25. Januar 2021

Kein NPC sein

Caroline Sommerfeld / 81 Kommentare

Ab Montag gilt hierzulande die sogenannte "FFP2-Masken-Pflicht" beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

In Bayern ist man bereits seit ein paar Tagen dazu verpflichtet, in anderen bundesdeutschen Ländern gibt es unterschiedliche Regelungen, oben ohne kommt allerdings keine Verordnung mehr aus.

Auf die gesundheitlichen Risiken, die medizinischen Bewertungsgrundlagen und wirtschaftlichen Absprachen will ich hier nicht eingehen. Mich interessiert das Soziale.

Martin Lichtmesz bemerkte auf Twitter

Mit den Coronamasken ist das NPC-Mem buchstäblich wahr geworden.

Gemeint ist dieses in verschiedenen Versionen kursierende Bild von den grauen Mainstream-Einheitsmännchen:

Die Kollektivmaske hat nicht allein äußerlich vereinheitlichenden Charakter. Sie wirkt auch durch bis hinein ins Seelenleben:

Während man eine physische Maske trägt, bildet sich im Innern eine zweite Maske, die aus Anpassung, Gehorsam und Angst besteht. Diese bekommt man auch auf lange Sicht nicht mehr von der Seele abgezogen. Sie verändert ihre Träger von außen nach innen.

Der Konformitätsdruck  wird bei der FFP2-Maske und verwandeten Bauformen noch gesteigert, da sie nicht einmal mehr die "individuelle" Buntheit der kleidsam zum Kostümchen designten Stoff-"Alltagsmasken" zuläßt.

Im Zusammenhang mit der elendigen "Burka"-Debatte wurde immer wieder argumentiert, dieses Kleidungsstück verhülle die Individualität der Frauen, und Individualität wäre nun einmal der zentrale "unserer westlichen Werte". Nur das unverhüllte Gesicht ermöglicht Minenspiel als sozialen Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

In einem Video sah ich einen aufgebrachten jungen Vater auf einer Demo, der sich vehement dagegen verwahrte, daß sein anderthalbjähriges Kind in Maskengesichter zu blicken lernen soll. Tatsächlich wirkt ein unverhülltes Erwachsenengesicht entwicklungspsychologisch entschieden persönlichkeitsfördernder auf Kinder als ein verhülltes.

Aus meiner leichten Süffisanz in Hinblick auf die Bunte-Alltagsmasken-"Individualität" konnte man vielleicht schon herauslesen, daß es sich bei der Individualität wesentlich vetrackter verhält, als man auf den ersten Blick und in emotional getriggerter Abwehr des "Maskenzwangs" merkt. Bin ich nur mit Bekleidung und Accesoires, die im Rahmen der Warenästhetik meine "Individualität" erzeugen, ich selbst? Hier stoßen wir auf ein altes Paradox.

Der Mensch ist – frei nach Gehlen – ein Mängelverhüllungswesen. Kleidung überhaupt, Masken im Sinne von sozialen personae ("Person" kommt von per-sonare = hindurchtönen durch die Theatermaske im antiken Drama) sind eine anthropologische Konstante. Masken gehören zur Indirektheit des sozialen Spiels: "Direkt und echt im Ausdruck ist auch das Tier; hätte die Natur nur dies gewollt, wäre sie beim Tier geblieben und hätte sich den Umweg über die Gebrochenheit des Menschen erspart" (Helmuth Plessner).

Anders ausgedrückt: ich bin nicht deshalb kein Individuum, weil ich äußeren Verhüllungen unterworfen bin und diese uniformierenden Charakter haben (Mode ist das naheliegendste Beispiel und wird deshalb auch so gern von kritischen Kulturwissenschaftlern "dekonstruiert"). Doch taugt dieses lustigerweise gern von Progressiven vorgebrachte Argument aus der Tradition nicht im Falle unseres Masken-Problems. Denn anthropologisch zu argumentieren, der Mensch habe "schon immer" soziale Masken getragen, ähnelt strukturell dem 2015er-Argument, Migration hätte es auch "schon immer" gegeben.

Der entscheidende Unterschied ist die bewußte Manipulation: disruptiv wird das "alte Normal" durch ein neues ersetzt.

Die Gefahr der "Normopathie" (Hans-Joachim Maaz) entsteht, wenn die Massen nach einem Jahr Psy-Op nun auch noch für jedermann sichtbar in Einheitsgesichter gepreßt werden. Sie wächst in dem Maße, wie  die Masse eine Eigendynamik entwickelt. Die bloße Maske als solche erzeugt nicht automatisch NPCs. Meine These ist: Erst diese Eigendynamik wird zur Gefahr für das Individuum.

Ein Freund schrieb mir vor kurzem folgenden bemerkenswerten Gedanken:

Merkel: "Wir wollen nämlich keine Impfflicht einführen, wenn das mehr als 40, 50, 60 % der Bevölkerung sein sollten, dann werden wir noch sehr lange eine Maske tragen müssen, und zwar sehr viel länger als das, weil wir dann die Herdenimmunität nicht erreichen."

Mao: "Bestrafe einen, erziehe hundert" war gestern.

Heute Makarenko: "Bestrafe hundert, die werden dann aus Rache den einen erziehen" (das Kollektiv erzieht seine Mitglieder selbst).

Der sowjetische Pädagoge Anton S. Makarenko selber hat diesen Grundsatz unverblümt so formuliert:

Disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen, die in einem gefestigten Kollektiv so nachhaltig und gut wirken, barg Gefahren in sich. Denn es waren eine Menge Störenfriede; mit ihnen fertig zu werden, war eine komplizierte Sache, die viel Zeit erforderte und wenig Nutzen versprach, weil jede Strafmaßnahme nur dann eine nützliche Wirkung hervorbringt, wenn sie einen Menschen aus den Reihen der Gemeinschaft ausstößt und unterstützt wird durch ein unzweifelhaftes Urteil der gesellschaftlichen Meinung.

Die normopathische Eigendynamik, die neue Makarenko-Erwachsenformatierung, ist auf Dauer - zunächst: so lange ausprobieren, wie es noch geht -  nicht durch "Maskenverweigerung" (Wie weit soll diese gehen bei polizeilich kontrolliertem Zwang und hohen Bußgeldern?) aufzuhalten. Sie ist es schon gar nicht durch reservatio mentalis (ein innerlich unter der Maske vor sich hin gemurmeltes "Eigentlich-mach-ich-das-alles-ja-nicht-Mit"). Und wie weit die vielen "Maskenlos-durch-die-Stadt"-Demos dieser Tage uns tragen werden, steht in den Sternen.

Die Eigendynamik ist am ehesten aufzuhalten durch entschiedenes und bewußtes Annehmen dieser Form der Unterdrückung. Was soll das heißen, außer sich zu fügen und nach langem Herumdiskutieren am Ende doch brav FFP2 zu tragen? Kann man überhaupt einen Unterschied zwischen bewußtem Annehmen und Gezwungensein ausmachen? Ich glaube, daß man das sehr wohl kann.

Individualität ist nicht bloß die äußere Unterscheidbarkeit. Diese trägt jedoch (von außen nach innen wirkend) dazu bei, daß sich im Menschen im Laufe seiner Entwicklung Ich-Bewußtsein ausbildet.

Es gibt auch die umgekehrte Richtung: von innen nach außen wirkt das Ich auf die Mitwelt. Wenn ich nun auf eine Art und Weise mit dieser NPC-Verkleidung umgehe, die meine Persönlichkeit durchblicken läßt, dann bekommen andere das (mehr oder minder unbewußt) mit.

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, wer aus verinnerlichtem Sozialdruck (unsäglich verängstigte alte Menschen oft) oder gar aus vorauseilender Tugendprahlerei schon Wochen vor dem Inkrafttreten des Gesetzes die "Strebermaske" (Lichtmesz) vor sich her trägt, und wer dies nicht tut.

Daran läßt sich sozial üben. Eindrückesammeln üben und vor allem: eigenen Ausdruck üben. Denn jemand, der ein Leiden (das auch ein Mit-Leiden mit allen anderen Gezwungenen ist) angenommen hat, strahlt eine Kraft aus, die derjenige, der mit den Zähnen knirscht, nicht aufbringen kann. Dessen Kraft reibt sich zwischen den Zähnen auf.

Mit Leuten, die auf diese Weise mit der Maske umgehen, läßt sich kein NPC-Makarenko-Staat machen. Und auch nicht Žižeks erhoffte "Post-Menschlichkeit".


Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.


Kommentare (81)

Solution

25. Januar 2021 10:12

Brachte meine 88jährige Mutter in die Augenklinik, kurz bevor diese geschlossen wurde. Hinter dem Eingang, wo ich nicht mit hin durfte, mußte sie die FFP2-Maske abnehmen und gegen eine einfache Stoffmaske auswechseln. Das war an dem Tag, als es kostenlose Masken für Senioren gab (natürlich nur für einen Teil, da schnell "vergriffen"). Auf den ausgebenen Masken stand links unten in einem grünen Feld "non medic", womit sich bestätigt hat, daß es sich um Bauarbeitermasken für den Einmalgebrauch und keine medizinischen Masken handelt. Die FFP2-Masken sind gegen Baustaub, aber nicht gegen Viren geeignet. Und was ist mit den Bartträgern? Da geht man nicht ran, weil man sich nicht mit dem Islam anlegen will. Hier stimmt gar nichts mit dem offiziellen Narrativ.

Laurenz

25. Januar 2021 11:04

Bußgelder, die mehr als 8 Mio. eh nicht bezahlen können, sind doch noch harmlos. Früher bekamen Ketzer einfach ein Stück Blei durch den Schädel gejagt oder wurden verbrannt. Das gilt auch noch für die Sowjetunion unter Stalin.

Franz Bettinger

25. Januar 2021 11:07

Auch wenn es niemand hören will. Das einzige Mittel gegen die Inquisition, die von damals und die von heute, wäre jenes altbewährte, welches auch am Ende des Films Der Name der Rose wirksam wird. Es sind nicht die klugen Traktate eines William von Baskerville. 

Maiordomus

25. Januar 2021 11:11

Die "unsäglich verängstigten alten Menschen", einst eine Generation die noch erfreulich oft Nein sagen konnte, laufen nunmehr selbst in der Schweiz Gefahr, sich die Demokratie kaputtmachen zu lassen ohne es zu merken. Empfehlenswert heute auf Weltwoche daily die Ausführungen  von Roger Köppel betr. Armin Laschets Kritik an der direkten Demokratie in der Schweiz. Nach Laschet hätten die Schweizer mit dem Beispiel des Minarett-Verbotes gezeigt, dass "komplexe Fragen" die direkte Demokratie überfordert wurden. Es war aber in 150 Jahren die einfachste Abstimmung. Der Verfassungssatz lautet: "Der Bau von Minaretten ist verboten."  Im Vergleich etwa zur  Regelung der inzidenten Normenkontrolle durch Gerichte oder dem Zusammenhang von Landesrecht und Völkerreicht ist dieser Satz extrem einfach verständlich und man weiss, was man stimmt, wenn man dem zustimmt. Selber betonte ich indes, dass, falls es ein Diskriminierungsproblem gäbe, die Kirchen freiwillig ebenfalls auf den Bau neuer Türme verzichten sollten; diese haben, was neuere Architektur zeigt, seit über 100 Jahren keine Funktion mehr. Überdies ist der Bedarf schon mehr als nur gedeckt, neuere Kirchtürme bieten fast immer entsetzlichen Anblick. Hier wäre verzichtende Solidarität mit dem "unterdrückten" Islam sinnvoll. Abbrüche von Kirchtürmen, jünger als 100 Jahre, wären kein Unglück. 

Nordlicht

25. Januar 2021 11:21

Vorab: Ich halte die Corona-Maßnahmen in großen Teilen für unverhältnismässig. Über die medizinische (Un-)Wirksamkeit der sog. "Alltagsmasken" habe ich nun mehr als 9 Monate gestritten und die in meinem Umfeld lebenden Alten motiviert, in kritischen Fällen (- zB längeres Sitzen im gefüllten Wartezimmer) die FFP3-Maske mit Ventil zu tragen.

Zu dem jetzt befohlenen Tragen von FFP2-Masken sollte man älteren Menschen mit schwachem Herzen und/oder geschädigter Lunge nur empfehlen, die Exemplare nur jeweils sehr, sehr kurz zu tragen und bei dem geringsten Signal von Unwohlsein abzunehmen.

(Im Arbeitsschutz wird für FFP-Masken ohne Ventil eine maximale Nutzungsdauer von 75 Minuten genannt, danach eine maskenfreie Erholung von mindestens 30 Minuten - und dies sind Vorschriften für Gesunde.)

Zum eigentlichen Thema von Frau Sommerfeld, der weiteren Vereinheitlichung der "Faces" durch FFP-Masken in Lebensmittelgeschäften und in Öff. Verkehrsmitteln: Diese Masken-Vereinheitlichung ist ein weiteres Indiz für die Normierung. Ich will das auch nicht verharmlosen. Im Grundsatz halte ich es jedoch richtig, auf wirksame Masken zu bestehen, wenn es schon welche sein müssen. Wenn die Menschen nicht gerade im Laden oder in der Tram sind, sollten sie mit freiem Gesicht herumlaufen.

Die Maskenpflicht im Öffentlichen Strassenraum war mir der eigentliche schlimme Schritt, denn für diese gibt es keine sachliche Begründung. Das ist reine Bevormundung.

Volksdeutscher

25. Januar 2021 11:28

@Frau Sommerfeld -"Denn jemand, der ein Leiden (das auch ein Mit-Leiden mit allen anderen Gezwungenen ist) angenommen hat, strahlt eine Kraft aus, die derjenige, der mit den Zähnen knirscht, nicht aufbringen kann."

Ich wünschte mir, Sie hätten mit Ihrer Wahrnehmung und Behauptung recht. Ich befürchte jedoch, daß die von Ihnen beschriebene lobenswerte heldenhafte Geste

1. mehr Bedeutung für einen selbst hat als für das mitbetroffene Kollektiv und

2. daß sie bei den Adressaten nicht ankommt, weil sie nicht wahrnehmbar ist.

Denn nach meiner Wahrnehmung schauen die Leute sich gar nicht mehr (wirklich) an. Wonach sollen sie im Gesicht des anderen auch suchen, das sie gar nicht sehen? Man schaut in sich selbst hinein oder vor sich hin, man ist in sich selbst vertieft, mit sich beschäftigt.

Ein gebuertiger Hesse

25. Januar 2021 11:40

Guter Beitrag. Es wird immer wichtiger, über die psychologischen Implikationen dieser monströsen Gleichschaltungsmaßnahme zu sprechen.

Franz Bettinger

25. Januar 2021 11:46

Gewöhnung; die Deutschen sind Meister drin. Sie hatten sich mal dran gewöhnt, bei jeder Gelegenheit den rechten Arm in die Luft zu stoßen und Heil Hitler zu rufen. Sie haben sich an die Nachrichten vom Heldensterben an der Ostfront genauso gewöhnt wie an die bizarren Rituale der Emanzipation, die nun mit dem Gendern ihren Höhepunkt erreichen.  Sie haben sich an die Hässlichkeit ihrer Städte und an die Zerstörung der Landschaften durch Windräder gwöhnt und daran, für andere Länder und Migranten die Rechnung zu bezahlen. Sie haben sich an die höchsten Strompreise, die zweithöchsten Steuern Europas und ans Stümper-Deutsch ihrer Kanzlerin gewöhnt. Sie haben ihre Gewohnheiten in der Vergangenheit im Zuge politischer Wetterwechsel immer wieder vollständig abgelegt, um sich an die jeweils nächsten Gewohnheit zu gewöhnen. Ich würde auf die Konstanz der gerade aktuell modischen Gewohnheit, zu denen auch die Friedfertigkeit der Bürger zählt, nicht wetten wollen. (verfranzelt nach M. Klonovsky) 

Maiordomus

25. Januar 2021 11:54

@Laschet. "dass komplexe Fragen die Demokratie überfordern   w ü r d e n."   So zum Beispiel der äusserst schwerverständliche Satz "Der Bau von Minaretten ist verboten."  Ohne abgeschlossenes Jura-Studium checkt das keiner. Dabei wird der Bau selbst auch von Kirchtürmen bei öffentlichrechtlich nicht anerkannten Religionsgemeinschaften bisher schon in der Regel nicht gestattet, so auch kaum je sektenähnlichen Vereinigungen. Ebenfalls dürfen Privatpersonen in Einfamilienhauszonen nicht wie die Rittergeschlechter von San Gimignano (Toskana, unweit Florenz) kaum je  Protztürme anbauen. Wahr bleibt, gemäss Michel Foucault, dass Türme, so weit sie nicht reinen Verteidigungszwecken dienen, ebenso wie hohe Portale bei Gefängnissen und Schulhäusern usw. als "Einschüchterungsbauten" zu verstehen sind.  Solche Bauten gehören auch zu elementaren Zeichensetzungen von Eroberern: das Setzen von Herrschaftszeichen ist ihr erstes Menschenrecht, galt schon für das von Kolumbus aufgepflanzte Kreuz; insofern verweist Armin Laschet in der Tat auf ein relativ kompliziertes Problem. Klar überfordert ist, wer sich dagegen zur Wehr setzt. Noch Fragen?

Grobschlosser

25. Januar 2021 12:06

Flugblätter herstellen ; Nachbarschaft informieren ; Lektüre bei sezession.de bestellen 

RMH

25. Januar 2021 12:14

Immerhin wissen wir seit heute durch den "Ostbeauftragten" der Regierung, dass die AfD Schuld an der Pandemie in Mitteldeutschland ist.

Maiordomus

25. Januar 2021 12:42

@RMH. Was  hat dieser Propagandist, der möglicherweise mit jeder Silbe, die er absondert, von Berufs wegen die Mündigkeit seiner Mitbürger verletzt, wirklich gesagt? Verstehe ich, was ich über ihn erfahre, vielleicht falsch oder doch nicht? Hat er zum Beispiel im Ernst gesagt, diejenigen, die Trump gewählt hätten, hätten nicht gewusst was sie tun? Falls er dies gesagt hat, lässt dies weitere Rückschlüsse auch auf das Demokratieverständnis im eigenen Land zu. Hat er es gesagt, oder wurde es von z.B. philosophia perennis nur als seine sinngemässe Ansicht reportiert? Vielleicht weiss dies jemand hier. Die Unterstellung der Verantwortung für eine Pandemie an eine in ihrer Identität fassbare Gruppe entspricht im übrigen genau der Verdächtigung der Juden zu Pestzeiten; zumal diese wegen Andersverhalten etwa in Sachen Hygiene am Ende sogar weniger angesteckt wurden, auch wegen ihrer zum Teil frei gewählten Isolation, z.B. was die Gewohnheit von Berührungen Fremder betraf. 

Gustav Grambauer

25. Januar 2021 12:44

Das Dictum "Alles, was tief ist, liebt die Maske" ("Jenseits", 40) will erarbeitet werden, habe dazu etwa zehn, zwölf Jahre gebraucht, anfangs ohne es explizit gekannt zu haben.

Es wird es auch niemandem erspart bleiben, sich in der rechtsphilosophischen u. rechtlichen Auseinandersetzung satisfaktionsfähig zu machen, die z. B. mit einer Stichwortsuche im Netz zu "mensch+person" beginnen könnte, u. der sich früher o. später niemand mehr wird entziehen können. Selbst wer, anders als ich zunächst, keine Vorbehalte gegenüber dem römischen Konstukt der Person hat, wird sich auch hierbei wieder die Grundverlogenheit des gesamten heutigen deutschen Rechtssystems eingestehen müssen. Bestes Bsp. hierfür: §§ 1 bis 20 BGB handeln nicht von der Person sondern vom Menschen, die Abschnitts- u. Kapitelüberschriften

https://lexetius.com/leges/BGB/Inhalt;jsessionid=node01outd50tkdro31ryximbxs2gwx3202.node0?0

sind nichtamtlich, wurden vom Beck-Verlag dort hineingelogen u. werden inzwischen von ausnahmslos allen Rechtsverlagen u. -portalen nachgeklont, was zum völligen Verschwinden des Menschen als Rechtssubjekt geführt hat. v. Gierke u. seine im wahrsten Sinne des Wortes deutschen Mitstreiter u. dann der Reichstag hatten aber den Menschen (vgl. § 1) sogar als bestimmend für das bürgerliche Recht angesehen! Spätere Gesetzgeber haben noch (!) nicht gewagt, am Gesetzestext zu rühren, hatten dafür die Frechheit, den Menschen als soganannten Verbraucher dort legalzudefinieren (§ 13).

- G. G.

cnahr

25. Januar 2021 12:47

@Nordlicht Keine Sorge, die gewöhnlich verwendeten FFP2-Stofffetzen sind dermaßen undicht, dass sie genausogut ein Ventil haben könnten. Ich spüre beim Einatmen deutlich den Luftzug über das Kinn, beim Ausatmen über die Augen. Nicht dicht zu kriegen. Damit natürlich auch sehr zweifelhafter Nutzen zur Virenabwehr.

Lotta Vorbeck

25. Januar 2021 13:20

@Grobschlosser - 25. Januar 2021 - 12:06 PM

Flugblätter herstellen ; Nachbarschaft informieren ; Lektüre bei sezession.de bestellen 

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Es herrscht kein Mangel an Informationen. Wer sich informieren will, wird sich zu informieren wissen.

Wie sieht's eigentlich dort aus, wo Flugblätter verteilt werden/wurden? Die Flugblätter bedecken den Boden.

In den Hausfluren von Mietshäusern sind in der Nähe der Briefkastenbatterie großvolumige Behälter aufgestellt. In diesen Behältern landen die Flugblätter, bevor die Leute mit der dem Briefkasten entnommenen Tagespostille und den Rechnungen und Zahlungsaufforderungen enthaltenen Fensterbriefumschlägen in der Hand wieder nach oben in ihre Wohnungen streben, wo das TV-Gerät im Dauerbetrieb läuft.

 

MartinHimstedt

25. Januar 2021 13:23

Was – sehr schade! – völlig unterging, obwohl ich versucht habe, es viral gehen zu lassen: Der wichtigste, beste (und auch schönste) Virologe der Welt, trug auf der letzten Bundespressekonferenz, also am 22. Januar 2021, nur eine 40ct OP-Maske in einer Traube von Politikern, Journalisten und Experten.

Hätte es in Bayern nicht geringfügig Widerstand gegeben, weshalb kurzfristig die vergangene Kalenderwoche zur „Kulanzwoche“ erklärt worden ist, wäre Herr Osten (ein „Dr.“ hat er ja nicht) mit 500€ Strafe dabeigewesen – wohlgemerkt, wir sprechen hier über denjenigen, der uns die PCR-Pandemie mitverantwortlich überhaupt erst eingebrockt hat.

Das meine lieben Mitstreiter ist die Definition einer Bananenrepublik.

Gustav Grambauer

25. Januar 2021 13:29

Ich hoffe, daß diejenigen, die andere mit der Zuschreibung NPC versehen, nicht selbst lediglich NPCs oder sogar nur Sklaven sind. Die rote Hegel-Pille genommen zu haben oder - zumeist - nur zu glauben, sie genommen zu haben, macht noch lange keinen Spieler in diesem Spiel!

- G. G.

Nordlicht

25. Januar 2021 13:43

Zu den hinter der Bevormundung und Einengung stehenden Strömungen in den westlichen Ländern hat mich dieser Artikel überzeugt:

"Totalitäre Strömungen in liberalen Gesellschaften", eine Rezension von "Der Dämon der Demokratie" des ungarischen Philosophen und EU-Abgeordneten Ryszard Legutko. "

"Im vorliegenden Artikel widmet sich die BZ den Thesen seines Buches über die erstaunlichen Parallelen zwischen Kommunismus und zeitgenössischen Tendenzen innerhalb der liberalen Demokratie. (...)  

Bald habe sich – ganz ähnlich wie der Kommunismus – auch die liberale Demokratie „als großer Vereinheitlicher“ erwiesen, die ihren Anhängern vorschreibe, wie sie denken, was sie tun, wie sie etwas bewerten und welche Sprache sie benutzen sollten."

https://www.budapester.hu/geschichte/legutko-totalitaere-stroemungen-in-liberalen-gesellschaften/

Volksdeutscher

25. Januar 2021 14:09

@ Nordlicht - Ryszard Legutko ist ein Pole und kein Ungar.

Uodal

25. Januar 2021 14:19

Na, was war das denn jetzt? "Die Sendung mit der Maus" mit dem Thema "Dialektik für Laien und solche, die es werden wollen"?
Hut ab - die Unterwerfung unter das Maskentragegebot, die verständliche (!) Feigheit des vereinzelten Individuums dialektisch in einen mutigen, ja revolutionären Akt umzu definieren.

Ehrlicher, und Charakter-stärkender scheint es mir da doch, einfach zu zu geben, dass man jetzt eben unterlegen ist... Und dann - aus dem sich bewusst machen der andauernden Niederlagen - Schlussfolgerungen ziehen...
Trump ist besiegt, die FPÖ aus der Regierung gekickt, die AfD an den Schmuddel-Rand gedrängt, ÖRR als Lückenmedium, brave Gebühren-Zahler, eine SPD, die als Regierungspartei notgedrungen die Rolle der Opposition, also der AfD übernimmt, weil die AfD mit sich selbst beschäftigt ist. Was muss eigentlich noch geschehen?

Zunehmend beschleicht mich das Gefühl, dass SiN sich ebenfalls immer stärker auf das (noch) Unverfängliche konzentriert. Das, was noch verfügbar ist. Für viele Rechte, wie auch mich, ist es offensichtlich schwer auszuhalten, dass das, worauf sich die politische Auseinandersetzung im Kern ausrichtet, in immer stärkererem Maße unverfügbar bleibt. Aber, was kommt als nächstes, nach den Maskentrage-Geschwurbel? Schminktips? Kochrezepte?

 

Kommentar Sommerfeld: Bitte um mutige Vorschläge.

Volksdeutscher

25. Januar 2021 14:51

@Fr. Sommerfeld - Mutige vorschläge zu welchem Thema? Zu welcher Frage?

Kommentar Sommerfeld: Den so frustrierten Herrn Uodal bat ich um mutige Vorschläge, wenn ihm meiner zu feig ist.

Ein gebuertiger Hesse

25. Januar 2021 15:03

@ Uodal

"Was kommt als nächstes, nach den Maskentrage-Geschwurbel?"

Wenn man im Draußen dem - und als Mann gerade auch der - Nächstbesten nicht mehr ins Gesicht blicken kann, ohne zu erkennen, ob er/sie lächelt oder finster dreinschaut, ist der von C. Sommerfeld angstoßende Dialog über eine solche grundstürzende Misere alles andere als Geschwurbel.

Oder wann haben Sie zuletzt "out in the open" jemand Neues kennengelernt, wobei er oder Sie beim Erstkontakt eine Maske trug?

heinrichbrueck

25. Januar 2021 15:13

@ Franz Bettinger

Sie zitieren diesen Klonovsky. Was wollen Sie uns Deutschen damit sagen?

„Der Bau von Minaretten ist verboten.“

Der Bau von Moscheen ist nicht verboten. Ätsch bätsch, versteht jeder Volldepp, auch ohne Juristenfiktion. 

Project Hazel könnte die Affenmaske konterrevolutionär ersetzen?

Kommentar Sommerfeld: "Project Hazel" ist das da: https://www.krone.at/2317944. Wer spricht hier eigentlich von Revolution?

Breckert

25. Januar 2021 15:19

@Uodal/Sommerfeld

 

Meine Worte.

Als ich hier vor über zwei Jahren aufgeschlagen bin,

habe ich mir hier, in der offiziellen Höhle des rechten Löwen (zumindest konnte man im Mainstream so lesen) mehr erhofft als pseudopsychologische Küchentips und intellektuell elitäres Getue.

Verdammt; Götz Kubitschek ist Offizier und ich Handwerker.

Und unser Land wird ruiniert.

Und alles, was ich hier seit Jahren lese, ist das, was ein Follower von Sellner auf bitchute mal über die Runde hier mit "Kreiswichserei" äußerst treffend bezeichnete.

Einer sagt was und alle anderen in der Runde arbeiten sich daran ab. Und nach jedem geistigen Coitus gehts mit dem nächsten Beitrag wieder von vorne los.

Ohne, daß je ein Kind gezeugt wurde.

Ein konjunktivitisgeschwängerter Beitrag nach dem anderen, wie schlimm doch alles ist und wie schön es sein könnte....und anschließend, weshalb dann doch alles ganz anders gekommen ist.

Mein Vater hätte mich in den Hintern getreten.

"Tu was!" hätte er gesagt.

 

Eigentlich wollte ich hier nicht mehr posten, aber bei so viel Jammer kocht es in mir hoch. Gibts hier im Land keine anderen mehr?

 

Letzte Frage an die Weisen (Waisen?) hier:

Wer genau besetzt in der BRD eigentlich physisch das rechte Spektrum?

Da tu ich mich da mal um....

 

Kommentar Sommerfeld: Nur zu, tun Sie, und ich denke.

Stefanie

25. Januar 2021 15:46

Bisher konnte ich mich weitgehend um diese normierten Masken drücken. Selbst als mich neulich die Polizei darauf hinwies,  mein Zwiebelnetz würde leider nicht dem Anspruch genügen, eine textile Mund-Nasenbedeckung darzustellen (es wäre nicht "dicht"), gab man sich mit einem gestrickten Schal als Ersatz zufrieden. 

FFP2-Masken habe ich bisher nur genutzt, wenn ich z.B. mit den Tomatenpflanzenentsorgen im Verzug war und dann im Januar oder so, nicht die ganzen Pilzsporen schlucken wollte, die dann im Gewächshaus herumwirbeln. Da aber auch dann um Mund und Nase ein dunkler Schleier und im Taschentuch dunkle Rückstände zu entdecken waren, hatte ich mir heuer mal FFP3-Masken mit Ventil geleistet. Allerdings finde ich, das Atmen bei den Bau-Standard-Dingern eher noch leichter, als bei diesen High-Class -Masken. Absoluten Schutz vor Viren oder auch nur Pilzsporen (Größenverhältnis ca. 1:50) versprechen diese Dinger nach Packungsanleitung auch nicht.

Psychologisch entlastend finde ich den Ausdruck "CORONALUMPEN"; besonders wenn er sich bei diversen Interviews und Pressekonferenzen von besonders wichtigen Leuten aufdrängt. Probeweise habe ich das auch schon auf diese Einwegmasken geschrieben, was mir ein paar erstaunte Blicke einbrachte, aber bisher nur eine Nachftage. "Was das heißen soll? Ist zur Sicherheit,  damit niemand auf die Idee kommt z.B. Pflanzenschutz mit diesen Dingern zu machen."

tearjerker

25. Januar 2021 16:02

„Bitte um (...) Vorschläge.“ Leute mit der richtigen Pathologie kitzeln um Polarisierung voranzutreiben und echte Hysterie zu erzeugen. Mehr Sozialdemokratie, mehr Ökofundis, mehr Bananenrepblik wagen. Das Land ist voll mit unreifen und mental instabilen Leuten und verstümmelt sich selbst,  so wie ein schwächlicher Teenie sich in der Sucht nach Aufmerksamkeit die dünnen Ärmchen aufschneidet und sich einen Ring durch die Nase zieht. Selbst der MP in Thüringen gibt damit an, während der ZK-Sitzungen mobile games zu daddeln. Wir müssen diese Leute unbedingt ermutigen noch emotionaler zu agieren, viel emotionaler!

Uodal

25. Januar 2021 16:10

Teil 1
Fr. Sommerfeld, sind schnelle Antwortfragen nicht oft genug Themaverfehlung? So wie jetzt auch meine schnelle Replik. Aber - zu meiner Selbstfreisprechung: ich hatte tatsächlich eine Antwort bereits vorbereitet - ganz wie ein Fernsehkoch, der den gegarten Auflauf nach einer Minute aus dem Rohr zieht. Wie das? Na ganz einfach, weil ich "Am Rande der Gesellschaft #12" gehört habe, Sie waren dort Thema. Und weil Sie eine der wenigen hier sind, die das Gespräch mit dem Leser suchen und damit tätig einer These von mir, am Ende dieses Schreibens, widersprechen.
Dies, ihre Antwort, ist also schon der erste mutige Vorschlag. Also - von Ihnen (ich schließe mich aber schnell an) - nicht für Sie, denn Sie beherzigen ihn ja bereits. 

 

Eo

25. Januar 2021 16:11

 

Diese FFP2-Maske
ist so derart häßlich und verhäßlicht jeden, der sie aufsetzt, daß man sie nur als Affenmaske bezeichnen kann, sintemal sie die Gesichter allesamt vorschnauzig macht.

Aber so wie ich die
großen Transformer einschätze, geschieht das aus Vorsatz und nicht zuletzt gerade auch aus Verhöhnung. Letzteres  dürfte mit ein Grund sein, warum uns die Apparatschikse im Kanzlerinenamt so lang schon vorgesetzt ist ...

Und das eigentliche Ziel
 wird damit auch immer klarer, denn sie wollen die Menschen mit Angst gefügig und folgsam machen und darüber hinaus per Vertierung.

 

Uodal

25. Januar 2021 16:12

Teil 2
Der zweite Mut-Akt ist bereits in meinem Text erwähnt. Habe ihn bereits vollzogen. Tut nicht weh, macht Spaß, so man etwas kreativ ist und hat keine bösen Folgen, wenn man nicht übertreibt, also stur zum Äußersten geht, wo dies gar nicht angebracht ist. Streetphilosophie, ich weiß. Aber, die Liebe zur Wahr- und Weisheit lernt man die wirklich in geschützten Räumen einer Uni?
Wie hier bereits schon einmal aufmerksamkeitsheischend kundgetan: bedrückende Verhältnisse können in drei Monaten oder dreißig Jahren oder dreihundert Jahren grundstürzend geändert werden.
Viele schreiben, Trump's Fehler war, kein eigenes Medium aufzubauen, statt dessen naiv Twitter zu vertrauen. Muss ich noch mehr Beispiele für die überragende Rolle der Medien in einer modernen Massengesellschaft bringen, Eulen nach Athen tragen, großhausmeiermäßig E. Bernays oder Gustave le Bon zitieren?
Also wenn dem so ist, und so wenige ihr GEZ Zwangsabo einfach Mal für eine Zeit kündigen, dann scheint dies doch wohl ein extrem mutiger Akt zu sein. Wie gesagt, drei Monate können eine verdammt lange Zeit sein, wenn man auf sein Geld wartet.

Uodal

25. Januar 2021 16:16

Teil 3
Nun zu einer weiteren Themaverfehlung, und der versprochenen These von mir, der Sie, als eine der wenigen, durch tätiges Tun laufend widersprechen. Ich sehe JEDEN Blog als ein inhärent linkes Medium, völlig unabhängig von seinem transportiertem Kontent. Jeder Blog, jedes (a)soziale Netzwerk, lebt von und in der Aufmerksamkeits-Ökonomie, in deren Gesetzmäßigkeit. Jeder Blog, ob "links" oder "rechts", zerstört die Zeit durch permanente Befriedigung der Neuigkeits- und Oberflächlichkeits-Lust. Nichts wird zu Ende besprochen.Eine Blog-Leserschaft ist das exakte Gegenteil einer Gruppe, die einen gemeinsamen Erkenntnisweg geht. Sondern fängt immer wieder bei Null an, um nur ja keine neuen Leser zu überfordern. Wer jetzt meint, das ginge ja nicht anders, das ist halt so, muss man akzeptieren, Hauptsache der Inhalt ist "rechts"... Nö, leider falsch. Funktion follows Form. Aber - noch schlimmer - die "Rechte", so es so etwas überhaupt gibt - eine Existenz in einer vom Gegner zugeschrieben politischen Himmelsrichtung. Also - die Rechte ist bis heute nicht fähig, ein Medium zu entwickeln, das ihrem Weltbild entspricht. Das sagt viel. Aber - Ihre Antworten, Ihre Kommunikation mit dem Leser, ist zumindest ein Anfang, den verflüssigen Strom von isolierten Statements
anonym und nicht-mehr-sprechend-sondern-Tippender zu durchbrechen - und deshalb mutig.

RMH

25. Januar 2021 16:22

An die Männer der Tat:

Selbst wenn hier nichts mehr geschrieben, durchdacht und diskutiert würde, würde es auch keine Aktionen, keine physisch Räume besetzende Rechte geben etc. Es gäbe bis auf Unbedeutendes nach wie vor schlicht Nichts. 

Also spart Euch bitte das Genöle. Was nicht ist, kann auch nicht zerredet werden. Niemand kann von nichts durch Debatten abgehalten werden.

Martin Lichtmesz

25. Januar 2021 16:25

"Die Eigendynamik ist am ehesten aufzuhalten durch entschiedenes und bewußtes Annehmen dieser Form der Unterdrückung."

Also die Kröte schlucken, sich das Zähnenkirschen abgewöhnen und die eigene Unterwerfung schönreden und sich zum dem Kunststück applaudieren. Damit wird keine "Eigendynamik" aufgehalten, man hat nur einen philosophischen Umweg gemacht und sich selber in die Tasche gelogen. Für die Machthaber ist das g'hupft wie g'sprungen.

Uodal

25. Januar 2021 16:35

@ ein gebürtiger Hesse

Ich warf Fr. Sommerfeld und weil's so schön war,  mir auch "Themaverfehlung" vor - das war verfehlt. Erst nachdem ich Ihren Kommentar gelesen habe, weiß ich, was wirklich eine Themaverfehlung leisten kann. Es ging in Sommerfeld's Artikel und meinem Kommentar nicht darum, ob das Tragen von Masken kritisiert werden soll - natürlich soll es das! Sondern darum, ob es möglich ist, hinter der Maske eines angepassten Verhaltens, ein widerständiger Akt gelebt, verinnerlicht UND, von anderen, erkannt werden kann. Also um ein bewusstes (!) "Ja" zum Masketragen. Eine dialektische Form des Widerstandes.

Ich habe dies verneint!

Weil: zu sophistisch (siehe Ihr Kommentar).

Oder modern: weil halt!

 

@Breckert

So lange es noch Menschen wie Sie gibt, ist doch noch Hoffnung.

 

@ Sommerfeld

Ich "Frustriert"? Niemals!

Spürt man doch, isnt'it

Flaneur

25. Januar 2021 16:39

@ Lotta Vorbeck

"Es herrscht kein Mangel an Informationen. Wer sich informieren will, wird sich zu informieren wissen."

Es ist gerade die gewaltige Flut an widersprüchlichsten Informtionen, das statischtische Chaos, die konträren  Aussagen diverser Experten, die wechselnen Positionen in der Politik..., die dazu führen, daß wer sich informieren will, sich eben nicht mehr zu informieren weiß. Damit geht es dann nicht mehr wirklich ums Informiertsein, sondern eher ums Glaubenwollen oder eben ums Nichtglaubenwollen.

 

Volksdeutscher

25. Januar 2021 16:54

@Fr. Sommerfeld - Meine Themenvorschläge könnten für SiN zu heikel sein. Das behaupte ich mal so, da ich schon ein paar Male in dieser Richtung argumentierte, worauf meine Kommentare meiner Meinung nach gerade deswegen nicht freigeschaltet wurden. Ich versuche es trotzdem und wir werden es sehen.

1. Auswirkungen der von oben angeordneten Rassenvermischung und deren möglichen Konsequenzen auf Kultur, Bildung und physische Selbstwahrnehmung der Nationen Europas.

2. Praktische Maßnahmen der Politik gegen die oben skizzierten Zustände zur Erhaltung der nationalen und europäischen Identität anhand geltender und (falls nötig) noch zu schaffender Gesetze und Verordnungen im Falle eines Systemwechsels.

3. Möglichkeiten der Rückführung von abgelehnten Asylanten und sonstigen seit 2015 unter Verletzung nationaler und internationaler Gesetze ins Land gelassenen Ausländern.

4. Möglichkeiten restriktiver juristischer Maßnahmen gegen Personen in Politik, Medien, Staatsverwaltung, Polizei und Armee, die an obigen Rechtsverletzungen und Gesetzesbrüchen aktiv oder passiv mitgewirkt haben.

Monika

25. Januar 2021 17:00

Bevor der Offizier zum Hirnlüften aufruft und das Bad schließt, lasst uns die bescheuerte Maske lüften, so wie die Herren früher den Hut zogen. Aus Höflichkeit. 

Beim FriedensGruß im Gottesdienst soll (darf) man sich Gottseidank nicht mehr die Hand schütteln. Das fand ich schon immer sehr verkrampft und unhygienisch. Jetzt lupfe ich die blöde Maske und strahle das vermummte Gegenüber an. Dasselbe tue ich, wenn kleine Kinder irritiert mein  Gesicht in der Öffentlichkeit suchen. Das bricht einem das Herz, die Kleinen im Kinderwagen nicht anlachen zu können. Darüber kommt man mit den Müttern ins Gespräch. Schminktips sind auch nicht verkehrt. Ich verstehe jetzt erst, warum sich die Muselfrauen oft stark die Augen schminken. Das alles ist natürlich nicht sehr mutig. Aber, die Revolution kann warten:) 😀😤😤

limes

25. Januar 2021 17:11

Gegen die Uniformität und die Wirkung der „medizinischen“ Masken als Zeichen der Unterwerfung drucke ich mir kurze Protestlosungen und tackere sie auf die Maske.

»Untertan mit Maulkorb«, »Wer Angst sät, will Macht ernten«, etc.

Die so gegen den Streberstrich gebürstete Maske kann man natürlich einfach über Mund und Nase ziehen, man kann aber dort auch eine Maske ohne Protestbekundung tragen und die betackerte zusätzlich auf der Stirn tragen.

Masken kann man schließlich nie zu viel haben, nicht wahr?

Auch andere Formen der Masken-Überaffirmation sind denkbar (zusätzliche Maske mit Kommentar auf der Kehrseite o.Ä.) Kreativität und Aufmüpfigkeit sind gefragt, damit zeigt man Zaudernden, dass der Widerstand lebendig ist.

Lotta Vorbeck

25. Januar 2021 17:41

@Flaneur - 25. Januar 2021 - 04:39 PM

Sie @Flaneur zitierten mich zutreffend: "Es herrscht kein Mangel an Informationen."

Wer nicht in der Lage ist, "die gewaltige Flut an widersprüchlich[st]en Informtionen", auf sein eigenes Kompostsieb zu schippen, das Sieb zu rütteln, sodann auf dem Sieb liegenbleibende Partikel zu sortieren und zu bewerten, wer's also in mundgerechten Häppchen auf dem Tablett serviert, oder besser noch, vorgekaut und aufgewärmt von elektronisch-medial 24/7 präsenten Gouvernanten des Typus "'Frollein' Rottenmeier" eingeordnet, eingenordet und erklärt benötigt, ja, der ist wie bei jeder Religion oder neumodernen Zivilreligion tatsächlich "auf's Glaubenwollen oder eben auf's Nichtglaubenwollen" zurückgeworfen.

 

 

Gelddrucker

25. Januar 2021 19:17

Breckert hat Recht.

Sezession war mal gut und dieses Forum ein Quell von neuen Erkenntnissen.

 

Seit einiger Zeit ist es aber Kreisverkehr.

Den Pessimismus in Artikel kann man förmlich riechen, vor allem bei bestimmen Autoren. 

 

Das kommt davon wenn man sich das ganze zu lange anschaut. Manche Menschen sollten von ihrem gesellschaftsfernen Roß heruntersteigen und sich mal einen Facebook-Account zulegen und da mitposten. Die Tonverschieberei funktioniert dort prächtig.

 

 

anatol broder

25. Januar 2021 19:46

@ franz bettinger 11:46

danke für die auflistung der deutschen psychosen. das siezen gehört auch dazu. denn nirgendwo sonst spricht man einen fremden in der dritten (!) person plural (!) an. mehr verbale distanz und somit feindseligkeit geht kaum. mit dieser maske laufen die deutschen schon sehr lange durch die gegend.

in den kreisen, in denen klonovsky nach eigenangaben privat verkehrt, wird deutscher pejorativ synonym zu normopath verwendet. mit der bezeichnung alman drücken türkisch-sprecher meistens dasselbe aus.

joscha sauer greift zur beschreibung dieses charakters auf lemminge zurück. douglas adams lässt die entsprechende ausserirdische rasse der vogonen erst die erde, dann den rest des universums vernichten.

kann es sein, dass wir es hier mit f60.0 bei älteren und f60.7 bei jüngeren zu tun haben?

Wahrheitssucher

25. Januar 2021 21:15

@ Martin Lichtmesz

"Die Eigendynamik ist am ehesten aufzuhalten durch entschiedenes und bewußtes Annehmen dieser Form der Unterdrückung."

„Also die Kröte schlucken, sich das Zähnenkirschen abgewöhnen und die eigene Unterwerfung schönreden und sich zum dem Kunststück applaudieren. Damit wird keine "Eigendynamik" aufgehalten, man hat nur einen philosophischen Umweg gemacht und sich selber in die Tasche gelogen. Für die Machthaber ist das g'hupft wie g'sprungen.“

Stimme Ihren Ausführungen absolut zu! Die neue Einheitsmaske verbietet, verunmöglicht jeglichen Ausdruck von Individualität, gerade im Sinne der Distanzierung von diesem verordneten Affentheater, die ein Schal oder ein Tuch immer noch ermöglicht hat.

Und @ Frau Sommerfeld: Ihre Ausführungen sind sicher gut gemeint, überzeugen aber in keiner Weise, dass sie absolut unpraktikabel sind. Machen Sie doch bitte konkrete Vorschläge zur Praktikabilität!

Kommentar Sommerfeld: "Praktikabel" verstehe ich nicht. Rein äußerlich ist das Masketragen praktikabel, sogar sehr einfach. Aber der Witz dabei ist das eigene Verhältnis dazu. Ist wie mit einer Krankheit: entweder man will sie mit allen Mitteln loswerden, oder man nimmt sie an.

 

Gracchus

25. Januar 2021 21:50

Ich trage schon eine Zeitlang FFP2-Masken - aus dem einfachen Grund, weil sie von meinem Arbeitgeber gestellt wurden. Beim ersten Tragen (im Zug) wurde mir noch schlecht. Sommerfeld scheint aber davon auszugehen, dass die Maske nicht vor Ansteckung schützt, was m. W. umstritten ist (so wie ich die Dinger benutze, dürfte der Schutz tatsächlich nicht allzu groß sein.) Wenn sie keinen Nutzen hätte, könnte man ja vor Gericht ziehen (ich weiß, justitia hat sich weitgehend in Tiefschlaf begeben).  Dass das etwas mit der Seele macht, konnte ich neulich feststellen, als ich bei mir um die Ecke durch die Geschäftsstrasse lief, wo offenbar Maskenpflicht herrscht, und jeder - wirklich jeder - Maske trug ausser mir. Obwohl ich von niemandem angepflaumt wurde, dass ich ja womöglich Menschenleben gefährde, fühlte ich mich doch auf einmal unter starken Rechtfertigungsdruck. 

Vom Standpunkt des Textes aus müsste man die FFP2-Maske doch begrüssen, weil sie den Trägern ihre Pseudo-Pseudo-individualität raubt, die die Maske zu einem modischen Accessoire macht und den damit einhergehenden Kulturbruch - ähm, nun ja - verschleiert. Ich kann mich an die Dinger nicht gewöhnen.  

Was folgt aus alledem: Ich weiß es nicht.

Wahrheitssucher

25. Januar 2021 22:11

@ Kommentar Sommerfeld: "Praktikabel" verstehe ich nicht. Rein äußerlich ist das Masketragen praktikabel, sogar sehr einfach. Aber der Witz dabei ist das eigene Verhältnis dazu. Ist wie mit einer Krankheit: entweder man will sie mit allen Mitteln loswerden, oder man nimmt sie an. 

Unter „praktikabel“ verstehe ich: Wie soll ich denn bitte sehr die auch von Ihnen geforderte Ablehnung erkennen lassen, wenn ich zum Tragen quasi gezwungen werde?

 

Kommentar Sommerfeld: Exakt das ist das Problem, Sie bringen es auf den Punkt. Das Erkennenlassen muß also subtilere Formen annehmen, jede Maske hat zunächst zwei weiße beschriftbare Flächen. Viel wichtiger ist aber die Haltung, die man ausstrahlt. Versuchen Sie mal herauszufinden wer von den Leuten, die ihnen begegnen, die Maske offensichtlich voller Abscheu trägt oder total drübersteht über dem Theater.

Flaneur

25. Januar 2021 22:26

@ Lotta Vorbeck

Nach welchen Kriterien bewerten Sie denn die ausgesiebten Informationen? Haben Sie die fachliche Kompetenz, zu urteilen, welche Information falsch, welche richtig ist? Ich traue mir das in Fachgebieten, in denen ich mich nicht auskenne, nicht zu. Ich kann nur gucken, ob Aussagen in sich schlüssig sind, ob die zugrundegelegte Prämissen anerkannt sind... Ich kann aus artikulierten Aussagen Hypothesen über mögliche Interessen ihrer Vertreter entwickeln. Irgendwann entsteht dann eine ungefähre Vorstellung über die Situation. Aber es bleibt eine Vorstellung, eine Idee, eine jederzeit falsifizierbare Theorie. 

Ich kann natürlich auch die Informationen durch die Brille bestehender Narrative betrachten. Dann siebe ich, um auf Ihr Bild zurückzukommen, mit meinem Netz aus Narrativen die Informationen aus, die meine Sicht des Ganzen verifizieren und ignoriere den Rest. Meine Herangehensweise wäre das nicht. Aber ich glaube, das genau dies die Vorgehensweise sowohl der  meisten Vertreter wie auch der Opponenten der gegenwärtigen Politik ist. 

Franz Bettinger

25. Januar 2021 22:34

@heinrichbrueck: zu Ihrer Frage, was ich bzw. Klonovsky eigentlich sagen will: @anatolbroder trifft es recht gut, wenn er schreibt: "Deutsche sind Normopathen.“ Sie machen jeden Blödsinn mit. Ich selbst denk eher wie Sie, dass wir Deutsche, was die Blödheit betrifft, nicht weit vor den anderen Völkern rangieren.  Normopathie ist das zwanghafte Bedürfnis, sich einer Mode oder Mehrheit anzupassen, egal wie falsch oder verrückt diese sich verhält. Der Normopath will unter allen Umständen und koste es was es wolle (!) normal sein. Dabei definiert er die Norm über die Zahl, nicht über die Vernunft.

nom de guerre

26. Januar 2021 00:07

Dieser Text macht nachdenklich, im Ergebnis kann ich dem Gedankengang aber nicht folgen. Wie andere frage ich mich, wie dieses Annehmen statt Gezwungensein dem Gegenüber kommuniziert werden soll. Es ist ja gerade die erfolgreiche nonverbale Kommunikation, die durch die Maske verhindert wird. Wenn Sie sinngemäß schreiben, Frau Sommerfeld, derjenige, der die Maske angenommen habe, strahle eine enorme Kraft aus, die sich Dritten mitteile, sehe ich nicht, woran Außenstehende erkennen sollen, dass es sich nicht einfach um dieses merkwürdige Selbstbewusstsein handelt, das manche überzeugte Maskenträger aus ihrer "Tugend" zu ziehen scheinen. Dass diese Unterscheidung für Sie persönlich funktioniert, kann und will ich Ihnen nicht absprechen, ich halte es nur nicht für verallgemeinerungsfähig.

Den Vergleich mit der Krankheit ("Ist wie mit einer Krankheit: entweder man will sie mit allen Mitteln loswerden, oder man nimmt sie an.") finde ich dagegen nicht passend. Eine Krankheit kann ich als gottgewollt oder, wenn ich nicht religiös bin, als Schicksalsschlag, der zum Leben gehört, annehmen. Aber das hier wird uns von Menschen aufgedrückt, die dazu nicht mehr und nicht weniger Recht haben, als wir es umgekehrt ihnen gegenüber hätten. Also gar keines. Warum sollte ich das - jenseits der Furcht vor Bußgeldern oder Drangsalierungen - annehmen wollen?

Wahrheitssucher

26. Januar 2021 00:08

@ Kommentar Sommerfeld: „Exakt das ist das Problem, Sie bringen es auf den Punkt. Das Erkennenlassen muß also subtilere Formen annehmen, jede Maske hat zunächst zwei weiße beschriftbare Flächen. Viel wichtiger ist aber die Haltung, die man ausstrahlt. Versuchen Sie mal herauszufinden wer von den Leuten, die ihnen begegnen, die Maske offensichtlich voller Abscheu trägt oder total drübersteht über dem Theater.“

Trainieren wir also, Abscheu auszudrücken durch Augen-Ausdruck und Körperhaltung! Gar nicht so einfach, was Sie uns da abverlangen. Bin mir leider sicher, das es nur den aller wenigsten hinreichend, wenn überhaupt, gelingen wird, das hinzubekommen. Und noch weniger, dass das auch wirklich rüber kommt...

P.S. Aber lassen Sie uns auf jeden Fall schon einmal Aufschriften sammeln!

P.S. P.S.  Werde dennoch, solange es irgend geht, bei Schal/ Halstuch bleiben...

Lotta Vorbeck

26. Januar 2021 01:00

@Flaneur - 25. Januar 2021 - 10:26 PM

"Nach welchen Kriterien bewerten Sie denn die ausgesiebten Informationen? ... Ich kann natürlich auch die Informationen durch die Brille bestehender Narrative betrachten. Dann siebe ich, um auf Ihr Bild zurückzukommen, mit meinem Netz aus Narrativen die Informationen aus, die meine Sicht des Ganzen verifizieren und ignoriere den Rest. ... Aber ich glaube, das genau dies die Vorgehensweise sowohl der  meisten Vertreter wie auch der Opponenten der gegenwärtigen Politik ist."

---

Nein, werter @Flaneur, ganz so kompliziert wie Sie glauben, ist es gar nicht.

Narrative braucht es dazu überhaupt nicht, nur möglichst windstilles, möglichst trockenes Wetter.

Sämtliche Informationsbrocken, die auf dem metaphorisch gemeinten Sieb liegen blieben, drucke ich farbig, auf hochwertigem Papier aus. All diese A4-Blätter werden sodann wahllos, unter dem Nussbaum beginnend, bis zum Quittenbaum, im Garten verteilt. Dann gehe ich mit der Wünschelrute darüber hinweg. Wo die Rute ausschlägt ...

 

 

 

 

Laurenz

26. Januar 2021 01:38

@Uodal @ ein gebürtiger Hesse

Muß Ihnen das Recht geben, aber es ist die Entscheidung der Redaktion, ob ein Forum mit Themenblöcken zu Verfügung gestellt wird oder nicht. Grundlegend dürfte bei einer solchen Entscheidung sein, sind die Kapazitäten zur Administration und Moderation überhaupt verfügbar.

Laurenz

26. Januar 2021 01:55

@Anatol Broder @Franz Bettinger

Muß Ihnen da ernsthaft widersprechen. Ihr sicherlich überdurchschnittlicher Intellekt spielt Ihnen da Streiche. Intellekt hat auch nichts mit sozialer Kompetenz zu tun. Das Siezen bedeutet natürlich Abstand zu anderen, und das Duzen zeigt Nähe an. Das Siezen bedeutet aber keine Feindseligkeit, sondern wahrt den Respekt. Wenn man jemand Unbekanntes, einen Fremden sofort duzt, wird augenblicklich damit die Respektlosigkeit angezeigt. Wenn in großbürgerlichen Familien des Viktorianischen Zeitalters sich Ehemann und Ehefrau siezten, half dies, den Respekt voreinander auch über Jahrzehnte zu wahren, was dann auch in Augenblicken der Intimität diese Augenblicke intensivierte. In amerikanischen Banken wurde zu meiner Schaffenszeit durchweg geduzt, was aber eine falsche Nähe suggeriert. Man feuert den anderen trotzdem hemmungslos, was mit "Sie" viel angemessener wäre. Umgangsformen, auch schriftliche, haben noch nie etwas geschadet.

Auch Ihre Schlußfolgerungen bezüglich der Groß- und Kleinschreibung sind fehlgeleitet. Wenn man auf Großschreibung verzichtet oder auf Komma-Setzung, verändert man den ganzen Sinn von Sätzen. Gerade die deutsche Sprache eignet sich hervorragend um sich explizit schriftlich ausdrücken können, auch wenn Schrift nie ein Ersatz für direkte Kommunikation sein kann.

Laurenz

26. Januar 2021 02:00

@alle FFP2-Masken-Träger

Ich trug bisher ein blaues Tuch mit Edelweiß darauf, welches mir meine Mutter für den Fakedemie-Anlaß schenkte. Ich werde es auch zukünftig tragen, einfach über der weggeklappten FFP2-Maske. Wenn mich jemand, (meist Kassen-Warte im Groß-Laden) auf meine Pflichten hinweist, werde ich dann einfach ein Stück Maske zeigen und an den Ohren sieht man es sowieso. Aber ich werde doch nicht mit dem Deppen-Mal durch die Gegend laufen.

Volksdeutscher

26. Januar 2021 07:32

@Breckert - "Kreiswichserei: Einer sagt was und alle anderen in der Runde arbeiten sich daran ab. Und nach jedem geistigen Coitus gehts mit dem nächsten Beitrag wieder von vorne los. Ohne, daß je ein Kind gezeugt wurde."

Wenn ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine Tatsache lenken darf: obige vulgäre Charakterisierung der auf SiN existierende Diskussionsmethode ist nicht originell, der von Bohrer/Scheel herausgegebene Merkur war etwa gleich aufgebaut, mit dem Unterschied freilich, daß dort nach der Meinung der Leserschaft nicht gefragt wurde, da Merkur keinen Blog führte. Jedes Heft hatte bestimmte vorgegebenen Themen, zu denen die Intellektuellen ihre Schriften einsandten und zu jedem Thema wurde dann ein Artikel pro und contra ausgesucht.

Wenn es darum geht, intellektuelle Inzucht zu vermeiden, stellt sich die Frage: Was für ein Kind soll ein lieteratur-ästhetischer Blog erzeugen? Wie soll denn die neue Methode der Auseinandersetzung hier aussehen? Selbst wenn politische Themen hier manchmal erörtert werden, so muß doch der Unterschied zwischen politische Propaganda, die auf Taten hinwirken will und ästhetische Kontemplation, die geistige Vertiefung zum Ziele hat, gewahrt werden.

Auch ich wäre für mehr Unterschiedlichkeit in den Beiträgen und härtere konservative Agitationspropaganda zu begeistern. Aber dies zu ändern liegt nicht in meiner Möglichkeit und Verantwortung. In Ihrer etwa? Dann bitte her mit den Vorschlägen!

 

Gustav Grambauer

26. Januar 2021 07:33

"Die Eigendynamik ist am ehesten aufzuhalten durch entschiedenes und bewußtes Annehmen dieser Form der Unterdrückung. Was soll das heißen, außer sich zu fügen und nach langem Herumdiskutieren am Ende doch brav FFP2 zu tragen?" ... "Versuchen Sie mal herauszufinden wer von den Leuten, die ihnen begegnen, die Maske offensichtlich voller Abscheu trägt oder total drübersteht über dem Theater." - C. S., SiN

---

"Erziehung des Philosophen:
...
Den Staat und die Pflichten einfach zu nehmen. Oder auszuwandern.
..." - F. N., Nachgelassene Fragmente, 7 / 780

"Wider den Strich. – Ein Denker kann sich Jahre lang zwingen, wider den Strich zu denken: ich meine, nicht den Gedanken zu folgen, die sich ihm von Innen her anbieten, sondern denen, zu welchen ein Amt, eine vorgeschriebene Zeiteintheilung, eine willkürliche Art von Fleiss ihn zu verpflichten scheinen. Endlich aber wird er krank: denn diese anscheinend moralische Überwindung verdirbt seine Nervenkraft ebenso gründlich, wie es nur eine zur Regel gemachte Ausschweifung thun konnte." - Morgenröte, 4 / 500

"Der gute Acker. – Alles Abweisen und Negiren zeigt einen Mangel an Fruchtbarkeit an: im Grunde, wenn wir nur gutes Ackerland wären, dürften wir Nichts unbenützt umkommen lassen und in jedem Dinge, Ereignisse und Menschen willkommenen Dünger, Regen oder Sonnenschein sehen." - Zarathustra, 332

Ob bei mir zehn, zwölf weitere Jahre genügen, um einmal dahin zu kommen? ...

- G. G.
Si tacuisses ...

Volksdeutscher

26. Januar 2021 08:36

@Fr. Sommerfeld - zu Themenvorschlägen: Marinetti neu denken / Die Rechte als enfant terrible!

1. Futurismus ist bekanntlich ein ästhetischer Stil. Aber vornehmlich auch ein moderner Kampfstil. Wenn Armin Mohler sich mit dem faschistischen Stil auseinandersetzte, so könnte man an diesem Umgang anknüpfend die Auseinandersetzung mit der Ästhetik des Futurismus sowohl dehnen, als auch vertiefen, bzw. man sollte diese Ästhetik in den Sparthen Literatur, Malerei, Bildhauerei und Architektur tiefer ausloten. Die Qualitäten und Bedeutung des Futurismus sind in kunstgeschichtlicher und ästhetischer Hinsicht nicht zu leugnen: Majakowski grüßt den italienischen Futurismus! Warum diese nicht gleich aktivieren und gegen den herrschenden ästhetischen und politischen Diskurs in Stellung bringen? Man tauche das Bestehende in das Säurebad der Kritik und okkupiere gleichzeitig diese Gebiete, indem man sie mit seinen Idealen und Forderungen besetzt. In der futuristischen Ästhetik steckt ein Potenzial, das man sowohl passiv-ästhetisch, als auch aktiv-propagandistisch entfalten könnte. Denn wer einen Diskurswechsel herbeisehnt, sollte sich nicht seine geringen Kapazitäten konstatieren und darüber Tränen vergießen, sondern sollte sich die Frage vorlegen, wie er seine Kapazitäten maximieren könne.

 

Volksdeutscher

26. Januar 2021 09:02

@ Franz Bettinger - Einspruch! Was Sie und anatol broder beklagen, nennt man schlicht und einfach Herdentrieb, so auch bei Nietzsche und ist ein wohlbekanntes Phänomen aus der Verhaltensforschung. Es mag sein, daß es manchmal nervt, aber es ist weder etwas Außergewöhnliches noch etwas Krankhaftes. Diese Art des Verhaltens findet man bei anderen Nationen in nicht geringerem Maße auch. Und ja, es existiert bei so ziemlich allen höheren Lebewesen, die in Gruppen leben, so auch in der Natur. Dieses Verhalten kann sich langfristig aber auch zum Vorteil einer Gruppe/Gemeinschaft gereichen, indem es dem Charakteristischen zur Entstehung verhilft: das nennen wir dann typisch russisch, typisch englisch, typisch französisch, typisch deutsch, typisch türkisch, typisch tschechisch, typisch italienisch.... und so weiter. Es ist wirklich kein Grund zur Aufregung und Selbstkasteiung. Es ist äußerst wichtig in der Herausbildung und Festigung der nationalen Identität und zur Bestimmung dessen, was eigen und was fremd ist.

RMH

26. Januar 2021 10:43

Bekanntermaßen war das englische You früher das Sie. Thou, also das Du, haben die Briten der Einfachheit halber eingestellt.

@SiN Kritiker:

Insgesamt halte ich die Kritik an diesem Forum für eine Themaverfehlung. Gab vor Urzeiten mal das praktische "Gesamtrechts" Forum, welches bekanntermaßen über seinen Aktivismus und "Denke Groß" Wahn im Ergebnis über sowas simples wie das Urheberrecht gestolpert ist und sang- und klanglos untergegangen ist. Warum sollte man hier solche Fehler machen?

Laurenz

26. Januar 2021 12:10

@Volksdeutscher @Franz Bettinger

Auch Ihnen muß ich ernsthaft widersprechen. Ob Sie mit Nietzsche oder Konrad Lorenz kommen, es steht immer die Frage im Raum, für wen definieren Sie "Herdentrieb". Nach Konrad Lorenz für 97,5% Blöde. Denn laut Lorenz sind nur ca. 2,5% in der Lage über den eigenen Tellerrand zu schauen. Zu welcher von beiden Möglichkeiten wollen Sie denn gehören? Gemessen an Ihrem Beitrag, wohl zu den 97,5%, richtig?

Und was den Volkscharakter der Deutschen angeht, so gab es nur wenige Augenblicke in unserer Geschichte, in denen wir "eins" waren. Das betrifft auch ganz besonders für den historischen Adel zu. Die deutschen Kaiser waren im Grunde immer die einzigen Europäer überhaupt. Und erst in der Deutschen Romantik kam, vor allem im Bürgertum, die Sehnsucht nach Einheit auf.

Im Grunde sind wir die meiste Zeit extrem föderal gewesen, und jeder will eigentlich nur machen, was er will, und die Hecke des Nachbarn stellt meist eine größere Bedrohung dar als eine franzmännische Diktatorin Europas zu Frankfurt am Main.

Wahrheitssucher

26. Januar 2021 12:20

@ Laurenz

Absolute Zustimmung zu Ihren beiden letzten Beiträgen. Nicht oft hat mir jemand, schon gar nicht zweifach, so sehr aus dem Herzen gesprochen!

Die Einträge unseres Mit-Foristen, der penetrant die deutsche Groß- und Kleinschreibung ignoriert, pflege ich aus den von Ihnen genannten Gründen von vornherein gar nicht erst zu lesen. Ich empfinde diese Schreib-Unart als Zumutung, wenn nicht gar als Anmaßung.

Volksdeutscher

26. Januar 2021 13:06

@ Wahrheitssucher - Die Ignoranz der Groß- und Kleinschreibung kommt bei linken Studenten oft vor. Bei ihnen gehört sie zum "guten Ton". In meiner Hochschulzeit war sie für sie eine Selbsverständlichkeit. Groß- und Kleinschreibung ist gleichbedeutend mit typisch Deutsch, also muß sie verworfen werden: eine Erbschaft des Bauhaus, wenn Sie es so sehen wollen. Aber diese Unsitte braucht keinen ideologischen Ursprung zu haben, es kann auch Bequemlichkeit oder Faulheit sein.

Gotlandfahrer

26. Januar 2021 13:51

Für den Ausgang der Ereignisse ist der Maskenzwang nicht entscheidend, eher förderlich. Natürlich muss man aufpassen, seine Kinder nicht zu schädigen.  Ansonsten gilt: Je mehr Maske, desto mehr Demaskierung.

Dass wir ohne einen hohen Preis zu zahlen nicht aus der Nummer rauskommen wissen wir schon seit vielen Jahren.

anatol broder

26. Januar 2021 14:59

@ franz bettinger 22:34

ich habe den begriff normopathie aus dem artikel von sommerfeld aufgegriffen. sie gibt auch den urheber an: hans-joachim maaz. ehre, wem ehre gebührt.

@ laurenz 1:55

f60.0 steht für paranoide persönlichkeitsstörung:

Diese Persönlichkeitsstörung ist durch übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen, durch Misstrauen, sowie eine Neigung, Erlebtes zu verdrehen gekennzeichnet, indem neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich missgedeutet werden, wiederkehrende unberechtigte Verdächtigungen hinsichtlich der sexuellen Treue des Ehegatten oder Sexualpartners, schließlich durch streitsüchtiges und beharrliches Bestehen auf eigenen Rechten. Diese Personen können zu überhöhtem Selbstwertgefühl und häufiger, übertriebener Selbstbezogenheit neigen.

klingelt es?

@ volksdeutscher 9:02

ich bestreite nicht, dass jedem volk ein charakter zusteht. die frage ist: führt dieser charakter zum erfolg? soweit ich mich erinnere, stellt machiavelli in seinem fürst die nördlichen spezialitäten durchaus als positiv dar. ob allerdings macht der macht willen ausreicht, muss jedes volk mit sich selbst ausmachen.

limes

26. Januar 2021 15:14

@ Sommerfeld:  »Jede Maske hat zunächst zwei weiße beschriftbare Flächen«.

Sie gehen anscheinend von obligatorischen FFP2-Masken aus. Meinem Informationsstand gemäß sind aber auch sogenannte OP-Masken zulässig, die allein schon signalisieren, dass man nicht von der politisch übertragenen Panik infiziert ist.

Die leichteren »OP-Masken« sind viel besser durchlüftet und preiswerter, und wie schon oben von mir beschrieben, kann man damit allerlei Schabernack treiben und sie mit selbstgedruckten Protestlosungen betackern. Einfach ein Textfeld von max. 16 cm Breite und 7 cm Höhe mit einer plakativen Schrift bedrucken.

Der Aufforderung von @ Wahrheitssucher ( … »lassen Sie uns auf jeden Fall schon einmal Aufschriften sammeln«) komme ich gerne nach:

D-Wirtschaft krepiert - wer profitiert?

Globalisierung tötet!

Gebt uns Wahrheit, Recht und Freiheit!

Valjean72

26. Januar 2021 15:21

@Franz Bettinger:

@anatolbroder trifft es recht gut, wenn er schreibt: "Deutsche sind Normopathen.“ Sie machen jeden Blödsinn mit.

Wer solche Freunde (Mitpatrioten) hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr.

Ich lebe in der französischen Schweiz, die Massnahmen seites der Politik sind nicht ganz so hart wie in der BRD, gleichwohl werden die Masken hier genauso eifrig getragen und auf das Tragen der Masken genau geachtet.

Von Corona-Demonstrattionen ist hier überhaupt nichts zu sehen und auch von Frankreich ist mir dergleichen nicht bekannt.

Aber ja, mit den Deutschen stimmt etwas grundsätzlich nicht, weshalb man sich ja auch erst noch richtig erziehen muss, dass sie für Sozialismus oder wahlweise die "freiheitlich-demokratische Grundordnung" taugen.

Meiner Einschätzung nach zeugen solch abwertende Urteile von der durchdrungenen Umerziehung, die eben auch bei den allermeisten Konservativen im tiefsten Innersten verfangen hat.

 

 

 

 

limes

26. Januar 2021 15:22

In der Schweiz hat sich wohl eine Initiative gebildet, die Widerstand vernetzt und »Merchandise« mit einem einheitlichen Erkennungszeichen gegen das »NPC-Sein« vertreibt:

https://www.gemeinsam-schweiz.ch/

Vielleicht mag @ Maiordomus eine Einordnung geben?

anatol broder

26. Januar 2021 16:11

zum vorschlag sommerfelds gibt es feldstudien.

in den amerikanischen gefängnissen bekommen männer überbreite hosen. die schwarzhäutigen mitbürger, die dort überdurchschnittlich oft einsitzen, begannen anfang der 1980er, solche hosen auch ausserhalb des gefängnisses zu tragen, aber diesmal mit stolz. einer der wichtigsten dirigenten dieser bewegung war andrew young, auch als dr dre bekannt. er sorgte auch dafür, dass die vorher pejorative bezeichnung nigga bei der jugend positiv besetzt wurde. heute ist dr dre milliardär.

eine ähnliche strategie fahren manche feministinen mit dem begriff bitch. die kleidungsforscherin reyhan sahin, auch als lady bitch ray bekannt, verfolgt diese idee in deutschland. der deutsche staatsfunk liebt sie.

über die zerrissenen hosen, die junge frauen im letzten sommer bevorzugten, hat sich wahrscheinlich jeder genug gedanken gemacht. ob das kokettieren mit der armut im kommenden sommer weitergeht, bleibt fraglich. die hosenhersteller sind sicher auf der gewinnerseite.

ich sehe alle diese versuche als langfristig gescheitert. es sind ausschliesslich begabte künstler, die während ihrer aktiven zeit akzente setzen. da gehört provokation zum geschäft. danach verfliegt der zauber.

als eine kurzfristige lösung mag sommerfeld recht haben. mein vorschlag für die aufschriftensammlung lautet ich bin schön.

Volksdeutscher

26. Januar 2021 17:55

@limes - Das mit der Beschriftung ging mir auch schon durch den Kopf. Mir sind einfache, harmlose und ganz unverfängliche Beispiele eingefallen wie "Danke Merkel!" oder "Danke Söder!" oder "Danke Spahn!" oder "Fürs Spahnferkel!" oder "Ich hab nix zu sagen!" oder "Ich krieg keine Luft!" oder "Ich ersticke!" oder "Immer lachen!"

Hesperiolus

26. Januar 2021 19:34

@ Bettinger

Havanna und Rotwein, beide zu schwer, lösen mir wider besser beratene Hemmnis, es hier zu kommentieren; Sie meinen doch aber nicht den Pöbelkrawall, sondern die marianische Erhörung als "altbewährtes Mittel", nicht wahr? 

heinrichbrueck

26. Januar 2021 21:10

Aufschriften. Beispiel: Tairdelbach von Munster.

Flaneur

26. Januar 2021 21:35

Puh, @Lotta Vorbeck... Dann bin ich aber erleichtert. Und ich hatte schon ernsthaft befürchtet, Sie würden vielleicht die erkenntnistheoretischen Ansprüche eines Karl R. Poppers an Ihre Beurteilung der aktuellen Situation an- und ein Gehlensches Menschenbild bei Ihrer zweifelsohne  fundierten Beurteliung zugrundelegen. Aber Gott sei Dank, dem scheint nicht so zu sein. 

Dann kann ich Ihnen Ihnem ja nur empfehlen, bei Neumond (und natürlich nur bei Neumond, Geduld, der kommt schon bald!) um die von Ihnen erwähnten Papierschnipsel herumzutanzen. Das soll Durchblick bringen, habe ich gehört, Durchblick so ganz im Brechtschen Sinne. Ach ja, wenn Ihr erwähnter Garten dann im Herbst Ernte verspricht: Für Nüsse wäre ich ein dankbarer Abnehmer, um Quitten reisse ich mich dagegen ganz ehrlich gesprochen nicht. 

Bis dahin setze ich dann dort, wo ich es muss die Maske auf, denke mir meinen Teil und flanieren weiterhin als Zaungast durch Absurdistan, wobei ich mir nach unserem Dialog nicht mehr wirklich sicher bin, wo Absurdistan anfängt und wo es aufhört.

Wahrheitssucher

26. Januar 2021 22:05

@ limes

Bis jetzt noch am besten ihr erster Vorschlag: „Untertan mit Maulkorb“...

Muss ja auch kurz sein. Wem fällt noch etwas Prägnanteres ein?

Franz Bettinger

26. Januar 2021 22:43

@Hesperiolus: Ihre Frage bezieht sich auf das Ende in „Der Name der Rose“. Wie wurde man, im Film und im Buch, die Inquisition los? - Ich gab die Antwort. Wenn ich mich hätte klarer mitteilen wollen, hätte ich’s getan. Ein gewisses Rätsel muss unter den Umständen des Unrechtsstaates, mit dem wir es zu tun haben, bleiben.  

@Valjean: Sie haben recht. Immerhin haben Deutsche die weltweit größten Demos mit mehrmals 1 Mio. Teilnehmern gegen den C-Unsinn auf die Beine gestellt. In Auckland / NZ marschierten grad mal 500 Leute gegen die Coronoia. (Das entspräche 10.000 in der BRD.) Also: sind wir weniger blöd und gehorsam als der Rest der Welt. Aber würde ein wirklich gesundes, selbstbewusstes Volk nicht viel mehr Widerstand leisten? Wo sind die Marktfrauen, die einen Bürgermeister oder "Landesvater" aus seinem Bau holen und ihm öffentlich den blanken Arsch verhauen? Ein paar solcher Aktionen und der Spuk wäre vorbei. Mit Worten ist es nämlich längst nicht mehr getan. 

Lumi

26. Januar 2021 23:06

Der Artikel fängt ja ganz gut an, knickt dann aber ein und fällt lächerlich ins Nichts zusammen.

Warum sich in die Tasche lügen?

Wer die Maske trägt, ist ein Duckmäuser.

Wer jetzt immer noch keine Owi hat, ist wohl feige gewesen. Ich hab neulich die zweite bekommen, weil ich mich ostentativ in der Fußgängerzone mit anderen unterhalten habe, und gleich die dritte, weil ich einer jungen Dame wieder auf die Beine half, die unter dem bellenden Anschnauzen eines Polizisten, der rührungslos daneben stand, zusammengebrochen war und weinend auf dem nassen und kalten Pflaster lag.

Diese sogenannte Maßnahme der Polizei, durchgeführt in einem verschnarchten Provinznest in Niedersachsen, wo immerhin noch einige aufmucken, verstärkt durch Mannschaftswagen aus der 30km entfernten Bezirksstadt, zeigt eindeutig, was die Stunde geschlagen hat.

Seit April ärgere ich mich über die Feigheit und Dummheit meiner Mitmenschen. Vor allem über die Feigheit.

Denn wenn sie nicht so feige wären, würde die Diktatur des Schwachsinns nicht funktionieren.

Der Vorwurf von @Breckert, den ich nicht wiederholen brauche, kann nicht einfach von der Hand gewiesen werden.

Laurenz

27. Januar 2021 01:30

 

@Anatol Broder

"anfang der 1980er, solche hosen auch ausserhalb des gefängnisses zu tragen, aber diesmal mit stolz."

In Afrika sind diejenigen Chef, die am korruptesten sind. Das wird in diesem kulturellen Umfeld auch erwartet. Und das "Vorbild" des weißen Amerikas ist kaum anders. Dorthin wanderte der Abschaum Europas aus, und deren Helden sind bis heute Gangster und Kriminelle.

@Anatol Broder @Laurenz

Bei mir klingelt gar nichts, weil Freud, der wie Sie, den Verstand vollkommen überschätzte, bei mir nicht funktioniert. Bei Gesprächen mit Therapeuten therapiere ich immer die Therapeuten, so auch mit Ihnen. Meine Mutmaßung ist, Sie haben kein Deutsches Sprachverständnis, Sie benutzen die Sprache nur als angelerntes Mittel zum Zweck und fühlen Sie nicht, deswegen verstehen Sie mich auch nicht und da Ihnen Ihr Verstand jegliche Selbstreflexion außerhalb seines Machtbereichs verbietet, wollen Sie mich auch nicht verstehen. Sie werden es z.B., wie die meisten nicht schaffen, Eckhart-Tolle-Werke durchzulesen, nicht, weil dessen Werke langweilig, bzw. nicht spannend wären, nein. Es handelt sich bei den Werken Tolles um direkte erbarmungslose & erfolgreiche Angriffe auf den Verstand. Das halten die meisten, als Krone der Schöpfung, einfach nicht aus, Sie, Anatol Broder, schon gar nicht (besser sind hier Hörbücher). Falls Sie jemals dahin wollen, wo ich als Deutscher bin, wäre es notwendig, alles das, was Sie bisher in Ihrem Leben erlernt haben, innerlich auf die Müllhalde zu kippen.

anatol broder

27. Januar 2021 02:05

(ergänzung zu 16:11)

wie setzte dr dre den vorschlag sommerfelds durch?

unter seiner regie veröffentlichte die amerikanische gruppe n-w-a (niggaz with attitude) 1991 das album niggaz 4 life (4 = for). wegen der damaligen zensur wurde der titel rückwärts auf die schallplatte geschrieben: efil 4 zaggin. nach verkaufszahlen erreichte das album schnell die nummer 1. klanglich und inhaltlich war es fürs genre bahnbrechend.

man kann sich ausmalen, wie jugendliche diese schallplatte offen zeigten, mit dem wissen, dass die älteren die hülle nicht entziffern können. dabei waren gleich zwei n-wörter auf der vorderseite versteckt. in england nahm man es trotzdem aus dem verkehr.

so geht attitüde auch. ich warne allerdings vor der verwandten opferhaltung, die niemandem zu gesicht steht.

(dr dre heisst bürgerlich andre young, nicht andrew, wie ich oben falsch schrieb.)

anatol broder

27. Januar 2021 02:24

@ laurenz 1:55

Gerade die deutsche Sprache eignet sich hervorragend* um sich explizit** schriftlich ausdrücken *** können, auch wenn Schrift nie ein Ersatz für direkte Kommunikation sein kann.

auch ich finde die deutsche sprache hervorragend. nächstes jahr in pattaya.

* komma fehlt.

** explizit bedeutet ‹ausdrücklich› und ist somit überflüssig, wenn das verb ausdrücken folgt.

*** zu fehlt.

H. M. Richter

27. Januar 2021 07:29

@Flaneur

"Für Nüsse wäre ich ein dankbarer Abnehmer, um Quitten reisse ich mich dagegen ganz ehrlich gesprochen nicht."

_________________________

Ohne Quitten keinen Quittenbrand. Letzterer zählt wohl zu den elementaren Tröstungen in dieser Zeit, - zumindest für jene, die dem Alkohol nicht gänzlich abhold sind. Andere werden diese Wirkung sogar von einem guten Quittengelee behaupten.

Übrigens wirkt der Gerbstoff aus den Quitten zumindest antibakteriell ...

Was die Maskenfrage betrifft, so denke ich eher an Farben als Botschaft. In der späten DDR war es unter Diktatur-Bedingungen üblich, auf diese Art Position zu beziehen. Beispielsweise durch das Befestigen kleiner weißer Bänder an PKW-Antennen. Dies führte dazu, daß oftmals Autofahrer von der Polizei angehalten und zum Entfernen dieser Zeichen aufgefordert wurden.

Eine der größten Provokationen dürfte derzeit im Tragen von Masken in den kaiserlichen Farben bestehen. Aber derartiges muß jeder für sich selbst entscheiden.

 

Caroline Sommerfeld

27. Januar 2021 08:11

Das hier ist eine Idee: https://twitter.com/lichtmesz/status/1354045063387557888.

Dick und fett rot durchstreichen.

Laurenz

27. Januar 2021 10:02

@Anatol Broder

Ich bin zwar kein Legastheniker, aber einige meiner Mitforisten wissen, daß meine Aufmerksamkeit anders, als üblich, fokussiert ist. Daher mache ich beim Schreiben Fehler, keine Frage. Und wenn Sie jetzt auf Formales ausweichen, ist das unserer Debatte nicht angemessen. Es geht doch hier um etwas Grundsätzliches, und ich will Sie nicht davon abhalten, es besser zu machen, als ich. Und bei hunderten oder gar tausenden von Sprachen auf dem Planeten, kann auch etwas ganz explizit sein.

Vielleicht haben wir zukünftig auch Gelegenheit, tatsächliche Redebeiträge hochzuladen.

Gustav Grambauer

27. Januar 2021 10:04

Franz Bettinger

"Coronoia" - Danke! Jetzt weiß ich, warum ich SiN-Leser bin! Das Jahr 2021 ist gerettet! Coronoia wird meinen bisher verwendeten Sammelbegriff Plandemie ablösen, nach dessen neulichem leisem und kommentarlosem Einstreuen der Buschfunk gemeldet hat, dass ich fortan bei Einladungen zu den den ängstlich auf "füüüf Pirrrsssonnnin" (siehe oben bei C. S. und mir ad 'persona') reduzierten Schwiegerfamilienfeiern als Unsicherheitsfaktor angesehen werde!

Noch etwas: habe mir warm die Hände gerieben als Esken und Le Floid "Covidioten" im deutschsprachigen Raum als Mem lancieren wollten. Sie wurden damit von Anfang an aus gutem Grund alleingelassen - und dann kam der Bumerang-Effekt, wie er kommen mußte: in den "sozialen Netzwerken" gelten inzwischen zunehmend die eigentlichen Covidioten als die Covidioten.

- G. G.

Laurenz

27. Januar 2021 10:05

@Franz Bettinger

Die Zeiten des Prügelns sind lange vorbei. Prügelst Du Dich in Ozeanien?

Valjean72

27. Januar 2021 11:00

@Franz Bettinger:

Aber würde ein wirklich gesundes, selbstbewusstes Volk nicht viel mehr Widerstand leisten?

Zweifellos und gerade deshalb wird ja unser Volk seit Jahrzehnten wie kein zweites propagandistisch bearbeitet und psychologisch programmiert. Und dies vom Kindergarten bis hin zum Sterbebett.

Gewiss, eine anti-weisse Agenda wird in allen westlichen Ländern (d.h. im Kern in allen germanisch geprägten Ländern der Welt, denn auch Angelsachsen, Franken und Wikinger waren Germanen) abgespult. Ein Schuldprinzip wird in die Köpfe (und in die Seelen) der Menschen implementiert. Schuld aufgrund von Imperialismus, Kolonialismus, Sklaverei, Wohlstand, Umweltverschmutzung, CO2-Ausstoss etc.

Doch bei uns Deutschen kommt noch eine besonders perfide und wirkmächtige Schuldprogrammierung hinzu.

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