1. Dezember 2020

Meuthen, Parteitag, Höcke

Götz Kubitschek / 75 Kommentare

Meine Überlegungen zu einer AfD nach Kalkar und mit Meuthen gibt es nun auch als Video-Mitschnitt.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


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Wer wissen will, wie sich eine Rede anhört, in der es einem Parteivorsitzenden um die Zustimmung der "Öffentlichkeit" gegen Teile seiner eigenen Partei geht, sollte sich mit Jörg Meuthens Auftritt in Kalkar befassen.

Er griff in seiner Auftaktrede nicht nur Alexander Gauland und dessen zustimmende Signale in Richtung der Querdenken-Proteste an, sondern verwies auch Höcke des Feldes, indem er ihn einen "reinen Landespolitiker" nannte, der "den Ball ein klein wenig flacher halten" solle.

Natürlich bezeichnete Gauland Meuthens Rede als in Teilen "spalterisch", und natürlich liefen in den Postfächern und im Telefon die Mails auf, in denen die machtlose Frage gestellt wurde, ob man diesen Totengräber einer "echten Alternative" nicht stoppen könne, und wenn ja, wie. PI-News veröffentlichte sogar eine vernichtende Bestandsaufnahme, übertitelt mit dem Fazit: "Wer einen solchen Bundessprecher hat, braucht keine politischen Gegner mehr."

Meuthen und sein Netzwerk, orchestriert von Beatrix v. Storch und Dieter Stein, erzählen mit Macht eine andere Geschichte: die von einer AfD, deren Niedergang nach dem Höhepunktjahr 2017 viel mit unnötiger Verbalradikalität zu tun habe, mit einer Verkennung der medialen Machtlosigkeit des eigenen Lagers und der Einflußmöglichkeiten, die der gegnerische Block über den empörten Tag hinaus habe. Man dürfe die noch immer sattelfeste Bürgerschicht nicht überfordern und von ihr erwarten, daß sie ihr Vertrauen in Staat und Staatsfunk, gute alte Pressenamen und Institutionen aufzugeben und tatsächlich eine allein glaubwürdige Parallelstruktur aufzubauen bereit sei.

Hinter vermeintlich neutralen Staatsstrukturen und staatlichen Stellen den parteiischen Gegner auszumachen, sich selbst als AfD also nicht nur im Kampf gegen den Block aus den Regierungs- und allen anderen Oppositionsparteien zu sehen, sondern auch den Staat als den parteipolitisch erbeuteten Staat zu begreifen - das dürfte auf Dauer zu viel sein für das zur Revolte, zur brachialen Reform nicht geschaffene BRD-Gemüt.

Das ist nun nur angerissen, das könnte man ausführen. Das wäre ein Thema für eine strategische Tagung, eine intensive Analyse der Lage, der Mittel, der richtigen Vokabeln, der Position des Overton-Fensters undsoweiter. Bloß müßte diese Analyse stets verknüpft werden mit der Frage, ab welchem Grad an Zugeständnis eine Alternative aufhörte, eine Alternative zu sein. Wann ist eine Alternative für Deutschland bloß noch eine Ergänzung des Altparteiensystems und nicht mehr seine angeekelte Herausforderung?

Man gründet eine Alternative ja nicht mit der Absicht, es besser zu machen als die FDP, also: ein noch nicht abgehalfterter Mehrheitsbeschaffer für diejenigen zu sein, die auf sechs entscheidenden Feldern unsere Nation an den Abgrund geführt haben: Finanzwesen, Sozialstaat, Bildungswesen, Überfremdung, Geschichtspolitik, bürgerliche Freiheit.

Das ist die Grundfrage: Wie kann man über Jahre jede denkbare Anfeindung auf sich nehmen und dann doch entscheiden, eine für diese Gegner akzeptable AfD zu formen? Jeder weiß doch, daß selbst eine Demokratie wie die unsere zwar ständig behauptet, nichts und niemanden zu unterdrücken, aber trotzdem nur denjenigen Abweichler akzeptiert, der sich seinen Platz machtvoll nahm oder mit einer zugewiesenen Rolle zufrieden ist.

Die AfD war eine machtvolle Partei, ihr Auftritt war machtvoll, ihr Siegeszug wirklich ein Triumph. Aber sie scheint das vergessen zu haben, und zwar vorhersehbar in der Phase, die jedes Projekt, jeden Antritt ereilt: dann, wenn es nach dem Triumphzug, nach den schockierenden Siegen um den Aufbau belastbarer Strukturen geht - um Disziplin und Kärrnerarbeit, nicht mehr um den Rausch der großen Protestwellen und den Zauber des Anfangs.

Die AfD - die geschnittene Partei, die von den "demokratischen Parteien" zum undemokratischen Irrläufer gebrandmarkte Partei, die einzige Oppositionspartei, der einzige Poller, an dem unser Land auf parlamentarischem Weg Haltetaue gegen seinen Untergang festlegen kann; die AfD - zugleich Träger und Profiteur einer ungeheuren Hoffnung, gerade für den fleißigen, nicht global agierenden, nicht ortlosen, sondern verantwortungsbewußten und per se sozial eingestellten Teil unseres Volkes; die AfD - eine Alternative für Deutschland, nicht eine für zu kurz gekommene Überläufer aus den Altparteien oder für Leute, die im Parlament oder in Abgeordnetenbüros nach einer Alternative zu ihrem bisherigen Berufsleben suchen ...

Die AfD als der erträgliche Abweichler, der angekommene Gesprächspartner, der oppositionelle Teil des Spektakels: was für eine Horrorvorstellung!

Höcke, den Meuthen als "reinen Landespolitiker" beschreibt (so, als stutzte ein Offizier vor versammelter Mannschaft einen Feldwebel zurecht), hat genau davor einen Horror und warnte von Anfang an vor der Verführungskraft der "Beteiligung". Er weiß besser als der durch die Brüsseler Megastruktur noch gründlicher als jeder Bundespolitiker abgeschottete Meuthen, welcher Typus in Parteien nach oben wandert, als handelte es sich um ein Naturgesetz, und er weiß auch, daß in der AfD bereits Leute oben ankommen sind, die nur noch so tun, als ginge es ihnen um zähen Widerstand gegen die Zerstörung des deutschen Volkes und seines Gemeinwesens.

Der Parteitag in Kalkar offenbarte einen Spalt in der Partei an einer ganz anderen Stelle, als das zuvor ausgerufen worden war: Ob mehr oder weniger sozialpatriotisch, ob eher Thüringer oder Brüsseler Weg - durch den bereits aus Kompromissen zusammengestellten Leitantrag gab es auf diesem Feld keine Konflikte mehr.

Personalentscheidungen sind hingegen konfliktträchtig und wegweisend: Die wichtigen Entscheidungen fielen in Kalkar dort, wo sowohl der Bundesvorstand als auch das Schiedsgericht zu ergänzen waren. In beiden Gremien herrschen nun klarste Meuthen-Verhältnisse. Man wird dort mit inhaltlichen Richtungsentscheidungen so umgehen, wie die Macht seit jeher geduldiges Papier handhabt: Auslegungssachen kann man verschleppen und umdeuten.

Und um von den Namen und (weniger wichtigen) Inhalten wegzugehen: Der entscheidende Spalt, der sich in Kalkar auftat, ist kein inhaltlicher, sondern ein psychologischer. Weiteres Gelände gewonnen haben diejenigen, die nicht in der Lage sind, dauerhaft und gegen jede bürgerliche Vernunft Widerstand zu leisten. Man kann Meuthens Rede und die Siege seiner Kandidaten nicht anders lesen: Man will dorthin vorstoßen, wo die Parteien seit jeher (und mit jedem Jahr noch mehr) Beute machen.

Man will sich letztlich an dieser Beutegemeinschaft der Altparteien beteiligen und wird dadurch von der Alternative zur Ergänzung. Denn das Gerede davon, daß man Beute mache, um mit diesen Mitteln eines Tages das Beutemachen an sich zu beenden, hat auch die Grünen seinerzeit zur verlogenen Partei gemacht: Die Grünen waren auf fast jedem Feld fundamentaler als die AfD, grundsätzlicher, griffen sogar das System an, duldeten das Linksradikalste in ihren Reihen und forderten ein Ende von Parlamentarischem Versorgungsposten und Stiftungsfilz (um nur zwei Beispiele zu nennen). Nach zehn Jahren Parlamentsbeteiligung war nichts mehr davon übrig, und heute macht man hemmungsloser und gründlicher Beute als jede andere Partei.

Kalkar: Der Parteitag hat gezeigt, daß es unter dem Parteivorsitzenden Meuthen keine Überwindung der Spaltung geben wird, sondern daß hier einer den festen Vorsatz hat, die Partei in seinem Sinne zu reinigen. "In seinem Sinne" meint zur Stunde: im Sinne des Establishments. Wen das geschafft ist, muß er sie vielleicht auch von sich selbst reinigen, vermutlich aber gar nicht mehr: Sie wird dann keine Alternative mehr sein.

Roger Köppel, einer der umtriebigsten rechtsoffenen Köpfe der Schweiz, hält Meuthen vor, dies zu tun, weil er in eine Falle getappt sei: Die Gegnern hätten der AfD eine Stildebatte aufgedrückt, als sei dies das Problem der einzigen Opposition: sich nicht fein genug auszudrücken, sich nicht in jedem Halbsatz von allem zu distanzieren, wovon die Vergangenheitsbewirtschafter Distanz forderten.

So ist es, kein Zweifel. Meuthen hat sich diese Pseudodebatte zu eigen gemacht und hebt parteiinterne Gräben mit Werkzeug aus, das ihm der Gegner in die Hand gedrückt hat. Stilfragen, einzelne, skandalisierte Wörter, zuviel Pathos hier, zuwenig historische Sensibilität da - sagt wer? Und worauf hofft Meuthen?

Auf Zustimmung von Leuten, denen nichts lieber wäre, als würde es die AfD nicht mehr geben? Vermutlich, leider, ist es so. Schwächeanfall, konstitutionelle Schwäche, jedenfalls ein Offenbarungseid für eine Führungsfigur, jedenfalls ein Kampf gegen die eigenen Leute mit den Mitteln des Gegners,

Und genau dieser Umstand sollte es denjenigen, die Meuthens Weg für das Ende der Alternative halten, leicht machen, einen Gegenentwurf zu formulieren. Es müßte in diesem Gegenentwurf vor allem darum gehen, Widerstandstugenden vorzustellen und auszubilden:

1. Durchhaltevermögen: Deutschland braucht eine politische Alternative, das ist heute so richtig wie bei Gründung der AfD. Diese Alternative ist etwas fundamental anderes als eine Ergänzung des Altparteiensystems. Darauf, daß die AfD als Alternative gebraucht wird, muß sie vertrauen.

2. Unbedingter Zusammenhalt: Die Gegner (Parteien, Zivilgesellschaft, Medien, Staat) werden immer etwas Skandalöses finden, um die AfD zu diskreditieren - wenn beim einen nicht, dann beim nächsten.

3. Nachahmungsverbot: die Dinge anders angehen als die anderen Parteien, andere Vokabeln verwenden, den Korrumpierungskräften von Parlament und Lobbyismus ausweichen, die eigene Daseinsberechtigung daraus ableiten, daß man nicht dazugehört.

4. Beratungsresistenz: Staatlichen Institutionen wie dem Verfassungsschutz, aber auch vermeintlichen Abwägungsinstanzen wie Patzelt oder Maaßen keinerlei Recht einräumen, die AfD nach kompatibel und inkompatibel auseinanderzusortieren. Sich vom Gegner nicht erklären lassen, wie man für ihn akzeptabel wäre.

5. Eindeutigkeit: Wenn die AfD sich zerfasert, streitet sie. Wieso öffentlicher Richtungsstreit? Es hört doch sowieso keiner zu, es pflichtet doch den besten Vorschlägen keiner bei. Theoriearbeit, Maßnahmenkataloge: ja, für die Schublade, für später. Für jetzt nur ein Mantra: Wir leisten Widerstand gegen die vermeintliche Zwangsläufigkeit "alternativloser" Politik. Wir sind eindeutig anders als die andern. Bereits dieser Ruf reicht für Millionen Wähler.

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Es ist dazu gekommen, daß diese simplen Grundsätze aus der Anfangszeit der Partei und den Jahren des Siegeszugs in alle Parlamente zu etwas geworden sind, wofür man sich zu rechtfertigen hat, und zwar parteiintern. Noch einmal Roger Köppel: Er verwendet in seiner Analyse das Bild von Pech und Schwefel, das auf diejenigen ausgegossen werde, die als Erste die Leiter hinaufkletterten, um die Burg zu erobern.

Es ist schäbig von denen, die hinterherklettern, dieser ersten Reihe die verklebten Haare und die besudelte Weste vorzuwerfen. Bloß: Den Anstand, das nicht zu tun, haben viele der Nachzügler nicht. Wer bringt ihn ihnen bei? Und wo ist die breite Brust, die sich vor diejenigen stellt, die gekämpft haben und die zurecht und mit sehr gute Argumenten verlangen können, daß die Alternative ihren Weg als Alternative weitergeht?


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (75)

anatol broder

1. Dezember 2020 17:14

gibt es eine abschrift der besagten rede von meuthen?

zephyros

1. Dezember 2020 17:32

Am Höhepunkt des Migrationsdesasters führte in Österreich die FPÖ alle Umfragen an, als einzige Kraft, die sich gegen das Pro-Migrationsnarrativ gestellt hat.

FPÖ-Positionen galten nicht nur als authentisch (wegen der jahrelangen programmatischen Konsequenz), sondern zu dieser Zeit geradezu als die einzig rationalen, was nach der Parteiübernahme der ÖVP durch Kurz dazu führte, dass die ÖVP sich weiter rechts positionieren musste, um von der blauen Themenkonjunktur profitieren zu können.

Als die FPÖ nun in die Regierung kam, wollten wesentliche Teile der FPÖ (Strache/Hofer) auf einmal vom Linksliberalismus geliebt werden, das Establishment täuschte vor, eine handzahme FPÖ wohlwollender behandeln zu wollen. Strache distanzierte sich nun täglich von irgendetwas.

Lediglich Innenminister Kickl sorgte für "Skandale", als er bspw. kommunizierte, dass sein Herzensprojekt Remigration und Asylreform am EU-Recht scheitert und er deswegen europaweite Initiativen in Gang setzten würde. Kickl hat Strache damit als "Staatsfeind Nr.1" abgelöst, die ÖVP wollte Kickl loswerden, denn diese war abseits Kosmetik nie an substantiellen Reformen interessiert.  

Als Strache über Ibiza stolperte, nutzte die ÖVP die Chance, um Kickl loszuwerden, die FPÖ weigerte sich, das IM zu räumen, die Koalition zerbrach. Die FPÖ liegt heute am Boden, die ÖVP koaliert nun mit den Grünen.

Die AfD möge ihre Lehren daraus ziehen.

Fritigern

1. Dezember 2020 17:33

Alternative für Deutschland wurde erfolgreich transformiert zur Alternative für die BRD

micfra

1. Dezember 2020 17:42

Volltreffer!

Loki

1. Dezember 2020 18:54

Lucke, Petry, Meuthen waren immer Protagonisten der Polarisierung und Spaltung. Es scheint das die Partei stets Probleme mit ihren Vorsitzenden bekommt. Warum ist das so und warum in dieser Kontinuität? Ein Schelm wer böses dabei denkt. 

brueckenbauer

1. Dezember 2020 18:56

Der Aufzählung von Widerstandstugenden stimme ich grundsätzlich zu. Was dabei untergeht: Die AfD ist erstens eine Partei, keine Bewegung. Es ist nicht ihre Aufgabe, Parallelstrukturen aufzubauen. Und sie ist zweitens eine Partei einer strukturellen ethnischen Minderheit - als solche kann sie nur in einer Koalition mitregieren. (Man kann eine vage Hoffnung auf eine neue Verfassung ohne Parteien haben - ich halte das nicht für empfehlenswert -, aber jedenfalls ist das keine sinnvolle Zielsetzung für die AfD.)

Der Haken liegt m.E. an einer anderen Stelle. Auch eine "bloß" liberalkonservative Partei müsste das Recht der Menschen (einschließlich der Deutschen) anerkennen, unterschiedliche je eigene Volksgruppen zu bilden. Hier liegt die Sollbruchstelle zu einem System, das "völkisch" grundsätzlich als verfassungswidrig erklärt. Um diese Bruchstelle kann sich die AfD auf Dauer nicht herumschleichen.

Mboko Lumumbe

1. Dezember 2020 19:30

Roger Köppel sagte auch, dass Meuthen nicht mehr die Kraft habe die oppositionelle Rolle zu tragen und deren Widrigkeiten auszuhalten. Das ist vielleicht verständlich angesichts der unmenschlichen Anfeindungen von Außen, andererseits trägt Meuthen bereits seit fast 2 Jahren genau dieses üble Spiel in die AfD und schädigt die eigenen Leute. Aus meiner Sicht hat er damit offen angefangen auf dem LPT BW 02/2019, dort hielt er auch eine unsägliche Begrüßungsrede mit ähnlichem unterirdischem Duktus und direkten Angriffen gegen Partei"freunde".

Gleichzeitig hat Meuthen auf diesem LPT BW selbst genau das getan, was er anderen vorwarf, denn er hat Gögels Schmäh-Ausdrücke wie "Schädlinge" und "Ungeziefer" gegenüber den eigenen Leuten stehend beklatscht und bejohlt und Gögel danach zum Landesvorsitzenden BW mitgewählt.

Meuthen ist nicht der starke Mann den er spielt, er ist schwach und unsicher, das war er schon immer. Erst kuschelt er auf dem Kyffhäuser, um dann den Flügel zu brechen. Meuthen hockt barfuss auf dem Moscheeboden und kuschelt mit dem Imam. Meuthen verkündet im TV seine Akzeptanz der Obergrenze 200.000, usw., die Liste der Illoyalitäten von Meuthen ist ellenlang.

Da hat ein Björn Höcke ganz anderes Durchhaltevermögen und Loyalität, dass er sich momentan zurückhält verstehe ich gut und finde ich richtig. Warum sollte er Meuthens Probleme lösen?

Elvis Pressluft

1. Dezember 2020 20:06

Meuthen versteht nichts von Politik – setzt man politisches Verständnis voraus. Was er und seine Leute betreiben, ist nicht einmal reduzierter Machiavellismus, denn man liebt allgemein nur den Verrat, nicht den Verräter. Die Systemknechte werden nichts weiter tun, als hämisch und schadenfroh Meuthen beim Fragmentieren der alternativen Partei zuzusehen; dann wird er für alle Zeit verbrannt sein, wie Lucke und Petry – es sei denn, er widerruft und tritt zum gut inszenierten Zeitpunkt (am besten mitten im Wahlkampf) aus der AfD aus. Dann könnte ihm die Union einen unbedeutenden Posten in Brüssel zuschachern. Die wohlberechneten Schwächungen bzw. Sprengungen der LT-Fraktionen in Holstein und Hamburg weisen den Weg.

Zu wiederholen ist: Das Schisma ist unvermeidlich. Ich glaube, es geht nur noch darum, den Schritt bis nach der Btw hinauszuzögern &ndash.

Brennholzverleiher

1. Dezember 2020 20:29

Was oben zur FPÖ gesagt wurde ist nur zum Teil richtig. Richtig ist, dass Kurz die FPÖ verraten hat, um mit den Grünen in Koaliton gehen zu können.

Falsch ist, dass die FPÖ wegen Verrats eigener Positionen in Opposition geschickt wurde. Wahr ist: Strache ist das Wunder gelungen, trotz extremen Gegenwinds eine Regierungskoalition zu schmieden. Während der 1 1/2 Jahre Regierungsarbeit ist die FPÖ inhaltlich kaum von ihren Standpunkten abgerückt (Nein zum Migrationspakt, Kürzung der Mindestsicherung für Ausländer, Mindestpension bei langer Versicherungszeit, usw). Lediglich in der Kommunikation hat wurde der Ton moderater. Das hat zum zweiten Wunder geführt, dass nämlich die langjährige Oppositionspartei FPÖ nach einem Jahr Regierungsverantwortung in der Wählergunst kaum gelitten hatte.

Lehren für die AfD: Hart in der Sache, verbindlich im Ton. Das Einschleusen von Störern in den Bundestag, sollte man sich verkneifen. Warum um jeden Preis die in Scharen aus der Union flüchtenden potentiellen Wähler vergraulen? Die FPÖ ist durch ihren eigenen Vorsitzenden gestürzt worden. Die Annäherung an den Mainstream hat kaum geschadet.

Jan

1. Dezember 2020 20:34

"(...) die von einer AfD, deren Niedergang nach dem Höhepunktjahr 2017 viel mit unnötiger Verbalradikalität zu tun habe (...)"

Das stimmt nicht so ganz. In den Umfragen stand die AfD am höchsten im Spätsommer 2018 mit 18%. Der Spiegel titelte am 08.09.: "Und morgen das ganze Land? - Warum die AfD so erfolgreich ist". Da waren Gedeon, Poggenburg, die Fürstin usw. alle noch an Bord. Das Jahr begann sogar mit Poggenburgs berüchtigter "Kümmel-Rede". Trotzdem stieg die AfD in den Umfragen weiter an und das Establishment tobte. Der Kipppunkt waren dann weniger die Debatten um die angeblichen "Hetzjagden von Chemnitz", sondern die Reaktionen der Parteiführung auf die Drohung mit einer Beobachtung durch den VS. Hier bekamen einige in der AfD auf einmal kalte Füße und besonders Meuthen tat sich mit Rückzugsgefechten und Autoaggressionen hervor. Auf einmal ließ man sich von den Altparteien die Standards aufdrücken, im Prinzip wie ein Schuldeingeständnis, dass man irgendetwas Unanständiges getan hatte. Diese jämmerlichen Reaktionen stießen viele Leute ab und von da an hatten die Altparteien die AfD an den Eiern. Egal wen Meuthen 2019/20 feuerte, es ging immer weiter bergab und egal wie demütig er sich zeigte, es nahmen die Drohungen mit dem VS immer weiter zu. Wie hoch muss die kognitive Dissonanz bei Meuthen, Storch, Stein & Co. sein, um das nicht zu sehen? 

Laurenz

1. Dezember 2020 20:38

Finde, an dem Artikel gibt es eigentlich nichts zu kommentieren. 

@brueckenbauer

Hätten Sie den Artikel aufmerksam gelesen, würden Sie bemerkt haben, daß GK die Ansicht vertritt, die AfD solle gar nicht so viele programmatische Punkte in den politischen Raum stellen. Wieso sollte Sie kreativ der Regierung Ideen geben?

Selbst in der ethnischen Frage des solidarischen Patriotismus braucht man gar nicht so weit ausholen, damit sich irgendwelche Partei-Büttel-Ämter provoziert fühlen.

Reduziert man den Parteitag auf die inhaltliche Frage, zweifle ich am Verstand der Liberalisten. Es geht beim Kampf um Wählerstimmen nicht um das richtige oder falsche Konzept. Es dreht sich, wie GK exakt formulierte, rein um den Machtgewinn. Und den Zuwachs an Macht generiert man, wenn einfach & verständlich Interessen von Mehrheiten vertreten werden und nicht die von ein paar tausend Hanswurst-Lobbyisten, die vielleicht so nett sind, persönliche Zuwendungen geschickt vor der Öffentlichkeit oder Abgeordnetenwatch zu verbergen.

Der_Juergen

1. Dezember 2020 20:57

Jene Kommentatoren, die Meuthen für "schwach", "mutlos" oder "überfordert" halten, irren sich. Das Ziel dieses Mannes besteht darin, der AFD die Zähne zu ziehen und sie koalitionsfähig zu machen, damit er selbst und ein paar andere noch eine Zeitlang an den Fleischtöpfen mitschmausen dürfen. Eine solche "Opposition" ist nicht nur unnütz, sondern zutiefst schädlich, weil sie bei ehrlichen, aber naiven Menschen die Illusion aufrechterhält, mit dem Stimmzettel liesse sich noch etwas ändern.

Ich habe übrigens vorgestern die wirklich sehr fundierte Schrift von Josef Schüsslburner "Scheitert die AFD?" gelesen. Der Autor warnt die AFD davor, über die Stöckchen zu springen, die das Regime ihr laufend vorhält, und warnt sie davor, von diesen Leuten Fairness zu erwarten. Die AFD müsse immer wieder hervorheben, dass sie die demokratischen Grundsätze vertrete, welche die Regierung, die Systemparteien und die gesteuerte Presse laufend mit den Füssen träten. Doch glaubt der hochintelligente Schüsslburner allen Ernstes, solche Leute liessen sich durch Argumente beeindrucken?

 

Schopenhauer

1. Dezember 2020 21:17

Werter Herr Kubitschek,

das war eine ehrliche Bestandsaufnahme. Dafür danke ich Ihnen. Ich hatte es in der Deutlichkeit nicht erwartet.

Aber haben Sie wirklich den richtigen Schluß gezogen? Sollen wir wirklich weiter machen in diesem Parteiensystem? Oder sollten wir nicht doch den Blick weiten? Hinter dem Horizont des Parteienstaats gibt es Land, das es lohnt entdeckt zu werden.

Nicht mehr viele wollen ein totes Pferd reiten.

Slentz

1. Dezember 2020 21:19

"Der Parteitag am Wochenende hat gezeigt, wie gespalten die AfD ist. Die einen wollen einfach Hetze – die anderen wollen Hetze mit Niveau."

heißt es in einem Post auf dem Twitter-Kanal der Heute-Show. Man sollte sein Verhalten zwar nicht an den Reaktionen des Staatsfunks orientieren, aber das zeigt eben ganz gut, was Meuthen nicht begreift: Es wird auch nach Abgrenzungen nach Rechts keine Zustimmung und Akzeptanz durch die staatlichen (und parteilichen usw.) Strukturen geben. Kubitschek liegt daher vollkommen richtig:

"Worauf hofft er? Auf Zustimmung von Leuten, denen nichts lieber wäre, als würde es die AfD nicht mehr geben? Vermutlich, leider, ist es so."

Gustav Grambauer

1. Dezember 2020 21:44

[Andante. c-Moll, C]
"Denn wir haben hie keine bleibende Statt,
sondern die zukünftige suchen wir." - Brahms: "Ein deutsches Requiem" / VI, gründend auf Offb. Joh. 14 / 3

https://www.youtube.com/watch?v=XTvw8r34eug

I love Volksauferstehung. Schon ein steiler und einsamer Weg, das räume ich ein. Die Verhältnisse werden jetzt forciert so zubereitet, daß manchen nichts anderes übrigbleiben wird, als ihn auch zu gehen.

- G. G.

RMH

1. Dezember 2020 22:07

Ich weiß nicht, die AfD immer gleich abschreiben, wie manche es offenbar tun, ist doch viel zu früh.

Das jetzt beschlossene Rentenkonzept finde ich gut und das, was in Sachsen-Anhalt aktuell in punkto GEZ passiert, ist höchst spannend. Robert Farle (S.A.) hat zum Thema Corona ordentlich im Landtag abgeliefert etc (noch zu finden auf youtube).

Ohnehin leisten viele Abgeordnete der AfD im Schnitt ordentliche Arbeit in den Parlamenten ab. 

Und nächstes Jahr kommen die Stunden der Opposition - ewig lässt sich das Corona-Regime nicht aufrechterhalten. Die Repression und Infamie wird allerdings sicher auch noch enorm gesteigert werden - da brauchen wir uns alle nichts vor machen und wenn man meint, fieser gehts nicht mehr, dann wird sicher noch was drauf gesetzt.

Rainer von Lankau

1. Dezember 2020 22:24

Dieser Kommentar überzeugt mich nicht so recht. Auch ich sehe die Gefahr, dass die AfD das Bewußtsein verliert, eine Fundamentalopposition zu sein. Aber soll der Vorsitzende einer Partei gegenüber Narzissten und pseudoradikalen Rüplern immer schweigen? Eine Partei, die ein großen Land vom Abgrund wegführen muss, braucht einen tiefen Ernst, Disziplin und zielgerichtetes strategisches Handeln - kein Alt-68er-Gehabe.

Und dann: Wenn Herrn Höcke das alles so klar ist: Warum drückt er sich auf den Parteitagen in der Ecke herum und tuschelt mit Vertrauten? Geführt wird von vorne, beim Militär und in der Politik. Wenn Höcke das nicht will oder kann, dann sollte er auch auf dieses ewige bundespolitische Geraune verzichten.

HartwigBenzler

1. Dezember 2020 22:25

Bravo! Genauso ist es. Nichts zu ergänzen.

Simplicius Teutsch

1. Dezember 2020 22:27

Die Angelegenheit ist doch ganz einfach.

Nichts ist verloren, wenn die potentiellen AfD-Wähler und Deutschland-Freunde sich wirklich eine schlagkräftige politische Kraft schaffen wollen. Bei der Bundestagswahl hatte die AfD ca. sechs Millionen Wähler. Und wie viele Mitglieder hat die Partei? - Läppische rund 30.000.

Jörg Meuthen ist nur so stark, wie ihn AfD-Mitglieder unterstützen. Wenn er bei den Abstimmungen die Mehrheit hat, dann ist es halt so. Vielleicht hat er ja am Ende Erfolg auch in unserem Sinne mit seiner „konservativ-liberalen“ West-Strategie. Ich kann es mir aber nicht vorstellen.

So viel ich weiß, ist die AfD eine relativ offene, demokratische Partei, in die so ziemlich jeder eintreten und dann mitstimmen darf. Offensichtlich aber ist im deutschen Volk keine wirklich drückende Not oder Erkenntnis, das Ruder in die patriotische Hand zu nehmen. Die AfD bietet sich doch unübersehbar an. Aber eintreten in die AfD müsste man natürlich schon und vielleicht zwei, dreimal im Jahr eine Mitglieder- oder Delegiertenversammlung besuchen und mitentscheiden. - Aber das scheint zu viel verlangt. Es müssten so viele Tausende eintreten, dass die gesteuerten Quertreiber, Spalter und U-Boote zahlenmäßig bedeutungslos würden.

Nemo Obligatur

1. Dezember 2020 22:30

Leider ist Metapolitik oft brotlose Kunst, während die Brötchen in der Parteipolitik verdient werden...

Meuthens Rede wurde vermutlich von dem Versuch motiviert, die drohende Beobachtung der Gesamtpartei durch den VS zu verhindern. Man wird sehen, ob das gelingt und es wäre ihm zu wünschen. Mit oder ohne Beobachtung durch den VS vergraulen aber solche Aktionen wie neulich im Bundestag gutwillige Wähler, die keinen Drang zur Radikalität verpüren. Und auf letztere Gruppe wird es bald ankommen, übrigens auch in Ostdeutschland. Die Ära Merkel endet 2021. Auf Bundesebene wird es wahrscheinlich zu einer schwarz-grünen Koalition kommen, wodurch es in der Union zu einer Zerreißprobe kommt. Die AfD könnte hier viele weitere ehemalige Unionswähler, vielleicht auch desillusionierte Wähler der SPD ansprechen.

Meuthens Rechnung ist nachvollziehbar. Der Fehler ist, davon auszugehen, dass die anderen Parteien und die Medien die AfD künftig fair behandeln. Das werden sie nicht tun, nicht einmal, wenn sich der "Flügel" abspaltet. Bei ARD, ZDF und überall sonst gilt noch das alte Strauß-Diktum, wonach es rechts der Union keine Partei geben darf. Was die AfD jetzt benötigte, wäre eine Integrationsfigur zwischen Meuthen und Höcke, die sehe ich aber nicht.

Das sozialpolitische Grundsatzprogramm ist übrigens ein wirklicher programmatischer Fortschritt, könnte man auch mal sagen.

Volksdeutscher

1. Dezember 2020 22:36

@Der_Jürgen - Zustimmung!

@Schopenhauer - "Sollen wir wirklich weiter machen in diesem Parteiensystem? Oder sollten wir nicht doch den Blick weiten? Hinter dem Horizont des Parteienstaats gibt es Land, das es lohnt entdeckt zu werden."

Sie haben mit Ihren Gedanken bestimmt nicht nur meine Neugier geweckt.... Wen oder welche Kräfte haben Sie im Blick? In welcher Richtung sollte man denn Ausschau halten?

Volksdeutscher

1. Dezember 2020 23:07

@Rainer von Lankau - Die Lageanalyse von GK ist nicht schlecht, ich finde jedoch schwach in dem Punkt, daß in ihr keine Kritik am Flügel und dessen Protagonisten vorkommt. Der liberale Flügel kann nur so stark sein, wie der rechte Flügel es ihm erlaubt bzw. ermöglicht. Mir dreht es den Magen um, wenn jemand wie Höcke, der sich doch als rechter Politiker begreift, sich einer antifaschistischen Rhetorik bedient wie man es sonst nur von Linken gewohnt ist. Was soll das? Ich habe noch nie einen Linken reden gehört, der sich einer antikommunistischen Rhetorik bedient hätte, es sei den aus Alibi.

Amos

1. Dezember 2020 23:09

Vor einem Jahr hätte Meuthen noch meine Sympathie gehabt, der Glaube an eine Rückkehr bürgerlicher Vernunft war irgendwie noch da. Corona zwingt auch hier, sich auf eine Seite zu schlagen, -mit Glenn Close gesprochen: „Treten wir ihnen in den Arsch!“ (in Mars Attaks, der kleinen Geschichte einer Willkommenskultur).

Laurenz

2. Dezember 2020 01:29

Wir leben aktuell mit einem 6-Parteien-System, von denen 5e in der Nationalen Einheitsfront 2.0 vereinigt sind. Die FDP und die Ex-SED machen ab und an den Versuch, Opposition zu simulieren.

Jetzt mag mir doch bitte ein Forum-Teilnehmer verraten, warum irgendeine dieser 5 Parteien auch mit einer weichgespülten AfD koalieren sollte? Welche Notwendigkeit sollte denn dazu bestehen? Ist die AfD billiger in Koalitionsverhandlungen zu haben oder was?

Für ein paar Pfründe hier und da, macht doch jede System-Partei mit und die Wähler wählen nur noch aus Nostalgie oder aus emotionalen Befindlichkeiten, wie den Ablaßbrief-Handel an der Urne, um weiter SUV fahren zu dürfen.

Erachte jegliches Ansinnen einer Koalitionsfähigkeit als absurd, weil dazu jegliches zwingende Macht-Momentum fehlt. Ein Macht-Momentum entsteht, wenn eine Partei gegen oder über die 25% - Marke läuft. Aber dazu geben die politischen Inhalte der Meuthen-Fraktion überhaupt keinen Anlaß. Alles das steht auch im Artikel, insofern kann ich die Meuthen-Versteher hier in keiner Weise nachvollziehen.

Laurenz

2. Dezember 2020 01:32

 

@Simplicius Teutsch

In der AfD herrschen dieselben Zustände wie in der CDU. Delegierte haben nur noch wenig mit der Basis gemein.

heinrichbrueck

2. Dezember 2020 02:00

Die Coronamaßnahmen wurden global durchgesetzt. Keine FPÖ oder AfD wäre dazu in der Lage gewesen, diese weltweite Gleichschaltung zu bewerkstelligen. Die AfD wird die NWO nicht wegwählen können. Und aus dieser Perspektive wird globale Politik gemacht.

Meuthen füllt ein Amt aus, seine Partei spielt ihre Rolle, keine Fallen. Und ich fresse einen Besen, wenn Köppel der intelligenteste rechtsintellektuelle Kopf der Schweiz ist...

Millenius

2. Dezember 2020 07:01

Ich war immer der Meinung, dass eine offene Debatte in der AfD über die Ausrichtung und Strategie bräuchte. Es reicht einfach nicht, nur immer "Einheit", "Einheit" zu rufen, wenn Leute wie Meuthen und seine Anhänger keine Einheit wollen. Ich bin auch weiterhin dies richtig ist, wenn es um die Basis und Mitgliederparteitage geht.

Aber wenn ich mir diese Delegierten-Zusammensetzung anschaue, weiß ich nicht, ob da noch eine Debatte oder Überzeugungsarbeit hilft.

Nach der Meuthen-Rede hatte ich eigentlich gedacht, Meuthen sich damit sein eigenes Grab geschaufelt.

Aber nein - knapp mehr als die Hälfte der Delegierten - wählte bei nachfolgenden Nachwahlen lupenreine Meuthenisten in den Bundesvorstand. Diese Nachwahlen waren m. E. vor allem Lagerwahlen - d. h. wer Cotar oder Waldheim wählte, der wählte sie in der Regel in ihrer Eigenschaft als Meuthenisten.

RMH

2. Dezember 2020 07:15

Man muss allerdings auch klar feststellen, dass es Meuthen immer wieder gelingt, Mehrheiten zu bekommen. Sei es im Bundesvorstand, sei es jetzt unter den Delegierten (warum waren mal wieder nicht alle da?). Der Verweis darauf, dass man ja jetzt in die AfD eintreten kann, geht leicht fehl, da so etwas kurzfristig nichts ändert. Mittel- bis langfristig schon eher.

Insofern bleibt nur, das jetzt so zu akzeptieren und einfach den Weg, den jeder eingeschlagen hat, weiter zu verfolgen. Ja, jetzt könnte das mit den dicken Brettern kommen ...

Interessant ist/ wird es, wie die Bundestagsfraktion damit umgeht, von einem Herrn aus Brüssel (um die EU-Abgeordneten der AfD ist es erstaunlich ruhig geworden) so abgekanzelt zu werden.

brueckenbauer

2. Dezember 2020 07:23

@Laurenz,

GKs Idee, die AfD solle Fundamentalopposition betreiben, finde ich soweit ganz gut. Das Vorbild wäre die SPD der Kaiserzeit (die hatte allerdings eine soziale Bewegung - die Arbeiterbewegung - neben sich).

Dann muss man allerdings auf ein anderes Ziel verzichten, das im Umfeld von Schnellroda und dem "Flügel" ebenfalls angedeutet oder ausgesprochen wird:

Eine AfD als Fundamentalopposition kann die Bedürfnisse der ethnodeutschen Minderheit nicht abdecken. Die ethnodeutsche Minderheit in der BRD ist auf die Teilnahme an einer Regierungskoalition angewiesen, genau wie die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein auf die Teilnahme an einer Regierungskoalition angewiesen ist. (Oder früher der BHE.)

Millenius

2. Dezember 2020 07:35

@Laurenz

Erachte jegliches Ansinnen einer Koalitionsfähigkeit als absurd, weil dazu jegliches zwingende Macht-Momentum fehlt. 

Es ist nicht nur absurd. Es ist mittlerweile sogar totaler Wahnsinn. Vor allem aber, wenn man bedenkt, mit welchem Eifer und Aufwand die CDU die AfD bekämpft. 

Darüber braucht über halbwegs Realisten eigentlich gar nicht mehr diskutiert zu werden. Es geht eigentlich nur darum, wie man Meuthen und seine Unterstützer los wird. 

 

Laurenz

2. Dezember 2020 08:19

@heinrichbrueck

Ja, die Versuchung zum Machtmißbrauch ist über gleich groß. Und "weltweit" ist ein großes Wort. Wissen Sie, warum die Asiaten in der Öffentlichkeit schon immer Masken tragen? Genau, wegen der schlechten Luft in den Großräumen, wie Bangkok etc.

Ich kann Ihnen, den Grünen oder der deutschen Umwelthilfe nur empfehlen, sich einen Tag an einer Kreuzung in Bangkok Zentrum hinzustellen und die Einwohner vom Fahrverbot zu überzeugen. Da gibt es dann mal so richtig fett auf die Fresse, abgesehen davon, daß man am Abend dann unter COPD leidet. Aber der Covid-Test sorgt dann sicher dafür, daß man die Ehre hat, zu den  privilegierten Corona-Toten zu zählen.

Volksdeutscher

2. Dezember 2020 08:19

@Laurenz - "Jetzt mag mir doch bitte ein Forum-Teilnehmer verraten, warum irgendeine dieser 5 Parteien auch mit einer weichgespülten AfD koalieren sollte?"

Ich kann es Ihnen auch nicht verraten, erkenne jedoch, daß genau das der springende Punkt ist. Etwas zugespitzter formuliert: Warum sollten jene Parteien, die Deutschland abschaffen wollen, mit einer Partei koalieren, die vorgibt, Deutschland vor der Abschaffung retten zu wollen?

Mit dieser Frage müßte man endlich die Flachköpfe im liberalen Flügel konfrontieren. Es sei denn, der liberale Flügel könnte sehr gut mit Deutschlands Abschaffung leben, traut sich jedoch gegenwärtig nicht, es offen zuzugeben.

Lotta Vorbeck

2. Dezember 2020 08:26

@Millenius - 2. Dezember 2020 - 07:35 AM

"Es geht eigentlich nur darum, wie man Meuthen und seine Unterstützer los wird." 

---

Meuthen & Meuthens Meute dürfte man am ehesten loswerden, indem man sie ihren Kram allein machen läßt.

Laurenz

2. Dezember 2020 09:28

 

@brueckenbauer

Dafür hat BK das neue Buch über den Sozial-Patriotismus geschrieben. Mit BKs Ausführungen können Sie Mehrheiten gewinnen.

Jeder ist sich selbst der nächste. Und umso mehr nächste Sie generieren, umso mehr Macht erringt man. Das ist der Inhalt des Artikels.

 

JensWoitas

2. Dezember 2020 09:37

Die Sollbruchstelle des "Systems Merkel" ist sehr wahrscheinlich weder "Corona" noch die Migrationsproblematik, sondern der Komplex Finanzen/Euro/Italien. Hier gibt der regierende Machtkomplex bereits offen zu, dass er die Grenzen seiner Möglichkeiten nahezu erreicht hat, und hier liegt auch eine große Chance für die AfD, die ja geradezu mit dem Zweck entstanden ist, auf diesem Feld eine Alternative zu Merkels "Alternativlosigkeit" aufzuzeigen.

Um daraus wirklich Gewinn zu schlagen, reicht aber nicht der berechtigte Verweis darauf, dass man hier - im Unterschied zu fast allen anderen - schon lange eine realistische Gefahreneinschätzung besaß. Man bräuchte ein Konzept, wie Europa nach dem Zusammenbruch von Euro und EU schadensbegrenzend in einen Zustand überführt werden kann, in dem politisch und wirtschaftlich souveräne Staaten und Völker weiterhin zu Freundschaft und Kooperation in der Lage sind. Eine solche europäische Perspektive, die gleichsam eine "Internationale der Nationalisten" anstreben müsste fehlt im Augenblick auf beiden Seiten der AfD-Strategiedebatte.

Der Rechte

2. Dezember 2020 09:47

Lotta Vorbeck    2. Dezember 2020 08:26

@Millenius - 2. Dezember 2020 - 07:35 AM

"Es geht eigentlich nur darum, wie man Meuthen und seine Unterstützer los wird." 

Meuthen & Meuthens Meute dürfte man am ehesten loswerden, indem man sie ihren Kram allein machen läßt.

_________

Nur weniger als 5% bei der Bundestagswahl bieten diese Chance.

Trotz fehlender Argumente und ständiger Wahlmisserfolge haben die Meuthenianer ihre Machtbasis immer weiter ausgebaut.

Wenn deren Lebenselixier, die Fleischtröge weg ist, dann sind auch die Meuthenianer weg und der Wiederaufbau kann beginnen.

Sehr schade, dass es nur so geht.

Der_Juergen

2. Dezember 2020 10:20

Neben J. Schüsslburners "Scheitert die AFD?" ist auch G. Scholdts "Brechts 'Massnahme' und die AFD" sehr empfehlenswert. Dort liest man auf S. 35, dass die Demokratie "inzwischen in etlichen westlichen Staaten faktisch bereits durch die Postdemokratie abgelöst: Eine Regierungsart, in der das Ideal tatsächlicher Volksherrschaft zur sentimentalen rhetorischen Phrase gerinnt, jedenfalls dort, wo diese Entwicklung gänzlich abgeschlossen ist. Corona markiert das Finale." So ist es.

Kann mir einer jener werten Foristen, die noch an Parteien und Wahlen glauben, bitte erklären, was ihn zu der optimistischen Annahme berechtigt, die Regisseure des "Great Reset" seien gewillt, sich von irgendeiner AFD oder irgendeinem Höcke in die Suppe spucken zu lassen?

Arkadier

2. Dezember 2020 10:33

Jan  1. Dezember 2020 20:34

Stimme mit Ihnen überein. Diese Korrelation sticht ins Auge, zumindest demjenigen, dem die Partei am Herzen liegt  und nicht die eigene Karriere.

Ansonsten bleibt auch mir der Grund verborgen, warum eine der Systemparteien eine Koalition mit der AfD eingehen soll, die ja das Gegenteil will. Es werden sich immer die Systemparteien zusammentun, alles andere is Illusorisch. 

 

quarz

2. Dezember 2020 10:34

Es mag manchen vermessen erscheinen, Parteien mit Religionen zu vergleichen. Da die Politik heute aber deutlich religiöse Züge aufweist, will ich den Vergleich dennoch anstellen.

Das Christentum war im römischen Reich aus zwei Gründen so erfolgreich:

1) Weil es seinen Gott nicht in die "diverse" Götterlandschaft der Römer eingliedern ließ wie all die anderen Religionen und Kulte, die man heute nur noch aus der historischen Überlieferung kennt. Es biederte sich nicht an, um einen Katzentisch im Pantheon des Establishments zugewiesen zu bekommen.

2) Weil die Christen gruppenintern sozial bestens organisiert waren und daher als Gemeinschaft eine große Anziehungskraft auf Suchende ausübte.

Uwe Lay

2. Dezember 2020 10:41

Von der "Alternative" zurm Ergänzungsangebot zu den etablierten Blockparteien, das ist das Konzept des Meuthenflügels, der sich auf diesem Parteitag durchgesetzt hat. Die dazu oppositionell Stehenden in der AfD haben es dem Meuthenflügel auch zu leicht gemacht,indem sie ihre Organisationen -auf Druck Meuthens- aufgaben, die "Patriotische Plattform" und der "Flügel" sich auflöste, sodaß nun nur noch Einzelkämpfer unkordiniert dem Meuthenflügel gegenüberstehen. Dessen Ziel nach dem gescheiterten Spaltungsversuch ist nun die Purifizerung der Partei von allem Nichtliberal-Bürgerlichem, hoffend, mal mit den C-Parteien und der FDP die Regierung zu stellen. Aber es wird dabei verkannt, daß die C-Parteien so viele Übereinstimmungen mit den Grünen haben, daß die Grünen jetzt rechtens ihr Wunschpartner ist. So führt Meuthens Weg nur zu einer FDP-Kopie, die froh sein kann, wie in Hamburg, über  5 Prozent zu bekommen für liberale Politik.

Laurenz

2. Dezember 2020 10:44

@Lotta Vorbeck

Ist klar & stimmt. Aber wo zieht man unter deutschen - und angereisten Politik-Interessierten der AfD die Grenze. Das ist unter Deutschen echt schwierig, erst recht, wenn es sich um Juristen oder Ärzte handelt.

Da ich mir nur schlecht vorstellen kann, daß die Meuthen-Meute blöd ist, bleibt nur der Verdacht der Untreue.

Andreas Walter

2. Dezember 2020 10:49

Kurzer Zwischenruf betreffend Corona.

Wer folgende Meldung verstehen will:

https://2020news.de/dr-wodarg-und-dr-yeadon-beantragen-den-stopp-saemtlicher-corona-impfstudien-und-rufen-zum-mitzeichnen-der-petition-auf/

sollte sich das hier erstmal ansehen:

https://sciencefiles.org/2020/12/01/fake-pandemie-rt-pcr-kann-sars-cov-2-nicht-sicher-feststellen-explosive-studie-zerstort-corman-drosten-paper/

Sprengstoff von extremer Brisanz. Das gibt Bürgerkrieg, der ja vielleicht auch beabsichtigt oder zumindest manchen womöglich auch willkommen ist.

Gotlandfahrer

2. Dezember 2020 10:50

Schickt das dem Meuthen:

https://www.youtube.com/watch?v=3u8Q4234c1c

@ Mboko Lumumbe: :-)

RMH

2. Dezember 2020 10:53

@Der_Juergen,

Wenn Optimismus, dann nur Zweckoptimismus. Das Parlament ist eine Bühne, die bespielt werden muss, verhindern kann man damit wenig bis nichts. Selbst die Mehrheitsparteien haben mehr oder weniger nur die Macht, ihre Untertanen zu gängeln und stehen globalen Entwicklungen auch nur machtlos gegenüber.

Franz Bettinger

2. Dezember 2020 10:54

@Nemo: Integrationsfigur? Dr. Hans Christoph Berndt (Arzt). Dieser vorbildliche Mann aus Brandenburg sollte die AfD anführen! Bei seiner Rede verfielen sogar die Grünen und Linken in schamhaftes Schweigen:  https://www.youtube.com/watch?v=QcKMMLSkXjg&feature=youtu.be

Ein gebuertiger Hesse

2. Dezember 2020 11:01

@ Volksdeutscher

Hier ist noch einer, der begierig wäre, auf die Frage, die Sie @ Schopenhauer stellten, eine Antwort zu erhalten. Wenn in dieser verrannten und immer neue Bestände verzehrenden Zeit jemand "hinter dem Horizont des Parteiensystems Land" ausmacht, "das es lohnt entdeckt zu werden", wird vitales Interesse geweckt. 

Danke übrigens für Ihre starken und wasserklaren Kommentare in letzter Zeit, gerade auch die in dem jüngsten Beitrag von Schick.

Laurenz

2. Dezember 2020 11:01

@quarz

Natürlich ist Politik Religion und Religion Politik. Die Wähler/Bürger glauben grundsätzlich mehr oder weniger Lügnern. Und Glauben bedeutet immer religiöses Gebaren. Wenn Religion keine Politik sein sollte, müßte sie auf Mission und gesellschaftliche Einflußnahme verzichten. Aber welche Religion tut dies? Kirchen sind APR-Parteien, heißt außer-parlamentarische-Regierungs-Parteien. 

Und die Politik lügt eigentlich fast immer die gläubigen Wähler an, bis auf Roland Koch. Der zog tatsächlich mal in Hessen sein Wahlprogramm durch. Aber schon bei Bilfinger & Berger zeigte sich, daß Politiker eben nur zur 6ten oder 7ten Garnitur gehören.

Millenius

2. Dezember 2020 11:08

@Rechte

Nur weniger als 5% bei der Bundestagswahl bieten diese Chance.

Trotz fehlender Argumente und ständiger Wahlmisserfolge haben die Meuthenianer ihre Machtbasis immer weiter ausgebaut.

Wenn deren Lebenselixier, die Fleischtröge weg ist, dann sind auch die Meuthenianer weg und der Wiederaufbau kann beginnen.

Sehr schade, dass es nur so geht.

 

Das wird aber nicht passieren. Und falls es passiert, ist es fraglich, ob die AfD jemals wieder über 5% kommt.

Wir müssen uns also andere Mittel einfallen lassen. Ein Mitgliederparteitag habe ich vorgeschlagen. 

Laurenz

2. Dezember 2020 11:11

@Andreas Walter

Ihr Links haben keinerlei Brisanz, außer ein Gericht würde im Sinne Wodargs entscheiden. 

Es existieren genügend Ärzte oder Fachärzte, die den Grippe tötenden Covid-Virus als Pharce titulieren. (Covid hat die Grippe quasi ausgerottet, man sollte das ganze auch mal von der positiven Seite sehen.) Aber die Politik und die gleichgeschalteten Medien haben erfolgreich die Debatte, wie auch in allen anderen politischen Segmenten verhindert. Wer zweifelt, ist ein Alu-Hut-Träger oder ein Staatsfeind. Im Himmel der Kommunisten läßt sich Stalin einen Krim-Sekt nach dem anderen von Ulbricht, ob ihres ideologischen Erfolges, kredenzen.

Valjean72

2. Dezember 2020 11:17

@Volksdeutscher:

"Warum sollten jene Parteien, die Deutschland abschaffen wollen, mit einer Partei koalieren, die vorgibt, Deutschland vor der Abschaffung retten zu wollen?"

---

Eben weil diese Parteien, bzw. deren Führungsleute insgeheim wüssten, dass diese Alternative nur eine vermeintliche, eine vorgetäuschte ist.

Und so ist es nach Lage der Dinge ja auch.

 

Maiordomus

2. Dezember 2020 11:21

@quarz. Christentum musste sich kaum mehr gegen zerfallendes "Heidentum" durchsetzen, sondern gegen orientalische Mysterienreligionen, zu denen es im Prinzip gehört, Lichtkult von Sol invictus und Mithras, siehe das für alle drei wesentliche Weihnachtsfest.

@ Kubitschek sieht vieles klar, ist aber seinerseits kein Politiker und diesbezüglich ohne praktische Erfahrung wie z.B. Krah. Der gelobte  Köppel, mit dem ich lange zusammengearbeitet habe, stützt sich auf Analysen seiner Mitarbeiter Sarrazin, Broder und anderen, auch Einschätzungen Maassens. Wenn man sich hier von solchen nichts mehr sagen lässt, sieht man blinden Fleck im eigenen Lager nicht, das auch von Meuthen peinlich ungeschickt analysierte reale politische Sektierertum. Der "Intellektuelle" Köppel kennt übrigens die rechte Theoriedebatte kaum, eher ist er ein Trump-Fan.

MARCEL

2. Dezember 2020 11:37

Alles gesagt, klar und deutlich. Darum nur Fußnoten:

Eigentlich will man ja gar nicht! Der Westen kann mentalitätspsychologisch auch gar nicht anders! Hier gibt es ein Ur-Vertrauen in den Staat, das verblüfft, verärgert und beinahe anrührt. Muss man wohl auch, da es hier nichts anderes gibt. Andere haben ihre (wachsenden) Clans.

Der Osten kann noch. Ob eine eigenständige Ost-AfD quasi als Lega-Ost (bitte keine "Ost-CSU"!), Ostdeutschland in Bewegung setzen könnte? Zu wünschen wäre es...

Ich vertraue lieber auf das nächste disruptive Großereignis und das fegt über Parlamente und Institutionen etc. hinweg. Der Politiker der Zukunft wird dann etwas von einem Krieger haben und die Übriggebliebenen zu einem neuen Volk sammeln müssen (ähnlich den Alemannen, den "Kosaken" unter den Germanenstämmen). Phantasie? Abwarten! 

"Es war das Schaurige, daß niemand in diesem dahindämmernden Volk es ahnte"(Friederich Reck-Malleczewen Tagebuch eines Verzweifelten)

sok

2. Dezember 2020 11:43

Die Machtposition der Vergangenheitsbewirtschafter ist  meiner Meinung nach sehr viel schlechter als es den Anschein hat. Um das zu erkennen, braucht man aber eine genauere Analyse der Lage als sie bisher üblich ist.

Schmidt-Denter hat sich in seiner gigantischen europäischen Idenditätsstudie die Mühe gemacht, die Lage in der Schule genauer zu studieren.

Die Vergangenheitsbewirtschafter behaupten, dass sie dafür sorgen wollen, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt. In die Sprache des Psychologen übersetztt, würde das bedeuten, dass dafür gesorgt wird, dass ein übersteigertes Nationalbewusssein verhindert werdensoll.

In Wirklichkeit haben die Vergangenheitsbewirtschafter dafür gesorgt, dass die Deutschen gar kein Nationalbewusstsein mehr haben. Dies haben sie gegen den Mehrheitswillen der Eltern und Schüler erreicht, die sich mit 2/3 Mehrheit ein durchschnittliches Nationalbewusstsein wünschen.

Bei den Eltern und Schülern braucht die AfD gar keine Meinungsbildung zu betreiben. Eltern und Schüler müssen nur abgeholt werden. Beim Streit um die Sexualerziehung ist z.B. von einem Vater mit 4 Kindern die Initiative "Besorgte Eltern" gegründet worden, die sich nicht vorschreiben lässt, mit wem sie zusammenarbeitet. Die Tür steht also offen.

Natürlich grenzen sich die Querdenker auch nicht von der AfD ab. Inhaltlich wären die "Besorgten Eltern" aber ein besserer Bündnspartner.

anatol broder

2. Dezember 2020 11:43

@ woitas 9:37

Man bräuchte ein Konzept, wie Europa nach dem Zusammenbruch von Euro und EU schadensbegrenzend in einen Zustand überführt werden kann, in dem politisch und wirtschaftlich souveräne Staaten und Völker weiterhin zu Freundschaft und Kooperation in der Lage sind.

danke für den einwurf. das grundssatzprogramm der afd wird bereits auf tschechisch und ungarisch angeboten. die visegrad-gruppe sucht man aber darin vergebens. dabei wäre der beitritt zu jener die beste versicherung, die deutschland heute abschliessen kann.

RMH

2. Dezember 2020 12:26

@sok,

In Ihrem letzten Beitrag in einem anderen Debattenstrang hatten Sie Schmidt- Denter nicht erwähnt obwohl der Name förmlich im Raum stand und ich dachte mir fast, da hat er ja mal was vergessen, der gute sok oder war's gar ein Versehen?

Aber jetzt ist er wieder da, der Schmidt-Denter ... ;)

starhemberg

2. Dezember 2020 12:27

Die Lageanalyse von GK und die vielen Kommentare dazu sprechen für sich selbst. Ich brauche daher nicht auch noch meinen Senf dazuzugeben. Ich hätte nur eine sehr einfache Frage, die mich während dieser ungustiösen Selbstzerfleischung vorantreibt - kann man den Herrn Meuthen nicht einfach dazu einladen, sich hier auf dieser Seite zu erklären und seine Argumente darzulegen? "Durch's Reden kommen die Leute zusammen", sagt man in Österreich, und wenn nur noch übereinander geredet wird, statt miteinander, dann hat der VS genau das erreicht, was wohl auch sein Plan war. Ich rufe daher, wenn auch vielleicht blauäugig und naiv, dazu auf, das gemeinsame Gespräch zu suchen. Es geht um Deutschlands Zukunft und in weiterer Folge auch um jene von Europa, da muss ein jeder über seinen Schatten springen.

Laurenz

2. Dezember 2020 12:32

@Maiordomus @quarz

Historisch falsch, Maiordomus. Als Bonifatius Donars Eichen fällte, geschah dies unter militärischem Schutz einer Eskorte. Das 200 Jahre währende widerständige Zeitalter der Wikinger was ein einziger Abwehrkampf gegen das Christentum. Der militärische überlegene Zentralismus der christlichen Herrscher zwang den Norden quasi dazu, dieselbe Organisation zu übernehmen.

Unter dem Schutz der KSK würde ich auch Kirchen abfackeln. Das ist doch die einfachste Übung.

@Maiordomus @GK

Sarrazin publiziert bei Tichys. Broder hat irgendwann vor ein paar Jahren die Seiten gewechselt, warum auch immer. Ich kann mich noch gut erinnern, als er dauernd Elsässer stalkte. Von daher ist bei Broder die Authentizität immer fraglich. 

GK ist Soldat a.D., Verleger und Philosoph. Und Er ist so präsent, daß sogar der Relotius öfters über GK schreibt. Jeder an seinem Platz.

Wie oft sitzen Sie im Gemeinde-Parlament, Maiordomus?

Maiordomus

2. Dezember 2020 12:45

@Marcel. Reck-Malleczewen! Das war in der Tat ein bemerkenswerter Autor,  wesentlich und wichtig zum Beispiel für das deutsche Geschichtsbewusstsein, erwähnte ihn in meiner Dissertation über Reinhold Schneider. Unter den grossartigen Österreichern möchte ich ausser auf Richard von Schaukal, über dessen Witwe ich Interessantes erfahren habe, auf das Genie von Alexander von Lernet-Holenia aufmerksam machen, der, als einst erfolgreicher Autor und auch expressionistischer Lyriker, sich ein wenig aus Protest gegen Heinrich Böll in der Welt am Sonntag zur Zeit Schlamms seinerzeit mehr oder weniger selber zum Nobelpreis vorgeschlagen hatte. Frau Schaukal und Lerner-Holenia : für mich zwei der spätesten Repräsentanten einer Wiener Literaturblüte, von welcher ich bedaure, dass ein vielseitig interessierter und ausstrahlender Geist wie Martin Lichtmesz aufgrund seines Jahgangs diese Leute nicht mehr kennenlernen konnte. Frau Schaukal, seit 1942 Witwe, bemühte sich noch vergeblich um die "Hand" von Reinhold Schneider, der mit "Winter in Wien" gewiss eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jhds. geschrieben hat, im Gegensatz zu Zweig jenseits von Nostalgie. 

Waldgaenger aus Schwaben

2. Dezember 2020 13:19

Dann will ich mal den Part des advocatus Meuthens übernehmen.

1. Vorwurf: Meuthen ist skrupellos

Anders als Lucke und Petry hat Meuthen den notwendigen Machtinstinkt sich an der Spitze zu halten. Das ist eine notwendige nicht aber hinreichende Voraussetzung um im Falle einer Regierungsverantwortung AfD-Positionen durchsetzen zu können. Wer es nicht es schaffte bei scharfem Gegenwind in der eigenen Partei nach oben zu kommen und sich dort zu halten, wird im Sturm der politischen Verantwortung erst recht untergehen. Meuthen weiß wenn die Zeit für Härte ist und wenn für  Nachgiebigkeit. 

Die ersten auf der Mauer waren übrigens die Euroskeptiker nicht die Nationalkonservativen. Und Höcke hatte im Juli 2019 den Bundesvorstand angegriffen und gesagt, wenn die Landtagswahlen im Herbst vorbei seien, werde er sich "mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben". Er könne "garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird". 

1/3

Waldgaenger aus Schwaben

2. Dezember 2020 13:20

2/3

2. Meuthen will an den Futtertrog

Meuthen weiß wie wir alle, dass die anderen Parteien auf absehbare Zeit keine Koalitionen mit der AfD eingehen werden. Thüringen hat diesbezüglich alle Illusionen zerstört. Die CDU kann mit den Grünen und der SPD notfalls wird die FDP hinzugezogen, falls auch dies nicht reicht steht notfalls die Linke bereit. Wozu eine andere Partei an den Futtertrog lassen? Die Alt-Parteien hoffen immer noch, dass die AfD abseits der Macht irgendwann verhungert, weil deren Wähler aufgeben. 

3. Meuthen verbeugt sich vor dem Verfassungsschutz.

Das Verbot der AfD wird immer wieder erwogen. Die Gefahr ist virulent. Meuthen hofft m.M.n nicht auf dass Bundesverfassungsgericht, das sich am Ende doch als willfähriger Helfer erweisen könnte. Aber nach dem Verbot seitens des BVerfG könnte die AfD noch den EuGH anrufen, und ein Verbot, dass in keiner Weise durch Fakten rechtfertigbar ist, könnte dort scheitern. Es gibt genug Länder in der EU, die allzu gerne den besserwisserischen und arroganten Deutschen eine solche Klatsche gönnen würden.

Waldgaenger aus Schwaben

2. Dezember 2020 13:20

3/3

4. Meuthen ist schuld am Rückgang der Umfragewerte.

Am Rückgang ist das Versagen der AfD als Gesamtpartei in der Corona-Krise schuld. Egal wie man zur Gefährlichkeit des Virus' steht, die AfD hat versagt. Sowenig wie jeder andere hat sie Anfang 2020 die weitere Entwicklung voraussehen können. Sie hätte aber ihre Themen leicht anhand der Krise auf die Agenda setzen können: Grenzkontrollen, Weniger Einwanderung, Auflösung der Parallelgesellschaften in Deutschland (auch durch Remigration), Globalisierung zurückdrehen, Stärkung des Nationalstaates gegen die EU (den diese haben die Krise gemanagt). Statt dessen läuft sie bei obskuren Querdenkern mit.

Maiordomus

2. Dezember 2020 13:41

Zusammenfassung des Waldgängers: Meuthen hat vieles falsch gemacht, aber nicht alles. Das Gleiche gilt fatalerweise auch für Höcke, vor dem ich ehrlicherweise erst den Respekt vor einem durchaus bedeutenden und sicher nicht ungeschickten Politiker bekam, als er in Thüringen die Altparteien zur Kenntlichkeit exemplarisch vorführte wie bis jetzt kein rechter Politiker in den letzten 20 Jahren. Ich wiederhole indes: gewiss wichtiger als dass einer wie Höcke z.B. deutscher Oppositionsführer wird wäre meines Erachtens, dass einer wie er z.B. auserordentlicher, ganz normal tätig sein könnender Hochschulprofessor bzw. Hochschul-Assistent für Politik oder wenigstens Gymnasiallehrer oder vielleicht öffentlichrechtlicher Akademiedirektor in Deutschland sein dürfte. An einem solchen Präzedenzfall würde die geistige Freiheit in seinem Land stärker abhängen als an einem hohen politischen Posten.  

Waldgaenger aus Schwaben

2. Dezember 2020 14:41

@Maiordomus

Sicher Höcke einiges richtig gemacht, er hat Disziplin bewiesen und ich habe hier schon mehrfach darauf betont, dass es ein Fehler wäre ihn aus der AfD zu drängen und ich hoffe, Meuthen zeigt auch hier den richtigen Instinkt.

Zum Thema Parteiverbot habe ich ein bisschen gesucht:

Zuständig wäre der EGMR Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, nicht der EuGH,  im EGMR sitzen auch die Türkei und Russland. Der EGMR legt strengere Kriterien für eine Parteienverbot an. Das wird hier anhand des NPD-Verfahrens erklärt. Der Artikel ist von 2012 vor dem Urteil des BVerfG zum NPD-Verbot und macht klar, warum das BVerfG  vor dem NPD-Verbot zurückgeschreckt ist – der EGMR hätte das Urteil wahrscheinlich kassiert.

Insofern handelt Meuthen klug und richtig die AfD auf gemäßigtem Kurs zu halten.  Ein AfD-Verbot wäre anhand der EGMR-Kriterien beim jetzigen Kurs der Partei chancenlos. Mit einer Begründung wie: "Die AfD will die ethnische Identität des Deutschen Volks wahren und verstößt deshalb gegen die Menschenwürde." würde das BVerfG eine herbe Abfuhr vom EGMR erhalten. Bitte den Artikel lesen!

Wahrheitssucher

2. Dezember 2020 15:17

@ Franz Bettinger

Wie recht sie mit Ihrem Personalvorschlag haben! Habe mir gerade einige Redebeiträge von ihm angehört, welch ein guter Mann...

Eine Führung, die wir uns nur wünschen können!

 

Jan

2. Dezember 2020 16:31

"Das Verbot der AfD wird immer wieder erwogen. Die Gefahr ist virulent."

Ich hatte vor ein paar Tagen in einem anderen Forum schon mal geschrieben:

Wegen ein paar "Fliegenschiss"- oder "Denkmal der Schande"-Reden wird in Deutschland keine Partei verboten. Auch nicht wegen des Einschleusens von ein paar Besuchern in den Bundestag. Man kann im eigenen Land nicht die stärkste und einzig wirkliche Oppositionspartei wegen solcher Lapalien verbieten (die Verbostforderungen kommen regelmäßig nach solchen "Peanuts") und gleichzeit in Ländern wie z.B. Russland, China, Türkei, Saudi Arabien oder Iran für mehr Demokratie werben. Die werden unserem Außenminister gleich den Umgang mit der AfD vor die Nase halten und unsere Regierungspolitiker stehen dann schnell als Heuchler da. Wie die selbsternannten Musterdemokraten des Westens mit ihrer Opposition umgehen, wird in den Regionen außerhalb des Westens genau registriert.

Ich halte die Drohungen mit einem AfD-Verbot für das letzte argumentative Aufgebot. Die Altparteien hatten davor schon nichts mehr zu bieten außer Verdammung und moralischer Verurteilung, also bleibt am Ende nur noch VS und BVerfG. Aber ohne glaubhafte Pläne zu einem gewaltsamen Putsch, der von der AfD ausgeht müsste, wird das nichts.

Ansonsten stimme ich Ihnen zur Einschätzung der AfD in der Corona-Krise voll zu.

Rainer von Lankau

2. Dezember 2020 17:06

@Volksdeutscher

Vollkommen richtig. Das Versagen der Flügel-Vorturner wird noch nicht einmal bei den eingefleischten Gegnern richtig gesehen. Man muss sich mal vor Augen halten: Jahrelang werden die Erfurter als unverzichtbare Wertegemeinschaft, als Wächter der AfD-Gründungsideale (die es so nie gab) und Garanten der Einheit ausposaunt - und dann erfährt das Flügler-Volk aus einem Kubitschek-Interview, dass nunmehr das Gegenteil gilt und sie nicht mehr benötigt werden. Weil der Bundesvorstand es so wünscht. Und sie erfahren auch, dass es in ihren Reihen "nicht politikfähige" Mitglieder gibt, die "nicht mehr mithalten" können.

Kein Wort direkt an das Fußvolk, keinerlei schlüssige Begründung. Stilloser geht nicht. Mehr Altpartei geht nicht. Hier wollten die Protagonisten die Berufspolitiker Höcke und Kalbitz retten - auf Kosten derer, die ihnen noch soeben zugejubelt haben.

Es wäre die Aufgabe von "Rechtsintellektuellen", an diesem Vorgang  deutliche Kritik zu üben. Denn wie bittesehr wollen wir in Deutschland eine geistige Veränderung herbeiführen, wenn am Ende die Fehler der eigenen Seite in Altparteien-Manier konsequent beschwiegen wird. Und ja, Meuthen ist stark, weil die andere Seite nicht bereit und imstande ist, die Partei zu führen und sich nur in den Hinterzimmern stark fühlt, getreu dem Motto: Mehr scheinen als sein!

 

Mboko Lumumbe

2. Dezember 2020 17:53

Ein paar Protagonisten hier tun so, als müsse "der Flügel" oder gar Höcke die Probleme der Meuthe lösen. Das ist natürlich ein Irrtum. Den Flügel gibt es nicht mehr und gab es als Partei-Organisation noch nie. Das wird doch gerade aus den Argumenten gegen Flügel und Höcke hier deutlich: Eben weil von Höcke jetzt wenig kommt.

Nochmals meine obenstehende Frage: Warum sollte Höcke Meuthens Probleme lösen?

Meuthen sagt doch selbst, dass Höcke "nur" ein Landespolitiker sei, er vergaß natürlich zu erwähnen, dass Höcke hierbei überaus erfolgreich ist, ganz im Gegensatz zu Meuthen in BW, der auch dort nur Spaltung hinterließ.

Meuthen kann sich nicht annähernd so viele und bedeutsame politische Erfolge (auch mit bundesweiter Bedeutung und Wirkung) ans Revers heften wie Höcke und die von ihm geführte Thüringer Landtagsfraktion. Ganz aktuell wieder führt die Thüringer AfD im Kreistag Weimarer Land die anderen Fraktionen bei Abstimmungen erfolgreich vor, dass denen das Axxxxwasser kocht - herrlich!

Und Meuthen? Der hat im EU-Parlament ab und zu mal 60 Sekunden Redezeit, die er für die immer gleichen Phrasen verwendet. Stimmt ja was er sagt, doch das könnte ich genauso gut.

Es ist mMn genau die richtige Vorgehensweise von Höcke, dass er sich momentan zurückhält. Meuthen verbrennt sich selbst und aus eigener Kraft - verdient! Abtreten!

Volksdeutscher

2. Dezember 2020 18:21

@ Ein gebuertiger Hesse - Haben Sie Dank für Ihre lobenden Worte meiner leider eher sporadischen Aktivität auf SiN. Und dürfte ich mich bei Ihnen dafür revanchieren, so täte ich es am liebsten mit diesem Lied....

https://www.youtube.com/watch?v=MtPC7vQEHw4

Volksdeutscher

2. Dezember 2020 19:03

@Rainer von Lankau - "Es wäre die Aufgabe von "Rechtsintellektuellen", an diesem Vorgang  deutliche Kritik zu üben. Denn wie bittesehr wollen wir in Deutschland eine geistige Veränderung herbeiführen, wenn am Ende die Fehler der eigenen Seite in Altparteien-Manier konsequent beschwiegen wird."

Ich habe in letzter Zeit mindestens zweimal versucht, im Sinne Ihrer Gedanken Kritik zu äußern, leider vergeblich: meine Kommentare wurden gekürzt, obwohl ich sie sachlich verfaßte und keine Angriffe gegen die Person von AfD-Politikern anstrebte. Ich bin damit bestimmt nicht der einzige gewesen. Ich finde, daß selbst diejenigen nicht aus der Kritik auszunehmen sind, die uns am nächsten stehen und daß wir ihnen als Freunde der Richtung ihrer Politik nicht viel nutzen, wenn wir ihre Fehler und Verfehlungen aus falscher Rücksicht unter den Tisch kehren - in Ihren Worten - beschweigen. Wenn sich SiN auf Nietzsche beruft, dann wäre es konsequent von ihr, in seinem Sinne Kritik an der politischen Arbeit der Flügelleute zu deren Vorteil zuzulassen:

"Von unsern besten Feinden wollen wir nicht geschont sein, und auch von denen nicht, welche wir von Grund aus lieben." - Also sprach Zarathustra, Vom Krieg und Kriegsvolke

Matt816

2. Dezember 2020 19:50

Volle Zustimmung zu dieser Analyse meinerseits. Als Ergänzung sein hier noch einmal auf den ebenso bekannten, wie banalen Umstand hingewiesen, dass die AfD den Altparteien als Prügelknabe und zusammenschweißendes Feindbild ("Alle gemeinsam gegen  Rechts.") ungleich nützlicher ist, als in der Rolle des möglichen Koalitionspartners. 

Egal auf welcher parlamentarische Ebene es inhaltlich noch so passend erscheinen möge. Und abgesehen von der Tatsache, dass ohnehin davon auszugehen ist, dass die längst nach links entrückte CDU maximal in den östlichen Bundesländern überhaupt Mitglieder, die offen für solcherlei Gedankenspiele sind, in ihren Reihen aufweisen dürfte.

Viel zu stark ist der positive Effekt, den die AfD als Bedrohung von Außen im Inneren bewirkt, wenn das ewige "Nazi"-Narrativ fortgesponnen wird.

Volksdeutscher

2. Dezember 2020 20:19

Der konservative Flügel hat sich dem Befehl des liberalen Flügels tapfer gefügt und sich aufgelöst. Dabei ist es doch aufgrund der Parteisatzung möglich, innerhalb der Partei Vereine oder Stiftungen zu gründen (wenn ich mich recht erinnere). Das muß nicht gleich einen polemischen Namen bekommen, der den oppositionellen "flügelhaften" Charakter des Vereins zum tonangebenden liberalen Flügel betont. Hirt und Herde haben nur gemeinsam einen Sinn, nur gemeinsam haben sie die Möglichkeit, etwas zu bewirken. Also müssen sich die Konservativen neu organisieren.

Es ist ein feuchter Traum von einer neuen konservativen Revolution zu faseln, wenn deren vermeintlichen Akteure sich ducken, obwohl sie weniger zu befürchten haben, als ihre politischen Vorfahren in den 20-er und 30-er Jahren? Unter solchen Voraussetzungen ist alle theoretische Arbeit vergeblich, da die konservativen politischen Akteure nicht den Kampf annehmen. Alle Kraft und Anstrengung der politischen Theoretiker bleibt steriler Selbstzweck, wenn die politischen Praktiker klein beigeben, nur um den Burgfrieden in ihrer Partei zu wahren. Daß ich als Außenstehender leicht rede, ist kein Argument gegen berechtigte Kritik.

RMH

2. Dezember 2020 22:08

Wow, Martin E. Renner, Gründungsmitglied der AfD, legt gerade bei pi ordentlich los:

Der niederträchtigste aller Schurken ist der Heuchler… | PI-NEWS (pi-news.net)

 

Volksdeutscher

2. Dezember 2020 23:19

@RMH - Mir wenigen Ausnahmen kann man mit seiner Wahrnehmung der Dinge einverstanden sein.

Maiordomus

3. Dezember 2020 08:51

@Laurenz. Über Fällen heiliger Bäume durch den Iren Kolumban im südalemannischen Raum habe ich publiziert, Vorlesungen gehalten, lokalhistorisch, dabei die lateinischen Quellen gesamteuropäisch verglichen. Das Lokale über alle Generationen immer auf Quellenbasis geschichtlich betrachten kann einen in politischen Beurteilungen beeinflussen. Dass Sie sich dafür interessieren, bleibt zu anerkennen. Kann damit rechnen, dass eigenes Engagement auf lokaler und kantonaler Ebene, wegen gewisser Errungenschaften und Leistungen vor Ort und in den Kantonen, auch in 50 und mehr Jahren noch bekannt sein kann, obwohl man sich darauf  nichts einbilden darf. Referierte unlängst in Bergkanton an wissenschaftlichen Tagung über Geschichte der Landsgemeinde, erklärte vor Jahren mal auf Einladung einer badischen CDU-Sektion und ein anderes Mal vor der Jungen FDP Freiburg das Funktionieren basisdemokratischer Lokalpolitik, desgleichen vor 500 Deutschlehrkräften Sloweniens, 1991 kurz vor der Unabhängigkeit.. Heute wird es aber im eigenen Land immer schwieriger, die Zusammenhänge geduldig zu erklären, auch wenn mein Rat da und dort noch gefragt ist. Vorgestern sprach ich vor zugelassenen 50 Personen (ausverkaufte Filmvorführung) über die direkte Demokratie

Götz Kubitschek

3. Dezember 2020 09:49

die karawane zieht weiter.

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