18. Dezember 2020

Weihnachtsempfehlungen (6) – Enklave, Kehre, Dämonen

Götz Kubitschek / 13 Kommentare

Letzter Teil unserer Weihnachtsempfehlungen: Gutes, Wahres und Schönes von mir – alles noch rechtzeitig zur Bescherung lieferbar.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Gutes -- Volker Zierke: Enklave, Dresden: Jungeuropa 2020, 130 S., brosch., 15 €

Der junge Autor Volker Zierke gab mir seinen Erstling, als wir im September unsere coronabedingt abgespeckte Sommerakademie durchführten und er wie immer half. Ich begann noch in der Nacht zu lesen – an Akademiewochenenden ist immer viel Unruhe im Haus, weil die Nachtwachen aufziehen und die Studenten bis in die Puppen diskutieren. Ich schloß die Lektüre in der zweiten Nacht ab.

Zierke sind drei Dinge gelungen: Er hat zum einen sofort einen eigenen Stil gefunden, eine andeutungsreich verschachteltes Geflecht aus Rückblenden, Wahrnehmungsebenen und einer Handlung, die sich nach und nach enträtselt. Das ist das zweite: Zierkes Text wirkt, als hätte man aus einem Fließgewässer ein paar Eimer abgeschöpft und könnte darin aufs Ganze schließen. Das heißt: Es müßte eigentlich einen ganzen Roman hinter diesem ersten Ausschnitt geben, es sollte ihn geben, man wünscht sich, daß es ihn gebe.

Drittens: Zierke spielt mit literarischen Puzzleteilen. Er greift Stränge aus Joseph Conrads Herz der Finsternis auf und deutet die Lektüre von Christian Krachts Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten an. Das ist ist für seine eigene Erzählung wichtig: Inwiefern sind wir Teil eines Spiels, einer künstlichen "Wiederbelastung", eines epigonalen Programms?

Und mit diesen Fragen komme ich endlich kurz zur Handlung, damit Sie wissen, was Sie über die stillen Tage lesen werden: Im Mittelpunkt steht ein junger Offizier der Marineinfanterie, der an Bord eines Schlachtschiffs an der Jagd auf einen versteckten Feind beteiligt ist. Gefechte, Ausbildung, Auftrag, Koordinaten - wer ist, wo ist der Feind? Für wen kämpft man, was hat der Feind getan? Hat er überhaupt etwas getan?

Lesen Sie Enklave, wir können sofort liefern. Hier bestellen.

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Wahres -- Zeitschrift Die Kehre, Heft 3: Energie. 61 Seiten, 7 €

Unser Kolumnist Jonas Schick gibt seit Anfang des Jahres Die Kehre heraus - eine Zeitschrift für Naturschutz. Er hat mit ihr einen jener Stränge in die Hand genommen, die ursächlich und vor allem ursprünglich konservativ sind, aber neben den anderen Kennstücken unserer Richtung arg ins Hintertreffen gerieten.

Mittlerweile ist aus dem Naturschutz der Klimaschutz geworden, das Konkrete ist ins Allgemeine verflattert, das total tolle Gefühl hat die Selbstbescheidung abgelöst. Öko ist links ist grenzenlos ist Eine Welt.

Dagegen setzt Schick sein Projekt, und gut ist, daß aus dem Impuls des Dagegen ein Dafür geworden ist: Wie sieht das aus, wenn wir tatsächlich über den Schutz, den umsetzbaren Schutz des Eigenen, des Naheliegenden nachdenken? Wieviel Ökogelaber muß abgedreht werden, damit die feineren Töne einer "Kehre" (Heidegger!) hörbar werden?

Heft 3 hat die Frage nach der Energie zum Thema. Wir haben alle drei bisher erschienenen Hefte dieser wichtigen, neuen Zeitschrift vorrätig. Lesen Sie hier und bestellen Sie gleich.

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Volker Mohr: Die Staubdämonen, 125 Seiten, 19.50 € und Das Riesenrad, 120 Seiten, 19.50 €, beide Schaffhausen: Loco-Verlag 2020

Volker Mohr ist unseren Lesern bekannt als Verfasser des kaplakens Der Verlust des Ortes, der in diesem Jahr seine 4. Auflage erlebte. Mohr, der stark von Heidegger, Friedrich Georg Jünger und anderen (ich verwende dieses unglücklich abgegriffene Wort ungern!) achtsamen Autoren inspiriert ist, beschreibt darin die verheerenden Folgen von Ortlosigkeit, modernem Nomadentum und ständiger Überformung des Gewohnten (in welchem Wort ja "wohnen" steckt).

Mohr ist vor allem Erzähler, und von seinen Novellen und Erzählungen geht auf bestimmte Leser ein Sog aus. Ich gehöre dazu. Ich weiß, daß mich, wenn ich zu Mohr greife, nichts Spektakuläres erwartet, kein verrückter Plot, keine irre Geschichte, sondern meist eine Konstellation, in die man hineingerät, hineinrutscht, und die als Parabel auf unsere Zeit zu wirken beginnt.

Im Riesenrad ist das eine Fahrt, die nicht mehr enden will, aus der es keinen Ausstieg gibt, und das schlagende daran ist, daß dies überhaupt nicht jeder, den es von unten nach oben und wieder zurück dreht, als Problem, als Unzumutbarkeit wahrnimmt. Es läuft eben ab, buchstäblich. Kennt jeder von uns, nicht?

Die Staubdämonen sind dabei vor dem Hintergrund der Corona-Krise und dem zweiten, nun sehr harten Lockdown sozusagen ein offenes Buch. Ein Ehepaar bleibt mit seinem Wagen liegen und kommt in einer Pension unter, um die herum alte Bausubstanz eine heimelige Atmosphäre bildet. Aber dieses Heim wird unheimlich, nicht nur das Weltbild, sondern die Gemäuer bekommen Risse - der Verlust des Ortes setzt ein.

Ich empfehle Mohr zur Entdeckung. Ich las alles aus seiner Feder, gehöre sicherlich zu denen, dessen Saiten er anzuschlagen weiß. Und ich kann mir vorstellen, daß sich unter unseren Lesern etliche ähnliche Gemüter finden werden.

Das Riesenrad hier bestellen, Die Staubdämonen hier.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (13)

Maiordomus

18. Dezember 2020 14:14

Sehe in Volker Mohr einen der absolut bemerkenswertesten Schreibenden von heute, der aber nach wie vor ein Gehemtip geblieben ist. Verpasse keinen Titel von ihm. Als sein bisheriges Meisterwerk schätze ich "Das Riesenrad" ein. Dort, wo er lebt, hat er vielfach die Nachfolge des vielfach preisgekrönten, wenngleich "berufskranken" bedeutenden Autors Markus Werner, auch Bodenseeliterturpreisträger, übernommen. Von Hätscheleinheiten seitens des Feuilletons kann man aber bei diesem Autor nicht sprechen. Wiewohl ein Schreiber einer ganz anderen Art als ich es schaffen konnte, empfehle ich die obige Empfehlung von GK mit ganz besonderem Nachdruck auch für jene, die meine zugegebenermassen oft etwas akademischen Forum-Beiträge und Einwürfe hier schätzen oder wenigstens ertragen. Falls ich noch selber einen Tipp geben darf: "Abendspaziergang mit Kater" von Th. Hürlimann, wird am Montag 70; von Matussek in der Weltwoche noch nicht angemessen gewürdigt, zu sehr einfach als politisch "Gleichgesinnter" porträtiert. Auf schweizerische Art garantiert frei von Linksdrall, aber vor allem; ein  Meister!  

MARCEL

18. Dezember 2020 15:04

Zu Enklave: Nicht nur der Feind ist versteckt, der Jäger muss es auch sein.

Nochmal Enklave: Die türkischen TB2/Bayraktar-Drohnen haben in der armenischen Enklave Karabagh ganze Arbeit geleistet. NATO ist wohl nicht unbesorgt. Zukunftsmusik für weitere Bedrohungen durch den Sultan?

Das Buch von Volker Zierke ist jedenfalls vorgemerkt. Frohe Festtage

Maiordomus

18. Dezember 2020 15:07

Wie man einen "G e h e i m t i p" wie Volker Mohr lesend entdecken kann, scheint mir GK auf eine intim gelungene Art zum Ausdruck gebracht zu haben, dabei  auf dessen bedeutendste literarische Stärke, die lakonische Novelle bzw. Kurzgeschichte zusätzlich hinweisend. Zu nennen wären "Der stille Brunnen", "Der zerrissene Vorhang" und als Huxleyscher Anklang "Wunderbare neue Welt". Den teils berühmt-berüchtigten helvetischen "Diskurs in der Enge" (Paul Nizon) skizziert Mohr indes nicht nur geistig, sondern einigermassen gewagt sogar demographisch. Rolf P. Sieferle hätte auch deswegen am Leben bleiben sollen, um noch Mohr zu lesen. Am 19. Okt. 2019 wagte die NZZ , eine einschlägige Polemik des früheren Suhrkamp-Stars E.Y. Meyer mit dem Titel "Megacity Switzerland" zu veröffentlichen. Damit war nicht nur die zugelassene Kritik am planlosen chaotischen wüsten urbanen Überbauen angesprochen. Via "Ecopop" braut sich unterdessen eine Art grüner Untergrund zusammen, dem es politisch zwar ähnlich ergeht wie Herrn Palmer in Tübingen. Mohr formuliert es, ohne eine rechte Fahne aus dem Fenster zu hängen. 

Beowulf

18. Dezember 2020 17:08

Enklave scheint ein sehr interessantes Buch zu sein, was auf meine Leseliste kommt. Sellner hat in einem kürzlichen Interview mit dem Autor Parallelen zu "Die Tatarenwüste" von Dino Buzzati gezogen. Ein Buch über das Warten auf großer Ereignisse, die vielleicht nie kommen werden. Etwas was einigen hier nicht unbekannt vorkommen könnte.

Solution

18. Dezember 2020 22:52

Man sollte über ein Buch erst sprechen, wenn man es gelesen hat. Ich habe es gelesen. Ein Urteil über "Enklave" ist mir nur schwer möglich. Es ist literarisch und inhaltlich recht interessant. Allerdings sehe ich keinerlei Bezug zur Realität. Alles, wirklich alles, ist fiktiv. Was der Autor mit dem Buch beabsichtigt, bleibt mir verborgen. Möge es dennoch seine Leser finden. Ich bin gespannt auf das nächste Buch dieses durchaus begabten Autoren.

Zu Volker Mohr unterstreiche ich alle hier vorgebrachten Beurteilungen. Er ist bestimmt genauso wenig Massengeschmack, wie Zierke. Mohr ist aber absolut lesenswert. Für meinen Geschmack ist er nicht weit genug rechts, doch das muß Literatur auch nicht sein. Man sollte ihn lesen. Bisher hat mich jedes Buch von ihm überzeugt.

Die "Kehre" lese ich seit Erscheinen. Das große Thema dieser Zeitschrift ist für mich zweitrangig. Was kümmert mich das Schicksal der Umwelt, wenn wir selbst aussterben? Dennoch kann es eine Relevanz bekommen, sollte sich wider Erwarten das Blatt noch einmal zu unseren Gunsten wenden. Auch eine klar Leseempfehlung.

Maiordomus

19. Dezember 2020 11:26

@Solution. Interessant, dass für Sie Volker Mohr, der nun mal nicht in der gleichen Sprache schreibt wie hier oder in der JF die Foristen, für Sie nicht "rechts genug" ist. Trifft für mich vermutlich auch zu. Ausser dass zum Beispiel ein Leser von Joseph de Maistre, wie ich es seit 50 Jahren bin, Mühe haben kann mit dem auch hier allseits herrschenden erbärmlichen Linkstrend, den de Maistre und auch mein Weggefährte Kuehnelt-Leddihn als "satanisch" beurteilt haben, so weit ich aber nie gehen würde. Nicht wenige Mitarbeiter auch von Schnellroda sind mir mal nun ein für alle mal etwas "zu links", wovon ich aber Frau Sommerfeld eher ausnehmen möchte, Bismarck würde vom "Ludergeruch der Revolution" sprechen. Natürlich ist das keine Aussage über Volker Mohr, nur zur Problematik und Beurteilungen von Abweichlern, die angeblich nicht "rechts genug" seien. Ehrlich gesagt war aber Kuehnelt-Leddihn als bekennender, allerdings wohltuend antitotalitärer Antidemokrat für mich dann doch wenigstens für die Beurteilung der Verhältnisse in meiner Heimat wirklich "zu rechts". 

Andreas Walter

19. Dezember 2020 11:27

Alles nur Luxusprobleme. Die "Kehre" kommt ganz von selbst. Mit zunehmendem Aufwand (und unerwünschten Nebenwirkungen) zur Gewinnung von (Luxus-)Energie und Rohstoffen, Erze und Nerze, aber auch Schweine und Hühner, Saubohnen und “Leis“. Viel "Leis".

Die (bald fast alle) alten Deutschen aber taugen weder zur Prostitution noch zur Sklaverei und auch nicht als Soldaten. Man wird sie daher einfach abschlachten oder verhungern lassen. Die Jüngeren werden fliehen oder sich in nur wenigen Regionen verschanzen.

Daher ja auch Zusammenrücken.

Oder wie wollen selbst eine halbe Million Sicherheitskräfte (Polizei und Soldaten) sich gegen eine Armee von 2.000 Millionen Jugendliche in Zukunft durchsetzen? 2 Milliarden Kinder werden nämlich in den nächsten 20 Jahren Erwachsen und Geschlechtsreif, sind jetzt noch unter 15.

Noch mal zum besseren Verständnis:

0,5 Millionen versus 2.000 Millionen Aspiranten auf das (beste nur mögliche) Leben (und auf gutes, fruchtbares Land mit immer noch genug Regen).

Innere Unruhen werden daher jedes liberale System der Welt in den nächsten 20 Jahren zersetzen, das sich nicht jetzt schon dagegen wehrt. Mit einer militanten Diktatur. Doch auch die braucht eben viele junge Menschen, um überhaupt zu funktionieren. So ernst ist die Lage daher tatsächlich.

anatol broder

19. Dezember 2020 12:44

(2020-12-17, jährliche konferenz des russischen präsidenten)

asker-sade. welche bücher liest du deinen enkelkindern vor?

putin. von marschak, zum beispiel.

asker-sade. und welche werke genau?

putin. die zwölf monate. es gibt andere gute werke von unseren russischen autoren. russischen, sowjetischen autoren. unsere märchen sind sehr gut.

Maiordomus

19. Dezember 2020 19:39

PS. Das mit "zu links", soll das Schnellroda-Team in die Proportionen setzen cum grano salis der obigen Debatte. Es ist aber gegenüber einigen der Mitarbeiter durchaus nicht ironisch gemeint. Ich  gehöre zu denen, die einen linken Flügel der Rechten zumindest als Konstellation verstehen können, was ich übrigens nicht mit "sozial" gleichsetze.. Es gab den Flügel  auch in der Konservativen Revolution. Das mit dem Ludergeruch der Revolution hätte vermutlich Bismarck z.B. über  Pegida-Redner artikulieren können oder bei Kritikern der erpresserischen Corona-Politik, bei der man z.B. mit der zwar grundsätzlich nicht falschen Systemfrage nur von der wirklich argumentativen Ebene ablenkt. Hier argumentiert z.B. Gunnar Kaiser klarer und über ein rein oppositionelles Milieu hinaus überzeugender. 

 

Ja, es ist wichtig, Autoren wie V. Mohr zu lesen, der der Leserschaft nun mal keine politischen Bekenntnisse um die Ohren haut. Dies veranlasst den Leser aber umso mehr zu wirklichem Nachdenken. 

Maiordomus

20. Dezember 2020 00:19

Zur Bücher-Serie u. Verlagsarbeit: Intellektuelle Arbeit ist wichtig,  gehört eher nicht ins Parlament, auch wenn Marc Jongen es neulich versucht, auch im Zusammenhang mit Kriterien von wahr und falsch. Wenn indes Merkel durchaus im Gehabe und Stil einer glaubwürdig auftretenden Oberlehrerin von "Fakten" spricht, welche angeblich das Weltbild seit der Aufklärung bestimmen, bemerken nur sehr wenige das erkenntnistheoretisch plumpe, trotz geduldigem Zureden vulgäre Niveau, das bei Trumps Auftritten in der Regel nicht zu übersehen war. Ehrlich gesagt kann aber niemand, der erkenntnistheoretisch geschult ist, die Art der Argumentation Merkels wie neulich im Fernsehen durchgehen lassen; es ist schlechter als der junge Niklas Lotz es beanstandete, der den Schwerpunkt auf die Pathologisierung des Gegner legt, was allgemein, bei den Rechten inbegriffen, häufig zur politischen Polemik gehört. Dass die sogenannten Fakten in der Politik sobald Propaganda vorliegt, reines Wortspiel sind, Inszenierung; dieses zu sehen, darauf käme es an. Dass man es aber bei M. nicht so schnell sieht wie bei T., spricht bei M. für eine bestimmte Geschicklichkeit allerdings unkritisch inszenierter Wortautorität. 

limes

20. Dezember 2020 10:43

Das Schöne schlechthin ist die Natur. »Die Kehre« lese auch ich von der ersten Ausgabe an.

»Wahres« zur Weihnacht 2020 spiegelt der Werbeprospekt eines Discounters: Fressalien und Nachtwäsche, und zwar ausgesprochen biedere. Fehlt nur die klassische Schlafmütze für den Michel! Dass Deutschland zur Weihnacht 2020 alles andere als ein Pantoffel-Paradies ist, zeigen Daten aus dem baden-württembergischen Landkreis Waldshut, über die JF am 11.11.2020 berichtete: »… Auch Lockdown« führt zu Übersterblichkeit«: »Fast die Hälfte der Übersterblichkeit stehe im Zusammenhang mit den reduziert genutzten medizinischen Notfallstrukturen wegen des „Lockdowns“: … Auffallend sei auch die Verdopplung der Zahl leblos und einsam aufgefundener Menschen.« Oder, wie der Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich in seiner Klage wegen Corona-Kollateralschäden drastisch formuliert: »Es wurden verfaulte Leichen von Menschen gefunden, die sich zuhause verbarrikadiert hatten und in ihren eigenen Wohnungen im wahrsten Sinne des Worte vergammelten. Es wurde ein deutlicher Anstieg der Suizide gemeldet. …«

Bei alldem das Gute? Das Leuchtfeuer des geistigen Widerstandes, das von den SiNisten gehütet und gespeist wird. Ein friedvolles Weihnachtsfest allerseits!

quarz

20. Dezember 2020 15:16

@Maiordomus

"Wenn indes Merkel durchaus im Gehabe und Stil einer glaubwürdig auftretenden Oberlehrerin von "Fakten" spricht, welche angeblich das Weltbild seit der Aufklärung bestimmen"

In der sachlich völlig inadäquaten Gegenüberstellung von "Fakten" und "Meinungen" (wobei angeblich erstere das Denken der Klugen und Regierungstreuen und letztere das der Leugner aller Art bestimmt) offenbart sich überhaupt eine profunde Ahnungslosigkeit in Bezug auf erkenntnistheoretisches Basiswissen, das jedem einschlägig im ersten Semester Studierenden geläufig ist.

Mit Fakten haben wir es immer und grundsätzlich nur im Modus des Meinens zu tun. Die verschiedenen und oft gegensätzlichen Meinungen unterscheiden sich in epistemischer Hinsicht lediglich darin, wie gut begründet sie sind. Und offenbar glaubt die Regierungsallianz über unumstößliche Gewissheit zu verfügen (die ihre Vertreter unbeholfen mit der Rede von "Fakten" bezeugen wollen), der gegenüber das uneinsichtige Volk nur unbegründete Überzeugungen sein eigen nennt. Diese Dichotomie zwischen unfehlbarem epistemischem Monopol und windigem Glauben ist nun freilich alles andere als "im Geiste der Aufklärung", sondern im Gegenteil ein Rückfall in die Dogmatik von guten und schlechten "Wahrheitssystemen".

Maiordomus

20. Dezember 2020 17:19

@Quarz. Quod erat demonstrandum oder Q.e.d.

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