22. Dezember 2020

New Green Deal?

Heino Bosselmann / 93 Kommentare

Der linksgrünen Politik ist an dem von ihr beanspruchten Erbteil der Aufklärung vor allem eines wichtig – die Erziehung.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession
Der Mensch müsse doch zur Vernunft zu bringen sein. Daß dies über Jahrtausende so zufriedenstellend nicht gelang, im Gegenteil, stört die Neu-Aufklärer nicht, denn in der Gegenwart, meinen sie, dürfte es um so besser endlich möglich sei, da eine negative und eine positive Grundbedingung für die letztgültige Klärung der menschlichen Unvernunft erfüllt wären:

Zum einen stünde das drohende ökologische Weltende jetzt allen überdeutlich vor Augen und kündigt sich mit Klimaveränderung und Corona-Durchseuchung über zwei apokalyptische Reiter bedrohlich an. Zum anderen verfüge mindestens in den entwickelten Industrienationen eine kritische Mehrheit endlich über „Bildung“ und würde so die Zusammenhänge intellektuell durchschauen können.

Von Ann Pettifor erschien mit „Green New Deal. Warum wir können, was wir tun müssen“ gerade ein in seinem analytischen Anteil kluges Buch. Die britische Autorin, Ökonomin und Finanzexpertin, 2018 ausgezeichnet mit dem Hannah-Arendt-Preis, leitet das Netzwerk „Policy Research in Macroeconomics“ und den Forschungsbereich Globale Makroökonomik der „New Economics Foundation“. Ihre Kompetenz steht außer Zweifel.

Sie prophezeit, wenn sich nicht Entscheidendes ändert, den Zusammenbruch unserer bisherigen Zivilisation angesichts drohender ökologischer und sozialer Katastrophen und spricht das unregulierte globale Finanzsystem schuldig. Es jage nach immer höheren Renditen rund um den Globus und verschleiße so den Planeten. So ja längst bekannt, aber dennoch immer wieder notwendig, genau dieses Problem zu bezeichnen.

Lebensräume werden vernichtet, die letzte Ressourcen ausgeschöpft oder vergiftet. Genau diese Beurteilung der Lage von Menschheit und Natur ist richtig. – An sich reicht dem sensiblen Beobachter der Gang durch einen der vielen „Super-Märkte“, um ableiten zu können, wie es steht. Nur haben sich allzu viele Menschen fatalerweise daran gewöhnt, daß es so, wie der Super-Markt es ihnen seit Jahrzehnten werbewirksam vermittelt, nicht nur normal wäre, sondern genau so weitergehen könne und nach Marktlogik sogar müsse:

Dauerverfügbarkeit von allem, jedes materielle Bedürfnis unmittelbar zu befriedigen, Mangel unbekannt. Die meisten Produkte zwar geschmacksneutral und durchnormiert, dafür aber vertraut und offenbar im Überfluß vorhanden. (Als wegen der aktuellen französischen Corona-Kontinentalsperre in England der Brokkoli und anderes Gemüse knapp wurden, führte das, liest man, zu Hamsterkäufen.)

Ann Pettifor meint, die Welt mit einem „Green New Deal“ retten zu können. Die OECD-Staaten müßten den ärmeren Ländern bei der Finanzierung von Anpassungen an den Klimawandel helfen. So könnte eine finanzielle Umverteilung vom Produzenten zum Verursacher erfolgen. Wenn zehn Prozent der Weltbevölkerung fünfzig Prozent der Emissionen zu verantworten haben, so liegt das Erfordernis einer Lastenumkehr deutlich zutage. Was in ihrer Argumentation nun folgt, wirkt konservativ gedacht:

Da die Vereinten Nationen für eine solche Umsteuerung zu führungsschwach seien, müsse die internationale Kooperation unter Regie der Nationalstaaten erfolgen. Dies so zu denken ist beachtlich, da mindestens hierzulande schon der Gebrauch der Begriffe Nation und Nationalstaat sofort den Vorwurf auslöst, man wäre unrettbar rechts verrannt. Wenn sich Nation nun noch mit interner ökonomischer Steuerung verbindet, dann würden die Liberalen schnell noch „National-Sozialismus“ reden und dies als Todschlagargument benutzen. Und: Lassen sich das mobile Kapital und namentlich das Finanzkapital tatsächlich wieder national einhegen und domestizieren, nachdem sie die allergrößten Freiheiten genossen?

Die Autorin jedenfalls möchte das der Realwirtschaft entkoppelte Finanzsystem neu regulieren. Sie kritisiert die Hegemonie des Dollars und das „exorbitante Privileg“ der USA, „auf Kosten der übrigen Welt zu leben“. Alternativ dazu müsse endlich eine internationale Zentralbank geschaffen werden, die den einzelnen Ländern quasi ethisch verpflichtet wäre.

An die Stelle des alle Grenzen sprengenden Wachstumsgesetzes sollte eine stationäre Wirtschaft treten, die umweltbewußt agierte und die Verantwortung für die Lebensgrundlagen der Folgegenration übernähme. Lokal statt global, so die Devise. Freihandel sei kein Segen für die ärmeren Länder, sondern verfestige deren neokoloniale Ausbeutung, „nur um die Launen der schnellebigen westlichen Moden zu befriedigen.“

Sieben Schlüsselprinzipien werden entworfen, der erwähnte stationäre Zustand der Wirtschaft gehört dazu. Die aggressive, hochmobile Aktivität des international handelnden Kapitals müsse von nationalen Zentralbanken gebremst und kontrolliert werden. CO2-Steuern kommen hinzu, schröpfen einerseits die Emittenten und helfen mit den erlösten Mitteln andererseits dabei, Umstrukturierungen zu verwirklichen.

Klug und richtig, wenn Ann Pettifor den essentiellen Bedürfnissen der Menschen, also ihrem Überleben in einer geretteten Biosphäre und mehr sozialer Gerechtigkeit, die Priorität gegenüber den Begehrlichkeiten des Gewinnens und der Profitmaximierung einräumen möchte. Bedarfsorientierung: Es soll primär politischen Interessen der Allgemeinheit gefolgt werden, nicht den finanziellen Motiven Einzelner. Die Lage ist nahezu hoffnungslos, insbesondere ökologisch. Wer es nicht bemerkt oder in Zweifel zieht, mit dem lohnt kein Gespräch. Um den Preis entgrenzten Produzierens und Verbrauchens verödet der Planet; die Schöpfung ist nicht nur gefährdet, sondern tödlich getroffen, die Natur der große stumme Sklave, mißbraucht vom Druck der Überbevölkerung und ihren vermarktbaren Maximalbedürfnissen.

Die eigentliche Tragödie besteht jedoch darin, daß gegen die Sucht nach dem Mehr keine Regularien nützen. Ann Pettifor folgt der Illusion der Aufklärung, daß der Mensch doch einsehen müsse, was die Vernunft gebiete. Interessant daran ist mindestens, nationale Regulierungsmöglichkeiten zu fordern, was ansonsten ausnahmslos Konservative und Rechte verlangen.

Es soll aber wieder einmal etwas erfunden werden, was besser und ethischer funktioniere als der Kapitalismus, den niemand erfinden brauchte, weil er sich quasi evolutionär entwickelte, passend zur Bedürfnisstruktur des Menschen. Wer etwas regulieren wollte, müßte mit den Verfügungsrechten die Eigentumsverhältnisse ändern. Diese anzugreifen ist gefährlich. Dennoch interessant, daß genau sie, die Eigentumsverhältnisse, als Kern des Rechts und so als "Code des Kapitals", aktuell infrage gestellt werden, wie in der verlinkten Neuerscheinung von Katharina Pistor, deren Analyse sogleich linksgrüne Sympathien weckt. Nur: Letztlich ist beinahe jeder Eigentümer, unter anderem der Fondsparer oder Pensionsanwärter.

Die Skepsis wird rechts gepflegt. Konservative wissen, daß der Mensch letztlich nur über harte Sanktionen zu Veränderungen bewegt werden kann. Einschränkungen erfolgten stets erst aus Not. Die Tyrannis stellte daher klassischerweise nicht die Herrschaftsform narzißtischer Größenwahnsinniger dar, sie bewerkstelligte, im antiken Griechenland etwa über die Herrschaften des Solon, des Peisistratos und des Kleisthenes, vielmehr radikale Korrekturen als Akte der Rettung.

Was Ann Pettifor sich als Ergebnis demokratischer Entscheidungen wünscht, harte Umsteuerungen nämlich, dürfte eher nur undemokratisch, etwa exekutiv-autoritär, herbeizuführen sein. Der Konservatismus ist gerade in seinen Mahnungen, man möge sich beschränken und das Bestehende bewahren, der stärkste Gegner des Liberalismus gewesen. Gewesen!

Aber daß der Mensch in komplexen Gesellschaften, ja sogar global, als "Weltgemeinschaft", vernünftig zu handeln fähig und bereit sei, darin stimmten Liberale, Linke und Grüne immer noch überein. Während der Konservatismus mit Blick auf die Anthropologie warnte und darüber hinaus die im 20. Jahrhundert aufmunitionierte radikale Rechte – ebenfalls nachvollziehbar – den Auswüchsen der Moderne Bollwerke entgegensetzte, die sich nur mit den Mitteln der Diktatur errichten ließen. Aber selbst diese Bollwerke sind mindestens in Europa längst alle geschleift worden.

Ann Pettifor träumt weiter etwas diffus vom Regularium der Demokratie, von der Möglichkeit eines „Ewigen Friedens“ und der letztendlich-letztgültigen Erlösung des Menschen, der das nur notgedrungen angerichtete Böse und Falsche, endlich befreit und Fehlorientierungen korrigierend, in das überlegt Richtige und Gute wandelt. So, träumt man gern mit, soll dann wohl die Vorgeschichte der Menschheit beendet sein und das Reich von Licht und Hoffnung beginnen.

Die Demokratie ist aber die Herrschaftsform der satten Konsumenten und ihrer Bedürfnisbefriediger. Wo der Super-Markt im XXXL-Format funktioniert, da wollen die zu Verbrauchern geschrumpften Bürger ihn um jeden Preis so erhalten, weil er ihr dekadentes Wohlleben unterhält. Billig soll es sein, viel soll es sein, und wenn man sich an allem überfressen hat, soll es mit der Versorgung durch den medizinisch-pharmakologischen Komplex verbraucherfreundlich weitergehen. Auch dafür steht mittlerweile eine ganze Industrie zur Verfügung.

Ann Pettifors kritischer Bestandsaufnahme gibt es nichts auszusetzen. Genau so, wie sie es beschreibt, verhält es sich globalökonomisch grundsätzlich. Und insbesondere hat sie – ebenso wie viele andere kritische Ökonomen – absolut recht, wenn sie die Finanzindustrie massiv kritisiert. Aber der Kapitalismus ist nicht irgendwo verschanzt. Er sitzt auch nicht so fett und abgrundtief böse auf einem Geldsack, wie ihn etwa sowjetische Agitprop-Karikaturisten einst zeichneten. Nein, wir alle sind dieser Kapitalismus – als Teile und individuelle Nutznießer seines in sich genialen und zu unserer Triebstruktur passenden Systems; und wir alle bedienen quasi als Teilhaber die internationale Finanzindustrie und wollen von ihr bedient werden.

Der Unternehmer, der Ingenieur und Wissenschaftler, all die Bürokraten, Arbeiter und Dienstleister hängen genauso mit drin wie die von Steuermitteln ausgehaltenen Kretins und Verlierer. Gäbe es nicht dieses ökonomische System, das im Westen alle irgendwie auszuhalten in der Lage ist, müßte viel mehr und ganz neu über Wert und Würde nachgedacht werden.

Es war schon die Illusion der idiotischen westlichen Pseudomarxisten von 1968 ff., man könne, ja müsse den Menschen vernünftigerweise verbessern und seine „Produktionsweise“ umgestalten. Die armseligen Träume dieser Revoluzzer konnten überhaupt nur entstehen, weil die von ihnen geschmähten Väter – ob nun Kapitalisten oder Malocher – ihren Kindern in der Nachkriegszeit das Wohlleben in den Universitätsstädten finanzierten.

Nur weil die „Eigentumsverhältnisse“ eben so waren, wie die Grölfatze sie stürzen wollten, konnten sie selbst ja so großmäulig sein. Wohlstandskinder, die mit Marsriegel und Coco-Cola aufgewachsen waren, träumten in ihrem bereits schlechten Fitneßzustand von der Barrikade. Ein gefährlicher Romantizismus, der sich an Utopien berauschte und in testosteronigen Konterfeis wie dem Che Guevaras den neuen roten Heiland zu erkennen meinte. Glücklicherweise blieb das meiste davon „Rhetorik“, wurde allerdings dann doch leider maßgebliche „Kultur“.

Der Konservatismus muß ein Dilemma aushalten können: Er weiß – unter anderem mit Helmuth Plessner und Arnold Gehlen – um die Gefährdung und Zerfallstendenz der Gesellschaft und um die „Grenzen der Gemeinschaft“. Er sieht die Apokalypse nahen. Aber ebenso weiß er um die Unmöglichkeit, sie mit Mitteln der Vernunft und der Demokratie auf „humanistische“ Weise aufzuhalten. Er kann nur versuchen, ein paar Bestände zeitweilig und vorübergehend noch zu sichern, vielleicht wenigstens für die eigene kurze Lebensfrist.

Und die Rechte wird jäh und wieder, wenn sie von Modernisierungsängsten getrieben ist, den gefährlichsten Illusionen und revolutionären Gefahren von links die Gewalt entgegensetzen – auch dies mit nur zeitweiligem Erfolg und zudem belastet von Opfern. Die Konservativen und die Rechten befinden sich in etwa in der Rolle des Großinquisitors in Dostojewskis berühmter Parabel, die man in seinen „Gebrüdern Karamasow“ findet. Rechte Pflichtlektüre. Immer aufs neue eine ernste Meditation wert.

Die Rechte muß leider den Mut haben, um die letztendliche Vergeblichkeit menschlichen Bemühens zu wissen, um die tiefe Schuld, die unter anderem im Mythos der Erbsünde beschrieben ist. Sie muß diesen Gedanken aushalten. Eine Möglichkeit aber hat sie immer: Sie kann sich selbst und anderen demütig ein Beispiel geben, selbst wenn das nur eine Minderheit bewegt.

Ann Pettifor will – über neue ökonomische Regelungen – etwas ermöglichen, was der Konservatismus stets für eine Tugend hält: Maßhalten und Verzicht. Dazu vermag sich aber nur eine stille Elite zu bringen, die den anderen weiter beim Verschleiß der Welt zusehen muß.


Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

  • Sezession

Kommentare (93)

Laurenz

22. Dezember 2020 23:51

@HB (1)

Da Sie ja anscheinend den Unfug der Frau Pettifor für uns gelesen haben, braucht es von uns keiner mehr zu tun.

Das, was Sie, HB, als Analyse richtig empfunden hatten, stimmt natürlich auch nicht.

In erster Linie ist Frau Pettifor Nazi.

Denn das, was sie fordert, ist nationalsozialistische Reinkultur, der Schutz von Tieren & Umwelt, & diese Forderung, wenn nötig auch mit Gewalt durchzusetzen. Eine Kriegserklärung an die USA, die bei einer zwingenden Veränderung des "Sentiments" notwendig ist, wird nicht ausgeschlossen. Frau Pettifor ist auch alt genug, um in den Anfängen der ökologischen Bewegung dabei gewesen zu sein. Das waren fast alles kleine Nazis, bis die Kommunisten bei den Grünen (weltweit) mal so richtig aufgeräumt hatten.

Das, was die Analyse beschreibt, kann man alles schon im ersten Buch "C(r)ashkurs" (aus 2009) von Mr. Dax, Dirk Müller, nachlesen. Müller beschreibt aber die jeweiligen Ursachen genauer. Müller ist kein Verschwörungstheoretiker, aber, zu Recht, ein Bär. Um es mit Börsen-Jargon zu sagen, Dirk Müllers "Timing" ist aber "beschissen", deswegen "performt" der von Ihm aufgelegte nachhaltige Fond meist miserabel. Seit unendliche Summen auch sozialistisch in den Aktienmarkt geschüttet werden, spiegelt die Aktienbörse nur noch Inflation wieder.

Laurenz

22. Dezember 2020 23:53

@HB (2)

Keiner weiß, wann das System crasht. Daß es crasht, bezweifeln auch keine Liberalisten, einfach deswegen, weil Zinseszins-Systeme grundsätzlich immer einen "Reset" verursachen oder benötigen. Die Erdbevölkerung kann irgendwann die Zinsen für die aufgeblähten Vermögen nicht mehr erwirtschaften. Auch das Gegenmittel der Notenbanken, 0-Zins-Politik, verpufft, weil die Staatsschulden, wegen des billigen Geldes, weiter ansteigen, & das Geld statt in den Schuldenmarkt, in den Aktienmarkt oder Immobilien-Markt fließt & sich in Dividenden/Mieten ausdrückt. Desweiteren verarmen die einfachen Weltbürger durch Inflation, bis sie irgendwann nichts mehr zu essen kaufen können. Warum das alles geschieht, ist einfach. Ein Geld-Reset sorgt meist auch für einen politischen Reset, & auf Teufel komm' raus, koste es, was es wolle, wird deswegen der finanzpolitische Reset hinausgezögert. Lieber Schrecken ohne Ende, als ein Ende mit Schrecken. Das ist vollkommen menschlich. Auch die Nationalsozialisten zögerten die Kapitulation hinaus, solange sie konnten.

Was den von Ihnen geschilderten Werte-Kontext & die Vernunft Pettifors angeht, so bläst sie in dasselbe Horn wie Precht & Indset. Im Westen also nichts Neues.

Laurenz

22. Dezember 2020 23:56

@HB (3)

In Asien herrscht eine andere Logik als hier. Daß man in Mega-Städten dort kaum atmen kann, wissen die Asiaten auch. Aber auf Autos, Klimaanlagen (statt Heizungen) & Urlaub verzichten zu sollen, wird als extrem unvernünftig angesehen, denn sie wissen, wie es sich ohne lebt. Die Asiaten haben aber nichts dagegen, wenn wir darauf verzichten. Die Asiaten pflegen allerdings auch kein EU-Recht. Dort wird auch das Gemüse & Obst gegessen, welches keiner irren Norm entspricht. In Rio zahlt man im "Kilo-Restaurant" nach Gewicht des Verzehrten.

Und, zu allerletzt, HB, ist Pettifor bekennende Keyneseanerin, wie die FED-Oberen. Dieser extrem sozialistische Notenbank-Ansatz hat uns erst in die Krisen geführt. Hier schließt sich Pettifors Kreis, welcher den Bock zum Gärtner macht. Auch Pettifor benennt, wie Precht & Indset, nicht! des "Pudels Kern". Deswegen bleibt sie überall gern gesehenes Gewissen & Hofschranze der Mächtigen. Des Pudels Kern ist die Überbevölkerung des Planeten. Gäbe es ein globales Programm zur Reduzierung der Erdbevölkerung auf 1 Milliarde in 200 Jahren, wäre das einzig vernünftig & würde alle Pettifor-Katastrophen, wie von selbst lösen. Pettifor, setzen, 6, nicht versetzt.

Franz Bettinger

23. Dezember 2020 05:02

Herr Bosselmann schreibt, die Kompetenz der Dame stehe außer Zweifel. Ich frage: Wieso? Was macht Ann Pettifor, Finanzexpertin für Macro-Ökonomie (darüber hinaus) auch noch zur Ökologie-Expertin, die von letzten Ressourcen und einem verödeten Planeten reden darf? Nichts! Insbesondere dann Nichts, wenn sie mit den zwei Rohrkrepierern, diesen ausgelutschten apokalyptische Reitern Global Warming und Corona hausieren geht. Dann wäre auch der Papst, da er mit dem Himmel zu tun hat, Experte für Astronomie. Ist er aber nicht. Der Menschheit und Umwelt geht es heut besser als in allen Zeiten zuvor. Man lese nur mal das Büchlein Ein Winter auf Mallorca von George Sand’s Reise, um eine Vorstellung vom Zustand der Umwelt 1838 zu bekommen.

Hunger und wirkliche Armut, die 2 Geißeln der Menschheit, sind weltweit weitgehend überwunden. Aus ihnen resultierten tödliche Krankheiten, die es heute fast nicht mehr gibt. Die, die es anders sehen, frage ich: In welchem Jahrhundert hätten Sie denn lieber leben wollen? Da stocken doch die meisten und wollen das Jetzt mit nichts tauschen. (Ok, klammern wir die letzten 10 - 20 Jahre mal aus; denn ich würde schon viel lieber in den 90-ern leben.) Man könnte das Dasein genießen, heute, gäbe es nicht jene vielen falschen Hohenpriester, die ständig von Schuld, Krise und Untergang faseln; fürwahr, seit Jesus ein blühendes Geschäft (das einer einzigen Religions Steckenpferd und Einkommensquelle geworden ist und) das seit kurzem auch vom tiefen Staat erfolgreich kopiert wird. 

RMH

23. Dezember 2020 07:26

Ein Buch, welches es bestimmt nicht in meine Bibliothek schafft.

Es wird von Aufklärung geredet, aber es fehlen Grundlagen, die bereits bei Kant anfangen. Aber vor Kant hat man mittlerweile ja  förmlich Angst und rezipiert ihn fast nur noch über Sekundär- und Tertiärquellen, statt ihn direkt zu lesen. Aber schon die Lektüre der kurzen Schrift "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht" zeigt, dass bereits Kant "Fortschritt" nie als linearen Prozess sondern als dialektischen verstanden hat, bei dem sich die "Vernunft" nicht durch einseitige Maßnahmen ausprägt, sondern durch gesellschaftlichen Antagonismus.

Ich halte es für einen neuen linken Mythos der Aufklärung, dass man die Welt zu einem besseren Ort durch Bildung, Erziehung, Steuerung des "Finanzkapitals" (ja, welch herrlicher Pudding, dieser Begriff, den man so schön an die Wand klatschen kann, ohne die passenden Nägel zu haben, um ihn dort zu halten - Omas Sparbuch mit knapp >100k€ zu 0.01% Zins sind natürlich kein Finanzkapitalismus ... nein, sicher nicht) machen kann, ja dass die Welt überhaupt ein "better place" sein kann.

Die Karawane zieht weiter ... ob mit oder ohne "new deals" ...

Heino Bosselmann

23. Dezember 2020 07:41

@RMH: Mit herzlichem Dank und auf Ihren Kant-Verweis hin: Ja, richtig, der Königsberger wird kaum gelesen, aber andauernd als Autoritätsbeweise aufgerufen. Ich empfahl Interessierten gern seine vergleichsweise kurze Schrift "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht". Gut lesbar, ein Gewinn und sicher bei Reclam zu haben.

quarz

23. Dezember 2020 07:41

Die Grünen müssten öffentlichkeitswirksam (und damit zur Rechtfertigung nötigend) mit ihrer geradezu schizophrenen Inkonsequenz in folgender Hinsicht konfrontiert werden:

Einerseits gebärden sie sich als diejenige Gruppierung, die in besonderem Maße und avantgardistisch das Bewusstsein für die Notwendigkeit ökologischer Gleichgewichte pflegt und zu verbreiten trachtet.

Andererseits ist bei ihnen dieser Gedanke plötzlich völlig außer Kraft, wenn es nicht um Kröten oder Schilfgürtel, sondern um Menschen geht. Hier propagieren sie in ungetrübter Harmonie mit den von ihnen sonst heftig der Umweltzerstörung geziehenen Wirtschaftsliberalen die Vorstellung vom Menschen als beliebig arrangierbarer Verschubmasse, die an jedem Ort und ohne systemische Rücksichten zu einer wunderbar bunten Gesellschaft rekombiniert werden kann. Jeder kann mit beliebigem "Hintergrund" überall und in jeder Gruppenstärke "integriert" werden. Das Zaubermittel "Toleranz" entbindet den Menschen offenbar sämtlicher biologischer und psychologischer Einbindungen. Alles ist möglich. Hauptsache "bunt".

Normalerweise wird bei erwachsenen Menschen mit derart skurrilen Fantasien eine Entmündigung in Erwägung gezogen.

Hartwig aus LG8

23. Dezember 2020 08:28

Es ist zwar nicht OT, führt allerdings vom eigentlichen Thema weg. Dennoch eine Bemerkung an alle Klimabewegten: Wir leben klimatologisch in einer Ausnahmezeit; genauer gesagt: noch immer in einer Eiszeit. Und Eiszeiten sind die klimatologischen Ausnahmen. Warmzeiten (Zeiten ohne vergletscherte Polkappen) sind der erdgeschichtliche Regelfall. Man suche im Netz nach Eiszeitalter, Quartär, Känozoikum, Holozän ... Die Menschheit kennt nur die Schwankungen zwischen kalten und warmen Perioden innerhalb eines Eiszeitalters; der moderne Mensch kennt nur die warme Periode innerhalb eines Eiszeitalters. Den erdgeschichtlichen Regelfall, die Warmzeit ohne jegliche Vergletscherungen kennt der Mensch nicht. Und so erklärt sich wohl seine Anhänglichkeit gegenüber solchen "Kurzzeitphänomenen" wie Gletscher, Permafrost etc..

Laurenz

23. Dezember 2020 08:44

@Hartwig aus LG8

Ja sicher, wir hatten eine kleine Eiszeit zwischen 1500 und 1850. Und die nächsten 180 Jahre darf es gerne noch ein bißchen wärmer werden.

Diese ganzen apokalyptischen Propheten hängen mir echt zum Halse raus.

Maiordomus

23. Dezember 2020 08:52

@Bettinger. Der Papst ist weder Experte für den Himmel noch erst recht nicht für die Astronomie, wobei ich aber ein gutes Wort für den sensationellen päpstlichen Hofastronomen P.A. Secchi einlegen möchte, der 1872 das damals mit Abstand beste Buch über die Sonne veröffentlichte, deutsch Braunschweig im Verlag Westermann 1872, noch ergänzt durch den deutschen Astronomen Dr. H. Schellen. Ganz nebenbei wird in jenem Buch Galilei rehabilitiert, der jedoch gegenüber Kepler überschätzt wird und in Rom angesehener war, als man denkt. Johannes Kepler war aber aus meiner nicht nur der bedeutendste Astro-Theologe aller Zeiten (Kopernikus noch übersteigend), es gab auch nie einen besseren Astrologen, was z.B. seine hochpolitologischen astrol. Expertisen für Wallenstein beweisen, der jedoch auf die Mahnungen Keplers nicht hörte, auch waren seine Erwartungen auf Schlachtausgänge usw. vulgär. Auch Einstein hat in Kepler, siehe seinen Artikel in der  FAZ im Nov. 1930, den wohl intelligentesten Deutschen aller Zeiten gesehen.  

Waldgaenger aus Schwaben

23. Dezember 2020 08:57

Wie Ann Pettifor, die Sie an einer Stelle nur mit einem n schreiben, denkt, dachte ich auch vor dreißig Jahren, dann begann ich zu zweifeln, als die CDU Regierung dem Machterhalt ihr erstes Kernthema opferte und in der Frage der Abtreibung vor dem Zeitgeist einknickte, dann kamen Euro-Krise, Abschaltung der Kernkraftwerke, Grenzöffnung.

Dass auch in Demokratien Prinzipien weniger Wert haben, als verkündet, wusste ich zuvor, aber das Ausmaß der Heuchelei überraschte. Deshalb wird in Demokratien Ökologie immer eine Schönwetterthema sein. In Diktaturen aber nicht einmal das, wie die Umweltzerstörungen in allen Diktaturen dieser Erde zeigt.

Der einzige Ausweg ist der technische Fortschritt. Und hier sind wir auf einem guten Weg. Luftverschmutzung ist in westlichen Staaten, abgesehen von einigen Ballungszentren, kein Thema mehr.

Den CO2 Anstieg könnte man technisch jetzt schon viel stärker reduzieren, oder sogar umkehren. Was wir dazu brauchen ist Energie CO2-neutralen Quellen. Solarenergie in Wüsten und vor allem sichere Kernernergie.

Technischer Fortschritt gedeiht aber nur staatsfern. Sobald der Staat interveniert, setzt sich Bürokratismus durch. Unfähige und unmotivierte Manager, die nur die richtige Gesinnung mitbringen, sind größte Gefahr für den Fortschritt.

RMH

23. Dezember 2020 09:05

In unseren Breiten wird es in den nächsten Jahren auch weniger um wenige Grad rauf oder runter gehen, sondern ums Wasser. Jeder mit mehr als nur einem Ziergarten wird wissen, was ich meine, auch wenn es gerade regnet und man denkt, das sei kein Problem. Aber hiergegen kann man sich technisch vorbereiten, von der Zisternenpflicht bis hin zu "Umweltzerstörungen" durch neue Talsperren. Aufgeforstet gehört zudem weltweit.

Utz

23. Dezember 2020 09:09

>Aber daß der Mensch in komplexen Gesellschaft, ja sogar global vernünftig zu handeln fähig und bereit sei, darin stimmten Liberale, Linke und Grüne immer noch überein.<

Außer daß Habeck schon mal öffentlich seine Sympathien für China bekundet. Spricht für seinen Überblick, aber läßt uns Schlimmes ahnen. Das Personal der kommenden Regierung hat die Intelligenz zu wissen, daß Maßhalten und Verzicht nicht mit Nudging/Propaganda durchzusetzen ist, und den Fanatismus, auch zu anderen Mitteln zu greifen. Was fehlen wird, ist die Intelligenz zum Maßhalten in den Maßnahmen.

 

Gustav Grambauer

23. Dezember 2020 09:17

Inmitten einer hegemonialen Dynamik, in deren unausweichlicher Folge jeder, der hier schreibt, in absehbarer Zeit für den Besitz einer Packung Streichhölzer, eines Tütchens Petersiliensamen oder eines vom Industriezeitalter übriggebliebenen Fahrradventils hinter dem Elektro(!)-Zaun weggeschlossen wird, ist es für mich schon ziemlich skurril, die Nachfrömmler des "Kults der Oligarchie" ("Verzicht", "Maßhalten" und "Bescheidenheit") mitanzusehen.

(Während die Oligarchie sich umso mehr bereichert, vor allem an Grundbesitz, für sie ist es unerträglich, daß jemand von uns heute noch einen Laubenpiepergarten sein Eigentum nennt. (Groß-)Grundbesitz ist einer der wesentlichen Schlüssel zum Verständnis von "Ökologie" / "Ökopolitik".)

Leute, begreift es endlich: Konsumkritik ist obsolet, es gibt bald keinen Komsum mehr.

1. qua Austeritätspolitik. In einer Stadt wie Berlin hat heute schon ein Drittel am 20. des Monats leere Taschen,

2. weil die industrielle Substanz gerade unmittelbar niedergeschleift wird,

3. aufgrund von behördlichem Pol-Pot-Terror.

Bei (1.), (2.), (3.) sind wir noch ganz am Beginn, dieser Krieg gegen uns (!) hat gerade erst begonnen.

Und ich möchte später von den heutigen Mangelfreunden und Austeritätsmissionaren kein Gejammer (wie so oft:

"... aber das (!) hatten wir doch nicht gewollt!")

hören!

- G. G.

Gustav Grambauer

23. Dezember 2020 09:52

"Zum anderen verfüge mindestens in den entwickelten Industrienationen eine kritische Mehrheit endlich über 'Bildung' und würde so die Zusammenhänge intellektuell durchschauen können."

"Bildung" verdient den Namen nicht, wenn sie nicht zu innerem Reichtum führt, der sich - früher oder später, möglicherweise erst nach heftigen kathartischen Prozessen - nach dem Resonanzprinzip auch im Außen als Prachtentfaltung geltend macht. "Mangelfreund" und "gebildet" geht nicht zusammen. Es ist wie mit Sex: "Arm aber sexy" (das Stadtmotto von Berlin) ist ein Widerspruch in sich; wer arm ist, kann nicht sexy sein.

"Das Beste in der Welt
Ist ohne Dank;
Gesunder Mensch ohne Geld
Ist halb krank." - Goethe

- G. G.

Maiordomus

23. Dezember 2020 10:03

@Bettinger/Papst/Kepler. Natürlich hatte nicht Kepler, sondern der sich von diesem beraten lassende General Wallenstein, analog zu Kaiser Rudolf, vulgäre Vorstellungen vom Beratungspotential der Astrologie. Wobei Kepler Blick ins Weltall für ihn immer eine Begegnung mit den Gedanken des Schöpfers war, so wie der grosse Physiker und Astronom seine Wissenschaft nun mal interpretierte. Der Artikel von Einstein in der Frankfurter Zeitung erschien am 8. November 1930. Für Einstein waren Keplers Beobachtung der Passage des Mars durch die Sonne und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen im Zusammenhang mit dem kopernikanischen Weltbildwechsel die genialste Leistung in der Geschichte der Astronomie überhaupt, auch unter Berücksichtigung der damals noch im Vergleich zu heute unglaublich primitiven Geräte der Beobachtung. Auch das mit den Sonnenflecken, zu deren Erforschung die päpstliche Hofastronomie, vgl. oben Secchi, nicht wenig beigetragen hat, war schon zu Zeiten Keplers und Galileis keine Kleinigkeit.

Der_Juergen

23. Dezember 2020 10:21

@Franz Bettinger

"Man könnte das Dasein genießen, heute, gäbe es nicht jene vielen falschen Hohenpriester, die ständig von Schuld, Krise und Untergang faseln; fürwahr, seit Jesus ein blühendes Geschäft (das einer einzigen Religion Steckenpferd und Einkommensquelle geworden ist und) das seit kurzem auch vom tiefen Staat erfolgreich kopiert wird."

Glauben Sie allen Ernstes, Probleme wie Übervölkerung und Umweltverschmutzung gebe es nicht? Und glauben Sie, das perverse finanzkapitalistische System werde endlos bestehen, so dass wir ohne falsche Hohepriester "das Dasein geniessen" könnten? Der Corona-Hype wurde unter anderem darum lanciert, damit der Zusammenbruch des  Finanzsystem der "Pandemie" angelastet werden kann, aber er wäre auch ohne Covid-19 gekommen, nur eben später und nicht in dermassen drastischer Form, wie er sich in naher Zukunft ereignen wird.

 

Der_Juergen

23. Dezember 2020 10:29

Anstelle eines Kommentars zu diesem - guten - Artikel sei Heino Bosselmann für seine vielen inhaltsreichen Beiträge in diesem Jahr gedankt. Er ist aus der Riege der Sezession-Autoren kaum mehr wegzudenken.

Mein aufrichtiger Dank gilt Götz Kubitschek, Ellen Kositza und all ihren Mitstreitern für ihre grossartige Arbeit. Diese wird immer reichere Früchte tragen. Vor ein paar Tagen war ich noch in einer Endzeitstimmung und glaubte, das Welt-Gefängnis lasse sich nicht mehr vermeiden, mit allen Folgen wie der totalen Unterdrückung jeder von der offiziellen "Wahrheit" abweichenden Meinung. Aufgrund der letzten Nachrichten aus den USA halte ich es mittlerweile für wahrscheinlich, dass Trump den Dämonokraten doch noch das Handwerk legen wird. Tut er dies, dann brechen rasch alle Dämme, und es besteht greifbare Hoffnung auf eine Wende zum Besseren.

Allen Autoren und Kommentatoren der Sezession wünsche ich gesegnete Feiertage. Ein grauenvolles Jahr liegt hinter uns, aber wir dürfen hoffen, dass das nächste sehr viel besser werden wird. Zerplatzt diese Hoffnung, hat jeder von uns dennoch die Pflicht, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln weiterzukämpfen. Schon um der Ehre willen.

 

Maiordomus

23. Dezember 2020 10:32

PS. Finde hier Hinweise auf Kepler und Einstein gerade im Hinblick auf grüne Weltbild-Versatzstücke keinen Luxus. Die Abschiedsvorlesung von Prof. Lübbe in Zürich trug (sinngemäss) den Titel: "Über die abnehmende Bedeutung der Naturwissenschaft für Weltbilddebatten". Es gab Zeiten, da man sich nicht nur über Newton, Galilei, Darwin, auch noch über die Indeterminationsrelation bei Heisenberg so ereiferte wie seinerzeit über Maupertuis' Widerlegung der Kugelgestalt der Erde, was als Beeinträchtigung der Vollkommenheit des Schöpfers (vgl. Leibniz) interpretiert wurde. Es ist heute aber nicht so, dass z.B. die Grünen an exakter Wissenschaft und genauem Wissen, auch Wissen um das Nichtwissen, interessiert wären; so wie heute kein Corona-Progandist den Satz von Popper (sinngemäss) zitiert: "Was an der Medizin ist nicht Vermutung?" Das Minimum wäre, im Sinne von Braudel z.B. über die meteorologischen Verhältnisse in Europa für jede Generation seit Karl dem Grossen einigermassen im Bild zu sein, für die Reformationszeit z.B. über die Erntejahre und Weinjahrgänge, deren Bedeutung für Kriege u. Volksaufstände unterschätzt werden. Natürlich wurden in Genf nur bei Pandemien Hexen hingerichtet bzw. verbrannt. 

Lumi

23. Dezember 2020 10:57

These AP: Zum einen droht das ökologische Weltende mit Klimawandel und Corona. Zum anderen durchschaut eine kritische Mehrheit endlich die Zusammenhänge.

HB: "Die Lage ist nahezu hoffnungslos, insbesondere ökologisch. Wer es nicht bemerkt oder in Zweifel zieht, mit dem lohnt kein Gespräch."

Tja. Die heutigen Ökos sind ja meist urban. Auf dem Land sind sie selten. Allein das.

Die Erwartung der ökologischen Apokalypse ist eine Großstadtneurose oder wohl noch häufiger eine billige Mode.

Durchschauen tun die Klimaspinner gar nichts. Hartwig hat ein paar relevante Fakten genannt.

Brasilien kann den Urwald, die angebliche "grüne Lunge", komplett abholzen und sämtliche Arten ausrotten. Das wäre schade, aber in Mitteleuropa würden wir es überhaupt nicht merken.

In der Phantasie der Apokalyptiker hängt alles am angeblich bösen CO2. Ein Wald modert aber dauernd vor sich hin. Er ist eine CO2-Quelle im gleichen Maß wie eine Senke. Da sie nie in den Wald gehen, merken sie das nicht.

Klimawahn und Viruswahn sind Zeichen allgemeiner Vertrottelung.

Franz Bettinger

23. Dezember 2020 11:07

@MD: Die Dublette, die wir am frühen Sternenhimmel momentan sehen, ist noch nie da gewesen. Jupiter und Saturn stehen dicht nebeneinander; sie verschmelzen fast. Das gab es zuletzt vor rund 400 Jahren in der Epoche Wallensteins. Dass diese Dublette aber auch noch zur Sonnenwende stattfindet, das hat es wohl noch niemals gegeben. Die symbolsüchtigen Satansbraten des tiefen Staates warten nur auf solch seltene Konstellationen, um ihr Teufelswerk mit Verve zu Ende zu bringen. Wallenstein hielt nicht das Melancholiker-Gestirn Saturn, sondern den Sanguiniker-Planeten Jupiter für seinen Stern und sich selbst demgemäß für ein Jovis-Kind, dem das Glück stets hold war. Diese Selbsttäuschung ließ ihn aus dem Planetenstand die falschen Konsequenzen ziehen. Das ist die tragische Ironie in Schillers Stück und hoffentlich auch die des Tiefen Staates, welche die Protagonisten in die Nähe von Ödipus bringt: die Sterne, dem doppelsinnigen antiken Orakel gleich, lügen nicht, aber ihre Wahrheit ist eine andere, als der Auslegende wähnt. Er kennt seine Pappenheimer tragischer Weise eben nicht. Darin liegt Hoffnung.

Imagine

23. Dezember 2020 11:09

Sehr gute Kommentare.

Kritik des Keynesianismus als pseudo-linkes Programm zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus bei gesättigten Märkten. Der Staat lässt Löcher buddeln und wieder zuschütten Der Staat bezahlt Unternehmer und Lohnarbeiter.

Ökonomisch völlig unsinnig.

Die ganze grüne Politik ist im Wesentlichen Keynesianismus. Der Unsinn mit den Energiesparmaßnahmen. Häusersanierungen, Windräder, ineffiziente Solartechnik, Batterie-Autos usw.

Energetisch und technisch Unsinn, reiner Keynesianismus für Investitionen in diese Bereiche sowie Beschäftigungsprogramm.

Massenimmigration mit Entwicklung von Asyl- und Sozialindustrie. Auch reiner Keynesianismus.

Kritik am Massenkonsum – zynischer Ökologismus der Besserverdienenden und staatlich gut Alimentierten.

Naturwissenschaftlicher und technischer Unverstand und falsche Technikkritik – besonders verbreitet unter Lehrerinnen und Lehrern. Der Lehrerberuf ist inzwischen hauptsächlich Frauenberuf, weil hochbezahlt und wissenschaftlich anspruchslos, fast ein Halbtagsjob mit zudem 3 Monaten Urlaub.

Fast alle Lehrerinnen sind parteipolitisch Grünen-Anhänger und (pseudo)ökologisch ausgerichtet, häufig fanatisch. Ihr „Technikverständnis“ entspricht:  „Warum braucht es Atomkraftwerke, bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!“

quarz

23. Dezember 2020 11:20

@Maiordomus

Galileo ist wichtiger als Physiker denn als Astronom. Astronomisch war er halt in der vorteilhaften Situation, als erster durch ein brauchbares Teleskop ins Sonnensystem blicken zu können und dabei einige interessante Dinge zu sehen.

Seine geistige Leistung hingegen besteht in der Sammlung, Fokussierung und Systematisierung des mechanischen Wissens seiner Zeit und dessen Weiterentwicklung. Seine Rolle als Neuerer wird aber heute übertrieben dargestellt. Es ist in der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt, dass viel von dem, was heute als Galileos "revolutionäre Erkentnisse" verkauft wird, bereits im Mittelalter gewonnene und von Galileo übernommene Einsichten sind.

Franz Bettinger

23. Dezember 2020 11:28

@Jürgen: In der Überbevölkerung sehe ich (neben der Krake deep state) das einzige wirkliche Problem unserer Zeit. Alle anderen sind erfunden. Umweltverschmutzung? Im Vergleich zu welcher Zeit, frage ich Sie. Und wie misst man sie, diese angebliche Verschmutzung? Neuseeland war zunächst von den Maori abgefackelt worden und dann von den Europäern zu weiten Teilen (für die Schafwirtschaft) waldfrei gemacht. Dasselbe gilt für Spanien, Kreta und viele andere Länder. Die Flüsse waren im wörtlichen Sinne Kloaken im Mittelalter, und dass es sich um organische Kloaken handelte, half den armen Menschen auch nicht. Die Luft in Paris und London durch die Holzfeuerung und den Pferdemist: kaum atembar. Ich könnte die Reihe verlängern, verehrter Jürgen. Natürlich gibt es auch heute Brennpunkte der Umweltverschmutzung. Insgesamt aber wurde es viel besser, sogar im Vergleich zu den 60-er Jahren. Deutschland z.B. hat heuer mehr Fische (Lachse sogar) und mehr Wald als im Jahr 1900.

Laurenz

23. Dezember 2020 11:28

@Waldgaenger aus Schwaben

 

Falls Sie den Beitrrag von @Hartwig aus LG8 gelesen haben und recherchieren wollen, hier.

Piers Corbyn   https://youtu.be/1ClNtxj6WvE

Wir leben aktuell in einer Erdzeitalter-Phase mit relativ geringem CO2-Gehalt. Mehr CO2 wäre wünschenswert. Einfach weniger an moderne Märchen glauben.

 

Lumi

23. Dezember 2020 11:30

@Maiordomus - "Das Minimum wäre, im Sinne von Braudel z.B. über die meteorologischen Verhältnisse in Europa für jede Generation seit Karl dem Grossen einigermassen im Bild zu sein."

Heribert Illig hat mit sehr guten Argumenten die Existenz nicht nur Großkarls, sondern der gesamten Zeitspanne von etwa 614 bis 911 in Zweifel gezogen.

Wenn aber das Klima über die Jahrhunderte rekonstruiert wird, so geht man immer von der etablierten Chronologie aus. Stimmt sie nicht, so stimmt auch die klimatische Rekonstruktion nicht.

Wissen um das Nichtwissen - ein sehr wichtiger Punkt.

Laurenz

23. Dezember 2020 11:31

@RMH

Am effizientesten bewässern die Israelis ihre Gemüse-Gärten in der Wüste Negev.

Laurenz

23. Dezember 2020 11:47

Um das nochmal klarzustellen, Vernunft heißt auch "vernünftige Gewalt", also gerechter Krieg. Hier der Link zum Interview der "Zeit" mit KGE.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-10/die-gruenen-katrin-goering-eckardt-syrien

KGE tut so, als wären wir damals nicht dabei gewesen, als die Lichterketten leuchteten.

Wir können getrost davon ausgehen, daß Frau Pettifor das ähnlich sieht wie eine unserer Top-Pastorentöchter.

Utz

23. Dezember 2020 11:54

@ Franz Bettinger

> In der Überbevölkerung sehe ich (neben der Krake deep state) das einzige wirkliche Problem unserer Zeit. <

Leseempfehlung hierzu: Kerstin Steinbach: Denkverbot Geburtenkontrolle. Ich stimme nicht mit allen Schlußfolgerungen von ihr überein, aber dennoch ist das Buch insgesamt sehr wertvoll, weil gut recherchiert.

RMH

23. Dezember 2020 12:01

@Laurenz,

Die Israelis schaffen auch keine Atomkraftwerke ab und haben Strom zur Meerwasserentsalzung.

Habe selber ein Stück Land und kann nur sagen, dass wir in den letzten Jahren durchaus auch Probleme mit Dürren hatten. Darauf muss man dann eben rechtzeitig reagieren.

anatol broder

23. Dezember 2020 12:16

Rechtes Denken muß leider den Mut haben, um die letztendliche Vergeblichkeit menschlichen Bemühens zu wissen, um die tiefe Schuld, die unter anderem im Mythos der Erbsünde beschrieben ist. Sie muß diesen Gedanken aushalten. Eine Möglichkeit aber hat sie immer: Sie kann sich selbst und anderen demütig ein Beispiel geben, selbst wenn das nur eine Minderheit bewegt.

wer ist «sie»?

Heino Bosselmann

23. Dezember 2020 12:32

Lieber "anatol broder", wie stets mit Dank für die Aufmerksamkeit. Korrigiert. -

Laurenz

23. Dezember 2020 12:51

@HB @Anatol Broder

Mit Sie ist die Rechte gemeint? 

Die Erbsünde existiert, ein spiritueller Aspekt unseres Daseins. Bert Hellinger sagte in etwa, daß sie aus Angst vor dem Verlust der Liebe der Altvorderen generiert wird.

Die Erbsünde existiert solange, bis jemand in der Erbfolge die Kette durchbricht.

Und sobald man das weiß, ist der Durchbruch auch kein Problem mehr.

Nordlicht

23. Dezember 2020 12:57

"Die Lage ist nahezu hoffnungslos, insbesondere ökologisch. Wer es nicht bemerkt oder in Zweifel zieht, mit dem lohnt kein Gespräch."

Schade, Herr Bosselmann. Das liegt wohl auf der Greta-Linie; diese Gewissheit, dass eine Apokalypse unausweichlich ist.

Zahlen und Erfahrungen werden Sie und andere Apokalyptiker nicht überzeugen. Meine Erfahrung aus 40 Jahre Umwelt- und Naturschutz besagt, dass etliche Male Katastrophen angekündigt wurde, die nicht eintraten. Die Club-of-Rome-Pophezeihungen von 1972 waren nicht die ersten falsifizierten Dystopiker, aber auf sie berufen sich etliche vom Schlage Greta immer noch. Ich hörte damals Pestel, glaubte auch an das Waldsterben und konnte beruflich die - sinnvollen - Grenzwertsetzungen bei Kraftwerken und Fahrzeugen beeinflussen. Anschliessend wurde die Luft sauberer, ein Segen für die Menschen, und vom Waldsterben war keine Rede mehr.

35 Jahre danach wird das Waldsterben wg. Klima beschworen. etc etc

Meine Erfahrung: Wo wirkliche Probleme sind, wird der Mensch Lösungen finden.

Die Apokalypse wird frühestens am St.-Nimmerleinstag kommen.

Oder wenn GOtt es will.

 

 

Maiordomus

23. Dezember 2020 13:07

@Lumi. Das weiss ich nun mal besser als Herbert Ilg, sichtete für meine Doktorprüfung alle Dokumente des Klosters St. Gallen aus dem 8., 9. und 10. Jahrhundert betr. Althochdeutsch; ausserdem sollten Sie noch das Leben des Mannes aufarbeiten, nach dessen Namen die Stadt Pirmasens benannt ist. Meine Forscherweggefährten Werner Vogler, Stefan Sonderegger ("Althochdeutsch in St. Gallen, mein Lehrer, bester Kenner aller alten Vaterunser und ihrer Datierung) und Peter Ochsenbein nie in  ihrem Archiv angetroffen. Wer nie in St. Gallen gearbeitet hat, kann über diese Fragen natürlich nicht mitreden. Natürlich gibt es noch andere sehr bedeutende ahd. Quellenorte, etwa Murbach und Fulda, nicht zu vergessen Reichenau am bzw. im Bodensee. 

Imagine

23. Dezember 2020 13:33

@H.B.
„Der Konservatismus muß ein Dilemma aushalten können: Er weiß […] um die Gefährdung und Zerfallstendenz der Gesellschaft …
Er sieht die Apokalypse nahen. Aber ebenso weiß er um die Unmöglichkeit, sie mit Mitteln der Vernunft und der Demokratie auf „humanistische“ Weise aufzuhalten.“

Die Gefährdung der Gesellschaft geschieht sowohl durch Zerfallstendenz wie auch Erstarrung.

Wenn er die Apokalypse nahen sieht, dann ist dies nur projektiver Wahn.

Denn die Geschichte belegt, dass man mit Mitteln der Vernunft die Gesellschaft erhalten und fortentwickeln kann, aber eben nicht in einem marktwirtschaftlich-kapitalistischen System, in dem der betriebswirtschaftliche Gewinn im Mittelpunkt alles Denkens und Handeln der herrschenden Klasse steht.

Mit repräsentativer Demokratie ist kein Fortschritt möglich. Denn dieses System ist so konzipiert, genau dies zu verhindern.

Das wusste schon John Stuart Mills vor zweihundert Jahren.

Konservativismus und Progressivismus stehen in dialektischer Beziehung zueinander.

Denn das Wahre, Gute und Schöne bedarf sowohl der Bewahrung wie auch der Weiterentwicklung.

Aber die Reaktionäre, die sich fälschlicherweise für Konservative halten, haben dies nicht begriffen und sind deshalb keine Bewahrer, sondern werden zu Zerstörern des Wahren, Guten und Schönen.

Gustav

23. Dezember 2020 14:13

Am 13. Juni 2019 unterzeichneten Klaus Schwab, Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF), und UNO-Generalsekretär António Guterres eine Partnerschaft zwischen ihren beiden Organisationen. Dies geschah ohne direkte Medienaufmerksamkeit trotz der enormen Auswirkungen, die dies auf die Menschheit hat. Im Großen und Ganzen bedeutet dies, dass die Macht über unser Leben mit einem Federstrich auf die großen Weltkonzerne und ihre Eigentümer übergegangen ist.

Das Abkommen umfasst sechs Schwerpunktbereiche:

https://axelkra.us/der-neustart-der-welt-durch-die-globalisten-und-ihre-plaene-fuer-die-menschheit-factuality/

Nordlicht

23. Dezember 2020 15:11

Dass es Raubbau an natürlichen Ressourcen gibt, ist unbestritten. Sehr wohl diskussionswürdig ist, welche Folgerungen das a. für die betroffenen Regionen und b. für "das Ökosystem Erde" hat. 

Mit dem Wohlstand kommt das Öko-Bewusstsein - aus purem Eigennutz. Man will gesünder in einer schöneren Umwelt leben. Das führte zu Emissionsvorschriften; bei etlichen ging Deutschland voran, bei anderen (- zB dem Automobil) USA und Japan. Luft und Wasser sind reiner als vor je in den letzten 200 Jahren. 

Mit der Globalisierung der Produktion schmutzige Industrien outgesourct worden; dass dort Luft und Wasser schmutziger wurden und giftige Müllhalten aufgetürmt wurden, ist aber die Schuld der dortigen Regierungen. Man greift nach Arbeitsplätzen; der Zustand der Umwelt ist den Menschen dort zweitrangig. China ist dabei, dies zu ändern; mit der Mittelschicht kommt das Umweltbewusstsein.

Nutzlos und peinlich: Westlicher Öko-"Experte" reisen in 3.-Welt-Länder und predigen dort "Verzicht". Umwelt-technisches Know-How anzubieten und zB bei der Erstellung von Emissionskatastern zu helfen ist dagegen sinnvoll.

FAO-Forest-Studie 2020: "Agricultural expansion continues to be the main driver of deforestation and forest degradation and the associated loss of forest biodiversity." Treiber  a. Überbevölkerung der 3. Welt und b. der Konsum und problematische Öko-Vorschriften der 1. Welt.

Problem b. liesse sich einfach lösen.

Gustav

23. Dezember 2020 15:32

@ Imagine

Der Reaktionär ist ein Anwalt des Anspruchs der Seele auf Schönheit und Intelligenz, wo diese nicht gebührend geschätzt werden. Der Widerstand des reaktionären Denkens gegen eine Welt ohne Schönheit und Würde ist ein mühevoller und gleichwohl erhebender Untergrundkampf, dessen bloße Existenz einen Widerschein jener inzwischen verblaßten Schönheit in Erinnerung ruft. Die Reaktion ist eine Notwendigkeit geistiger Selbstachtung im Zeitalter des Nihilismus: „Das reaktionäre Denken sichert seinen Adepten keinerlei Erfolg, es bewahrt sie lediglich davor, Dummheiten von sich zu geben.“

Parteigänger verlorener Sachen – Nicolás Gómez Dávila

 

KlausD.

23. Dezember 2020 15:38

@Imagine  23. Dezember 2020 13:33

"die Geschichte belegt, dass man mit Mitteln der Vernunft die Gesellschaft erhalten und fortentwickeln kann"

Bitte seien Sie doch so freundlich, Beispiele bzw. Quellen für diese geschichtlichen Vorgänge anzuführen sowie des weiteren anzugeben, wie diese Fortentwicklung praktisch ausgesehen hat. Würde mich sehr interessieren.

"fortentwickeln ... nicht ... in dem der betriebswirtschaftliche Gewinn im Mittelpunkt alles Denkens und Handeln der herrschenden Klasse steht."

Auch hier erbitte ich nähere Ausführungen dazu, auf welcher Basis die Fortentwicklung einer Gesellschaft sonst erfolgen kann, wenn nicht auf Basis des betriebswirtschaftlichen Gewinns, der im Mittelpunkt alles Denkens und Handeln steht. Und vor allem wohin sie sich entwickeln soll/kann Ihrer Meinung nach. Gibt es Beispiele für andere/bessere Entwicklungen?

heinrichbrueck

23. Dezember 2020 15:49

Zwischen einem evolutionären Kapitalismus und der Geschichte des Geldes, gibt es einen Unterschied: https://nuada1111.wordpress.com/2019/03/23/die-geschichte-des-geldes-teil-3/

Der Deal müßte logisch vernünftig sein, deutsch(europäisch)stämmig und patriotisch.

„Erbsünde“ und „im Schweiße seines Angesichts“, also der Wilde Westen der Konservativen. Das Bild hängt schief, denn so schnell ziehen die Konservativen nicht.

Was ist der Mensch jetzt? Welcher Mensch? Welches Niveau? Sollen Mitteleuropäer und die anderen Rassen den gleichen Verzicht leisten? Deutschland im Kongo, umgekehrt? Sollen Intelligenzunterschiede der Gleichmacherei anheimfallen? Möchte A. P. Kredite ohne Zinsen global einführen? Über die Grenzen einer Gemeinschaft wäre auch zu reden, aber etwas konkreter. 

heinrichbrueck

23. Dezember 2020 15:50

Globale Zuständigkeiten in Büchern. Schöne Sprache, alle Menschen werden Brüder, wäre da Kain und Abel nicht, plus historisch unvollständiger Bildungsquatsch der vergangenen Jahrtausende. Antike Philosophen waren schon gegen Zinsen. Der Zins schädigt das Gemeinwesen, stärkt die Motivation der Unmoral, und steuert ganze Länder in den Ruin.

Wie schön die Not über die Schuld triumphiert, kein eigenes Modell im Angebot, und einer kleinen Elite die Märtyrerrolle bleibt. Alle sind an allem schuld? Wäre nur das Mitspracherecht auch so gerecht verteilt!

Die Menschheit. Sie wird das Bestehende niederreißen, unser Land vernichten usw.

Apokalypse? Positiv. Was wird denn enthüllt? Die wahre Macht der zusehenden Elite?

Konsumentenbeschimpfung und Beamtenconfiteor. Soll dieses Denken der Finanz gewachsen sein?

Hesperiolus

23. Dezember 2020 16:36

@ Grambauer

danke Ihnen nachdrücklich, mich hier hors de combat und ausnahmsweise zur Wiedermeldung bewegend, für den Einspruch wider diese Art  säkularprotestantisch-borussischer  Ponosfreudigkeit eines wutpaukertümelnden sauerkrautigen  Nationalstoizismus. Und ja, ach, diese armen und so wohlfeilen "Kretins und Verlierer". Dieser kleinbürgerlich-arbeiteraristokratische Verachtungsgestus, Pansa zu Pferde. Dann bitte konsequent mit Caraco: ".... il prouve aussi que les humains ne sauraient être égaux et qu'il est un abîme entre la masse de perdition, faite à l'image du chaos toujours digne de périr, et les élus, en qui résident la lumière et l'ordre."  So geht SolPat. Neben Caraco empfehle ich Huysmans "Unterwegs" und à propos Mishima auch Akutagwa zu gefälliger Festlektüre und wünsche dem Verfasser H.B. die wenigstens nostalgische Weltfreude seines Berufskollegen G. Nebel, auf dessen Spuren er allzu eng wandelt. Mehr geistige mediterranité und romanité!

Hartwig aus LG8

23. Dezember 2020 19:46

@G.Grambauer

Wenngleich Sie in Ihrem Statement noch nicht einmal Platz für den Gedanken "Rette sich, wer kann" einräumen, so nehme ich es dennoch als Aufruf, diesem Gedanken, der mir eh nicht fremd ist, weiteren Vorzug einzuräumen.

 

@ Bosselmann

Vielen Dank für Ihre zahlreichen Beiträge im Jahre 2020. Immer wieder lesenswert. Eine gedankliche "Verwandtschaft" kann ich nicht leugnen. Aber @Grambauer hat dennoch recht. Die Zeit der schwäbischen Hausfrau, die Zeit der Sprichworte a la "Spare in der Zeit dann..." , die Zeit ehrlichen Schweißes ist fürs Erste vorbei - es sei denn, man erfreut sich der eigenen Knechtschaft.

 

Franz Bettinger

23. Dezember 2020 21:12

@Lumi: Der gute @MD versteht gar nicht, worauf Isaak Newton, Theodor Mommsen, Anatol Fomenko und Heribert Illig (alles keine Spinner) hinauswollten. MD hat viel gelesen, aber wohl noch nie die Chronologie-Kritik eines der oben erwähnten Männer. Die Schriften des 6. bis 9. Jahrhunderts, die in St. Gallen verwahrt werden, gibt es. Die Ereignisse der Geschichte haben stattgefunden, aber eben sehr oft nicht zum angegebenen Zeitpunkt. Außerdem handelt es sich häufig um Ereignis-Dubletten. Lest Fomenko - ein Genuss für jeden an Geschichte Interessierten. 

Franz Bettinger

23. Dezember 2020 21:38

@HeinrichBruek: „Erbsünde... und im Schweiße seines Angesichts… diese Bilder hängen schief. Konsumenten-Beschimpfung? Alle sind an allem schuld? Wäre nur das Mitspracherecht auch so gerecht verteilt!“ Schöne Spitzen! 

@Utz, @Lumi, @Nordlicht: Zustimmung; auch zu @GGs Tritt ans Schienbein der Frömmler des 'Kultes von Verzicht, Maßhalten und Bescheidenheit'. Köstlich!

@KlausDs kritische Sicht auf der Fortentwicklung der Gesellschaft: Ja. Man kratze am Demokraten,  und darunter kommt der Söldner zum Vorschein, der für Geld die größten Schweinereien begeht. (Fast hätte ich Söder geschrieben.)

Laurenz

23. Dezember 2020 23:16

@Hesperiolus

Sie können meinen, was sie wollen.

Aber Leute, die das Französisch des preußischen Landadels pflegen und dazu noch frankophiles Gedankengut vertreten, sind mir, wie auch die Anglophilen, äußerst suspekt und haben mit uns Deutschen nur wenig zu tun.

Gegen mediterranes Wetter und Essen ist nichts einzuwenden. Aber gegen mediterrane Schlamperei schon :-)

anatol broder

23. Dezember 2020 23:21

@ laurenz, rmh 

zum thema wasser sagte netanyahu 2016 vor der generalversammlung der erdlinge: 

You might consider this: Israel leads the world in recycling wastewater. We recycle about 90 % of our wastewater. Now, how remarkable is that? Well, given that the next country on the list only recycles about 20 % of its wastewater, Israel is a global water power. So if you have a thirsty world, and we do, there’s no better ally than Israel.

Cugel

23. Dezember 2020 23:22

@KlausD., Imagine

Mir schwant, daß sich der geschätzte, immer streng wissenschaftlich argumentierende ("Blödsinn und Lüge") Imagine wieder einmal auf die VR China bezieht (Warum eigentlich nicht aufs Dritte Reich?), wo schnödes  Gewinnstreben selbstverständlich nicht im Mittelpunkt allen gesellschaftlichen Handelns steht. Nun erscheint das scheinbar makellose Gewand des Idols hie und da noch als ein wenig löchrig, warte ich doch noch auf den Nachweis zumindest eines ansatzweise proletarischen Bewußtseins des chinesischen Volkes. Kommt sicher übermorgen, spätestens dieses Wochenende. Des weiteren erstaunt des Wissenschaftlers Abkehr von der klassenlosen Gesellschaft. Ist offenbar als überkommener Ballast über Bord geworfen worden. Darf man dann davon ausgehen, daß mit besagtem Proletarierbewußtsein ein weiterer Kernbestandteil der reinen Lehre flöten geht?

Eo

24. Dezember 2020 01:54

An  quarz   23. Dezember 2020 07:41

Ja, die Widersprüche, davon gibt's bei den weltoffenen Modernisten und Globalisten noch einige, gravierende mehr, wie zB. das Hochhalten von Information, IT und Digitalisierung, jedenfalls wenn es um Technik und Abläufe geht.

Doch sobald von Information in Gestalt von Genen und noch schlimmer Genetik die Rede ist, werden die gleich nervös und wittern Schlimme(re)s. Nein, da ist es egal, da paßt eins zum anderen bzw. ist gleichviel wert, und wehe, einer redet davon, solcherart Information zu verbessern, zu steigern oder kompatibel bzw. passend zu halten !  Denn dann wird gleich der moderne Ersatzteufel beschworen, und es wird eindringlich von Rassisismus gewarnt ...

Die Widersprüche sind die Risse, die zu Brüchen führen, weil sie nicht zu kitten sind. So scheitert die vielbeschworene Integration nicht bloß am übergroßen Ansturm und an der dadurch entfachten Dynamik, sondern ebenso daran, daß man sich zu diesem Konzept ausgerechnet die dafür am wenigsten Völker und Religionen auf dem Erdenrund ausgesucht hat.

Aber mittlerweile ist die Reinholung ja Ausdruck von Glogov und somit essenzielle Verpflichtung, weil's eben dem globalen Ganzen dient, und die Linken sich nicht einkriegen vor Freude, weil Dummschland nun endlich regierungsoffiziell unter  Einwanderungsland firmiert.

 

 

Maiordomus

24. Dezember 2020 07:26

@Bettinger. Wer den Text nicht kennt, zählt nicht. Gilt natürlich auch betreffend Newton und Johannes Kepler. Natürlich gilt es auch für unsere eigene Zeitgeschichte. 

Eo

24. Dezember 2020 10:03

Korr.: (Wort vergessen)

sondern ebenso daran, daß man sich zu diesem Konzept ausgerechnet die dafür am wenigsten geeigneten Völker und Religionen auf dem Erdenrund ausgesucht hat.

Der_Juergen

24. Dezember 2020 10:55

@Imagine

Es zieht Sie offenbar doch immer wieder zu Sezession zurück, diesmal ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo @Skeptiker verstummt. Ein Schelm, wer hier einen Doppelgänger auf die Tastatur hämmern sieht...

Eine Replik auf Ihre letzte Wortmeldung liefert Dostojewski in den "Dämonen":

"Vernunft und Wissen haben im Leben der Völker stets nur eine zweitrangige, eine untergeordnete, eine dienende Rolle gespielt. Von einer ganz anderen Kraft werden die Völker gestaltet und auf ihrem Wege vorwärts getrieben, von einer befehlenden und zwingenden Kraft."

Ein aufmerksamer Leser der "Dämonen" war Josef Goebbels, der dieses Zitat zu Beginn seiner Doktorarbeit "Wilhelm von Schütz als Dramatiker" anführt. Der Sepp wusste, wovon er sprach. Imaginative Skeptiker schnallen so etwas nicht.

 

Laurenz

24. Dezember 2020 13:29

@Maiordomus

Es ist klasse, daß Sie uns mit solch wohlfeilen Details versorgen. Allerdings wäre es der allgemeinen Erkenntnis dienlicher, wenn Sie weniger über Ihre Eigenen Qualitäten schreiben würden & mehr kurze Abrisse des von Ihnen Recherchierten auf die SiN bringen würden. Nix gegen Kepler und Galilei, aber diese beiden Herren haben unser Leben genauso wenig auf dem Planeten verändert, wie Armstrong oder Hawking. Von daher, nett, aber politisch irrelevant.

@Anatol Broder

Ja, unser bester Freund Bibi überholt unsere Koboldböcke und "Freu-Mich"-Pastoren-Töchter mit einem viel mehr ökologisch & nachhaltiger gebauten Surf-Brett auf der Grünen Welle. Aber die Haushaltsdebatten laufen dafür in der Knesset italienisch ab, sicherlich weniger langweilig als die in Berlin.

Wasser ist in der Region fast noch wichtiger als das Militär. Nur die Nil-Anreiner -, wie Tigris & Euphrat-Anreiner-Staaten, neben Israel, verfügen über das kostbare Naß.

Daß Ägypter und Sudanesen die Messer wetzen, interessiert hier kein Schwein. 

Hier eine ARTE France Doku aus 2010 über den Krieg ums Wasser....

https://youtu.be/EyYSoxmDY-Q

 

Das Relikt

24. Dezember 2020 13:45

Ich bin kein Naturwissenschaftler und auch kein selbsternannter Experte, dessen Expertise sich darauf gründet nächtelang obskure Blogs und YouTube-Videos zu suchten.

Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es eine  absurde Vorstellung ist, dass 8 Milliarden Menschen, die seit Jahrhunderten fossile Brennstoffe verpulvern und seit Jahrzehnten Mikroplastik in ihre Umwelt absondern, keine Auswirkung auf das Ökosystem und das Klima haben können.

Es war ein großer Fehler des konservativen Lagers sich das Thema der Ökologie von den Linken kampflos aus der Hand nehmen zu lassen und sich statt dessen ganz den Zeiteinfrierungsphantasien der Boomer-Generation zu verschreiben.

Es war auch ein Fehler der AfD sich beim Thema Klimawandel direkt in eine Abseitsposition zu begeben.

Und es war ein Fehler sich die eigene Position beim Thema Corona vom Mainstream vorschreiben zu lassen. Denn es waren Rechte (Richard Spencer, Martin Sellner, Alice Weidel, Junge Freiheit z.B.) die vor Corona zuerst warnten und die Schließung der Grenzen anmahnten. Es war der ÖRR, der eine Gefährlichkeit von Corona verneinte und als rechte Verschwörungstheorie framte. 

Warum hat man hier nicht kapitalisiert, dass man einfach mal Recht hatte? Warum wechselte man die eigene Meinung genau passend zum Wechsel des Mainstreams, damit für diesen auch der passende Buhmann bereit stehe?

 

 

Cugel

24. Dezember 2020 14:09

@Lumi

"Heribert Illig hat mit sehr guten Argumenten die Existenz nicht nur Großkarls, sondern der gesamten Zeitspanne von etwa 614 bis 911 in Zweifel gezogen."

Gibt es zur esoterischen These eine Stellungnahme der IB?

Skeptiker

24. Dezember 2020 16:09

@Der_Juergen

Sie betreiben hier auch eine ganz schöne "Ausgrenzerei". Können Sie sich vorstellen, dass es Menschen im medizinischen Bereich gibt, die in diesen Tagen einfach viel zu tun haben? Und für die es auch nicht besonders erbauend ist, ihre Verweise auf Herrn Bhakdi und Wodarz zu hören!!! Nein, ich halte beide nicht für Fachleute, sondern für aufgeblasene Wichtigtuer!

Dennoch: Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest! 

Skeptiker

24. Dezember 2020 16:22

@Das Relikt

Ich danke Ihnen außerordentlich für diesen Kommentar. Er kommt für mich zur richtigen Zeit. Ich hatte schon keine Lust mehr, hier zu lesen - und zumindestens @Der Jürgen wäre froh darüber. Ich teile ihre Position im Bereich Ökologie, Klimapolitik, Coronamaßnahmen uneingeschränkt. Teile der Rechten haben sich hier in eine Sackgasse manövriert, weil es der Hauptimpuls zu sein scheint, immer eine Position gegen den sog. Mainstream einzunehmen. Wohin das bei Corona führt, kann nun jeder in Sachsen und Brandenburg sehen. Zumindestens wenn er nicht vollkommen unter Realitätsverzerrung leidet!

Cugel

24. Dezember 2020 16:48

@Das Relikt

Sie bauen einen Strohmann. Kaum jemand behauptet, daß menschliche Aktivität im allgemeinen und die von Ihnen zitierten im besonderen ohne Effekt auf die Umwelt blieben.
Wie so oft, steckt der Teufel auch hier im Detail, nämlich der Art und des Ausmaßes sowie der Wirkgeschwindigkeit dieser Effekte, die nicht nur beim Klimawandel (früher hieß das mal Klimakatastrophe, man ist schon ein wenig vorsichtig geworden) fraglich sind. Das Klimagedöns, propagandistischer Vorläufer des Covid-19-Zirkus, ist derart mit gravierenden Unsicherheiten (in Basisdaten und Auswertung), Spekulation und Polemik behaftet, daß es dem Kaffeesatzlesen gleicht. Politisierte Wissenschaft, ein Widerspruch in sich.

Laurenz

24. Dezember 2020 16:54

@Das Relikt

Warum hat die AfD nicht gleich die unbefleckte Empfängnis zum Haupt-Wahlkampfthema gemacht?

https://www.derstandard.de/story/2000065198711/wenn-nobelpreistraeger-auf-irrwegen-wandeln

Hier können Sie lesen, wie die kompetenteste Zeitung der Welt in Klima-Fragen ohne Anführung irgendeiner Argumentationsgrundlage einen Nobelpreisträger zerreißt. Ivar Giaever ist halt ein Ketzer. Das reicht um Ihn auf dem virtuellen Scheiterhaufen brennen zu lassen. 

Sie, Das Relikt, könnten einfach mal um den Planeten reisen, damit Sie von der maßlosen, menschlichen Selbstüberschätzung runterkommen. Was sind schon 8 Milliarden Methan-Furzer? Ein nichts, wenn Sie die Masse der Luft bis in die Stratosphäre berechnen.

Cugel

24. Dezember 2020 17:30

Pettifors Buch: Der Titel ist ein Schuß in den Ofen, war doch Roosevelts New Deal in beiden Teilen nicht das, was er versprochen hatte. Der Krieg brachte den Aufstieg.

heinrichbrueck

24. Dezember 2020 18:40

@ Laurenz

Anstatt eines Kepler haben wir dann einen Marx, dessen politische Weltbetrachtung sich durchsetzt. Es reicht schon, über Kepler zu wissen, daß er während des Krieges mit keiner Seite übereinstimmte, was nicht unpolitisch ist. 

anatol broder

24. Dezember 2020 20:14

@ cugel 17:30

der titel (the case for the green new deal) soll eben etwas versprechen, was auf einen krieg hinausläuft. das buch ist nämlich eine anleitung für umstürzler. der verlag bewirbt es auch als solches:

Pettifor offers a roadmap for financial reform both nationally and globally, taking the economy back from the 1%. This is a radical, urgent manifesto that we must act on now.

in der englischen makulatur sind farbenlastige titel nicht selten:

  • ann pettifor: the case for the green new deal;
  • sarah maddison: why white australia can’t solve black problems;
  • doris lessing: the golden notebook;
  • e l james: fifty shades.

Gustav Grambauer

24. Dezember 2020 21:32

Crashkurs New Deal bei Grambauer:

Es heißt immer, er sei eine Konsequenz aus der Weltwirtschaftkrise gewesen, "der barmherzige Roosevelt konnte die Massenarmut nicht mehr mit ansehen".

Mumpitz. Er war vorausblickend das Fundament für den US-Eintritt in den WK-II.

Ich sage immer: Banken haben keine Panzer, füge hier hinzu: auch keine Schulbänke. Denn Kennedy hat`s im Nachhinein knackig zusammengefaßt: Kriege werden auf den Schulbänken der Kinder entschieden. Diese Schulbänke müssen bezahlt, genauer gesagt: kreditiert werden, so wie die gesamte - gigantische - für Kriegführung notwendige Infrastruktur bis hin zu Raffinerien, Straßen usw. Hierfür müssen sich Banken und Staat - zeitweise - verbünden. Die Kriegsbeute

https://www.buchdienst-hohenrain.de/Grabert-Hohenrain-Titel/Zeitgeschichte/Georg-Friedrich-Unternehmen-Patentenraub-1945::9.html

wird nach dem Sieg zwischen beiden aufgeteilt, so durfte z. B. die NASA eine US-Bundesbehörde werden und u. a. den Braun bekommen.

Dann gehen beide Seiten wieder - für eine Zeit - auseinander und die PsyLabs lassen für die dümmsten Dummköpfe von "Liberalismus" schwadronieren, irgendwelche Poppers und Hayeks kommen wieder mehr in Mode. Aber nur so lange, bis der nächste (Welt-)Krieg in Aussicht steht, demnächst ein grünlackierter mehr auf Soft-Power-Basis.

Die Stamokap-Theorien waren hier lediglich nicht differenziert genug, wie sollten sie auch.

Kein schönes Thema für Weihnachten. Umso mehr wünsche ich allein ein gesegnetes Fest!

- G. G.

Cugel

25. Dezember 2020 01:22

@Skeptiker  24. Dezember 2020 16:22

"...weil es der Hauptimpuls zu sein scheint, immer eine Position gegen den sog. Mainstream einzunehmen."

Angesichts der Berichte aus Wuhan war die Haltung der AfD bezüglich Covid-19 vollkommen rational. Es war die Regierung, die abgewiegelt hat, was das Zeug hielt (also aus ihrer Sicht ebenfalls rational, da Abwiegeln in pol. Führungsposition immer hilft). Im weiteren Verlauf wurde bald klar, daß es sich um eine Grippe handelt, die in Einzelfällen schwer verläuft.

"Wohin das bei Corona führt, kann nun jeder in Sachsen und Brandenburg sehen."

Ja, es ist grauenhaft. Beide Bundesländer schier entvölkert, pardon, entmenscht. Sogar die Ratten liegen tot im Rinnstein; die Beulenpest war - man muß es sagen - im Vergleich ein Fliegenkot.
Interessant auch: Gestorben wird an Covid, nicht mehr, wie weiland (s. Winter 2017/2018) zu dieser Jahreszeit nicht unüblich, an der Grippe. Der Maulkorb schützt vor der Grippe, nicht vor Covid?

"...und zumindestens @Der Jürgen wäre froh darüber."
Zumindestens (sic!) er scheint Ihren Humor nicht zu teilen.

Franz Bettinger

25. Dezember 2020 03:22

Ich empfinde @Cugel und @Lumi als Bereicherung für das Forum, @quarz, @GG, @MD, @Lau und @Jürgen sowieso. Wollte das nur mal erwähnt haben. Wahrscheinlich habe ich noch @etliche Gute vergessen. Die Kommentare @gewisser Anderer lesen ich nicht mehr. Was hat dieser angeblich viel beschäftigte Chefarzt einer großen Lungenklinik mit dem Pseudonym @Skeptiker eigentlich zu sagen? An Sachlichem nichts! Wenn es Wichtigtuer gibt, dann nicht Wodarg und Bhakdi, sondern er und seine Doppelgänger. Sie verbitten es sich deshalb auch, dass ich ihnen "wie ein Schullehrer" auf den faulen Zahn fühle. Bei Fragen z.B. zum Medizinbetrieb, aus deren Antworten man auf ihre (In-) Kompetenz schließen könnte, drehen sie ab und verbitten sich. Zeitverschwendung.

Lotta Vorbeck

25. Dezember 2020 08:49

@Franz Bettinger - 25. Dezember 2020 - 03:22 AM

"Ich empfinde @Cugel und @Lumi als Bereicherung für das Forum, @quarz, @GG, @MD, @Lau und @Jürgen sowieso. Wollte das nur mal erwähnt haben. ..."

---

Bei den Gelegenheiten, wo der gemeine Infanterist nichts mehr auszurichten vermag, ist es immer wieder wohltuend zu wissen, daß notfalls in Neuseeland ein bestens gewartetes, stets einsatzbereites, aufmunitioniertes, kampferprobtes Sd.Kfz.142 / StuG III mit röhrendem Dieselmotor aus der Deckung heraus nach vorn zur HKL rollt.

 

Maiordomus

25. Dezember 2020 11:52

Sicher scheint, dass diejenigen, die hier sogar an Weihnachten weiterschreiben, entweder deutsche Heiden oder ganz einsame wohl überpolitisierte Christenmenschen sind. Bin indes selber noch an der Arbeit mit lektorialer Korrekturarbeit für Weggefährten. Politische Aussagen sind wenn möglich so zu platzieren, dass die Produktionsleitung es nicht merkt. Oder dass hier im Forum von den politisch Unbrauchbaren geschrieben würde: "Nicht rechts genug." Gesegnete Weihnachten besonders an Familie Kubitschek-Kositza. Begreife nicht, dass ein im Prinzip Rechtsintellektueller wie David Berger nicht sehen kann, dass die beiden ihm, dem habilitierten Thomisten, in Sachen Belesenheit und tiefer alternativer Bildung jederzeit das Wasser reichen. Das Minimum wäre, wenigstens das Niveau anzuerkennen. Mit ein Grund, warum das deutsche Geistesleben heute darniederliegt. Siehe Maron, sogar noch eine Liga höher.

Der_Juergen

25. Dezember 2020 13:16

Ehe der Bademeister die Gäste aus dem Schwimmbad herauskomplimentiert, hier noch eine Stellungnahme zu Heribert Illig (siehe den Kommentar von @Lumi).

Ich habe Illigs "Hat Karl der Grosse je gelebt?" aufmerksam gelesen. Illig, ein gebildeter Mann, vermag durchaus einige Punkte zu buchen.  Dies ändert freilich nichts daran, dass seine These, wonach die Jahre von 614 bis 911 "erfunden" seien, völlig absurd ist. Er kann die elementare Frage "Können Sie eine Persönlichkeit nennen, die sowohl im Jahre 613 als auch im Jahre 912 der herkömmlichen Zeitrechnung lebte?" nicht beantworten. Ebenso wenig konnte er erklären, weshalb Karl in islamischen Quellen erwähnt wird. Hat die katholische Kirche, der Illig die Grosse Fälschung anlastet, auch in Bagdad ihre Agenten gehabt, die dort fleissig Dokumente fabrizierten?

Ich habe später noch eine Zeitschrift (den Namen weiss ich nicht mehr) gelesen, in der sich neben Illig auch andere "Zeitrevisionisten" wie Gunnar Heinsohn zu Wort meldeten. Der Unsinn, den Heinsohn dort verzapfte - "Wer hat eigentlich die Germanen erfunden?" etc. -, wird nur noch durch den Schwachsinn übertroffen, den derselbe "Forscher" in einem Buch über den berühmten Ort in Oberschlesien absondert. Seither befasse ich mich nicht mehr mit dem Thema.

Laurenz

25. Dezember 2020 13:58

@Maiordomus

Wenn ich mir das korrekt gemerkt habe, wollen über 80% der Relotius-Leser Weihnachten keinen Gottesdienst besuchen. Heiden feiern das Jul schon länger als Christen die Geburt eines kleinen Rabbiners. Man kann aber weder die gesamte Zeit singen, noch sich der Völlerei hingeben, vom Alkohol ganz zu schweigen. Am hellichten Tag trinke ich zumindest nichts %iges. Ich werde heute am frühen Abend aus ketzerischen Missionszwecken einen evangelischen Gottesdienst friedlich besuchen. Hier scheint über dem schönen Taunus die Sonne am fast wolkenlosen Himmel bei 2,5 Grad Celsius. Die Wilde Jagd der Götter findet gerade woanders statt. Und da wir uns in asymmetrischen Konflikten befinden, empfände ich das Singen des ewigen Liedes "Stille Nacht, heilige Nacht" in der Öffentlichkeit entwürdigend. Wenn Sie Gänsehaut bekommen wollen, hören Sie Sich, Maiordomus, die Heiligabend-Kriegs-Wochenschauen an, wenn alle Frontabschnitte gemeinsam dieses Lied singen.

(https://youtu.be/yOXLwGLaQFY)  https://youtu.be/91ruylm9rAM

Ruewald

25. Dezember 2020 14:31

Bemerkenswert die realistisch- pessimistische Sicht des Pädagogen HB über die "Erziehbarkeit des Menschengeschlechts". Was Wunder, daß es vermutlich seit Cro-Magnon, und nicht einmal seit 2000 Jahren Christentum, beim Menschen einen wesentlichen kognitiven, emotionalen bzw. moralischen "Fortschritt" gab. Nur die Lebensformen und  Ziele haben sich geändert.

Zur Klimadebatte (mit Seitenblick auf Corona) sei ein Hinweis auf das Buch
"Das Klima-Paradigma. Kritik und Hintergründe"
gestattet. Die Sicht entspricht etwa der der "Skeptiker" auf diesem Strang, dürfte aber auch noch Unentschlossenen durch sachliche und unpolemische Darlegung die Augen öffnen.

Die beiden Paradigmen, Klima und Corona, ordnen sich weder in die Moderne noch die Postmoderne ein. Es handelt sich um ein in der Moderne neues Phänomen: die Legitimierung von Dogmatismus durch Naturwissenschaft. Die Wissenschaft dient nicht mehr "normal" der Erkenntnisgewinnung, sondern wird "postnormal" von der Politik (und Wirtschaft) gesteuert.

Ähnlich dem Lyssenkismus in der Sowjetunion.

Ruewald

25. Dezember 2020 14:34

Zu Corona:

In einem Artikel von Reitschuster: "Tote lügen nicht" wird tabellarisch für die wichtigsten Länder die Zunahme der (an und mit) Corona-Toten seit 1. September zusammengestellt: die Zunahme ist in der BRD 200%, in Schweden nur 40%. Demnach kann das lockere schwedische Modell wohl nicht so schlecht sein.

Ich habe noch die Bevölkerungszahlen berücksichtigt. Dann ergibt sich (bis 22.12. im Jahr 2020) weltweit in den meisten Ländern eine Gesamtzahl (an und mit) Corona-Toter von ca. 1 Promille der jeweiligen Bevölkerung. Größte Abweichung nach oben: Belgien (1,66 Promille) und BRD (0,34 Promille). Bayern liegt mit 0,46% um Faktor 2 unter dem (westlichen) Weltdurchschnitt. Grund zur Panik, Herr Söder?

Laurenz

25. Dezember 2020 14:50

@Der_Juergen

Auch wenn es sich um ein Nebenthema oder Abstellgleis handelt, so mag ich Sie bei der Karls- oder Nicht-Karls-Frage unterstützen. Der historische Hund liegt wohl tatsächlich im Vatikan begraben. Dort sind die Unterlagen/Archive im besagten Zeitraum recht dürftig geordnet, im Vergleich zu späteren Zeiträumen.

Wenn man sich allerdings in die europäische Peripherie begibt, wie die Britischen Inseln (angelsächsische Schriften) oder Nordeuropa, so ist die vorhanden Quellenlage recht gesichert. Auch die fränkischen Rechtsauslegungen werden wenig angezweifelt.

Wenn die Wikinger Lindisfarne nicht um 793 platt gemacht haben sollen, wann dann?

Seit 845 belagerten Wikinger quasi Paris. 885 eskalierte die Nummer. Wenn die Kirche damals zwar sehr mächtig war, gerade in Frankreich, aber so viele historisch klerikale, geschichtsfälschende Kommunisten gab es jetzt auch nicht. 

Als der Relotius noch Spiegel hieß, gab es vor einigen Jahrzehnten mal Artikel über Kirchendokumente. Man konnte nachweisen, daß etwa 70% aller historischen Kirchen-Dokumente gefälscht sind ...... bekanntestes Beispiel, die Pippinische Schenkung. Aber das passiert ja auch heute noch, im Westen also nichts Neues.

Maiordomus

25. Dezember 2020 14:54

@Laurenz. Natürlich auch Ihnen, wenn nicht gesegnete, dann wenigstens schöne Weihnachten! Habe Ihnen ja schon oft genug neben Kritik auch schon für aus meiner Sicht zutreffende Beiträge Anerkennung signalisiert.  

Franz Bettinger

25. Dezember 2020 18:31

@Jürgen und @Laurenz: Anatol Fomenko hat Eure Fragen beantwortet. (Illig nicht.) In diese Thematik auf SiN tiefer einzusteigen, empfiehlt sich nicht. Also belasse ich's bei dem Tipp, Fomenko zu lesen. Vor allem dessen Einstieg - er ist Mathematiker! - über die Astronomie (und deren ohne Zeit-Korrektur unerklärlichen Kapriolen) gewinnen einen für das Thema. Ob die große Geschichts-Fälschung (Skaligers und Petavius') für das Heute relevant ist? Eher nicht. Allerdings werden wir ja gerade mit mindestens genauso dicken Lügen konfrontiert. Und vorher schon bzgl. WW1 und WW2. Also als Anschauungsmaterial über das, was möglich war und ist: dennoch hilfreich. Ihr lest so viel, dann bitte auch Fomenko! Selbst wenn man die Kernaussage dieses Mannes anzweifelt, bleiben einem doch zumindest faszinierende Skurilitäten der Geschichte (Pompeji, Metallurgie, die Entwicklung und vor allem Rück-Entwicklung von Münzen, Waffen- und Karten, das angebliche Verlorengehen von Wissen, die Re-Naissance all dessen … ).

Franz Bettinger

25. Dezember 2020 18:45

@Ruewald ergänzend: Keiner weiß, an was diese Menschen gestorben sind (mit oder an Corona), daher sind diese Zahlen irrelevant. Nur DASS sie gestorben sind, ist relevant (weil kaum zu fälschen). Auf die Gesamt-Sterblichkeitsrate allein kommt es an. Die aber liegt 2020 völlig in der Norm. Kein Ausnahmejahr, keine Pandemie, nicht einmal eine Epidemie. Ein Ausnahejahr allerdings der Lüge und Erniedrigung: Ja. 

Lumi

25. Dezember 2020 19:13

@Juergen - zu Heribert Illig und seinen Thesen

Die Zeitschrift, die Sie meinen, sind wohl die "Zeitensprünge", welche mittlerweile als PDF Archiv im Netz sind und dort auch weitergeführt werden.

http://www.zeitensprünge.de

Die Phantomzeit (entspricht den "dark ages") muß ja nicht genau 614 eingeschaltet worden sein. Dies kann auch ein paar Generationen später erfolgt sein. Sie verpflanzen dann ihre Ahnen 300 Jahre nach vorne und setzen die Phantomzeit davor ein.

Es stimmt nicht ganz, daß Illig der katholischen Kirche die Sache anlastet. Kaiser und Papst haben das zusammen gemacht. Und wer sagt, daß es keine fromme Tat war, pia fraus?

Papier und Pergament sind geduldig. Früher wurde nicht weniger gefälscht als heute. Der Umfang der Fälschung hat die Forschung sehr gewundert.

Vor Heribert Illig habe ich große Achtung. Hier ein schönes Gespräch mit ihm:

Das erfundene Mittelalter (Youtube, 77 Minuten

Lumi

25. Dezember 2020 19:37

@Juergen - Nachtrag zu Illig und Heinsohn

Von Heinsohn habe ich nur ein paar Videovorträge gesehen, wo er mir negativ auffiel, weil er sich beim Publikum mit dem Hohoho Thema einschleimte.

Außerdem fährt er mit der ganz großen Geste durch Jahrhunderte und Jahrtausende, während Illig immer detailliert und kenntnisreich an überlieferten technischen Artefakten entlang argumentiert.

Heinsohn und Illig waren auch nur eine begrenzte Zeit Weggefährten. Vor ein paar Jahren ist es sogar zum offenen Bruch gekommen, dokumentiert in den Zeitensprüngen.

Man wird Sache und Mensch nicht gerecht, wenn man Illig und seine Arbeit aufgrund von Heinsohn beurteilt.

Ruewald

25. Dezember 2020 21:03

@FB 18:45, d'áccord.

Ergänzung:

Wir sind heute so weit von Aufgeklärtheit entfernt wie nie in den letzten Jahrzehnten      (Norbert Bolz: "Angst macht dumm", "Avantgarde der Angst")

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 06:22

"Beruhigt es euch Beschwichtiger wirklich, dass unser Staat in der historischen Unterdrückungs-Skala (neben Stalin und Mao) noch keinen Spitzenplatz einnimmt? Wir erdulden eine uns kriminalisierende Totalbeschallung mit Lügen rund um die Uhr. Eine per Maulkorb schon optisch disziplinierte Herde trägt das Brandmal der Berliner Clique in der Visage. In den Zügen patrouilliert gewaltbereite Polizei. Unsere Wohnungen und unsere Körper sind nicht mehr vor ihrem Zugriff sicher. Freizügigkeit? War mal. Man verpflichtet uns, überall unsere Personalien preiszugeben. Man späht uns digital aus, sperrt Konten, ruiniert Existenzen, normiert Kontakte, quantifiziert Besuche in Altersheimen. Horrende Bußgelder drohen, wo man sich den irrwitzigen Vorschriften nicht fügt; auch Kinder setzt man der Tortur aus. Wie wird sich das alles erst steigern, wenn die Impfpflicht-Kampagne beginnt?  Die Umarmungen Merkels ähneln ja Erdrosselungs-Versuchen. 'Ich liebe euch doch alle‘. Das verkündete auch Stasi-Chef Mielke in dem groteskesten Augenblick deutscher Parlamentsgeschichte. Ein noch nicht gänzlich verlorenes Volk sollte sich solche Hinter-fotzigkeiten (englisch: candy coated crap) schon in seinen Anfängen energisch verbitten.“ Die Zeilen entstammen der Feder von Prof. Günter Scholdt, hier verfranzelt und gekürzt wiedergegeben - und nun anschließend kommentiert: 

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 06:31

ff  Dein Artikel ist prima. Aber wenn du schreibst "In der Corona-Angst steckt auch ein gehöriges Maß begründeter Furcht; eine Viren-Mutation birgt erhebliche Gefahren; es wäre töricht, ihre Kranken- und Todesspur zu ignorieren“  dann muss ich dich fragen: Bist du jemals in deinem Leben einem gefährlichen Virus begegnet? Hast du wenigstens von einem gehört? Ich nicht, obwohl ich als Arzt viel von diesen Sachen mitbekomme. Schon lange gibt es im Bereich Viren, aber auch Bakterien, keine Kranken- und Todesspuren mehr. Diese Zeiten sind vorbei. Selbst die sogenannte Spanische Grippe hatte vermutlich ganz andere Ursachen, nämlich den tödlichen Impfwahn, der damals in vielen Ländern ausbrach. Aber selbst wenn ein Virus die Ursache gewesen wäre, so liegt das 100 Jahre zurück.  Seitdem: Ruhe, nichts, keinerlei Seuchen; jedenfalls keine sichtbaren mit Toten in jedem Dorf, jeder Familie, jeder Ecke wie es im Mittelalter tatsächlich der Fall war. Natürlich haben die Medien immer wieder versucht, den Eindruck von Seuchen zu erwecken, die irgendwo auf der Welt, wo wir's nicht überprüfen können, ihr Unwesen treiben. Überzeugend war das nie. Auch HIV-AIDS nicht. Es fand nur in den Medien statt. ...

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 06:33

Günter, du siehst, auch du bist nicht gefeit gegen die übliche Propaganda. Du hast diese Theorien verinnerlicht und zollst ihnen unbewusst Tribut. Das ist kein Vorwurf. Wir sind alle bis zu einem gewissen Grad hirngewaschen; ich auch. Es ist als würde einer sagen „Ja, doch, es gibt schon Hexen, aber man muss doch nicht gleich in jeder Frau eine sehen.“ Nein, es gibt keine. Wer Letzteres allerdings zur Unzeit sagt, der wurde zu allen Zeiten verbannt oder verbrannt. Insofern ist deine Konzedenz, ein bisschen im Meinungsstrom mit zu schwimmen, verständlich. Ja, in einer mittelalterlichen Welt ohne Gott zu argumentieren, wäre sinnlos gewesen. In der heutigen Welt ohne die a priori-Prämisse einer Virus-Existenz zu diskutieren, ebenfalls. Ich mach's trotzdem. Der Kaiser ist nackt! Das muss laut gesagt werden. Nichts Ärgeres fürchten die Souffleure des Nackten, also schrei es in die Welt hinaus!

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 06:51

Und nun kommen sie mit diesem Faszinosum der Herden-Immunität um die Ecke. Noch vor einem Jahr kannte kaum ein Arzt den Begriff. Er ist ja auch Unsinn. Herden sind nie immun, weil sie kein gemeinsames Immunsystem besitzen. Nur Individuen können immun sein. Hat ein Individuum aus einer angeblichen Herde mit Herden-Immunität Kontakt zu einem hoch infektiösen Erreger (Pest, Pocken), dann wird er sich wahrscheinlich infizieren und schwer erkranken mit oder ohne Herden-Immunität. Die Herde schützt ihn keinesfalls. Der Begriff Herden-Immunität ist noch relativ jung und ein pharmazeutisches bzw. mittlerweile politisches Konstrukt. Er wurde von der Impf-Lobby eingeführt und grade aktuell von der WHO noch verschärft und sehr fadenscheinig begründet, weil es andernfalls (ohne das Konzept) nicht plausibel wäre, von einem ganzen Volk / Herde zu verlangen, sich impfen zu lassen, wo doch bereits jeder Geimpfte (angeblich) durch die Impfung persönlich geschützt sei. - Weder die eine noch die andere Behauptung (Impfungen würden wirken) sind jemals experimentell oder epidemiologisch bewiesen worden. Ich halte sie für durchschaubar glatte Lügen. Früher wollte man damit nur Geld verdienen. Heute will man mehr: Kontrolle, Gehorsam, Dressur, Unterwerfung. - Nomaské, Franz 

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 06:55

PS: Dazu dies formidable und sehr lustige Interview mit Dr. Montanari. Darin fragt man ihn (am Ende): "Boris Johnson wollte sich auf die Herden-Immunität verlassen, ruderte dann aber zurück.“ Montanari: „Johnson’s Argumentation ähnelt seinem Haar. Wir haben es mit purem Wahn zu tun. Erstens ist die Herdenimmunität eine brillante Erfindung, die von der Pharma-Lobby geschaffen wurde. Nur ein Idiot kann glauben, dass es eine Monstrosität wie Herden-Immunität gibt. Wenn Sie möchten, können wir eine ganze Show daraus machen, in der ich ihnen genau erkläre, warum die Herden-Immunität ein Schwindel ist.“ Das Interview ist wirklich lesenswert:
https://morgenwacht.wordpress.com/2020/04/06/das-coronavirus-und-galileo-ein-interview-mit-dem-italienischen-nanopathologen-dr-stefano-montanari/#more-12551

Laurenz

26. Dezember 2020 09:02

@Lumi (1)

Einer der größten Autoren für See-Kriegs-Geschichte überhaupt, ist der Österreicher Helmut Pemsel (*1928)

https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Pemsel

Der lebt sogar noch. 

Die See-Kriegs-Geschichte ist das wichtigste Geschichstfeld überhaupt, weil sie den größten Einfluß ausübte und immer noch ausübt. Wenn man die "See-Kriegsgeschichts-Atlanten" Pemsels durcharbeitet, ist der historische Ablauf mit tausenden Quellen so gut unterfüttert, daß Kaiser und Päpste, auch kollektiv über Jahrhunderte zu machtlos gewesen wären, um eine derartige Geschichtsfälschung einzufädeln.

Alleine die islamische Eroberung spielt sich in diesem Zeitraum eklatant außerhalb des Machtbereichs von Papst und Kaiser ab. Auch die Amerikas und China (Ostasien) haben in diesem Zeitraum eine eigene dem damaligen Zeitgeist entsprechend dokumentierte Geschichte.

Wenn Sie Sich die Datenbank der islamischen Eroberungen Dr. Bill Warners auf Jutjub anschauen, neben denen sich die Kreuzzüge so lächerlich darstellen, daß sie kaum einer historischen Beachtung wert sind, alles durch Quellen beweisbar, wäre solch ein Ausmaß einer Verschwörung außerhalb der damaligen infra-stukturellen Informations-Möglichkeiten gewesen.

Laurenz

26. Dezember 2020 09:10

@Lumi (2)

Warner weißt sogar konkret darauf hin, daß in seinen Augen das "Dunkle Mittelalter" durch die islamischen Eroberungen veranlaßt wurde, was vor allem ökonomisch ziemlich plausibel ist (See-Krieg im Mittelmeer).

Ein Einhard hatte eben nur literarischen Einfluß auf das Frankenreich, und natürlich ist die Biographie Karls geschönt, aber das finden Sie auch im gallischen Krieg Cäsars. Die Aufgabe des Historikers liegt eben exakt darin begründet, Aussagen über Ereignisse auf Plausibilität zu überprüfen. Aber auch das braucht man oft gar nicht, da Gesellschaften seinerzeit wenig moralisiert waren. Cäsar (& einer seiner Generäle) selbst zählt eine Mio. ermordete Gallier in sieben Jahren Krieg auf.

@Franz Bettinger

Das ist alles viel zu abgedreht, Zeitverschwendung. Ich debattiere hier nur mit, weil ich diesen ganzen Unfug nicht auf einer Plattform wie SiN einfach so stehen lassen will. Die Alu-Hüte sollen sich mal schön die Relotius-Leser aufsetzen. Gerade die vielen Christen hier, (im besagten Zeitraum gab es zwar noch viele christliche Sekten (Eco), aber noch keine Protestanten), sollten sich Dr. Warners Frage stellen "Why we are afraid".

Lumi

26. Dezember 2020 09:46

@Cugel 24.12. 14:09 - "Gibt es zur esoterischen These [Heribert Illigs hinsichtlich Karls des Großen] eine Stellungnahme der IB?"

Wohl noch nicht.

Aber spielt es eine Rolle?

Hängt die Wahrheit des christlichen Glaubens und der christlichen Lehre davon ab, ob sich in der Tat damals zu Bethlehem und Jerusalem alles faktisch so zugetragen hat?

Für meine Identität brauche ich Karl den Großen nicht. Er hat permanent Krieg geführt. Heilige Bäume geschändet. Was soll ich mit einem Sachsenschlächter? Da würde ich mich eher mit Widukind identifizieren, der vor Karl in die Knie gehen mußte.

Die Ottonen, Salier und Staufer haben sich einen phantastischen Wunderkaiser gebastelt, ein ruhmreiches Narrativ, in dem sie sich vor urbi et orbi spiegelten. Was Rom kann, das können wir auch.

Skeptiker

26. Dezember 2020 09:53

@Franz Bettinger

Sie behaupten, wenn ich das richtig verstehe auch, dass es keine Krankheiten wie z.B. Kinderlähmung gibt/gab, die durch gezielte Impfprogramme ausgerottet wurden?

Dann fehlt tatsächlich jegliche gedankliche Grundlage. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Verbreitung völlig unhaltbarer Positionen zum Klimaschutz, zur Coronapolitik usw. zur Halbierung der AfD-Wähler geführt hat. Damit hat Herr Meuthen gar nichts zu tun. Dieser "Querdenker-Organisator" M.B. hat nun offensichtlich nun genug Spendengelder veruntreut und zieht sich zurück. Vielleicht sollte das mal eher durchleuchtet werden?

Bei Corona und auch in der Ökologiedebatte ist die AfD völlig auf dem Irrweg! Sprechen Sie darüber z.B. mal mit Biobauern im Wendland, die sich der Bündischen Bewegung zugehörig fühlen ...

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 10:21

@Laurenz: Ich bin zwar nicht der Meinung, man müsse die Hexenbulle studiert haben, um überhaupt in der Hexen-Frage mitreden zu können - die Falsifizieren dieser Theorie gelingt auch anders - dennoch halte ich es für ratsam (um @MD’s Worte aufzugreifen), dass man wenigstens das 1. Buch des (rund 5000 Seiten starken) Gesamtwerks von A. Fomenko gelesen haben sollte, ehe man die Theorie einer massiven Geschichtsfälschung (die ja immerhin die Annahme sehr honoriger Männer wie Mommsen und Newton fortschreibt) als absurd abqualifiziert. Ich weiß, das macht Arbeit. Wer nie die Idee in Betracht zieht, es könne vieles auch ganz anders gewesen sein, der stolpert auch nicht über Widersprüche der griechisch-römischen Geschichtsschreibung; er galoppiert großzügig drüber weg. A. Fomenko hat Erklärungen für die angeblich so unabhängigen Geschichten der Chinesen, Inder und Moslems. 

Skeptiker

26. Dezember 2020 10:26

Um umfangreich und von allen Seiten etwas zu beleuchten, sollte vielleicht zum Treiben von Dr. S. Montanari auch auf einen deratigen Hintergrundartikel verwiesen werden. Bei Montanari ist nun wirklich hinlänglich bekannt, dass er Impfkritik aus kommerziellen Interesse heraus betreibt. Für mich ist er ähnlich unerträglich wie z.B. Rüdiger Dahlke. Sie instrumentalisieren Ängste für den eigenen Profit.
https://www.nordisch.info/estland/buchhandelskette-nimmt-anti-impfbuch-aus-den-regalen/

Franz Bettinger

26. Dezember 2020 10:37

Ich ziehe meinen Hut vor diesem Mann. Zum Niederknien würde @GG sagen. Dieser Pianisten zeigt uns, wie man sich erfolgreich der Polizei erwehrt: https://www.facebook.com/lennard.rage/videos/5049606355080131

Der_Juergen

26. Dezember 2020 11:49

@Franz Bettinger

Danke für diese sehr gehaltvollen Wortmeldungen. Ihre Erfahrung als Arzt wiegt schwer.

Ich bin mit Ihnen in den meisten Fragen einverstanden, in einigen anderen, wichtigen, durchaus nicht, aber ich hatte weder bei Ihnen noch bei anderen hier schreibenden Libertären wie @Zeitschnur je den Eindruck, dass da unehrlich argumentiert und zu Taschenspielertricks gegriffen wird. Mit solch ehrlichen (Teil-)Opponenten ist ein Gedankenaustausch in aller Regel fruchtbar. Auch @Laurenz, dessen heutige Bemerkungen über die logistische Unmöglichkeit einer so gigantischen Geschichtsfälschung wie der von Illig und Konsorten behaupteten übrigens sehr plausibel sind, halte ich nicht für einen Schwindler, sondern einfach für einen Plauderer, der schreibt, was ihm gerade einfällt, und sich nicht von gewissen törichten Vorstellungen befreien kann. Unnütz ist ein Austausch von Argumenten jedoch mit Menschen, die zwar durchaus intelligent sein mögen, jedoch bewusst flunkern, auf diesem Blog unter verschiedenen Pseudonymen schreiben und das dann in Abrede stellen, und die sich beispielsweise als Chefärzte irgendwelcher Lungenkliniken ausgeben, um Behauptungen aufzustellen, von denen sie selbst wissen müssen, dass sie nicht stimmen. Solche Leute sind hier auf Sezession zum Glück die absolute Ausnahme.

Imagine

26. Dezember 2020 14:18

Herdenimmunität ist eine Realabstraktion. So wie Staat, Gesellschaft, Volk etc.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass jeder in der Herde (= Volk) immun ist.

Margaret Thatcher behauptete: „There's no such thing as society.“

Genauso könnte man behaupten: „Es gibt kein Volk!“

Weil es das Volk nur in der Abstraktion gibt. Besonders gilt dies für das „deutsche Volk“, welches heute nur noch einen immer kleiner werdender Teil des deutschen Staatsvolks bildet.

In den Städten mit großem Anteil von deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund werden bei der übernächsten BT-Wahl 2029 bei den Erstwählern die Migrantenkinder schon die Mehrheit stellen.

Das ist die Realität. Und dieser sollte man sich stellen.

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