die fanatischen -träger der Konterrevolution, wie ihre ganze Existenz überhaupt ein Protest gegen eine große geschichtliche Revolution ist.

Deshalb werden die österreichischen Deutschen und die Magyaren - wenn sie nach einem erfolgreichen Aufstand frei werden - an den slawischen Barbaren blutige Rache nehmen. Der allgemeine Krieg, der dann ausbricht, wird diese slawischen Sonderbund zersprengen und all diese kleinen stierköpfigen Nationen bis auf ihren Namen vernichten.

Der nächste Krieg wird nicht nur reaktionäre Klassen und Dynastien, er wird auch ganze reaktionäre Völker vom Erdboden verschwinden lassen. Und das ist auch ein Fortschritt."

Lotta Vorbeck

29. November 2020 12:34

@Franz Bettinger - 28. November 2020 - 10:50 PM

Werbefilm für den Great Reset vom World Economic Forum des Klaus Schwab: 

---> The Great Reset: Building Future Resilience to Global Risks

17 Nov 2020 

Der tiefgreifende Schock der COVID-19-Krise hat das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit von Führungskräften und Institutionen, sich auf unerwartete Risiken vorzubereiten, erschüttert.
Welche neuen Formen der Zusammenarbeit, mutigen Ideen und Reformen sind für die Wirtschaft, die politischen Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft erforderlich, um eine widerstandsfähigere Welt aufzubauen und das Vertrauen in die Führung über COVID-19 hinaus wiederherzustellen?

The profound shock of the COVID-19 crisis has challenged public confidence in the ability of leaders and institutions to prepare for unexpected risks.
What new forms of cooperation, bold ideas and reforms are needed for business, policy-makers and civil society to build a more resilient world and restore confidence in leadership beyond COVID-19?

 

Nemo Obligatur

29. November 2020 21:15

@RMH

28. November 2020 20:15

Ich werde jetzt aufhören, hier irgendetwas zu schreiben. Alles was ich mittelen will, schreiben Sie (oder der Waldgänger aus Schwaben) sowieso früher oder später und meistens auch noch besser.

Maiordomus

30. November 2020 09:26

@Volksdeutscher. Ihr Zitat - von Marx oder von Engels, letzterer formuliert oft realistischer - sollte unbedingt genau, wenn möglich mit Seitenzahl aus Originalausgabe, belegt werden, weil von wirklich hoher Bedeutung. Bei Engels gibt es  auch realistischen Klartext, warum in einem kommunistischen System Arbeitermitbestimmung überflüssig sei. Weil nämlich "die Richtigen" aus der Arbeiterklasse bereits an der Macht sind, vgl. China. In Betrieben bedürfe es "einer gebieterischen Autorität", die Engels mit derjenigen eines damaligen Schiffskapitäns vergleicht. Auch nach der Machtergreifung durch die Linke gelte: "Die Autorität in der Grossindustrie abschaffen hiesse die Grossindustrie selber abschaffen." 

Engels. "Von der Autorität", 1872. Wäre unter diesem Titel in der MEGA, Marx-Engels-Gesamtausgabe, auszumachen, die bei mir freilich im Moment nicht greifbar ist, habe solches stets nur aus Bibliothek ausgeliehen. 

Franz Bettinger

30. November 2020 09:48

@Volksdeutscher: Klar, dass man an dem Begriffspaar „ehrlicher Marxismus“ vs „unehrlicher Stalinismus" Anstoß nehmen würde. Ich wollte nur auf den Unterschied zwischen Theorie (Marx) und Praxis (Stalin) hinweisen. Und auch klar: Ich verabscheue beide.

@MD hat so gesehen natürlich recht. Unehrlich ist der Schwab'sche K-Begriff (auf den ich mich beziehe) insofern, als er mit dem (nicht überall negativ besetzten) Wort "Kommunismus" Werbung betreibt- @Lotta hat darauf hingewisen - während deep state doch das krasse Gegenteil anvisiert: den Rückfall in den Feudalismus.  

Brandolf

30. November 2020 21:04

@Volskdeutscher

Sie irren sich, wenn Sie annehmen, dass der in BRD praktizierte nationale und ethnische Selbsthass von den Alliierten erdacht und eingeführt worden ist. In Großbritannien gab es einmal eine Debatte über die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges, in welcher jeweils zwei Historiker die Position des Britischen Weltreiches bzw. des Deutschen Kaiserreiches vertraten und den Standpunkten, desjenigen Historiker-Duos, welches die Position des kaiserlichen Deutschlands vertrat, lagen sachliche Urteile zu Grunde, welche von keinem deutschen Historiker hätten gefällt werden können.

Die US-Amerikaner und die Russen reagieren mit Unverständnis und Befremden auf das ungesunde Verhältnis der Deutschen zu sich selbst und können sich dieses auch unter Berücksichtigung der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands nicht erklären.

Der deutsche Selbsthass ist ein unmittelbares Resultat einer ohne fremde Anleitung oder gar in böswilliger Absicht mit einem langfristigen Ziel der Manipulation vorgenommenen vorsätzlichen Suggestion wildwüchsig entstandenen Fehlverarbeitung des historischen Traumas Nationalsozialismus.

Teil 1
 

 

 

 

 

Brandolf

30. November 2020 21:05

Sie unterliegen auch bezüglich Ihrer Behauptung zum Anteil ethnischer Juden am Personal des Parteiapparats der UdSSR einem Irrtum, weil Sie außer Acht lassen, dass die seit der Oktoberrevolution überproportional hohe Zahl jüdischer Mitglieder in der KPdSU durch die Zuge der Säuberungen erfolgten physischen Liquidierungen vermeintlicher und tatsächlicher  Oppositioneller (sogenannte Volksfeinde, Diversanten, Trotzkisten, Rechts- und Linksabweichler ect.) erheblich reduziert worden ist.

Übrigens sollten Sie die rassistischen Vorurteile von Karl Marx und Friedrich Engels sollten nicht überbewerten, denn die Herren Marx und Engels waren im Gegensatz zu Pol Pot Intellektuelle und historischen Figuren des 19. Jahrhunderts und hatten nicht die Machtmittel, um die von ihnen als reaktionär eingestuften "Völkerabfälle" physisch auszulöschen, was Pol Pots Regime bekanntlich praktiziert hatte.

 

Teil 2

Brandolf

30. November 2020 21:09

Der Autor des Artikels hätte ruhig den Unterschied zwischen der Aufarbeitung der diktatorischen Vergangenheit in Deutschland und in Russland benennen können. Stalin wird in Russland aber ebenso wie Che Guevara in Westeuropa eher als popkulturelles Symbol verharmlost, jedoch nicht als politische Führungspersönlichkeit und historische Figur wie Tojo Hideki in Japan oder das Jungtürken-Triumvirat in der Türkei aufgrund einer nationalistischen Staatsräson. 

 

Volksdeutscher

30. November 2020 21:21

@Franz Bettinger - Das von mir verwendete Zitat entnahm ich dem Buch "Sozialismus - das Geschäft mit der Lüge" von Klaus Motschmann, dessen Behauptung, daß alle Handlungen (einschließlich Verbrechen) von Kommunisten auf Marxens Theorie zurückzuführen seien, ich weitestgehend teile. Es ist vollkommen verlogen, wenn Linke von gutem/echtem und bösem/unechtem Marxismus (siehe die Schönrederei von der "stalinistischen Entartung") herumschwafeln, nachdem der kommunistische Geist des Verbrechens vor der Weltöffentlichkeit - dank Solschenizyn - bekannt wurde. Dies führte mitunter zu der sentimentalen linken Floskel vom "Sozialismus mit dem menschlichen Gesicht", um die angeblich schöne, gute und wahre Idee jenes jüdischen Schreibtischtäters für die Nachwelt hinüberzuretten. Dieses "menschliche Gesicht" findet man bei Marx jedoch vergeblich. Alle kommunistischen Führer mit ihren Taten beriefen und berufen sich auf Marx. Was dort nicht geschrieben steht, hat mit Kommunismus/Sozialismus nichts zu tun.

heinrichbrueck

1. Dezember 2020 00:50

@ Brandolf

Sie schreiben zwar Comedy, aber in den Konsequenzen nicht ganz verkehrt. Es reicht wohl, die eigene Geldpolitik aus den Händen zu geben, mehr muß nicht geschehen.

Stalin war ein schlauer Fuchs. Und Hitler ist in der Sowjetunion einmrschiert. Wer hat sich kommunistischer verhalten?

Maiordomus

1. Dezember 2020 03:18

Danke für diesen Hinweis in Beantwortung meiner Frage und als Antwort auch an Bettinger. Aber klar, dass man zum "ehrlich" stalinistischen Marxismus nicht stehen will, lieber von "Modellen" spricht, die man dann als linksliberal zeitgeistig verkaufen will wie Precht. Damit hat Gunnar Kaiser in einer eineinhalbstündigen youtube-Analyse mit wenigen eigenen Irrtümerns sachstark abgerechnet. Selten wurde ein sogenannter Philosoph, der sicher nicht zu den 10 000 Besten des Fachs so gehört, in vergleichbarer analytischer Schärfe demontiert, wobei es aber eher um den modernen Geschwätz-Kulturmarxismus ging. 

H. M. Richter

1. Dezember 2020 07:46

@ Volksdeutscher

Das von Ihnen angeführte "Original-Marx“-Zitat stammt nicht von diesem, sondern von Engels. [Der magyarische Kampf; Neue Rheinische Zeitung Nr. 194, 13. Januar 1849. In: MEW, Bd. 6, S. 172.]

Maiordomus hat vollkommen recht, solcherart Zitate von Wichtigkeit sollten - auch und gerade hier - mit Quellenangabe versehen werden, damit sie gegebenenfalls überprüft und von anderen an anderem Ort widerspruchslos verwendet werden können.

Volksdeutscher

1. Dezember 2020 16:33

H.M.Richter - Es macht keinen Unterschied, was die Konsequenzen kommunistischer Politik in der Praxis angeht.

Volksdeutscher

1. Dezember 2020 17:35

@Brandolf - "Der deutsche Selbsthass ist ein unmittelbares Resultat einer ohne fremde Anleitung oder gar in böswilliger Absicht mit einem langfristigen Ziel der Manipulation vorgenommenen vorsätzlichen Suggestion wildwüchsig entstandenen Fehlverarbeitung des historischen Traumas Nationalsozialismus."

Ohne fremde Anleitung, sagen Sie.... und schreiben den obigen Gedanken auch noch in der unpersönlichen Form, damit ich Ihnen das abnehme: als hätten wir uns das alles selbst ausgedacht und umgesetzt, sozusagen nur so, aus purem Vergnügen, als eine l´art pour l´art der Selbstkasteiung und der Selbstkastrierung. Wer das glaubt, wird selig und Sie sind es, vermute ich.

Ich weiß um die Befremdung von Russen und Amerikanern. Es befremdet mich aber, daß sie Befremdung darüber heucheln. Wie war es denn mit der von ihnen in ihren Besatzungszonen iniziierten Umerziehung, der so genannten "Entnazifizierung" und der Auswahl von kompatiblen Personen für das neue politische System? Was für Leute ließen sie zu Ämtern und Positionen kommen? Welche Personen bekamen von ihnen Lizenzen im Verlags- und Zeitungswesen? Und welche Deutsche bekamen von ihnen Publikations- und Berufsverbot? Wenn ich Ihnen ein Buch empfehlen darf, damit wir nicht unnötigerweise streiten, dann dieses: Charakterwäsche, die Politik der amerikanischen Umerziehung, Caspar von Schrenck-Notzing.

Götz Kubitschek

1. Dezember 2020 19:17

badeschluß.

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