10. Dezember 2020

In eigener Sache: Festschrift und Fernau

Götz Kubitschek / 32 Kommentare

Lehnert und ich haben live aus der Bibliothek in Schnellroda mehr als eineinhalb Stunden über Joachim Fernau gesprochen. Hier ist die Sendung:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Ankündigungstext, 9. XII. 2020:

Am Mittwoch, den 9. Dezember, nehmen Lehnert und ich uns ab 19 Uhr Joachim Fernau vor. Und: Die IfS-Festschrift ist in limitierter Auflage erschienen.

Bleiben wir zunächst bei der Neuerscheinung: Der Herausgeber der Zeitschrift Sezession, unser Institut für Staatspolitik, ist im Mai 20 Jahre alt geworden. Wir wollten dieses Jubiläum mit einem Kongreß begehen, hatten zweihundert Freunde und Förderer und Referenten aus dem In- und Ausland eingeladen. Aber aufgrund der Hygiene-Verordnungen konnten wir den Kongreß nicht durchführen. Auch den späten Ausweichtermin (Ende November) mußten wir streichen.

Was bleibt, ist eine Festschrift: Lagedenken. 20 Jahre Institut für Staatspolitik, herausgegeben von Erik Lehnert und mir. Das Buch kommt heute aus der Druckerei. Sie finden darin eine vollständige Chronik der Institutsarbeit aus den Jahren 2000 bis 2020 sowie Texte zu den Arbeitsschwerpunkten, verfaßt von Lehnert, Lichtmesz, Scheil, Kaiser, Mann und mir.

Die Auflage der Festschrift ist limitiert. Jedes Exemplar wird nummeriert und von Lehnert und mir signiert. Der gesamte Erlös steht unserem Institut zur Finanzierung der nächsten beiden Akademien zur Verfügung.

Kurzum: Wenn Sie ein signiertes Exemplar der Festschrift erwerben (20 €) und damit die Arbeit unseres Instituts unterstützen wollen, sollten Sie hier Ihre Bestellung aufgeben. Telefonisch können Sie sich unter 034632-904396 Ihr Exemplar sichern. Wir liefern strikt nach Bestelleingang.

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Zum nächsten Live-Gespräch: Erik Lehnert und ich werden morgen, Mittwochabend, 19 Uhr, über Joachim Fernau sprechen. Nach den Sendungen über Ernst Jünger, Ernst von Salomon und Armin Mohler wird das unser viertes und vor Weihnachten letztes Live-Gespräch sein.

Fernau liegt nahe: Lehnert und ich haben 2009, zum 100. Geburtstag Fernaus auf Wunsch von dessen Witwe eine Bildbiographie zusammengestellt und in einer Festveranstaltung präsentiert. Außerdem übertrug uns die Witwe kurz vor ihrem Tod die Rechte am belletristischen Werk Fernaus.

Wer die Wahl Fernaus als Qualitätsverlust ansieht und uns lieber über Carl Schmitt oder Gottfried Benn sprechen sehen würde, muß zwei Dinge bedenken: Erstens war Fernau der einzige im Wortsinn populäre Schriftsteller nach 1945, der dem erschütterten, geschlagenen deutschen Gemüt wieder auf die Beine helfen wollte. Die Auflage seiner berühmten Bücher (Rosen für Apoll sowie Cäsar läßt grüßen, dann Disteln für Hagen oder auch Die Genies der Deutschen) gehen in die Millionen. Die Frage ist also: Was trug das aus?

Zweitens: Schmitt, Benn, andere – wir werden im späteren Januar weitermachen.

Nun aber Fernau: Lehnert und ich werden am Mittwochabend ab 19 Uhr eine gute Stunde über diesen Autor sprechen. Bei Antaios erhältlich sind die beiden grandiosen Werke Hauptmann Pax (hier einsehen) und Die jungen Männer (hier entlang) sowie der Bericht Tausend Tage aus dem Zweiten Weltkrieg (hier einsehen) und noch etwa 100 Exemplare der Bildbiographie (hier bestellen).

Folgendes Fernau-Angebot: Wer alle drei Antaios-Titel bestellt, erhält die Biographie obendrauf. Dieses Paket haben wir hier geschnürt. Für alle anderen, die schon Titel besitzen und sich nun ärgern könnten: Wir haben den Preis für die Biographie auf 9 € gesenkt.

Neben dem, was Antaios verlegt hat, sind (leider nur in Taschenbuchausgaben) zu haben: Sprechen wir über Preußen und Deutschland, Deutschland über alles. Gebunden gibt es: Rosen für Apoll und Disteln für Hagen.

So: Schalten Sie ein, am Mittwoch um 19 Uhr, und zwar den Kanal Schnellroda. Den Link bauen wir ein, sobald wir online sind.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (32)

Franz Bettinger

8. Dezember 2020 10:35

Joachim Fernau war einer meiner Lieblingsautoren. Von klein auf (beginnend mit den Heldensagen der Griechen, Römer und Deutschen) an Geschichte interessiert, verschlang ich Fernaus alternative Betrachtungsweise. Am besten fand ich „Halleluja, die Geschichte der USA“. Ich hatte auch einen kleinen, freundlichen Briefwechsel mit dem großem Mann. Wer sich für Geschichte interessiert, kommt um J. F. nicht herum, denke ich. 

Maiordomus

8. Dezember 2020 10:36

Über Fernau ist im Gegensatz zu Schmitt und Benn fürwahr noch nicht "alles gesagt", also ist das von besonderem Interesse. 

Nemo Obligatur

8. Dezember 2020 13:54

Qualitätsverlust? Kann ja nicht jeder ein "unnahbarer Geistestitan" sein. Fernau ist ähnlich wie v. Salomon ein, vielleicht bis heute, populärer Schriftsteller. Ich stelle ihn mir immer vor wie einen gemütlichen Onkel, der viel rumgekommen ist und davon erzählt - im unverwechselbaren Plauderton. Mit Fernau begann für mich als Heranwachsender ein Leseabenteuer. Für mich ist morgen ein Pflichttermin.

brueckenbauer

8. Dezember 2020 14:05

Fernau war ja, ähnlich wie Benn, über lange Zeit populär und hat auch Leute geprägt, von denen man es im Rückblick nicht erwartet. Z.B. Westerwelles Formulierung "spätrömische Dekadenz" beruht wahrscheinlich auf früher Fernau-Lektüre. Man merkt es vor allem an dem Denkfehler: Die Dekadenz war ja gar nicht spät, die Dekadenzkritik (Cato) begann sehr früh und das Imperium überlebte trotzdem noch viele Jahrhunderte - aber da Fernau sich auf die Zeit dieser frühen Dekadenz konzentriert und seine Geschichte schon bei den Adoptivkaisern abbricht - für alles spätere muss man Gibbon lesen -, entsteht dei Fernaus Lesern tatsächlich der Eindruck "spätrömisch".

RMH

8. Dezember 2020 14:48

Das macht doch die Sezession aus, dass einem auch Autoren näher gebracht werden, die ins Vergessen geraten. Ich selber habe bspw. von ihm noch nichts gelesen (über ihn aber  bin schon, dank der Sezession) und bin daher besonders gespannt auf den morgigen Abend.

Dietrichs Bern

8. Dezember 2020 19:17

Naja, als eine Art SiN-Kuriosum habe ich auch hier meine eigene Sicht, denn ich freue mich besonders, dass Fernau den Vorzug erhält.

Die Genies der Deutschen, Disteln für Hagen, Rosen für Apoll,Cäsar lässt grüßen, Deutschland, Deutschland über alles, Halleluja, die Geschichte der USA  - habe ich verschlungen.

Ungeschlagen: Sprechen wir über Preussen. Der alte Fritz,von Zieten und von Seydlitz - eine Welt die mir im Geschichtsunterricht nie begegnet war - Fernau hat sie mir auf seine unnachahmliche Art geöffnet.

Simplicius Teutsch

8. Dezember 2020 21:59

Joachim Fernau ist emotional stets nahe dran an 1945, auch wenn er in seinen verschiedenen Büchern auf unterhaltsame Weise ein breitgefächertes historisches Grundwissen über mehr als 3000 Jahre vermittelt, sofern wir bei „Rosen für Apoll“ beginnen wollen. Fernau wählt aus, bezieht stets eindeutig und oft bitter polemisch Position.

Man muss ihn wohl mögen, um seine Bücher mit Genuss lesen zu können. Ich mochte ihn. In meiner Aktivenzeit war Fernau zwei, drei Semester lang das Thema am Biertisch. Herrliche Zeiten! Wohin seid ihr entschwunden? Nie kehrt ihr wieder …

„Dort in der Kaiserpfalz bei Bamberg [in Forchheim, anno 911] kamen sie zusammen und wählten den Frankenherzog Konrad zum König. In diesem Augenblick hatte die „deutsche“ Geschichte begonnen. Endlich.“

(Aus „Deutschland, Deutschland über alles … Von Anfang bis Ende“.)

Ob jüngere Generationen noch einen Zugang zu Fernau finden können?

Eo

8. Dezember 2020 23:55

Hallö Simplicius,

zu jenem Konrad I.,
(der aus meiner näheren Heimat stammt, wie ich nicht ohne Stolz bekennen muß), gibt es noch ein hochintressantes, wenn nicht frappierendes Detail,
das nicht so bekannt ist.

Denn er wurde nicht allein
im Jahr 911 (!) zum König gewählt, sondern höchstwahrscheinlich auch noch am 9. 11.  (!)  (Habe mal in der MGH recherchiert, aber es geht nicht eindeutig daraus hervor, ob es der 9. oder der 8. November war ...

Etwas mehr zu Konrad findet sich hier:

https://neue-spryche.blogspot.com/2016/06/feigheit-das-uneingestandene-credo.html

Simplicius Teutsch

9. Dezember 2020 09:33

@ Lehnert, @ Kubitschek. Vorschlag: 3 Rosen für Fernau.

Was halten Sie von der Idee, dass Sie für heute Abend fünf rote Rosen besorgen, sofern das noch möglich ist? Von den zwei schönsten schenken Sie je eine Ihrer Gattin und die anderen drei stellen Sie während der Videoschalte in einer Vase auf den Tisch. Ich würde dann gerne als Spesenbeitrag 50 Euro auf das SiN-Konto überweisen unter dem Kennwort: „3 Rosen für Fernau“.

 
Gute Idee, wird gemacht!

 

Der Joseph

9. Dezember 2020 15:30

Ich bin erst durch die SiN auf Fernau gestoßen. "Reden wir über Preußen" habe ich an 3 verregneten Tagen in einem Ferienhaus in Brandenburg gelesen. Das hat gepasst. Schloß Rheinsberg war nicht weit.
Geschichte wurde mir noch nie so lebendig vermittelt. Gleich zu Beginn, die Ankunft der Hohenzollern in der Mark Brandenburg und die Streitigkeiten mit den ansässigen Raubrittern, war spannend wie ein Abenteuerroman. 

Freue mich auf den Abend.

Phil

9. Dezember 2020 17:32

Wenn Ihr live geht, könnt Ihr es auch im Kanal Schnellroda bei Telegram verlinken.

KlausD.

9. Dezember 2020 20:50

@Der Joseph  9. Dezember 2020 15:30

" die Ankunft der Hohenzollern in der Mark Brandenburg und die Streitigkeiten mit den ansässigen Raubrittern"

Die "ansässigen Raubritter" waren ja in Wirklichkeit die ansässigen Adligen, die die neuen Herren von Kaisers Gnaden gefügig gemacht haben.  Zu diesem Themenkreis kann ich Ihnen auch Willibald Alexis und insbesondere seine Romane "Die Hosen des Ritters von Bredow" und "Der Werwolf" empfehlen. Kurfürst Joachim I. im Kampf gegen die "Raubritter" sowie in den Zeiten der Reformation.

Nemo Obligatur

9. Dezember 2020 20:54

Kurzweilig, angemessen generös, keinesfalls ehrfurchtsvoll, haben sich die Herren dem Thema genähert. Bei diesem Autoren der "leichten Hand" waren Schnaps, Bier, Wein und Zigarillo am Platze. Aber eigentlich ist das Kapitel Fernau seit Jahren abgeschlossen, und etwas Neues ist nicht mehr zu erzählen.

RMH

9. Dezember 2020 21:06

Danke! War sehr informativ. Bin gespannt, wer als nächstes in dieser Reihe präsentiert wird.

Cugel

9. Dezember 2020 21:17

Fernau kannte ich bisher nur vom Hörensagen bezüglich seiner Amerikakritik.
Werde das ändern.
Und mich grämen, wenn mal alle Autoren vorgestellt sind.
Geniale Reihe, hervorragend präsentiert.

Heiße Ohren wird's von der Chefin hoffentlich nicht gesetzt haben.

Simplicius Teutsch

9. Dezember 2020 21:17

Habe mir erlaubt, soeben für die kurzweilige Präsentation des Lebens und der Bücher von Joachim Fernau einen Spesenbeitrag von 100 Euro auf das SiN-Konto zu überweisen. Drei wunderschöne rote Rosen! Vielen Dank.

Danke!! Sie machen sich im Video auch wirklich gut!

Maiordomus

10. Dezember 2020 05:16

Natürlich war es ein Insidergespräch. Für den Verfassungsschutz wäre Zuhören eine Zumutung gewesen. Wünsche mir für ein andermal zum Beispiel Jochen Klepper oder Gerd-Klaus Kaltenbrunner als Gesprächsthema. Dazu würde Saufen zwischendurch zwar eher weniger gut passen. 

Der Joseph

10. Dezember 2020 08:16

@KlausD. Danke für den Hinweis

Der Livestream hat mir wieder sehr gefallen. Ich bräuchte die verschiedenen Kameraperspektiven nicht und doch muß ich zugeben, dass das Ganze dadurch noch professioneller rüberkommt. Da mir der erzählerische Stil Fernaus‘ gefällt wird sich noch der eine oder andere Titel zu den Preußen dazugesellen. 
Vielen Dank an Götz Kubitschek, Erik Lehnert und die unsichtbaren Helfer.

Werde mich dem Beispiel einiger Kommentatoren anschließen und einen Unterstützungsbeitrag überweisen.

 

starhemberg

10. Dezember 2020 09:10

Erst mal vielen Dank, es war recht kurzweilig, inklusive Rosen. Ich möchte mich hiermit unbedingt der Bitte um Gerd-Klaus Kaltenbrunner anschließen - darauf wäre ich wirklich "scharf".

Franz Bettinger

10. Dezember 2020 10:25

Ich habe den Lifestream (gibt es dafür ein deutsches Wort?) genossen. Mir ist dabei klar geworden, wie hellseherisch Fernau’s USA-Bewertung schon 1977 war. Als ich damals vor 43 Jahren das „Halleluja..."-Buch las, stand ich verblüfft und ungläubig vor dem düsteren Bild, das J. Fernau von der Geschichte und vom polit. Charakter der USA zeichnete, der Parvenues + Machthaber wohlgemerkt, nicht der Bewohner dieses vielfach großartigen Landes. 

Heinrich Loewe

10. Dezember 2020 10:55

Der Podcast war wieder prima! Wahrscheinlich würde ich als Erstes, aus gegebenem Anlaß, das USA-Buch lesen. Ich ahne die Stoßrichtung (buissness, make money...) - Aktuell entsteht  galoppierend eine riesengroße Bedrohung, daß wir unsere Freiheit verlieren: China, das Virus. Ich sehe allein die populistische Bewegung in den USA, die hier Einhalt gebieten könnte.

Pferdefuss

10. Dezember 2020 11:14

Diesmal hat Fernau den Zuschlag bekommen.

Kurzweilig - damit ist man genau Fernaus Duftnote, unterstützt durch den Duft der Rosen, gefolgt. Es ist nun für einen geneigten Zuhörer wie mich Anlass genug, einige Lektüre-Lücken zu schließen. Wer sich dem Lesen durch manche Stunde am Rechner entfremdet hat, kann sich mit Fernau mühelos und erfolgreich den Akt des Schmökern zurückerobern.

Das Spötteln über den 'Kitsch' bei 'Und sie schämten sich nicht' sei dem nüchternen männlichen Geist eines Götz Kubitschek gegönnt; Trivialkunst, bei den Medien Unterhaltungsfilm und Schlager noch deutlicher, ist aus meiner Sicht ein unterschätztes, wenn nicht gar zu abschätzig behandeltes Genre. Es spricht doch auf 'romantische' Weise 'weibliche' Gemütslagen an, die wir mit Elementen aus Traum, Sehnsucht, Schwärmerei, Schicksalsschlägen, Pathos, Sentiment verbinden. Warum eigentlich nicht?! Eigentlich ist doch sogar die Weihnachtsgeschichte vom Herzjesulein ein unglaubliches Rührstück, das alle zu rühren vermag. Ich mag so was.

Allen Lesern, Zuhörern, Machern, Zuschauern, wünsche ich eine gute Advents= Ankunftszeit.          

  

Laurenz

10. Dezember 2020 11:18

@Franz Bettinger

Werter Franz, die USA existieren so um die 240 Jahre. In all diesen Jahren haben sich die USA nur äußerlich verändert. Die politische Mentalität ist seit jeher dieselbe. Von daher sind Prognosen aus den 70ern keine Prognosen, sondern Feststellungen. Feststellungen hängen wiederum von der persönlichen Wahrnehmung ab, die ein Fernau eben auf der historischen Ebene explizit besaß. Das Land in seinem Selbstverständnis basiert im wesentlichen auf Angriffskriegen, um die Interessen Deines "Tiefen Staates" durchzusetzen. Der übliche us-amerikanische Demokratie-Export scheiterte schon früh beim Angriff auf Kanada. Aber die politische Konsequenz daraus, war nicht, den Polit-Export zu überdenken, sondern die militärische Schlagkraft zu optimieren. Die USA sind eben durch und durch römisch organisiert. Und die Amis scheitern, wenn sie scheitern, auch immer wie die Römer.

Um Dir das Grundsätzliche an den USA auf einer früheren Ebene zu veranschaulichen, hier nochmal die Lebensgeschichte vom Prinzen zu Neuwied  https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_zu_Wied-Neuwied

anatol broder

10. Dezember 2020 12:59

(1:40:30)

lehnert. letzte frage?

unbekannt. wie aktuell ist fernau heute? was hat er insbesondere jungen menschen zu sagen?

lehnert. er hat jungen menschen so ziemlich alles zu sagen. junge menschen müssen wissen, warum preussen wichtig ist, und warum die vereinigten staaten von amerika schlecht sind. oder?

kubitschek. ja.

anatol broder

10. Dezember 2020 13:25

@ pferdefuss 11:14

Warum eigentlich nicht?!

kitsch ist falsche bescheidenheit.

RMH

10. Dezember 2020 14:13

Hab jetzt im in Kartons verpackten Nachlass eines Verwandten "Wie es euch gefällt" gefunden .... kann mir dann also jetzt ein eigenes Bild zum Schreibstil von F. machen. Nach allem, was man so hört und liest, scheint er ja das gehabt zu haben, was in Journalistenkreisen früher als "flotte Schreibe" galt. Werde mir aber - wie geschrieben - selber eine Einschätzung dazu bilden.

Pferdefuss

10. Dezember 2020 15:27

@ anatol broder 1)

 Ihre Antwort bedenklich und bedenkenswert.

Mein Interesse - nur mal grob ein paar Stichwörter aufgezählt - 'Gartenlaube', 'reim dich, oder ich fress dich', 'Kindermund' Legendenbildung, Überlieferung, 'sagenhaft! märchenhaft! legendär!, 'Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen', 'Wie es euch gefällt', volkstümlich, 'erzähl mal, wie's früher war'...

Die Verleugnung von Schun', Schnulze, 'Musikantenstadl', Biedermeier/Biederkeit, des Spießers in uns - ist aus meiner Sicht nicht nur eine Phase der Jugendrebellion, sondern, sofern es lebenslang anhält, ein Makel, ja Merkmal all jener, die sich den Status von Spezialisten, Profis, Promis, Experten erarbeitet haben. 

'Falsche Bescheridenheit. Nicht unlieb ist mir die Rolle der Liebhaber, Laien, Schwärmer. Aufgefallen ist mir, dass die Lese-, vor allem musikalische Eindrücke aus jüngeren Jahren unverwüstlich in mir weiterwohnen, auch jene, die ich nur als Untermieter wahrnahm oder gar rausgeschmiss. Nun sind sie wieder da und behaupten sich als Mitwohner und erfreuen das Gemüt wie alte Weggefährten. 
 

Pferdefuss

10. Dezember 2020 15:28

@ anatol broder 2)

Fernau ist m.E. fähig, uns historischen Persönlichkeiten und Phänomene zu zeigen als seien sie Reisebekanntschaften, ja, Lebensgefährten. Inzwischen verstehe ich auch besser, warum ältere Herrschaften heiter und ruhig werden, wenn sie wieder mit alten Liedern, Geschichten, Fotos, Erinnerungen in Kontakt kommen.

Also Fernau für Ältere? Da jüngere oft ein geringes Sprachvolumen haben, ist er gerade recht, da sich passend Satz an Satz aneinanderreiht. Er vermag zu inspirieren, sich weiter mit Geschichte zu befassen. Sicher, einer wissenschaftlichen Analyse halten Fernaus historisierenden Ergüsse oftmals kaum stand. Aber hat man überhaupt ein Bedürfnis danach, sie dahingehend zu reflektieren?

Laurenz

10. Dezember 2020 15:31

@Pferdefuss

Ritchie Blackmore, einer der bekanntesten Gitarristen der Welt, mittlerweile über 70, ein Liebhaber Deutschlands und Seiner Burgen, meinte im Relotius: "Schlager ist der Soul der Deutschen".

https://www.nordbuzz.de/lifestyle/musik/ritchie-blackmore-schlager-soul-musik-6311175.html

Eine Differenzierung von E- und U-Musik erübrigt sich in meinen Augen. Auch die großen E-Komponisten hatten mehr schlechte -, als gute Tage. Und einige entbehrten grundsätzlich der letzteren.

 

 

Ein gebuertiger Hesse

10. Dezember 2020 16:23

Schöner Dialog wieder - reich, saftig, in sich selbst und nirgendwo sonst wohnend. Die Rosen auf dem Tisch gebühren dem Besprochenen, Geehrten (mit allem was an Nicht-nur-Lob dazugehört) wie den zwei Bewahrern seines Werks und Gedächtnisses. 

Man freut sich auf Fortsetzungen im nächsten Jahr.

Franz Bettinger

11. Dezember 2020 08:33

@Hagen? Was soll an ihm staatsmännisch gewesen sein? Der Tonjer hat mehr noch als Chruchill sein Volk dem Untergang geweiht, aus niedrigen Beweggründen, gekrämkter Eitelkeit und einem Weiberstreit um Nichtigkeiten. Was hätte aus den Nibelungen / Burgund (und England, um im Bild zu bleiben) werden können, wenn sie einen Siegfried als König oder als Verbündeten gehabt hätten! Und der Kindsmord, abscheulich. Nein, ich kann Hagen nichts abgewinnen. Am Ende ist es gar für den Tod seines Königs verantwortlich. Treu? War er nur seinem dummen Stolz. Wurde politscih etwas erreicht durch das Gemetzel in Etels Saal? Nein. Begründet aber wurde eine Legende - wie einst die von den Spartanern. Seht, was heute aus Sparta geworden ist. Es ist mal eine Touristen-Attraktion übrig gebieben. War's das wert? würde Fernau fragen.

Einsiedler

11. Dezember 2020 11:07

@Simplicius Teutsch

Dank für die fabelhafte Idee :   "Rosen für Fernau" !

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